Return to life
Fanfiction von Lady of the dungeon featuring Slytherene
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Eldi:
Nachdem Lucius sich mit viel Glück und familiärer Unterstützung Askaban entzogen hat, kann ja nur noch ein Happyend kommen – oder? Slytherene?
Slytherene:
Äh…theoretisch. Praktisch ist das gar nicht so einfach. Charlene hat vor ein paar Stunden erst herausgefunden, dass Lucius für den Tod ihres ersten Ehemannes verantwortlich ist. Außerdem ist sie fast umgebracht worden (bereits das zweite Mal im Zusammenhang mit Lucius) und ihre Kinder sind hoch traumatisiert (auch schon bereits das zweite Mal im Zusammenhang mit ihm). Es wäre durchaus nachvollziehbar, wenn sie zögerte, was Lucius betrifft.
Und Lucius weiß das ganz genau. Aber hat er die Stärke und Geduld, ihren Zorn auszuhalten, oder wird er dagegen halten? Immerhin war das Leben auch zu ihm nicht fair. Ach, lest einfach selbst…
Vielen Dank für Eure Reviews und Mails zu Kapitel 10: Madame Minuit, Sally Slytherin, Moonlight (danke auch für die Mails zum Thema Draco!) und Daizuke. Scheint, wir schreiben nur für Euch Vier, aber was soll's. Hauptsache, Ihr habt noch Spaß beim Lesen.
11. Heimkehr
Eine Stunde später sind sie auf dem Wasser, Lucius krallt die Finger in die Reling und opfert dem Seegott.
„Na, du bist auf dem Weg in die Freiheit. Warum nur ist dein Gesicht dann grün, Lucius?", spottet Tonks. „Oder ist das eine Ehrenbezeugung für das Haus Slytherin?"
„Ich werde dich verhexen, Verwandtschaft oder nicht", faucht Lucius.
„Kaum", lacht Tonks. „Es sei denn, du willst ein Boot zurück nehmen." Sie wird ernst. „Glaube nicht, dass wir dich aus den Augen lassen, Lucius Malfoy. Ein falscher Schritt, und du bist dran. Es gibt eine Menge Leute, die dich lieber in Askaban oder noch besser unter der Erde sehen würden als in Freiheit."
Lucius würgt und klammert sich an die Reling.
Tonks seufzt. „Ich weiß echt nicht, warum ich das mache", sagt sie und zieht ihren Stab. „Vermutlich ist es einfach zu eklig, dich kotzen zu sehen. Calma nauseam."
Sofort verebbt die Übelkeit und Lucius' Beine beginnen, wieder ein Mindestmaß an Standfestigkeit zu erlangen.
„Danke", keucht er und streicht sich eine verschwitzte Strähne aus der bleichen Stirn.
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Es ist etwa sechs Uhr abends, als Lucius in seinem Apartment in Kensington ankommt. Auf dem Weg ins Bad lässt er ein Kleidungsstück nach dem anderen einfach fallen, obwohl er Unordnung hasst, aber er will nur noch unter die Dusche. Askaban hat die fürchterliche Eigenschaft, sich binnen Stunden mit seinem Geruch in Kleidern und Haaren, ja selbst in den Poren, festzusetzen, oder vielleicht liegt das auch nur an seiner paranoiden Wahrnehmung.
Eine Stunde später ist er sauber, rasiert und ist auch den fahlen Geschmack im Mund losgeworden.
Jetzt steht er vor dem Kleiderschrank und streicht über den Ärmel einer grünsamtenen Zaubererrobe. Er könnte… Er dürfte, wenn er nur wollte. Doch es ist kein Zaubererhaushalt, den er besuchen will, noch nicht. Außerdem hat er festgestellt, wie ungemein bequem seine schwarzen Kaschmirpullover sind, und mit einem weiten Mantel darüber kann er sich damit in beiden Welten souverän bewegen.
Er nimmt den riesigen Karton mit dem Tischfußballspiel unter den Arm und steckt die anderen Geschenke in seinen Rucksack. Dann wählt er die Neunundneunzig und bittet den Concierge, ein Taxi zu bestellen.
