Kapitel 11

Unerwarteter Test

Wie sie es genau schaffte, sich früher als sonst von der Arbeit loszueisen, wusste Amanda nicht genau, aber es war ihr auch egal. So hatte sie genügend Zeit, in Ruhe nach Hogwarts zu gehen. Außerdem würden sie und David mehr Zeit haben, wenn sie schon früher da war.

Auf dem Weg zum Schloss schien Amanda die Sonne ins Gesicht. Langsam merkte man, dass es Sommer werden wollte. Sie atmete tief die frische Luft ein, die hier soviel besser war, als in London.

Im Schloss selbst war es kühl. Mit gemächlichen Schritten machte sie sich auf den Weg nach oben in die Bibliothek, wo sie ihren Bruder vermutete. Doch als sie schließlich dort war, fand sie ihn nicht. Also machte sich Amanda auf den Weg Richtung Gryffindorturm. Vielleicht hatte sie ja Glück und begegnete ihm auf dem Weg.

Tatsächlich stießen sie an einer Ecke beinahe zusammen. „Hey! Hier bist Du!"

David sah seine ältere Schwester ein wenig überrascht an. „Was machst Du denn schon hier? Dachte, Du kommst er in zwei Stunden." „Ja, hab ich auch gedacht. Aber so kommen wir wohl beide schneller ins Bett." Sie zwinkerte ihm zu und zusammen machten sie sich wieder auf den Weg in die Bibliothek.

Seufzend ließ sich David auf einen Stuhl, an einem der hinteren Tische sinken. „Muss das denn wieder sein? Mir geht das langsam auf die Nerven… Also nicht Du oder so, aber Snape ist so ein Griesgram. Der lässt mich doch eh durchfallen, egal was ich mache! Einfach weil er Spaß dran hat. Idiot!" Er machte ein finsteres Gesicht. (A/N: Hohoho! Harte Worte! *G*- Na ja, es hätte schlimmer sein können.)

Amanda sah ihn stirnrunzelnd an und setzte sich neben ihn. Vielleicht hatte er Recht, dachte sie, trotzdem sollte er so nicht reden. „Sag nicht so was! So schaffst Du es nie… Und ein Idiot ist Snape ganz sicher nicht." „Nicht? Ich glaub schon." „Ich nicht, er scheint eher ziemlich intelligent zu sein, vielleicht ist er deswegen auch manchmal so verbissen, oder der Schein trügt bei ihm ganz gewaltig…" „Ach mir auch egal. Wäre auf jeden Fall schön ihn bald loszuwerden."

David sah Amanda an. „Du siehst übrigens schon wieder so müde aus. Noch immer soviel Arbeit?" „Ja…" Sie seufzte leise. „Brighton scheint wirklich gar nichts hinzubekommen und seitdem er gemerkt hat, dass ich das auch wunderbar alleine kann, bemüht er sich nicht einmal mehr, sich da rein zu arbeiten." „Wie? Du schmeißt quasi den Laden für ihn? Und das bei Deinem Gehalt?" „Ja, irgendwie schon. Mir gefällt das alles auch nicht, aber solange ich nichts anderes in Aussicht habe, werde ich damit leben müssen. Lernen tu ich sicherlich was bei der ganzen Sache." „Oh ja, wie man möglichst viel für wenig Geld arbeitet…" „Ja, vielleicht… Aber lass uns lieber mal mit Deinen Schulsachen anfangen jetzt, sonst lernst Du irgendwann, mit gar keinem Geld zu leben." David grummelte zwar noch kurz, doch schließlich fingen sie an, sich mit Zaubertränken zu beschäftigen.

Snape war gerade in der Verbotenen Abteilung der Bibliothek, um etwas nachzusehen, als er wohlbekannte Stimmen unweit seines Standpunktes vernahm. Er identifizierte sie recht schnell als Amandas und Davids, die anscheinend hier ihre Nachhilfestunden absaßen.

