Hier mein neues Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch.
Kapitel 10 - Zusammenbruch und deren FolgenHermine lag noch lange wach. Sie hatte Minerva und Harry nur kurz Bescheid gegeben, dass Severus auf dem Wege der Besserung war und verschwand danach gleich in ihre Gemächer. Alles zehrte an ihren Nerven. Die doppelte Arbeit, die Therapie, die Sorge um Severus. Auch wenn sie froh war, dass Ginny nun alles wusste. Es war sehr anstrengend darüber zu reden. Sie hatte bisher mit niemanden so offen und lange darüber geredet. Und doch tat es gut. Vielleicht war so eine Therapie doch keine so schlechte Idee.
Irgendwann in den Morgenstunden schlief sie endlich ein.
Die folgenden Tage liefen alle gleich ab. Morgens bis nachmittags Verwandlungsunterricht, dann mit dem Zeitumkehrer noch einmal den Tag als Zaubertranklehrerin durchstehen, danach die Reise nach Amerika um Severus zu besuchen, Therapie. Zum Abendessen war sie wieder in Hogwarts und viel abends todmüde ins Bett.
Immer wieder nippte sie an ihrer Wasserflasche, die nie leer wurde, dank des Zaubers der Flasche. Sie war eigentlich nur noch beim Essen und doch nahm sie täglich ab. Immer müder nickte sie teilweise beim Mittagessen bereits ein. Minerva beobachtete ihre Entwicklung mit wachsender Besorgnis. Leider ließ Hermine es sich nicht nehmen, weiterhin beides zu unterrichten. Am Wochenende könnte sie doch schlafen, hatte sie gesagt. Minerva glaubte nicht daran, dass Hermine noch bis dahin durchhalten würde, und sie behielt Recht.
Donnerstag Abend wurde Hermine auf dem Weg zur großen Halle ohnmächtig und stürzte die Stufen hinab ins Erdgeschoss. Erst Stunden später erwachte sie im Krankenflügel.
„Hermine, wie geht es dir?" fragte Poppy besorgt.
„Ich habe Kopfschmerzen" erwiderte die Angesprochene leise.
„Nun, dass ich ja auch kein Wunder. Du hast dir eine schöne kleine Gehirnerschütterung zugezogen."
„Was ist passiert? Ich weiß nur noch, dass ich auf dem Weg zum Essen war."
„Nun, so wie es aussieht, hat dein Kreislauf diese Belastung der letzten Wochen und Monate nicht mehr mitgemacht. Du wirst kürzer treten müssen."
„Aber ich kann nicht kürzer treten. Ich habe so viel zu tun." Widersprach Hermine entsetzt.
Minerva hatte den Krankenflügel betreten.
„Doch, das wirst du. Ich habe bereits alles geregelt. Severus übernimmt die Kontrolle über die Hausaufgaben und die Arbeiten in Zaubertränke, ich werde Verwandlung übernehmen. Harry übernimmt deine Pflichten als Hauslehrer und deine Therapie wird verschoben, bis Severus wieder da ist. Und es gibt keine Besuche mehr in Amerika. Jedenfalls nicht während der Woche!"
„Aber..."
„Kein Aber, Hermine. Du brichst mir nicht noch einmal zusammen. Es reicht schon, dass du immer noch den doppelten Unterricht hast. Wenn es dir in 14 Tagen nicht besser gehen sollte, werde ich auch den Unterricht übernehmen. Ich kann es nicht zulassen, dass noch ein Lehrer fehlt. Severus ist bereits einer zuviel! Haben wir uns verstanden?"
‚Ja Mama' dachte Hermine trotzig. Sie fühlte sich tatsächlich, wie ein kleines Kind behandelt.
„Ich kann ja nichts mehr sagen, du hast ja bereits alles geregelt" sagte sie kalt.
„Das habe ich. Und du brauchst nicht beleidigt zu sein. Ich erwarte, dass du dich daran hältst."
Minerva verschwand wieder, offenbar beleidigt. Hermine seufzte. Sie wusste, dass ihre Chefin Recht hatte, aber es war schwer, sich das einzugestehen.
Severus. Nun konnte sie ihn nicht einmal mehr besuchen. Er musste auch wissen, dass sie zusammengebrochen war. Wahrscheinlich ein Zeichen von Schwäche in seinen Augen.
Doch dem war nicht so. Severus hatte sich viele Gedanken gemacht, seit Minerva ihn wieder verlassen hatte. Hermine war also unter der Last ihrer und seiner Arbeit zusammengebrochen. Er fühlte sich schuldig, wieder einmal. Wie es ihr wohl nun geht? Wahrscheinlich war sie froh, nicht mehr herkommen zu müssen. Er konnte ja schlecht von sich behaupten, ein guter Patient zu sein. Im Gegenteil. Seine Pfleger wechselten ständig, weil es keiner länger als 20 Minuten mit ihm aushielt. Wenn er sie verhexen könnte, er hätte es mehr als einmal getan. Warum waren immer alle der Meinung, besser zu wissen, was gut für ihn war? Wenn er nicht an die frische Luft wollte, dann musste man das doch akzeptieren. Aber nein. Und nun wurden ihm auch noch die einzigen Lichtblicke auf eine gepflegte Konversation genommen. Wenn er ganz viel Glück hatte, würde Potter sogar noch vorbeikommen und ihn nerven.
