Nach all dieser laaaaangen Zeit hatte ich mal wieder Lust das nächste Kapitel zu übersetzen. Ich hoffe ihr verzeiht mir Rechtschreibfehler, die ich in der Eile übersehen habe.
Viel Spaß beim Lesen!
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Teil 11
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Aragorn wurde durch den Thronsaal geschleppt. Er konnte seine Elbenbrüder wie Trophäen an der Wand hängen sehen. Gwann-Agar presste eine Hand über Aragorns Mund um ihn daran zu hindern nach seinen Brüdern zu rufen. Gwaith würde aufwachen und der Spaß wäre vorbei. Sie gingen in den Korridor und Dînnaeg begann zu sprechen. „Gehen wir zu mir oder zu dir?" Gwann-Agar hätte ihm in die Rippen geboxt, wenn er den Mensch nicht hätte halten müssen. „Wenn dein Raum uns genau so viel Möglichkeiten bieten würde, als meiner, dann könnten wir zu dir gehen; aber ich denke wir gehen lieber zu mir."
Gwann-Agars Raum war nicht weit vom Thronsaal entfernt. Dînnaeg öffnete die Tür zum Schlafzimmer von Gwann-Agar. „Das ist vielleicht ein Geruch... das riecht, wie wenn dein letzter Besucher ausschließlich aus Blut bestehen würde." Gwann-Agar konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. „ich habe immer noch einen Besucher. Leider ist er bewusstlos, aber für dich zum Glück, andererseits wäre ich nicht im Gefängnis aufgetaucht."
Aragorn wusste, dass Gwann-Agar von Legolas redete. Wenigstens würde er seinen Freund wiedersehen. Dînnaeg öffnete die Eisentür der Folterkammer. Der Geruch von getrocknetem Blut hing in der Luft. Aragorn wollte nicht hinsehen, aber ein Teil von ihm konnte seine Augen nicht schließen. Der Teil, der Legolas um jeden Preis wiedersehen wollte.
Gwann-Agar schob ihn in den Raum. Aragorn kämpfte gegen die Übelkeit an. Niemals zuvor hatte er etwas so grausames gesehen. Legolas lag in einem Bad aus rotem Blut. Seine Arme waren auf seinem blutverkrusteten Rücken zusammengebunden und mit einer Kette verbunden, die über ein Rad an der Decke geführt war. In seinen Beinen steckte eine Stange, die zu dem enormen Blutverlust geführt hatte. Aragorns Magen rebellierte. Er wollte zu seinem Freund rennen und wehrte sich gegen den starken Griff, aber es war hoffnungslos. Aragorn musste mit den Tränen des Hasses und der Verzweiflung kämpfen. Wie sollten sie je einem solchen Ort entkommen?
Aragorn sank auf seine Knie. Der Anblick machte ihn zu schwach um sich gegen seine Peiniger zu wehren. Gwann-Agar wusste, sobald der Mensch den Boden erreicht hatte, dass dieser Anblick genug war, um ihn zu foltern. Dînnaeg war zufrieden; dies war genau das, was er im Kopf hatte, nur dass diese Folter weit effektiver war.
„Das war richtig gute Arbeit. Es wäre nicht unbedingt mein Stil; ein bisschen zu unordentlich für meinen Geschmack, aber ich bin mir sicher, es hat richtig Spaß gemacht." Gwann-Agar schaute Dînnaeg an. „Spaß ist überhaupt kein Ausdruck dafür. Es war nicht nur Spaß, es war Befriedigung auf die eine und andere Art." Er grinste und blickte zurück zu Legolas. „Und es war ein Vergnügen deinen Freund schreien zu hören." Gwann-Agar bückte sich hinter Aragorn, seine Arme fest umschlossen. „Er hatte so viel Angst. Obwohl er versucht hat es zu verbergen, konnte ich es in seinen Augen sehen." Aragorn schloss seine Augen und versuchte aus diesem Alptraum aufzuwachen.
