Disclaimer: Die Urheberrechte an Harry Potter gehören JK Rowling, alles was zu Bleach gehört ist geistiges Eigentum von Tite Kubo. Mit Sicherheit sind da noch ein paar Verlage im Spiel, vor allem Bloomsbury Publishing (Harry Potter) und Shueisha (Bleach).

Die Idee zu dieser Geschichte stammt nicht von mir, sondern von Eradona. Das hier ist eine Übersetzung, für die ich ihre Erlaubnis habe. Ihr findet das Original unter "www. fanfiction (.net)/ s/ 7197392/ 1/ Harry-Potter-and-the-Order-of-the-Bleached-Phoenix" (ohne Klammern, Leer- und Anführungszeichen).

Vielen Dank an FeyiAngel - dieses Update ist für dich. Ich dachte schon, keiner liest meine Übersetzung ;-)
Bei der Übersetzung auf meinem PC bin ich schon ein bisschen weiter. Ich versuche, nicht mehr so viel Zeit zwischen den einzelnen Updates verstreichen zu lassen...


Kapitel 11

Gepäck und Eulen mussten sortiert werden, also gab Hermine die drei neuen Gryffindors kurz an Ron weiter, während sie die anderen zu ihren Hausgefährten und ihren Vertrauensschülern brachte. Dann mussten sie sich noch einmal die ganze Vorstellerei hinter sich bringen, dieses Mal mit Neville, Harry und Ginny.

"Also – was hat euch dazu gebracht, euch für Hogwarts zu entscheiden?" fragte Ron, als er sie zum Tisch der Gryffindors führte. Die drei Neuankömmlinge zogen eine ganze Menge Aufmerksamkeit von denen auf sich, die bereits dort saßen. Ichigo fühlte sich dadurch, als würde er in einer Art Goldfischglas ausgestellt, etwas, das er immer gehasst hatte.

Eine unerwartete Freundschaft zwischen zwei alten Wichtigtuern, dachte Ichigo im Stillen. Laut sagte er, "Meine Mutter ist hier zur Schule gegangen. Sie war Vertrauensschülerin für Hufflepuff und auch Schulsprecherin."

"Wirklich?" sagte Neville, dessen Augen sich bei dieser Information geweitet hatten. "Ich frage mich, ob sich Professor Sprout wohl an sie erinnern würde. Sie ist die Hauslehrerin von Hufflepuff..."

"Wahrscheinlich würde sie das. Sowohl Professor Dumbledore als auch Professor McGonagall taten es", Ichigo zuckte mit den Schultern, als wäre das keine große Sache. "Sogar Professor Snape hat sich an Sie erinnert. Er hat gesagt, sie wäre zwei Jahre über ihm gewesen." Und dass sie eine Art Mentorin für Potters Mutter Lily gewesen war. Aber diese Tatsache würde er noch nicht preisgeben. Nein, er hatte einen Plan, wie er Harry mit diesen Informationen füttern würde – Tröpfchen für wertvolles Tröpfchen… Er würde ihn ködern und den Fisch mit kleinen Anekdoten über seine Mutter an Land ziehen…

"Mensch, Harry – vielleicht kannte seine Mum deine!" sagte Ron mit aufgerissenen Augen. Ichigo hörte, wie Tatsuki und Rukia leise hinter ihm kicherten. Yeah, dachte er, Momo, du hast bei dem hier goldrichtig gelegen. Ron Weasley ist in dieser Rolle perfekt, selbst wenn keine Ahnung davon hat, dass er sie spielt.

"Ja, aber ich kann meine Mum und meinen Dad nicht wirklich fragen, oder?" fragte Harry leise.

"Ich kann meine auch nicht fragen", sagte Ichigo genauso leise. "Sie ist gestorben, als ich neuen war."

"Oh", Ron machte ein langes Gesicht.

"Ichigo", sagte Rukia in diesem zuckersüßen Tonfall, den er verabscheute. Er biss die Zähne zusammen, zählte bis zehn und zischte, "Warum benutzt du diese 'Stimme'? Du weißt, wie sehr ich die hasse!"

"Aber Ichigo, darum benutze ich sie doch!" sie lächelte affektiert. "Du hast da diese kleine Ader an der Schläfe, genau hier", sie drückte einen Finger auf seine linke Schläfe. "Die fängt jedes Mal an zu pochen, wenn ich das mache."

