A/N: Hallöchen. Hier mal wieder ein neues Chappi, das erste über den gemeinsamen "Urlaub" der Beiden. :) Danke für die Reviews! Ich hoffe auf weitere! ;)

~oOOo~

Joanna fächerte sich mit der Cosmopolitan, die sie aus dem Flugzeug mitgenommen hatte, Luft zu. Natürlich musste Wesker seiner Vorliebe für Schwarz auch in der Wahl seiner Autos zum Ausdruck bringen. Auf einer Sonneninsel wie den Seychellen machte das natürlich unheimlich viel Sinn, dachte sie mit einem entnervten Blick auf ihn. Er saß am Steuer und lenkte das Fahrzeug sicher den Berg hinauf. Wesker bemerkte ihren Blick und warf ihr einen spöttischen Seitenblick zu.

„Du wolltest nicht, dass ich die Klimaanlage einschalte", sagte er bissig, als hätte er ihre Gedanken gelesen.

„Davon werde ich sofort krank. Und ich mag diese künstlich kalte Luft nicht", gab sie zurück.

„Dann beschwer dich auch nicht."

„Hab ich ja gar nicht."

Wesker erwiderte nichts, doch Jo sah, wie seine Knöchel am Lenkrad weiß hervortraten. Sie grinste in sich hinein. Die ganze Reise über war er geladen gewesen. Natürlich hatte sie auch ordentlich Öl ins Feuer gegossen. Schließlich gewann man nicht jeden Tag gegen den großen Wesker.

Im Flugzeug hatte sie mit der Chipstüte geraschelt und die Chips extra laut geknabbert. Dann hatte sie sich die Finger abgeschleckt, natürlich ebenso geräuschvoll, bevor sie dann an ihm herumzuspielen begann. Wesker war sichtlich angewidert von den dreckigen Fingern auf seinem teuren schwarzen Shirt, doch sie störte sich nicht daran, strich spielerisch über seine Brust und schmiegte sich an ihn, erdreistete sich sogar, ihm ins Ohrläppchen zu beißen. Es hatte wirklich Spaß gemacht ihn zu reizen, sie konnte das Vibrieren seines Körpers regelrecht spüren.

Als sie dann in Mahé gelandet waren, wurde Joanna ihr Reiseziel durch das große Willkommensschild am Terminal mitgeteilt. Sie wollte die Seychellen schon immer mal sehen und war begeistert. Wesker hatte sie lässig durch die Kontrollen gesteuert, während sie sich neugierig umgesehen hatte. Alles war reibungslos gelaufen, das Fahrzeug hatte Weskers Geschmack getroffen und so waren sie nun auf dem Weg zu ihrer Unterkunft. Wesker benutzte weder Karte noch Navigationsgerät, von daher ging sie davon aus, dass er bereits hier gewesen war. Irgendwie ein seltsamer Gedanke. Hatte Wesker hier ein Sommerhäuschen, in dem er sich zwischendurch ausspannte? Joanna grinste, als ihr ein Bild von einem nur mit einem knappen schwarzen Badehöschen bekleideten und an einem bunten Cocktail mit Schirmchen schlürfenden Wesker durch den Kopf ging, der sich in der Sonne aalte.

Wesker bog in ein Waldstück und die Straße wurde enger und unebener. Er drosselte das Tempo etwas.

„Sind wir bald da?" fragte Joanna.

„Zum dreizehnten mal: Ja."

Joanna grinste hinter ihrem Magazin.

„Man, ist mir heiß. Ich hoffe, wir wohnen in der Nähe eines Strandes. Ich muss mich unbedingt abkühlen. Mein Hintern und der Ledersitz sind schon zu einer klebrigen Masse verschmolzen."

Weskers Kiefer mahlten aufeinander. Er hatte es aufgegeben, sie mit bissigen Kommentaren zum Schweigen bringen zu wollen. Besser war es, sie zu ignorieren. Sonst schaukelte es sich noch weiter hoch und am Ende würde er dieses freche Weibsbild doch noch umbringen.

