Die Tage des Raben

Von Slytherene

Disclaimer: Alle Figuren und Flüche und Sonstiges aus dem Harry-Potter-Universum gehören ausschließlich der genialen J.K. Rowling. Mir gehören nur die Gargoyles, Medeora, die Nixe, die schrägen Orte und der Plot.

Ich verdiene auch nix damit.

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An meine lieben Reviewer:

Vielen, lieben Dank für Eure Reviews! Ich spendiere heiße Schokolade mit Schuss!

Trabekel: Auf das „Frühwarnsystem" bin ich auch stolz. Und natürlich muss eine Fürstin angemessen Hof halten, nur passte das Gesinge nicht in das erste „Fürstinnenkapitel". Ja, die Gargoyles haben noch eine Rechnung offen mit Crabbe und Goyle. Die wird noch mal irgendwann beglichen, versprochen.

Noir13atra: Ich finde, Lucius ist eine tolle Figur. Ziemlich attraktiv und hinreißend böse. Allerdings sieht er im Film besser aus als er in der Beschreibung von J.K. wegkommt. Du hast Recht, er ist kein Sympathieträger und ihm wird auch noch ganz anders werden. Und er kommt jetzt gerade ziemlich ungelegen, aber so isser halt, der böse Bube.

Rosi: Willkommen an Bord. Schön, dass Du dabei bist und auch reviewst, was genau Dir gefällt. Und danke für die Kekse! # freu #

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WARNUNG: Diese Fiction hat das Rating T und das ist Absicht. Am Ende wird es heute heftig.

Musik: Für das Ende die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte", Titel: „Der Hölle Rache…"

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Voldemorts Zeuge

Lapidis stand still wie eine Statue. Den Stab hatte er wieder an den Alten übergegeben, der als Zeremonienmeister fungierte.

Dieser stieß ihn nun dreimal auf den Steinboden und rief laut: „Sir Malfoy, Botschafter des Dunklen Lords, den Herrn des Schlosses."

Von den Rängen ertönte verhaltener Beifall.

Malfoy verzog das Gesicht zu einem falschen Lächeln und deutete eine Verbeugung an.

Er ging zielstrebig auf die Loge mit den Zeichen Slytherins und Voldemorts zu und setzte sich auf einen der kunstvollen Stühle. Die Schlangen in den aufwändigen Schnitzereien begannen sich heftig um die Lehne des Stuhls zu winden und ihre smaragdenen Augen funkelten kalt und hell.

„Fürstin, der Dunkle Lord sendet mich, um die Überreste des Verräter Snape – er spuckte den Namen förmlich aus – zu beschauen. Eine Leichenschau ist also mein Auftrag.

Ihr seht mich erstaunt, da ich jetzt mit großem Bedauern feststellen muss, dass mein guter Freund Severus – die letzten Worte sprach er mit deutlicher Ironie in der Stimme und er nickte Snape dabei breit grinsend zu – immer noch unter den Lebenden weilt. Nach den Worten Eures Boten wolltet Ihr doch das Urteil des Dunklen Lords, Eures Herrn, wie ich betonen möchte, wortgetreu vollziehen?"

Nur für eine Sekunde erschien auf Stirn der alten Fürstin wieder die steile Furche, die Severus schon einmal gesehen hatte, bevor sie die Runenschrift vor dem Kamin in der Steinernen Halle hatte explodieren lassen. Doch sofort wurde ihr Miene wieder glatt und undurchdringlich, und sie sah Malfoy direkt an. Dieser zuckte auf seinem Sitz kaum merklich zurück.

„Diener des Dunklen Lords", begann sie ruhig und nicht einmal laut, dennoch hallte ihre Stimme mit einem harten Klang von den Wänden wider, „Euer Herr weiß genau, dass das Gesetz uns bindet, seine Befehle zu befolgen. Dein Erscheinen lässt Uns" – und sie betonte den Pluralis majestatis überdeutlich - "nicht an Seinem Vertrauen zu Unserer Treue zweifeln, da die Entsendung eines Zeugen ein übliches Vorgehen ist. Dies wäre auch Euch bekannt, wenn Ihr wie Wir dem Herrn des Schlosses seit Jahrhunderten treu dienen würdet. Aber Wir vergaßen wohl, dass Ihr nur ein Mensch seid, Sir Malfoy, mit einer bescheidenen Lebensspanne."

Sie betonte das Wort „Sir" auf unbestimmte Art, die sowohl Spott als auch Verachtung bedeuten konnte.

Lucius Gesicht wurde blass vor Zorn und er ballte die Fäuste um seinen eleganten Gehstock, der seinen Zauberstab enthielt. Die Knöchel seiner Hand zeichneten sich weiß ab.

Severus unterdrückte ein Grinsen, sein Gesicht eine undurchdringliche Maske. Diese Beleidigung zu schlucken war sicher hart für Lucius, den stolzen Reinblüter, der von seiner Einzigartigkeit überzeugter war als jeder andere Todesser.

