Soooo, da bin ich wieder. Ich hab mir etwas mehr Zeit gelassen, aber auch nicht zuviel. Dieses Kapitel ist wieder mal von mir. Ich mag es sehr gerne, auch wenn es nicht mein persönliches Highlight ist, das kommt später noch.
Ich hoffe es gefällt euch und viel Spaß beim lesen.
Mina Harker Wilhelmina Murray: So, jetzt hat die Spannung ein Ende -g-
Nici Cavanaugh: Sev muss doch auf die beiden aufpassen, da kann er sie ja nicht einfach so angreifen, schließlich ist er doch ihr Lehrer. Aber bei ihm kann man nie sicher sein -lol-
Shira1111: Ach was, so böse sind sie nun auch wieder nicht. Die werden sich schon nicht angreifen.
Lady-Claw: Danke für dein Review. Das warten hat ein Ende. Und in diesem Kapitel gibt Sev auch einen kleinen Teil seiner Gefühle preis.
Kapitel 10 – Erkenntnis
Ginny, Draco und Mr. Gibbs hatten sich auf den
Boden vor Jacks und Severus Zimmer gesetzt und warteten. Keiner
wusste genau worauf sie warteten, aber alle waren sie bereit sofort
einzuspringen, falls man auch nur den kleinsten Verdacht hatte, dass
die beiden sich dort drinnen an die Gurgel gingen.
„Ich glaube
nicht das Jack ihm etwas tun würde, er hat sich vollkommen
verändert!" murmelte Mr. Gibbs vor sich hin.
Draco zuckte
mit den Schultern.
„Bei Snape bin ich mir da nicht so sicher, der ist zu allem fähig. Obwohl, ohne seinen Zauberstab wird er wohl auch nichts tun!" Ginny nickte und nahm unauffällig seine Hand, sie fühlte sich sicherer wenn sie Dracos Händedruck spürte.
Es waren gerade einmal 5 Minuten vergangen, seit
sie die beiden eingesperrt hatten und doch wurden sie langsam nervös.
Entweder flüsterten Jack und Severus oder es war alles umsonst
gewesen und sie schwiegen sich gegenseitig an.
Mr. Gibbs schlug
sich auf die Oberschenkel und stand auf, Ginny und Draco blickten ihn
fragend an.
„Wenn ihr mich fragt, bringt es nichts jetzt
hier zu warten bis irgendetwas passiert, ich bin müde. Ich
schlage vor, wir lassen sie morgen zum Frühstück wieder da
raus!"
„Und was ist wenn sie sich gegenseitig umbringen!"
rief Ginny ängstlich und sprang auf.
Mr. Gibbs schüttelte
den Kopf.
„Glaub mir, kleines. Die werden sich nichts tun.
Würdest du deinen Freund umbringen?" Mr Gibbs blickte
vielsagend zu Draco und verschwand dann mit einem Lächeln. Ginny
wurde leicht rot als sie erkannte was er meinte.
Draco war IHR
Freund.
Langsam nickte sie dann und Draco stand auf, nahm sie wieder an die Hand und führte sie in ihr Zimmer.
„Sie
sind weg" murmelte Jack, der an der Tür gelehnt auf dem Boden
saß. Er hatte die Beine angewinkelt und sie mit seinen Armen
umschlungen, so dass er sein Kinn auf seine Knie lehnen konnte.
Severus hatte wieder so getan als würde er sich auf seine
Aufzeichnungen konzentrieren und sah nun auf. Jack sah in dieser Pose
irgendwie etwas hilflos aus, fand er und doch wirkte er immer noch
imposant.
Severus sah zu wie Jack seufzend aufstand und sich den
Staub von der Hose klopfte, er hob fragend eine Augenbraue als Jack
zu ihm sah und sich ihre Blicke trafen.
Wieso, verdammt noch mal, sagt er nichts? fluchte Jack in sich hinein, ließ sich aber von außen her nichts anmerken.
„Tja, wie kommen
wir jetzt hier raus?" diese Frage stellte Jack sich nicht wirklich,
aber es war das einzigste was ihm einfiel um die Stille zu
überbrücken. Wieder sah er zu Severus der nur mit den
Achseln zuckte und sich dann wieder seinen Aufzeichnungen
widmete.
Jack überkam ein Gefühl der Verzweiflung.
Er will so schnell wie möglich von mir weg schoss es ihm durch den Kopf. Nur so konnte er sich Severus Verhalten erklären. Jack war es aufgefallen, das er die ganzen drei Wochen nur hier unten an einem Weg nach Hause gearbeitet hatte, er hatte also wirklich alles mit diesem Kuss zerstört.
„Sie werden morgen früh schon wieder aufmachen, ich schätze nicht das sie vorhaben uns verhungern zu lassen!" Jack schrak aus seinen Gedanken hoch als Severus leise Stimme ertönte.
