Kapitel 11
Sara war müde und erschöpft vom Flug. Sie betrat ihre Wohnung und fühlte sie alleine. Sie vermisste Gil jetzt schon. Aber sie war auch froh, dass sie sich mit ihm ausgesprochen hatte. Sara wusste, dass die nächsten 2 Monate hart werden würden und sie war auch ein wenig traurig, dass sie ihre eigene Hochzeit nicht mit vorbereiten konnte.
Ich hoffe, dass diesmal alles klappt. Dass wir wirklich am 17. August heiraten werden. Noch einmal die Hochzeit verschieben möchte ich nicht. Ich denke, dass Gil und Catherine das sehr gut hinbekommen, mit der Hochzeit. Das Bellagio! Ich kann es noch nicht glauben, dass ich wirklich in diesem Hotel heiraten werde. Es übt irgendwie eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Morgen werde ich mich auch nach der Arbeit nach einem Hochzeitskleid umschauen. Aber ich muss erstmal rausfinden, wo ich hier so etwas finde, wo sich diese Brautkleidboutiquen befinden.
Während ihr diese Gedanken durch den Kopf gingen, zog sich Sara um. Dann griff sie zum Telefon und wählte eine ihr bekannte Telefonnummer.
„Hey Honey, bist du gut angekommen?", begrüßte sie Grissom schon am Telefon.
„Ja Bugman, ich bin gut angekommen, aber ich bin auch wahnsinnig müde.", antwortete sie erfreut.
Ihr Verlobter hatte sie schon an der Nummer erkannt, als sie angerufen hatte. Und dass er sie gleich so begrüßt hatte, freute Sara umso mehr.
„Bist du dir sicher, dass du die Hochzeit im Bellagio feiern möchtest?", Gil konnte nicht mehr richtig mit Sara darüber sprechen, bevor sie abgeflogen war.
„Ja, ich bin nur ein wenig traurig, weil es ja meine Hochzeit ist und ich sie nicht vorbereiten kann. Es tut mir Leid, Gil, dass ich wieder zurück musste.", Sara schloss seufzend die Augen und erinnerte sich an ihren Verlobten, als sie sich verabschiedeten.
Warum ist Sara so traurig? Ich weiß, dass ich ihr fehle und sie fehlt mir auch sehr, aber die zwei Monate werden auch umgehen und dann bin ich endlich bei ihr und werde sie nie wieder gehen lassen.
„Sara, willst du wirklich heiraten? Ich meine, ist es nicht zu stressig für dich? Wir können gerne die Hochzeit verlegen.", Gil hoffte, dass Sara ihm die Wahrheit sagte und sich nicht wieder verschloss.
„Nein, auf keinen Fall. Es wird stressig und die Monate ohne dich werden einsam, ich fühle mich ja jetzt schon einsam und bin gerade nach Hause gekommen. Aber ich möchte im August heiraten. Gil ich will, dass wir endlich glücklich sein können."
Gil wusste, dass seine Verlobte ehrlich war. Für ihn war es auch nicht leicht, wieder so lange getrennt von ihr zu leben. Aber das Ziel hatten sie vor Augen und darauf arbeiteten sie hin.
„Honey, es wird alles gut werden. Du wirst sehen, die Wochen werden so schnell vergehen, und ehe wir uns versehen, sind wir verheiratet, zukünftige Mrs. Grissom.", lächelte er ins Telefon.
„Danke Gil. Ich weiß auch nicht, was los ist. Vielleicht bin ich einfach auch nur müde. Ich glaube ich sollte jetzt ins Bett gehen, sonst verschlafe ich morgen noch.", antwortete Sara.
„Ist gut, Sara, schlaf gut! Ich denke an dich!", verabschiedete sich Grissom.
„Du auch, Bugman. Schön, dass wir uns ausgesprochen haben am Wochenende. Ich vermisse dich. Bye Gil, ich melde mich morgen wieder."
Sara bekam kaum noch mit, wie sich ihr Verlobter von ihr verabschiedete, weil ihr fast der Telefonhörer vor Müdigkeit aus der Hand fiel.
Die nächsten Wochen waren für Gil nicht leicht. Er musste sich mit dem Staatsanwalt, Ecklie und McKeen rumschlagen. Der Staatsanwalt wollte einen Deal mit McKeen aushandeln, der alles andere als angemessen war. Und Ecklie stimmte dem zu, weil wie er meinte, McKeen hätte so etwas verdient, er war ja schließlich mal Undersheriff.
„Conrad, meinen sie nicht, dass der Deal etwas zu gut für McKeen ist? Schließlich hat er Warrick Brown umgebracht und noch andere. Nicht zu vergessen der versuchte Mord an der Gerichtsdienerin Cecilia Thommas.", brüskierte er sich.