Ichigo warf ihr einen sehr langen Blick zu und zählte zweimal bis zwanzig, ehe er endlich seufzte. Tatsuki bedeckte das Gesicht mit den Händen und lachte.

||Du stehst sowas von unter dem Pantoffel,|| sagte sie zu ihrem ältesten Freund.

||Klappe||, murmelte er. Harry, Ron und Neville starrten die drei mit leicht offen stehenden Mündern an.

"Wie dem auch sei", fuhr Rukia im selben Tonfall. Es gelang Ichigo, nicht zu erschauern. "Vielleicht hat deine Mutter einige ihrer Freundinnen in ihren Tagebüchern erwähnt." Sie lächelte zu Harry hinüber. "Er hat mehrere Tagebücher und Arbeitshefte seiner Mutter; er soll sie für Professor Dumbledore übersetzen, weil sie selber entwickelte Zaubersprüche und –tränke überall darin verteilt hat."

Hermine schloss sich ihnen rechtzeitig genug wieder an, um diesen letzten Teil mitzuhören. "Deine Mutter hat ihre eigenen Zauber und Tränke entwickelt?" fragte sie interessiert, während sie sich setzte. Ichigo nickte.

"Es ist jedoch alles auf Japanisch, weshalb es übersetzt werden muss." Er beugte sich zu Harry hinüber. "Wie war der Name deiner Mutter? Ich kann danach Ausschau halten."

"Sie hieß Lily", sagte Harry eifrig, den Köder schluckend, "Lily Evans; sie war in Gryffindor…."

Ichigo nickte. "Weißt du, ich glaube, ich habe tatsächlich gesehen, dass eine Lily erwähnt wurde… tatsächlich mehrmals. Ich werde mir die Bücher nochmal ansehen und danach suchen müssen. Gibt es noch jemanden, nach dem ich suchen sollte?"

"Ja…" Harry nannte ihm aufgeregt den Namen seines Vaters, Lupins und Sirius'. Ichigo nickte wieder und fixierte den Haken im Mund des Fisches. Er war sich bereits sehr wohl dieser Namen bewusst. Lupin selbst hatte sie Ichigo genannt und Toshiro hatte bereits Sirius Black, Harrys Paten, getroffen, als er in London gewesen war. Sie alle wussten von den Rumtreibern und der Karte. Nur bestimmten Mitgliedern des Orden des Phönix hatten über die Shinigami Bescheid erhalten: die Professoren Snape und McGonagall, Lupin, Tonks, Sirius und ein gewisser Kingsley irgendwas, der ganz tief Undercover im Ministerium arbeitete. Dumbledore plante, noch einem weiteren Mitglied von ihnen zu erzählen, der auf den recht schillernden Namen Mad Eye hörte. Lupin und Sirius hatten ihn außerdem gebeten, ein Auge für die Suche nach Peter Pettigrew offen zu halten… demjenigen, der die Potters tatsächlich verraten hatte. Sirius hatte gesagt, dass Masaki eine gute Menschenkenntnis gehabt hätte und wollte wissen, was sie über ihn gedacht hatte. Toshiro hatte bereits einen kurzen, ziemlich sarkastischen Absatz gefunden, den er den beiden per Eule geschickt hatte. Offensichtlich hatte sie nicht viel von Peter gehalten.

"Lupin…" sagte Rukia gedankenverloren, endlich wieder mit ihrer eigenen Stimme. "Oh! Er ist derjenige, den Professor Dumbledore geschickt hat, um uns in Verteidigung zu prüfen…"

"Das stimmt, das war er", nickte Tatsuki zustimmend. "Ich mochte ihn, er war cool."

"Yeah", sagte Ron düster, "das dachten wir auch."

Hermine starrte jetzt zum Lehrertisch und kaute nachdenklich an ihrer Lippe. "Wer ist das?" fragte sie endlich, was die Aufmerksamkeit aller auf eine untersetzte, krötenartige Frau mit der schrecklichsten pinkfarbenen Strickjacke lenkte, die irgendjemand je gesehen hatte. Nach einem langen Augenblick keuchte Harry auf.

"Das ist diese Umbridge!"

"Huh?" sagten mehrere von ihnen gleichzeitig. Ichigo zuckte bei dem Echo zusammen. Auf diese Weise klangen sie wie ein Schwarm Eulen.

"Sie war bei meiner Anhörung, sie arbeitet für Fudge (1)!"

