Guckt mal einer an, da bin ich schon wieder. Habe mir so gedacht, wenn schon so schönes Wetter ist und ich andere auch mal erfreuen möchte, dann schick ich ein Chap auf die Reise und schau, was passiert. Bitte Reviewt, das bedeutet mir echt viel...


Das Haus lag verlassen da. Einsam und verlassen. Dieses riesige Gebäude, dass bestimmt nicht dafür gebaut worden war, dass nun im Moment gerade mal zwei Zimmer bewohnt wurden. Die Stille war so schweigend, so quälend, nicht einmal die Dielen knarrten in tiefster Nacht oder die Stufen bewegten sich, wenn er diese hoch stieg. Schlimm genug, dass die Schule angefangen hatte, auch noch die Ordentreffen waren in dieser Woche ausgefallen, weil Dumbledore keine Zeit dafür fand. Das war lächerlich, gab es denn überhaupt etwas wichtigeres als diesen Krieg hier? Wenn man Lehrpläne ausarbeiten wollte, das konnte man machen, wenn Frieden herrschte. Das einzige was die Kinder jetzt lernen sollten, war sich selber am Leben zu erhalten, sich gegen diese Bestien in ihren schwarzen Umhänge und den weißen Masken zur Wehr zu setzen. Kinder- die kämpfen musste, was war nur mit der Welt geschehen? Kinder, die ihre Eltern nie kennenlernten, Eltern, die ihre Kinder nicht aufwachsen sahen, Freunde, die sich verloren in Verrat und Untreue. Es gab keine Garantie für wahre Treue.

Sein Blick fiel auf das Bild, das er vor einem Jahr hier auf dem Kaminsims aufgestellt hatte. Die beiden Menschen, die er bis vor kurzem für die wichtigsten Menschen in seinem Leben gehalten hatte, bei denen er sich sicher gewesen war, dass diese beiden ihn nicht verraten würde. Sie würde miteinander gehen, wohin egal, Hauptsache sie waren füreinander da. Hatte er den Verstand verloren, wie hatte sich nur so sicher sein können, denn schon die Geschichte der Rumtreiber hätte ihm derzeit zeigen müssen, dass dieses Vertrauen nur ein Trugbild war.

Es war eine Illusion gewesen, der er sich nur zu gerne hingegeben hatte, er stellte die Teetasse so hart auf, dass der heiße Tee über seine Hand schwappte- doch er nahm es gar nicht wahr, er konnte den Blick nicht von dem Bild nehmen, er konnte nicht verstehen, wie es nun dazu gekommen war. Jetzt war es drei Monate, zwei Wochen und vier Tage her und doch, es war als wäre es gestern gewesen. Nur drei Wochen zuvor war sein bester Freund in einem tragischen und total unnötigen Unfall ums Leben gekommen und dann kam der nächste Schock. Warum stand er bloß immer wieder auf, wenn der Zug des Lebens um die Ecke kam und ihn umwarf. Wozu lebte er überhaupt noch, für was stand er bloß morgens auf? Machte er sich nicht selber etwas vor? Oder war er schon so masochistisch veranlagt, dass er sich das immer wieder antun musste, weil er diese Dosis Schmerz brauchte? Diesen Schmerz, der ihm zeigte, dass er doch noch fühlen konnte.

Er hatte sein Erbe angenommen, er bekam das Haus und die Lebensaufgabe der Rumtreiber, kümmer´ dich um Harry. Doch schloss das auch mit ein, kümmer dich um ihn auch wenn er die Seiten wechselt? Wie hatte er das nur tun können, was war passiert, dass er sich abwandt von seinen Freunden, dass er das Haus wechselte und Dumbledore mit Füßen trat. Er seinen Freunde vor den Kopf stieß und ihn nicht mit einen Wort etwas erklärte. Wo war der kleine Junge hin verschwunden, der jede Kleinigkeit, die er über seine Eltern hörte, einsog wie ein Schwamm, um alles so zu machen, wie sie es wohl gerne gesehen hätten.

Aber damit nicht genug. Er selber war arbeitslos, wer stellte heutzutage denn schon einen Werwolf ein? Nein, selbst Dumbledore nahm lieber einen Vampir, die waren wenigstens nur im Tageslicht nicht zu gebrauchen. Und sie waren nicht so verschrieen, wahrscheinlich weil sie lieber Muggle töteten. Aber tat Voldemort das nicht auch, würde er dann in einigen Jahren doch noch seinen Lehrerposten bekommen? Er hatte noch niemanden getötet, aber das zählte hier nicht. Keine Ordentreffen, auf die er sich vorbereiten konnte. Keine Freundin, denn diese hatte ihm kurz nach Harry Hauswechsel eröffnet, dass es besser war, wenn sie sich trennen würden, denn sie wollte ehrlich zu ihm sein, sie hatte gehofft, dass er die andere Seite zugehörig war.

