Disclaimer: Alles gehört J.R.R. Tolkien. Mir gehört nix, ich hab es für diese Story ausgeliehen und werde es – ohne auch nur einen Cent damit verdient zu haben – wieder zurückgeben. Irgendwann…

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11. Kapitel: Irritationen

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Wie alle Elben benötigte Celeborn nur sehr wenig Schlaf. Dennoch war er am Abend nach der Seeschlacht, wie der Kampf mit den Piraten bereits allenthalben genannt wurde, doch mit einiger Erschöpfung auf das schmale Feldbett seines Zeltes gefallen. Er hatte tief und ohne die üblichen Träume geruht, bis Orophin ihn nun am frühen Morgen mit einem dezenten Räuspern geweckt hatte, um ihm mitzuteilen, dass Elrond sich darüber freuen würde, mit ihm gemeinsam das Frühstück einzunehmen.

Nur kurz hatte Celeborns Blick bei seinem Weg durch das Zeltlager auf der Furt des Anduin verweilt, wo die traurigen Überreste der ‚Butterblume' die Durchfahrt blockierten und das Piratenschiff neben ihr der Havarie zum Trotz noch immer die Ahnung von Gefahr verströmte. Er schien nicht der einzige zu sein, der so empfand, denn entlang des Ufers waren Krieger postiert. Glorfindels Werk, nahm Loriens Herrscher an, der den Vanya gut genug dafür kannte.

Das Lager erwachte so früh am Morgen nur langsam. Keiner hier hatte leichte Stunden hinter sich. Nun, wo zunächst alle in Sicherheit waren, wollten nur wenige zu so früher Stunde bereits auf den Beinen sein. Wer wusste schon, was als nächstes auf sie wartete? Nach einem Piratenangriff musste man schließlich mit allem rechnen.

Ein kaum merkliches Lächeln auf den Lippen durchquerte Celeborn das Lager und steuerte Elronds Zelt an. Er war nur kurz am Tag zuvor dort gewesen, doch hätte er niemals den Weg verfehlt. Celeborn pflegte sich nicht zu verirren, selbst wenn es durch diese nicht gerade kleine Zeltstadt ging.

„Der Herr von Imladris hat wirklich ein geselliges Wesen", raunte Orophin ein wenig verblüfft, als sie sich dem Zelt näherten.

„Schon immer gehabt", murmelte Celeborn, der auch mit leichter Verwunderung zur Kenntnis nahm, dass sein Schwiegersohn den Tisch unter dem Vordach des Zeltes hatte decken lassen. Gesellig mochte Elrond ja sein, aber sein Zelt lag etwas exponiert und der Platz davor mochte kaum geeignet sein, die wichtigen Dinge zu bereden, deretwegen sie eigentlich alle hier eingetroffen waren. Bei Celeborns Eintreffen erhob er sich, ungewöhnlich schlicht gekleidet für einen Elb, der gewöhnlich Roben dem praktischen Habit der Krieger bei weitem vorzog.

Elrond musste seine Gedanken erahnen, denn er schüttelte sofort den Kopf. „Nur ein Frühstück, nicht mehr. Deine Reise scheint mir ereignisreich genug gewesen zu sein, um zunächst ein wenig Erholung zu benötigen."

„Komme ich dir vor wie ein Elb, der Erholung braucht?" knurrte Celeborn, setzte sich aber gleichwohl an den Tisch und registrierte nebenbei, dass sich Orophin neben dem rechten Pfosten des Vordachs aufbaute, bereits wieder ein Buch in der Hand.

„Wir können alle von Zeit zu Zeit etwas Abwechslung brauchen."

Unter Abwechslung verstand Celeborn gewöhnlich etwas anderes. Ein Jagdausflug mit Glorfindel hätte ihm da besser gefallen, als ein Frühstück mit seinem immer viel zu ernsten Schwiegersohn. Andererseits würde die Anspannung noch früh genug dieses Zeltlager heimsuchen und Celeborn war sich im Klaren, dass er eine der Quellen davon sein würde. Schon am Vortag war es ein ungutes Gefühl gewesen, Thranduil an der Furt gegenüber zu stehen. Sie hatten kaum mehr als einen Gruß gewechselt und diesen auch noch in eisigem Ton.

„Du wirst seine Abneigung überwinden müssen", erriet Elrond seine Gedanken. „Dieser Feldzug ist zu wichtig, um ihn an persönlichen Streitereien scheitern zu lassen."

„Zwischen mir und ihm ist keine Streiterei", widersprach Celeborn. Selbst Elrond wusste nicht genau, was die Feindschaft ausgelöst hatte. Thranduils Abneigung gegen Galadriel war eine so willkommene Ausrede gewesen, dass er sich nie die Mühe gemacht hatte, den Irrtum aller anderen aufzuklären. Es gab Zeiten, da hatte er es sogar geschafft, selber diese Variante für wahr zu nehmen.

„Wie schön", sagte Bruchtals Fürst und in seinen Augen war zu lesen, dass er ihm kein Wort glaubte. „Wie geht es eigentlich Arwen?"

Elrond war also wirklich fest entschlossen, dieses Treffen noch nicht mit den wichtigen Themen zu bestreiten. Celeborn gab nach und seufzte übertrieben. „Gut, mein Freund, sehr gut. Eigentlich könnten wir sie wieder heimschicken. Du musst deine Tochter sicher schmerzlich vermissen."

„Nicht, solange Estel noch als Waldläufer durch die Gegend zieht", war die düstere Antwort. „Ich hatte gehofft, sie würde ihre Schwärmerei für ihn womöglich überwinden."

„Gar nichts überwindet sie", grollte Celeborn und kaute genüsslich auf einem Stück süßen Brot herum. Jetzt verstand sein Schwiegersohn endlich, wie es sich anfühlte, wenn die einzige Tochter flügge wurde. „Du hättest sie auch gleich in Imladris behalten können. Für einen Heiler ist deine Kur bemerkenswert erfolglos."

„Auch Heilern sind Grenzen gesetzt." Elronds Blick richtete sich nach Norden. „Selbst wenn einige das nicht glauben wollen."

Neugierig drehte Celeborn den Kopf in diese Richtung und verschluckte sich fast an seinem Frühstück. Er griff hastig zu seinem Tee und spülte seine Kehle frei. Wenn er sich nicht täuschte – und eine Täuschung war in diesem Falle eigentlich unmöglich – stürmte soeben Galen Ithilos den Weg herauf. An und für sich war das nichts Ungewöhnliches, denn Ithildrim bewegten sich nur selten mit Ruhe und Würde, doch es musste schon eine Sinnestäuschung sein, was der junge Heiler da bei sich trug. „Elrond…"

„Ignorier ihn", riet ihm der Halbelb und amüsierte sich offenbar prächtig. „Er will nicht zu uns."

„Ignorieren", echote Celeborn. Wie sollte man einen Elben ignorieren, der den Unterarm eines Uruk'hai bei sich trug? „Was hat er damit vor?"

„Ich weiß nicht."

„Und ich nehme an, du willst es auch gar nicht wissen", vermutete Celeborn. „Wahrscheinlich können wir uns glücklich schätzen, dass Elladan und Elrohir der Kreatur nicht den Kopf abgeschlagen haben."

„Wahrscheinlich", bestätigte Elrond und nickte Galen freundlich zu, als dieser fast im Laufschritt an seinem Zelt vorbeikam. „Wobei ich nicht wirklich begeistert bin, dass meine Söhne sich in den Kampf gestürzt haben."