Als das Haus in Sicht kam, hielt Joanna in den Fächelbewegungen inne.

„Wow! DAS ist dein Haus?"

„In der Tat", sagte Wesker, zufrieden mit ihrem Staunen.

„Wunderschön. Der Stil passt total zu dir."

Das Haus war in dunklen Holztönen gebaut worden mit großen, bodentiefen Fensterfronten und einem dunkelgrauen Flachdach. Es war zweistöckig und riesig. Sie konnte die Dimensionen erst ausmachen, als Wesker vor der großen Garage parkte.

Joanna stieg aus, froh endlich aus der fahrenden Sauna entkommen zu sein und schloss die Tür. Sie konnte den Blick gar nicht abwenden von diesem schönen, modernen Haus. Wesker holte währenddessen ihre Taschen aus dem Kofferraum und ließ ihre Reisetasche neben ihr auf den Boden fallen.

„Komm jetzt", sagte er nur und ging voraus.

Joanna rollte mit den Augen.

„Ganz der Gentleman, wie immer", sagte sie spitz, nahm ihre Tasche und folgte ihm.

Wesker öffnete die farblich zum Dach passende Tür mit einem Handabdruck auf dem entsprechenden Lesegerät und trat ein. Das Haus war vollklimatisiert und Joanna seufzte erleichtert, als die kühle Luft sie umfing. Ihr Blick viel sofort auf den Fußboden. Echtholz, keine Frage. Wesker ging einfach durch, aber sie beschloss kurzerhand, die hohen Schuhe auszuziehen. Barfuß folgte sie Wesker, der an der Tür zu dem großzügigen Wohnzimmer auf sie wartete. Es war L-förmig geschnitten und Joanna kniff die Augen zusammen, als die Sonne sie durch die Fensterfront blendete.

„Wahnsinn! Ein Pool! Gelobt sei der Herr!"

Wie die Motte zum Licht wurde Joanna von dem glitzernden Blau des Pools angezogen. Sie ließ die Reisetasche fallen und begann, ihre Bluse aufzuknöpfen. Als sie sie sich von den Schultern zog und zu Boden fallen ließ, sagte Wesker:

„Du solltest erst auspacken. Dann kannst du immer noch schwimmen gehen."

„Ich kann nicht warten. Sonst schmelze ich", übertrieb Joanna und griff hinter ihren Rücken, um den Reißverschluss ihres Rockes nach unten zu ziehen. Wesker beobachtete, wie auch dieser zu Boden fiel. Sein Blick wanderte über Joannas Körper, den er noch nie nur in Unterwäsche gesehen hatte, beziehungsweise nur von einem Höschen bedeckt. Der BH lag jetzt nämlich ebenfalls auf dem Boden.

„Kannst du dich nicht mal so lange zusammenreißen, bis du dir einen Badeanzug übergezogen hast?" fragte er herablassend, wobei sein Blick immer wieder zu ihrem Po wanderte. Er dachte gar nicht daran wegzusehen, als sie an den Bund des Höschens griff und auch das auszog.

„Mein Bikini ist irgendwo ganz unten in der Reisetasche. Bis ich den gefunden habe, bin ich nur noch ein Schweißfleck auf dem Boden. Kommst du mit?" fragte sie an der Terrassentür und schaute lächelnd über die Schulter. Ihr Haar bedeckte den größten Teil ihres Rückens. Sie schob die Tür mühelos auf und wartete auf seine Antwort. Weskers Blick glitt noch einmal über ihren Po und ihre festen Schenkel, ehe er wortlos an ihr vorbei ins Schlafzimmer ging.