Das alles hatte ihn zum Grübeln gebracht. War es uns doch vorbestimmt, welche Seite wir einnehmen würde und war es vielleicht so gewesen. Wenn die eine Black die Seiten gewechselt hatte, hatte das der Andere vielleicht auch. Was war noch wahr, was war noch wirklich? Und wo stand er?


„Super, ich werde Todesser, klasse Idee, kann ich die Maske dann auch gleich bekommen oder muss man dafür Tests bestehen?", sarkastisch sah Harry seinen Freund an, wand den Blick dann ab und setzte sich auf das Bett. „Ich werde keiner von deinen Gefolgsleuten, ich werde mich dir nicht öffentlich unterordnen und damit ich nicht eine eigene Truppe aufmachen muss..." Tom grinste und unterbrach ihn: „Die hast du doch schon, ich weiß von DA, auch wenn ich den Namen mehr als abstoßend finde, wobei ich noch schlimmer finde, dass es Ginny war, die diese Fiesität vorgeschlagen hat", Harry überging den Einwurf seines Freundes: „...ich werde mich dem Orden anschließen und wenn es nur für den Schein ist. So kann ich Stellung beziehen und kann mich auch gleich von dem Ministerium distanzieren, denn die lassen mich in Ruhe solange ich bei Dumbledore unter den Fittiche steh", Tom nickte langsam, eher zögerlich.

Der Rest des Nachmittags verging ohne weitere Diskussionen, was beide sehr begrüßten und sie genossen einfach nur ihre Zeit miteinander. Harry und Tom lagen einfach nur im Bett, erzählten sich die Ereignisse der letzten Tage. Rons Auftritt wurde ausgiebig besprochen, dann Peters Anliegen den Potter Jungen ein für alle mal aus dem Verkehr zu ziehen, was Harry auf ein neues Thema brachte. "Wieso hast du nicht versucht mich zu töten, du hattest ausreichend Möglichkeit dazu, als ich bei den Malfoys war und natürlich danach auch noch?" Harry richtete sich auf, schlug die Decke um sich und sah Tom an, der sich ebenfalls in seine Decke gemummelt hatte, so dass nur seine langen lockigen Haare hervor kamen und sein Gesicht zu erkennen war. So wie er jetzt in seinem Bett lag, am liebsten hätte Harry sich wieder in seine Arme geworfen, aber die Neugier siegte. "Hmm", kam aus den Decken nuschelig hervor und er musste sich wieder ein Grinsen verkneifen, für spätere Zeit würde er sich merken, gesprächig war Tom nicht, wenn er müde war.

"Hab mich umentschieden", nuschelte er weiter und Harry musste laut lachen: "Du jagst mich Jahre lang, schickst alle verfügbaren Todesser in das Ministerium und dann erzählst du mir, du hast dich aus heiterem Himmel umentschieden. Um mich damit abzuspeisen, musst du früher aufstehen", in der Zeit war Tom noch weiter unter den Decken verschwunden und Harry musste sich unter diese schleichen um überhaupt noch etwas hören zu können. "Noch früher", zischte der Slytherin Erbe, "Ich werde gewiss nicht noch früher aufstehen, nur weil du kleiner Löwe dir listig vorkommst, nach einigen Tagen Slytherin- Zugehörigkeit." Dieser knurrte leicht auf und robbte näher an seinen Freund, um sich ein wenig aufzuwärmen und gemein hielt er seine kalten Hände unter dessen Decke an seine nackte Haut. "Grrr, lass das", kam auch gleich von der anderen Seite, "Durch mein Glauben an die Prophezeihung ist sie nur wirklich geworden. Also habe ich beschlossen, dass ich das einfach mal lasse und weiterhin ist es für mein und den Ruf meiner Todesser nicht gut, wenn wir ständig von Hosenscheißern fertig gemacht werden. Dem musste ich endgültig entgegen wirken", Toms Stimme war immer leiser geworden und Harry erstickte sein Lachen im Bettlaken, es wäre nicht besonders gesundheitsfördernd gewesen, wenn er jetzt laut lachen würde.

"Noch lachst du mein Freund", zischte der Dark Lord und griff nach Harry und zog ihn auf seine Höhe um ihn sanft zu küssen: "Aber das wird dir noch vergehen. Wir befinden uns in der kalten Phase und sollten hoffen, dass wir die heiße Phase schnell für mich entscheiden, denn sonst sehen wir uns bald nur noch auf dem Schlachtfeld und dann auf unterschiedlichen Seiten."