„Sie würden sich niemals eine Gelegenheit entgehen lassen, Orks zu töten", erinnerte ihn Celeborn. Gewöhnlich verspürte er das Gefühl des Verlustes, wenn das Gespräch auf die Quelle des Hasses kam, den seine Enkel empfanden. Es schmerzte noch immer, dass seine Tochter ein so grausames Schicksal hatte erleiden müssen. Diesmal jedoch wurde die Erinnerung einfach davon verdrängt, dass Galen den Gruß Elronds erwiderte, indem er mit dem Uruk'hai-Arm winkte. „Ich hatte es nicht glauben wollen, dass sie alle so eigentümlich sind."

„Das sind sie, sogar Düsterwalds neue Königin." Elronds milder Tonfall enthielt allerdings eine Mischung aus Zuneigung und Erheiterung, die Celeborns Aufmerksamkeit fesselte.

„Viel habe ich noch nicht von ihr erleben dürfen", bemerkte er gedehnt, um seine Neugierde zu verbergen. „Aber ich nahm an, sie sei doch merklich reifer als zum Beispiel Leiloss. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Thranduils Temperament die Flutwellen von Rhûnar-Energie auf Dauer hinnimmt."

„Sicher nicht." Elrond versuchte nicht sehr erfolgreich, ein Grinsen hinter dem Rand seines Teebechers zu verbergen. „Nur ein Narr würde behaupten, dass mit Varyas Einzug in den Palast auch ebenso Harmonie und Frieden eingekehrt sind. – Ah, guten Morgen, Gilnín."

Erestors Sohn, diesmal mit gesünderer Hautfarbe als am Tag zuvor und auf seinen eigenen Beinen, eilte nun ebenfalls den Weg entlang. Vor dem Zelt deutete er eine kurze Verbeugung an, blieb aber nicht wirklich stehen, sondern stürmte in die gleiche Richtung, in die es schon Galen gezogen hatte.

Elrond blickte ihm sinnend nach. „Ich frage mich, was da wieder im Gange ist."

„Wir könnten nachschauen", schlug Celeborn ohne wirkliches Interesse vor. Beschäftigte Heiler gehörten weniger zu den Personen, die ihn faszinieren konnten. Er hatte sich auch immer gefragt, warum Celebrian so völlig hingerissen von dem Halbelb gewesen war, der ihm jetzt schräg gegenüber saß und sich in Gedanken wohl intensiv mit dieser Heilerwanderung an seinem Zelt vorbei befasste. Elrond war in früheren Zeiten ein bemerkenswerter Krieger gewesen, der durch sein außergewöhnlich großes strategisches Geschick unter all denen auffiel, die eher voller Leidenschaft an einen Kampf herangingen. Aber dies machte nur einen Teil seiner Persönlichkeit aus, den anderen prägte eine Mischung aus Gelehrsamkeit, Diplomatie und Verständnis für beinahe alles.

Eine Weile konnten die beiden Fürsten geruhsam weiter frühstücken. Ihr Gespräch plätscherte eher so dahin, drehte sich um allgemeine Neuigkeiten oder solche der Familie. Im Zeltlager wurde es lebhafter, aber zumeist führten die Wege der anderen Elben nicht direkt an Elronds Zelt vorbei. Dies änderte sich, als Celeborn eine vertraute Gestalt erspähte.

„Und aus ist es mit der Ruhe", murmelte er, von plötzlicher Appetitlosigkeit heimgesucht.

„Guten Morgen, Lord Celeborn", rief Leiloss schon von weitem. Zur Abwechslung kam sie aus der Richtung, in der die beiden anderen Heiler zuvor verschwunden waren. „Meister Elrond."

„Leiloss", nickte Elrond. „Ihr habt Euren Sturz vom Mast gut überstanden."

„War nur Wasser", winkte sie ab.

Zu Celeborns Überraschung blieb sie genauso wenig stehen wie zuvor Galen und Gilnín, sondern verfiel in einen lockeren Trab, der sie schnell zwischen den Zelten verschwinden ließ. Kurz danach tauchte hinter ihr Rumil mit eiligen Schritten auf, grüsste kurz die beiden Elben vor dem Zelt und hastete seiner Angebeteten hinterher.

„So langsam…", begann Elrond, unterbrach sich aber, weil ein recht junger Rohirrim nun seinerseits Rumil hinterherlief, sie ebenfalls mit einem Kopfnicken grüsste und sich offenkundig bemühte, nicht den Anschluss an die beiden anderen zu verlieren. „Wer ist das?"

„Einer von Warricks Männern", erinnerte sich Celeborn dunkel. „Orophin?"

Rumils Bruder sah kurz von seinem Buch auf. „Das ist Jannerik aus Rohan", erklärte er und nur mühsam unterdrückte Schadenfreude schwang in seiner Stimme mit. „Rumil hat ihm auf der ‚Butterblume' das Leben gerettet. Seither fühlt er sich wohl verpflichtet, meinem Bruder eine Art getreuer Vasall zu sein. Er nächtigte tatsächlich vor unserem Zelt, was durchaus störend genannt werden kann, alldieweil er überaus menschliche Schlafgeräusche von sich gibt."

„Er schnarcht", dolmetschte Elrond erheitert. „So wie Estel."

„Davon hat deine Tochter noch gar nichts erwähnt", stichelte Celeborn.

Elronds Augenbrauen zogen sich zusammen. „Das will ich wohl hoffen."

Ihr nächster Besucher hielt zur Abwechslung bei ihnen an. Gandalf hängte unaufgefordert seinen Hut an einen Befestigungshaken des Zeltes, räusperte auffordernd in Richtung Orophins, bis dieser ihm einen Stuhl an den Tisch stellte und bediente sich genüsslich an den üppigen Resten des Frühstücks. „Ihr versteht es, etwas Kultiviertheit auch in diesen eher rustikalen Winkel Mittelerdes zu bringen", sagte er zu Elrond, während er eine Scheibe Brot dick mit dunklem Waldhonig bestrich.

„Wir werden wohl einige Zeit hier verweilen", lächelte Elrond. „Und was vor uns liegt, dürfte noch anstrengend genug werden."

„Wohl wahr", nuschelte der Maia in sein Brot. „Aber die Anstrengung hat schon begonnen. Ist Euch aufgefallen, welches Hin und Her seit heute morgen herrscht?"

„Es ist kaum zu übersehen", war die Antwort, in der die passende Frage schon mitklang. „Rhûnars Heiler scheinen sich mit einem Problem zu befassen, das uns anderen noch nicht bekannt ist. Eigentlich fehlt nur noch Varya."

„Wenn das eine Vision sein soll, kommt sie etwas spät", verkündete Celeborn, der sich mittlerweile so hingesetzt hatte, dass er beide Seiten des Weges immer gut im Auge hatte. Düsterwalds Königin marschierte mit schnellen Schritten den Weg hinauf. Celeborn musste zugeben, dass Thranduil da durchaus einen Schatz sein eigen nannte. Wenn Leiloss mit den Jahren ihre Kindlichkeit verlor und der Rhûna ähnlicher wurde, die nun abrupt vor ihnen stehen blieb, würde Rumil sie Tag und Nacht vor den Anträgen anderer Elben verteidigen müssen. „Die Schönheit dieses Frühlingsmorgens verblasst gegen die Eure, Hoheit."

„Erspart mir den Titel", winkte sie ab und musterte ihn einmal eindringlich. „Ihr seid also der Grund, warum Thranduil so schlechte Laune hat. Guten Morgen übrigens, Meister Elrond."