Warum will Ecklie McKeen unbedingt beschützen? Ich kann nicht glauben, dass der ehemalige Undersheriff immer noch so großen Einfluss hat.
„Gil, ich will auch nicht, dass McKeen so schnell wieder rauskommt. Aber wir müssen berücksichtigen, dass er mal Undersheriff war und er sich vorher nichts zuschulden kommen lassen hat.", erwiderte Ecklie leicht.
Jetzt konnte sich Gil kaum noch halten. Er war wütend. Für was nahmen sie den ehemaligen Undersheriff fest, wenn Ecklie ihn nach 6 Jahren! schon wieder freilassen, und dem Deal zustimmen wollte.
„Conrad, das kann nicht ihr Ernst sein. Selbst der Staatsanwalt wäre statt für die Todesstrafe für lebenslänglich. Das ist der Deal, den wir McKeen angeboten habe und dabei bleibt es. Das ist Ironie Conrad. 6 Jahre, dass ich nicht lache. Das ist kein Kavaliersdelikt, was er getan hat.", wütend drehte sich Gil um, das Gespräch war für ihn beendet.
Was bin ich froh, dass ich bald aus diesem Irrenhaus verschwinde. Ich kann diesen Job einfach nicht länger machen, ich habe nicht mehr die Kraft. Ganz zu schweigen davon, dass ich Ecklie absolut nicht mehr ertragen kann. Ein CSI, einer meiner besten Mitarbeiter und Freunde ist umgebracht worden und Conrad Ecklie hat nichts Besseres zu tun, als dem Täter Almosen zu schenken. Wenn ich daran denke, wie er Sara früher behandelt hat, steigt die Wut in mir hoch.
Als Gil in sein Büro kam, hatte er schon eine E-Mail von Sara. Er freute sich, wieder etwas von ihr zu lesen. Sie schrieben sich täglich mehrmals, denn zum Telefonieren war in den letzten Tagen kaum Zeit.
To: Gil Grissom
From:.Sara Sidle
Subject: Arbeitest du wieder zu viel?
Hey Bugman,
da ich dich die letzten Tage kaum ans Telefon bekomme, vermute ich, dass du dich voll in die Arbeit gestürzt hast. Sicher sind die Hochzeitsvorbereitungen auch nicht ganz ohne Stress. Bitte Gil, mute dir nicht zu viel zu, ich habe Angst um dich. Ich möchte nicht, dass du bei der Hochzeit völlig gestresst bist und unseren schönsten Tag nicht genießen kannst.
Wenn du bei mir wärest, könnte ich dich mit gewissen Aktionen Ablenken.;) Ich vermisse dich, Bugman. Aber auch ich habe viel zu arbeiten.
Justin, hat sich wieder sehr verschlossen, er hatte Besuch von seinen Eltern und sie sind aneinandergeraten. Vielleicht gelingt es mir ihm klar zu machen, dass es nicht die Schuld seiner Eltern ist, dass er blind ist.
Den ersten Monat haben wir schon hinter uns, ich kann es kaum abwarten, bald wieder bei dir zu sein.
Love Sara
Gil freute sich über die E-Mail seiner Verlobten sehr. Er arbeitete zwar viel, aber auch die Hochzeitsvorbereitungen mit Catherine nahmen ihren Lauf. Es gab viel zu planen. Auch wenn die Einladungsliste nicht lang war – zur Freude des Brautpaares, denn sie wollten eine kleine Feier – war einiges zu regeln. Es musste ein Pfarrer gefunden werden, der sie trauen würde, das allerdings war das kleinste Problem. Das größere Problem waren die Feierlichkeiten. Gil wollte Sara überraschen, dass um 24 Uhr die Wasserfontänen vor dem Circo angingen. Allerdings wurden diese nur bis 22 Uhr – und dann auch nur alle 45 Minuten – angestellt. Es kostete Cath viel Überzeugungskraft, dass dies machbar wurde.
Ich arbeite in letzter Zeit wirklich wieder viel zu viel, aber irgendjemand muss es ja tun. Catherine übernimmt dann meinen Posten, wenn ich gehe. Mit Nick zusammen sind sie sicher ein gutes Führungsteam und ich hätte niemand anderen vorgeschlagen. Aber ich muss mich jetzt bald mal um einen Hochzeitsanzug kümmern. Am liebsten würde ich den mit Sara aussuchen, aber leider ist sie nicht da. Ob sie schon ihr Brautkleid hat? Und wenn ja, wie sieht sie aus? So langsam werde ich ziemlich nervös.