"Sie arbeitet für Schokolade? Warum sollte sie das tun? Müsst ihr in England nicht für Geld arbeite?" wiederholte Rukia, die die Stirn in winzige Falten gezogen hatte. Einen Augenblick lang starrten sie alle an, ehe Ichigo die Hand vors Gesicht schlug. Tatsuki, deren Schultern zitterten, schaute zur Seite und Harry hustete, während Rons Augenbrauen unter seinem Pony verschwanden.

"Fudge – er ist der Zaubereiminister", erklärte Hermine langsam mit einem gequälten Gesichtsausdruck. "Das ist sein Name – Cornelius Fudge."

"Oh", Rukia wurde vor Verlegenheit knallrot und verbarg ihr Gesicht an Ichigos Schulter. "Upps."

Ichigo verdrehte die Augen. Er würde dem Hut-und Geta-Typ wegen seinem Sprachenarmband schreiben müssen. Es hatte offenbar ein paar Dinge ausgelassen. Das fühlt sich wieder wie 'der Anfang' an, dachte er verschmitzt. Er fuhr damit fort, Mrs. Kröte zu beobachten und lachte schnaubend. "Was für ein netter Pulli. Er sieht aus, als hätte man ihn in Pepto Bismol (2) getaucht." Harry verschluckte sich vor Lachen. Er fand, dass er Ichigos Sinn für Ironie mochte. Er würde eine Menge des vorher erwähnten Medikaments brauchen, wenn diese Frau nun hier unterrichten würde. Und Hermine hatte recht gehabt – sein Englisch war besser als das von Ron.

"Was um aller Welt tut sie hier?" fragte sich Hermine.

Ichigo und seine Freunde wussten es, und nach Hermines Gesichtsausdruck, während sie den Lehrertisch mit Blicken streifte zu urteilen, dachte er, dass sie es ebenfalls herausbekommen hatte. Deswegen sollten Tatsuki und Rukia alle ihre Schulfächer besuchen und sich mit ihr anfreunden. Sie war scharfsinnig… aber Tatsuki und Rukia waren es auch. Harry war Ichigos Aufgabe und Ron war automatisch mit dabei. Hermine wurde den Mädchen überlassen. Er und Uryu jedoch hatten sich rundheraus geweigert, Wahrsagen zu belegen, also war dieses Fach an Momo und Mizuiro gegangen, die beide einfach mit den Achseln gezuckt und fröhlich zugestimmt hatten.

"Nein", murmelte sie. "Nein, sicherlich nicht."

Eine weitere Professorin erschien hinter dem Lehrertisch und ging ganz ans Ende des Tisches wo sie in der Nähe von Professor Snape Platz nahm.

"Die Erstklässler sind endlich hier", sagte Ron, das Ichigo, Rukia und Tatsuki zurück zum Eingang blicken ließ. Einige Augenblicke später öffneten sich die Türen und eine Reihe von größtenteils verängstigten elf- bis zwölfjährigen kam in die Große Halle, hinter Professor McGonagall her. Sie hielt einen Hocker in einer Hand und in der anderen den geflickten, ausgefransten und modrigen Sprechenden Hut. Ichigo hielt sie nur deswegen für "größtenteils" verängstigt, weil sich in der Gruppe ein leuchtend weißer Haarschopf befand, der einem gewissen Kommandanten der Zehnten Kompanie namens Toshiro Hitsugaya gehörte. Er wirkte, im Gegensatz zu den anderen, von der gesamten Prozedur gelangweilt. Direkt neben ihm stand Ichigos Schwester Karin, die aufgeregt, neugierig und eifrig wirkte, während auf seiner anderen Seite Yuzu stand, die den Hals reckte und versuchte, die übrigen versammelten Schüler abzusuchen… ihr großer Bruder war hier nur einer unter vielen rothaarigen Teenagern. Und er hatte noch nicht einmal den leuchtendsten Rotschopf, diese Ehre ging tatsächlich an die vielen Weasleys. Neben ihnen war Ichigos Haarfarbe nicht mehr als ein leuchtendes Erdbeerblond. Der ältere Kurosaki stand seufzend halb auf, was augenblicklich Yuzus Aufmerksamkeit erregte und Erleichterung machte sich auf ihrem Gesicht breit. Toshiro warf ihm einen Blick zu und nickte in seine Richtung, währen Karin ihm zaghaft zuwinkte.

Harry warf Ichigo einen neugierigen Blick zu.

"Meine kleinen Schwestern", er lächelte schwach. "Ob du's glaubst oder nicht, es sind Zwillinge. Wenn du wissen willst, wie meine Mutter mit zwölf aussah, musst du dir nur Yuzu ansehen. Sie wird wahrscheinlich auch genauso aussehen wie sie, wenn sie erwachsen ist."

