EpisodenTAG zu 1.05 Danse Macabre - AU
Prompt: Essen/Trinken teilen
Einmal mehr der aufdringliche Klopfer an der Tür. Einmal mehr dieser kleine aufdringliche Grimm auf seiner Schwelle. Einmal mehr kam Nick mit seinen tausend Fragen.
Innerlich verdrehte Monroe die Augen, während er … dieses Mal den Eintritt freigab. „Mach die Tür hinter dir zu", war alles, was er zu sagen hatte, ehe er sich wieder in sein Wohnzimmer trollte, Nick hinter sich wissend.
„Was riecht hier so gut?" wollte der wissen.
Oh Unwürdiger!
Monroe reckte die Nase in die Luft. „Mein Dinner", antwortete er, ging zu dem kleinen Tisch beim Fenster, auf dem sein Teller stand, daneben das obligatorische Glas Wein.
Monroe ließ sich wieder nieder, griff nach seiner Serviette und legte sie sich in seinen Schoß.
Nick stand unschlüssig mitten im Raum. „Ähm … ?" machte er.
Wenn er ehrlich war, Monroe genoß es, den Grimm einmal stehenzulassen und sich statt dessen seiner sorgsam zubereiteten Mahlzeit zuzuwenden.
„Was gibt's dieses Mal?" erkundigte der Blutbad sich gelassen und nahm einen kleinen Schluck des Rotweins. Volles Aroma, herrliche Reife. Beinahe meinte man noch, die Trauben selbst schmecken zu können. Und erst die Blume …
„Ich hätte da eine Frage ..." Nick verstummte. Offensichtlich war es ihm dieses Mal wirklich peinlich, daß er seinen unfreiwilligen Gastgeber störte.
„Ach, tatsächlich?"Monroe warf dem Grimm einen halben Blick zu und lächelte.
Nick nickte und wußte ganz offensichtlich nicht wohin mit seinen Händen. „Ich hab da einen neuen Fall ..." setzte er erneut an, trat jetzt doch endlich heran und ließ sich auf dem zweiten Stuhl, Monroe gegenüber, nieder. Begehrlich starrte er auf den Teller des Blutbads.
„Natürlich hast du einen neuen Fall. Du hast immer einen neuen Fall", entgegnete der gelassen und schob sich eine weitere Gabel voll seines berühmten Auberginen-Auflaufs in den Mund.
Nick leckte sich die Lippen. „Naja, ich bin mir nicht sicher, ob das ein Thema ist, was wir beim Essen diskutieren sollten. Das ganze ist etwas … ähm … naja … die Leiche war kein sonderlich schöner Anblick."
„Stört mich nicht", kaute Monroe. „Also was?"
Nick zuckte mit den Schultern. „Naja, das Opfer ist sozusagen aufgefressen worden … von Ratten."
Wenn er geglaubt hatte, ihm damit den Appetit verderben zu können, hatte dieser Aushilfs-Grimm sich aber geirrt!
Provokativ schob sich Monroe eine weitere Gabel voll gebackener Auberginen in Sahnesauce garniert mit geschmolzenem Gratinkäse in den Mund.
Nick leckte sich die Lippen. „Das riecht wirklich gut", murmelte er. Seine Augen wurden größer.
Diesmal nicht, schwor sich Monroe und lächelte. „Ich würde auf Reinigen tippen", erklärte er dann.
„Reinigen?" wiederholte Nick das ungewohnte Wort.
„Sozusagen die Ratten unter den Wesen", fuhr Monroe fort. „Sie mögen nicht die besten Marnieren haben, aber in der Regel sind sie harmlos. Allerdings haben echte Ratten irgendwie einen Narren an ihnen gefressen."
„Würde erklären, warum der Vater des Verdächtigen Schädlingsbekämpfer ist", murmelte Nick, beugte sich vor und stützte sein Kinn auf eine Hand. „Ehrlich, das riecht klasse!"
„Schmeckt auch gut", erklärte Monroe und kaute weiter.
Nick leckte sich die Lippen. „Kann ich mir vorstellen ..." Er seufzte. „Der Junge, unser Verdächtiger … Monroe, du solltest den mal hören! Der ist ein Genie mit der Violine!"
„Stört mich nicht ..." erklärte der Blutbad.
Die großen Augen wurden noch größer.
Nein, er würde dieses Mal widerstehen, das hatte er sich geschworen. Nur allein, um ein Zeichen zu setzen! Irgendwann mußte Nick Burkhardt lernen, daß er nicht nur mit den Wimpern klimpern mußte und er, Monroe, würde springen.
„Ich glaube nicht, daß der Junge es war", erklärte der Grimm jetzt.
„Dann ist es ja gut. Viel Spaß mit dem eigentlichen Täter."
„Kannst du nicht mit dem Jungen reden. Ich meine, so von einem Musiker zum anderen ..."
Monroe sah auf, direkt in die weitaufgerissenen, dichtbewimperten blau-grünen Augen Nicks. Und da hörte er es … ein deutliches Magenknurren.
Nicks Miene veränderte sich zu einem zerknirschten Lächeln. „Sorry, ich hatte heute noch keine Zeit, etwas zu essen seit dem Frühstück."
Monroe seufzte.
Er hatte es versucht, wirklich versucht, sagte er sich, als er die Gabel zur Seite legte und sagte: „Teller sind im zweiten Schrank, mittleres Fach. Besteck liegt in der Schublade auf der rechten Seite des Herdes."
Nick strahlte wie der junge Morgen. „Dank dir!" Er sprang geradezu auf und lief in die Küche.
Er hatte es wirklich versucht, sagte Monroe sich wieder und sah traurig auf seinen Teller hinunter. Wirklich, er hatte es versucht!
„Oh … hast du noch Bier im Haus?" Nick hatte den Kopf wieder zur Tür hereingestrecht, noch immer dieses strahlende Lächeln im Gesicht.
„Kühlschrank." Damit war der so heldenhaft gefaßte Vorsatz dahin … und mit ihm Monroes Appetit …