Erst am frühen Abend war der Dark Lord verschwunden und Harry machte sich auf den Weg um Draco und Blaise einzuweihen, warum er sich dem Orden anschließen wollte, er musste verhindern, dass er, falls er in die Situation kommen würde, in denen er sich heimlich davon schleichen musste, auf seine Freunde vertrauen konnten, und diese nicht misstrauisch wurden. Denn soviel hatte er schon gelernt, sie würden nicht alles wissen müssen, aber ein wenig.

Sie saßen alle zusammen im Gemeinschaftsraum und zu sagen, dass sie von seiner Idee begeistert wären, wäre in der Tat sehr hochgegriffen gewesen. "Du willst ihm sagen, dass du alle Wege ausprobieren willst, um ihn zum Fallen zu bringen. Das wird er dir doch nicht ernsthaft glauben", Draco sah seinen Freund kopfschüttelnd an. "Und was ist Plan B?", fragte Blaise, der die Situation entschärfen wollte. "Wieso sollte er mir das nicht glauben? Er weiß doch genau so gut, wie wir alle, dass hier in diesem Haus mehr Todesser- Anwärter sind als sonst irgendwo. Deswegen sollte es so aussehen, als wenn ich Streit oder zumindest Meinungsverschiedenheiten mit ihm und allen meinen Freunden hätte, damit das auch wahrheitsgemäß für ihn rüber kommt. So dass ich Tom, weil er mir meine Eltern genommen hat, all die Schuld für mein Leben gebe und das was passiert ist."

"Aber das tust du doch nicht mehr, oder"?, zögernd sah Blaise ihn an und Harry musste kurz grinsen, diese Slytherin waren in der Tat sensibler und sanfter, als er sich je hätte vorstellen können. "Nein, ich habe eingesehen, dass nicht alles so weiß ist, wie es scheint. Irgendwann werden wir endlich wissen, worum es in diesem Krieg wirklich geht. Wo es angefangen hat, womit es enden kann. Aber mein Ziel jetzt ist Dumbledore. Der Mann, der mich nur benutzt und hat leiden lassen. Der mich von dieser Welt versteckt hat, der meine Entscheidungen getroffen hat, mir indirekt Leid zufügte ohne sich selber die Finger schmutzig zu machen."

Neben ihm atmete Draco hörbar aus und Harry sich seinem besten Freund lächelnd zu. Dieser mied seinen Blick und ordnete seine Hausaufgaben auf einen Stapel. "Meine Entscheidung ist gefallen und das bevor ich dies eigentlich geplant habe."


Es war später Abend und Harry hatte seine abendliche Joggingrunde um den See gerade beendet. Normalerweise war das ja sein Morgenprogramm, aber diesmal war sein Tagesablauf ein wenig ins Wanken geraten, aber er wollte sich mit keinem Wort beschweren. Noch bevor er sich auf den Weg ins Schloss machen konnte, bemerkte er, dass er beobachtet wurde und er wand sich suchend um. Der Mann, den er mitnichten in dunkler Nacht hier auf dem Gelände Hogwarts erwartet hätte, stand an einem Baumstumpf gelehnt und lächelte ihn leicht an. Eigentlich war es kein Lächeln, es war eine Fratze. Ihm war es anzusehen, das ihm nicht nach Lächeln war. Seine Klamotten waren wie eh und je zerrissen, sicherheitshalber ging Harrys Blick zum Himmel, aber es war abnehmender Mond, er hatte nichts zu befürchten.

"Du warst den Sommer nicht aufzufinden", seine Stimme war trügerisch ruhig, doch seine Augen, die nervös zuckten, straften sie lügen. "Ich hatte was besseres vor", Harry gab sich nicht die Mühe freundlich zu bleiben. Es gab nichts, was er dem ehemals guten Freund seiner Eltern vorwerfen konnte, außer dass es auch ihn nicht geschert hatte, wie es ihm ging. "Du standst unter Beobachtung des Ordens, und dann warst du plötzlich verschwunden", langsam kam er näher, stellte sich vor Harry auf und reichte ihm ein Handtuch.

"Und da du dir solche Sorgen gemacht hast, bist du hier", spöttisch sah Harry auf den Werwolf, der sich unter seinen Blicken wand, wie ein Schlange im Griff ihres Feindes, "Nach sagen wir, drei Monaten meines Verschwindens." Er musste sich ein Grinsen verkneifen, wand Lupin den Rücken zu und machte sich auf den Weg ins Schloss zurück zukehren. "Nach drei Monaten, zwei Wochen und fünf Tagen", die Worte schollen hinter Harry her und er blieb stehen. " und drei Wochen vorher starb mein bester und letzter Freund. Glaubst du, nur dir geht es schlecht?", Harry schüttelte den Kopf und wollte weiter gehen. "Sag mir nur eins, damit ich weiß woran ich bin", er verharrte, aber drehte sich noch nicht um: "Sag mir, wo du stehst."