„Guten Morgen, Varya." Elronds Gelassenheit waberte beinahe sichtbar um ihn herum. „Kann es sein, dass es einen kleinen Unfall gegeben hat?"

Sie lächelte genauso betont harmlos, wie es auch Leiloss bei mittleren Katastrophen zu tun pflegte. Die Ähnlichkeit war wirklich verblüffend. „Eher ein Missgeschick, denke ich. Aber wir kümmern uns schon darum. Kein Grund also, dass Ihr und Eure Gäste unruhig werdet."

„Sind Tote zu befürchten?"

„Nicht, wenn Ihr Lord Erestor noch eine Weile beschäftigen könntet. Nur für den Fall, dass er davon Wind bekommt." Varya runzelte die Stirn. „Obwohl ich den Eindruck habe, dass ihm nur selten etwas entgeht."

Gandalf lachte leise und rückte damit sofort in den Mittelpunkt ihres Interesses. Sie trat einen Schritt näher und ein faszinierter Ausdruck trat in die leuchtend grünen Augen.

„Mithrandir ist ein Maia", erklärte Elrond ungefragt. „Wundert Euch also nicht über seine Ausstrahlung."

„Ich wünschte…" Sie seufzte. „Vielleicht später. Denkt an Euer Versprechen, Meister Elrond."

Damit hastete sie weiter. Kaum war sie hinter dem nächsten Zelt verschwunden, tauchte wieder Leiloss mit ihrem Anhang auf. Alle drei eilten stumm an den Beobachtern vorbei.

„Wollen wir eine Wette abschließen, wer als nächstes auftaucht?" schlug Celeborn ohne große Hoffnung vor.

„Meine Söhne", tippte Elrond prompt zu seiner Verwunderung.

„Seit wann wettest du?"

„Es riss mich mit", murmelte Bruchtals Fürst etwas verlegen. „Das passiert häufig, wenn zu viele Ithildrim um mich herum sind."

„Ich setze auf Erestor", kam es von Gandalf.

Wie auf ein geheimes Zeichen blickten alle drei in die Richtung, aus der Varya gekommen war. Elronds Seneschall, eindeutig in finsterer Laune, näherte sich dort.

„Du hast ihr versprochen, ihn aufzuhalten", sagte Celeborn schadenfroh zu seinem Schwiegersohn.

„Habe ich nicht."

„Nicht direkt", sagte Gandalf. „Aber sie verlässt sich wohl auf Euch."

„Und wer bin ich, Düsterwalds Königin zu enttäuschen?" knurrte Elrond, bevor er sich erhob und auf den Weg schlenderte.

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Weit vom Ort dieses Geschehens entfernt, lag Arwen in ihrem Bett hoch oben in den Kronen des Mallorn, der den Talan ihrer Großeltern beherbergte und starrte an die Decke ihres Gemachs. Ihre Gedanken kreisten nicht wie üblich um den Sterblichen mit den grauen Augen, der so unvorbereitet den Weg in ihr Herz gefunden hatte, sondern um Galadriels Schneiderin.

Arwen setzte sich auf und runzelte die Stirn. Um Maedcam und Thranduils Hauptmann – um genau zu sein. Die beiden stellten ein Paar dar, wie es idealer nicht sein konnte. Allerdings gab Arwen zu, dass ihre Maßstäbe an eine ideale Verbindung sich womöglich nicht mit denen ihres Vaters messen ließen. Elrond hatte da so seine eigenen Vorstellungen - die von einem auch tatsächlich als König gekrönten Schwiegersohn war nicht einmal die anspruchsvollste unter ihnen. Eher eine Art Kompromiss, den er wohl in der heimlichen Hoffnung vorgeschlagen hatte, dass Estel sein Erbe nicht antreten würde.

Ein grimmiges Lächeln umspielte Arwens Lippen, während sie aus dem Bett stieg und in den Baderaum wanderte. Sie bevorzugte kaltes Wasser, auch beim Baden, es war also eine recht schnelle Angelegenheit, bis sie in eine von Maedcam geschneiderte Robe gewandet wieder in ihren Wohnraum zurückkam.

Gewöhnlich kannte ihr Vater sie recht gut, aber dieses Mal hatte er sich getäuscht. So plötzlich, wie sie sich in den jungen Dúnadan verliebt hatte, den sie zuvor erst ein einziges Mal gesehen hatte in Imladris, bevor sie für viele Jahre in Lothlorien ihre Großeltern besucht hatte, so entschlossen war sie auch, sich durch nichts von dem Weg abbringen zu lassen, der sich damit vor ihr auftat. Estel war etwas Besonderes und mit den Jahren, die sicherlich noch zwischen ihnen und einer gemeinsamen Zukunft lagen, würde dies umso deutlicher werden. Und bis dieser Moment gekommen war, würde sie sich mit anderen, ebenso wichtigen Dingen beschäftigen.

Entschlossen verließ Arwen ihr Gemach, um Maedcam zu finden und nach den neuesten Entwicklungen auszuhorchen. Zu ihrer Überraschung fand sie die Elbin nicht wie gewöhnlich in der Nähe ihrer Großmutter, sondern etwas unentschlossen schon auf halbem Weg dahin. Maedcam stand mit ihrem Nähkorb in der Hand auf dem Gang und starrte ein großes Gemälde an, das wie fast alle Gemälde in den Gängen irgendeine verträumte Ansicht von Lothlorien zeigte. Eine nicht sehr abwechslungsreiche Galerie, bei der es Arwen schon seit Jahrhunderten in den Fingern juckte, die Bilder mit einigen Ergänzungen zu versehen. Geflügelte Rehe, Orks und lila Pilze waren nur eine kleine Auswahl ihrer Einfälle, die sie bislang noch nicht in die Tat umgesetzt hatte.

„Maedcam", strahlte sie die zusammenzuckende Elbin an. „Was treibst du denn hier? Die Bilder dürften dir doch nicht neu sein?"

„Welche Bilder?" fragte die Galadhel verwundert.

Aha, dachte sich Arwen triumphierend. Sie ist eindeutig in Gedanken bei jemand anderem. Den Zustand kenne ich. „Hat Galadriel heute nichts für dich zu tun?"

Maedcam seufzte etwas unglücklich. „Nein, wohl nicht. Sie meinte, ich solle mich lieber um Hauptmann Forlos' Kleidung kümmern."

„Und deswegen schaust du so betrübt?"

„Ich befürchte, der Hauptmann wird nicht sehr begeistert sein, wenn ich bei ihm auftauche", erklärte Maedcam mit leiser werdender Stimme. „Und Haldir wohl auch nicht."

„Haldir?" Was hatte denn nun schon wieder Loriens Hauptmann damit zu tun? Arwen registrierte, wie in ihrem Innern ein Funke Argwohn aufblitzte.

„Sie sind wohl sehr beschäftigt." Maedcam fingerte mit gesenktem Kopf in ihrem Nähkorb herum. „Gestern holte er ihn ebenfalls fort. Ich hab sie beide seitdem nicht mehr gesehen."

Haldir schien ohnehin nicht sehr davon angetan, dass sein Freund aus dem Düsterwald mehr Zeit als nötig mit der Elbin verbrachte. Eine Tatsache, die Arwen im Grunde verwunderte, denn sie kannte Haldir besser, als sich ihr Vater wohl in seinen schlimmsten Albträumen vorstellen konnte und wenn sie eines von Haldir wusste, dann war es, dass er seinen Freunden immer nur das Beste wünschte und gewöhnlich auch alles in seiner Macht stehende tat, um es ihnen zu verschaffen. Maedcam war eindeutig das Beste für Forlos. Daran hatte Arwen nicht den geringsten Zweifel. „Das lässt sich ändern. Gehen wir."