‚Ich stehe im Inneren Zirkel der Macht, Ihr seit nur die niederen Geschöpfe des Meisters, nicht bedeutender als Kellerasseln!' rief der blonde Slytherin erbost aus, allerdings tat er das wortlos. Die Gedanken waren jedoch so intensiv, dass sie Snape erreichten, ohne dass dieser Legilimentik angewendet hätte. Er hatte nur Malfoy genau im Blick gehabt. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke, und Snapes dunkle Augen ruhten fest in Malfoys kalten, grauen.

Ein Ausdruck tiefen Hasses und tödlicher Wut huschte über Lucius Gesicht. Er hat gespürt, dass der andere Zauberer seine Gedanken gelesen hatte. Severus verhüllte seinen Geist. Die Atmosphäre in diesem Gewölbe schien Gedanken nur zu leicht zu transportieren. Und Voldemort schien tatsächlich Zweifel an der Treue seiner Kellerkinder zu haben, sonst hätte er nicht seine „rechte Hand" als Botschafter gesandt. Für unbedeutende Aufträge war der arrogante Magier viel zu wichtig.

„VerzeihtUns also die Belehrung, Botschafter Malfoy", nahm die Herrin der Gargoyles nun den Faden ihrer Rede wieder auf.

„Ja, wie Ihr seht, ist Euer Verräter noch am Leben. Wir haben uns erlaubt, ihn ein wenig herrichten zu lassen, damit er bei dem folgenden Ritual ausreichende Kräfte hat, um uns bis zum Abschluss erhalten zu bleiben. Dieses Ritual ist mehr als tausend Jahre alt, und kein Herr des Schlosses hat es uns jemals versagt, seinen Willen auf unsere Art zu erfüllen."

„Ein Ritual?" In Malfoys kalten Augen erschien ein gieriges Glitzern. Die Vorfreude auf ein archaisches Blutvergießen war deutlich in seinen Zügen zu lesen.

‚Lucius, du widerliches Monster' dachte Severus so offen und heftig wie er konnte.

„Deine Beleidigungen werden dir gleich vergehen, Snivellus" antwortete sein ehemaliger „Freund" laut und grinste breit.

„Wenn Ihr bereit seid, Sir Malfoy, wollen wir beginnen", wandte sich nun Martialis, der bisher ruhig auf seinem Platz sitzen geblieben war, an Lucius.

Lapidis war verschwunden.

„Das Volk wartet", setzte Martialis hinzu, mit einer Geste über die Reihen der wartenden grauen Gargoyles weisend, deren Augen nun wieder erwartungsvoll glommen.

„Oh, selbstverständlich", Malfoy machte eine zustimmende Handbewegung und lehnte sich nun selbstsicher lächelnd auf seinem Sitz zurück.

‚Ich kann es nicht erwarten, dich schreien zu hören, Snape!' sandte er Severus einen Gedanken.

‚Träum weiter, du Biest' antwortete Severus telepatisch, dann verhüllte er seine Gedanken wieder, nur um die Barriere einen kurzen Moment später noch ein letztes Mal sinken zu lassen. „Übrigens, ich habe mit Narcissa geschlafen, während du in Askaban gesessen hast."

Er sah wie Lucius ohnmächtig vor Zorn nach seinem Stock griff und den Zauberstab herauszog, aber Martialis stellte sich dem wutentbrannten Zauberer in den Weg.

„Sir, das Ritual - es beginnt."

Das wiederum traf zu, und nun war es an Severus, große Augen zu machen. Die Fürstin zog ihn an der Kette wie einen Hund hinter sich her, und sie standen nun mit dem Rücken zu Loge und Tribüne. Sie hatte sich hoch aufgerichtet und hielt einen grauen Stein in ihrer Hand, aus dem ein greller Lichtstrahl zuckte. Mit diesem brannte sie ein sechseckiges Gebilde in den felsigen Boden, einem Pentagramm gleich. Aus einem silbernen Ring in ihrer anderen Hand, der einen herrlichen Saphir trug, quollen Schwaden von blauem Rauch. Severus konnte kaum durch den dichten Nebel hindurch sehen, alle die weiter entfernt standen sahen sicher gar nichts, doch dann geschah es:

Das Hexagramm begann nun in den Boden hinein zu versinken. Als sich der azurfarbene Rauch einige Zeit später langsam auflöste, befand sich in der Mitte der kreisförmigen Arena eine auf zwei großen senkrechten Stalagmiten aus Amethyst ruhende Schieferplatte, die offensichtlich einen Altar darstellte.

Severus sog hörbar die Luft ein. Was sollte das? Wollte sie ihn nun doch umbringen?

Auf einen Wink von ihr kamen vier Wächter und verfrachteten ihn auf den steinernen Altar, in dessen glatte Oberfläche große Runen eingraviert waren. Er hatte noch die Runen für „Blut", „Herz", „Odin" und „Vogel" ausmachen können, bevor die Wächter ihn mit silbernen Ringen, diein den schwarzen Stein eingelassen waren, an Hand- und Fußgelenken fesselten.