"Warum sollte ich das tun, was würde das noch ändern?", seine Stimme war nur noch ein Flüstern, warum ließ er ihn nicht einfach gehen, warum verschwand er nicht einfach? "Ich weiß nicht, ob es noch was ändert, aber ich möchte wissen, ob ich der letzte bin, der für Lily und James Rache möchte." Mit einem Schwung wand Harry sich um und blickte in bernsteinfarbende Augen, die ihn fest ansahen: "Meinst du nicht, dass du nur für dich kämpfst, dass du nicht für die Sache selbst kämpfst. Du willst dich rächen, weil dir genommen wurde, was du dringender brauchst als Nahrung. Freunde, die keine Angst vor dir hatten, dich sahen wie du warst. Diese kannst du wieder finden, aber ich werde meine Eltern nicht zurückbekommen. Denn die hat man nur einmal."

Remus grinste, aber das Lächeln erreichte nicht seine Augen. "Du machst es dir wie gewohnt einfacher als es ist. Wie kannst du etwas vermissen, was du nie hattest. Frag doch mal deinen neuen Anführer, wie sich der Hass anfühlt, den er verspürt. Er kann den nicht spüren, hat er doch noch nie geliebt. Und um ihn zu trösten, er wird es auch nie, denn er kann doch nicht einmal hassen. Wie soll er Menschen anführen, wo er nicht mal ein Mensch ist." Sein ehemaliger VgddK Lehrer kam näher und kurz vor ihm zum Stehen: "Ich kämpfe nicht für mich, denn dann müsstest du besser als irgendein anderer wissen, auf welcher Seite ich dann stehen würde. Aber jetzt weiß ich, dass ich der letzte meiner Art bin", er packte Harry am Arm und wollte gerade weitersprechen, als ein schwarzer Blitz zwischen sie sprang und Remus schmerzvoll von Harry riss. Dieser fand sich auf dem Boden wieder, doch Remus wurde fest an einen Baum gedrückt und seine Kehle wurde zugedrückt, so dass er weder schreien noch atmen konnte. "Was machst du hier?", Harry hatte Fatifer erkannt, mehr noch, er hatte sich langsam schon gewundert, wo dieser steckte. "Ein vollständiger Satz von dir und das außerhalb des Klassenraumes, das muss ich mir notieren", das Fuchteln Remus lenkte Harry von seiner Suche nach einem Stift ab und er fuhr fort: "Wenn du wirklich eine Antwort willst, solltest du seine Luftzufuhr nicht blockieren, denn dann hat er nicht mehr lange zu leben."

Angesprochener lockerte den Griff ein wenig von seinem Opfer und bleckte seine Zähne kurz, als er verharrte: "Das ist doch der Werwolf", stellte er fest und sah Harry fragend an. "Wir hatten ein nettes kleines Pläuschen hier", winkte Harry ab. Widerwillig nahm Fatifer seine Hände von Remus und geleitete Harry zum Schloss ohne einen Blick zurückzuwerfen. Ihnen war klar, dass er ihnen folgte, aber das traf sich gut, da Harry sowieso noch zum Schulleiter wollte und so mitbekommen konnte, ob dieser vielleicht Remus geschickt hatte um ihn wieder auf den richtigen Weg zu führen.

Die Gänge lagen einsam und verloren da, es war nicht mehr die Zeit, in der man sich noch legitim durch die Gänge bewegen konnte. Harry hatte erstmal stundenlang duschen müssen, dann hatte er sich in die Küche geschlichen und etwas zu Essen für sich, Draco und Blaise organisiert. Zusammen hatten sie ihren Snack gehalten und Harrys weitere Vorgehensweise überlegt. Die meisten waren jetzt in ihren Betten und es waren die Nächte, in denen Harry sich wieder wie früher fühlte, als er gerade neu in der Schule war. In denen er das hin und her schwanken der Treppen wahrnahm, die Geister, die durch die Gemäuer schwebten, die Bilder, die sich über den Schein seines Zauberstabes ärgerten und in der Tat waren da die Lehrer, die einen auflauerten. Aber nur dass er jetzt nicht mehr zusammen zuckte, wenn Snape an ihm vorbei ging, sondern er hinter der nächsten Tür verschwand, als Mc Gonagell kurz davor war seinen Weg zu kreuzen. Nur leider war die Situation in dem Klassenzimmer nicht besser, denn er hatte es tatsächlich geschafft Rons kleine Gruppe aufzustöbern, ohne das er sie gesucht hatte. Das allein bewirkte schon, dass er einen Lachanfall unterdrücken musste und so versuchte er unter größter Anstrengung nicht zu überrascht sondern triumphierend auszusehen: "Ach, hier steckt ihr ", er konnte sein Grinsen nicht verstecken, aber er war sich sicher, dass Ron zu beschränkt war, um zu erkennen, dass seine ehemals bester Freund nur wieder sein Talent, in jede Schwierigkeiten zu platzen, genutzt hatte.

