Hallöchen,

so Kapitel 11 ist endlich da. Hat auch lange genug gedauert. Da ich jetzt Sommerferien habe, habe ich auch wieder genügend Zeit zum Schreiben. So, ich rede mal nicht lange um den heißen Brei und verabschiede mich mit Kapitel 11 in meinen Urlaub. Ich wünsche euch allen angenehme Sommerferien, einen schönen Urlaub, falls ihr einen macht und einen tollen Sommer im Allgemeinen! Herzlichen Dank an meine Betaleser Enondoniel und iary.

Disclaimer: Das HdR-Universum gehört Meister Tolkien.

Der Fall der Sterne

Kapitel 11: Schlacht

Frau Lorióliel schiente kopfschüttelnd mein Bein. Während sie den Verband vorsichtig um es herum wickelte, schmerzte es ungeheuerlich.

„Ich habe noch nie von einem Elben gehört, der im Regen ausrutscht", meckerte sie. „Ich weiß, wie schwer es für dich ist, Elrond, aber du hättest vorsichtiger sein müssen."

Celebrían, die neben mir saß atmete hörbar aus.

.-.

Wie so oft verfluchte ich auch heute den menschlichen Teil meines Blutes. Ausrutschen! Das konnte nur ein Halbelb! Celebrían versuchte mich zu beruhigen, während Galadwen, die nun mit uns gemeinsam im Hofgarten auf einer Bank saß, leise schmunzelte. Sie hatte sich stark am Riemen reißen müssen, um nicht – entgegen ihrer sonstigen Art – wegen der Umstände, die zum Bruch meines Beines geführt hatten, laut loszulachen. Ich war alles andere, als begeistert. Galadwen aber schien sich köstlich darüber zu amüsieren. Wenigstens übertünchte der Ärger über den Beinbruch ein wenig meine Trauer um Elros.

Celebrían sah ihre Schwester scharf an und sie verstummte. In ihrem Gesicht konnte ich jedoch sehen, dass es sie einiges an Mühe kostete, ernst zu bleiben. Ich schaute beleidigt in eine andere Richtung. Sie wusste, wie tief die Trauer über den Tod meines Bruders noch in mir saß und wie sehr ich den menschlichen Teil meines Blutes verabscheute. Ihr Gelächter über mein gebrochenes Bein machte meine Laune keineswegs besser.

Von unserer Bank aus sah ich, wie Vardamir den Gang entlang ging, der sich auf dem riesigen Balkon über der Terrasse entlang zog. Ich hatte weder mit ihm noch mit seinem Sohn viel seit ihrer Ankunft in Lindon gesprochen. Vielleicht war dies auch besser so, denn sie beide waren nun mehr Mensch als Elb und so oder so schon bald dem Tode geweiht. Noch mehr Verlust konnte ich nicht ertragen. Vardamir und Amandil sprachen noch dazu bereits mit Ereinion über ihren Aufbruch.

Ereinion...

Wie als wollten sie meine Gedanken untermalen, ließen die schwarzen Wolken ihren kalten Regen auf uns herab. Galadwen quiekte auf und sie und Celebrían standen auf, um auf den trockenen Teil der Terrasse zu flüchten. Ich nahm meine hölzernen Krücken und folgte ihnen.

Ereinion...

Er sprach kaum noch mit mir. Wenn ich ihm etwas erzählen wollte, war immer Erestor bei ihm, den er jetzt besonders umpflegte, da Elros dahingeschieden war. Seufzend setzte ich mich zu den beiden Mädchen, die sich auf einer anderen Bank niedergelassen hatten, die mit ihrem fein geschnitzten Holze, schön und doch trist auf der Terrasse stand. Als Galadwen gerade nicht zu mir herübersah, ergriff ich vorsichtig Celebríans Hand, um ein wenig Halt in diesen traurigen Minuten zu suchen. Ich spürte, wie sie leicht erzitterte, um sich dann wieder zu beruhigen und ihre Finger schlossen sich dann sachte um die meinen. Celebrían lehnte leicht ihren Kopf an meine Schulter.

Galadwen lächelte leicht und erhob sich.

„Ich gehe besser", meinte sie sanft und verließ uns.

Insgeheim war ich ihr sehr, sehr dankbar dafür, denn es machte mich glücklich, wenn Celebrían bei mir war. Dann spürte ich wieder Wärme in meinen erkalteten Händen. Ich küsste ihre Stirn und fühlte, dass Celebrían lächelte. Sie ließ meine Hand los und drückte jeder der Fingerkuppen ihrer rechten Hand gegen ihre Gegenstücke meiner linken, bis sich meine Finger wieder um die ihren schlossen.