Die Fürstin, die nun greis und gebeugt wirkte, ließ eine Kugel aus hellem Licht aus ihrer geschlossenen Hand empor steigen. Der Lichtball zerplatzte in einer schwachen Explosion, und über Severus erschienen die Runenworte aus der Steinernen Halle, Voldemorts Urteil.

„Fürstin der Steinernen Halle, Dein Herr gebietet, den Verräter zu vernichten" las er. „Nie wieder soll er die Sonne aufgehen sehen. Lass ihn Dein wahres Antlitz sehen, auf dass er gezeichnet sei von Deiner Macht."

Der Chor begann einen getragenen, langsamen Choral. Die tiefen Lagen dominierten. Langsam schwoll die Musik an, und die Melodie schraubte sich mit konstantem Crescendo in die Höhen. Die Frauenstimmen setzten ein, und das Werk wurde zunehmend dissonanter. Der Altar begann sich immer schneller zu drehen, oder drehte sich die Halle um den Altar? Severus verlor die Orientierung. Nur das alte, blaue Antlitz der Fürstin blieb unverändert über ihm. Sie lehnte über dem Altar, die Augen in Konzentration geschlossen.

Die Stimmen der Frauen waren jetzt von der Musik losgelöste, schrille Schreie, wie Krähen flattern sie inkonstant über dem dumpfen Summen der Bässe und Baritonlagen.

Nun fielen auch die Zuschauer in die schauerliche Sinfonie ein. „Sang, sang, sang", das französische Wort für „Blut" riefen sie in einem fordernden Rhythmus, wieder und wieder.

Severus wurde schwindelig, er dachte an Lilis schmales Gesicht, an Loreleys grüne Augen und schließlich begegnete er dem Blick der Fürstin und hielt sich verzweifelt daran fest.

„Vertrau mir, Severus, egal was geschieht und halte deine Okklumentik-Barriere hoch", wisperte ihre Stimme in seinem Kopf.

Ihre Augen leuchteten in einem hellen Grün, sie entblößte ihre weißen langen Eckzähne und nur er sah nun ihr Wahres Gesicht:

Ihre Haut war weiß wie Schnee, nicht eine Falte entstellte ihr bleiches Gesicht und ihre Lippen leuchteten rot wie Blut. Schwarze Zöpfe, schimmernd wie Reptilienhaut und sich wie Schlangen windend, umspielten ihr Haupt. Ihre Pupille schrumpfte zu einem dunklen Punkt zusammen, und in ihrer Iris glitzerten rotgoldene Funken.

„Deine Barriere!" mahnte ihre Stimme ihn lautlos. „Jetzt!"

Er konzentrierte sich hart. In ihrer Hand hielt sie plötzlich eine silberne Sichel und er hielt entsetzt den Atem an, als sie das magische Messer in seiner Brust versenkte und mit beiden eiskalten Händen in ihn eindrang. Er verspürte keinen Schmerz, doch seine Augen weiteten sich in namenlosem Entsetzen, als sie ihre blutüberströmten Hände aus seiner Brust zog, und sein zuckendes, schlagendes Herz über ihm in die Höhe hielt.

Der Raum hörte auf sich zu drehen.

Die Steinkreaturen auf den Rängen brüllten vor Erregung. Severus sah Lucius Malfoy in der Loge. Mit fiebrigem Blick, die silbrig grauen Augen weit aufgerissen, den Mund geöffnet, den Speichelfaden in seinem Mundwinkel nicht bemerkend, starrte Malfoy die Fürstin an, als sie ihre langen Fänge in Severus Snapes noch schlagendes Herz stieß.

TBC

Ja, das ist mal ein Cliffhanger, hm? Aber ich wollte Euch noch etwas Besonderes bieten, bevor ich jetzt EINE WOCHE KANUFAHREN GEHE. Leider ohne Laptop und Internet, aber mit meinem Schreibblock, versprochen.

Ich würde ja lieber in meinem warmen Wohnzimmer sitzen und Euch weiter unterhalten, aber mein Nachwuchs verlangt nach „echten" Abenteuern und Frieren auf dem Campingplatz , und das im Oktober!

Und ich hätte Euch den Cliffhanger auch gerne erspart, aber die Fortsetzung ist einfach noch nicht „publikationsreif", sorry.

Also bitte, bitte, führt keine Regentänze auf und hasst mich nicht zu doll. Zur Überbrückung empfehle ich das vierte Kapitel der Geschichte „Oktobermond" von textehexe ( Werbung mach ).

Das nächste Kapitel wird übrigens „Die Vernichtung des Verräters" heißen und kommt Sonntag in einer Woche, falls ich nicht beim Kanufahren ertrinke.

Ich verrate, dass es Lucius noch ganz anders werden wird und für alle Fans von Medeora: Sie ist wieder dabei und bringt noch jemanden mit.

Ganz wunderschöne Herbstferien wünscht Euch

Eure Slytherene