Zacharias und Seamus waren gleich angriffslustig aufgesprungen, aber bevor sie einen Zauberspruch losschmettern konnten, legte Harry den Finger auf die Lippen, die beiden kamen seiner Bitte überraschenderweise nach. Harry lauschte und erkannte, dass die Schritte sich entfernten. "Tja, eigentlich wollte ich gar nicht stören, ich geh dann wieder", noch bevor jemand reagierte, war Harry auch wieder aus der Tür raus und die Truppe konnte ein lautes Lachen hören, das sich entfernte.

Noch immer glucksend kam Harry im Büro seines Schulleiters an und war nun ernsthaft versucht eine andere Miene aufzusetzen. Wieder nuschelte er alle Süßigkeiten runter, um dann nach geraumer Zeit zu erkennen, dass sein Schulleiter das Passwort gar nicht geändert hatte. Also stieg er die Treppe hoch und wurde gleich von Fawkes begrüßt, was ihn sehr verwunderte. Aber wenn er den Phönix täuschen konnte, dann würde das mit Dumbledore noch leichter als ein Heimspiel werden.

"Was führt dich zu mir, mein Junge?", Harry musste einen Brechreiz unterdrücken und seine Miene wurde steinhart wie gemeiselt um nicht doch ein Regung zu zeigen, die ihn verraten konnte. "Wissen Sie Direktor, ich denke, dass wir uns auf einen Deal einlassen könnten. Ich habe mich öffentlich gegen Sie gestellt, damit ich leichter Fuß fassen kann bei den Slytherins. Und das mit soviel Überzeugung, dass Sie mir schon ihr Gefahrenkomitee auf den Hals schicken", der Direktor guckte nur schuldbewusst, dass Harry gleich klar war, dass Remus nicht der letzte sein sollte, der bei ihm auflaufen sollte. "Ich werde Ihnen meinen Plan offen legen und ich hoffe, wir können miteinander kooperieren."

Es war offensichtlich, dass er die volle Aufmerksamkeit seines Schulleiters hatte, der in seiner berühmten Geste die Fingerspitzen aneinander legte und ihn über die Ränder seiner Halbmondbrille mit seinen blitzenden Augen fest ansah, als wenn er seine Gedanken lesen könnte. Doch diese Zeiten waren vorbei, er hatte keine Macht mehr über ihn. "Ich werde mich Ihrem Orden anschließen und meine Informationen, die ich in der nächsten Zeit sammeln kann, zu Ihrer Verfügung stellen. Dann werden wir womöglich den Krieg schneller entscheiden können", wer er mit wir meinte, dass war eine Sache, die er natürlich nicht vor Dumbledore ausbreiten würde, doch dieser sah ihn mit unbeweglicher Miene an. "Wenn ich also bei Ihnen im Orden eintrete, dann werde ich keine Probleme mehr mit dem Ministerium haben, die wahrscheinlich schon in den Startlöchern stehen werden, um mich endlich auf ihre Seite zu ziehen", er überging Dumbledores Versuch etwas einzuwerfen geschickt und fuhr fort: "Wir wissen beide, dass bald die heiße Phase beginnen wird und wir müssen Vorbereitungen treffen. Aber wenn Sie erst darauf warten wollen, bis ich meine Volljährigkeit erreiche.." Den Rest ließ er offen, er war sich sicher, dass sein Schulleiter das nicht als Drohung verstehen würde, sondern als Kapitulation.

"In der Tat sind die Zeiten jetzt angebrochen, in denen wir nicht einfach die Hände in den Schoss legen können, aber ich will kein Geheimnis daraus machen, dass ich mit dem Weg, denn du in den letzten Woche gegangen bist, nicht glücklich bin. Wenn du dem Orden beitreten willst, musst du auf diese Alleingänge verzichten und dir ist doch klar, du wirst dich unterordnen müssen", wenigstens hatte Dumbledore darauf verzichtet, dass er hervorhob, dass er der Anführer war, "gerade ich als Gründer dieses Ordens", okay zu früh gefreut, "erwarte unangefochtenen Respekt von allen und mein Wort ist Gesetz, sonst funktioniert das alles nicht. Ich kenne Voldemort und deswegen kann ich am besten entscheiden, wie wir vorgehen."

Eine kleine Pause trat ein, in der Harry unablässig Fawkes beobachtet und sich von dessen Schönheit ablenken ließ, damit nicht doch einer seiner Gedanken sich von seiner Konzentration ablöste. Er nickte leicht und wand seinen Blick wieder auf seinen Schulleiter, der ihn prüfend ansah. "Die Einführung wird am nächsten Wochenende sein, das Hogsmeade Wochenende. Du hast da doch nichts vor, ein Date oder so? Ich will ja nicht, dass die Dame unnötig auf dich wartet." Bei dem Gedanke, dass ein Dark Lord in dem Cafe von Madame Puddifoot auf ihn wartet, wäre er vor Lachen fast vom Stuhl gefallen, er konnte nur mit dem Kopf schütteln und verließ schnell das Büro.