Doch leider hatten wir nicht lange Zeit für uns, denn nur kurz nachdem Galadwen uns verlassen hatte, wurden wir von einem jungen Elben namens Sîrluin gestört. Er war ein Bote, den Ereinion im Schloss gern hin- und herschickte, damit er kleine Sachen erledige und anderen seine Befehle überbringe. Er biss sich auf seine Unterlippe und kam schließlich zu uns herüber. Nervös blieb er vor Celebrían und mir stehen, während ich mich sanft von ihr abwandte – nicht ohne sie noch einmal anzulächeln – und Sîrluin fragte, weshalb man ihn zu mir geschickt habe.

„Der König möchte euch in seinem Arbeitszimmer sprechen", antwortete er mir.

„Gut, ich werde ihn gleich aufsuchen."

Sîrluin verbeugte sich und verschwand wieder im Schloss, weil er noch andere Dinge zu erledigen hatte und ich erhob mich gemeinsam mit Celebrían. Ich wollte ihre Hände nicht loslassen, jetzt wo wir uns einmal näher gewesen waren. Doch Ereinion hatte sicher etwas Wichtiges zu besprechen und brauchte mich bei einer neuen Beratung. Celebrían war nicht verärgert darüber, denn sie hatte die strenge Situation bereits früher erkannt, als andere. Zum Abschied gab sie mir einen Kuss auf die Wange.

„Geh nur", sagte sie. „Ich suche mein Gemach auf und warte auf dich."

„In Ordnung", erwiderte ich und stützte mich auf meine Krücken.

Celebríans Blick streifte besorgt mein Bein. Ich lächelte sie noch einmal an, um sie zu beruhigen und wagte es nun doch mit meiner Nase sanft gegen die ihre zu stupsen. Langsam ließ Celebrían sie über meine fahren.

„Jetzt geh schon! Gil-galad wartet auf dich!", meinte sie lächelnd.

Mit einem halb belustigten, halb traurigen Schnaufen zog ich mein Gesicht von ihrem zurück. Warum nur musste sie mich in unseren schönsten zweisamen Minuten nur wieder an meine Pflichten erinnern?

Andererseits war ich bekannt für meine Pünktlichkeit und ich wollte keinen schlechten Eindruck auf den Beraterstab und Ereinion machen – besonders wo dieser doch scheinbar seine Zuneigung zu mir etwas verloren hatte.

„Dann gehe ich eben", sagte ich gespielt beleidigt, wenn auch nur vorsichtig, um Celebrían nicht aufzuregen.

Unter ihrem schüchternen Lachen drehte ich mich um und humpelte auf meinen Holzkrücken in den nächsten Gang, der zu einer Treppe führte, um in den vierten Stock zu gelangen (der Hofgarten befand sich auf der dritten Ebene). Ich hatte mich noch nicht getraut Celebrían zu küssen. Ich hatte befunden, dass es noch zu früh dafür war. Wir waren uns erst nach Elros' Beerdingung so nahe gekommen und ich wollte nicht wie ein Mensch mit der Tür ins Haus stürzen. Das musste wahrhaftig nicht sein.

Ich hatte die Treppen erreicht und musste mich nun mit meinen Krücken hinaufquälen. Ich ärgerte mich, dass ich nicht schön früher losgegangen war, denn ich brauchte nicht wenig Zeit, um sie zu erklimmen. Am oberen Ende wartete bereits Palanorn, der zu mir herunterkam, um mir zu helfen, sobald er mich erblickt hatte. Er griff nach meinem Arm und stützte mich.

„Hanon le!", meinte ich.

Vorsichtig führte er mich zum Arbeitszimmer des Königs, wo Ereinion bereits auf uns wartete. Bedächtig strich dieser über die aufgeschlagene Seite eines Buches, das auf dem Schreibtisch lag. Sîrluin trat ebenfalls ein und schloss die Tür. Ich sah ihn verwundert an und setzte mich, denn schließlich war er nur ein Bote und kein Ratsmitglied. Palanorn beugte sich zu mir herunter.

„Das hat seine Richtigkeit", flüsterte er mir zu.

Fragend sah ich nun ihn an. Hatte sich hier etwas zugetragen, von dem ich noch nicht unterrichtet worden war? Ich schlug nachdenklich die Augen zu Boden, denn ich hatte das Gefühl überflüssiger zu werden. Ohne dass ich es wollte, wurde mein Herzschlag schneller und es fiel mir schwerer zu atmen, doch als Ereinion sich erhob, zwang ich mich dazu, mich zu beruhigen. Man würde es mir sicher gleich erklären. Das würde man sicher. Es gab keinen Grund, sich aufzuregen. Ereinions anscheinend nachlassendes Interesse für mich, Elros' Tod und mein gebrochenes Bein: das alles stieg mir nur zu Kopfe. Der König schaute mich an.

