Hey Leute,
tut mir leid, dass es so spät ist, aber ich hatte die letzten Tage ein wenig Stress und hab auch ansonsten nicht sehr viel Zeit. dafür kommt jetzt ein Monsterkap ;)
also das hier wäre jetzt eigentlich als letztes Kapitel gedacht. Aber da die ff wirklich sehr kurz ist, poste ich die Fortsetzung direkt im Anschluss, es sei denn, jemand hätte was dagegen;)
LG Marit
Kapitel 11 – Der Abschluss
"Ich liebe dich, Edward." Ich sah ihn an mit all der Liebe, die ich für ihn verspürte und hoffte, er würde es sehen.
"Ich liebe dich auch, Bella." Er lächelte mich an und wie von selbst näherten sich unsere Gesichter bis wir uns schließlich küssten.
Es war einige Zeit vergangen, wir standen kurz vor unserem Abschluss. Die Examen hatten wir zum Glück schon alle hinter uns, heute würden wir endlich die Ergebnisse bekommen. Gegen Ende der Woche, sprich am Samstag war die große Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe geplant. Am Freitag davor sollte der Abschlussball stattfinden.
Ich konnte es immer noch nicht fassen. Meine Beziehung mit Edward war einfach perfekt und wenn alles gut lief, konnten wir sogar gemeinsam aufs College gehen und studieren. Mein Leben hatte sich verändert, ich hatte mich verändert, aber es gefiel mir. Ich war einfach nur glücklich.
Heute war Montagmorgen und noch ein wenig zu früh zum austehen. Ich konnte aber nicht mehr schlafen, lag deswegen friedlich in meinem Bett und machte mir Gedanken über meine Zukunft.
Ich hatte ein Dauerlächeln auf meinen Lippen und anscheinend war es ansteckend, denn auch alle anderen mussten grinsen, wenn ich in der Nähe war. Ich wollte nicht wissen, ob es entweder daran lag, dass gute Laune ansteckend war oder ob ich aussah wie ein verliebter, dafür aber glücklicher Trottel.
Gegen halb acht Uhr morgens klingelte dann mein Wecker. Alice war darüber wenig erfreut, sie stöhnte genervt auf. Wir waren gestern ein wenig länger aus, da wir ja diese Woche kaum mehr richtigen Unterricht machen würden. Und da mein Wecker ein wunderbar schrillen und sehr nervigen Ton hatte, beschloss sie kurzerhand, ihr Kopfkissen nach ihm zu werfen. Leider sah sie nicht hin und das Kissen landete auf mir. Sie war fast wieder am einschlafen, als ich den Wecker austellte, aber so einfach kam sie mir nicht davon. Ich stand leise auf und schlich mich mit ihrem Kissen an ihr Bett an. Sie hatte die Bettdecke notdürftig unter ihren Kopf geklemmt und die Augen geschlossen. Perfekt, dachte ich schelmisch.
Und schon holte ich aus und das Kissen landete auf ihrem Kopf. Sie schrak hoch und starrte mich entsetzt an. Dieser Blick war so köstlich, dass ich mich vor Lachen krümmte.
"Duu! Na warte!" Und damit stand sie schnell auf, schnappte sich ihr Kissen und warf es auf mich. Es entstand eine hitzige Kissenschlacht, die nicht mal durch das Klopfen an der Tür unterbrochen wurde. Alice öffnete die Tür und wer auch immer davor stand bekam ihr Kissen ins Gesicht. Ich bekam mich nicht mehr ein vor Lachen, selbst als Edward, Rose und die anderen beiden ins Zimmer kam. Edward war anscheinend der pechvogel gewesen und hatte Alice' Kissen abgekriegt, denn er schaute mich etwas verwirrt an.
Emmett dagegen schien Feuer und Flamme mit dieser Kissenschlacht zu sein und rannte kurzerhand aus dem Zimmer um nur wenige Minuten später vollbeladen mit ein paar Kissen unterm Arm wieder ins Zimmer zukommen. Es machte tierischen Spaß, so mit den anderen herumzualbern und nicht einmal die Aufsicht nahm es uns übel. Am Ende dieser etwas ausgearteten Kissenschlacht lagen wir alle mehr oder weniger aus der Puste am Boden und lachten, bis uns die Bäuche wehtaten.