Zerknrischt hatte sich Hermine bei Minerva entschuldigt. Es passte ihr immer noch nicht, dass ihr vor allem die Besuche bei Severus untersagt wurden, doch langsam wurde ihr bewusst, was sie ihrem Körper und ihrer Seele mit diesen Belastungen angetan hatte. Ihr war bereits aufgefallen, dass die Arbeiten ihrer Schüler nicht mehr auf ihrem Schreibtisch lagen. Und insgeheim war sie froh, diese nicht mehr durchsehen zu müssen. Zum ersten Mal seit mehreren Wochen würde sie ohne Arbeit im Nacken ins Bett gehen können. Sie beschloss gerade, sich mit einem guten Buch noch ein paar Minuten vor den Kamin zu setzen, als es an ihrem Fenster klopfte. Eine große schwarze Eule wartete darauf, eingelassen zu werden. Hermine nahm sich ein paar Eulenkekse und reichte sie ihr, nachdem sie das Fenster geöffnet hatte. Sie band vorsichtig den Umschlag vom Bein der Eule öffnete diesen.
Im Umschlag befanden sich die korrigierten Arbeiten für Zaubertränke. Ein weiterer kleiner Umschlag war beigelegt. Neugierig öffnete sie ihn und musste schmunzeln, als sie den Brief las.
Werte PROFESSOR Granger,
ich kann nicht glauben, dass du unfähigen Drittklässlern bereits solche Aufgaben stellst!
Sie sind doch mit einem einfachen Kopfschmerztrank schon überfordert. Und du willst mir tatsächlich erzählen, dass du es schaffst, ihnen die komplexen Vorgänge eines Vielsafttrankes zu erläutern? Wahrscheinlich hast du ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre Bücher zu benutzen oder aber die Lösung stand „versehentlich" noch an der Tafel. Anders kann ich mir nicht erklären, dass fast alle, sogar einige Hufflepuffs, es geschafft haben, diesen Test zu bestehen.
Anbei die Arbeiten samt Benotung. Ich hoffe, es ist in deinem Sinne. Aber so wie ich dich kenne werden die Noten noch einmal geändert.
S. S.
PS: Ich hoffe du bist bereits genesen. Denn ansonsten wäre diese kurze Mitteilung nicht gerade deiner Gesundheit förderlich.
‚Das fällt dir ja früh ein' dachte Hermine grinsend. Sie wusste, dass Severus nicht damit einverstanden gewesen wäre, wie sie die Stunden unterrichtete. Es beflügelte sie, dass die Test so ausgesprochen gut waren. Also schrieb sie zurück.
Werter Mentor,
ich dachte mir bereits, dass du MEINEN Schülern nicht zutraust, einen Vielsafttrank zu brauen. Aber durch meine Unterrichtsmethode scheinen es auch „unfähige" Drittklässler zu begreifen. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl, falls du diesen überlesen haben solltest.
Nur zu deiner Information Ich konnte bereits in meinem 2. Schuljahr einen Vielsafttrank brauen. Das Ergebnis verlief bei mir, wie du dich bestimmt erinnern kannst, nicht gut. Dies war aber nur der Fall, weil ich versehentlich die falschen Haare genommen habe. Harry und Ron hingegen konnten diesen „Test" wunderbar nutzen.
Halte die Schüler nicht für dumm, Severus. Das sind sie nicht. Gut ein paar Ausnahmen gibt es immer, aber die meisten Schüler haben auch den praktischen Test bestanden.
Ich habe die Benotung nicht durchgesehen, da ich davon ausgehe, dass du wie immer natürlich, gerecht benoten wirst.
Auf baldiges Wiedersehen hoffend
PROFESSOR Hermine Granger
PS: Meine Genesung verläuft ganz gut. Danke der Nachfrage. Wie läuft es denn mit deiner Genesung?
Mit einem Grinsen reichte Hermine der Eule diesen Brief und ließ sie wieder hinaus. Bereits am nächsten Morgen hatte sie die Antwort darauf.
Hermine,
Potter und Weasley also auch? Ich muss bei Gelegenheit mal nachfragen, ob man Gryffindor nachträglich noch Punkte abziehen kann.
Du zweifelst also an meiner Unterrichtsmethode? Das ist absurd. Bisher hat sich noch niemand persönlich bei mir beschwert. (Die Briefe, die Albus damals erhielt, zähle ich nicht, da sie nicht an mich persönlich gingen) Ich kam mit dieser Methode immer sehr gut zurecht.
Und ich denke immer noch, dass DEINE Drittklässler mit diesem Trank überfordert sind. Überschätze sie nicht. So, hiermit habe ich dir den Zaunpfahl zurückgegeben, nutze ihn, denke darüber nach. Ich habe doch schon ein wenig mehr Berufserfahrung, falls du dich erinnerst. Auch wenn ich die letzten 8 Jahre nicht unterrichtet habe, denke ich nicht, dass sich daran etwas geändert hätte.
Es erfreut meine geschundene Seele, dass du nicht an meiner Benotung zweifelst. Somit tut es mir wahnsinnig leid, dass ich dir eine Änderung zugetraut habe.
Wahrscheinlich muss ich dich bald wieder persönlich ertragen, somit auf Bald
S. S.
PS: Meine Genesung geht voran. So gut es eben bei diesen unfähigen Therapeuten und Ärzten geht.
Hermine wischte sich ein paar Lachtränen aus den Augenwinkeln. Dieser Brief war so durch und durch typisch für Severus. Natürlich war er nicht mit den Therapeuten der Rehabilitation zufrieden. Ein zufriedener Severus Snape hätte ihr Sorgen bereitet.
Beschwingt begann sie nun den Tag.
-TBC-
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