„Palanorn hat etwas interessantes gefunden", sagte er.

Palanorn nickte und besah Sîrluin, der sich nervös seine Hände rieb und unsicher im Raum umherschaute. Sîrluin war noch ein sehr junger Elb, doch ich war nur um wenige Zeit älter als er. Er war einer der wenigen Vanya, die es noch in Mittelerde gab. Seine Eltern waren schon vor einiger Zeit in den Westen gesegelt und nun war er allein mit seinem jüngeren Bruder hier in Lindon zurückgeblieben. Jetzt hatte er eine große Verantwortung zu übernehmen, denn sein Bruder war in dem Alter, in dem man weder Elbling noch erwachsener Elb ist und dies ist bekanntlich ein schwieriges Alter.

Ereinion trat zu uns herüber und ergriff Sîrluins Schultern.

„Sîrluin kann uns einiges erzählen, das wichtig sein könnte", erklärte er. „So sagtet Ihr es jedenfalls, Palanorn."

„Ja", antwortete dieser. „Erzähl uns noch einmal, was du mir gesagt hast, Junge!"

„Mein Vater berichtete mir von seinen Erlebnissen, als die Stadt Gondolin fiel", begann Sîrluin. „Er sagte mir, er habe etwas seltsames gesehen: Als er gemeinsam mit Mutter die Treppen hinunterhastete, erspähte er einen Elben unter den vielen Orks, die in die Stadt einfielen. Er wäre durchscheinend gewesen und habe keine Gnade für andere Elben gehabt. Er meinte, er verstehe noch heute nicht, warum dieser Elb sich mit Orks und Balrogs verbündet habe."

Ereinion und ich schauten Sîrluin erstaunt an. Es deckte sich gut mit dem, was Celebrían berichtet hatte.

Interessant, dachte ich.

Doch dies brachte uns nur wenig weiter, denn es sagte uns nicht, wer der Elb war und Sîrluin wusste nicht, ob sein Vater ihn erkannt hatte oder nicht und schon seit ich von Celebríans Beschreibungen erfahren hatte, wunderte ich mich über die Beschaffenheit des Elben. Dass jemand von unserer Art jemals mit einem durchscheinenden Körper geboren worden sei, hatte ich noch nicht vernommen. Palanorn hatte in seinen Büchern auch nichts darüber und weder er noch Ereinion konnten sich entsinnen jemals von so etwas gehört zu haben. Wären wir Sterbliche gewesen, so hätten wir vielleicht an einen Geist gedacht, aber wir alle glaubten nicht daran, denn die Seelen der Toten entschwanden bei den Eldar ja schließlich in die Hallen von Mandos. Es wandelten keine Geister auf Arda herum. Palanorn, Ereinion und ich schauten uns an.

„Ich danke dir. Du kannst gehen Sîrluin", meinte der König.

Der junge Elb erhob sich nervös und verbeugte sich dann höflich vor uns. Er verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich. Doch es dauerte nicht mehr lang, bis er aufgeregt wieder ins Zimmer stürmte.

„Eure Majestät!", rief er außer Atem, während neben ihm einer der Späher aufgelöst und erschöpft hineinspurtete.

Verwundert lief Palanorn an dessen Seite und zog ihn zu einem Stuhl, der neben dem Tisch Ereinions stand. Sîrluin stellte sich zu mir und blickte mich mit seinen großen, blauen Augen erschrocken an. Man gab dem Späher ein Glas Wasser, damit er sich wieder beruhigte. Etwas schien ihn schnell und unerwartet überrascht zu haben. Sobald das Glas geleert war, hörte er auch schon auf zu zittern und begann stockend zu erzählen: „Herr! Ein Orkheer! Ein riesiges Orkheer! Sie sind wie aus dem Nichts aufgetaucht! Sie sind nahe Herr!"

Orks, die wie aus dem Nichts auftauchten... Was war aus der alten Welt geworden? Ereinion sah ihn eine Weile schockiert an, dann erwachte er aus seiner Starrheit. Sofort begann er Befehle zu bellen, die Sîrluin und Palanorn gleich ausführten. Dann wandte er sich zu mir.

„Du bleibst hier", sagte er.

„Nein, ich kann...", begann ich, doch er unterbrach mich.

„Du wirst dein Bein schonen, Elrond. So kannst du nicht kämpfen!"

