Jaspers POV: jede Sekunde nur für Alice
Es schien wie früher, sie war unbekümmert und friedlich wie ein kleines Lamm und ich, ihr großer Bruder, Beschützer alles was ich für sie sein sollte. Friedvoll schlummerte sie in meinen Armen, ihren Kopf auf meiner Brust abgelegt und ihren Körper zu einer Kugel zusammengerollt. Auch sprach sie wieder im Schlaf, diesmal wollte ich Nessi nicht verstehen und auch ihre Träume waren nur für sie selbst bestimmt. Ich beobachtete sie nur, lauschte ihrem schnell schlagenden Herz, ihrem gleichmäßigen Atem, sog ihren Duft ein und betrachtete ihr makelloses Gesicht.
Der Sturm hatte sich gelegt und Nessie schlief tief und fest, ich wusste dass Alice auf mich wartete. Ich wollte zu ihr gehen, langsam versuchte ich aufzustehen. Ich schaffte es aufzustehen ohne Renesmee zu wecken. Ich strich ihr noch eine ihrer rotgelockten Strähnen aus ihrem lieblichen Gesicht und küsste sie leicht auf ihre Stirn. Danach verließ ich ihr Haus und ging zu Alice.
Alice lag auf unserem Bett und las ein Buch, welches ich ihr letztes Jahr Weihnachten zusammen mit einer blauen Saphirhalskette geschenkt hatte. Ihre strahlenden Augen sahen mich an. ,,Schläft sie?" fragte sie. ,,Tief und fest." Mit diesem Satz legte ich mich zu ihr. Alice legte ihr Buch zu Seite und küsste mich zärtlich. Sie hatte Verständnis dafür dass ich oft bei Nessi war. Und dass war zur Zeit oft vorgekommen. Ich half ihr zu jagen, einzuschlafen und spendete ihr Gesellschaft. Ich war Alice dankbar dafür dass sie mir Freiraum ließ.
Sie fing an meinen Arm zu streicheln und zu küssen. Ich zog mir mein vom Regen durchweichtes T-Shirt aus und dann machten wir weiter. Seit Renesmees Auszug waren wir nicht oft dazu gekommen uns zu lieben. Als wir schon richtig dabei waren kam Emmet ,,plötzlich" rein. Er machte große Augen und sagte: ,,Ooops tut mir echt leid ich wusste nicht, dass ihr gerade in Aktion seid". Mit einem schelmischen Grinsen verließ er das Zimmer und schloss die Tür. Natürlich war das kein Versehen von ihm, niemand hätte das geglaubt. Er hatte uns gehört, was dummerweise nicht sehr schwer war. Und selbst wenn er uns nicht gehört hätte, was hätte er bei uns im Zimmer gewollt? Emmet suchte regelrecht nach solchen Situationen um seine kleinen Witze loszuwerden. Bella hatte mir erzählt dass er auch bei ihr und Edward schon öfter reingeplatzt war. Ich glaubte allerdings nicht dass er es auch bei Carlisle und Esme gewagt hatte.
,,ich liebe dich." Alice flüsterte es mir ins Ohr. Sie hatte den unerwünschten Besuch in ihrer Vision gesehen und ihn erfolgreich ignoriert. Nun wandte ich mich wieder ihr zu. Zum Glück kam so ein Zwischenfall in dieser Nacht nicht noch einmal vor und wir konnten sie ungestört genießen.
Ich hatte Alice versprochen ihr jede Sekunde des nächsten Tages zu widmen. Spontan fiel ihr Shopping ein und ich widersprach ihr nicht, das tat ich nie. Alice liebte es einkaufen zu gehen, aber nicht nur für sich, sondern auch für die anderen war sie die Modeberaterin schlechthin. Für mich bedeutete so ein Einkaufsbummel immer extreme Konzentration und Selbstbeherrschung um nicht in einen Blutrausch zu verfallen, auch wenn ich in diesem Punkt schon große Fortschritte gemacht hatte. Es war kein Geheimnis dass mir ziemlich viele Frauen und Mädchen hinterher sahen und das gleiche galt für Männer bei Alice. Flirtversuche bei mir während Alice in der Umkleide war kamen häufig vor. Alice sah in allen Sachen die sie für sich raussuchte einfach perfekt aus, was dazu führte dass meine Meinung, wenn sie danach fragte ziemlich eintönig klang. Sie wollte unbedingt dass ich auch mal etwas anderes sagte und zog deshalb etwas an von dem sie dachte dass ich es nicht mögen würde. Sie zog ein knallrotes Kleid mit grünen Ballerinas an. Doch ich meinte nur dass sie wie eine zuckersüße Erdbeere aussah. Dieses Mal hatte Alice beschlossen nur sich selbst und mir Sachen zu kaufen. Nach einem langen anstrengenden aber auch super komischen Tag gingen wir nach Hause Alice zeigte ihre neuen Stücke gleich Renesmee und Bella per Modenschau. Als sie fertig war verstaute sie die Sachen in ihrem überdimensionalen Kleiderschrank. Nach dem alle Kleidungsstücke in den Schrank gestopft waren zog sie mich ins Badezimmer. Wir duschten zusammen und legten uns ins Bett. Wir redeten und lachten die ganze Nacht lang. Am nächsten Tag beschlossen wir zusammen jagen zu gehen.
