So, da bin ich wieder!
Jo Lizard: Ja, genau! nur eine Chronologie ... ggg ...Und was Snape betrifft ... hmmm ... ich sach nix! ;b
schnabeldame: mich wie ein Schneekönig freu dankedankedanke für deine Beurteilung! Du bist klasse!
Tiberitus: danke, hab mir auch Mühe gegeben, hoffe es gefällt auch weiterhin ... und Snape ... ;P ... das ist die Preisfrage, was? ;P
laser-jet: da haste Recht, ich mag Wochenende auch! :D
Und jetzt gehts weiter!
Kapitel 11: Gründe
„Naja", begann er. Was hatte er empfunden? Wie hatte er sich gefühlt, als er sich gerade aus Voldemorts geistigem Griff befreit hatte?
Harry schaute seinen Lehrer verwundert an, als es ihm langsam dämmerte.
„Ich war völlig ruhig. Als ob – gar nichts passiert wäre."
Snape nickte grimmig, so als ob er das erwartet hatte. Die anderen vom Phönixorden waren überrascht, empört. Der Hauslehrer von Slytherin hakte schnell nach.
„Keine Kopfschmerzen? Keinerlei Verwirrung?"
Wieder waren alle schlagartig still.
Harry erkannte, wie ungewöhnlich es war, dass ihn dieser ‚Zusammenstoß' mit Voldemort so gar nicht berührte.
„Nein, gar nichts", antwortete er, worauf Snape noch eine letzte Frage stellte. Leise und nachdrücklich.
„Und ihre Narbe, Potter?"
Harrys Hand fuhr hoch und über seine Stirn. Die Blitznarbe fühlte sich so an, wie jedes andere Stückchen Haut auch. Kein Schmerz, kein Jucken oder Brennen.
„Auch nichts", meinte Harry erstaunt und er schaute den Professor verwundert und fragend an. „Sonst dauert es immer, bis sich alles wieder beruhigt hat. Aber heute...das alles ist wie ... wie weggeblasen. Was bedeutet das alles, Professor?"
Der Zaubertränkelehrer hatte die Aufmerksamkeit aller.
Totenstille.
Er betrachtete seinen Schüler abschätzend, als wollte er entscheiden, wie viel er erzählen sollte. Sein Blick schweifte über die anderen Hexen und Zauberer.
„Zuerst möchte ich noch einmal betonen, dass es nur eine Vermutung ist und es auch völlig anders sein kann."Snape brach kurz ab und dachte nach wie er seine Gedanken darlegen sollte. Keiner unterbrach ihn. Sie wussten, wenn Snape eine ‚Vermutung' hatte, lag er fast immer richtig. Und wenn er überlegen musste, wie er etwas darstellen sollte, war es meistens recht heikel.
Nach einigen Momenten atemloser Spannung fuhr der Tränkemeister fort.
„Ich erkläre ihnen erst einmal, welchen Fluch der Dunkle Lord benutzt hat. Es war der so genannte Efflo Animus. Er trennt den Geist vom Körper und ist ungemein schmerzhaft. Der Vorgang ist mit dem Kuss der Dementoren vergleichbar."
Bei dieser Erwähnung wurde Harry blass und Mrs Weasley schrie auf. Snapes Zuhörer wurden unruhig und der Tränkelehrer von Hogwarts wartete, bis wieder Stille eintrat.
„Ich sagte, der Efflo Animus ist mit dem Kuss eines Dementoren vergleichbar, aber es ist nicht das gleiche. Zum einen wird die Seele nicht eingefangen, sondern ‚nur' vom Körper getrennt. Zum anderen stirbt der Betroffene sofort, wenn der Fluch seine volle Wirkung entfaltet und lebt nicht weiter."
Snape verzog grimmig das Gesicht.
„Es ist ein Glück, dass dieser Fluch unglaublich kraftraubend ist und vor seinem Aussprechen eine enge geistige Verbindung zu dem Opfer aufgebaut werden muss, ansonsten..."Er beendete den Gedanken nicht, weil die anderen auch so wussten, was er meinte.
Mr Weasley ergriff das Wort: „Wenn das stimmt was sie sagen, Professor, wie konnte Harry das dann überstehen?"
„Dazu komme ich jetzt", antwortete Snape. „Sie entsinnen sich sicher, was der Direktor über den Vorfall im Ministerium berichtet hat. Dass der Dunkle Lord sich nicht vorzustellen vermag, was in einem Menschen vorgehen, geschweige denn es ertragen kann."