„Ich weiß nicht, wo sie sind", widersprach Maedcam und rührte sich nicht von der Stelle.

„Wo können zwei Krieger wie sie schon sein?" tat Arwen diesen Einwand ab. Sie packte Maedcam am Handgelenk und zog sie energisch mit sich. „Entweder sitzen sie in der Taverne herum, in der sich Haldirs Wächter immer gegenseitig alte Kampfgeschichten erzählen…"

„Es ist noch früher Morgen", wandte Maedcam mit großen Augen ein.

Arwen lächelte milde. „Dafür ist es bei einem Krieger nie zu früh, meine Liebe."

„Was ist die andere Möglichkeit?"

„Haldir hat ihn mit auf den Übungsplatz genommen und gibt mit den Leistungen seiner Krieger an."

„Arwen!"

„Was?"

„Die beiden sind doch keine kleinen Jungs. Und Haldir würde sich nie so aufspielen."

Arwen lächelte noch milder und schlug aus einer Ahnung heraus direkt den Weg zum Übungsplatz ein. Maedcam war ein bisschen naiv, was die Verhaltensmuster erwachsener Elben anging. Männliche Wesen gleich welcher Art, so war ihre Überzeugung, mussten einander immer beweisen, dass sie die Stärksten waren. So war es einfach, selbst wenn sie die besten Freunde waren. Es kostete sie einige Selbstbeherrschung, nicht einen triumphierenden Laut auszustoßen, als sie nach einem eiligen Marsch durch Caras Galadhon den Übungsplatz am Rande der Stadt erreichten und dort das Objekt ihres Interesses entdeckten. So beschränkte sie sich nur darauf, bedeutsam die Augenbrauen zu heben und Maedcam zu nötigen, in einen gemütlichen Schlenderschritt zu verfallen.

Haldir und Forlos standen am Rande der weiten Lichtung, an deren einem Ende die Bogenschützen Aufstellung genommen hatten und an deren anderem, weit entfernten Ende doch recht kleine Zielscheiben aufgestellt waren. Sie waren tief in die Begutachtung der Schießkünste der armen Wichte versunken, die Haldir auserkoren hatte, vor den kritischen Augen des Gesandten aus Düsterwald die Fähigkeiten Lothloriens zu demonstrieren. Dennoch hob Forlos den Kopf, kaum hatten die beiden Elbinnen den halben Weg am Rand der Lichtung entlang zurückgelegt und sah in ihre Richtung. Maedcam stolperte prompt.

Arwen hakte sie unter, damit sie nicht noch mit weichen Knien zu Boden sank und schaffte es, dass Maedcam halbwegs würdevoll die letzten Meter zurücklegte. Eine durchaus bemerkenswerte Leistung, bedachte man die finsteren Blicke, die beide Hauptmänner ihnen zugedachten. Für Arwen war es unerklärlich, warum ein Elb, der offenkundig die Elbin seines Lebens endlich in Fleisch und Blut vor sich hatte, so düster wirken konnte. Es bestand natürlich noch die Möglichkeit, dass sie sich irrte und Forlos tatsächlich kein Interesse an Maedcam hatte. Andererseits…Arwens Sinne waren schärfer als die gewöhnlicher Eldar. Das Erbe ihrer Eltern erreichte zwar nicht die Sensibilität, die Elrond zur Verfügung stand, gleichwohl war es vorhanden. Forlos' Zuneigung zu Maedcam lag deutlich vor ihr, wenn auch überdeckt von einer Schicht Zurückhaltung und Unbehagen, deren Ursache sie noch ergründen würde. Aber zuerst würde sie ihm abgewöhnen, so finster und zugeknöpft aufzutreten, sobald Maedcam in der Nähe war.

„Ihr seid beizeiten auf den Beinen", wurden sie von Haldir begrüßt. Forlos beschränkte sich auf ein knappes Nicken, begleitet jedoch von einem leichten Lächeln, als er Maedcam grüßte.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm", erklärte Arwen heiter.

„Und wer soll hier der Wurm sein?" war sofort die scharfe Gegenfrage.

Arwen wölbte die Brauen. Haldir war so empfindlich wie eine Mimose, das kannte sie von ihm gar nicht. „Interessant, dass Ihr nicht fragt, wer der Vogel ist."

„Ich würde Euch niemals mit einem Wurm vergleichen, Arwen", bekam Haldir elegant die Kurve und Arwen wusste wieder, warum sie vor langer Zeit völlig hingerissen von ihm gewesen war. „Eher mit einem Falken auf der Jagd."

„Wie schmeichelhaft", gurrte sie, ohne sich über die Zweideutigkeit auszulassen. Das würde sie später unter vier Augen mit ihm ausdiskutieren. „Und Ihr, Hauptmann Forlos? Womit würdet Ihr denn wohl Maedcam vergleichen?"

Maedcam zupfte unbehaglich an Arwens Ärmel, aber sie ignorierte sie. Viel mehr interessierte sie, wie Forlos erst etwas irritiert von Haldir zu ihr sah und sich sein Blick dann auf Maedcam richtete, um sofort deutlich sanfter zu werden. Seine Miene war zwar noch immer sehr ernsthaft, aber wenigstens nicht mehr so finster. Allerdings musste sie zugeben, dass diese dunkle Aura, diese Ernsthaftigkeit dem Elb wirklich gut zu Gesicht stand. Er passte perfekt zu Maedcam.

„Einem Waldkäuzchen", sagte Forlos langsam.

„Ahja", machte Arwen und nur für einen Lidschlag verspürte sie den Drang, den Hauptmann zu erwürgen. Aber sie fabrizierte ein zustimmendes Nicken und stieß Maedcam mit dem Ellbogen an. „Genau das hätte ich auch vermutet."

Haldir grinste selbstzufrieden. „Es lag mir auf der Zunge. Wirklich ein guter Vergleich, Forlos."

Thranduils Hauptmann räusperte sich verlegen. „Waldkäuzchen sind großartige Vögel."

„Aber sicher", nickte Haldir scheinheilig und freute sich offenbar diebisch.

„Ich finde den Vergleich nett", meldete sich Maedcam zum ersten Mal zu Wort und bedachte Forlos mit einem freundlichen Lächeln. Haldirs gute Laune verflüchtigte sich prompt. „Ich mag Waldkäuzchen."

Forlos sah aus, als würde ihm das halbe Nebelgebirge von den Schultern genommen. „Ich auch. Im Düsterwald warnen sie uns häufig vor Gefahren."

„Wie passend", freute sich Arwen und ergriff sofort die günstige Gelegenheit. „Dann solltet Ihr jetzt mit diesem Käuzchen hier losgehen und endlich einen Stoff für Eure neue Kleidung aussuchen. Galadriel denkt schon, Maedcam ist säumig in ihren Pflichten, weil sie sich nicht mit Eurer Tunika beschäftigt."

„Kann ich mir denken", murmelte Haldir kaum hörbar.

„Ich möchte keinesfalls der Grund sein, dass Ihr Eure Herrin verärgert", gab Forlos nach.

„So! Das wäre geschafft!" stieß Arwen zufrieden hervor, kaum zogen die beiden ab. Dann wandte sie sich Haldir zu und musterte ihn scharf. „Was geht da vor?"

Es sollte Elben geben, die angesichts einer verärgerten Tochter Elronds nur noch zitternde Häuflein Elend waren – Haldir gehörte nicht dazu, hatte es noch nie. Er verschränkte die Arme vor der Brust und erwiderte ihren forschenden Blick mit der ihm eigenen und wie Arwen erneut zugab, doch recht anziehenden Arroganz. „Ich habe keine Ahnung, wovon du redest."