Als der Wagen vor dem Haus in Surrey anhält, ist es bereits nach neun. Alle Fenster sind dunkel, nur im Wohnzimmer brennt Licht.
Lucius klingelt.
Er hört trippelnde Schritte und die Tür wird einen Spalt geöffnet. Lucius legt einen Finger auf die Lippen.
„Oh", piepst Lilly, und senkt dann die Stimme zu einem Flüstern. „Master Lucius, Siiir."
Sie schlingt die dünnen Arme um seine Knie.
„Ich werde lang hinschlagen, wenn du nicht loslässt", sagt er leise. „Und wie sehe ich dann aus, mit einer Platzwunde auf der Stirn?"
Sie lockert ihren Griff.
„Wo sind Charlie und die Kinder?", fragt er.
„Master Jamie und die kleine Mistress schlafen. Hat sehr lange gedauert, Master Lucius. Mistress Blanche ist im Wohnzimmer."
Lucius nickt und drückt Lilli die Rosen in die Hand. „Stell sie bitte ins Wasser. Und vor der Tür stehen ein paar Geschenke. Kannst du sie reinholen? Hauselfen-Magie erlaubt."
Lilli strahlt und schnippt mit den Fingern.
Lucius aber hat jetzt keinen Blick mehr für die kleine Dienerin. Er geht den Flur entlang in Richtung Wohnzimmer. Er ist nicht wirklich sicher, ob er willkommen ist. Seine Lüge klebt an seinen Stiefeln und verzögert seinen Schritt. In der Tür bleibt er stehen.
Im Kamin flackert ein Feuer, es ist das einzige Licht im Zimmer. Charlene liegt auf der Couch, in eine Decke gehüllt. Neben ihr liegt ein aufgeschlagenes Buch, doch ihre Augen sind geschlossen. Sie schläft. Er kann sehen, dass sie geweint hat.
Mea culpa, denkt er. Durch meine Schuld. Immer wieder und wieder hat er ihr Leben ruiniert, ihre Familie traumatisiert. Das mindeste, das er tun muss, ist ihr zu sagen, wie Leid es ihm tut.
Leise tritt er ein und legt den Mantel ab. Es ist warm im Zimmer. Er schiebt den Sessel ein Stück näher zum Feuer und lässt sich hinein sinken. ‚Am Ende', beschreibt seinen Zustand ziemlich treffend. Er schlüpft aus den Schuhen und zieht die Beine an. Die Hitze der Flammen dringt in Wellen durch seine Strümpfe und wandert an seinen Beinen hinauf.
Lilli schleicht zur Tür hinein und vor ihr schwebt ein Glas mit Rotwein.
„Oder lieber einen Whisky, Master Lucius, Sir?"
„Wein ist perfekt", antwortet Lucius leise und nimmt ihr das Glas ab. „Danke."
Der Wein ist schwer und erdig.
„Lilli, wäre es möglich, dass du dir dieses ‚Master Lucius, Sir' abgewöhnst? Es ist zum Running Gag bei den Kindern geworden. Ich fühle mich wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, mit dieser Anrede."
„Aber was soll Lilli dann sagen?", fragt sie flüsternd mit großen Augen.
„Wie wäre es mit ‚Lucius'?", schlägt er vor.
„Oh, aber Master Lucius, Sir, das wäre doch sehr ungehörig", protestiert sie.
„Es wäre modern. Du nimmst doch auch Urlaub."
Sie kichert leise und läuft rötlich an.
Lucius' Kopf ist schwer und der Rotwein trägt nicht unerheblich dazu bei, dass ihm schließlich die Augen zufallen.
Er erwacht, als jemand eine Decke über ihn bettet. Er blinzelt in das Halbdunkel, vor sich Charlenes blasses Gesicht. Vorsichtig legt er seine Hand auf die ihre, zieht sie an seine Lippen und küsst die zarte Innenfläche.
„Lucius."
„Ich hoffe, meine Anwesenheit ist kein Ärgernis für dich", sagt er leise. „Ich dachte, ihr seid vielleicht noch wach, und ich wollte euch nicht länger als unbedingt notwendig im Unklaren lassen."
„Was ist mit Askaban?", fragt sie leise.