Während die Jungs die Federkatastrophe in unserem Zimmer beseitigten, machten Alice und ich uns fertig, damit wir frühstücken und danach zum Unterricht gehen konnten.
Dank der Kissenschlacht waren wir etwas spät dran, aber indem wir uns beeilten, hatten wir die zeit schnell wieder aufgeholt.
In der ersten Stunde, die für uns ausnahmsweise erst um neun Uhr anfing, sollten die Ergebnisse der abgeschlossenen prüfungen bekannt gegeben werden.
Ich war sehr aufgeregt, aber Edward schaffte es mich zu beruhigen.
"Keine Sorge, Süße, du hast garantiert bestanden. Soviel wie du gelernt hast, wirst du wahrscheinlich Jahrgangsbeste!" Er fand einfach immer die richtigen Worte zum Beruhigen und zum Trösten. Nur war ich mir nicht so sicher, ob er auch wirklich recht hatte. Ich hatte viel gelernt, aber dass musst enichts bedeuten. Man konnte immer einen schlechten Tag oder ein Blackout oder einfach die Aufgabenstellung falsch verstanden haben.
Ich wusste, dass ich mich damit verrückt machte und einfach mehr Vertrauen in mich haben, aber ich hatte von Natur aus wenig Selbstvertrauen.
Leider war Edward nicht in meinem Stammkurs, also stieg meine Aufregung solbald Alice und ich den Raum betraten. Ms. Cole war noch nicht anwesend, ich hatte also noch kurz Zeit zum Aufatmen. Im selben Moment erhielt ich eine Sms. Da ich nicht damit gerechnet hatte und mein Handy auf Vibration gestellt in meiner Hosentasche war, erschrak ich und stieß dabei versehentlich Alice an, die gerade ihren Kaffee to go fertig trank. Daraufhin erschrak sie fürchterlich und spie ihren Kaffee auf unseren Vordermann, der sich lauthals darüber beschwerte. Alice versuchte es irgendwie zu erklären und auch ich versuchte ihn zu besänftigen. Das Vorhaben war aber schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt und beschimpfte uns ohne Ende.
Erst als Ms. Cole eintrat war Ruhe. Sie ließ den Tag ruhig angehen und packte erstmal gemütlich ihre Sachen aus. In der Zwischenzeit wollte ich guckte, wer mir die Sms geschickt hatte und fischte mein Handy aus der Hosentasche. Auch Alice war neugierig. Zurecht.
Die Sms war von Edward.
'Hey meine Süße,
ich weiß, dass du bestanden hast,
du brauchst also nicht aufgeregt zu sein.
Ich liebe dich,
Edward:*'
Wie süß. Auch jetzt im Unterricht dachte er noch an mich. Ich konnte es gar nicht erwarten, ihn wieder in meine Arme zu schließen. Warum musste der Uhrzeiger über der Tafel bloß so langsam sein.
Ms. Cole hatte mehrere Briefumschläge auf ihrem Arm und war gerade dabei langsam jeden einzelnen Namen vorzulesen. Der Aufgerufene musste dann nach vorne zum Pult und sich seinen Brief mit den Ergebnissen abholen.
Alice war die Erste, die ihren bekam, war aber so nett und wartete bis wir gemeinsam unsere Ergenisse sehen konnten. Es war sehr nett von ihr, zumal ich wusste, dass sie ebenso aufgeregt war wie ich. Sie war nur deutlich optimistischer, was diese Sache anging.
Endlich war Ms. Cole beim S angelangt und nur wenige Minuten später hielt ich meinen Umschlag in der Hand.
In diesem braunen Umschlag steckte gerade meine ganze Zukunft. Nur er konnte mir sagen, was jetzt passieren würde. Ob ich studieren würde oder nicht. Ob ich meine Zukunft mit Edward haben würde oder nicht. Ob meine neu aufgebauten Freundschaften bestehen würde oder nicht. Einfach alles.
Meine Hände zitterten ein wenig, als ich den Umschlag öffnete. Neben mir und im ganzen Raum hörte ich Freudenschreie. Alice hatte also schon bestanden.
