Hey - dankeschön an euch Beide für eure Reviews!

LunaNigra: Ich als Autor lüge ja nicht... das tut Hermine. ;) Also ein Dankschön von Draco ist eigentlich viel mehr, als Hermine erwarten kann... ein Wunder, dass er ihr seine menschliche Seite zeigt -ich selbst hätte nicht mehr als einen abschätzigen Blick erwartet...

Atreja: Ja, das schlichte "Danke." ist für ihn eine verhältnismäßig sehr offene und direkte Art und Weise... du darfst mir deine Theorien gerne vorstellen - es würde mich interessieren, ob jemand die Lösung errät.

Sooo... viel Spass mit diesem Kapitel!

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Kapitel 10 :

Das Trimagische Turnier wird nächstes Jahr um Welten sicherer sein als das zu unserer Schulzeit.

Eben noch hatte ich stundenlang wegen einem Medaillon, welches möglicherweise Rowena Ravenclaw gehört haben konnte, recherchiert, und jetzt beschäftigte ich mich nach dem ersten Vorbereitungstreffen mit dem internationalen Wettbewerb der bekanntesten Zauberschulen Europas und ich merkte, wie mich allmählich die Müdigkeit wie ein leichter Schleier umschloss.

Seit einer halben Stunde saß ich mit Malfoy an einem der beiden wuchtigen Holztische im Kaminzimmer und wir bearbeiteten überraschenderweise in völlig entspannter Atmosphäre die Zeitpläne des Trimagischen Turniers.

Alle Aufgaben des Wettbewerbs würden auf einer Bühne unweit des Sees stattfinden, auf einem fussballfeldgroßen, eingezäunten Platz. Es würden mehr als ein Dutzend Beamte des Ministeriums anwesend sein, alle Lehrer Hogwarts und mindestens fünf, sechs voll ausgebildete Lehrer, sowie die Rektoren der anderen Schulen. Zudem kamen noch die zahllosen Schutzzauber Hogwarts' hinzu und die Platzkontrolle würde es nicht erlauben, gefährliche Objekte oder Gerätschaften in das Turnier zu schmuggeln.

Sicherer konnte eine Versammlung dieser Größe kaum sein; wir hatten die offiziell mögliche Sicherheitsstufe bis über das Maximum hinaus ausgenutzt.

Wir Schülervertreter der einzelnen Schulen dürften bezüglich der Sicherheit nun keine große Rolle spielen, wir hatten nur dafür zu sorgen, dass die Zeitpläne eingehalten wurden und die benötigten Gegenstände, und natürlich die Kandidaten, an Ort und Stelle waren.

Plötzlich erklang Malfoys Stimme und ich fragte mich innerlich, wie ich vergessen haben konnte, dass er anwesend war.

"Sag' mal, Granger...", meinte er langsam. "Wie kommt es, dass laut dieser Liste für jede teilnehmende Schule ein einziger verantwortlicher Schüler gewählt wurde, und nur Hogwarts aus dem Rahmen fällt?" Er hob seinen Blick von dem voll beschrifteten Pergament vor ihm und zog eine seiner Augenbrauen in die Höhe, während er mich wieder so intensiv musterte, als ob sich meine Haare jeden Moment grün färben würden. "Was hast du in Bewegung gesetzt, um mit mir zusammenarbeiten zu können?"

Ich schnappte nach Luft.

Kannte seine Arroganz noch Grenzen?

"Du...", brachte ich empört hervor. "Was bringt dich auf den Gedanken, dass du der ausgewählte Schülersprecher gewesen wärst?"

Er grinste nur dreckig.

"Meine unwiderstehliche Ausstrahlung, Granger."

Ich schüttelte nur den Kopf, so dass meine braunen Locken um meinen Kopf herumwirbelten.

Wieder schoss ein kurzer Schmerz durch meine Stirn und ich presste mir stöhnend die Handballen gegen die Schläfen.

Sekundenlang herrschte wunderbare Stille, man hörte nur unsere leisen Atemzüge. Und auch wenn ich das Gefühl hatte, dass mein Kopf selbst sirrende Geräusche verursachte, war es ungeheuer wohltuend.

Als ich hochblickte lag ein merkwürdiger Ausdruck in Malfoys Gesicht, genauso kühl wie immer, doch irgendetwas war anders. Auch sein Blick erschien mir etwas zu intensiv, und erst nach einigen Sekunden bemerkte ich etwas in seinen Augen, was man als leichte Beunruhigung auffassen könnte.

Dann jedoch verschwamm mein Blickfeld und der Schmerz schien auf das Doppelte anzuschwellen.

Einige Sekunden lang wartete ich, bis er soweit abgeklungen war, dass ich wieder denken konnte. Dann öffnete ich die Augen und achtete gar nicht mehr auf Malfoys Blick, sondern konzentrierte mich ganz und gar darauf, aufzustehen, ohne direkt wieder hinzufallen.

"Ich glaube, ich geh' mal lieber", murmelte ich noch, obwohl ich mir nicht sicher war, ob man meine Worte verstehen konnte.