„Bleibt mir erspart, wie es scheint. Bewährung. Charlene, ich schwöre, ich werde keinen Fehler mehr machen. Ich besitze, wie es scheint, weit mehr Glück als Verstand. Wie geht es Selène?"
„Sie ist völlig fertig. Lilli hat sie irgendwann zum schlafen gebracht, ich weiß nicht wie."
Sie sieht Lucius an, und ihre Miene ist unlesbar.
„Wie geht es dir?", fragt er schließlich.
„Sagen wir, ich habe die Ereignisse noch nicht ganz verarbeitet", antwortet sie. „Ich meine, mein Freund ist nicht der, der er vorgibt zu sein, er bekämpft sich mit meinem Ex-Geliebten, der sieben Jahre im Knast war, auf Leben und Tod, dann versucht er, mich umzubringen, um mich dann zu zwingen, weiter mit ihm zu leben. Hintergrund des Ganzen ist ein Überfall auf mein Haus, bei dem mein Mann getötet wird, unter der Verantwortung besagten Ex-Geliebten, was dazu führt, dass meine Kinder ohne Vater aufwachsen müssen. Weißt du eigentlich, wie sehr ich mich danach sehne, dass mein Leben nicht immer wieder von euch Männern zerstört wird, sobald ich das Gefühl habe, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben?"
Sie ist laut geworden, Charlene, die sonst immer sanft ist und freundlich und die Menschen um sich mit diesem liebevollen Blick betrachtet, der nur das Gute in ihnen gelten lässt.
Sie ist auch zurückgewichen vor Lucius, hat ihm ihre Hand entzogen und in ihren Augen steht offene Abwehr geschrieben.
„Es ist nicht meine Schuld, dass du dich mit einem rachsüchtigen Mistkerl eingelassen hast", sagt Lucius, dem in diesem Augenblick die Nerven durchgehen, und seine Stimme transportiert eine Kälte, die er nicht meint.
„Nicht?", fragt Charlene zurück. „Dann ist dir vielleicht entgangen, dass er deswegen zu einem rachsüchtigen Arschloch mutiert ist, weil du seinen Sohn hast abschlachten lassen."
„Ich sagte ‚Mistkerl', nicht Arschloch", korrigiert Lucius eisig. „Und ich habe sieben verdammte Jahre dafür in Askaban gesessen."
„Das macht es nicht ungeschehen, auch das nicht, was mit ihr mit Jamaine gemacht habt!", sagt sie heftig.
„Das weiß ich", gibt Lucius laut zurück. „Ich bin mir der Schuld, die ich trage wohl bewusst. Aber dein Mann war ein Auror, er wusste, worauf er sich einließ. Es war Krieg!"
„Ihr habt ihn nicht auf einem Schlachtfeld angegriffen, Lucius, sondern in seinem Haus. Ich kann nicht fassen, dass du diesen Überfall jetzt auch noch rechtfertigst. Hast du nichts begriffen? Haben sieben Jahre Askaban dich nichts gelehrt?" Verzweiflung schwingt in ihrer Stimme mit.
„Du weißt überhaupt nichts von Askaban!" schreit er sie an. „Du hast keine Ahnung von der Hölle, die dein Ministerium mit deinen Aurorfreunden dort errichtet hat!"
Sie zuckt zurück, als hätte er sie geschlagen.
„Vielleicht hast du Recht, und ich verstehe nichts von diesen Dingen", gibt sie leise zu. „Aber es ist nicht mein Ministerium, es gehört nicht einmal in meine Welt, sondern ausschließlich in deine, Lucius. Vielleicht wäre es auch besser, wenn weder ich noch meine Kinder in diese Welt gehören würden."
„Das ist nicht dein Ernst! Charlie, das kannst du nicht machen." Er kann die Panik kaum aus seiner Stimme verdrängen.
„Warum nicht, Lucius? Es ging uns ziemlich gut in den Jahren ohne Magie. Wir waren vielleicht ein bisschen verloren, ein bisschen einsam und Selène hat dich vermisst, aber wenigstens hat niemand versucht, uns seinen Willen aufzuzwingen, niemand hat in meinem Kopf herumgepfuscht oder mich mit Imperius-Flüchen belegt", faucht sie.