Harry hätte ihn noch weiter über seine kleinen Schwestern und den Jungen, der sie begleitete ausgefragt, aber seine Aufmerksamkeit wurde vom Sprechenden Hut in Anspruch genommen, der angefangen hatte zu singen. Seine Augen weiteten sich leicht, als er dem Lied zuhörte.

"Ist dieses Jahr etwas abgeschweift, nicht wahr?" bemerkte Ron, während sich seine Augenbrauen vor Überraschung hoben.

"Und das zu Recht."

"Hat er jemals Warnungen ausgesprochen?" fragte Hermine den fast kopflosen Nick, den Geist von Gryffindor, angespannt, als er an ihr vorbei glitt.

"Oh, ja, das hat er in der Tat", antwortete der Geist und lehnte sich in ihre Richtung. Er fing an zu erklären, aber er wurde von Professor McGonagall unterbrochen, die bereit war anzufangen.

Natürlich befanden sich die drei, an denen sie interessiert waren, in der Mitte der Gruppe, und sie mussten eine ziemlich große Gruppe Jugendlicher abwarten, ehe der erste aufgerufen wurde.

"Hitsugaya, Toshiro."

Harry bemerkte, dass es einige böse, belustigt-anzügliche Blicke vom Tisch der Slytherins gab, als sich der weißhaarige Junge auf den Hocker setzte. Er warf ihnen im Gegenzug einen eisigen Blick aus seegrünen Augen zu, als der Sprechende Hut auf seinen Kopf gesetzt wurde. Wir werden sie alle vor Malfoy und seiner Bande warnen müssen, dachte Harry, während er zusah und darauf wartete, dass das Haus ausgerufen wurde. Es dauerte eine ziemlich lange Zeit, während der der Hut auf seinem Kopf saß, ohne irgendetwas zu sagen.

"Ich dachte mit Sicherheit…" murmelte Rukia.

Auf einmal rief der Hut aus, "RAVENCLAW!"

"Guck nicht so überrascht, Rukia", lächelte Ichigo seine Freundin an. "Ich bin es nicht."

"Aber…"

"Sie haben wahrscheinlich miteinander diskutiert", Ichigo zuckte die Achseln. "Erinnerst du dich, jugendliches Genie? Wunderkind? Momo hat Ravenclaw vorausgesagt, obwohl er eine überfürsorgliche Ader hat, die meiner in nichts nachsteht."

Rukia seufzte enttäuscht, sie war sich so sicher gewesen, dass er zusammen mit ihnen in Gryffindor sein würde. "Ich nehme es an…"

"Psst!" brachte Tatsuki sie zum Schweigen. Zwei weitere Schüler wurden eingeordnet, einer nach Slytherin, ein anderer nach Ravenclaw. Und dann…

"Kurosaki, Karin."

Ichigo beugte sich vor und er bemerkte nicht einmal, dass er den Atem anhielt, ehe seine Lungen nach Luft schrien. Rukias Hand schlich sich in seine und sie hielten einander nervös fest. Harry bemerkte, dass sowohl Professor Dumbledore als auch Professor Snape sich gespannt vorgebeugt hatten, und dass Snape Professor Sprout etwas zugeflüstert hatte, die nun ebenfalls mit etwas wie Ungeduld zusah. Karin saß auf dem Hocker; Professor McGonagall setzte ihr den Hut auf den Kopf und noch schneller als bei Uryu rief er aus:

"GRYFFINDOR!"

Karin raste den Gang hinunter, begleitet vom lauten Applaus des Tisches, und warf beinahe ihren Bruder und Rukia um, als sie sich ihnen an den Hals warf. Harry lachte und lächelte über Ichigos überraschtes Grunzen ob ihrer uncharakteristischen Freude darüber, dass sie im selben Haus wie ihr Bruder war. Sie stehen sich nahe, dachte er lächelnd, es wäre schön, wenn sie alle zusammen sein könnten… aber Geschwister kommen nicht immer ins selbe Haus. Die Patils sind nicht zusammen und Sirius und sein Bruder waren es auch nicht. Aber die Weasleys sind alle im selben Haus…

"Kurosaki, Yuzu."