Nachhilfe… Snape war noch immer nicht überzeugt davon, dass dies noch was nützen würde, aber im Grunde konnte es ihm ja egal sein. Was ihm allerdings nicht egal sein konnte, war das, was er gerade unfreiwillig mithörte.

Eigentlich war es ihm nichts neues, was die Gryffindors von ihm hielten und es störte ihn auch nicht, trotzdem brachte es ihn immer wieder und verständlicherweise auf. Zu gerne hätte er David dafür schon das Schuljahr vermasselt, dachte sich Snape, wusste aber, dass das schwerlich zu machen war. Eine Strafarbeit, das könnte er verteilen, würde er nun hinter dem Regal hervorkommen und sich bemerkbar machen…

Doch auch davon ließ er ab, als er hörte, was Amanda antwortete. Hatte er sich gerade verhört, oder hatte sie wirklich ihren Bruder zurechtgewiesen? Das waren ja ganz neue Seiten an ihr, dachte sich Snape. Vor allem nach ihrem letzten Aufeinandertreffen hätte man davon ausgehen können, dass sie anders über ihn sprechen würde. Viel negativer…

Es verwunderte ihn dann doch etwas, dass dem nicht so war. Vielleicht hatten sie beide damals wirklich nur einen sehr schlechten Tag erwischt?

Noch ein wenig nachdenklich schlug er die gewünschte Information nach. Nachdem er schließlich gefunden hatte, was er suchte, ging er an Amandas Tisch vorbei Richtung Ausgang und verließ die Bibliothek. Er würdigte den beiden weder eines Blickes, noch sagte er irgendein Wort über das gerade eben gehörte. Schweigend ging er zurück in sein Büro und setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch, wo er weiter seiner Arbeit nachging.

Zeit zum Nachdenken hatte er dabei nicht, das würde dann wohl heute Abend kommen…

Amanda und David starrten Snape mit halboffenen Mündern hinterher. Hatte er etwa alles gehört? „Oh verdammt…", murmelte David und Amanda nickte zustimmend. „Hoffentlich hat er nicht mitbekommen…, aber wahrscheinlich hätte er uns zusammengestaucht, wenn er etwas gehört hätte", meinte sie etwas leiser als gewöhnlich. „Hoffentlich hast Du recht…" Ganz überzeugt sah David nicht aus, aber mehr als hoffen, dass Snape nichts gehört hatte, konnte er auch nicht. „Lass uns lieber weiter machen. Falls er uns gehört hat, wird Dein Leben nicht einfacher." Amanda zwinkerte ihrem jüngeren Bruder zu und sie widmeten sich wieder den Büchern und Hausaufgaben des Schülers. Amanda fand, dass sie wirklich gut voran kamen an diesem Abend und hoffte, dass David auch mal etwas davon verstand, was er schrieb. Etwa zwei Stunden später machte sich Amanda auf den Weg nach Hause. Sie war erschöpft wie jeden Abend der letzten Wochen und froh, schließlich auf ihrem Sofa zu sitzen und noch etwas lesen zu können.

Snape saß währenddessen in seinem Büro und setzte einen Test auf, den er in der nächsten Stunde der Viertklässler unangekündigt schreiben lassen wollte.

Dann würde er ja sehen, wie viel die Nachhilfe brachte, die Amanda ihrem Bruder gab, dachte er sich, nicht ohne Genugtuung.

Nachdem er seine Arbeit für heute getan hatte, setzte er sich noch mit einer guten Lektüre und einem Glas Wein in sein Wohnzimmer und ließ den Tag ausklingen.

Obwohl das Buch sehr interessant war, glitten seine Gedanken trotzdem immer wieder zurück zum heutigen Mittag, in der Bibliothek. Noch immer fand er es seltsam und überraschend, was Amanda über ihn gesagt hatte. Er konnte sich diesen Sinneswandel nicht so richtig erklären, nachdem sie ihm bei ihrer letzten Begegnung vor ein paar Wochen noch so die Stirn geboten hatte und so impertinent, unausstehlich und frech war. Wieso war sie so sprunghaft? Oder war er es nur, der das so empfand? Vielleicht auch von beidem etwas, dachte sich Snape und trank einen Schluck Wein. Vielleicht war sie doch nicht so schlimm und hassenswert, wie er damals in seiner Wut dachte und es eigentlich auch bis heute beibehalten hatte.