„Ich bitte dich!" empörte sie sich. „Maedcam ist deine Freundin, fast so etwas wie eine Schwester und Forlos offenbar einer der wenigen Elben, den du bereit bist, einen Freund zu nennen. Warum legst du ihnen Steine in den Weg?"

Zu ihrer Überraschung sah er sich kurz um, schüttelte dann den Kopf und packte sie am Handgelenk, um sie von der Lichtung herunter tiefer in den Wald zu führen. Erst als sie an einer verlassenen Stelle angekommen waren, an der nicht einmal mehr die Stimmen der Krieger auf dem Übungsplatz zu hören waren, hielt er an.

„Ich hoffe nur, sie ist in Gedanken woanders", seufzte er kurz und stemmte die Fäuste in die Hüften. „Du solltest dich hier nicht als Kupplerin aufspielen, Arwen."

„Und warum nicht?" Sie stritt es nicht einmal ab. Es erfüllte immerhin einen guten Zweck. „Haldir, die beiden passen gut zusammen. Das findet Galadriel auch."

„Nein wirklich?" spottete er zu ihrer Verwunderung. „Und du fragst dich nicht einmal, warum sie so begeistert ist, dass Maedcam sich vielleicht an Thranduils obersten Krieger binden könnte?"

Etwas verblüfft ließ sich Arwen auf dicken, abgestorbenen Ast sinken, der vor langer Zeit von dem Baum hinter ihr gebrochen war und sah zu Haldir hoch. Er wirkte ernstlich besorgt und nach seinen Andeutungen zu schließen, hatte er wohl auch allen Grund dazu. „Du meinst, Großmutter spielt wieder eines ihrer Spiele?"

„Schön, dass wir uns verstehen", nickte er und setzte sich neben sie. „Ich gönne beiden alles Glück der Welt, doch was würde eine Bindung wohl bedeuten?"

„Maedcam verlässt Lothlorien", schätzte Arwen, runzelte aber sofort die Stirn. Galadriel hegte keinen Groll auf ihre Schneiderin. Es lag sicher nicht in ihrem Interesse, dass sie sie verließ. Andererseits hegte Galadriel schon sehr lange einen tiefen Groll auf Thranduil. „Forlos verlässt den Düsterwald?"

„Sehr scharfsinnig", bestätigte Haldir und zertrat mit dem Stiefelabsatz einen vertrockneten Zweig. „Und das kann nicht gut gehen."

„Woher willst du das wissen?"

„Sie hat es mir gesagt."

„Und du hast nichts dagegen unternommen?"

„Wir haben gewettet."

„Um die Zukunft der beiden?" Arwen rang nach Luft. „Das darf doch nicht wahr sein!"

Etwas hilflos zuckte er die Achseln. „Mir fiel nichts Besseres ein."

„Du bist unmöglich!" empörte sie sich. „Du und Galadriel! Wenn Celeborn hier wäre, würde er euch beide in Grund und Boden schreien."

„Offenbar hast du vor, ihn würdig zu vertreten."

Arwens Ärger verflüchtigte sich. Zumindest der, der sich auf Haldir gerichtet hatte. Was hätte er auch sonst groß unternehmen sollen? So leicht war man Galadriel nicht gewachsen. Irgendwie wünschte sie sich, Elrond wäre jetzt in der Nähe. Ihm wäre bestimmt eine elegante Lösung dieses Problems eingefallen. Mit einem tiefen Seufzer lehnte sie sich an den vor sich hinbrütenden Elb neben sich. „Es bleibt noch immer die Möglichkeit, dass Maedcam ihm folgt."

„Sie traut sich nicht einmal aus den Stadtgrenzen heraus, geschweige denn bis nach Düsterwald."

„Dann müssen wir eben dafür sorgen, dass ihr Thranduils Palast äußerst verführerisch vorkommen wird, weil Forlos dort lebt."

„Und darum wirst du dich wohl persönlich kümmern?" vermutete er, ein leises, aber doch irgendwie hoffnungsvolles Lachen in der Stimme.

„Wer sonst?" kicherte sie, um sofort wieder ernst zu werden. Besorgt sah sie zu ihm auf. „Was wird dann aus deiner Wette? Du wirst Ärger bekommen."

Lothloriens Hauptmann lächelte unschuldig und legte einen Arm um ihre Schultern. „Wir haben Zauberei ausgeschlossen, mehr aber auch nicht. Von Verbündeten war nie die Rede."

Tadelnd schlug sie ihm aufs Knie, sagte aber nichts weiter. Sie blieben noch eine ganze Weile so zusammen im Schatten dieses freundlichen Waldes sitzen, der seine Bewohner mit seiner Fürsorge wie ein unsichtbares, aber allgegenwärtiges Netz beschützte. Für den Moment konnte Arwen sogar vergessen, dass Estel irgendwo dort draußen in einer feindlichen Welt unterwegs war. Lothlorien glättete die Wogen in ihrer Seele und die Erinnerung an einen lange zurückliegenden Sommer unter diesen Bäumen zusammen mit dem Elb, der auch jetzt an ihrer Seite war, erfüllte sie mit Wohlbehagen.

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„Hm", machte Varya. Sie beugte sich etwas vor, um an Gilnín vorbei zu Galen zu schauen, der sich auf der anderen Seite des Noldo aufgestellt hatte. „Was denkst du?"

Galen hob die Schultern. „Ich habe keine Ahnung."

„Entweder lag es an dem Aufprall auf das Wasser", ließ sich Gilnín nachdenklich vernehmen, „oder daran, dass Leiloss sie so unsanft über die Fähre gezerrt hat."

Drei Paare Heiler-Augen richteten sich sehr tadelnd auf die junge Ithildrim, die im Hintergrund des Zeltes stand und sofort abwehrend die Hände ausstreckte. „So unsanft war das gar nicht."

„Nun ja", kommentierte Gilnín.

„Sie ist nur ein bisschen angestoßen. Ich war eben wütend." Da sie keinerlei Verständnis auf den Gesichtern ihrer Richter entdeckte, lächelte sie verlegen. „Ich schätze, ich sollte jetzt meinen Mund halten."

„Keinen Moment zu früh", nickte Varya. Ihr grauste innerlich vor den Komplikationen, die Leiloss da wohl heraufbeschworen hatte. Sofern sie wirklich dafür verantwortlich war. Beweisen konnte man ihr nichts und das würde sie auch Erestor sagen, wenn er sich auf Leiloss stürzen würde. Etwas, das mit Sicherheit geschah, wenn sie nicht schnell eine Lösung fanden.

Ein tiefer Seufzer zog das Interesse der Heiler wieder auf das Objekt ihrer Ratlosigkeit. Hestia hockte im Schneidersitz auf ihrem Feldbett und betrachtete mit großen Augen die drei Elben vor sich. „Ihr seid so schön."

„Es geht", wehrte Galen bescheiden ab.

„Nein, wirklich", beharrte die frühere Elbenmörderin und strahlte ihn hingerissen an. „Wunderschön. Ihr müsst Götter sein."

„Aber nicht doch!"

Varya wollte es nicht glauben, aber Galen grinste überaus geschmeichelt, wenn auch genauso dümmlich. „Galen…"

„Bin ich etwa tot?" Sehr betroffen wirkte Hestia über diesen Gedanken nicht.

„Nein", beeilte sich Galen zu versichern.