Gil machte sich dran, Sara gleich zurückzuschreiben.
To: Sara Sidle
From: Gil Grissom
Subject: RE:Arbeitest du wieder zu viel?
Hallo Sara,
es tut mir Leid, dass ich kaum Zeit habe, du hast ja recht, ich arbeite zu viel. Die Sache mit McKeen ist immer noch nicht ausgestanden. Ecklie will unbedingt bewerkstelligen, dass er nur 6 Jahre bekommt, weil er ja einmal Undersheriff war. Du kannst dir meine Wut vorstellen.
Die Hochzeitsvorbereitungen gehen voran. Ich denke Catherine wird sich demnächst mal bei dir melden.
Das mit Justin wirst du hinbekommen, dessen bin ich mir sicher! Du hast einfach eine Gabe für solche Sachen. Gerade was es anbetrifft, Leute zum Reden zu bringen. Bei mir hast du es ja auch geschafft. Sara, ich vermisse dich sehr und freue mich, dich bald zu sehen. Ich hoffe, dass wir die nächsten Tage mal wieder telefonieren können, denn ich möchte wenigstens deine Stimme hören.
Was meintest du eigentlich damit, dass du mich mit gewissen Aktionen ablenken könntest? Ich könnte mir da so einiges vorstellen, gerade weil wir an dem Wochenende deines Besuchs nicht dazu gekommen sind.:).
Ich liebe dich, Sara Sidle, und freu mich, dass du bald meine Frau bist.
In Liebe Gil.
Gil lehnte sich in seinem Stuhl zurück und erlaubte sich ein paar Minuten zu träumen: von Ihr. Er musste sie unbedingt an die Strippe bekommen, er verging fast vor Sehnsucht nach ihr. Nie hätte er sich ausgemalt, wie einsam es sein könnte, wenn sie wieder weg war. Sogar Bruno vermisste Sara sehr. Die ersten Tage, nachdem sie weg war, wollte er nichts fressen und winselte oft an der Tür.
Am Ende der Schicht, ging er diesmal nach Hause, Nick hatte sich angeboten, eine Doppelschicht zu schieben. Gil hatte noch einiges zu erledigen an diesem Tag. Er hatte sich mit Sara geeinigt, dass er den Großteil ihrer beider Sachen von einer Umzugsfirma nach San Francisco bringen lies. Das Appartement, das sie beide in Zukunft bewohnen würden, war etwas größer als das Jetzige. Gil hatte zwar schon viel gepackt, doch es war noch viel zu tun. Nach ihrer Hochzeitsreise würden sie nur noch den Rest der Sachen abholen und natürlich Bruno mit nach San Francisco nehmen. Der Boxer würde in den zwei Wochen in denen sie im Grand Canyon waren, bei Catherine bleiben. Danach würden sie noch ein letztes Mal nach Las Vegas zurückkehren und sich von allen verabschieden, dann würden sie gemeinsam nach San Francisco fliegen und dort ihr restliches Leben verbringen.
Ein etwas seltsamer Gedanke, hier alles hinter mir zu lassen. So lange Jahre habe ich in Las Vegas gelebt. Aber ich bin auch froh, endlich mit Sara dort zu leben, wo wir hoffentlich glücklich werden.
Grissom hatte den halben Tag mit Umzugskartons packen verbracht. Jetzt war alles soweit eingepackt. Den Rest erledigten die Helfer der Umzugsfirma, die Sara und er beauftragt hatten. Ihm fielen viele Dinge in die Hände, die ihn an die Vergangenheit der beiden erinnerte. Von damals, als sie ihre Beziehung noch geheim gehalten hatten. Sie waren sich beide einig, dass sie es bei der Arbeit nicht an die große Glocke hängen würden. Am Anfang waren sie glücklich, dass sie endlich zueinandergefunden hatten, doch irgendwann war es ihnen nicht genug, dass sie ‚nur' ein Paar waren. So hatte Gil Sara gefragt, ob sie nicht zusammenziehen wollten. Gesagt, getan, Sara hatte zugestimmt und sie hatten sich ein schönes Appartement gemietet. Von da an wusste Gil, dass er Sara nie wieder gehen lassen wollte. Die Entführung von ihr, war ein großer Schritt zurück. Sara entfernte sich immer mehr von ihm und er konnte nur zusehen.
Das ist alles Vergangenheit, vor uns liegt eine tolle Zukunft, unsere gemeinsame Zukunft! Aber es ist noch so lange hin, bis ich Sara wieder sehe. Ich muss noch so viel hier regeln, vor allem das mit McKeen. Dann muss ich meinen Nachfolger einstellen und hier auch noch einiges tun.