Zwei Tage später war es soweit. Snape ließ die vierten Klassen einen unangekündigten Test schreiben, der es, wie immer bei ihm, in sich hatte. In seinem Unterricht gab es nichts geschenkt.

Recht gut gelaunt saß er ein paar Stunden später in seinem Büro und korrigierte die abgegebenen Pergamentrollen. Wie zu erwarten, waren die Ergebnisse nicht sehr zufrieden stellend. Seine Feder mit roter Tinte tanzte nur so über die Papiere - strich an, durch und verteilte schlechte Noten. Davids Antworten hatte er allerdings noch nicht in die Hände bekommen…

David sah noch immer ziemlich niedergeschlagen aus, als Amanda für die wöchentliche Nachhilfestunde in die Bibliothek kam. „Was ist denn los?", wollte sie von ihm wissen. Ihr jüngerer Bruder sah zu Amanda auf. „Hi… Wir haben einen Test geschrieben… in Zaubertränke…", meinte er, etwas deprimiert.

„Was? So plötzlich?" Sie setzte sich zu ihm. „Und? Wie ist es gelaufen?" Eigentlich war die Frage überflüssig, seinem Gesicht nach zu urteilen. „Schlimmer hätte es kaum sein können…" „Ach, das glaub ich nicht. Komm, Kopf hoch! Du hast soviel gelernt in den letzten Wochen. Das muss einfach was geholfen haben!" „Nein, ich bin einfach zu blöd dafür. Ich werd das nie raffen." Amanda seufzte leise und streichelte ihm kurz tröstend über den Kopf. „Ich glaube Du kannst das. Auf jeden Fall bist Du nicht blöd, egal was Snape auch sagen, oder unter Deinen Test schreiben mag." „Hmpf", grummelte David. „Komm, lass uns lieber anfangen. Schaden wird es sicher nicht." Sie stupste ihn etwas an. „Hm… ja, okay."

Amanda hatte Mühe, die Aufmerksamkeit ihres Bruders auf sich zu lenken. Er schien nicht zu glauben, dass das ganze Unterfangen noch irgendeinen Sinn hatte. Nach eineinhalb Stunden gab sie schließlich auf und sie verabschiedeten sich bis zum nächsten Mal voneinander.

Auf dem Weg durch das Schloss, nach unten in die Eingangshalle, ließ sich Amanda alles noch einmal durch den Kopf gehen. Das war wirklich nicht gut… Hoffentlich war der Test nicht so schlecht ausgefallen, wie David dachte, denn dann sah es für ihn wohl wirklich finster aus. Vielleicht sollte sie Snape einfach schon mal nach dem Ergebnis fragen? Dann wüsste sie immerhin schon mal, was auf sie zukam. Doch wahrscheinlich würde Snape sie gleich wieder aus seinem Büro werfen, nach dem Streit vor ein paar Wochen. Versuchen konnte sie es trotzdem. Sie war nicht mehr so wütend auf ihn, wie an jenem Abend. Damals hatte sie einfach einen schlechten Tag gehabt und sich von ihm viel zu sehr provozieren lassen. Nun war sie zwar auch müde von der Arbeit, aber sehr viel entspannter. Amanda beschloss es zu riskieren und ging hinunter in die Kerker. Bald darauf klopfte sie an Snapes Tür.

Snape war erst vor kurzem mit Korrigieren fertig geworden und nun dabei, ein neues Rezept auszuprobieren. Seine Laune war noch immer recht gut, auch wenn Davids Antworten über dem Erwarteten gelegen hatten. Der Rest der Klasse war noch immer schlecht genug gewesen, um ihm seine Meinung über die Schüler zu bestätigen. Gerade war er dabei, etwas abzuwiegen, als es an der Tür klopfte. Wer wollte denn nun wieder was, fragte er sich. Er konnte jetzt keine Störung gebrauchen. Leicht genervt bat er die Person herein, während er sich weiter seinem Gebräu widmete.