Als ich den Korridor erreicht hatte, taumelte so stark, dass ich mich kurz an eine Wand lehnen musste. Ich presste meine Stirn gegen den glatten Stein und stellte erleichtert fest, wie wohltuend sich das kalte Gemäuer auf den dumpfen Schmerz hinter meiner Stirn auswirkte.

Sicherlich war eine Minute vergangen, bevor ich mich von der Wand abstieß und so schnell, wie es mir möglich war, auf meine Zimmertüre zusteuerte.

Kurz bevor ich meine Hand auf die Klinke legen konnte, schwankte ich jedoch so bedrohlich, dass ich glaubte, meine Beine würden jeden Moment nachgeben. Doch ehe ich in die Knie fallen konnte, packte mich eine Hand kräftig am Oberarm und schob mich in mein Zimmer hinein.

Kaum hatte ich meinen Raum betreten, klärte sich mein Blick etwas und ich stolperte nur noch auf mein Bett zu. Ich ließ mich in die Kissen fallen und in dem Moment, als ich die Augen schloss, sah ich noch einen dunklen Schatten mit weißblonden Haaren die Tür zu meinem Zimmer schließen.

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Ich habe Durst.

Das war der einzige Gedanke, als ich erwachte, doch als ich die Augen öffnete und mich auf dem zugedeckten Bett liegen sah, in meiner zerknitterten Schulrobe, drängte sich die erlebte Kopfschmerzattacke an die Oberfläche meines Bewusstseins.

Ein Glück, dass ich es bis in mein Zimmer geschafft hatte.

Ich bekam selten Kopfschmerzen, doch wenn es einmal so war, waren sie äußerst heftig und plötzlich. Dann verkroch ich mich immer so schnell wie möglich in mein Bett, da ich in diesen Momenten einfach keine Geräusche ertragen konnte.

Die Schmerzen ließen fast immer nach einigen Stunden nach, am nächsten Morgen waren sie überhaupt nicht mehr wahrnehmbar und wenn ich einen Trank nahm, waren sie für gewöhnlich bereits nach einer Stunde verflogen.

Und dieses Mal schien ich wieder einmal Glück gehabt zu haben, denn obwohl es immer noch Nacht war, spürte ich nichts mehr als einen leichten Druck in der Stirn.

Wie spät war es eigentlich?

Ich setzte mich auf und tastete nach meinem Zauberstab. Mit einem gemurmelten Spruchlicht tastete ich nach meiner magisch modifizierten Armbanduhr und als ich sie in der Hand hatte, hielt ich die Spitze des Zauberstabs direkt auf das Zifferblatt.

4.41 Uhr.

Nun, zum Aufstehen war es also noch reichlich früh, und außerdem hatte ich immer noch schrecklichen Durst. Weitere vier Stunden bis zum Frühstück wollte ich nicht warten, also kletterte ich aus meinem Bett und suchte nach meinem Morgenmantel, um mir einen neuen Krug Kürbissaft aus dem Gemeinschaftsraum zu besorgen.

Als ich mit den Zehen den kalten Steinboden neben meinem Bett berührte, zuckte ich kurz zusammen und beeilte mich dann, meine warmen Filzpantoffeln unter dem Bett hervorzuangeln.

Wenn ich Kopfschmerzen hatte, waren meine Sinne stets aufs Äußerste angespannt und konzentriert, und ich war mir nicht sicher, ob ich das als gut oder schlecht bewerten sollte.

Als ich meine Zimmertür aufzog, welche nicht abgeschlossen war, erinnerte ich mich an den Schatten, welchen ich gesehen hatte, kurz bevor mich die Müdigkeit überrollt hatte.

Ich war mir sicher, mich nicht getäuscht zu haben.

Aber das bedeutete, dass es Malfoy gewesen sein musste, der mich davor bewahrt hatte, auf dem Flur zusammenzubrechen.

Wer sonst hatte so hellblonde Haare, die selbst in absoluter Dunkelheit zu leuchten schienen?

Nun, es war beinahe komisch, wenn man bedenkt, dass ich selbst am Tag zuvor verhindert hatte, dass er Filchs Büro als Schlafplatz wählte, oder ohnmächtig wurde, oder in was auch immer sein weggetretener Zustand ausgeufert haben könnte.

Doch was auch immer ich getan hatte, es überraschte mich, dass er, Draco Malfoy, sich dazu herabgelassen hatte, mir zu helfen.

Mich, ein Schlammblut, das zu seinem Erzfeind gehört, ohnmächtig auf dem Boden liegen zu sehen, wäre doch eigentlich etwas gewesen, was ihn erfreut hätte - oder nicht?

Schließlich wäre ich an Kopfschmerzen kaum gestorben, sodass er wegen unterlassener Hilfeleistung nicht an den Pranger gestellt werden könnte. Ich hätte nur eine äußerst unbequeme Nacht auf den kalten Kacheln des Korridors verbracht und mir vielleicht eine heftige Erkältung eingefangen.

Was veranlasste ihn dazu, seine menschliche Seite zu offenbaren und mir zu helfen?