"Mach es nicht so spannend, Bella. Hast du bestanden? Jetzt guck doch endlich mal rein!", wurde ich von Alice aufgefordert. Sie hatte gut reden, schließlich hatte sie schon ihre Ergebnisse.
Langsam zog ich den Inhalt aus seinem Umschlag und überflog ihn.
'Sehr geehrte Ms. Swan... blablabla... hiermit gratulieren wir Ihnen zum bestandenen Examen. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft, blablabla.'
Bestanden. Ich hatte bestanden. Ich hatte bestanden?
Alice sah mich neugierig von der Seite an. "Und?", hörte ich sie, aber ehe ich antworten konnte, riss sie mir den Briefbogen aus der Hand und laß selbst.
"Ahh! Du hast bestanden! Du hast bestanden, Bella!", schrie sie mir ins Ohr. "Und sogar besser als ich! Oh, ich freu mich ja so. Jetzt können wir gemeinsam aufs College, teilen uns wieder ein Zimmer, vielleicht auch noch mit Rose und dann studieren wir gemeinsam und..." Sie malte sich gerade wunderbar unsere fortan gemeinsame Zukunft aus, aber nach geraumer Zeit hörte ich nicht mehr zu. Viel mehr beschänftigten mich meine eigenen Gedanken.
Ich hatte also bestanden. Das hieß, ich würde studieren, ich würde weiterhin mit Edward zusammen bleiben und auch meine Freundschaften zu Alice, Rose, Emmett und Jasper würden bestehen bleiben. Wie schön. Alles was ich mir gewünscht hatte, schien in Erfüllung zu gehen.
Leider bestand Ms. Cole, dass wir noch ein wenig Unterricht machten, aber die meisten von uns Schülern waren mit ihren Gedanken ganz woanders. Keiner hatte jetzt noch Lust auf Mathe. Als sie das bemerkte, beschloss sie, den Unterricht früher zu beenden uns uns zu entlassen.
Eigentlich wollte Edward mich ja abholen, aber da ich jetzt früher fertig war, ging ich zu seinem Raum und wartete vor der Tür. Er hatte zusammen mit Rose und 'world languages' bei Mr. Stewart. Jasper und Emmett hatten, soweit ich wusste jetzt Biologie, deswegen trennten Alice und ich uns, damit sie zu ihrem Schatz konnte.
Nach geschlagenen zehn Minuten ging die Tür endlich auf. Erst als Edward als einer der Ersten aus dem Raum ging, breitete sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus. Er war erstaunt, als er mich warten sah und kam auf mich zu.
"Wie ich es deinem bezauberden Lächeln entnehmen kann, hast du bestanden?" Er nahm mich an der Hand und zog mich ein Stück weiter, da immer noch einige Schüler aus dem Raum kamen und es sich ein wenig staute.
"Mmh-hmm" Ich schaute unschuldig zu ihm auf. Er strahlte mich an, nahm mich fest in seine Arme und küsste mich innig.
"Ich hab dir doch gesagt, dass du bestehst! Du hast dir also völlig umsonst Sorgen gemacht." Jetzt war es an mir ihn zu küssen. Er war anfangs erstaunt, aber erwiederte ihn trotzdem.
"Wofür war das?", fragte er, als wir uns lösten.
"Für deine Sms", grinste ich ihn an. Ich musste ihm noch unbedingt erzählen, was passiert war, als ich die Sms empfangen hatte, aber das hatte noch Zeit. Schließlich wollte ich unbedingt wissen, ob die anderen auch bestanden hatten.
"Weißt du schon was von Rose?" Ich hatte vorhin gar nicht bemerkt, dass sie überhaupt aus dem Raum gekommen war. Zu sehr war ich mit Edward beschäftigt. Aber wahrscheinlich war sie bei Emmett.
"Sie hat auch bestanden. Hast du sie eben nicht gesehen? Sie war direkt hinter mir und hat übers ganze Gesicht gestrahlt. So wie du jetzt gerade." Er grinste mich vielsagend an und ich wurde – wie konnte es auch anders sein – rot.
Wir entschieden uns erst nach Jasper und Alice zu sehen, da sie in der Nähe sein müssten. Und tatsächlich standen die beiden in Gesellschaft von Emmett und Rose vor dem Raum und warteten anscheinend auf uns.