Einen anderen Ton hatte Amanda gar nicht erwartet, also betrat sie möglichst gelassen Snapes Büro. Sie schien mal wieder zu stören, denn es sah ganz so aus, als wäre er dabei irgendeinen Trank zu brauen. „Entschuldigen Sie die Störung, Professor Snape. Ich habe nur eine Frage...", meinte sie ruhig und sah ihn an.

Na klar, dachte sich Snape. Wer auch sonst kommt im unpassendsten aller Augenblicke... „Und die wäre", fragte er beschäftigt und etwas grummelig, wobei er nur kurz vom Schneiden der Zutaten aufsah. Schließlich wollte er seine zehn Finger noch eine Weile behalten.

„Ob Sie die Tests von heute Morgen schon fertig korrigiert haben." Amanda kam ein kleines Stück näher, denn sie war neugierig, was er da tat.

„Ja, habe ich", antwortete Snape kurz angebunden, denn er war konzentriert am Arbeiten.

„Würden Sie mir den Gefallen tun und nachsehen, welche Note mein Bruder hat", bat sie ihn freundlich. Ganz ruhig und nett wie sie sich gab, fühlte sich Amanda bei Weitem nicht. Sie sah ja ein, dass sie störte, aber wenn es so wichtig war, hätte er sie auch gleich wieder wegschicken können.

„Das war schon die zweite Frage, Miss Brown...", stellte Snape ruhig und lapidar fest, während er fein geschnittene Blätter in die dampfende Brühe gab. „Abgesehen davon, habe ich zu tun..." Noch immer sah er sie nicht an und war weiter auf sein Arbeiten konzentriert. Der Ansatz war nicht so kompliziert, dass er ihn hätte ungestört brauen müssen, dennoch war er lieber für sich, bei solchen Arbeiten.

„Ja, ich weiß." Sie warf einen kurzen Blick auf seinen Schreibtisch und sah dort einen Stapel Pergamente, wahrscheinlich die Tests. „Es würde mich nur wirklich interessieren... Ich kann auch eben selbst nachsehen."

„Sie sind viel zu neugierig, Miss Brown. Können Sie nicht warten, bis ihn Ihr Bruder zurückbekommt?" Er legte das Messer weg und sah sie forschend an. „Und Sie werden sich unterstehen, selbst nachzusehen..." In seiner Stimme lag eine deutliche Warnung. Wenn er etwas nicht leiden konnte, dann waren es Leute, die in seinen Sachen herumwühlten.

Amanda hatte nie wirklich vor gehabt, alleine an seinen Schreibtisch zu gehen. Das hasste sie selbst viel zu sehr, als das sie es bei anderen tun würde. Aber vielleicht half ihre Drohung Snape ja ein wenig auf die Sprünge. „Könnte ich sicher, aber ich würde gerne schon vorher wissen, welche Art von Katastrophe mich erwartet, wenn es überhaupt eine ist."

Snape war schon wieder dabei, weitere Zutaten vorzubereiten, als Amanda immer noch nicht locker ließ. Genervt schnaubend legte er den Pistill beiseite und fixierte sie kurz mit seinen Augen. Dann ging er zu seinem Schreibtisch und zog Davids Antworten hervor. Mit wenigen Schritten war er mit dem Pergament wieder bei Amanda, vor der er schließlich stehen blieb und sie ansah. „Hier... bevor Sie mir noch weiter auf die Nerven gehen. Aber ich will keinerlei Diskussionen..." Sein Ton war ruhig, aber bestimmend. Er gab ihr das Papier und machte sich daraufhin wieder an die Arbeit.

Amanda fragte sich ehrlich, ob das nun so schlimm gewesen war. Kurz überflog sie das Pergament und fand dann die Note. Sie war nicht wirklich gut, aber auch nicht so schlecht wie üblich. Damit hatte David auf jeden Fall noch Chancen das Jahr zu schaffen. Langsam ging sie zu Snapes Schreibtisch und legte das Papier hin, dann drehte sie sich zu ihm um. „Vielen Dank, Professor", sagte sie freundlich.