Die Woche war schnell vergangen. Harry hatte Tom das Gespräch detailliert beschrieben und den Brief Severus mitgegeben, der zu einem Treffen musste. Als er diesem von seinem Treffen mit Lupin berichtet hatte, war Sirius am nächsten Tag im Schloss aufgetaucht und hatte seinen Patensohn nach Verwandlung aufgelauert und ihn in einen verlassenen Turm geschleppt, um sich alles genau erklären zu lassen.

"Bist du total verrückt geworden?", ärgerlich klopfte Harry sich den Staub vom Umhang, den Tunnel, den sie genommen hatten hatte er noch nie gesehen und er war sich sicher, dass dieser nicht auf der alten Karte eingezeichnet gewesen war. Solange war der auch nicht benutzt worden, es waren einige Schichten Staub auf seinem Umhang. "Hermione stand genau neben mir, meinst du nicht, dass sie dich erkennen würde, Mann, das ist die schlaueste Hexe in der ganzen Schule und dann genau musst du auftauchen?", verärgert beobachtete er wie Sirius sich aus seiner Hundegestalt verwandelte und ihn unschuldig ansah.

"Aber das macht das ganze doch viel lustiger, sowenig Aktion wie ich in den letzten Wochen erleben durfte. Es ist nicht besonders aufregend immer nur die langweiligen Aufträge zu erledigen. Aber zumindest kann ich jetzt raus", Harry grinste seinen Paten wieder an, es war schwer länger als zwei Sekunden auf den Kidskopf böse zu sein. "Also dann lass mal hören, was Remus denn so bedrückt. Meinst du nicht, dass er sich unsicher ist?", die grauen Augen blitzen verschmitzt doch Harry schüttelte den Kopf. "Meiner Meinung nach will er nur noch Rache, er will das jemand leidet. Alle nach Askaban. Und wenn ich noch weiter gehen soll, wenn er dich sehen würde, dann würde er den Glauben an alles verlieren."

Sirius Blick verdunkelte sich: "Du meinst, dass er sich von mir abwenden würde?", er schüttelte vehement den Kopf, "Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wir waren Freunde, und er hat 12 Jahre lang geglaubt, dass James und Lily von mir verraten worden sind. Da ist ein gespielter Tod doch nichts gegen", Harry lehnte sich an das Fenster und sah auf die Ländereien. Die meisten hatten jetzt entweder Pflege magischer Geschöpfe oder Pflanzenkunde, er hatte beides abgewählt und sollte eigentlich mit seinen vielzähligen Hausaufgaben anfangen. "Darum geht es nicht, sondern warum du es getan hast. Er wird niemals die Seiten wechseln, da bin ich mir sicher."

"Wenn du dich da mal nicht täuscht", murmelte Sirius, Harry gab ihm einen Kuss auf die Wange: "Ich muss lernen, geh mal Severus ablenken, damit er unsere Aufsätze nicht zu Ende korrigieren kann, dann bekomme ich da wenigstens keine Hausaufgaben mehr auf." Gehorsam verschwand der Hund in Richtung Kerker und Harry folgte ihm mit einigen Abstand. Wie hieß es doch vor einigen Jahren, Dumbledore bekommt alles mit, was in seiner Schule vor sich ging? Und wusste er auch, dass die schwarze Seite hier inzwischen aus und ein ging?

Am Freitagabend in der Großen Halle hatte eine Schülerin der ersten Klasse eine der Nachrichten Dumbledores vorbeigebracht, in der zu lesen war, dass sie sich beim Sonnenuntergang an der heulenden Hütte treffen würden. Es war Harry noch heute ein Rätsel, warum diese kleinen Zwerge immer die Nachrichten bekamen, wo bekamen sie die, lauerte der Direktor ihnen auf oder verdienten sie sich auf diesen Botengängen ihre Dosis Zitronenbonbons? Wie köderten die anderen Lehrer ihre Boten?

Draco schielte auf seinen Zettel und er musste grinsen und hielt ihm diesen genau vor die Nase, nachdem Draco erkannte, dass er nichts sehen konnte, murmelte er nur: "Paranoider alter Sack", und traxierte sein Abendessen. Blaise und Harry ertränken ihr Lachen im Tee, aber nickten eifrig als der Malfoy Erbe wieder auf sah. Still aßen sie ihr Abendessen.