Joanna kicherte und ging hinaus auf die mit Holz ausgelegte Terrasse. Die Sonne wärmte ihren Körper und sie schloss einen Moment die Augen, fuhr sich mit den Händen durch das rote Haar. Dann ging sie zum Beckenrand und tauchte vorsichtig einen Fuß ins Wasser. Sie musste sich beherrschen, nicht laut zu stöhnen. Das Wasser war herrlich. Sie dachte darüber nach, über die breite Treppe ins Wasser zu gehen, doch da gewann ihre spielerische Seite die Oberhand. Sie lief an der Treppe vorbei und tauchte mit einem Köpper ins Wasser.

Der flüssige Himmel!

Sie tauchte bis zur Mitte des Beckens und stieg dann wieder an die Oberfläche.

„Herrlich!" brach es aus ihr heraus und sie plantschte fröhlich in dem kühlen Wasser.

Wesker packte derweil seine Tasche aus und räumte seine Kleidung ordentlich in die hohe Kommode. Die vorherrschende Farbe war natürlich Schwarz. Das Haus war ganz nach seinem Geschmack ebenfalls in dunklen Farben gehalten, das Bett mit schwarzer Satinbettwäsche bezogen.

Nachdem er fertig war, zog er die Schuhe aus und stellte sie neben das Bett und legte seine Uhr auf den Nachttisch. Dabei fiel sein Blick auf die andere Seite des großen Bettes und ihm fiel etwas ein, das er nicht bedacht hatte. Wo würde Joanna schlafen? Die Vorstellung, dass sie bei ihm schlafen würde, beunruhigte ihn. Er brauchte nicht mehr so viel Schlaf wie ein Mensch, doch auch sein Körper brauchte von Zeit zu Zeit Ruhe. Der Gedanke, dass er Joanna im Schlaf ausgeliefert war, gefiel ihm gar nicht. Daher beschloss er, ihre Tasche in das Gästezimmer am Ende des Flurs zu bringen. Als er zurück ins Wohnzimmer ging, hob er im Gehen ihre Sachen auf, die sie achtlos auf dem Boden verstreut hatte. Er hasste Unordnung. Gerade, als er nach ihrer Tasche greifen wollte, hörte er es plätschern und warf einen kurzen Blick zur Seite…und erstarrte. Joanna stieg aus dem Wasser, schön wie die Venus von Botticelli. Das rote Haar klebte ihr an Nacken und Rücken, das Wasser rann über ihre festen Brüste, über ihren flachen Bauch, ihre runden Hüften und ihre langen Beine. Sein Blick heftete sich auf die vielen kleinen Tropfen, die sich in dem geraden roten Strich in ihrer Scham gesammelt hatten. Wesker schluckte. Die Sonne brachte die Wassertropfen auf ihrer Haut und in ihrem Haar zum Glitzern und er spürte, wie sein Blut zu seiner Körpermitte gepumpt wurde, bis seine Hose sich furchtbar eng anfühlte. Als sie ihn erblickte, lächelte sie spitzbübisch. Sie wusste, dass sie ihm gefiel. Wie sollte sie auch nicht, wenn er wie ein Volltrottel über ihre Tasche gebeugt stand und sie anstarrte. Fehlte nur noch, dass ihm der Mund offen stand.

Sie warf sich das nasse Haar nach vorn über die Schulter und wrang es aus. Wesker richtete sich auf. Joanna ebenfalls. Wesker beobachtete, wie ihr rotes Haar sich an ihre linke Brust schmiegte. Ihre Nippel waren hart. Ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Kurzerhand setzte er sich in Bewegung. Dabei ließ er ihre Kleider fallen. Er ging zielstrebig zu ihr hinaus, kam direkt auf sie zu. Joannas Herz klopfte schneller. Als er bei ihr war, schlang er einen Arm um ihre Taille und zog sie grob an sich. Ihr Bild spiegelte sich in seiner Sonnenbrille. Mit mahlenden Kiefern sah er auf sie herab. Die Zeit blieb stehen.