Ich presste die Lippen zusammen und neigte leicht den Kopf. Wenn wir den Kämpf nicht verlören... Ich würde mich um den Späher kümmern und ihn zu Frau Lorióliel bringen. Während Ereinion hinaustrat, half ich ihm auf, um ihn zu den Heilräumen zu bringen, wo er sich ausruhen sollte.

„Wie ist Euer Name?", fragte ich ihn.

„Penhin, mein Herr", antwortete er.

Ihn zu Frau Lorióliel zu bringen, war schwierig. Er war so schnell gerannt, dass er selbst kaum noch gehen konnte. Ich konnte ihm unmöglich eine große Hilfe sein, mit meinen Krücken. Unter Anstrengungen schleppte ich mich selbst die Treppe hinauf und versuchte Penhin zu stützen. Er selbst aber achtete nicht auf mein gebrochenes Bein und verlagerte viel Gewicht auf mich. Zu meinem Unglück waren alle Wachen, die ich um Hilfe hätte bitten können, verschwunden.

Als Frau Lorióliel sah, welche Anstrengungen ich soeben vollbracht hatte, wollte sie bereits schimpfen, doch ich erzählte ihr von der Ratsbesprechung und weshalb ich Penhin allein hierher gebracht hatte. Ihr anfänglicher Ärger verwandelte sich in pure Angst um Ereinion. Kurz atmete sie durch und besann sich dann auf ihre Aufgaben. Sie brachte Penhin einen Stuhl und einen Becher Miruvor, der ihn stärkte. Dann wandte sie sich an mich, als ich ihr gerade vorschlagen wollte, ihr zu helfen.

„Nein, Elrond. Einen Heiler mit gebrochenem Bein kann ich nicht gebrauchen", meinte sie aufgeregt und ich brummte beleidigt. „Aber Ihr könnt auf Erestor acht geben."

Daraufhin sprang der kleine Elbling, den ich nicht bemerkt hatte, fröhlich von einem Krankenbett. Meine Eingeweide verkrampften sich, als Erestor sich (wie es leider zu seiner Gewohnheit geworden war) an mein Bein klammerte und mich mit einem freudigen „Elon!" begrüßte. Frau Lorióliel lächelte, da Erestor mich so sehr mochte und sie übersah – ob mit oder ohne Absicht – mein gequältes Gesicht, um zum Fenster hinüberzugehen.

„Ich mache mir Sorgen", sagte sie dann.

„Von der Gemäldegalerie aus kann man das Tor und das Geschehen der Schlacht am besten beobachten", sagte ich. „Wir könnten dorthin gehen und uns ansehen, was geschieht."

„Nein, ich werde hier bleiben. Geht allein mit Erestor, doch seit vorsichtig! Wer weiß, ob diese Orks mit Pfeilen hinauf schießen... Setzt euch keiner zu großen Gefahr aus und bringt euch und Erestor in Sicherheit, falls es zu bedrohlich wird. "

„Ich denke nicht, dass ein Kind das sehen sollte!"

Frau Lorióliel seufzte. Ich verstand, dass sie nun das Krankenzimmer für die vielen Verletzten, die man nach der Schlacht herbringen würde, sollte sie gewonnen werden, vorbereiten musste. Sie rief auch schon nach den anderen Heilern, die sich eifrig an die Arbeit machten. So verabschiedete ich mich, ließ Erestor widerwillig meinen Ärmel greifen und verließ mit dem winkenden Elbling das Heilerzimmer.

Meiner eigenen Meinung entgegen, Erestor solle die Schlacht nicht sehen, ging ich doch in die Galerie, um das Geschehen zu beobachten. Erestor blieb nahe bei mir, nicht wissend, was nun auf uns zukommen würde. Was, wenn die Schlacht verloren würde? Ich öffnete die Tür und trat ein. Die Fenster der Galerie waren zwar riesengroß, doch sie waren recht hoch angebracht, so dass Erestor auf den Hof schauen konnte.

Der Elbling hüpfte umher und versuchte einen Blick nach draußen zu erhaschen. Meine Finger drückten sich in die Fensterbank, bis sie weiß waren. Die Schlacht hatte bereits mit lautem Trompetenschall begonnen. Hier oben war jedoch kaum etwas von dem Schlachtgetöse zu hören, nur sehen konnte ich, wie die Orks langsam die Oberhand gewannen. Viele unserer Krieger lagen bereits tot am Boden und andere, die verletzt waren, stellten sich tot, um die Schlacht zu überleben. Ich ärgerte mich ein wenig. Sie sollten aufstehen und kämpfen!

