Die Mehrheit war für Happy End – Na ja, hoffentlich ist es nicht zu weichgespült geworden ;-)
Teil 11 – Am Ende ist alles gut. Und ist es das nicht, so ist es auch nicht das Ende...
„Hey, wo wart ihr?" Ron hatte nach seinen Freunden gesucht, bevor er sie in der Nähe des Ausgangs sah und auf sie zueilte.
„Hast du mit Hermine gesprochen? Wie geht es ihr?" Harry wollte seinem Freund keine Erklärung geben, erst einmal musste er wissen, wie es Hermine ging.
„Es geht mir gut", hörten sie die Stimme ihrer Freundin und Harry zuckte beinahe zusammen.
„Alles in Ordnung, wir haben darüber geredet."
Sie klang immer noch verschnupft, aber lächelte tapfer und Ron nickte seiner Schwester und Harry zu. „Es ist alles gut. Ihr hättet wirklich nicht so ein Geheimnis daraus machen müssen."
Allerdings bemerkte er sofort, dass noch etwas Anderes nicht stimmte. Ginny und Harry sahen sich so seltsam an, dass auch Hermine aufmerksam wurde.
„Was ist? Jemand gestorben?", flachste Ron und stieß seinen besten Freund an. „Mach nicht so ein Gesicht, ich werde es überleben."
„Harry?" Hermine wusste instinktiv, dass irgendetwas in ihrer Abwesenheit geschehen sein musste.
„Nichts, alles in bester Ordnung", quetschte dieser mit zusammengebissenen Zähnen hervor.
„Nein!" Ginny schüttelte ihren Kopf und entzog sich dem Arm auf ihrer Schulter. „Wir hören ab sofort damit auf. Wir sind Freunde, verdammt. Du sagst ihr jetzt sofort, was draußen passiert ist. Diese elende Geheimniskrämerei muss ein Ende haben."
Sogar Hermine war von Ginnys plötzlichem Ausbruch überrascht, aber sie ahnte bereits Böses und sah sich ängstlich um. Wo war Severus?
„Wir haben uns duelliert. Zumindest haben wir es versucht."
Erschrocken schlug Hermine eine Hand vor den Mund und schwankte.
„Hä? Mit wem hast du dich duelliert?" Ron verstand nichts, aber er wurde einfach ignoriert.
„Er dachte, dass du und Harry..."
Hermine musste schlucken, um das Abendessen in ihrem Magen zu behalten, als sie Ginnys Anspielung verstand.
„Was ist mit Hermine und Harry? Könnte mir mal jemand sagen, worüber ihr da redet?"
Ron sah verzweifelt von einem zum anderen, aber er wurde nicht schlau daraus.
„Ist etwas passiert? Ist er verletzt?" Panik kroch in ihr hoch und sie wäre am liebsten heraus gestürmt, aber sie hatte Angst vor dem, was sie vielleicht sehen würde.
Harry schüttelte den Kopf. „Nein, Ginny kam rechtzeitig genug, um uns zu unterbrechen und uns die Köpfe zurecht zu rücken." Er betrachtete seine Freundin mit einem liebevollen Blick und bemerkte Ron nicht, der kein Wort verstand.
„Wer ist verletzt? Hallo? Hört ihr mir überhaupt zu?"
„Ich muss zu ihm", stöhnte Hermine, aber sie wurde von Harry aufgehalten, der sie an der Schulter zurückhielt.
„Hermine. Er ist verdammt nochmal nicht gut für dich, das weißt du, oder?" Und sie nickte niedergeschlagen. „Bitte geh nicht da raus. Er wird dir nur wieder wehtun. Er kann nicht anders."
Ron hatte aufgegeben und rollte hilflos mit den Augen. Ihm blieb nichts weiter übrig, als aus dem diffusen Gerede etwas herauszufiltern, was ihm eine Erklärung verschaffen könnte.
„Lass sie gehen", bat Ginny leise und legte eine Hand auf den Arm ihres Freundes. „Wenn du da draußen wärst, würde mich auch nichts davon abhalten."
„Aber das ist doch ganz etwas anderes, das da draußen ist..."
Harry ließ Hermine los und schüttelte seinen Kopf, während er ihr hinterher sah.
„Snape, ich weiß. Aber es ist ihre Entscheidung, Harry", brachte Ginny seinen Satz zu Ende.