Gil seufzte. Er war zwar an Stress gewöhnt, aber das ging eindeutig über den normalen Stresspegel hinaus. Er wünschte sich wieder einmal, dass Sara hier wäre. Er schaute auf die Uhr, es war inzwischen 20 Uhr und er versuchte nicht frustriert aufzustöhnen, weil er Sara frühestens in 2 Stunden hören konnte. Sie hatte heute Elternsprechtag und anschließend noch ein Gespräch mit dem Schulpsychologen über einige ihrer Schüler.
Verdammt, das wird heute wohl nichts mehr, dass ich mit Gil sprechen kann. Ich denke vor 0 Uhr komme ich hier nicht raus. Es ist wirklich nicht leicht. Er ist in Las Vegas und ich hier in San Francisco. Warum nur müssen wir wieder Jobs haben, die uns das Leben schwer machen? Hoffentlich wird es besser, wenn wir beide hier in Frisco wohnen. Aber ich muss ihn die nächsten Tage unbedingt ans Telefon bekommen, leider schaffe ich es erst einen Tag vor der Hochzeit zurückzukommen. Ich habe leider an dem Tag noch eine sehr wichtige Lehrerkonferenz, an der ich unbedingt teilnehmen muss. Gil wird nicht wirklich davon begeistert sein, aber ich kann es leider nicht ändern.
In einer freien Minute schicke Sara Grissom eine kurze SMS, dass sie es nicht rechtzeitig schaffte. Da ihr Verlobter ja Nachtschicht hatte, musste er schließlich auch irgendwann schlafen. Sara wusste, dass er nach der Schicht nicht geschlafen hatte und bis sie zu Hause war um 1 Uhr, sicher nicht mehr wach war. Als Gil die SMS bekam, verfluchte er alles und steigerte sich noch mehr in die Arbeit zu Hause. Sara wusste, dass er enttäuscht war. Es kam keine SMS mehr zurück. Jetzt wusste sie, dass er zudem noch sauer auf sie war.
Ich kann auch nichts dafür. Mein Job ist eben auch wichtig. Es tut mit so Leid, Gil. Ich habe es mir auch anders vorgestellt.
Gut, dass sie noch eine halbe Stunde hatte, bis die nächsten Eltern kamen. Die ungeweinten Tränen brannten ihr in den Augen, als sie sich an den Abschied in Las Vegas erinnerte. Es war ihr so schwer wie noch nie gefallen, ihren zukünftigen Mann zurückzulassen. Sara schluckte und riss sich zusammen. Sie musste sich jetzt auf ihren Job konzentrieren. Später zu Hause, konnte sie ins Kissen weinen, weil sie wieder mal daran schuld war, dass sie Gil nicht hören konnte.
„Sara, hast du einen kurzen Augenblick?", fragte David sie, als er den Kopf in das Klassenzimmer steckte.
„Sicher David, komm' rein.", versuchte sie zu lächeln.
„Justins Eltern kommen gleich und ich wollte nochmal mit dir darüber reden…. Ist etwas passiert, Sara?", stutze David, als er sie ansah.
„Nein, schon gut, ich bin nur etwas gestresst. Ich musste Gil heute schon wieder versetzten.", tapfer hielt Sara ihr Lächeln aufrecht.
„Oh, das tut mir Leid. Ich weiß, wie schwer es für dich ist. Als Marc noch in New York lebte, war es auch schwer.", David lächelte Sara aufmunternd zu.
„Danke, David. Aber lass uns jetzt über die Arbeit reden. Irgendwie muss ich mich ja ablenken.", gab sie fest zurück.
„Ok. Also Justins Eltern haben bei dem Autounfall vor zwei Jahren Justins Bruder, Kevin, verloren. Kevin war zwei Jahre jünger als Justin. Das könnte ein Grund sein, warum Justin so verschlossen ist. Ich denke er gibt seinen Eltern die Schuld, dass sein Bruder tot ist. Aber wie du ja schon weißt, war der Unfall nicht die Schuld der Eltern. Ein Truckfahrer hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist in das Auto der Stevens gefahren.", erzählte er Sara.
„Hm… das könnte natürlich ein Grund sein, warum Justin so auf seine Eltern reagiert. Ich hatte das Gefühl, das er seinen Eltern die Schuld für seine Blindheit gibt. Doch wenn ich das jetzt so sehe, denke ich eher, es ist der Tod des Bruders.", überlegte Sara laut.
„Vermutlich. Justin wird heute Abend auch dabei sein und Josh Devin, unser Schulpsychologe, stößt dann auch zu euch. Vielleicht wäre es ganz gut das anzusprechen.", David sah Sara abwartend an.
Sara überlegte einen Moment und nickte dann.