„Wenn ich Sie damit glücklich machen konnte...", entgegnete er mit unterschwelliger Ironie.

„Ja, konnten Sie. Danke." Seine Ironie beachtete sie gar nicht weiter.

Snape schüttete gerade eine ordentlich große, vorher exakt abgewogene Menge einer durchsichtigen Flüssigkeit in den Kessel, als er sie wieder einmal ansah. „Noch irgendeine Frage, Miss Brown?" Mit voller Absicht fragte er sie mit gekünstelt netter Stimme, die jedes Wort einzeln betonte. (A/N: *ggg* Ich liebe ihn! *lach*)

„Eine Menge, aber ich denke nicht, dass Sie sie mir beantworten wollen, oder können. Viel Erfolg bei Ihrem Trank und noch einen schönen Abend." Sie machte sich auf den Weg Richtung Tür.

""Das wird kein Trank..." Er wischte sich die Hände an einem Tuch ab und verhexte einen Stab, der anfing den Inhalt des Kessels zu rühren. Dann machte er sich ans Säubern und Aufräumen seiner Geräte.

Amanda blieb stehen und sah ihn an. „Sondern?"

„Sondern eine Art Gel... theoretisch zumindest. Ich probiere es zum ersten Mal in dieser Form...", erklärte er ruhig, während er vor sich hin hantierte.

Natürlich machte sie das neugierig. „Und was soll es bewirken, wenn alles klappt?" Sie wusste genau, dass sie riskierte, einfach hinausgeworfen zu werden, aber das Interesse siegte doch. Snape begutachtete sein Messer, ob es auch restlos sauber war, bevor er Amanda erneut ansah. „Es soll gegen Rheuma wirken. Ob es das tut, muss ich allerdings noch herausfinden, wenn es wirklich so geworden ist, wie ich es mir wünsche." Er legte das Messer in eine Schublade zu den anderen und wischte noch die Arbeitsfläche sauber. Was seine Arbeit betraf war er sehr penibel. (A/N: Na hoffentlich nicht für ihn selbst... - Nein! *lach*)

Amanda nickte. Sie war ernsthaft beeindruckt, aber das zeigte sie nicht. „Dann trotzdem noch viel Erfolg dabei", meinte sie ernst und drehte sich wieder zur Tür.

„Danke." Er blickte ihr kurze Zeit hinterher und warf dann noch einmal einen Blick in den Kessel, dessen Inhalt noch leise vor sich hinblubberte.

Amanda war schon fast an der Tür, als ihr noch etwas in den Sinn kam. Sie drehte sich erneut zu ihm um. „Entschuldigen Sie meine inzwischen sicherlich sechste Frage, aber woher wissen Sie denn, ob es wirkt oder nicht? Am Selbstversuch wohl nicht, oder?"

„Nein. Ich teste es an Leuten, die mir auf die Nerven gehen. Ich verhexe sie und benutze sie skrupellos als Versuchskaninchen." Ruhig und ohne eine Miene zu verziehen, setzte sich Snape in seinen Sessel hinter dem Schreibtisch und beobachtete ihre Reaktion. Er hatte gerade das Blaue vom Himmel gelogen, was man ihm aber in keinster Weise ansah - im Gegenteil. Man konnte meinen, es war sein voller Ernst. (A/N: Muahaha!!! - *lach* Also ich würde ihn nicht ernst nehmen, glaub ich... *g*- *gg* Tja *lol* Bei dem Ruf, den er hat... *gg*)

Amanda sah ihn kurz etwas irritiert an und musste dann grinsen. „Wieso? Das ist doch in diesem Fall gar nicht die Mühe wert. Die meisten Leute, die Rheuma haben, sind doch ohnehin alt. Die kriegen doch eh nur noch die Hälfte mit." Auch wenn er wirklich überzeugend war, das konnte er nicht ernst meinen. Trotz allem was sie gehört hatte, würde Dumbledore sicherlich nicht so jemanden beschäftigen.