„Galen…" Varya tauschte einen angestrengten Blick mit Leiloss, die noch dazu bedeutsam die Augen verdrehte. „Wenn du nicht gleich…"

„Du hattest einen Unfall", trällerte ihr Freund begütigend. „Du bist von einem Mast gefallen. In den Anduin."

„Oh." Hestia legte die Stirn, auf der die als Urheberin der ganzen Aufregung verdächtigte Beule prangte, in Falten. „Ich erinnere mich an ein Schiff mit einem gelben Segel."

„Na bitte", freute sich Rhûnars bester Heiler. „Deine Erinnerung kehrt zurück."

„Ich weiß nur nicht, was ich auf diesem Schiff gemacht habe. Waren meine Eltern auch dort? Wo sind sie eigentlich?"

„Äh…" Galens frohe Erwartung eines heilerischen Durchbruchs durch bloße Unterhaltung mit dem Opfer geriet leicht ins Trudeln. „Also…"

Varya schnaubte leicht. „Am besten fragst du deine Freundin Leiloss. Das ist die wunderschöne Elbin neben dir. Die kann dir dann auch gleich erklären, wo wir hier sind."

Leiloss öffnete den Mund, um zu protestieren, schloss ihn aber sofort wieder, als ihr wohl Varyas wütende Miene auffiel. Varya selber bedeutete Gilnín, diese Erklärungen besser zu überwachen und machte dann eine herrische Geste in Galens Richtung.

„Was denn?" erkundigte er sich, nachdem er ihr vor das Zelt gefolgt war, wo ein Galadhel, der eine gewisse Familienähnlichkeit mit Haldir aufwies, und ein Sterblicher mit zerzausten blonden Locken betont harmlos herumlungerten. „Ich versuche nur, ihre Erinnerung aufzufrischen."

„Indem du dich als Gott der Sterblichen feiern lässt?" war ihre spöttische Gegenfrage.

„Immerhin wissen wir jetzt, dass ihr wohl einige Jahre der Erinnerung fehlen", meinte er und wedelte ein wenig mit dem stinkenden Uruk'hai-Arm herum.

„Leg dieses Ding weg!" forderte Varya ungeduldig.

„Ich beobachte es aus wissenschaftlichem Interesse", verkündete er hoheitsvoll.

„Und ich beobachte gleich aus ähnlichem Interesse, wie du es runterschluckst", fauchte sie und griff nach der Uruk'hai-Hand. Galen war zu überrascht, um das andere Ende fest genug zu halten und so konnte sie es ihm entreißen und ein Stück weiter auf den Weg werfen, direkt vor die Füße des Galadhel. Er musste eindeutig mit Haldir verwandt sein, denn er hob nur eine Augenbraue und rührte sich nicht von der Stelle. „Konzentriere dich besser auf Hestias Gedächtnisverlust. Erestor wird Leiloss im Anduin ertränken, wenn er es erfährt, bevor wir den Schaden behoben haben."

„Wir könnten Meister Elrond fragen", schlug Galen vor.

„Wegen einer Beule?" Varya wäre lieber selber im Anduin ertrunken, bevor sie den Herrn von Imladris mit so einer Kleinigkeit belästigt hätte. „Es muss doch irgendetwas geben, was man gegen Gedächtnisverlust unternehmen kann."

„Ich kann mich nicht erinnern."

„Das ist nicht lustig, Galen!" Varya verspürte nur selten den Wunsch, einen anderen außer Thranduil körperlich zu attackieren, aber diesmal arbeitete ihr bester Freund hart daran, auch in diesen elitären Kreis aufgenommen zu werden. Gleich gefolgt von dem Galadhel, der unterdrückt auflachte.

„Ich schätze, wir warten einfach ab", war Galens außerordentlich weiser Ratschlag. „Es wird doch wohl wieder vergehen."

„Und wenn nicht?"

„Dann hält sie sich weiterhin für ein Mädchen von dreizehn Jahren, das mitten in einem Märchen gelandet ist", kam es von Gilnín, der sorgfältig die Plane am Eingang des Zeltes hinter sich zuzog. Bekümmert legte er die Stirn in Falten. „Ich schätze, ihr fehlen so ungefähr ein Dutzend Jahre."

Varya konnte sich gerade noch beherrschen, nicht die Hände in seine Robe zu krallen. „Sagt mir, dass Ihr ein Heilmittel kennt", flehte sie. „Ihr kennt doch gegen jede Krankheit irgendeinen Trank oder ein Pulver. Bitte, Gilnín, denkt nach."

Das tat er sogar. Eine geschlagene Minute lang starrte er ein Loch in die Luft, um schließlich bedauernd den Kopf zu schütteln. „Nein, beim besten Willen nicht."

Ein würgendes Geräusch lenkte die drei deprimierten Heiler jedenfalls für einen Moment ab. Der junge Sterbliche hing halb an einem Pfosten des Zeltes gegenüber und übergab sich. Als der Galadhel das Interesse der drei bemerkte, deutete er stumm auf einen schwarzen, öligen Haufen ganz in der Nähe.

„Oh!" schrie Galen entsetzt. „Das war mein Arm."

„Nein, das war der Arm des Uruk'hai", korrigierte ihn Gilnín ernsthaft. „Offenbar hat die Kraft des dunklen Herrschers ihn nun endgültig verlassen und das Sonnenlicht hat das Gewebe zersetzt."

„Vierundzwanzig Stunden", staunte Galen und beugte sich über den Fleck. „Es ist nichts mehr übrig außer ein paar Knochen. Faszinierend."

„Ja", grollte Varya. „Wir besorgen dir einen neuen. Könnten wir uns nun auf das eigentliche Problem konzentrieren?"

„Warten wir einfach ab", schlug Galen vor. „Ich bin mir sicher, sie wird sich mit der Zeit wieder an alles erinnern."

Varya erwog kurz die Optionen, die ihnen zur Verfügung standen. Da es eigentlich keine gab, war ihre Denkpause außerordentlich kurz. Sie nickte. „Gut, warten wir ab. Wer sagt es Erestor?"

Galen und Gilnín zeigten verdächtiges Interesse für die Überreste des Uruk'hai-Arms. Beide hingen so tief über dem Fleck, dass es eine Qual für ihre Nasen sein musste, aber es schien immer noch die bessere Alternative, als freiwillig Bruchtals Seneschall davon in Kenntnis zu setzen, was mit seiner wertvollsten Spur zu seinem Erzfeind Marsden passiert war.

„Jemand muss es ihm sagen", beharrte sie und stampfte mit dem Fuß auf.

„Wir könnten Meister Elrond bitten…" Galens Stimme erstarb, weil sie ihm den Finger auf die Brust setzte.

„Niemand belästigt Meister Elrond damit", zischelte sie ihn an. „Du wirst es ihm sagen."

„Oh nein", wehrte Galen mit ausgestreckten Händen ab. „Nicht ich. Du weißt doch, wie er sein kann. Nein, sag du es ihm. Du bist Thranduils Gemahlin, dir kann er nichts tun. Außerdem hast du ihm schon das Leben gerettet. Das verschafft dir einen Vorteil."

Varya sah zwar die Logik in seinen Argumenten, aber sie hatte auch Erestor vor Augen, wie er noch am Tag zuvor auf dem Piratenschiff gekämpft hatte. Es wäre ihr leichter gefallen, wenn er wieder verletzt gewesen wäre. Ohne Hosen verlor auch der eindrucksvollste Finsterling an Bedrohlichkeit. Irgendwie fehlte ihr die Motivation, Erestors Zorn gegenüberzutreten. Natürlich konnten niemand von ihnen etwas dafür. Eher schon Erestor selbst, der ja wohl nach Leiloss' Erzählung die Anweisung gegeben hatte, dass sich Hestia an den Rettungsmaßnahmen auf der ‚Butterblume' so stark beteiligte, dass sie nun zu einem unschuldigen Mädchen ohne Erinnerung an ihre eigenen Verbrechen mutiert war. „Der Vorteil ist nicht groß genug."