„Ja, wir können das so machen, allerdings werde ich Josh bescheid sagen, wann er zu uns kommen soll. Ich möchte zuerst mit den Stevens und Justin alleine reden."
„Gut, dann sage ich Josh Devin bescheid. Du kannst ihn ja anrufen, wenn du soweit bist."
„Ja, mache ich, David. Danke.", sagte Sara und lächelte.
Sara war froh, dass sie hier ein kleines Büro hatte. So musste sie nicht alle Schulsachen immer mit nach Hause schleppen, denn sie genoss es mit der Cable Car zu fahren. Ihr Appartement lag nur 1 Block von einer Haltestelle entfernt. Auch die Schule war nur 2 Blocks entfernt von der Haltestelle aus zu erreichen.
Ich hoffe das Gespräch mit den Stevens geht gut aus. Es wäre nicht auszudenken, wenn Justin sich noch mehr gegen seine Eltern stellt.
Das Gespräch mit Justins Eltern stellte sich als sehr schwierig heraus. Sara hatte das Gefühl, dass sie alles nur noch kaputt machte. Justin ignorierte seine Eltern auf eine Art und Weise, wie sie es damals bei ihren Eltern gemacht hatte. Allerdings taten Justins Eltern ihrem Sohn nicht so etwas an, wie Saras Vater bei ihr. Sie machten eine kleine Pause und Sara sah auf die Uhr, gerne hätte sie mit Gil darüber gesprochen, aber es war schon nach 0 Uhr und er war sicher schon im Bett. Zudem war er sicher sehr enttäuscht und sauer auf sie.
Zum Glück ist morgen Samstag, da kann ich ausschlafen und endlich mal nach meinem Kleid schauen. Ich habe nur noch einen Monat Zeit. Gott sei Dank kommt Catherine morgen, sie kann mir dabei helfen, einige Dinge noch zu regeln. Ich bin sehr gespannt auf das, was sie mir über die Vorbereitungen über die Hochzeit erzählt.
Nachdem der Schulpsychologe Josh Devin dazukam, verlief das Gespräch besser. Er unterstützte Sara in ihrer Sichtweise, dass Justin selbst entscheiden musste, was er wollte. Justin versprach im Gegenzug dazu seine Eltern nicht mehr zu ignorieren. Als Sara die Familie entließ, war sie etwas erleichtert. Vielleicht bekam sie es doch noch hin, dass der Junge wieder Vertrauen zu seinen Eltern aufbaute.
Sara war heilfroh, als sie endlich nach Hause konnte. Aber auch erleichtert, dass sie heute Abend das Auto genommen hatte. Die Sehnsucht nach Gil ließ sie nicht los. Und auch nicht, dass er sich nicht mehr gemeldet hatte. Traurig und ebenfalls enttäuscht fuhr sie nach Hause.
Gil war enttäuscht, als die SMS von Sara kam. Er steckte abwesend das Handy wieder weg und arbeitete weiter. Schlafen wollte er jetzt nicht. Gil war wütend, aber nicht auf Sara, sondern auf seine ganze Umwelt. Er lenkte sich eine Stunde später damit ab, dass er ein Hochzeitsgeschenk für Sara suchte. Grissom war sich nicht sicher, ob das möglich war, aber er hoffte, dass seine Beziehungen ausreichen würden, um es möglich zu machen.
Ich weiß, dass es Sara gefallen wird. Sie war so fasziniert von unserer Hochzeitsreise, da wird sie das sicher auch freuen. Morgen früh, muss ich gleich ein paar Telefonate führen. Wenn das klappen sollte, wird das eine tolle Überraschung für sie.
Grissoms Wut war verraucht. Er hatte gar nicht gemerkt, wie die Stunden vergingen. Er hatte immer wieder im Internet nach dem Geschenk für Sara geschaut. Gil wusste ganz genau, was er seiner Verlobten schenken wollte. Gerade als er das Laptop herunterfahren wollte, sah er in seinem Messenger ‚Sara Sidle is online'. Nur den Namen zu lesen, ließ sein Herz schon höher schlagen. Er überlegte nicht lange, sondern klickte ihren Namen an, um eine Nachricht zu schreiben:
Gil Grissom: 0:43
„Hey Sara, bist du da?"
Gil wartete gespannt auf eine Antwort, aber Sara schien sich Zeit zu lassen.
Sie hat sicher nur den PC angemacht und ist dann gleich ins Bad, um zu duschen oder sich umzuziehen. Ich warte einfach. Schlafen kann ich sowieso nicht, bevor ich mit ihr gesprochen habe.
