xxx Nachdem ich die Bücher im Laufe der Jahre gefühlte hundert Mal durchforscht habe, greife ich in meinen Storys doch immer wieder auf Snape zurück. Für mich wird er immer die Schlüsselfigur schlechthin bleiben.

Ganz besonders ein Satz hat sich in mir eingeprägt, nämlich aus der Unterhaltung zwischen Harry und Voldemort im letzten Buch, als Harry sagt: „Natürlich hat er das zu dir gesagt." Für mich ist das Gespräch in Zusammenhang mit dem alles entscheidenden „Always" der Beweis dafür, wie sehr Snape an Lily festgehalten hat, worauf ich schließe, dass er tatsächlich nie mit einer anderen Frau zusammen war. Man kann das natürlich sehen, wie man will. Trotzdem bin ich bemüht, in meinen Storys am Original festzuhalten, wo es aufgrund Sinn und Zweck geht.

Ebenso wichtig für seine Persönlichkeit finde ich den Satz im fünften Buch, wo Snape sagt: „Ja, Potter, … Das ist mein Job."

Die Stelle ist genial, weil sie besagt, dass er eigentlich eine coole Sau ist, denn streng genommen hätte er ihm genauso gut was auf den Hals jagen können. Ich persönlich fand Harry ja manchmal ziemlich dreist einem Lehrer gegenüber. Ähm, ja, das nur am Rande. Es ist auch nach der Vielzahl an Wörtern, Kapiteln und Storys, die ich schon über ihn zusammen getippt habe, nicht so, als würde ich von ihm loskommen...

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I miss his touch (I have never felt).

I miss his voice (I have never heard).

I miss his looks (I have never seen).

I miss him (the one I have never met).

- houseghost -

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Remorse between the worlds

Kapitel 11

Loslassen

„Wie war es, Severus?"

Snape zuckte gleichgültig mit den Schultern, wie er da vor seinem ehemaligen Vorgesetzten auf dem Boden hockte, den Kopf auf die Hände gestützt. Sein Gesicht hatte einen farblosen Ton, die ungepflegten Haare hingen ihm zu beiden Seiten der Stirn in die Augen.

„Es brannte", murmelte er ohne jegliche Emotion.

„Und danach?"

Langsam hob er den Kopf und blinzelte zu Dumbledore hinauf. „Wie, danach?"

„Als du das Mal hattest. Was war dann damit?"

„Das wissen Sie genau."

Dumbledore seufzte. „Ja. Aber du bist hier, um zu bekennen." Seine Augen blitzten mahnend auf. „Willst du wirklich schon wieder von vorne anfangen? Du musst loslassen, Severus."

Auf Snapes Gesicht tauchte plötzlich ein sardonisches Grinsen auf.

„Ich weiß, was Sie denken, Albus. Sie sind der Psychologe und ich bin der hoffnungslose Fall, richtig?" Gekränkt schüttelte er den Kopf. „Sie wollen, dass ich mich vor Ihnen auf die Couch lege. Aber jetzt raten Sie: diesen Gefallen werde ich Ihnen nicht tun."

Überrascht legte Dumbledore die Stirn in Falten. „Hast du das denn nicht bereits vor vielen Jahren getan?", fragte er eindringlich. „Du warst immer derjenige der drei heimatlosen Jungs, der mir gegenüber am ehrlichsten war. Nicht einmal Harry konnte dich darin schlagen, obwohl ihm hin und wieder in einem Anflug der Wut die Wahrheit auf der Zunge lag."

Snape senkte mit zu schmalen Linien verformten Lippen den Blick. „Das ist mir gleich. Darüber bin ich hinaus. Ich bin fertig mit Ihnen."

„Wirklich?", fragte der alte Zauberer stichelnd. „Wäre es dir lieber gewesen, sie hätten einen anderen an meiner statt geschickt?"

Snape ging nicht darauf ein und begnügte sich damit, seinen Unmut deutlich zu machen, indem er laut hörbar seine Kiefer aufeinander presste.

„Du wolltest sterben, Severus, als du nach ihrem Tod zu mir kamst. Aber was ist jetzt damit? Denkst du nicht, dass es eine Chance wäre, zurückzukehren, um alles wieder gut zu machen?"