„Rheuma lässt sich auch anhexen...", entgegnete er ruhig, grinste aber innerlich etwas. Sie ließ sich nicht so leicht hinters Licht führen, dachte Snape. Ein Schüler hätte ihm das sofort abgenommen.

„Dann nehmen Sie doch einfach ein paar Schüler, die Nachsitzen müssen. Wäre doch ein angemessene Strafe für zum Beispiel... hm, nachts durchs Schloss laufen." Ihr Grinsen wurde etwas breiter.

„Mit Rheuma würden Sie sicher nicht mehr nachts herumlaufen..." Sein innerliches Grinsen wurde stärker, war aber nach außen hin noch nicht zu sehen.

„Ja, eben. Äußerst praktisch also. Na ja, allerdings könnte dann das Sitzen im Unterricht auch etwas unangenehm werden... Vielleicht ließe sich dafür auch noch eine Lösung finden." Amanda fragte sich, ob er es wirklich nicht lustig fand, oder wie er es sonst schaffte, so ernst zu bleiben.

„Das Rheuma-Gel..." Ein leichtes Grinsen umspielte nun seine Mundwinkel, denn er fand diese Unterhaltung doch recht amüsant. Seine innere Belustigung war natürlich größer, doch war er nicht der Typ, der seine Emotionen so offen zeigte.

„Dann hätten Sie ja aber keine Schmerzen mehr und könnten wieder nachts rumlaufen..." Amanda musste dann doch etwas lachen und schüttelte leicht den Kopf. „Bevor das hier noch weitere Ausmaße nimmt, geh ich wohl besser..."

„Es wäre eine Art Perpetuum Mobile..." Er musste nun doch noch etwas mehr grinsen, denn die Bilder, die das Ganze vor seinem inneren Auge hervorriefen, waren einfach zu verrückt.

„Ja, stimmt. Müssen Sie nur noch darauf achten, dass das mit dem Perpetuum Mobile bei Ihrer nächsten Erfindung auch so funktioniert." Sie grinste freudig zurück. Zwar war Amanda ein wenig verwundert über diesen plötzlichen Stimmungswechsel, aber so war es ihr wirklich lieber.

„Vielleicht sollte ich daran jetzt noch tüfteln, anstatt mein Buch weiter zu lesen..." Er wurde wieder etwas ernster, aber noch immer war die Strenge aus seinem Gesichtsausdruck gewichen...

„Vielleicht, ja.... Was immer Sie tun, einen schönen Abend noch!" Amanda ging ein paar Schritte zur Tür und drehte sich noch einmal um. „Auf Wiedersehen." Sie lächelte ihn freundlich an.

„Danke, gleichfalls", entgegnete Snape ruhig, während er ihr mit seinen Blicken folgte.

Amanda machte sich nun endgültig auf den Weg nach Hause und wie so oft in den letzten Wochen, war sie völlig kaputt, als sie ihre Wohnung betrat. Trotzdem ging ihr die Unterhaltung mit Snape nicht aus dem Kopf. Es war doch wirklich merkwürdig. Den einen Tag konnten sie sich gegenseitig bis zur Weißglut bringen und nun hatte er doch tatsächlich gegrinst. Es schien ihn amüsiert zu haben! So ganz verstand sie das nicht, aber momentan überwogen trotzdem noch die schlechten Erinnerungen an Snape, auch wenn sie nun nicht mehr mit einem Groll gegen ihn durch die Welt lief.

Kurz nachdem Amanda sein Büro verlassen hatte, ging auch Snape in seine Privatgemächer.

Wie immer machte er es sich noch im Wohnzimmer etwas bequem.

Es war komisch, dachte er… Heute Abend war es gar nicht so schlimm gewesen, sich mit Amanda zu unterhalten. Sie schien Spaß zu verstehen und seinen doch ab und zu etwas gewöhnungsbedürftigen Humor zu teilen… Vielleicht war sie ja wirklich nicht so schlimm, wie er immer dachte.