Dann spürte Joanna seine Hand auf ihren Po. Fest und langsam massierte er ihre Backe und Joannas Körper begann zu prickeln. Gott, es war viel zu lange her, dachte sie als sie die Hände unter sein Shirt schob und es mit sich nahm. Nur einen Augenblick ließ er sie los, um sich das schwarze, mittlerweile nasse Shirt über den Kopf zu ziehen. Es hatte noch nicht den Boden berührt, als er sie schon wieder gepackt hatte und ihren nassen Körper an sich drückte, so als hätte er Angst, dass sie ihm entkommen könnte. Doch das war das letzte, was sie wollte!

Sein Gesicht verriet keine Regung, während Weskers Hände auf Wanderschaft gingen. Sie fuhren an ihrer Wirbelsäule entlang, hinauf zu ihren Schulten, und wanderten von da in ihr Haar. Seine Finger vergruben sich darin, spielten mit den nassen Strähnen, ehe sie sie packten und unsanft nach hinten zogen. Joanna keuchte überrascht auf, als Wesker sich schon vorbeugte und ganz langsam, nur mit der Zungenspitze über ihren Hals leckte. Erregt schloss sie die Augen und krallte sich in seine Schultern. Ein heiseres Stöhnen kam ihr über die Lippen, als er sanft in ihre Schulter biss. Ihrer Finger gingen nun ihrerseits auf Wanderschaft, glitten über seinen muskulösen Rücken, um dann fest seinen Hintern zu packen und gegen ihr Becken zu ziehen. Wesker stöhnte leise gegen ihren Hals. Ehe sie sich versah, lag sie unter ihm begraben auf dem Boden. Fordernd drängte er sich zwischen ihre Schenkel, packte ihr Bein und zog es hoch, schlang es um seine Hüften, während er in die Wölbung ihrer Brust biss. Wieder stöhnte Joanna, drängte sich ihm entgegen. Sie war bereit für ihn, doch er schien keine Eile zu haben, sie beide wieder zu vereinen. Unablässig bedeckte er ihre Brüste und ihre Schulter mit sanften und festeren Bissen, während er mit einer Hand seine Hose öffnete. Joanna krallte sich in seinen Rücken und zog mit den Fingernägeln dünne Furchen hinein, die Wesker zum Stöhnen brachten. Triumphierend sah sie zu ihm hoch. Erst jetzt fiel er auf, dass er seine Brille noch trug.

„Albert, die Brille…" keuchte sie. Er hielt in seinen bissigen Liebkosungen inne und sah sie an, brauchte einen Moment um zu verstehen. Dann griff er den Bügel der Brille und warf sie achtlos auf den Boden. Joanna lächelte zufrieden und er grinste sein schiefes Lächeln, ehe er sich kraftvoll hochzog und ihr Bein mit sich nahm. Jo bäumte sich stöhnend auf, als er kraftvoll in sie eindrang. Mit langsamen, festen Stößen bewegte er sich genießend in ihr, während er wieder in ihre Schulter biss. Joanna belohnte ihn mit ihrer Leidenschaft, ließ sich gehen, stöhnte und keuchte wild. Es war Musik in seinen Ohren. Ihr heißes, nasses Inneres machte ihn wahnsinnig. Immer kraftvoller stieß er zu. Es war fantastischer, als er es in Erinnerung hatte.

Plötzlich bäumte sich seine Ärztin unter ihm auf und er fühlte, wie sie kam und an ihm zu pumpen begann. Er schaute zu ihr runter, betrachtete ihr lusterfülltes Gesicht, ihre bebenden Lippen und ließ sich gehen. Nur noch ein paar Stöße, dann kam auch für ihn die Erlösung. Er stöhnte in ihren Nacken, als er sich in ihr ergoss. Schwer atmend lagen die Beiden auf der Terrasse und genossen das Nachbeben ihrer Leidenschaft.

