Ja, ich weiß... es ist ewig her! Doch die Geschichte gibt es noch und ich werde mir wirklich Mühe geben, sie auch endlich mal zu ende zu führen...

Danke von ganzem Herzen für die Reviews, die auch trotz der langen Pause noch gekommen sind!

Langsam lief er in die Kommandozentrale der Grangers, in der die Familie auch schon kräftig am Werkeln war und in Windeseile ein Abendbrot auf den Tisch gezaubert hatte, wobei es sich dieses Mal um Bratkartoffeln mit Spiegeleiern handelte.

Unsicher, was er jetzt tun sollte, blieb er unschlüssig in der Tür stehen, doch sofort bemerkte man ihn und er wurde zum Tisch dirigiert. Alle wuselten um ihn herum, was nicht gerade zu seinem Wohlbefinden betrug, da er es einfach nicht gewohnt war, in familiäres Leben eingebunden zu werden. Es war so lange her … er konnte sich nicht wirklich erinnern. Mit einem Schlag holte ihn das plötzlich bis zum Anschlag aufgedrehte Radio in die Wirklichkeit zurück. Denn mit einem Mal hopste Hermine laut singend durch die Küche und Severus folgte ihrem Veitstanz mit vor Erstaunen großen Augen. Er hätte nicht gedacht, dass dieses sonst so ernste und pflichtbewusste Mädchen so ausgelassen sein konnte.

„Hermine!" rief ihre Mutter sie mit einem gespielt strengen Ton, der ihr Lachen nicht ganz zu überdecken vermochte, zur Ordnung. „Lass das, sonst stürzt uns noch die Küche ein!" Sie zog eine schmollende Grimasse, hörte aber auf umherzuhüpfen. Schließlich stellte ihr Vater auch die Pfanne mit den Bratkartoffeln auf den Tisch und alle setzten sich. „Hauen Sie rein!" Craig ergriff einen großen Löffel und begann allen am Tisch sitzenden den Teller voll zu packen. Panisch hob Severus die Hände, als er zum Dritten mal ausholte, um ihm etwas auf den Teller zu häufen. „Halt, Halt! Soviel esse ich doch gar nicht …" skeptisch schaute ihn Craig an. „Was? Aber Sie müssen doch was essen! Damit Sie wieder zu Kräften kommen!" Severus blickte ungläubig den gewaltigen Berg auf seinem Teller an. „Ja, schon … aber … man darf das nicht mit Mästen verwechseln …" Leichte Enttäuschung dämpfte die Begeisterung auf Craig´s Gesicht. Beruhigend ergriff nun auch Elisabeth das Wort: „Craig! Er kann sich ja noch etwas nehmen, wenn er noch Hunger haben sollte." Dankbarkeit blitzte allerdings nur kurz, da er es natürlich sofort wieder unterdrückte, auf Snape´s Zügen auf.

Das Abendessen verlief sehr ruhig, eine Weile lauschten sie auch den Nachrichten, sie im Radio liefen und über Geschehnisse in der Welt und innerhalb des Landes berichteten. Doch wirklich herausragende Ereignisse gab es nicht. Nach dem Essen machte sich in Snape einen bleierne Müdigkeit breit und er hatte Mühe, seine Augen offen zu halten. Er entschuldigte sich und ging langsam noch oben. In seinem Zimmer angekommen, setzte er sich auf die Bettkante und rieb sich müde über das Gesicht. Dann widmete er sich zum ersten Mal ernsthaft seiner Tasche, um zu schauen, was Minerva ihm da eigentlich alles eingepackt hatte: Also fing er an, alles, was sich in der Tasche befand, entweder auf das Bett oder auf den Boden zu schmeißen. Das Meiste waren schlichtweg Klamotten, aber auch Rasierzeug (als ob er es jemals brauchen würde), Zahnbürste und andere Kleinigkeiten. Ganz unten fand er Schreifeder, Tinte und jede Menge Pergament, sowie ein dickes Notizbuch mit blauen Seiten.