Noch mehr angespannte Erwartung, dieses Mal mit Karin, die zwischen Rukia und Ichigo Platz genommen hatte. Professor McGonagall lächelte dem letzten Mitglied der Familie Kurosaki beruhigend zu, Professor Sprout legte eine Hand auf ihre Brust und beugte sich zur Seite, um Snape mit geweiteten Augen etwas zuzuflüstern. Er nickte als Antwort auf das, was auch immer sie gesagt hatte und sah zu, wie Yuzu auf dem Hocker Platz nahm. Genauso schnell wie bei ihrer Schwester rief der Sprechende Hut ihr Haus aus…

"HUFFLEPUFF!"

Momo stand auf um Yuzu abzuholen, da sie bemerkte, dass sie fast erstarrt zu sein schien, und hielt ihr ihre Hände entgegen. Als ob sie fühlen würde, wie scheu Yuzu war, ging auch die Vertrauensschülerin von Hufflepuff mit Momo mit, um sie zu ihrem Tisch zu führen. Sie beugte sich zu Yuzu hinüber und redete beruhigend auf sie ein. Momo stellte sicher, dass sie zwischen ihr und Mizuiro saß. Sie warf ihrem Bruder und ihrer Schwester einen Blick über die Schulter zu und Karin winkte ihr zu. Professor Sprout weinte beinahe vor Freude: sie hatte Masakis Tochter, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten war, in ihrem Haus… und ihre drei Kinder waren nun in Hogwarts!

"Es wird ihr gut gehen, Karin; Momo wird sich um sie kümmern", beruhigte Rukia sie. Karin nickte und kaute auf ihrer Lippe während sie zusah, wie ihre Schwester zu einem anderen Tisch geführt wurde. Sie war daran gewöhnt, Yuzus Beschützerin zu sein… diese Rolle würde sie nur schwer aufgeben können. Nicht nur das, Toshiro war ebenfalls in einem anderen Haus, also würde sie ihn nicht so oft sehen, wie sie gehofft hatte. Tatsächlich würde ihr Bruder ihn wahrscheinlich öfter sehen als sie.

Die lange Reihe der neuen Schüler war endlich Eingeordnet, gerade als sowohl Rons als auch Ichigos Mägen im Chor zu knurren begannen. Harry blickte von einem zum anderen. Ron fragte sich schamlos wo das Essen blieb, während Ichigo etwas verlegen war. Professor McGonagall nahm Hut und Hocker auf und Professor Dumbledore stand auf. Endlich, dachten alle…

"An unsere Neuankömmlinge", sagte der Professor, "Willkommen! An unsere zurückkehrenden Schüler – Willkommen zurück! Die Zeit für Reden ist später, für jetzt – Haut rein!"

Essen erschien aus dem Nichts auf den Tischen, so viel Essen, dass die Tische kaum zu sehen waren.

"Ausgezeichnet!" sagte Ron, der nach einem Tablett mit Koteletts griff. Hermine und Nick nahmen ihr Gespräch wieder auf, während Ichigo eine Terrine mit Suppe vor ihm entdeckte, das etwas enthielt, das verdächtig vertraut aussah… und es auch war.

"Ist das…" fragte Karin, die darauf herüber spähte.

"Das ist es ganz bestimmt", sagte er glücklich. Sie reichte ihm ihre Schüssel und er löffelte Suppe hinein. "Rukia? Tatsuki?"

"Ja, bitte", sagten beide und hielten ihm ihre Schüsseln hin.

"Was ist das?" fragte ihn Harry. Es roch gut, aber er dachte nicht, dass er es zuvor schon einmal gegessen hatte.

"Miso Suppe. Ein japanisches Gericht", erklärte Ichigo und sah zu Harry hinüber. "Willst du welche?"(3)

"Klar", er streckte seine Suppenschüssel aus, da Ichigo so bereitwillig servierte. Er nahm einen Schluck. "Mm, Das schmeckt sehr gut", sagte er und seine Augen weiteten sich. Es schmeckte viel besser als jede andere Suppe, die er je gegessen hatte..

"Was ist das?" fragte Ron mit vollem Mund.

"Suppe."

Ron schaffte es zu schlucken, als Hermine ihn mit dem Ellbogen anstieß. "Das sehe ich, aber was für eine?"

"Miso – ein japanisches Gericht. Es schmeckt sehr gut", sagte Harry, der zusah, wie Ichigo seine Suppe aß. Er hob seine Schüssel an um zu essen anstatt sie auf dem Tisch stehen zu lassen und den Löffel zu heben. Seine Schwester Karin, Tatsuki und Rukia taten dasselbe, also entschloss sich Harry, es ihnen gleich zu tun. Schließlich war es eine japanische Suppe, also würde er sie so essen wie die Japaner es taten. Ron füllte seine Schüssel und probierte etwas davon.