Sara Sidle: 1:08
Hallo Gil, ich bin hier. Ich war noch unter der Dusche und habe nur den PC hochgefahren.
Gil Grissom: 1:09
Das habe ich mir schon gedacht. Wie geht es dir, Liebes? Wie war dein Elternsprechabend?
Sara Sidle: 1:10
Es ging so. Irgendwie bin ich nicht richtig an die Eltern von Justin rangekommen. Auch an Justin nicht. Josh, unser Schulpsychologe konnte auch nicht viel erreichen. Aber wenigstens sind wir zu einer Einigung gekommen, dass er seine Eltern nicht mehr ignoriert.
Sara freute sich mit Gil zu schreiben, obwohl sie doch ganz schön müde war, aber das war ihr egal.
Ob Gil nochmal telefonieren will? Ich würde so gerne seine Stimme hören. Ich brauche ihn und vermisse ihn so.
Gil Grissom: 1:10
Ich glaube du wirst das schon hinbekommen, Honey. Ich denke, dass auch Justin sich mit der Situation erst richtig auseinandersetzen muss. Vielleicht hat er es in den letzten zwei Jahren nicht getan.
Sara Sidle: 1:12
Ich hoffe es. Gil, warum hast du mir vorhin nicht geantwortet? Ich konnte nichts dazu, dass es länger gedauert hat. Für mich ist es auch nicht gerade leicht.
Gil Grissom: 1:14
Ich war etwas enttäuscht, weil wir uns schon wieder nicht hören konnten. Sicher ist es für dich nicht leicht. Aber ich sitze hier und wünsche mir nur, dass du bei mir bist und dann kommt von dir diese Nachricht.
Sara Sidle: 1:14
Ich vermisse dich auch, Gil. Aber ich kann es auch nicht ändern. Wir wussten, dass diese 2 Monate sehr hart für uns werden würden.
Warum bin ich eigentlich immer daran schuld? Seine Arbeit geht ebenso vor wie meine. Aber im Gegensatz zu ihm akzeptiere ich es, weil ich einfach daran nichts ändern kann.
Gil Grissom: 1:15
Ja, wir wussten es, aber keiner von uns beiden hatte es sich so stressig ausgemalt. Sara, wir kommen kaum noch dazu uns zu unterhalten. Weder im Chat noch über VoIP.
Gil Grissom: 1:20
Bist du noch da, Sara? Es tut mir Leid, ich wollte mich mit dir nicht streiten.
Gil Grissom: 1:25
Sara…
Bestimmt habe ich sie mit meinen Äußerungen verletzt. Statt froh zu sein, mit ihr zu schreiben, werfe ich ihr vor, dass sie zu lange arbeitet. Sie hat immer meine Arbeit akzeptiert und sich nie darüber beschwert.
Grissom wollte gerade zum Telefonhörer greifen, als Saras Chatfenster wieder aufblinkte.
Sara Sidle: 1:35
Ja, bin noch da. Aber lass uns das Gespräch beenden. Gil, ich vermisse dich sehr und wünschte du wärest hier. Ich möchte nicht mit einer Wut im Bauch schlafen gehen….
Gil Grissom: 1:36
Nimm deine Kopfhörer, ich rufe dich an, Liebes.
Sara Sidle: 1:36
Ok…
Sara nahm ihre Kopfhörer und war froh, dass sie noch die Chance hatte, mit ihrem Verlobten zu reden. Als es am PC klingelte, klickte Sara auf annehmen.
„Hey…", begrüßte Sara ihn.
„Hey Honey."
„Es tut so gut deine Stimme zu hören, Gil.", sagte Sara mit einem Kloß im Hals.
Sie fühlte sich merkwürdig. Als sie die Stimme von Gil hörte, schlug ihr Herz schneller und sie schloss einfach die Augen, um das Gefühl von Tausenden Schmetterlingen in ihrem Bauch zu behalten und zu genießen.
„Oh Honey, du glaubst nicht, wie gut es tut, dich zu hören.", schluckte er.
„Doch, das weiß ich, denn mir geht es nicht anders.", lachte sie nervös.
Warum bin ich so nervös? Als würde ich Gil heute zum ersten Mal hören. Jedes Mal, wenn ich seine Stimme höre und mir vorstelle, wie es ist, wenn er bei mir wäre, überkommt mich eine Gänsehaut.
Sara versuchte die aufkommenden Tränen zu unterdrücken, um sich nichts anmerken zu lassen, wie sehr die paar Worte ihres zukünftigen Mannes sie aus dem Konzept brachten. Sie setzte sich mit ihrem Bluetooth Headset auf dem Kopf auf die Couch und hörte Gil zu, als er sprach. Dabei schloss sie erneut die Augen und stellte sich vor, dass er bei ihr wäre.