„Mach mich nicht verantwortlich für Fandons Wahnsinn", schreit Lucius. „Dass er dich angegriffen hat, anstatt sich an mir zu rächen, kannst du mir nicht vorwerfen. Das ist nicht fair."
„Fair?", sagt Charlene und geht jetzt auf Lucius zu, fast drohend. „Du sprichst von Fairness, Lucius? Wie fair war das, was Ihr mit Jamies Vater getan habt? Nenn mir einen Grund, nur einen, Lucius, warum ich eurer scheußlichen, gewalttätigen, rückständigen Welt nicht den Rücken kehren sollte!"
Er starrt sie an. Die letzten Reste seiner Selbstbeherrschung bröckeln. Er hat soviel Kraft gelassen in den letzten Wochen, das ihm jetzt nicht mehr genug bleibt, um sie zu kämpfen. Er weiß, er wird sie verlieren und seine Tochter dazu, aber ihm, der immer die richtigen Sätze zur richtigen Zeit gefunden hat, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, fehlen jetzt die Worte.
„Warum schreist du so, Mama?"
Lucius und Charlene fahren herum. Dort steht Selène, im Arm ihren Teddy, an ihrer Hand Jamie, ihr kleiner Bruder.
„Vater!" Sie stürzt auf ihn zu und Lucius geht in die Knie. Es verbirgt gnädig, dass er dies nicht nur tut, um auf Augenhöhe mit ihr zu sein, sondern einfach weil seine Beine unter ihm nachgeben.
„Ich habe doch deine Stimme gehört. Haben sie dich freigelassen?", will sie wissen. „Bleibst du?"
„Ich weiß es nicht", flüstert er und hält sie fest, sich an ihr fest, mit einer Hand streichelt er über ihr Haar. Seine Stimme ist tränenerstickt, es ist das letzte, das er will, so von seiner Tochter gesehen zu werden, aber wahrlich, er hat nichts mehr zuzusetzen.
„Mama", ruft Selène mit der unerbittlichen Dringlichkeit eines Kindes. „Er bleibt doch, nicht wahr? Mama?"
„Selène, Jamie, ich möchte, dass ihr mit Lilli in die Küche geht, Kakao kochen."
„Aber Mama!"
„Jetzt! Ich habe mit deinem Vater zu reden. Wir kommen in zehn Minuten zu euch. Aber jetzt lasst ihr uns alleine."
Lilli ist plötzlich aufgetaucht, sie sammelt die Kinder aus den Armen ihrer Eltern. „Komm, Mistress Selly, und du auch, Master Jamie."
Die Tür fällt ins Schloss.
Lucius starrt blicklos und tränenblind auf den Teppich vor ihm, bis er Charlene spürt, die sich zu ihm auf den Boden kniet, um ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Sie legt ihre Arme um ihn, er fühlt ihre Hände warm auf seiner Haut, und sie bettet seinen Kopf gegen ihre Schulter.
„Es tut mir unendlich Leid", flüstert er. „Ich würde mein Leben geben, um es ungeschehen zu machen. Doch was immer ich dir sage, es bringt ihn nicht zurück."
Er küsst ihre Wange, die salzig schmeckt, und er weiß nicht, ob es seine oder ihre Tränen sind, vermutlich beides. „Ich hatte keine Ahnung, dass es dir nach all dieser Zeit noch immer so wehtut. Ich wünschte, du würdest mir glauben, dass ich jedes, jedes einzelne meiner Verbrechen bereut habe."
„Lucius…"
„Warte. Bitte. Du fragst mich nach einem Grund, warum du meiner Welt – und ja, sie ist grausam, mittelalterlich und unmenschlich – nicht den Rücken kehren solltest. Ich werde mich nicht dahinter verstecken, dass auch Selène ein Teil dieser Welt ist, einfach durch das Erbe, die Magie, die in ihrem Blut fließt. Aber Charlie, wenn Menschen wie du nicht in diese Welt eindringen würden und sie durch ihr Wesen, ihre Ideen veränderten, dann wäre sie heute vermutlich so, wie der Dunkle Lord – und auch ich - es lange Zeit wollten. Sieben Jahre nach dem Fall Vol…Voldemorts" – er zwingt den Namen über seine Lippen - „bin ich unendlich dankbar, dass die Dunkle Seite verloren hat."