Als sie uns entdeckten, rannten Rose und Alice schon auf uns zu und umarmten uns ganz fest. Auch Jasper und Emmett gesellten sich dazu und wir machten alle erstmal Gruppenkuscheln.
"Ist das nicht toll? Wir haben alle bestanden!" Alice tanzte und hüpften um unsere kleine Gruppe wie ein kleiner Flummi. Es herrschte wirklich gute Laune in unserer Umgebung. Kein einziger Gedanke war betrübt, traurig oder irgendwas dergleichen. Wir waren alle restlos glücklich.
Und deswegen beschlossen wir auch am Abend wieder gemeinsam feiern zu gehen. Denn leider war der Unterricht noch nicht offiziell beendet und keiner von uns wollte so kurz vor dem Ende seinen Abschluss riskieren, wenn wir schwänzen würden.
Bevor wir zur nächsten Stunde aufbrachen, versuchte ich meine Mum anzurufen. Leider war sie noch nicht zu Hause. Ich würde es einfach später nochmal probieren.
In meiner vorletzten Stunde hatte ich Biologie mit Edward, aber unser Lehrer, Mr. Elliot war krank. Stattdessen hatten wir irgendeinen Mr. Brown, dem es aber egal war, was wir jetzt machten. Er saß vorne am Pult und las Zeitung. Und da es ihm auch egal war, wie wir saßen und ich lieber neben meinem Freund sitzen wollte, als neben dem Schwachkopf Mike, packte ich meine Sachen zusammen und setzte mich neben Edward in die letzte Reihe.
Wir saßen eng nebeneinander und erzählten einander, wie die gemeinsame Zukunft auf dem College und auch danach aussehen könnte.
Er hat mir sogar angeboten, dass wir, wenn im Studentenheim kein Platz mehr sein sollte, auch mit den anderen eine WG gründen und wir uns dann ein Zimmer teilen könnten.
Und das war das Stichwort, um in meine Traumwelt zu entweichen und mir vorzustellen, wie es wohl sein würde mit Edward für immer ein Zimmer zu teilen.
Ich ignorierte sein Kichern und kuschelte mich etwas näher an ihn ran, was ihn dann auch zum Schweigen brachte. Stattdessen bevorzugte er es jetzt, meinen Hals zu küssen.
"Edward!", ermahnte ich ihn leise,damit niemand auf uns aufmerksam würde. Aber er ließ nicht locker.
"Wir sind hier nicht allein, Edward!" Diesmal hatte ich mehr Glück und er richtete sich auf und sah mir in die Augen.
"Dann führen wir das eben später weiter." Jetzt grinste er mich wieder so unverschämt an. Und würde ich jetzt nicht sitzen, wäre ich mir nicht sicher gewesen, dass meine Beine nachgegeben hätten.
Am Nachmittag erreichte ich auch endlich meine Mum und erzählte ihr die freudige Nachricht. Sie war mehr als glücklich und freute sich schon sehr auf Samstag, andem sie mich endlich wieder in die Arme schließen konnte. Sie und Phil wollten sich in der Nähe ein Hotel suchen und am Freitag schon kommen, damit sie am Samstag pünktlich zur Zeremonie da sein würden.
Am Abend feierten wir ausgelassen in einem kleinen Club in der Nähe des Schulgeländes. Einige andere aus unserem Jahrgang waren auch anwesend und so wurde es ein wunderbarer, entspannter Abend mit Freuden. Es war zwar Montag, aber uns Abschlussschülern wurde erlaubt, länger auszubleiben.
Der Freitag näherte sich in Windeseile. Edward hatte mich schon gefragt, ob ich mit ihm dorthin gehen würde, aber nicht mal auf meine Warnungen nahm er Rücksicht. Ich versicherte ihm tausend Mal, dass ich überhaupt nicht tanzen konnte und daher eine Gefahr für ihn und alle anderen sei, aber tat es mit einem Handwinken ab.
Es war jetzt also amtlich. Ich, Isabella Marie Swan würde an diesem Freitag zum Abschlussball gehen. Und ich würde tanzen. Mit Edward. Meinem festen Freund.