„Siehst du, ich habe doch gesagt, wir werden Spaß haben", grinste sie, während sie mit den Fingern in seinem vollen Haar spielte. Wesker grinste sie nur schief an und richtete sich auf. Sein Blick fiel auf ihre Brüste, die mit seinen Bissen übersät waren. Es gefiel ihm ungemein, dass er diese Male auf ihrem Körper hinterlassen hatte und hoffte, sie würden noch eine ganze Weile bleiben.

Joanna folgte seinem Blick und zog überrascht die Luft ein.

„Meine Güte!"

Wesker grinste nur und stand auf. Während er sich die Hose zuknöpfte, erhob Joanna sich ebenfalls und tastete vorsichtig die Bisswunden ab. Sie zog die Luft ein. Einige taten richtig weh.

„Bist du sicher, dass du nicht doch Appetit auf Menschenfleisch hast? Das hier sieht verdammt danach aus."

Wesker beugte sich vor und hob seine Brille und sein Shirt vom Boden auf. In einer typisch eleganten Bewegung setzte er die Brille auf und sah sie an. Er ignorierte ihre Frage und sagte nur:
„Im Verbandskasten in der Küche ist etwas Wundsalbe. Bleib hier, während ich dir ein Handtuch hole. Ich will nicht, dass du den Teppich volltropfst."

„Wie immer um mein Wohlergehen besorgt", erwiderte sie schnippisch, blieb aber an der Terrassentür stehen und wartete, bis er zurück kam. Er war immer noch oben ohne und Joanna genoss den Anblick seines muskulösen Oberkörpers. Es brauchte nur das und den Anblick seines zerzausten Haars, um sie schon wieder in Stimmung zu bringen. Sie konnte einfach nicht genug von diesem schönen Mann bekommen. Verdammt!

Sie nahm das Handtuch entgegen und trocknete sich ab, während Wesker ihre Reisetasche und ihre Klamotten nahm und sie in ihr Zimmer brachte. Joanna wickelte sich derweil in das große flauschige Handtuch ein und ging wieder ins Haus. Sie fand die offene große Küche problemlos und den neben den Kühlschrank hängenden Erste-Hilfe-Kasten. Sie nahm die Salbe heraus und begann, ihre vielen Male damit einzucremen. Sie kühlte das Brennen und linderte den Schmerz. Bei dem Anblick musste jetzt auch Jo grinsen. Er war so leidenschaftlich gewesen, dachte sie entzückt. Ein Schauer lief ihr über den Körper. Sie hatte befürchtet, nach der letzten halbwegs intimen Begegnung in seinem Büro würde er sich sträuben, mit ihr zu schlafen. Glücklicherweise hatte sie sich geirrt.
„Dein Zimmer befindet sich am Ende des Flurs, ebenso wie das Bad und eine kleine Bibliothek, die dir zur Verfügung steht. Du solltest dich einrichten", sagte Wesker, als er in die Küche kam und zum Kühlschrank ging um sich etwas zu trinken zu holen.

Gott, warum zog sich dieser Mann nicht etwas über?

Hmm…

Joanna kam ein Gedanke. Verschwörerisch trat sie hinter ihn und biss schnell in die Haut über seinem Schulterblatt. Wesker zuckte zusammen, da ließ sie schon wieder von ihm ab und betrachtete stolz die roten kleinen Furchen, die ihre Zähne hinterlassen hatten. Sie war nicht sanft gewesen. Sie wusste, sie musste es nicht sein.

Er blickte über die Schulter zu ihr und sah, wie ihr Grinsen erstarb. Er wusste, dass seine Wunde bereits heilte.

„Unfair", sagte sie nur, als er sie überlegen angrinste und sich zu ihr drehte.

„Es braucht mehr, um bleibende Schäden zu hinterlassen, mein Herz. Du dagegen bist weich", sagte er und legte ihr die Hand in den Nacken, zog sie zu sich und bis ihr einmal mehr in die Schulter. Da war noch ein Fleck weißer Haut, der nicht zu der rötlichen Färbung der Bissmale passen wollte.