Der Samstag war vollgespickt mit Hausaufgaben und Lernen, so dass sie eigentlich nur daran erkannten, dass keine neuen dazu kamen, dass das Wochenende begonnen hatte. Zusammen saßen sie alle im Gemeinschaftsraum und sahen nur von ihren Büchern auf, wenn einige der jüngeren Schüler es wagte zu sprechen oder nach Dracos Meinung zu laut durch den Raum lief und unbedingt verhext werden musste. Auf eine Art war das eine gute Übung auf der anderen Seite fragte Harry sich, warum ihm das seinerzeit nie passiert war.

"Mann, die Sonne ist doch bestimmt schon untergegangen", rief Blaise aus, der auf die Uhr warf, die inzwischen schon sechs Uhr am Abend zeigte und Harry zuckte mit den Achseln. "Woher soll ich denn bitte wissen, wann die Sonne untergeht." Draco sah unwillig von seinem Buch auf und besah den Jungen neben sich: "und auf die Idee gekommen jemanden zu fragen bist du auch nicht gekommen, du warst in der Tat zuviel mit Granger unterwegs gewesen", Harry vermied es dazu etwas zu sagen, gerade weil Blaise sich schon auf den Weg machte um die Zeitung unter den Bergen der Pergamentrollen herauszufischen und las nach einiger Zeit des Suchens vor, "Also wenn ihr euch bei Sonnenuntergang treffen wollt, dann hast du noch eine halbe Stunde Zeit", Harry nickte und fuhr fort in seinem Buch zu lesen. "Ähm, was tust du da?", unterbrach Draco ihn nach einigen Minuten, "Lesen, Malfoy", knurrte der Kleine, "etwas was du auch dringend tun solltest." "Ja, aber ich treffe mich auch nicht in zwanzig Minuten an der heulenden Hütte, zumal man dahin allein schon vierzig Minuten brauch", "aha", murmelte Harry, als er die Seiten umblätterte. Draco wand den Blick wieder ab. Nach weiteren zehn Minuten stand Harry dann auf, nahm sich seinen Umhang und verließ mit dem Buch in der Hand den Gemeinschaftsraum um zu apperieren, nachdem sich der Eingang sich hinter ihm geschlossen hatte.

Zwei Minuten später lief er den kleinen Hügel hinunter, an dem er sich vor Jahren mit Draco eine nicht ganz faire Schneeballschlacht geleistet hatte. Langsam ging er am Zaun entlang und konnte schon schemenhaft die Gestalt Dumbledores sehen. Er war noch nie alleine mit seinem Schulleiter unterwegs gewesen.

"Direktor", sagte er als er vor eben diesen zum Stehen kam. "Wir apperieren Seite bei Seite", sagte dieser nur und nickte Harry zu, damit er seinen Arm ergriff. Er musste sich abwenden und das aufsteigendene Grinsen unterdrücken, kein gefährlicher Gegner, wenn er jeden derart unterschätzte. Wie erwartet kamen sie in London am Grimmauldplace an. Leiser Nieselregen kam vom Himmel, die Wolken hatten alle Sterne und den Mond verdeckt und es war in diesem verrufenen Teil Londons schon so dunkel, das er kaum die Hand vor Augen sehen konnte. Die Lichter an der Straße waren fast alle erloschen, ausgetreten oder auch einfach altersschwach. Keiner kam hier freiwillig her und die Menschen, die hier noch lebten, kümmerte es nicht, ob man die Straße ausreichend erkennen konnte, mehr noch war es ihnen lieber, wenn man nichts mitbekam.

Die erste Pfütze war natürlich seine und fluchend folgte Harry seinem Direktor der mit gewohnten schnellen Schritt auf das Haus Nr. 12 unterwegs war. Es sah noch immer so verlassen und abstoßend aus und er war gespannt, ob sich etwas hinter den Mauern getan hatte, jetzt wo er und Sirius nicht mehr hier lebten.

Die Tür öffnete sich und Harry betrat die große Eingangshalle und verhielt sich möglichst leise, damit Sirius Mutter auch bloß nicht aufwachte, doch drinnen war Licht an, die die ganze Halle erleuchtete und das Gemälde war verschwunden. Eigentlich war mehr verschwunden, als noch übrig. Das Gelände war abgeschmiergelt, die unzweifelbare Schwarzmagische Note war in dem gesamten Eingang verschwunden. Das Haus wirkte nackt. Im Geruch hing Amoniak und Desinfektion, nur noch ein Hauch Moder. Die Köpfe der Hauselfen waren verschwunden, die Fackelhalter waren einfach ohne jegliche Verzierungen. Der Teppich war entfernt und man rutschte eher durchs Haus.

Schweigend ging Harry durch die Halle und machte sich zielsicher auf den Weg in die Küche. "Nein, unser Versammlungsraum ist jetzt im Salon im ersten Stock Harry", hielt Dumbledore und wies ihm an die Treppe hinaufzusteigen, was schon ein schwieriges Unterfangen war, so ohne rutschfesten Teppich. Irgendwann vergaß er seinen übertriebene Vorsicht, er konnte sich nicht vorstellen, dass er in diesem Haus an einem Genickbruch sterben würde und so schaffte er es nach oben ohne von den ankommenden Ordensmitgliedern überholt zu werden.