Jetzt war ich froh, dass Alice, Rose und ich letzte Woche wieder mal shoppen waren, um die richtigen Ballkleider zu finden. Auch wenn ich ihr vorher gesagt hatte, dass ich nicht kommen würde. Sie ignorierte mich geflissentlich und zog mich in alle möglichen Läden rein, bis wir das perfekte Kleid fanden.
Mein Kleid war bodenlang und bestand aus schimmerdem Taft in nachtblau, Edwards Lieblingsfarbe, es hatte dünne Neckholder, die Corsage war fest verarbeitet. Der Rockteil war modisch gerafft und der Rückenteil besaß einen grozügigen Ausschnitt. Alles in allem war es das perfekte Kleid. Alice meinte ich sähe darin aus wie eine Prinzessin.
Die richtigen Schuhe – ebenfalls nachtblaue Riemchenschuhe mit sehr hohem Absatz - waren auch schnell gefunden. Mit diesem Kleid würde es sich lohnen auf den Ball zu gehen. Edward würde große Augen machen, wenn er mich darin sehen würde.
In mir keimte das Gefühl der Vorfreude auf, obwohl ich genau soviel Angst vor dem Tanzen hatte.
Allerdings fragte ich mich, wie ich mit diesen Mörderschuhen auch noch tanzen sollte, wenn sie mir doch beim normalen Laufen schon Probleme machten.
Alice und Rose fanden auch ihre Kleider und waren entzückt, dass sie die dazu passenden Schuhe fanden. Anscheinend war es nicht die Norm, dass man Schuhe fand, die zu einem Kleid passten. Ich konnte das natürlich mal wieder überhaupt nicht nachvollziehen, aber ich hatte ja auch keine Ahnung von Shoppen und dem ganzen Zeugs.
Würde Alice spätestens jetzt meine Gedanken lesen können, wäre sie mir schon längst an die Gurgel gesprungen,dachte ich amüsiert nach. Ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen.
Das Stylen und Schminken wollten die beiden wieder bei uns im Zimmer machen. Sie wollten sich gegenseitig schminken und die Haare machen. Ich war fest entschlossen, nur zuzugucken und höchstens etwas an mir machen zu lassen, als die anderen beiden in Schmink- und Haarkatastrophen zu verwandeln.
Der Tag des Balls war genau heute. Wir wurden alle vom Unterricht freigestellt. Und meine Nerven, wie auch Alice' lagen trotzdem blank. Nur das aus unterschiedlichen Gründen.
Ich versuchte in den Schuhen laufen zu üben, während sie verzweifelt nach diesem einen bestimmten Lipgloss suchte, den sie dann nach ewigem hin und her endlich fand.
Rose war auch schon da. Unsere Kleider lagen sauber und ungeknittert auf meinem Bett. Alice' Bett war mit Accesoires und Schminksachen überfüllt.
Es waren noch knapp drei Stunden bis zum Ball und wir hatten alle bereits geduscht. Ich verstand mal wieder diese Eile nicht. Es würde doch keine drei Stunden dauern uns fertig zu machen.
Leider hatte ich mich da mächtig getäuscht, musste ich nach geschlagenen zweieinhalb Stunden feststellen. Ich war die Erste, die fertig gemacht werden sollte. Während Alice das Schminken übernahm, stylte Rose meine Haare. Letztere setzte noch eine größere silberne Haarspange in mein Haar und fertig war meine Frisur. Mein Make-Up wurde sehr dezent gehalten und nach fast einer Stunde war ich fertig und durfte mein Kleid anziehen. Die anderen machten sich in der Zwischenzeit auch fertig.
Zu meinem Kleid gehörte noch ein Reifrock, damit mein Kleid später schön um mich herum schwingen würde.
Es dauerte ewig, bis ich dieses Keid anhatte, aber das Endergebnis hatte sich gelaunt. Selbst die beiden Mädels staunten nicht schlecht, als ich aus dem Bad kam.
"Wow", kam von Rose.
"Da wird Edward aber was zu gucken haben", kam gleichzeitig von Alice. Ich errötete natürlich sofort und die anderen beiden kicherten.
Es dauerte noch ein wenig und sie waren auch endlich fertig. Sie sahen wunderschön aus.