Ich schloss meine Zimmertüre leise hinter mir und schlich durch den kühlen Korridor. Meine Arme überzog bereits jetzt eine Gänsehaut... nicht auszudenken, wie es gewesen wäre, nach Stunden hier auf dem Boden zu erwachen.

Wenige Meter vor dem Gemeinschaftsraum nahm ich den leichten Schimmer des Kaminfeuers wahr, der durch einen winzigen Spalt der Tür flackerte.

Ich runzelte die Stirn. Es war immer noch tiefste Nacht, jemand musste wohl das Feuer angelassen haben.

Als ich vor der Tür stand und gerade meine Hand auf die Türklinke legen wollte, nahm ich eine gedämpfte Stimme aus dem Inneren wahr.

"- solltest endlich damit aufhören, du weißt genau, dass du dir damit selbst nur schadest!"

Ich konnte die Stimme nicht direkt zuordnen und einige Augenblicke blieb es still, sodass ich glaubte, eintreten zu können.

Doch dann antwortete eine Stimme, die ich nur zu gut kannte.

"Ich finde, du solltest dich da heraushalten." Draco Malfoy klang gereizt, aber bestimmt.

"Du weißt genau -"

"Ich weiß verdammt noch mal genau, was mein Vater davon halten würde, danke, Severus!"

Ich schlug mir eine Hand vor den Mund, um mein leises Aufkeuchen zu ersticken.

Doch in dem Raum schien mich niemand gehört zu haben, denn Draco Malfoy sprach mit einem grimmigen Unterton in der Stimme weiter.

"Es reicht, dass du deinen Hals riskierst, um mit mir zu sprechen. Das Wichtigste haben wir bereits geklärt und ich sagte schon alles, was ich dir mitteilen wollte."

"Aber wie willst du weitermachen? Wenn du dich wirklich gegen ihn stellen willst - wie willst du dich da herauswinden?"

Es herrschte eine kurze Stille, in der ich nicht einmal zu atmen wagte.

"Das... weiß ich noch nicht."

"Wenn du Hilfe brauchst, Draco -"

"Ich weiß." Er klang nun müde, so müde, wie er schon die letzten Tage aussah. "Du solltest jetzt gehen."

Einmal knisterte das Feuer noch, dann wurde es völlig still.

Was war das?

Severus Snape?

Der Mörder von Dumbledore?

Ich blieb noch einige Minuten mit klopfenden Herzen vor der schweren Holztür stehen, bevor ich mich wagte, sie aufzustoßen und einzutreten.

Draco Malfoy saß in seiner Schulkleidung in einem Sessel, welchen er vor den Kamin gezogen hatte. Er hatte sich nach vorne gebeugt und stützte seinen Kopf in die Arme, wobei ihm seine normalerweise so akkurat geordneten weißblonden Haare ins Gesicht fielen.

Als ich die Tür hinter mir schloss, sah er auf und einen Moment lang spiegelte sich Überraschung in seinen Augen.

"Granger, schon wieder", sagte er leise, rührte sich aber keinen Millimeter.

"Hallo Malfoy", erwiderte ich und es klang freundlich, wenn auch distanziert.

Da er nichts sagte, ging ich auf eines der Sideboards nahe des Eingangs zu und nahm mir einen Krug Kürbissaft und zwei Gläser aus dem Schrank.

Ich stellte den Behälter und die Gläser auf den Couchtisch und setzte mich auf das Sofa, das nur einige Meter von ihm entfernt war.

Als ich mir etwas Saft eingoss, dachte ich einen Moment daran, ihm auch etwas anzubieten, entschloss mich aber im letzten Moment dagegen. Ich hatte zwei Gläser auf den Tisch gestellt und mehr als eine Geste wollte ich mir nicht erlauben. Jetzt eine Diskussion vom Zaun zu brechen war das Letzte wonach mir war.

Ich trank mein Glas leer und stellte es dann auf den Tisch.

Malfoy hatte in der Zwischenzeit keinen Laut von sich gegeben und ich glaubte beinahe schon, er wäre wieder eingeschlafen. Aber nach einer Weile sah ich dann, wie sich ein Finger seiner linken Hand bewegte.

Einige Minuten lang blieb ich noch sitzen und starrte in den erloschenen Kamin, bis ich mich anschließend erhob und mein Glas wegräumte.

Ich zögerte kurz vor dem Sideboard und ging dann auf ihn zu.

Vor seinem Sessel blieb ich stehen und wartete darauf, dass er die Augen öffnete und mir genervt seinen Blick zuwandte. Doch das Einzige, was er tat, war, dass er sich mit einer Hand geistesabwesend über die Stirn strich.

"Ohne deine Hilfe hätte ich heute die Nacht auf dem Korridorboden verbracht. Ich wollte mich nur noch bedanken."

Einen Moment lang blieb ich stehen, sah dann aber ein, dass ich diesmal wahrscheinlich auch keine Antwort bekommen würde und wandte mich ab.

Als ich die Tür hinter mir schloss, konnte ich seinen Blick auf mir spüren.

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Hihi... :)

Wenn ich genügend Reviews bekomme, stelle ich auch die Bonusserie online!