„Und wie soll ich das Ihrer Meinung nach anstellen?", bellte er schroff.

„Liegt das nicht auf der Hand? Wenn er erst tot ist, bist du frei. Das Mal wird verblassen, ebenso wie die Erinnerungen daran. Ich bin sicher, die Wahrheit über dich und deinen Mut würde viele von deinen Absichten überzeugen. Ganz besonders, nachdem du einen so bemerkenswerten Menschen wie Miss Granger mit deinen Erinnerungen betraut hast."

„Die Wahrheit!", spuckte er verächtlich. „Außerdem hatte ich keine andere Möglichkeit, Potter wissen zu lassen, was Sie mir aufgetragen haben."

„Das hast du gut gemacht, Severus."

Er schnaubte unbeeindruckt. „Und was ist nun mit Potter, jetzt, wo er es weiß?"

„Du hast gesehen, was passiert ist. Tom ist am Ende. Es kann nicht mehr lange dauern."

Snape schüttelte den Kopf, sodass ihm erneut seine langen Strähnen ins Gesicht fielen. „Diese Demütigung, diese Schmach!"

„Denkst du so gering von dir? Das Leben ist zum Greifen nah. Und jetzt – endlich – stehen dir die Türen offen."

„Noch ist Nagini am Leben", antwortete er matt.

Doch Dumbledore legte plötzlich seine Hand auf Snapes Kopf und drückte ihn unnachgiebig nach unten.

„Da, siehst du?", fragte er aufgeregt. „Sieh hin!"

Snape fuhr zusammen und senkte den Blick in das Denkarium hinein.

„Er wird ihn töten, Albus. Er wird den Jungen töten."

Dumbledore aber ging nicht auf ihn ein. „Geh jetzt", sagte er vollkommen unvermittelt, „jemand anders verlangt meine Anwesenheit."

„Wer?", fragte Snape mit trockener Kehle, obwohl er die Antwort kannte. Er klang so geläutert dabei, dass selbst Dumbledore Mitleid mit ihm hatte.

„Harry. Harry Potter."

Snapes Kinn sackte zu Boden. „Dann war es das?", wimmerte er leise.

„Was meinst du?"

„Sie haben ihn geopfert. Ebenso wie mich."

Ein fast schon amüsiertes Lächeln legte sich über das faltige Gesicht des alten Mannes. „Fängst du am Ende doch an, dich über sie hinaus um ihn zu sorgen?"

Snape funkelte ihn an. „Sie wissen genau, wovon ich rede. Halten Sie sie da raus. Sie haben kein Recht, mich so zu quälen, wo ich es Ihnen anvertraut habe." Er schauderte. „Es war alles umsonst?", krächzte er mit belegter Stimme. „All unsere Bemühungen, all die Jahre – fort. Wofür?"

Dumbleodre runzelte die Stirn. „War es das, Severus? Ich bin mir nicht sicher."

„Wenn der Junge tot ist ..."

„Sieh hin. Was denkst du, passiert hier gerade?"

Er rollte missbilligend die Mundwinkel zurück, dennoch gehorchte er.

„Sie meinen … es ist der Horkrux, nicht wahr?"

Dumbledore nickte gemächlich. „Ich denke, so ist es. Aber das ist mir eben erst bewusst geworden. Wenn Tom ihn zerstört, kann Harry es schaffen."

„Aber - aber wie ist das möglich?", murmelte er ungläubig.

„Du musst gehen, Severus", sagte der alte Mann mahnend. „Sofort. Sonst gibt es kein Zurück. Hast du denn nicht Miss Granger gesehen? So wie sie werden auch andere dein Handeln verstehen. Es gibt noch Hoffnung für dich. Mach etwas daraus."

Snape nickte beflissen und streckte die Arme aus, als ihm in den Sinn kam, dass der Abschied nahte.

„Danke, Albus."

Der alte Mann setzte ein gutmütiges Lächeln auf und empfing seinen langjährigen Weggefährten wie einen Schüler. Einen kurzen Moment drückte er ihn an seine Brust, dann löste Snape sich von ihm los.

Seine Formen verblassten gleich flüchtigem Nebel, die Lebensgeister kehrten auf ebenso sonderbare Weise in ihn zurück, wie sie geschwunden waren.