„S...SSS...Snape? Ihr meint... Du hast dich mit ihm duelliert? Und Hermine... und... er dachte...aber warum? Oh grundgütiger Merlin." Rons Gestammel ging in ein schrilles Quieken über, bevor er sich zusammenriss.
„Ich träume das alles nur, oder? Ich liege noch auf dem Spielfeld und der Klatscher hat mir die Birne zermanscht." Entsetzt sah er seine Schwester an, doch die versuchte seinem Blick auszuweichen.
„Harry? Hermine ist da jetzt nicht rausgegangen, weil sie sich SORGEN um Snape macht? Sie ist da nicht raus, weil sie tut, was ich niemals denken würde, dass sie das tun würde?"
Harry sah genauso hilflos aus wie Ron.
„Äh – ich glaube doch."
Schaudernd sah Ron zum Ausgang, wo Hermine verschwunden war.
„Das ist gruselig", flüsterte er.
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Hermine fand ihn unweit des Portals, im Schatten des Schlosses. Er verschmolz geradezu mit der Dunkelheit und wäre da nicht das leichte Aufflammen seines Stabes gewesen, so hätte sie ihn vermutlich nicht einmal gesehen.
„Geh!", befahl er ihr hart ohne sie überhaupt anzusehen, doch Hermine dachte nicht daran. Nicht bevor endgültig alles geklärt war.
„Das werde ich nicht tun. Noch einmal lasse ich mich nicht einschüchtern."
Nur kurz wanderte sein Blick auf sie, um sich sofort wieder abzuwenden. Sie konnte sein Gesicht kaum erkennen und trat noch einen Schritt näher.
„Ich schüchtere dich also ein? Sehr Gut. Verschwinde!"
„Nicht genug, um mich fortschicken zu lassen", erklärt sie mit einem zaghaften Lächeln.
„Willst zu mir auch einen Fluch auf den Hals hetzten wie dein Freund? Tu dir keinen Zwang an." Hermine schüttelte ihren Kopf.
„Nein, ich habe nicht einmal meinen Zauberstab dabei."
„Nimm meinen."
Erneut konnte sie ein Lächeln nicht verkneifen. „Und was dann? Soll ich dich lähmen, damit du mir endlich mal zuhören wirst?"
„Ich höre dich doch. Auch wenn ich gerne darauf verzichten würde."
„Hast du wirklich geglaubt, ich wäre in Harry verliebt?"
Ein Schnauben war die einzige Antwort, die sie bekam.
„Natürlich liebe ich ihn. Er ist wie ein Bruder für mich, aber das hat nichts, absolut nichts mit dem zu tun, was ich für dich empfinde."
Snape schien wie aus einer Starre zu fallen und sah mit ausdrucksloser Miene auf sie herunter.
„Das bildest du dir nur ein. Du hast dich da in etwas verrannt, was nicht sein kann, Hermine. Ich hätte niemals zulassen dürfen, dass es so weit kommt, aber auch ich bin nicht völlig aus Stein. Du glaubst nun, nur weil wir miteinander geschlafen haben, dass du irgendeine Erklärung dafür finden musst, weil du es sonst bereuen würdest. Hör auf dir etwas einzureden."
„Ich rede mir nichts ein, das habe ich lange genug getan. Ich habe mir eingeredet, dass ich es aus Neugierde wollte, für Ron, oder aus rein wissenschaftlichen Aspekten. Kannst du nicht wie ich erkennen, dass es nichts als eine fadenscheinige Ausrede meines Unterbewusstseins war? Es gab nur einen Grund für mich und es ist mir nicht leicht gefallen, das zu akzeptieren."
Erneut drehte er den Kopf zur Seite, als könnte er es nicht länger ertragen sie anzusehen.
„Nein, sieh mich an", warnte sie ihn leise zupfte an seinem Ärmel. „Sieh mich an und sag mir ins Gesicht, was du denkst. Ich bin erwachsen genug um zu ertragen, dass du meine Gefühle nicht erwiderst. Sag mir, dass du mich nicht ausstehen kannst. Sag mir, wie einfältig ich bin, dass ich mir Hoffnungen gemacht habe. Es ist viel leichter zu ertragen, wenn ich weiß woran ich bin."
Seine Schultern zuckten, als müsste er etwas von sich abschütteln, bevor er ihrem Wunsch nachgab und sie ansah.
„Du bist wirklich einfältig, wenn du dir Gedanken über etwas machst, was nicht sein kann und ich kann dich absolut nicht ausstehen."