„Weißt du ich..." begann er, brach jedoch sofort wieder ab „ach vergiss es!" Jack lies sich auf seinem Bett nieder und starrte auf den Boden. Er hörte wie sich Severus in seinem Stuhl zurück sinken lies und spürte seinen Blick auf sich ruhen.
„Erzähl!" forderte er
„Jetzt hast du mich neugierig gemacht!"
Und mich machst du
mit deiner verdammten Haltung wütend! „Ich bewundere die Art
wie du mit solchen Situationen umgehst. Ich gäbe viel dafür
wenn ich immer so ruhig bleiben könnte!" Jack wollte diesen
Satz eigentlich sarkastisch klingen lassen, da er Severus nicht das
Gefühl geben wollte, dass er ihn auch noch lobte. Aber dieser
Satz kam alles andere als sarkastisch rüber, es klang verletzt
und ehrlich.
Jack hätte viel darum gegeben Severus
Gesichtsausdruck zu sehen, aber er traute sich nicht
aufzusehen.
„Und ich bewundere es wie du zu jemandem wie mir
noch nett sein kannst."
Überrascht sah Jack auf.
„Ich
bin nicht der für den du mich hältst, Jack. Ich bin keiner
von denen, die sich einer Sache voll und Ganz hingeben. Ich lebe ohne
ein Gewissen zu haben!"
Jack zuckte mit den Schultern, für
ihn klang es eher so als würde Severus versuchen ihn absichtlich
abzuwimmeln.
Severus erstarrte als er das Lächeln auf
Jacks Gesicht sehen konnte und er aufstand und langsam zu ihm
rüberkam. Immer noch sanft lächelnd setzte er sich auf den
Schreibtisch und erhaschte nebenbei einen Blick auf Severus
Aufzeichnungen, die aus einem leeren Pergament bestanden.
Er hatte
ihn belogen, die ganze Zeit lang. Aus irgendeinem Grund wollte
Severus ihm Glauben machen, dass er ihm Gleichgültig war. Aber
die leeren Aufzeichnungen bewiesen doch, das er wohl nicht weg
wollte.
„Ich weiß nicht warum du dich schlechter
redest als du es eigentlich bist. Ich kann dir ganz genau sagen was
ich über dich gelernt habe" Severus hob eine Augenbraue und
schwieg. „Du bist jemand der viel durchgemacht hat, du bist jemand
der mit Absicht versucht die Leute dazu zu bringen das sie dich
hassen und du bist jemand der für andere sein Leben riskieren
würde!"
Er sah in seine schwarzen Augen und wusste das er
richtig lag, für kurze Zeit sah er Schrecken darin, aber dann
plötzlich wandelte es sich in tiefe Trauer um. Eine solch tiefe
Traurigkeit die er in seinem ganzen Leben als Pirat noch nicht
gesehen hatte und er sich nicht einmal vorstellen konnte.
Ja,
er lag richtig mit dem was er gesagt hatte, aber er hätte sich
nie vorgestellt das es so schlimm war. Severus war ein gebrochener
Mann, er musste verdammt gut schauspielern können, um diese
Trauer jeden Tag aufs neue zu verbergen. Jack spürte wie ihm
langsam die Tränen hochkamen, ein Gefühl, das er in letzter
Zeit immer häufiger verspürt hatte und inzwischen auch
wusste wie man damit umzugehen hatte.
Vorsichtig nahm er Severus
Hand und zog ihn rüber zum Bett um sich dort hinzusetzen, er
ließ alles still mit sich geschehen und sah ihn immer noch mit
den gleichen Augen an.
„Willst du es mir denn nicht wenigstens erzählen?" fragte Jack mit erstickter Stimme. Severus schüttelte den Kopf und besann sich wieder, in seinen Augen war mit einem Mal nichts mehr zu sehen. Dieser Mann war ein Rätsel, ein Rätsel das er hoffte bald zu lösen.
„Ich möchte das du es mir erzählst. Ich bestehe darauf! Wenn nicht heute, dann bitte in den nächsten Tagen. Du bist mir wichtig! Ich möchte an deinem Leid teil haben und ich möchte wissen was dem Mann, den ich liebe, passiert ist!"
Stumm saßen beide nebeneinander, Jack hatte fürs erste gesagt was er sagen wollte und Severus blieb stumm. Er hatte keine Miene bei seinen Worten verzogen, er hatte nicht den Kopf geschüttelt und auch nicht zu gesagt, aber Jack fasste dies als ein Ja auf.
Einige
Minuten lang starrte Jack wieder auf den Boden und überlegte
sich ob er jetzt einfach zu seinem Bett gehen sollte, oder ob er noch
bei Severus bleiben sollte, in der Hoffnung noch irgendetwas zu
hören. Unschlüssig sah er zu Severus rüber und blickte
in das Gesicht eines verschlossenen Mannes, stille Tränen rannen
seine Wangen runter und er starrte tonlos an die Wand.
Jack
streckte vorsichtig seinen Arm aus und nahm ihn schließlich,
als er keinen Widerstand spürte, tröstend in die Arme, bis
sie dann beide irgendwann einschliefen.