„Sara, wir schaffen das. Ich weiß, wir haben beide viel zu tun. Aber in einem Monat sehen wir uns wieder und ich verspreche dir, es wird eine wunderschöne Hochzeit.", Gil hatte seine Stimme wieder gefunden.
„Ich weiß, Bugman, und ich freue mich so sehr darauf, dich endlich wieder zu sehen. Aber ich muss dir noch etwas sagen. Ich kann erst einen Tag vor unserer Hochzeit nach Vegas kommen. Wir haben am 15. August noch eine Konferenz, die sehr wichtig ist. Es tut mir Leid, Gil.", Sara hielt den Atem an und wartete auf Grissoms Antwort.
Erst einen Tag vor unserer Hochzeit? Ich habe so sehr gehofft, sie schon vorher in die Arme schließen zu können.
„Naja, können wir nicht ändern, Honey. Dafür haben wir danach ganz viel Zeit für uns.", schluckte Gil seinen Ärger runter.
„Du bist nicht böse?", fragte sie erstaunt.
„Enttäuscht Sara, aber nicht deinetwegen, sondern einfach nur, dass ich dich erst einen Tag vor der Hochzeit wieder in die Arme schließen und dich erst dann wieder küssen kann.", sagte er ehrlich."
„Ich weiß, Bugman, aber ich verspreche dir, ich mache es wieder gut. Ich habe da so eine Idee.", grinste Sara.
Sie lag immer noch mit geschlossenen Augen auf der Couch und stellte sich vor, wie Gil sie in die Arme schloss und sie zärtlich küsste.
„Woran denkst du Liebes?", fragte Gil, als Sara ein paar Sekunden lang schwieg.
„An dich und daran wie du mich küsst.", antworte sie prompt und erschrak selber über das, was sie gesagt hatte.
Gil lachte leise und freute sich über Saras Antwort.
„Ist es schön, gefällt es dir?", ging Gil einen Schritt weiter.
Ich hoffe Sara versteht es nicht falsch. Aber ich kann auch an nichts anderes denken, seit ich sie höre. Wobei ich wohl noch an viel mehr denke als an küssen.
„Oh ja.", hauchte Sara ins Mikrofon.
Jetzt war es an Gil, der die Augen schloss und Saras Atem und ihrer Stimme lauschte.
„Ich wünschte du wärest hier. Weißt du ich würde gerne das nachholen, zu was wir an dem Wochenende in Las Vegas keine Zeit hatten.", flüsterte Sara mit belegter Stimme.
„Sara, ich vermisse dich so. Wie gerne würde ich dich jetzt in meinen Armen halten, dich küssen, berühren und verführen.", zärtliche Worte, mit denen er Sara zeigen wollte, wie sehr er sie vermisste.
So hatte ich mir unser Gespräch niemals vorgestellt, aber es ist schön, wenn mir Gil diese Dinge sagt.
„Mach' die Augen zu, Gil und stelle es dir vor.", bat Sara mit leiser Stimme.
Jetzt war es an Grissom die Augen zu schließen, er genoss es, Saras Stimme dadurch intensiver wahrzunehmen. Die Reaktion darauf ließ nicht lange auf sich warten und er spürte sie in seiner Hose, als Sara mit erotischer Stimme weitersprach.
„Stell' dir vor, wie ich dich ebenfalls berühre. Ich sehne mich so nach dir."
„Gott Honey, du glaubst nicht, wie sehr ich mir den 16. August herbeisehne.", vernahm sie Grissoms Stimme.
„Doch Bugman, das glaube ich dir und ich kann es dir nachempfinden. Denn ich vermisse dich auch so. Sieh es so, andere Paare sind keusch bis zur Hochzeit, wir müssen nur 2 Monate überstehen.", lachte Sara.
Gil konnte nicht anders, er musste bei dem Gedanken ebenfalls lachen.
„Stimmt Liebes, da hast du recht. Ich denke du solltest jetzt ins Bett gehen. Catherine wird sicher morgen ziemlich früh bei dir auftauchen.", lenkte Gil auf ein anderes Thema.
Ich muss das Gespräch ablenken, sonst halte ich es nicht mehr aus. Auch wenn ich jetzt erstmal eine eiskalte Dusche brauche und hoffe sie hilft.
„Ja stimmt. Catherine kommt morgen. Sie will mir helfen, mein Brautkleid auszusuchen. Gil es war schön dich zu hören. Denk an mich und träume von mir.", schloss Sara mit einem Lächeln.
„Du wirst sicher wunderschön aussehen, Honey. Träumen werde ich ganz sicher von dir, nachdem Gespräch. Ich denke immer an dich, meine Sara.", sagte Gil leise.