Mit zusammengekniffenen Augenbrauen suchte ich nach Ereinion. Er rang auf dem Wall mit einem Ork, bevor er ihm mit einem lauten Schrei seinen Speer Aeglos in den Wanst rammte. Palanorn konnte ich nirgendwo erkennen.

Dann dachte ich an Celebrían und Galadwen. Ich wollte mich umdrehen, mich auf meine Krücken stützen und sie suchen, um zu sehen, ob sie wohlauf waren. Als ich mich gerade auf den Weg machen und Erestor sagen wollte, er solle mir folgen, fiel mir auf, dass eines der Gemälde völlig verändert war. Ein Porträt Feanors (Eru weiß, wie es überhaupt dorthin kam), das ihn in größter Würde und Ernst zeigte, hatte sein Gesicht zu einem hässlichen Grinsen verzogen. Fast zu Tode erschrocken starrte ich das Gemälde an. Rabenschwarze Augen, Feanor hatte rabenschwarze Augen! Meine Arme und Beine, mein Kopf wurden zu Eis.

Scharf sog ich Luft in meine Lungen, als ich sah, dass das Bild sich bewegte und im nächsten Moment flogen mir meine Krücken aus den Händen und ich wurde von unsichtbarer Kraft gegen die Wand zwischen zwei Fenstern gedrückt, Arme und Beine von mir gestreckt. Meine Kehle war wie zugeschnürt, ich konnte mich nicht mehr bewegen. Erestor quietschte auf und drückte sich verängstigt an meine Seite. Seine kleinen Hände krallten sich in meine Robe. Schmerz und Furcht durchzuckten mich. Verzweifelt versuchte ich dieser Lage zu entkommen, doch mein Körper wollte kein Fingerheben zulassen.

Das Bild bewegte sich ein zweites Mal. Feanor drückte seine Hände gegen die Bildoberfläche, als sei sie ein Fenster, das es aufzudrücken galt. Es knackte und in der Farbe bildeten sich Risse. Die platten Hände schienen Form anzunehmen und langsam zogen sich seine Arme ins Freie. Dann folgten sein Kopf und seine Beine, bis er komplett an der Luft war und von der Wand herab, auf den Füßen landend, zu Boden fiel. Auf mir ruhten kalte, durchscheinende Augen, die kein Erbarmen zu kennen schienen. Meine Kehle schnürte sich im wahrsten Sinne des Wortes immer weiter zu, bis ich endgültig keine Luft mehr bekam. Ich drohte zu ersticken.

Fortsetzung folgt...

.-.

Ruellas: Ich habe mich schon immer gefragt, weshalb Elros sich für die Sterblichkeit entschieden hat. Das war dann meine Interpretation. Und ich dachte, dass Aragorn vielleicht ein guter Grund wäre.. Ich habe vor eine Trilogie draus zu machen, die den ersten Ringkrieg einbeziehen wird. Soviel verrate ich schon mal, aber ich werde den 2. Ringkrieg nicht mehr beschreiben, da ich denke, dass wir den ja alle bis ins letzte Detail kennen. .

Fireth: Ja, die Szene mit Elros war auch sehr traurig zu schreiben. Eine der schwersten Szenen irgendwie. Ja, er hat Aragorn in einem Traum (oder wie auch immer) gesehen. Nun, ich denke dieses Kapitel hat deine Frage beantwortet. .lächel.

Feael: Du hast Recht, Elronds Sichtweise auf den Tod ist recht atheistisch, aber das hatte ich beabsichtigt. Elrond ist hier noch ein sehr junger Elb und da er auch noch menschliches Blut besitzt, wollte ich ihn sozusagen ein wenig von den anderen Elben unterscheiden. Das wird sich mit der Zeit aber legen, denn ich versuche von einem noch unsicheren jungen Elben auf den Elbenlord hinzuarbeiten, der er später sein wird. Die Auflösung beginnt. Es sind nicht mehr viele Kapitel bis zum Ende der ersten Staffel.

Enondoniel: Danke. Ja, ich versuche seine menschlichen Seiten ein bisschen hervorzuheben.

Liderphin: Danke, dass du auf meine FF gestoßen bist und danke für dein Lob. Wie oben schon gesagt, wollte ich Elronds menschliche Aspekte etwas hervorheben, die in seiner Jugend vielleicht etwas mehr von ihm Besitz ergreifen, als in älteren Jahren. Und Erestor... Ich weiß nicht. Ihn musste ich einfach einbringen. Allerdings habe ich mir mit ihm selbst ein Rätsel aufgetan: Wer sind seine Eltern und woher stammt er...?