Rose war eine blassgrüne Schönheit. Es war ein sehr leichter Stoff, der bei jeder Bewegung sanfte Wellen schlug. Sie hatte sich noch einen goldenen Gürtel um ihre Mitte geschnallt und sah einfach traumhaft aus. Alice hatte als Einzige von uns ein kurzes Kleid. Es war aber vor allem das verspielteste von uns allem. Es war knallrot mit einer Schleife als Gürtel.
Um acht Uhr sollte der Ball losgehen, aber wir wollten uns schon kurz vorher mit unseren Jungs treffen. Um viertel vor acht klopfte es dann an der Tür.
Zum Glück hatten wir schon wieder alles aufgeräumt, sodass man wieder Platz hatte. Vorhin hatte es wirklich wie ein Schlachtfeld ausgesehen.
"Herein", kam es einstimmig von uns.
Die Tür ging langsam auf, genau wie im Film und dann steckte Emmett seinen Kopf ins Zimmer. Allerdings kam er nicht weiter. Er starrte Rose mit offenem Mund an. Man sah ihn nur selten sprachlos, aber jetzt war so ein Moment.
Anscheinend bekam er von hinten einen Schubs, denn er stolperte ins Zimmer und wir Mädchen kicherten. Als nächster kam Jasper auf seine Alice zu. Genau der selbe Gesichtsausdruck wie Emmett.
Und erst zum Schluss kam die wichtigste Person überhaupt, Edward. Ich blendete alles um ihn herum aus, er war das einzige, was ich im Moment sah. Er hatte einen schlichten aber sehr edel wirkenden Anzug an, darunter ein weißes Hemd. In der Hand hielt er eine rote Rose.
Als er mich sah, breitete sich ein ungläubiges aber herzzerschmelzendes Lächeln in seinem Gesicht aus. Er kam langsam auf mich zu.
"Du siehst wunderschön aus", flüsterte er mir ins Ohr und gab mir die Rose.
"Danke, aber das kann ich nur zurückgeben." Meine Stimme klang rau, sodass ich mich kurz räuspern musste. Sein Gesicht kam immer näher auf meines zu und schließlich küssten wir uns. Ein sehr zärtlicher Kuss, der unsere ganze Liebe zum anderen ausdrückte.
Als wir uns lösten, lehnte er seine Stirn gegen meine und wir schauten uns liebevoll in die Augen. Erst als sich jemand hinter uns räusperte, unterbrachen wir diesen Blickkontakt.
Wie es sich herausstellte war es Emmett, denn der lachte schon wieder, wofür einen Stoß in die Seite von Rose bekam.
"Wir sollten jetzt wirklich los, wenn wir nicht zu spät kommen wollen", meinte jetzt auch Jasper. Es war mir eigentlich egal, von mir aus hätte ich jetzt auch mit Edward allein sein können, um den Abend anderweitig mit ihm zu verbringen. Leider stimmten Edward und auch Alice und Rose ihm zu. Mist!
Der Ball fand in der Sporthalle der Schule statt. Bevor wir allerdings eintreten konnten, wurde von jedem Pärchen traditionell ein Foto geschossen. Der Raum war prächtig geschmückt. Überall waren die Schulfarben zu erkennen. Auf der einen Seite war ein großes Buffet aufgebaut und am Ende des Raumes befand sich eine riesige Bühne, auf der bereits eine Liveband spielte. Wir waren auch nicht die ersten, im Gegenteil, der Raum war voll mit Leuten aus unserem Jahrgang.
Wir steuerten eine freie Fläche an, unterhielten uns im Vorbeigehen mit ein paar anderen Mitschülern.
Dann verstummte die Musik und unsere Jahrgangssprecherin Jessica Stanley, die auch die Organisation für den Ball übernommen hatte, trat ans Mikrofon.
"Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, wie auch Freundinnen und Freunde, dürfte ich kurz um eure Aufmerksamkeit bitten?" Im Raum trat so langsam Ruhe ein. Die Begrüßung dauerte nur wenige Minuten, in denen unter anderem kurz etwas über die Band, das Buffet und über den Abschluss selbst erzählt wurde.