Alle drei schwiegen sie eine Weile. Dennoch mussten zumindest die Gedankengänge von Galen und Varya in die gleiche Richtung laufen, denn unwillkürlich rückte der Rhûnar-Heiler an ihre Seite und sie beide bauten sich vor Gilnín auf.

„Ihr übernehmt das", ordnete Varya dann nach einem kurzen Blickwechsel mit Galen an. „Gilnín, Ihr seid ideal dafür. Euer eigener Vater wird es sicher gefasster aufnehmen, wenn Ihr es ihm sagt."

Gilnín, ansonsten Ebenbild seines Vaters und ihm auch von der Ausstrahlung her doch ein wenig ähnlicher geworden in den letzten Jahren, verfiel abrupt in alte Verhaltensweisen. Nervös fummelte er mit den Verschlüssen seiner Tunika und schüttelte vehement den Kopf. „Erspart mir das, ich bitte Euch. Ihr habt keine Ahnung, wie verbissen er ist, wenn es um diesen Marsden geht."

„Doch", nickten Galen und Varya synchron und Galen ergänzte: „Deswegen sollt Ihr ja die Aufgabe übernehmen."

„Und zwar bald", ergänzte eine vertraute Stimme.

Varya fuhr herum und blinzelte Glorfindel verwirrt an. „Wie lange stehst du da schon?"

Der Vanya hatte es sich neben dem Galadhel gemütlich gemacht. Beide Hände lässig auf den Griff seines Schwertes gestützt, den Kopf leicht geneigt, lächelte er sie nun an. „Lange genug, um mich fabelhaft zu amüsieren. Übrigens schickt mich Elrond, dem langsam die Worte knapp werden, um Erestor noch länger aufzuhalten. Ihr solltet vielleicht Hölzer ziehen. Das Kürzeste verliert."

„Bah", machte Varya mit einer wegwerfenden Handbewegung. „Nicht nötig. Gilnín ist schon fast unterwegs."

Galen schien ein Anflug von Mitleid zu überkommen, denn er tätschelte Erestorion aufmunternd die Schulter. „So schlimm wird es nicht werden. Ich begleite Euch und dann erzählen wir ihm einfach, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie sich wieder erinnern kann."

„Man sollte eigentlich nicht lügen", stammelte Gilnín ohne große Überzeugungskraft.

„Es gibt Ausnahmen", wischte Galen diesen Einwand beiseite und zog den widerstrebenden Boten mit sich.

Äußerst zufrieden schnaufte Varya, bevor sie sich mit einem strahlenden Lächeln an Glorfindel wandte. Sie hatten nur wenig Zeit gehabt und bislang kaum mehr als einige Sätze miteinander gewechselt, doch jetzt war die ideale Gelegenheit dazu. Er schien ihre Gedanken zu erraten.

„Machen wir einen Spaziergang", schlug er vor und reichte ihr mit dem ihm eigenen Charme den Arm. „Es ist selten genug, dass ich Düsterwalds schönste Blume ganz für mich alleine habe. Ich muss die Zeit nutzen, solange Thranduil in seinem Zelt seinen Ärger auf Celeborn pflegt."

„Weißt du eigentlich, warum sie sich so verabscheuen?" erkundigte sie sich sofort neugierig, während sie sich bei ihm unterhakte und dankbar diesen Ort verließ, an dem sicher bald Erestor auftauchen würde.

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„Weißt du, es ist schon eine komische Sache", sinnierte Gaellas in Richtung seines Begleiters. „Ich hätte ja niemals gedacht, dass ein Ork so gerne draußen im Sonnenlicht ist."

„Ich bin ein Krüppel", schnarrte Izak grantig und marschierte leicht gebeugt vor seinem Wächter durch das Eibenlabyrinth.

Gaellas musterte die schmale, gekrümmte Gestalt vor sich eingehend. „Du hast eine schlechte Körperhaltung und bist ein ziemlich hässlicher Kerl, aber verkrüppelt bist du wohl eher nicht."

Izak wandte den Kopf zu ihm um. Misstrauen blitzte in seinen Augen, die im hellen Schein der Vormittagssonne goldener als üblich schimmerten. „Machst du dich über mich lustig?"

„Warum sollte ich?"

„Weil du ein Elb bist?"

„Was hat das damit zu tun?"

Izak knurrte etwas Unverständliches, ging aber weiter. Das Eibenlabyrinth war eindeutig sein Lieblingsplatz, seit man ihm erlaubt hatte, wenigstens einmal täglich sein Verlies zu verlassen und sich draußen an der frischen Luft zu bewegen. Anfangs hatte er sich zögerlich daran gemacht, das Gelände zu erkunden. War noch geduckter als üblich zwischen den hohen, blickdichten Hecken herumgeschlichen und immer wieder in Sackgassen geraten. Aber mit erstaunlicher Verbissenheit kannte er sich mit jedem Tag mehr und mehr hier aus. Selbst Gaellas konnte nicht so zielsicher den Weg zu dem kleinen Teich in der Mitte des Labyrinthes finden wie der Ork vor ihm, der jetzt leicht witternd die Nase in die Luft hob und dann zielsicher eine von zwei Abzweigungen nahm.

Innerhalb kürzester Zeit erreichten sie das Zentrum des Labyrinths und Gaellas setzte sich wie üblich auf eine der beiden halbrunden Steinbänke, die den Teich einrahmten. Izak schlich eine Weile um den Teichrand herum. Er suchte offenbar wieder nach den Fischen, die dort lebten und mit denen ihn eine eigentümliche Hassliebe verband. Er versuchte niemals, sie zu fangen, sondern einfach nur, sie nieder zu starren.

Ein Ork im Sonnenlicht war schon eine seltsame Erscheinung, befand Gaellas. Ganz besonders ein Ork, der elbische Kleidung trug. Sie hatten Izak mit einer sauberen schwarzen Tunika und einer Hose versorgt. Wie er es geschafft hatte, war nicht klar, aber innerhalb kürzester Zeit waren die Kleidungsstücke zwar auch wieder an einigen Stellen zerfetzt und verdreckt, doch immer noch eine Verbesserung zu seiner grauenhaft stinkenden Rüstung von früher. Schon verwunderlich genug, dass er die Kleidung überhaupt angenommen hatte.

Izak beendete seinen Starr-Wettkampf mit einer Goldorfe und setzte sich auf die Bank zu Gaellas, natürlich möglichst weit von ihm entfernt. Schweigend fischte Gaellas einen Apfel aus seiner Tasche, teilte ihn gerecht in zwei Teile und reichte eines davon Izak. Der Ork griff hastig zu und schlug seine spitzen Zähne in das saftige Fruchtfleisch. Geräuschvoll kauend deutete er nach einer Weile auf ein Loch in einer der Hecken.

„Warum habt ihr da einen Durchgang?" wollte er anklagend wissend. „Der passt da nicht hin."

„Soll er auch nicht", erklärte Gaellas, nachdem er seine Erinnerungen durchforscht hatte. „Galen hat ihn hineingeschlagen."

„Warum?"