Er blickte Harry bei diesen Worten betont nicht an.
„Und genau das ist der Punkt: Potter hat seine allerschlimmsten Erinnerungen, wie soll ich es ausdrücken? Gebündelt und konzentriert auf den Dunklen Lord – projiziert. Und das war für IHN zu viel."
Blanke Stille.
Aller Augen klebten buchstäblich an Snapes Lippen. Nur Green machte eine fahrige, erschreckte Bewegung, hatte sich aber gleich wieder unter Kontrolle. Nach einigen Sekunden begannen alle plötzlich aufgeregt durcheinander zu reden. Wer sich nicht dazu äußerte war Harry. Er starrte vor sich auf den Tisch. Seine Gedanken kreisten.
Hatte Snape Recht? Hatte er dieses Dementor - Äquivalent eines Fluches mit seinen Erinnerungen und Gefühlen durchbrochen? Wenn ja, wie war das möglich? Wenn nein, was war dann wirklich geschehen?
Harry hatte erlebt, wie Voldemort ihn zu beherrschen versuchte, um ihn nur Augenblicke später wieder freizugeben. Es war möglich, dass Snape Recht hatte, aber war das wirklich schon alles? Hatte Snape alles erzählt, was er wusste oder vermutete, oder gab es da noch mehr?
Harry hob den Kopf und begegnete Snapes pechschwarzen Augen. Er hatte ihn bis jetzt beobachtet und die Fragen der anderen Ordensmitglieder ignoriert.
„Warum?" fragte Harry laut in die erregt streitende Menge hinein.
Lupin und die Weasleys, die hinter Harrys Stuhl diskutierten wurden still. Langsam ebbte das Getöse ab.
„Wie war das möglich?"Harry starrte Snape gebannt an. Sein Lehrer erwiderte diesen Blick sehr unwillig.
„Genau darüber bin ich mir nicht ganz klar. Es kann sein, dass es einfach nur an ihrer – geistigen Verfassung (Snape brachte es nicht über sich Harrys Charakter oder Gefühle auch nur im Entferntesten zu loben) liegt. Möglicherweise hängt es mit der Verbindung zwischen ihnen und dem Dunklen Lord zusammen. Oder ihrem Okklumentik - Unterricht. Oder die Wut ließ IHN unvorsichtig werden."
Snapes Gesicht war undurchdringlich, doch Harry hatte das Gefühl, dass der Zaubertränkemeister nicht ganz bei der Sache war und über etwas anderes nachgrübelte.
„Vielleicht ist es ja auch alles zusammen", schnarrte Moody dazwischen. „Mich würde eher interessieren, was mit Du-weißt-schon-wer jetzt los ist. Hat es für ihn irgendwelche Konsequenzen?"
„Würde mich auch interessieren", murmelte Bill an Harrys Seite. Die anderen nickten.
„Also, der Efflo Animus wurde nicht auf den Dunklen Lord zurückgeworfen, falls sie das meinen, schließlich lebt er ja noch", stellte der Ordensspion klar.
„Bedauerlicherweise", flocht Green ein und so mancher grinste.
Snape schickte wieder einen undefinierbaren Blick in Richtung des blonden Zauberers.
„Ja, bedauerlicherweise. Ansonsten ... Es kann sein, dass er monatelang mit der Erschöpfung zu kämpfen hat, aber auch, dass er sich binnen einer Woche wieder völlig erholt hat."
„Kurz gesagt", fasste Green zusammen, „du weißt es nicht, richtig?"
„Genau", stimmte der Tränkemeister lakonisch zu und wollte dann wissen: „Wie spät ist es? Und wann wollte Dumbledore wieder hier sein?"
Hestia Jones warf einen Blick auch ihre Armbanduhr. „Es ist 20.30 Uhr. Der Direktor wollte bis 21.00 Uhr wieder hier sein."
Wie auf ein Stichwort musste Harry gähnen. Er zitterte am ganzen Körper, so müde fühlte er sich plötzlich.
Mrs Weasley, Mutter die sie war, bemerkte es sofort. „Also, sie anderen können so lange diskutieren, wie sie wollen, aber Harry schaffe ich erst Mal ins Bett. Er schläft ja schon fast auf dem Stuhl ein."