Dann spielte die Band weiter. Es war ein recht langsames Lied und Edward hielt mir seine Hand entgegen
Mit Edward als Führer war es gar nicht so schwer, wie ich es gedacht hatte. Eigentlich war es fast zu einfach. Nicht mal die hohen Schuhe machten mir Probleme. Meine Arme lagen in seinem Nacken und seine Hände hielten meine Taille fest. Meinen Kopf legte ich auf seiner Schulter ab und schloss die Augen. Es war himmlisch, mit ihm zu tanzen.
Als ich kurz meine Augen öffnete, sah ich Alice und Jasper, die sich genauso verschlungen wie wir zur Musik bewegten.
Es war ein toller Abend.
Kurz vor Ende wurde dann der Ballkönig und die Ballkönigin gewählt. Ich kuschelte mich gerade näher an Edward an, als plötzlich unsere Namen aufgerufen wurden.
"Und die Glücklichen in diesem jahr sind Isabella Swan und Edward Cullen!", verkündete Jessica. Ich sah mich um und sah genau in Alice grinsendes Gesicht.
Unter leutem Anfeuern wurden wir auf die Bühne geschoben und bekam diese Plastikkronen aufgesetzt. Zu allem Übel mussten wir auch den nächsten und damit auch letzten Tanz einleiten.
Mit Edwards Hilfe war es aber auch nicht allzu schlimm. Nach nur wenigen Minuten waren wir nicht mehr die einzigen auf der Tanzfläche.
Und ich musste meinen Gedanken von vorhin nochmal korrigieren. Es war kein toller Abend, es war ein fantastsicher Abend!
Der nächste Tag kam viel zu früh. Ich war hundemüde, als mein Wecker klingelte. Erst als ich mich daran erinnerte, was heute für ein Tag, schrak ich hoch. Heute war unser letzter Tag hier an der WMA.
Die Abschlusszeremonie fand im Freien statt. Man hatte extra eine Bühne und Stühle für uns Absolventen und für die engsten Familienmitglieder aufgestellt.
Wir Absolventen mussten alle die typischen Trachten anziehen. Den Hut wie auch das Gewand. Es war etwas gewöhnungsbedüftig. Unten drunter hatte ich ein weißes kurzes Kleid.
Ich war wirklich sehr aufgeregt, unter anderem weil ich heute auch endlich wieder meine Eltern sah, aber eben vor allem, da ich jahrelang genau auf diesen Moment hingearbeitet hatte. Ich hatte gedacht, dass nichts – rein gar nichts – meine Aufregung übertreffen könnte, aber ein Blick zu Alice, und ich war vom Gegenteil überzeugt.
Alice hatte sich tausend Mal auf diese Rede vorbereitet, konnte sie in und auswendig, aber trotzdem war sie nervös. An ihrer Stelle würde es mir wahrscheinlich noch schlimmer ergehen, aber ich hätte mich auch nie freiwillig dafür gemeldet, die Abschlussrede oder überhaupt eine Rede zu halten.
Als alle auf ihren Plätzen saßen und es in wenigen Minuten losgehen sollte, sprachen wir ihr noch einmal viel Mut zu und drückten sie.
Sie trat mit großen Schritten auf die Bühne und legte ihre Stichpunkte auf dem dafür vorgesehenen Pult ab. Es wurde ruhig im Saal und sie begann mit ihrer Rede.
"Liebe Lehrer, liebe Eltern und liebe ehemaligen Mitschüler oder kurz liebe Anwesenden," Man konnte deutlich spüren, wie ihre Nervosität nach den ersten Worten abnahm, bis sie schließlich total selbstsicher am Rednerpult stand. "Nun sind sie vorbei – zwölf Jahre Schulzeit. Oft haben wir uns diesen Tag herbeigesehnt. Doch ich glaube jetzt schon, dass wir uns im großen und ganzen an eine gute Zeit erinnern werden.
Heute feiern wir den Abschluss der Zeit der für uns vor vielen Jahren als der „Ernst des Lebens" begann. Aber wenn man mal ehrlich ist, dann feiern doch Schüler, Eltern und Lehrer, jede Gruppe für sich aus einem anderen Grund!
Wir Schüler, sind erst einmal heilfroh, dass wir die Schinderei, das Pauken und die Klausuren hinter uns haben, während die Eltern stolz auf den Erfolg ihrer Kinder sind und die Lehrer froh, dass sie wieder eine Rabaukengeneration überstanden haben.