„Ich dachte, Fandon bringt dich um", flüstert sie. „Es war wie damals, als sie Jamaine getötet haben. Tumult im Haus, gezogene Zauberstäbe, Flüche. Plötzlich war alles wieder da."
Jetzt ist es Charlene, der Tränen über das Gesicht laufen. Sie hat eine Hand in Lucius' Haaren vergraben, die andere ist in seinen Pullover gekrallt. Sie hält sich fest, beinahe wie eine Ertrinkende.
Vorsichtig schließt er die Arme um sie, seine Hände gleiten über ihren Rücken.
„Schließ mich nicht aus eurem Leben aus", bittet Lucius leise. „Nicht nur deswegen, weil ich euch brauche. Dich, Selène, und ich will Jamie nicht ausschließen. Die Kinder brauchen einen Vater. Vielleicht…kann ich an dem Jungen etwas von dem wieder gutmachen, was ich verschuldet habe."
„Deine Kinder", sagt Charlene. „Du hast zu Fandon gesagt, du willst, dass er deine Kinder in Ruhe lässt."
„Vielleicht habe ich meine Kompetenzen etwas überschritten, in dem Versuch, ihn davonzujagen", räumt Lucius mit dem verzweifelten Versuch eines halben Lächelns ein. Er legt sanft eine Hand unter ihr Kinn und zwingt sie, ihn anzusehen.
„Ich bin durch die Hölle gegangen, Charlie. Aber ich wusste immer, dass ich überleben würde. Hier draußen wartete meine Tochter. Aber mehr als das, war ich mir stets gewiss, dass auch du da sein würdest. Als du mich umarmt hast, am ersten Tag, als ich Selène holte, habe ich es gespürt, genau wie damals, in Silver Falcon Cottage."
Seine Hände berühren ihre Wangen, sie zittern, und Charlene weint immer noch. Doch in ihren Augen kann er bereits die Antwort lesen auf die Frage, die er noch stellen muss.
„Gib uns eine Chance, Charlie. Wir lieben uns doch."
Er küsst sie auf den Mund, sachte, beinahe so, wie er ein Kind küssen würde, und doch ganz anders.
„Versuch's noch einmal mit mir, Charlie. Willst du?"
Sie schluchzt.
„Willst du?"
Sie nickt. „Ja. Ich will…eine Tasse Schokolade aus der Küche." Sie wischt sich mit dem Ärmel über das Gesicht, dann kommt sie auf die Füße und steht auf. Lucius indes macht keine Anstalten sich aus seiner knienden Position zu erheben.
Sie reicht ihm die Hand. Mühsam zieht er sich hoch.
„Diese feucht-kalten Zellen", sagt er. „Ich kann nicht mehr knien. Arthritis, glaube ich. Merlin, tut das weh."
„Severus würde jetzt sagen, dass du vermutlich einfach zu oft vor Voldemort auf den Knien herum gerutscht bist", sagt sie mit einem hintergründigen Lächeln.
„Severus bringt den Namen des Dunklen Lords auch heute noch nicht über die Lippen, da gehe ich jede Wette mit dir ein", pariert Lucius. ‚Und ich werde noch genau einmal in meinem Leben knien müssen. Aber nicht mehr heute Abend', setzt er in Gedanken hinzu.
„Charlie?" Sie dreht sich in der Tür um. „Halt mich noch einmal fest."
Sie umarmt ihn, und er spürt die Wärme ihrer Haut unter dem weichen Pullover. „Bist du bereit, dich der schokoladenverschmierten Inquisition zu stellen?", fragt sie.
„Ich hatte heute bereits einen Wahnsinnigen, das halbe Aurordepartment inklusive Nymphadora Tonks, Askaban und einen Streit mit dir – was kann mir noch passieren?", fragt er zurück und nimmt ihre Hand, um sich sicherheitshalber daran festhalten zu können – und damit sie ihm nicht doch noch entgleitet.
TBC