Damit nahm sie Harry am Arm, zog ihn hoch und dirigierte ihn aus der Küche. Harry murmelte etwas, aber zum Protestieren hatte er einfach keine Energie mehr. Er merkte, wie sie die Treppe hochstiegen, in die oberen Stockwerke. Zu dem Zimmer, das er und Ron in den letzten Sommerferien bewohnt hatten.
Mrs Weasley öffnete die Zimmertür und bugsierte den vor Erschöpfung taumelnden Jungen hinein.
Dann eilte sie zu einem Schrank, holte einen Schlafanzug heraus und drückte ihn Harry in die Hände. „Hier, Harry, der hier sollte dir eigentlich passen. In dem Schrank sind auch noch ein paar andere Sachen."
Harry nickte, sehr müde.
„Deine Sachen werden erst später hergebracht, wenn im Ligusterweg alles geregelt wurde."
Harry nickte wieder.
„Ach ja, Hermine, Ginny, Ron und die anderen Jungs sind noch nicht hier. Wahrscheinlich kommen sie morgen um dir Gesellschaft zu leisten."
Harry nickte.
„Gut, ich glaube das war's... Also, hast du noch Fragen, Harry?"
Nicken.
Stille.
Mrs Weasley legte eine Hand auf Harrys Schulter und schüttelte ihn ganz leicht.
„Harry?" – „Hmm...?"
Harry blinzelte sie aus müden Augen verwirrt an.
Die rothaarige Hexe lächelte leicht und strich ihm kurz durch die Haare.
„Nichts, Harry. Gute Nacht."– „Nacht..."
Mrs Weasley lächelte ihn noch einmal an und eilte leise aus dem Zimmer, die Tür hinter sich schließend.
Später wusste Harry nicht mehr wie er es geschafft hatte sich den Pyjama anzuziehen und ins Bett zu kriechen.
Nach einiger Zeit wurde er von einem sehr dringenden Bedürfnis geweckt. Im ersten Moment wusste er nicht wo er war, bis es ihm wieder einfiel.
Ligusterweg – Todesser – Waldhaus – Kopfschmerzen...
...wurden alle verdrängt als ihm klar dass bald seine Blase platzen würde.
Mist. Die ganze Zeit über war er nicht auf dem Klo gewesen und die Leute vom Orden hatten ihm ständig irgendetwas zu trinken regelrecht hineingeschüttet...
Harry sprang förmlich aus dem Bett und eilte barfuss die Treppe hinunter. Das nächste Bad lag im ersten Stock, soweit er wusste...
Dämmriges Licht kam von einigen wenigen flackernden Öllampen an den Wänden. Einiges hatte sich verändert, doch Harry achtete nicht darauf. Er erreichte das Bad, riss die Tür förmlich auf und hetzte zur Toilette hinüber.
...
Nachdem Harry sich erleichtert hatte verließ er das Badezimmer wieder und wollte die Treppe wieder hochsteigen, als er bemerkte, dass sich die Tür zur Kellerküche öffnete und die Ordensleute herauskamen. Offensichtlich hatten sie erst jetzt ihre Besprechung beendet.
Harry ging an einer Seite der Treppe hinter dem Geländer in Deckung und spähte hinunter.
Er entdeckte Madam Pomfrey und Hestia Jones, die sich mit einer dritten Hexe unterhielten und Moody mit Bill und Kingsley Shacklebolt. Ein paar der anderen Hexen und Zauberer kannte er vom Sehen.
Die Halle unter ihm leerte sich schnell wieder und Harry seufzte kurz. Was hatte der Phönixorden wohl besprochen? Den heutigen Tag? Sicherlich. Aber sonst...? Er wüsste es zu gerne.
Harry richtete sich auf und wollte in sein schönes warmes Bett kriechen, als sich die Küchentür öffnete und Snape herauskam, die Tür hinter sich wieder zuwarf und durch die Halle rauschte.
Harry duckte sich schnell wieder. Er hörte wie die Küchentür wieder aufgerissen wurde und jemand eilig herausgeschossen kam.
„Severus, warte!"
Es war Mr Green. Offensichtlich war er wegen etwas sehr aufgeregt. Er eilte dem schwarzgewandeten Zauberer nach und hielt ihn am Arm fest. Jetzt, da niemand sonst mehr in der Halle war, konnte Harry jedes Wort verstehen.
„Das vorhin kann nicht dein Ernst gewesen sein, Severus!"Green war wirklich über etwas aufgebracht. „Eine Erinnerungsprojektion? Das ist doch Schwachsinn! Harry hat doch keine Ahnung wie so etwas gemacht wird, wie sollte er das dann zustande bringen?"