"Wow, du hast recht – das ist gut", sagte Ron und nahm sich einen Nachschlag. Natürlich führte das dazu, dass auch Hermine und Neville davon probieren wollten. Und als sie sah, dass die anderen etwas neues probierten, wollte Ginny ebenfalls etwas davon.

"Was habt ihr da gesagt, bevor ihr angefangen habt zu essen?" fragte Harry zwischen zwei Löffeln.

"Itadakimasu (4). Ich schätze, es ist so was Ähnliches wie ein Tischsegen vor dem Essen, aber es hat nicht wirklich eine religiöse Bedeutung, jedenfalls nicht mehr", gab Ichigo zu. "Es wird nur als gutes Benehmen angesehen, es zu sagen ehe man zu Essen anfängt." Dann sah er das an, was Harry aß. "Was ist das?"

"Steak und Nierenpastete", Harry deutete auf das andere Nahrungsmittel, das er aß. "Das ist Siruptorte." Er bemerkte etwas anderes auf dem Tisch. "Weißt du, was das ist?"

Ichigos Augen leuchteten auf, als er zu der Stelle sah, auf die Harry deutete. "Curry!" (5)

"Wirklich?" Harry entschloss sich, etwas davon zu probieren, also taten sich die beiden Jungen gegenseitig Gerichte auf, wobei Harry auf seine Lieblingsgerichte deutete und Ichigo ihre erklärte.

Bis sie mit dem Essen fertig waren, waren die vier Neuankömmlinge aus Japan und die kleine Gruppe Gryffindors in ihrer Umgebung alle mit neuen Speisen und Sitten bekannt gemacht worden. Rukia dachte, dass es sehr nett von Hogwarts war, ihnen etwas von ihrer heimatlichen Küche am ersten Abend anzubieten; das ließ sie sich willkommener fühlen.

"Ich mochte den Siruptorte", sagte Karin gähnend. "Onaka ippai. (6)"

Da er die Frage kommen fühlte, lächelte Ichigo die anderen schläfrig an. "Sie hat gesagt 'Ich bin satt'", erklärte er. "Wenn wir mit dem Essen fertig sind, sagen wir 'Gochisosama.' (7) Das ist wie Itadakimasu."

Alles Geplauder erlosch plötzlich, als die sitzenden Schüler bemerkten, dass Dumbledore sich wieder erhoben hatte. Die Aufmerksamkeit kehrte zum Lehrertisch und dem Schulleiter zurück.

"…die üblichen Bemerkungen zum Schulanfang", sagte er gerade. "Zunächst möchte ich die neun neuen Schüler in unserer Hogwarts-Familie willkommen heißen, die von so weit her zu uns gekommen sind." Er lächelte sie an und bedeutete ihnen aufzustehen. "Wir haben eine sehr seltene Gelegenheit von unseren neuen Freunden aus Japan zu lernen und unser Wissen mit ihnen zu teilen und sie ihr Wissen mit uns teilen zu lassen. Also schließt euch mir an und lasst uns ihre Zeit hier zu einer angenehmen machen." Es gab höflichen Applaus und viele Kommentare: "Japan, wirklich?" "Cool!" "Denkt ihr dass sie die Dinge dort wirklich so unterschiedlich angehen?" "Ich frage mich wie gut sie Englisch sprechen? Denkt ans letzte Jahr…" "Oh, meine Güte, der da ist so schnuckelig!" Dieser Kommentar ließ Rukia die Zähne zusammenbeißen, als sie erkannte, dass es eine Ravenclaw war, die Ichigo anstarrte. Sie drehte sich um, damit sie ihr einen Todesblick zuwerfen konnte.

"Entspann dich, Rukia – mach deinen Standpunkt morgen klar", sagte Tatsuki leise.

Dumbledore hob seine Hand um Ruhe zu schaffen. "Ja, ja, ziemlich aufregend, nicht wahr? Nun, die Erstklässler sollten wissen, dass der Verbotene Wald genau das ist – verboten. Tatsächlich sollten sich auch ein paar ältere Schüler inzwischen daran erinnern." Harry, Ron und Hermine tauschten wissende Blicke, da sie sicher waren, dass diese Bemerkung an sie gerichtet war.