Joanna keuchte und legte den Kopf in den Nacken. Wesker nahm die Einladung an und fuhr mit der Nasenspitze an ihrem Hals entlang, atmete ihren Duft ein, ehe er von ihr abließ. Joannas Lippen waren einen Spalt geöffnet und er sah an ihren Augen, dass sie erneut erregt war. Er genoss diesen Anblick, ging aber nicht darauf ein, obwohl er Lust dazu gehabt hätte. Doch noch einmal die Kontrolle zu verlieren stand außer Frage. Sie mochte das Spiel begonnen haben, aber er würde es beherrschen.

„Geh und zieh dir was an", sagte er kühl und ließ von ihr ab. Er ließ sie einfach stehen, öffnete die Wasserflasche in seiner Hand und ging zu dem Sekretär im Wohnzimmer, neben den er seinen Aktenkoffer gestellt hatte. Ohne sie eines Blickes zu würdigen packte er seinen Laptop aus und fuhr ihn hoch, setzte sich entspannt an den Schreibtisch.

Joanna wusste, was er tat. Sie kannte ihn zu gut, als dass sie darauf reingefallen wäre. Er versuchte die Oberhand zu behalten, war doch klar. Sie ließ ihm diesen vermeintlichen Triumph und ging in ihr Zimmer. Vier Wochen. So lange hatte sie Zeit, ihn zu besiegen. Also wozu die Eile?

Joanna ließ sich Zeit, sich einzurichten und nahm erst mal eine ausgiebige Dusche. Wesker hatte ihre Reisetasche und ihre Kleidung aufs Bett gelegt. Schwarze Satinbettwäsche. Au man, der Typ hatte echt ein Problem. Sie rollte nur mit den Augen und zog sich an. Sie wählte schwarze Unterwäsche und ein leichtes Sommerkleid in einem zarten Grün. Ihr feuchtes Haar steckte sie sich locker mit einer Klammer hoch. Den Rest ihrer Sachen räumte sie in den kleinen Schrank und verstaute die leere Tasche unterm Bett. Noch einmal tief durchgeatmet und sie war bereit, ihm erneut entgegen zu treten.

Wesker saß immer noch am Schreibtisch und tippte irgendwas. Joanna ging in die Küche und holte sich ebenfalls etwas zu trinken. Mit dem Wasser in der Hand ging sie auf die Terrasse.

„Mach bitte die Tür zu. Die warme Luft verbraucht zu viel Energie."

Ohne ein Wort leistete sie seiner Anweisung Folge. Er hatte nicht mal aufgeschaut, warum sollte sie ihn mit einer Antwort würdigen. Dieser Mann war einfach unausstehlich. Wenn er nur nicht so ein fantastischer Liebhaber wäre…

Komm schon, Jo. Du weißt, dass es nicht nur der Sex ist, hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf und blickte zurück zu ihm. Sie seufzte frustriert.

Nein, es war mehr als das. Seit sie die blauen Augen gesehen hatte, konnte sie an nichts anderes mehr denken als an den Wesker, den sie einst gekannt hatte. Der junge Wesker, in den sie verliebt gewesen war. Wie viel war noch von ihm übrig in dem kaltblütigen, ehrgeizigen Tyrant? Etwas musste noch da sein, dachte sie entschlossen und wandte sich ab, spazierte zum Geländer der Terrasse und schaute aufs Meer, das sich vor ihr erstreckte. Der Wind wehte durch ihr Haar und brachte ihren Rock zum Tanzen. Die Szenerie vor ihr verschlug ihr den Atem. Unter ihr war ein weißer, feinkörniger Sandstrand, umgeben von großen, schützenden Felsen. Dahinter lag das scheinbar unendliche blaue Meer, das durch die Sonne funkelte wie tausend Diamanten. Joanna dachte daran, ihre Sonnenbrille zu holen, doch sie wollte noch nicht wieder hinein zu ihm. Sie wollte erst noch einmal ihren Plan durchgehen. Nun, eigentlich war es kein richtiger Plan. Er mit seinen verzweigten Plänen hätte sicherlich über sie gelacht.