„Ich weiß nicht." Dieser Ork wollte Dinge wissen, die sonst niemanden interessierten. Ein Spion war er jedenfalls nach Gaellas Meinung nicht. Löcher in Eibenhecken waren strategisch gesehen sehr unwichtig.

„Galen ist dieser kleine Silberne", überlegte Izak und drehte abwesend die Reste des Apfels in seinen langen, knochigen Fingern. „Er hat euren Prinzen begleitet. Den, der sein Wort gebrochen hat."

Das ging nun zu weit. „Legolas würde niemals sein Wort brechen!"

„Hat er aber", schnarrte Izak böse und warf die Apfelkitsche in den Teich. Sofort sammelten sich Fische an dem überraschenden Futter. „Ich wollte nur in den Düsterwald, mehr nicht. Jetzt bin ich hier gefangen."

„Warum wolltest du eigentlich hierher?"

„Das hat mich eure silberne Königin, die mit den Schlangenaugen, auch gefragt."

„Und?"

Ein tiefer Seufzer folgte. Mit einem Anflug von Mitleid betrachtete Gaellas den Ork, der neben ihm auf der Bank hockte und leicht verloren wirkte. Izak zischelte noch böser und äußerst gekonnt mit seiner gespaltenen Zungenspitze. „Du brauchst mich nicht bedauern, Elb. Ich kann gut auf mich alleine aufpassen."

„Das musstest du wohl auch immer."

„Krüppel sind nicht beliebt bei uns", lispelte Izak, ohne dass es wehleidig klang. Es war einfach eine Feststellung. „Sie haben mich am Leben gelassen, auch wenn ich so ein Feigling war und zu nichts nutze."

„Wurdest du geschlagen?"

Zu seiner Überraschung lachte der Ork auf. Ein unheimliches Geräusch, eher wie ein Fauchen. „Wenn ich Glück hatte. Ist schon komisch, wenn einer wie ich kein Fleisch isst. Ich an ihrer Stelle hätte mich auch verprügelt."

„Und deswegen wolltest du also hierher?"

„Hierhin bestimmt nicht." Izak verfiel wieder in die Starrerei mit der Goldorfe. „Aber ich wollte weg. Vielleicht dahin, wo dieser andere Ork gegangen ist."

„Ah, nach Bruchtal", nickte Gaellas. „Wenn König Thranduil zurückkommt, könntest du ihn darum bitten."

„Ich bitte keinen von dieser Brut mehr um etwas. Sie betrügen mich nur." Die Goldorfe gab nach, das taten die Klügeren immer und drehte ab in tiefere Regionen des Teiches. Izak schnaubte. „Und außerdem habt ihr mich verzaubert. Diese beiden Monster-„

„Das war Ionnin, ein Bergsalamander aus Rhûnar und kein Monster", korrigierte ihn Gaellas geduldig.

„Und dieses Eichhörnchen?"

„Das ist allerdings etwas seltsam. Aber es taucht wohl nur selten auf."

„Selten, was?" spottete Izak und deutete auf das Loch in der Eibenhecke. Mitten drin saß das Geschöpf, das Gaellas eigentlich nur für eine Legende gehalten hatte und beobachtete sie aus aufmerksamen dunklen Knopfaugen. „Wenn du es anfasst, sprichst du Elbisch."

„Damit kann ich leben", murmelte Gaellas und erhob sich vorsichtig, um das Tier nicht zu erschrecken. Seine Sorge war unbegründet. Ganz ruhig blieb es sitzen und schien sogar noch darauf zu warten, dass er endlich näher kam. Er musste zugeben, dass es ein wirklich wunderschönes und noch dazu sehr weißes Exemplar seiner Gattung war. Das Fell wirkte verführerisch weich und Gaellas war zu sehr ein Genuss-Elb, um der Verlockung lange stand zu halten. Wenn die einzige Zauberei darin bestand, die Sprache zu sprechen, die er ohnehin schon beherrschte, konnte es ja nicht schaden. Er strich dem Tier vorsichtig über den rundlichen, seidenweichen Kopf und freute sich, als es leise keckerte.

„Ich hab dich gewarnt", orakelte hinter ihm düster der Ork und sein Elbisch klang schon wieder etwas flüssiger als noch zuvor.

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tbc

Lady Cel: Ah, Rumil und Leiloss kommen noch. Mit Forlos und Maedcam geht es auch so langsam weiter. Darum kümmert sich ganz energisch Arwen. Die hat ja sonst nicht viel zu tun, außer die nächsten 50 Jahre auf Estel zu warten. Ob Celeborn unbedingt ruhiger als Elrond ist, weiß ich nicht so genau. Bislang hat eher Elrond die Ruhe weg. Aber der kennt die Verrückten ja schon näher.

Feanen: Jaja, ein Blick in die Studienordnung erleichtert gelegentlich die Planung. Nachher verpasst du noch eine Sache und darfst dann ein Semester dranhängen. Das macht wenig Freude. Wieviel Zeit habt ihr denn für eure Hausarbeiten. Wir hatten immer vier Wochen und im Examen sechs Wochen. Die brauchte man dann allerdings auch.

Shelley: Bei Gaellas war wohl mein Wunsch Vater des Gedanken. Sehr zutreffend erkannt, das mit dem Essen den ganzen Tag schaffe ich auch. Jetzt fehlt nur noch der Punkt, dass es nicht ansetzt. Elb müsste man sein. Du weißt, wer das weiße Eichhörnchen ist? Wenn man von deinem Lieblingssohn Izak ausgeht, dann ist es das Böse in Tiergestalt. Ein wahres Monster +ggg+

Frenze: Fallen für Elben +ausschütt vor Lachen+. Nein was bist du optimistisch. Vielleicht klappt es, wenn du dich einfach zur Abwechslung selber fangen lässt. Die Jungs sind doch Jäger, denen gefällt das bestimmt. Erestor hat ein Herz, aber er verbirgt es immer ganz besonders gut. Mal sehen, was er nun mit dem neuesten Problem anfängt. Hestia entwickelt sich langsam zu seinem Waterloo.
Übrigens ist es so einfach für Forlos und Maedcam noch nicht. Die beiden sind einfach schüchtern, die trauen sich nicht so ganz.

Annchen: Chibi figwit+grins+. Das passt zu ihm. Aber sehr schöne Bilder. Die von Hope Hoover haben mir am besten gefallen, wenn ich ehrlich bin. Aber ich bin ja noch lange nicht durch, jetzt wo ich endlich auf die Seite komm. Am Besten gehst du mal auf w ww. ringcon. de, um rumzuschmökern. Die haben zwar Tageskarten, aber du solltest in jedem Fall vorbestellen, wenn du wirklich dort hin willst.

Übrigens kann ich mir gut vorstellen, wie das mit den zwei Klausuren pro Woche ist und ich bin froh, dass ich nicht mit dir tauschen muss. Wie ist es denn bislang gelaufen? Manchmal sind die idiotischsten Themen in den Arbeiten und man fragt sich, wo sie die her haben. Aber das machst du schon. Tröste dich vielleicht ein bisschen mit Neuigkeiten von Gilnín. Erestor ist erst im nächsten wieder dran. Aber ich schwöre, er hat seinen Sohn nicht gekillt wegen der Neuigkeiten.

Susi: Immerhin habe ich es geschafft, mal gar keinen zu vermöbeln, auch wenn die Hälfte der vorkommenden Elben genau davor Angst hat. Erestor verärgert man eben nicht. Sie machen gerade etwas Verschnaufpause, die hält im nächsten noch an – sozusagen – und dann heißt es wieder, rumwandern bis der Heiler kommt.