„Oh, das beruht auf Gegenseitigkeit", stimmte sie zu. „Momentan finde ich dich auch unmöglich."
„Warum gehst du dann nicht endlich? Was muss ich denn noch tun, damit du endlich einsiehst, wie verrückt das alles ist?"
„Verrückt, ja das trifft es. Es ist völlig verrückt, aber ich habe inzwischen aufgegeben, mich dagegen zu wehren. Du hast mich nun am Hals, ob du willst oder nicht. Ich werde nicht ins Ministerium gehen, sondern studieren. Und ich werde alles daran setzen, die Beste zu werden, um eines Tages hierher zurückzukehren. Ich habe viel zu lange das getan, was mir für andere das Beste erschien, doch das ist vorbei. Ab sofort werde ich nur das tun, was ich will. Es gibt nichts mehr, was du mir noch an Boshaftigkeiten an den Kopf werfen könntest, um mich umzustimmen."
„Bist du jetzt fertig?"
Doch Hermine redete sich soeben in Rage. Es war ihre einzige Möglichkeit endlich alles zu sagen, denn so schnell würde sie diesen Mut nicht wiederfinden.
„Noch lange nicht, Severus Snape. Von mir aus denke was du willst, es wird nichts an meinen Gefühlen ändern. Du glaubst ich sei zu jung? Zu unerfahren? In manchen Dingen sicherlich, aber ich habe genug erlebt und verkraftet, dass es für ein ganzes Leben reichen würde. Wenn ich eins gelernt habe, dann ist es, dass man die Zeit zum Leben nicht vergeuden darf und du, Severus, vergeudest alles. Du vergräbst dich so sehr hinter deiner Mauer aus Erinnerungen und Selbsthass, dass du nicht einmal merkst, wenn man dir so etwas wie Zuneigung entgegen bringt. Warum warst du eifersüchtig auf Harry? Sag mir verdammt noch mal, dass da nichts ist, dass du nicht einen Funken Gefühl mehr in dir hast. Sag mir, dass du rein gar nichts für mich empfindest und selbst dann..."
Mit einer fließenden Bewegung hatte er seine Hand in den Haaren an ihrem Hinterkopf vergraben, nach hinten gebogen und ihr die Lippen mit einem harten Kuss verschlossen. Ihr erster Impuls war es gewesen, sich zu wehren und ihre Fäuste gegen seine Brust zu pressen, doch er schien es nicht einmal zu spüren. Bis sie sich dem ganzen ergab, ihre Arme um seinen Nacken schloss und sich dem Kuss hingab.
„W..was war das?", flüsterte sie nach einer ganzen Weile fast atemloser Stille. Hatte sie nicht noch etwas sagen wollen?
„Ablenkung, meine Liebe. Du hättest sonst nie aufgehört zu reden und es erschien mir in Anbetracht der Situation das beste Mittel, um dich zu unterbrechen."
Hermine musste immer noch die Fäden ihrer Rede zusammensuchen. So leicht sollte er ihr nicht davon kommen, egal wie gut es ihr gefallen hatte.
„Ich weiß nicht was du in mir siehst, was deine Erwartungen sind. Irgendwelche romantischen Gefühle? Händchen halten, kleine Nettigkeiten und Komplimente austauschen? Spaziergänge im Mondschein? Ich kann dir das alles nicht geben."
„Ich weiß. Das habe ich auch nie erwartet."
„Aber du hättest es verdient."
Hermine schluckte und schloss kurz ihre Augen. Dieser kurze Satz bedeutete ihr mehr als jede Liebeserklärung. Auf keinen Fall durfte sie nun auch nur ein falsches Wort sagen.
„Ich weiß."
„Man würde mit dem Finger auf dich zeigen, über dich herziehen und dich für verrückt halten."
„Ich weiß."
„Ganz abgesehen von dem Skandal."
„Ich weiß."
„Ich bin viel zu alt für dich."
„Ich weiß."
„Und werde mich nicht mehr ändern."
„Ich weiß."
„Eines Tages wirst du es vermutlich bereuen."
„Ich weiß."
„Für eine Frau mit deinem Verstand gibst du mir viel zu schnell nach."
„Ich weiß."
Sie lachte, aber er hatte in allen Punkten Recht, das wusste sie selbst, doch sie konnte nicht anders. Dies war ihr Leben. Sie wollte nach Hogwarts, sie wollte unterrichten und sie wollte ... ihn.