Er schnappte sich seine Zahnbürste, wankte ins Bad und putzte sich in aller Eile die Zähne. Dann ging er zurück, stopfte alles wieder in die Tasche, schloss die Tür, zog sich aus und legte sich hin. Schon bald schlief er ein.

Nach einiger Zeit wurde er wach, da er das unerklärliche Gefühl hatte, nicht mehr allein zu sein. Als er die Augen öffnete, ah er, dass ihm sein Instinkt nicht betrogen hatte. „Hallo, Dr. Clements …" Diesmal trug der Arzt ein knallbuntes Hawaiihemd und einen Schottenrock. Auf Severus´ Gesicht breitete sich ein schadenfrohes Grinsen aus. "Hat Arthur Sie so zugerichtet?" Der Medi-Magier blickte an sich herunter. „Nein, nein … ein paar Muggelklamotten hatte ich ja in meinem Kleiderschrank und da habe ich einfach mal zugegriffen!" Er setzte sich auf die Bettkante und wurde übergangslos wieder ernst. „Wie fühlen Sie sich? Haben Sie noch Schmerzen?" Eine Weile wägte er ab, was er dem Arzt sagen sollte. „Naja … manchmal schon. Aber ansonsten geht´s mir …" Er spürte, wie er wieder zu zittern begann. Die Sicht verschwamm ein wenig und rasselnd holte er Luft. Schmerzen strahlten von seiner Brust in seine linke Schulter und schnürten ihm den Arm ab, Schweiß brach ihm am ganzen Körper aus. Er spürte, wie der Arzt aufsprang und ihn an den Oberarmen festhielt, um ihn in eine halbwegs sitzende Position zu ziehen, indem er ihm das Kopfkissen unter den Rücken stopfte. Mit kraftvollen Händen begann er, Snape´s nackten Oberkörper zu massieren, immer wieder strich er mimt starkem Druck rhythmisch über die Stelle des Herzens und langsam begannen sich die verkrampften Muskeln wieder zu lösen und endlich strömte die langersehnte Luft wieder in Severus´ Lungen.

Keuchend fiel er zurück und tat sie nächste halbe Minute nichts als Atmen. Noch nie hatte ihm Sauerstoff so gut, so süß geschmeckt. Dr. Clements hingegen betrachtete ihn sorgenvoll. Nicht nur, dass sein Patient im Moment, als ob er gerade einen Sprint hinter sich gebracht hätte, nach Luft ringend in den Kissen lag, auch die gräuliche Gesichtsfarbe und der feine Schweißfilm, der sich auf seinem Körper gebildet hatte, bereitete ihm Sorgen. Nachdenklich strich er sich über das Kinn, während sich Snape´s Atmung langsam, aber sicher wieder beruhigte.

Aus dem Augenwinkel heraus sah Snape, dass sich sein Arzt einen Ruck zu geben schien, nach unten neben seine Füße langte, kurz in der Tasche, herum wühlte und schließlich mit entschlossenem Gesichtausdruck eine kleine Flasche hervorholte und sie auf den Nachttisch stellte. „Ich glaube, es ist besser, wenn du davon zweimal täglich einen Teelöffel voll nimmst, Severus …" meinte Dr. Clements nachdrücklich. Misstrauisch runzelte Snape die Stirn. „Was ist das?" Dr. Clements, der gerade seine Tasche zuklappte, sah auf. „Das ist ein Trank, der dem Herz und dem Kreislauf ein wenig stabilisierend unter die Arme greift. Ich denke, du hast ihn nötig!" Genervt seufzte Snape auf, wusste aber, dass es besser war, nichts zu sagen.

„Ich werde in drei Tagen noch mal vorbeikommen. Und ich sage Dir eins: ich weiß es wenn Du ihn nicht nimmst!" Dr. Clements nickte ihm zum Abschied noch einmal fröhlich zu und verließ mit flatterndem Hemd das Zimmer. Noch einmal seufzte Severus genervt auf, wischte sich den restlichen Schweiß von der Stirn, drehte sich auf die linke Seite und schlief wieder ein.