Weil aber die Schule für alle drei der Mittelpunkt des Geschehens ist, feiern wir es gemeinsam das Ende eines Lebensabschnittes und den Beginn einer neuen Zeit. Mit den Zeugnissen und den dazugehörigen Zensuren in der Tasche können wir diese Abschlussfeier auch entspannt genießen ohne uns Sorgen um diese Lebensabschnittsquittung zu machen.
Das Lernen geht aber nun bei uns weiter. Das, was uns hier beigebracht wurde, dient uns nur als Grundgerüst. Die Prüfungen, die wir absolvierten, waren der Anfang noch größerer Prüfungen. Zeigen wir, was wir hier gelernt haben, stellen wir uns den neuen Herausforderungen in der Berufsausbildung und im Berufsleben.
Liebe Lehrerinnen, liebe Lehrer, an dieser Stelle möchte ich mich im Namen der gesamten Jahrgangsstufe bei Ihnen sehr herzlich bedanken. Sie brachten uns Lernverständnis, Wissen und manchmal Kameradschaftlichkeit und gutes Benehmen bei. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und Freude und Erfolge in Ihrem Beruf.
Nichtzuletzt gilt unser herzliches Dankeschön unseren lieben Eltern. Danke, dass ihr es, auch wenn es manchmal Probleme gab, mit uns ausgehalten und uns immer wieder unterstützt habt. Danke, dass ihr stets für uns da wart und wir uns immer auf euch verlassen konnten, auch wenn wir statt einer Zwei eine Fünf mit nach Hause brachten.
Und jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Los, Leute, lasst uns die Welt ein wenig unsicherer machen!"
Als sie ihre Rede beendet hatte, gab die Menge ihr tosenden Applaus. Einige von uns mussten ihre Tränen zurückhalten.
Danach wurden endlich die Zeugnisse vergeben. Dazu musste man auf die Bühne gehen, Mrs. Jalbert, der Schulleiterin die Hand geben, das Zeugnis empfangen und ganz traditionell den Trödel am Hut auf die andere Seite hängen.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich dran kam, aber schließlich wurde auch ich aufgerufen. Von der Bühne aus hörte ich die Jubelschreie meiner Mum. Als ich mich zu den anderen stellte, sah ich sie dann auch. Neben ihr saßen Phil und auch Charlie war gekommen.
Als dann endlich jeder sein Zeugnis bekommen hatte, flogen die Hüte. Und unter tosendem Applaus, Pfiffen und Jubelschreien stürmten die Verwandten auf ihre Schützlinge zu.
Ich suchte aber zuerst Edward. Aber leider konnte ich ihn in der ganzen Menge nicht entdecken. Auch keinen von den anderen. Dafür wurde ich sehr schnell von meiner Mum gefunden. Sie drückte mich ganz fest an sich, sodass ich fast keine Luft mehr bekam.
Dann wurde ich an Charlie weitergereicht und auch er bekam eine Umarmung von mir. Selbst Phil wurde herzlich gedrückt.
Doch plötzlich würde ich von hinten umarmt und im Kreis gedreht. Es war Edward. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht ließ er mich wieder runter und drehte mich in seinen Armen.
Ich strahlte zurück, als er endlich seine Lippen auf meine legte.
"Ich liebe dich, Bella", flüsterte er mir ins Ohr, als wir uns lösten.
"Ich dich auch, Edward."
Am Abend gingen unsere beiden Familien gemeinsam in einem Restaurant zu diesen Feierlichkeiten essen. Wir hatten viel Spaß an diesem Abend und feierten bis in die Nacht. Das wichtigste aber war, dass Edward und ich zusammen waren und auch die anderen nicht weit entfernt von uns feierten.
Wir hatten es geschafft. Wir hatten unseren Abschluss. Und jetzt stand einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege, oder etwa doch?
Mein bisher längstes Kap ;)
Es wird wahrscheinlich ab jetzt ein bisschen unregelmäßiger mit dem posten, da ich im Moment ein wenig Stress mit der Schule hab...lehrer haben keine anderen Hobbies als unendlich viele Hausaufgaben aufgeben und die Schüler quälen-.-