Die Zweifel darüber standen ihm ins Gesicht geschrieben und für einen winzigen Moment glaubte Hermine, er würde sich einfach wegdrehen und gehen. Das würde sie nicht zulassen. Er hatte sie schon viel weiter an sich heran gelassen, als jemals jemanden zuvor.
„Ich weiß, was auf mich zukommt, Severus. Und ich weiß, dass es nicht einfach wird. Doch manche Dinge lassen sich nicht planen, errechnen oder analysieren, das habe ich gelernt. Ich will dich und nichts wird mich von dieser Entscheidung abbringen."
Schon wieder setzt er seine altbekannte Mimik auf und Hermine riss fragend ihre Brauen nach oben. War er denn wirklich so gefühllos und stur? Doch dann erschien ein dünnes Lächeln auf seinen Lippen.
„Ich weiß", murmelte er leise, bevor er sich herunter beugte und sie küsste.
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Nur zwei Tage später knisterte es auffällig in seinem Kamin und eine Sekunde später materialisierte sich die Gestalt einer jungen Frau darin.
Hustend und sich die Spuren ihrer Reise von der Kleidung klopfend sah sie sich um, lächelte als sie den grimmigen Blick des Professors erkannte und trat einen Schritt aus dem Feuer heraus.
„Hermine!"
Sie hörte die Spur von Überraschung in seiner Stimme, aber sie ignorierte es geflissentlich und sah auf ihr kleines magisches Stundenglas, welches sie um den Hals an einer Kette trug.
„Keine zehn Minuten und das, obwohl ich durch sechs Kamine musste. Hm, das sollte reichen."
„Darf ich bitte erfahren, was das hier wird?" Severus hatte wirklich nicht den Hauch einer Ahnung. Erst gestern hatten sie sich im Rahmen der großen Entlassung verabschiedet. Es war nicht viel Zeit geblieben darüber zu reden, was nun weiter geschehen würde. Er hatte angenommen, dass sie sich melden würde, aber nicht so schnell.
„Ich probiere aus, wie lange ich von der Universität bis hierhin benötige."
Seine Braue fuhr nach oben und um ein Haar hätte er gelächelt.
„Beginnen die Vorlesungen nicht erst in zwei Monaten?"
„Ja, natürlich. Aber ich bin gerne vorbereitet. Wenn ich dich sehen will, muss ich doch wissen, was die kürzeste und schnellste Verbindung von dort bis hier ist."
Nun konnte er nicht umhin seine Lippen amüsiert zu verziehen. „Und du glaubst, dass du während deiner Studien noch genügend Zeit dafür hast hierher zu kommen?"
Hermine nickte heftig und trat einige Schritte vor, um den Abstand zwischen sich zu verringern.
„Zum Apparieren ist die Distanz einfach zu groß. Bleibt das Flohnetzwerk, allerdings gibt es keine Direktverbindung hierher, also war ich gezwungen, einige Umwege in Kauf zu nehmen."
„Über sechs weitere Kamine." Seine Feststellung klang belustigt.
„Ja, aber selbstverständlich habe ich mir die Erlaubnis der Besitzer eingeholt."
„Selbstverständlich." Er konnte sich schon gut vorstellen, wie die Armen vor ihrer geballten Überzeugungskraft kapitulieren mussten. Mit der Hand wischte er ihr einige Rußspuren aus dem Gesicht.
„Ich werde Sachen zum Umziehen brauchen", überlegte sie halblaut, während sie an sich herunter sah. Sie klebte vor Ruß und Dreck und es gefiel ihr nicht.
Eifrig griff sie nach der beutelähnlichen Tasche an ihrer Schulter, holte mittels eines Spruchs ein kleines Buch hervor und notierte etwas darin, bevor sie sich genauer umsah.
„Meinst du, du könntest mir ein wenig Platz für einige Bücher machen? Es wäre unnötig, so viel mitzuschleppen, das erhöht nur den Verbrauch an Flohpulver."
Nun wurde er doch misstrauisch. Was hatte sie sich denn nun schon wieder in den Kopf gesetzt?
„Moment. Würdest du erst einmal so freundlich sein, mich in deine wunderbaren Pläne einzubeziehen?"