„Das ist schön, Bugman. Ich liebe dich, Gil. Schlaf gut.", gab Sara ebenso leise zurück.
„Ich dich auch, Sara. Gute Nacht."
Als sie das Knacken in ihren Kopfhörern hörte, legte sie sie ebenfalls ab, fuhr ihren PC runter und ging ins Schlafzimmer. Ihre Gedanken drehten sich immer noch um das Gespräch mit ihrem Verlobten.
Warum ich das Gespräch umgelenkt habe, weiß ich auch nicht.
Seufzend ließ sie sich auf ihr Bett fallen, mit weit geöffneten Augen betrachtete sie die Schattenspiele an der Decke, die das Licht von der Straße erstellte.
In Gedanken war sie bei Gil, wie gut es sich angefühlt hatte, als er sie das letzte Mal berührte. Gedankenverloren berührte Sara ihre Brüste unter ihrem Top, dass sie zum Schlafen trug, hielt sie, wie er sie gehalten hatte. Aber ihre Hände waren kleiner und vermittelten nicht dieses sanfte Drängen. Wie er ihre Brustspitzen berührt hatte. Es war nur eine flüchtige, zärtliche Liebkosung gewesen, doch hatten sie sich sofort aufgerichtet. Jetzt streichelte sie sie selbst. Ja, genauso hatte es sich angefühlt. Sara wünschte Gil würde es jetzt tun.
Sie stellte sich vor, wie wundervoll seine Zunge sich anfühlen würde und sein Mund, wenn er an den Knospen saugte. Heißes Verlangen durchflutete sie. Sara gefiel wie er sie immer ansah, ihren Mund, die Brüste, ihren Po und die Beine. Sie ließ die Hände an ihrem Körper hinuntergleiten, als könnte sie Grissoms Blick fühlen. Und in gewisser Hinsicht konnte sie das auch, warm und tastend, wie seine Hände.
Bei dieser Vorstellung spürte sie sofort ein süßes Prickeln an ihrer empfindsamsten Stelle. Gil war nicht einmal hier, und trotzdem erregte es sie heftig, an ihn zu denken. Sie sehnte sich nach seiner Berührung. Sara wollte, dass er mit seinem Mund auf ihren Brüsten und zwischen ihren Beinen eine heiße, brodelnde Lust in ihr entfachte. Sie wollte, dass er sie mit seiner Zunge verwöhnte und zur Raserei brachte. Sie wollte seine Erektion, die er nicht verbergen konnte, in den Händen halten und dann tief in sich spüren.
Die Augen geschlossen, stöhnte Sara und schob eine Hand unter den Gummizug ihrer Pyjamahose. Mit der anderen streichelte sie ihre aufgerichteten Brustknospen und stellte sich vor, Gils Zunge umspiele sie. Völlig in ihrer Fantasie versunken, liebkoste sie mit einem Finger ihren sensibelsten Punkt und tauchte in die lustvollen Gefühle, die sie beherrschten. Oh ja, und seine Zunge würde sie auch dort reizen und necken.
Ein sinnlicher Schauer überlief Sara bei dieser Vorstellung. Er würde sie zärtlich streicheln und verwöhnen. Ja, mit seiner Zunge würde er sie um den Verstand bringen, immer schneller und schneller, während er hart wurde und zuckte….
„Nimm mich!", flüsterte sie heiser, als sie zum Höhepunkt gelangte.
Wenn Gil sie jetzt nur sehen könnte, in sie eindringen würde, nachdem er ihr einen solchen Orgasmus beschert hatte. Wenn er sich nur dem lustvollen Liebesspiel mit ihr hingeben könnte, um selbst zu kommen.
Ach, wenn Gil nur bei ihr sein könnte.
Und wenn sie nur nicht allein wäre.
(When I first saw you, I saw love. And the first time you touched me, I felt love. And after
all this time, you're still the one I love.)
Looks like we made it
Look how far we've come my baby
We mighta took the long way
We knew we'd get there someday
They said, "I bet they'll never make it"
But just look at us holding on
We're still together still going strong
You're still the one
You're still the one I run to
The one that I belong to
You're still the one I want for life
(You're still the one)
You're still the one that I love
The only one I dream of
You're still the one I kiss good night
Ain't nothin' better
We beat the odds together
I'm glad we didn't listen
Look at what we would be missin'
They said, "I bet they'll never make it"
But just look at us holding on
We're still together still going strong
You're still the one
You're still the one I run to
The one that I belong to
You're still the one I want for life
(You're still the one)
You're still the one that I love
The only one I dream of
You're still the one I kiss good night
.... TBC