Dînnaeg ging an Gwann-Agar vorbei und kniete neben Legolas. Er versuchte jeglichen Kontakt mit dem Blut am Boden zu vermeiden. „Hey Gwann, ist dir schon aufgefallen, dass er nicht mehr Atmet?" Aragorns Kopf schoss hoch. „Nein...." Mehr brachte er nicht hervor. Gwann-Agar sagte nichts. Er wusste sofort, was Dînnaeg vor hatte. Aragorns Hoffnung wurde von dem Gewicht seiner Trauer erdrückt. „Nein, das kann nicht sein..." Schließlich erlaubte er seinen Tränen zu fallen. Jede einzelne gefüllt mit dem Schmerz eines großen Verlustes.
Gwann-Agar ließ Aragorn nicht los. Er wusste, dass die Leute wesentlich gefährlicher in Trauer und Rage waren. Dînnaeg dreht sich um und beobachtete, wie die Hoffnung den Menschen mit jeder Träne verließ, die auf die Erde fiel.
Es schien eine Ewigkeit, als Aragorn ein leises Husten vernahm. Es klang vertraut. Plötzlich wusste er, was die beiden Elben getan hatten. „Ihr verfluchten..." - „Du bist nicht der hellste oder? Das ist der einfachste Trick der Welt und du bist dumm genug, uns zu glauben." Die beiden Elben lachten. Aragorn versuchte einen Blick auf Legolas zu werfen, der vor Schmerz stöhnte. „Legolas? Legol..." Gwann-Agar drückte seine Hand auf den Mund des Menschen. Das letzte, was er wollte, war Hoffnung in Legolas zu wecken. „Knebel ihn. Ich will nicht, dass er ihn hört." Dînnaeg knebelte Aragorn, so gut und fest wie möglich. Gwann-Agar beugte sich über den blonden Elb am Boden und bewegte seine ausgekugelten Arme.
Legolas erwachte langsam. Er dachte, er hätte Aragorn gehört, tat es aber als Einbildung ab. Er stöhnte, als er den Schmerz in seinem Körper spürte. Durch seine verbundenen Augen konnte er nicht erkennen, was um ihn herum passierte. Er hoffte, dass Gwann-Agar nicht da war. Er stöhnte auf, als seine meist gefürchtetster Feind sich durch ein kleines ziehen an seinen verbundenen Armen bemerkbar machte. Er war zu schwach um zu schreien.
„Endlich bist du wach. Es gibt immer noch eine Sache, die ich mit dir machen will. Es ist die wirkungsvollste Folter, an deren Ende nicht der Tod steht, die ich kenne." Gwann-Agar löste den Haken und die Kette, die Legolas Arme zusammen hielten. Er ließ sie zu Boden fallen und erntete ein Stöhnen von seinem Gefangenen.
Aragorn musste die Szene vor ihm beobachten. Der Knebel hinderte ihn daran Legolas Namen zu rufen. Selbst wenn er ein Geräusch machte, würde er durch Dînnaegs Klinge sterben, die an seinen Hals gepresst war. Aragorn wusste nicht, was als nächstes kommen würde; er konnte nur raten. Doch alles was ihm in den Sinn kam, war unerträglich.
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Elrohir erwachte. Er kämpfte gegen das pochende Kopfweh an. Vergeblich. Er konnte sich nicht daran erinnern, was in den letzten Stunden passiert war. Elrohir hob den Kopf und blickte direkt in die suchenden Augen seines Bruders. Elrohir wollte etwas sagen, doch Elladan stoppte ihn mit schüttelndem Kopf. Er zeigte mit seinem Kinn in Richtung Thron. Gwaith lag schlafend auf ihm. Wenn er nicht mit einem tauben Gefühl in dem Händen an die Wand gekettet gewesen wäre, hätte er bei diesem komischen Anblick gelacht.
Elladan bereute, seinen Kopf geschüttelt zu haben. Der Schmerz in seinem Kopf war stärker geworden. Er stellte nach einem kräftigen Ruck fest, dass die Ketten zu stabil waren um sie zu brechen. Er sah, dass Elrohir das gleich probierte. Mit wenig Erfolg.
Vielleicht überkommt mich ja weiterhin die Lust, die Geschichte zu übersetzen...