Er traf zeitgleich mit Arthur und Molly an, die ihm zunickten, Moody war gerade dabei sein Auge wieder zu reinigen und grinste nur mit seinem zahnlosen Lächeln. Mundugus war am Schlafen und Severus betrat mit gewohnter missmutiger Miene den Raum, doch was Harry eher die Aufmerksamkeit nahm, war die Frage, warum hatte dieser einen tiefen Kratzer am Hals? Da er aber lieber keinen Ärger auf sich ziehen wollten, nahm er schnell Platz. Das er dabei neben den Twins landete, tja, Schicksal.

"Ach, das ist aber nett, die Reihen verdichten sich", flüsterte George und Harry fragte sich, ob das nur darauf bezogen war, dass ein Hogwartsschüler mehr in ihren Reihen war. Doch Fred grinste nur leicht und drückte Harry einige Zitronendrops in die Hand: "Falls du mal wieder im Büro unseres Direktors landest", zwinkerte er ihm zu und wand sich wieder ihrem Oberhaupt zu.

"Ich freue mich euch so vielzählig hier begrüßen zu können, heute werden wir Harry Potter in unseren Reihen aufnehmen und da er sich schon oft auf unserer Seite bewiesen hat, werde ich auf die Zeremonie verzichten", Fred schnaubte leicht auf und Harry wand sich um und schüttelte fragend mit dem Kopf. "Wir persönlich glauben, er hat die Zeremonie vergessen, da du die dritte Person bist, die sich dank Loyalität als vertrauenswürdig erwiesen hat", erklärte George und knuffte seinen Bruder in die Seite, damit er sich zusammenriss.

Remus warf immer wieder einen prüfenden Blick auf Harry, doch keiner äußerte einen Einwand gegen Dumbledore, Harry war sich sicher, dass viele nicht einmal wussten, ob sie das überhaupt durften. Severus kritzelte auf seinem Pergament, Molly und Arthur flüsterten leise über den Tisch mit den Zwillingen und die anderen warteten, dass Dumbledore fortfuhr. Dieser kam dem unausgesprochenen Wunsch sogleich nach und begann mit dem Treffen.

"Wir haben nichts neues in Erfahrungen bringen können", Severus hatte in der Tat sein bestes Pokerface aufgesetzt und die Zwillinge waren damit beschäftigt ihre Ware weiter unter die Leute zu bringen, wobei Harry bekannt war, das der beste Abnehmer sein eigener Freund war, der gerne Schutzausrüstung oder Ablenkungsmanöver bei den beiden in Auftrag gab und diese sogar bezahlte. "Das verschafft uns weiterhin Zeit neue Mitglieder anzuwerben und im Ministerium für Ruhe zu sorgen. Ich werde mich in der kommenden Woche einige Male mit dem Minister treffen. Molly und Arthur reisen nach Ägypten und Mundusgus wird sich weiterhin in den Bars der Nokturngasse aufhalten um evtl. den Standort der Burg ausfindig machen zu können." Harry runzelte die Stirn: "Was für eine Burg?", Remus sah auf und sprach das erste Mal: "Der Unterschlupf, in dem wir Voldemort und die flüchtigen Todesser vermuten, darunter auch Lestrange, die deinen Patenonkel getötet hat", der Vorwurf kam nur zu direkt und Harry wäre unter normalen Umständen unter diesem weggenknickt, aber er zog nur die Augenbraue hoch: "Und den Standort soll ausgerechnet dieser Sack Lumpen ausfindig machen?", Harry sah angewidert in dessen Richtung, der sich auch nach dieser Äußerung nicht regte und wahrscheinlich gerade seinen Rausch ausschlief. Es war das erste Mal, warum er verstand, dass Voldemort so schrecklich und hart auftrat, so passiert sowas zumindest nicht. Da war es ein Wunder, das die weiße Seite sich so lange behaupten konnte.

"Er ist nicht der einzige, der diese Spur verfolgt, aber Severus kann zum Beispiel keinen Aufschluss darauf geben, als jemand mit ihm apperiert ist, ist es schon ziemlich übel ausgegangen", schoss Dumbledore gleich los. Harry nickte abyschätzend: "Ach, und da hatte er dann zwei von diesen Kratzern da?", die Zwillinge prusteten in ihr Getränk und Severus schickte einen seiner besten Blicke in seine Richtung. "Du solltest dir im Klaren sein, dass wir an einem Strang ziehen, Potter", zischte der Zaubertranklehrer und Harry hob sein Glas: "Das tun wir in der Tat."