11. Doppel-Date


Pairings: Westallen, Karamel, Erw. von Westhallen, Erw. von Barry/Patty und Coldflash

Zeitrahmen: Dieser One-Shot spielt während der Flash-Musical-Episode „Duet" in der 3. Staffel

Zusätzliche Warnings: Erw. von Character Death, die Autorin mag Mon-El


Eigentlich hatte Kara, nachdem sie aus dem Koma wieder erwacht war, sofort auf ihre eigene Welt zurückgewollt um Alex zu beruhigen und ihr und Winn und allen anderen zu versichern, dass es ihr auch wirklich wieder gut ging, aber Barry bettelte und bettelte und bettelte, und schließlich ließ sie sich überreden nur kurz mit Alex über die Welten hinweg zu „telefonieren" und danach noch ein bisschen länger auf Erde-1 zu bleiben.

Und so kam es, dass Iris und Barry gemeinsam mit Kara und Mon-El auf ein Doppel-Date gingen.

In der Regel sah man mehrere Alpha-Omega-Paare selten in der Öffentlichkeit zusammen herumhängen, und wenn doch, dann meistens nur dann, wenn eine polygame Beziehung zwischen mehreren der Beteiligten vorlag.

Der Grund dafür war, dass die meisten Alphas dazu neigten zu besitzergreifend zu sein, um andere Alphas in der unmittelbaren Nähe ihres Omegas zu dulden. Iris hingegen war ein umgänglicher Alpha, sie hatte gelernt ihre aggressiveren Instinkte zu unterdrücken, genau wie sie gelernt hatte zu teilen. Sie hatte Barry mit Eddie geteilt, was zwar etwas anderes gewesen war, weil Barry Eddie mit ihr ebenfalls geteilt hatte, aber sie hatte auch zugelassen, dass Barry mit Patty ausging und sich wegen der ganzen Sache mit Captain Cold so lange wie es ihr irgendwie möglich gewesen war auf die Zunge gebissen, trotz ihrer Missbilligung und Sorge. Und ja, das waren alles Betas gewesen, aber Mon-El war offensichtlich nicht nur über beide Ohren verliebt in Kara, sondern ihr auch vollkommen ergeben. Iris musste sich also keine Sorgen machen, das wusste sie, zumindest intellektuell gesehen. Und sie wiederum hatte sich für Barry, und nur noch für Barry, entschieden, und daran würde sich so schnell nichts ändern, und das war für jeden offensichtlich.

Also sollten Iris und Mon-El miteinander klar kommen. Was sie nicht bedacht hatten, war jedoch die Tatsache, dass sie auch mit fremden Alphas klarkommen würden müssen, die zufällig an ihrer Gruppe vorbeikommen würden.

„Was? Mit Drachen? Wirklich?", wunderte sich Barry gerade.

„Oh, ja, das gibt dem Sport einen zusätzlichen Nervenkitzel. Das Publikum liebt so was. Auf Daxam gibt es fast keine Sportart ohne Drachen. Nun ja, es sind keine Drachen in eurem Sinn des Wortes, aber es sind … na ja … trotzdem Drachen", erklärte Mon-El.

„Das klingt beeindruckend", meinte Iris.

„Oh, nein, daxamitischer Sport hört sich interessanter an als er ist. Er ist gar nicht so toll, glaubt mir", mischte sich Kara schnell ein, „Ihr müsst bedenken, dass wir unter unserer roten Sonne keinerlei Superkräfte hatten, deswegen … Todesopfer!"

Mon-El schnaufte. „Hört nicht auf sie, da spricht ihre kryptonische Eifersucht aus ihr. Rao verbietet jede interessante Art des Sportes auf Krypton", erwiderte er.

„Das ist überhaupt nicht wahr!", protestierte Kara, „Wir hatten …" Sie verstummte einen Moment und dachte kurz darüber nach. „…Segelpartien", schloss sie dann.

„Auf stillen Gewässern, mit extrem kurzen Strecken", erinnerte sie Mon-El.

„Ich fand es immer entspannend", schmollte Kara.

„Ja genau: Entspannend", unterstrich Mon-El ruhig.

Kara verschränkte ihre Arme vor der Brust. Barry klopfte ihr freundschaftlich auf die Schulter. „Sieht so aus, als hättest du diese Runde verloren, Kara, aber keine Sorge, ich war auch keine besonders große Sportskanone, bevor ich meine Kräfte erhielt. Lass uns Kaffe-Nachschub holen, ja?"

Kara seufzte. „Okay, ich komme mit", meinte sie, „Und denke inzwischen über aufregende kryptonische Sportarten nach, von denen ich sicher bin, dass es sie gibt. Sie werden mir schon noch einfallen…"

Die beiden Omegas standen auf und gingen hinüber zur Theke um neue Bestellungen aufzugeben. Vielleicht war es Nostalgie, vielleicht auch mangelnde Fantasie, aber bei ihrem Doppeldate mit Kara und Mon-El waren Barry und Iris wieder mal im Jitters gelandet. Zumindest, so sagte sich Iris, war es nicht Big Belly Burger, also war Team Flash immer noch einfallsreicher als Team Arrow.