Erstaunt blickte sie auf und grinste schief. „Ich dachte ich könnte..." Sie machte eine kleine Pause, als erwartete sie, dass er sie aus der Erklärungsnot holte, aber Severus dachte nicht daran. Was immer sie sich wieder ausgedacht hatte, er kam nicht darauf.
„Während meines Studiums bei dir wohnen?"
Snapes Kopf ruckte nach hinten und er holte tief Luft, doch Hermine ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen.
„Das würde meine Kosten für alles enorm reduzieren. Viele der nötigen Bücher bekomme ich hier in der Bibliothek. Ich hätte die nötige Ruhe zum Lernen, ohne dass ich mir irgendwo ein Zimmer mit einem nervenden Kommilitonen teilen muss. Wir könnten uns sehen und..."
Seine Lippen streiften ihre und unterbrachen sofort ihren Redefluss, aber sie sah gleich an seinem Gesichtsausdruck, dass sich die Begeisterung in Grenzen hielt. Die Geste hatte einzige dem Grund gegolten, sie zu stoppen.
„Du bist völlig verrückt und ich werde das nicht erlauben. Ich bin es gewohnt, allein zu leben. Ich brauche meinen persönlichen Freiraum und denke nicht daran, das zu ändern. Ganz abgesehen davon hast du in deiner Berechnung nicht einbezogen, dass dein Etat damit vielleicht die Unterbringungskosten einspart, aber dein Verbrauch an Flohpulver ins Unermessliche wächst."
„Es wäre ja nur vorübergehend", maulte sie ein wenig beleidigt, dass er ihren ausgeklügelten Plan nicht zu würdigen wusste.
Erneut schraubte sich eine Braue fragend in die Höhe. Ein paar Tage würde er es vielleicht zu ertragen wissen.
„Bis ich einen Portschlüssel kreiert habe. Mit dem Genehmigungsverfahren kenne ich mich nicht so gut aus. Dabei könntest du mir eigentlich helfen."
„Ich denke nicht daran. Schlag dir diesen unmöglichen Gedanken aus dem Kopf. Ganz abgesehen davon, dass es verboten ist. Nicht auszudenken was passiert wenn McGonagall davon Wind bekommt."
Beleidigt schob Hermine eine Unterlippe nach vorn und runzelte ihre Stirn. Es war wirklich verdammt stur. Nach allem hätte sie zumindest gedacht, er würde sich freuen sie zu sehen.
„Es sind Ferien", versuchte sie noch einmal einen Einwand. „Sie ist gar nicht hier und muss es ja nicht erfahren."
„Miss Granger." Er klang empört und amüsiert zugleich, was sie nur noch mehr verwirrte. „Ich wusste nicht, dass mein Einfluss auf dich derartig schlecht ist, dass du nun auch anfängst, Gesetze zu brechen."
„Eigentlich ist es nicht ungesetzlich. Die Regeln beziehen sich auf Lehrpersonal und Schüler. Es kam bisher nicht vor, aber Paare dürfen durchaus zusammen in den Privaträumen leben, solange der Lehrplan nicht beeinträchtigt wird."
Es hatte doch etwas Gutes gehabt, dass sie in der ersten Klasse sämtliche Statuten von Hogwarts auswendig gelernt hatte.
Oh-oh, sie erkannte an seinem Gesicht, dass sie sich auf verdammt dünnem Eis bewegte.
„Ich meine damit nicht, dass du dich zu irgendetwas verpflichtet fühlen musst. Wir müssen nicht... Es wäre nur..."
„Ich bin mir durchaus im Klaren, was du mit deinem Gestammel sagen willst", schimpfte er dazwischen.
Ihre Arme schlangen sich um seine Mitte und Hermine legte ihren Kopf an seine Brust, doch er verbot sich in irgendeiner Weise zu reagieren.
„Glaub ja nicht, dass du mich so einfach um den Finger wickeln kannst, Hermine Granger." Sein brummiges Auftreten beeindruckte sie kein bisschen.
„Ich hab dich vermisst", raunte sie leise und spürte, wie er tief ein- und ausatmete.
„Vermisst?" Es war ihr, als könnte sie das amüsierte Funkeln in den Augen sehen. „Wir haben uns erst gestern verabschiedet."
„Das war so förmlich. Ich will es nicht vor anderen verheimlichen, es ist mir egal, was andere denken."
„Nun, nach den dämlichen Gesichtern der Gryffindorschüler zu urteilen, dürfte auch der Letzte mitbekommen haben, dass du die letzte Nacht nicht im Schlafsaal verbracht hast."