"Mr. Filch, unser Hausmeister, hat mich darum gebeten euch alle (zum 462ten Mal nach seiner Zählung) daran zu erinnern, dass es nicht gestattet ist, in den Korridoren zwischen den Unterrichtsstunden zu zaubern, das selbe gilt für die vielen anderen Dinge, die auf der extrem langen Liste stehen, die an seiner Tür aushängt.

"Zwei neue Änderungen im Lehrkörper sind zu verkünden: Ich freue mich, Professor Raue-Pritsche wieder willkommen zu heißen, die wieder Pflege magischer Geschöpfe unterrichten wird; außerdem bitte ich euch, Professor Umbridge willkommen zu heißen, die den Posten des Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Künste übernommen hat.

"Das Probetraining für die Quidditch-Teams der Häuser wird am…"

Er unterbrach sich plötzlich und verwirrte alle, warum er plötzlich zu reden aufgehört hatte, als er sich zu seiner Linken umdrehte und Professor Umbridge ansah, bis sie laut "Chrm, chrm" sagte und aufstand.

"Hat sie gerade tatsächlich den Schulleiter unterbrochen?" flüsterte Rukia ungläubig. Ichigo nickte. Was jetzt? fragte er sich. Er warf den anderen am Lehrertisch einen Blick zu, um ihre Reaktionen abzuschätzen. Professor Dumbledore hatte einen Augenblick lang verblüfft gewirkt, hatte sich aber schnell erholt und wieder Platz genommen, warf dem Neuankömmling einen hingerissen aufmerksamen Blick zu und überließ ihr das Wort. Die anderen waren allerdings nicht so gute Schauspieler wie er. Die Augenbrauen von Professor Sprout hatten sich irgendwo in die Nähe ihres Haaransatzes angesiedelt; und Professor McGonagalls Lippen waren vor Missbilligung so fest zusammengepresst, dass sie nur noch ein dünner Schlitz in ihrem Gesicht waren, während sie die untersetzte kleine rosafarbene Kröte anfunkelte. Professor Snape betrachtete sie, als würde er sie am liebsten kopfüber in einen Kessel voller Gift werfen und nach unten drücken.

"Vielen Dank, Schulleiter", säuselte die rosagekleidete Kröte. Sie hatte eine aufgesetzte Stimme; hoch, zuckersüß, kleinmädchenhaft. Rukia macht das viel besser, dachte Ichigo mit intensiver Abscheu. Er hatte so ein Gefühlt, dass er diese "Chrm, chrms" bald herzlich leid sein würde.

Glückliche kleine Gesichter… Stillstand und Verfall… Fortschritt um des Fortschritts willen ablehnen… Gleichgewicht… Fehleinschätzungen… Praktiken, die verboten gehörten… Oh, ja, die Worte standen an der Wand; in riesig großen rosafarbenen Lettern.

"Ja, nun, das war sicherlich interessant, denkt ihr nicht auch?" Hermine sah sie alle an, als ihre neue Professorin geendet hatte. Ihr Gesichtsausdruck war ungewöhnlich ernst.

"Du meinst doch nicht, dass es dir gefallen hat?" fragte Ron Hermine mit einem glasigen Blick in den Augen.

"Sie sagte interessant Ron, nicht erfreulich", korrigierte ihn Ichigo, dessen Gesichtsausdruck genauso grimmig war wie der von Hermine.

Harry sah Ichigo leicht überrascht an. "Du hast zugehört?"

Ichigo nickte, genau wie Rukia und Tatsuki. Karin jedoch hatte den Kopf an die Schulter ihres Bruders gelehnt und die Augen geschlossen. Sobald ihnen klar gewesen war, dass sie für Fudge arbeitete… hatte die Gruppe aus Karakura gespürt, dass sie zuhören mussten. Auf der anderen Seite der Halle sahen sowohl Uryu als auch Toshiro mit finsteren Minen zu ihnen herüber. Momo sah über die Schulter zu ihnen, ein Ausdruck der Besorgnis flackerte über ihr Gesicht. Nein, Umbridges Worte waren an keinem von ihnen vorbei gegangen.

"Das waren ein paar interessante Ausdrücke, die sie verwendet hat", nickte Rukia zum Beweis, dass sie ebenfalls zugehört hatte. "Stillstand; Verfall; Erneuerung; Fehleinschätzungen..."

"Fortschritt um des Fortschritts Willen muss eine Absage erteilt werden", fügte Hermine mit dem Kopf nickend hinzu.

"Bewahren, was bewahrt werden sollte", Tatsuki stützte das Kinn auf eine Hand und warf dem rosafarbenen Schrecken einen zynischen Blick zu.