Sie hatte diese Auszeit gefordert, um ihm zu zeigen, dass es auch anders ging. Das man nicht nur in irgendwelchen Labors herum lungern und nach der Weltherrschaft streben musste, um ein schönes Leben zu führen. Joanna war der Überzeugung, dass Wesker so lange an seinen Zielen gearbeitet hatte, dass er vergessen hatte, worum es im Leben wirklich ging. Dass man auf viele Arten glücklich sein konnte als nur auf diese eine, die Wesker erstrebte. Vielleicht war es vermessen von ihr zu glauben, dass ausgerechnet sie ihn davon abringen konnte. Sie war ihm keineswegs ebenbürtig und sie machte sich in dem Punkt auch nichts vor. In ihren Augen waren sie eher zwei gegensätzliche Pole, zwei Seiten einer Medaille. Er war die Stärke, die Logik und die Intelligenz, während sie Zärtlichkeit, die Intuition und das Gefühl war. Sie lachte über sich selbst.

Wirklich poetisch, Jo, dachte sie belustigt.

Sie hatte keine Ahnung, ob er irgendetwas für sie fühlte aus Begierde. Manchmal glaubte sie es. Es gab Dinge, die er in Bezug auf sie getan hatte, die seiner Natur zu widersprechen schienen. Zum Beispiel, dass er sie vor dem sicheren Tod durch ihrer Verfolger gerettet hatte. Es hatte keinen logischen Grund gegeben, sie zu retten. Als er sie aufgespürt hatte, hatte sie ihm direkt gesagt, dass sie ihn verabscheute ebenso wie seine Pläne. Dennoch hatte er sie mitgenommen, ihr Schutz, eine Unterkunft und eine Aufgabe gegeben, auch wenn sie die anfangs nur widerstrebend erfüllt hatte. Doch wenn es ihr gelang, die Hintergründe ihrer Arbeit auszublenden, was ihr zu ihrer Schande oft genug gelang, machte sie ihr meistens auf gewisse Weise sogar Spaß. Sie hatte eine Menge gelernt in den letzten Jahren. Mehr, als sie in einer normalen Laufbahn als Ärztin je hätte lernen können.

Joanna schüttelte in Gedanken versunken den Kopf. Dies war keine Entschuldigung für ihre Beteiligung an den Verbrechen, die Umbrella und TriCell begangen. Sie wusste, dass sie eines Tages dafür zur Rechenschaft gezogen werden würde. Und sie würde diesen Tag willkommen heißen, war dies doch der einzige Weg, um sich von ihrer Schuld reinzuwaschen…

Wesker hatte eine Schwäche für sie, dass wusste sie. Sonst wären sie beide jetzt nicht hier. Die Frage war nur, wie groß diese Schwäche war und ob sie bis in sein verkümmertes Herz reichte. Vielleicht würde es ihr in den vier Wochen gelingen, den Mann an die Oberfläche zu bringen, der er sein könnte, wenn er nur wollte. Er hatte es in sich. An diesen Gedanken klammerte sie sich eisern.

„Du wirst noch erblinden, wenn du weiter ohne Brille aufs Meer starrst", ertönte Weskers Stimme neben ihr. Sie zuckte zusammen und sah ihn an. Grinsend hielt er ihr eine Sonnenbrille entgegen. Es war nicht ihre.

„Wow, welche Ehre. Ich darf eine Wesker-Sonnenbrille tragen", stichelte Joanna und nahm sie ihm aus der Hand. Sie setzte sie auf und sah ihn an.

„Wie seh ich aus? So cool wie du?"

Sein Grinsen wurde schief.

„Niemand ist so cool wie ich", konterte er und Joanna lachte.