Lächelnd hob sie ihren Kopf, lehnte ihr Kinn an seine Brust, so dass sie nach oben blinzeln musste, doch er blieb weiter stur und bewegte sich kein Stück, sondern starrte einfach geradeaus.
„Na und? Man wird sich an den Gedanken gewöhnen, oder hast du es dir anders überlegt und willst mich wieder loswerden?"
„Ich befürchte, dass mir das nicht einmal gelingen würde, wenn es so wäre. Sobald du dir etwas in den Kopf gesetzt hast, kannst du verdammt hartnäckig sein."
Hermine nickte lächelnd. Kapitulierend schlossen sich nun endlich seine Arme um ihre Schultern und sie drückte ihre Nase fest an seine Brust.
„Was machst du da?" Misstrauisch sah er auf sie herab.
„Du riechst so gut", murmelte Hermine leise und brachte ihn nicht zum ersten Mal an diesem Abend aus der Fassung.
„Und nach was bitte?" Seine Stirn hatte sich in Falten gelegt. Diese Frau brachte ihn eindeutig um den Verstand. Sie tauchte einfach so auf, erzählte ihm von ihren völlig abwegigen Plänen und im nächsten Augenblick redete sie von etwas völlig anderem.
„Nach Plätzchen. Wie das Weihnachtsgebäck meiner Oma, irgendwie nach diesen Gewürzen darin."
„Ich weiß beim besten Willen nicht, ob ich es schmeichelhaft finden soll, dass ich angeblich wie ein Muggelgebäck riechen soll."
„Das ist sogar sehr schmeichelhaft." So ganz überzeugt erschien er immer noch nicht.
„Also gut. Heute Nacht kannst du hier bleiben", gab er ein weiteres Mal nach und drückte sie energisch von sich weg, bevor er frustriert seine Robe betrachtete, die nun ebenfalls voller Asche war. „Du solltest ein Bad nehmen und deine Sachen reinigen lassen."
„Kommst du mit?", fragte sie immer noch lächelnd, während er griesgrämig zusah, wie sie ihre Haare schüttelte und noch mehr Staub in seinem Büro verteilte.
„Ich denke nicht", knurrte er und wischte mit der Hand demonstrativ einige Krümel von seinem Schreibtisch.
Hermine nickte als sie ihre Handflächen betrachtete, die von dunklem Graphit überzogen waren. Dann ging sie auf ihn zu, nahm sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn, bevor sie wieder einen Schritt zurück trat.
„Schade, ich dachte du könntest mir noch einiges beibringen. Diese Sache mit der Zunge zum Beispiel." Ihr Körper vibrierte bei der Vorstellung, was Severus allein in der Nacht zuvor alles damit angestellt hatte. Es war nur fair, dass sie es auch lernte. „Und abgesehen davon, hast du jetzt ein Bad genauso nötig", setzte sie schmunzelnd hinzu, als sie sein von dunklen Spuren gezeichnetes Gesicht sah.
Er legte den Kopf ein wenig zur Seite und kniff seine Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, bevor er tief Luft holte und eine ausladende Geste machte.
„Dein Lerneifer schockiert mich und bestätigt nur meinen Verdacht, dass ich einen äußerst schlechten Einfluss auf dich habe. Aber gut, ich komme mit, doch denk bloß nicht, dass ich deinen dummen, kleinen Plan mich umzustimmen nicht durchschaue."
„Selbstverständlich nicht", bestätigte sie leise, ging zur Tür und wartete, bis er ihr folgte. „Das hätte ich sowieso nie angenommen."
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Nur zwei Monate später reiste sie das erste Mal mit ihrem eigenen Portschlüssel zu ihrem Studienplatz.
Ende
Oh menno, irgendwie werde ich sentimental - meine erste FF in diesem Fandom und soviel nette Worte blinzel
Aber sie musste ja auch mal enden, immerhin sind es 11 Kapitel geworden und nicht maximal drei, wie ich zunächst dachte. Danke euch und vor allem Marisol, die mich als Erste mit dem pairing bekannt gemacht, meine neue Sucht geweckt und die mich auch Tatkräftig mit Ansporn, Ideen und Betalesen unterstützt hat. liebhab
Ok, wer möchte kann die Hand heben - ich hätte noch einen kleinen Epilog, falls das noch gewünscht wird?