Snapes dunkle Stimme erklang. „Komische Frage, Darius. Denk doch mal scharf nach. Und eine Projektion ist die einzig logische Erklärung die ich für das habe."
„Das glaube ich nicht. Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten..."
Snape schnitt ihm das Wort ab. „Ach ja? Dann nenn' mir nur Eine."
Einen Moment lang herrschte Stille, als Darius Green nach einer Antwort suchte, aber keine fand. Dann schnaubte er kurz. „Du hast aber keinen einzigen Beweis für deine Vermutung, oder? Sonst hättest du Dumbledore gleich davon berichtet!"
„Trotzdem. Ich bin mir fast sicher, dass Potter –"
„Was?" Greens Stimme überschlug sich fast. „Harry Potter hat noch nicht einmal das Talent um einen nicht ganz leichten Trank zu brauen, da glaubst du doch nicht dass er..."
Snape unterbrach ihn mit einer ungeduldigen Handbewegung.
„Erstens: Es muss keine vollständige Projektion gewesen sein. Allein Emotionen sind schon ausreichend. Außerdem, Potters Zustand danach war für eine Projektion absolut typisch, das weißt du. Die Gefühle in Bezug auf diese Erinnerung und diese ‚Vision' waren kurzzeitig ausgelöscht. Und dann der plötzliche Energieschwund, Müdigkeit. Außerdem glaube ich kaum, dass der Dunkle Lord sich selbst außer Gefecht setzen würde, egal mit welchem Fluch. Und Zweitens: Du weißt, dass Talent zum Brauen, oder das Fehlen dessen gar nichts zu bedeuten hat, Geistmagie ist nicht allein an einen Fokus gebunden."
Aus Snapes Stimme klang kalte Wut. Harry wusste, dass man ihn in diesem Zustand nicht reizen sollte und Green schien das auch zu wissen. Er brummte kurz.
„Wenn das stimmt, Severus, und Potter kann wirklich keinen blassen Schimmer davon haben. Dann heißt das, dass... "er brach ab und schüttelte entgeistert den Kopf. „Aber jetzt weiß ich warum du so aufgeregt warst. Wenn es stimmt..."
Green warf Snape einen Blick zu, der ihn wütend zurückschoss.
„Darius, du wirst das für dich behalten. Hast du mich verstanden?"
„Ja ja, schon gut. Ach was. Heute hat das alles keinen Sinn mehr. Wir sollten diese Diskussion auf später verlegen."
Snape grunzte zustimmend, etwas beschwichtigt. „Gut. Ich verschwinde jetzt, Darius. Nacht."
„Hey, nicht so schnell Severus. Kann ich dich nicht auf einen Drink einladen? So spät ist es
ja noch nicht. Außerdem haben wir uns seit einer Ewigkeit nicht gesehen."
Keine Antwort.
Harry konnte sich vorstellen wie Snape Green mit seinem patentierten ‚Ich zerlege dich gleich in deine Einzelteile' – Blick durchbohrte.
Dann hörte er Snapes Stimme.
Mürrisch.
„Na schön. Wenn's denn unbedingt sein muss..."
Es Ploppte zwei Mal und die beiden Männer waren aus der Halle verschwunden.
Harry richtete sich langsam auf und stieg die Treppe wieder hoch.
Er war verwirrt. Worüber hatten sich die beiden Zauberer eigentlich unterhalten? Erinnerungsprojektion? Geistmagie? Und Fokus? Was bedeutete das alles? Hatte es vielleicht mit seinem Okklumentik - Unterricht im letzten Jahr zu tun? Oder – mit den Zauberwegen? Und warum lehnte Green diese Möglichkeit – welche auch immer das war – so vehement ab?
Harry runzelte die Stirn. Heute würde er jedenfalls keine Antwort mehr auf diese Fragen finden. Er beschloss mit Hermine darüber zu reden, wenn sie und die anderen morgen hier ankamen. Wenn sie an diesem Rätsel mithalf sollte es eigentlich zu lösen sein...
Mit diesen Gedanken fiel er ins Bett und versank in einem tiefen und traumlosen Schlaf.
Also, dieses Kapitel endet nicht mit einem Cliff... aber jemand sagte mal, dass das ganze Kapitel ein einziger Cliff wäre... öh, naja, könnte sein, oder?
Ok, ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen und danke noch mal für eure Reviews!!
Bis zum nächsten Mal
Thaia