"Praktiken ausmerzen, die verboten gehören", schloss Ichigo.

"Das Ministerium mischt sich in Hogwarts ein", endete Hermine düster.

"Es wird interessant sein zu sehen, was nach ihrer Meinung ausgemerzt gehört", bemerkte Ichigo. "Oder wer."

Die Shinigami wussten alles über Umbridge; Byakuya hatte sie bei Harrys Anhörung bemerkt und hatte an diesem Tag eine ziemlich lange Zeit damit zugebracht ihr zu folgen, ihren Gesprächen zu lauschen und ihr Büro zu durchstöbern. Er hatte die Leute Zweiten Kompanie auf sie aufmerksam gemacht, die danach übernommen hatten. Soifons Leute hatten ein gründliches und ziemlich alarmierendes Profil von ihr angelegt, das sie alle gelesen hatten. Wahrscheinlich wussten sie mehr über sie, als Umbridge selber. Sobald sie die Möglichkeit dazu hatten, würden sie dem Seireitei Bescheid geben müssen, wo sie wieder aufgetaucht war, und was sie in ihrer kleinen Rede gesagt hatte.

Schüler standen auf und sie erkannten, dass es Zeit war, in ihre Schlafsäle zu gehen, dass sie entlassen worden waren. Ichigos Blick wanderte hinüber zum Tisch der Hufflepuffs. Yuzu hatte sich Yoruichi um den Hals drapiert und Momo hielt sie fest an der Hand. Die ehemalige Kommandantin der Zweiten Kompanie schwang ihren Kopf zu Ichigo herum. Ein goldenes Auge schloss sich in einem langsamen Zwinkern und er nickte leicht, während die Vertrauensschüler von Hufflepuff die Gruppe in Richtung ihres Gemeinschaftsraums in der Nähe der Küchen führte. Ichigo fühlte, wie Karin ihn am Arm ergriff und sie folgten Ron und Hermine in Richtung des Gryffindor-Turms, ihrem Heim während der nächsten neun Monate.


Anmerkungen der Übersetzerin und der Autorin

(1) Kommentar der Übersetzerin: Fudge = ein Weichtoffee, oft mit Schokoladengeschmack

(2) Kommentar der Übersetzerin: Pepto Bismol = frei verkäufliches, knallrosa gefärbtes Medikament aus den USA gegen Sodbrennen, Übelkeit und Durchfall. Gibt es flüssig und als Kapseln.

(3) Original-Kommentar: Miso Suppe (Miso-shiru) ist eine traditionelle japanische Suppe, die aus einem Fonds, der "dashi" genannt wird besteht, in den eingeweichte Misopaste gemischt wird. Es können viele andere Zutaten hinzugefügt werden, abhängig von regionalen und / oder saisonalen Rezepten und persönlichen Vorlieben. Ich für meinen Teil hätte die ganze Terrine, die auf diesem Tisch stand, auf einmal leer essen können…

(4) Angepasster Kommentar: Itadakimasu oder Itadakimas ist etwas, das fast jeder Japaner sagt, bevor er zu essen beginnt, in fast jeder Situation. In anderen Sprachen wäre ein "Tischgebet" die am ehesten zutreffende Übersetzung, aber für Japaner hat dieser Begriff keine religiöse Bedeutung mehr.

(5) Original-Kommentar: Curry ist eines der beliebtesten Gerichte in Japan, wo es gemäß einer Umfrage aus 2005 pro Person durchschnittlich 125 Mal im Jahr gegessen wird. Es wird gewöhnlich als kare raisu gegessen — Curry, Reis und oft eingelegtes Gemüse, die auf einem Teller serviert und mit dem Löffel gegessen werden, ein verbreitetes Mittagsgericht in Kantinen. Curry wurde in Japan durch die Briten während der Meiji Ära eingeführt (1869–1913). Das japanische Standardcurry enthält Zwiebeln, Karotten, Kartoffeln und manchmal Sellerie, sowie eine Fleischsorte, die in einem großen Topf gekocht wird. Es ist eins von Ichigos Lieblingsgerichten, deshalb ist er so glücklich darüber, es zu sehen.

(6) Original-Kommentar: Wie Ichigo Harry gesagt hat, bedeutet dies wörtlich "Ich bin satt."

(7) Original-Kommentar: Das Gegenstück am Ende der Mahlzeit von itadakimasu. Es bedeutet "es war ein Festmahl" und wird gebraucht um Anerkennung auszudrücken.