„Wie viele von den Dingern hast du eigentlich?"

„Genug, um eine opfern zu können."

Er stellte sich neben sie und in Joanna stieg erneut die Sehnsucht auf, ihn zu berühren. Als wollte er sie quälen, war er immer noch ohne Shirt, nur in seiner schwarzen Hose und dem glänzenden Ledergürtel. Ein attraktiveres Outfit hatte er nie getragen. Joanna lehnte sich mit dem Po gegen das Geländer und stützte die Hände zu ihren Seiten darauf.

„Du hast dir hier wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde rausgesucht. Wie bist du auf diesen Ort gekommen?"

„Einer meiner Konkurrenten hatte sich hier in der Nähe versteckt."

Sie schnaubte.

„So was musste ja kommen."

Er lächelte nur überlegen.

„Kannst du überhaupt eine Geschichte erzählen, in der kein Mord und Totschlag vorkommen?"

„Natürlich. Doch in der Geschichte, wie ich zu diesem Haus kam, war Mord nun mal involviert."

„Erzähl mir eine."

Die beiden sahen sich an. Wesker kamen kaum Geschichten in den Sinn, die nicht von Brutalität durchzogen waren.

„Mein Leben ist nun mal voller Gewalt, mein Herz. Das sollte keine neue Information sein."

„Wünschst du dir manchmal, dass es anders wäre?"

„Nein. Ich habe nichts gegen Gewalt", grinste er wieder, etwas zu kalt für ihren Geschmack. Sie wandte den Blick ab. Plötzlich war ihr kalt. Manchmal vergaß sie einfach, dass er trotz allem ein Mörder war.

Wesker merkte die Änderung in Joannas Stimmung. Er spürte regelrecht, wie sie sich von ihm zurückzog, als könnte sie es nicht ertragen, in seiner Nähe zu sein. Dieser Gedanke gefiel ihm gar nicht und er legte eine Hand um ihre Hüfte, um sie zu sich zu ziehen. Eingeklemmt zwischen ihm und dem Geländer konnte sie nicht anders, als ihn anzusehen.

„Ich töte, wenn ich töten muss. Ich mache es effizient, nicht unnötig brutal. Ich empfinde keine perverse Freude daran. Genugtuung, manchmal", grinste er.

„Manchmal vergesse ich, wie viel Blut schon an deinen Händen klebt", gestand Joanna leise. Der Wind wehte ihr durch das fast getrocknete Haar und einige Strähnen kitzelten Weskers Brust. Sie sah zu ihm hoch und er wünschte, er könnte ihre Augen jetzt sehen. Hatte sie doch Angst vor ihm?

„Es ist nicht meine Schuld, wenn du es nicht wahr haben willst. Ich bin, wer ich bin."

„Das ist wahr."

Sie starrten sich an, ohne die Augen des anderen sehen zu können. Diese Unterhaltung kam so plötzlich, dass beide ihre Bedeutung begreifen mussten. Sie rührten am Fundament ihrer Beziehung. Wesker hatte recht, sie waren, wer sie waren. Auch an ihren Händen klebte Blut. Keine von ihnen war unschuldig. Doch manchmal wünschte Jo sich einfach, dass es so war, dass sie nur zwei Menschen waren, die ein normales Leben führten…

Sie ließ den Kopf sinken und schob sich an ihm vorbei. Da sie nicht wusste, was sie sagen sollte, ging sie ohne ein Wort. Wesker sah ihr nicht nach. Er steckte die Hände in die Hosentaschen und blickte hinaus aufs Meer, so wie sie es getan hatte.

Es störte ihn, dass sie anscheinend doch nicht akzeptierte, wer und was er war. Er dachte darüber nach, bis die Sonne langsam im Meer versank. In ihrem Zimmer tat Joanna genau das gleiche.

Waren seine Verbrechen ein Abgrund, den Joanna überwinden konnte? Und wenn ja, wollte sie das überhaupt?