„Barry ist toll", meinte Mon-El zu Iris, „Du solltest ihn wirklich heiraten, weißt du? So einen tollen Omega kriegt man nicht so einfach."

„Ich weiß", seufzte Iris, „Kara ist auch toll. Sie ist süß, und witzig, und sehr willensstark. … Und lässt dir durchgehen, dass du ihren Heimatplaneten runter machst."

„Nun, dass muss sie, denn meinen muss man nicht runter machen um zu sehen, wie schrecklich er war, deswegen ist das ausgeleichende Gerechtigkeit. Aber Spaß bei Seite, ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen kann. Ich habe sie nicht verdient, und das weiß sie auch, aber trotzdem hat sie sich für mich entschieden, wie es scheint. Das hätte ich eigentlich nicht mehr erwartet, nachdem ich sie angelogen habe", erwiderte Mon-El.

„Nun immerhin hast du für sie im wahrsten Sinne des Wortes Welten durchquert und sie mit dem Kuss der wahren Liebe ins Leben zurückgeholt", erinnerte ihn Iris an die nicht sehr lange zurückliegenden Ereignisse, die sie vier zusammengebracht hatten.

„Ich habe nichts getan, was du nicht auch getan hast", meinte Mon-El, „Das macht uns wohl zu Weltendurchquerer-Kumpels. Cheers." Er prostete ihr mit seinem leeren Kaffeebecher zu.

Iris erwiderte die Geste. „Was meinst du, wer er war? Dieser Music Meister, meine ich?", erkundigte sie sich dann.

Mon-El zuckte die Schultern. „Ich habe da einige Ideen, aber sicher weiß ich es nicht. Aber er hat uns geholfen, oder? Auf eine sehr eigene Art, aber er hatte gute Absichten", stellte er fest.

„Er hat auch Wally geholfen. Wally hatte sein Selbstvertrauen verloren, aber der Kampf gegen den Music Meister hat ihm geholfen es wieder zu gewinnen", fügte sie hinzu, „Ich wünschte alle Feinde von Flash wären mehr wie er als wie Savitar."

„Wem sagst du das?", seufzte Mon-El, „Auf unserer Erde könnten wir auch ein paar mehr von seiner Sorte und paar weniger von der anderen Art gebrauchen. Cadmus behauptet zwar, sie würden es gut meinen, aber das glauben die ja wohl nicht einmal selbst."

Iris blickte hinüber zu Barry und Kara, die an der Kassa anstanden.

„Machst du dir manchmal Sorgen?", erkundigte sich Mon-El.

„Mhm? Oh, klar, eigentlich immer, aber Barry ist Barry, er kann auf sich aufpassen, zumindest darauf muss ich vertrauen", erwiderte sie abgelenkt.

„Nein, das meine ich nicht. Ich meine wegen anderen Alphas…" Mon-El sah vielsagend in die Richtung der Kassa, wo sich gerade zwei groß gewachsene männliche Alphas ihren Omegas annäherten - mit einem eindeutigen Raubtierblick in den Augen.

„Es sind Barry und Kara", erinnerte ihn Iris, „Sie werden täglich mit ganz anderen Gefahren fertig."

„Das weiß ich. Aber trotzdem möchte ich jetzt dort rüber gehen und diese Kerle windelweich prügeln. Nicht weil ich denke, dass Kara sich nicht selber verteidigen könnte, sondern deswegen, weil ich nicht will, dass sie sich mit so was auseinander setzen muss. Verstehst du?", argumentierte Mon-El, „Sie ist so ein strahlendes Wesen, sie leuchtet voll Optimismus und Lebensfreude. Aber ein Alpha, der Grenzen nicht respektiert, der könnte dieses Leuchten zum Verlöschen bringen, und davor graut mir. Was wenn sie eines Tages nicht mehr glaubt, dass die Menschheit prinzipiell gut ist, und es verdient hat gerettet zu werden? Sie hat mich davon überzeugt, dass dem so ist, aber was wenn sie eines Tages dahinter kommt, dass sie sich irrt, und die Erde in Wahrheit nicht so anders ist als Daxam es war?"

Iris legte ihre Hand langsam und vorsichtig auf Mon-Els. „Dieser Tag ist nicht heute", meinte sie bestimmt, „Wir sind hier mitten in einem belebten Café. Hier wird ihr nichts passieren. Sieh nur."

Sie deutete auf die anderen Kunden des Jitters. Nicht nur Iris und Mon-El waren die beiden Alphas aufgefallen, die sich mit eindeutigen Absichten den beiden Omegas annäherten, auch diverse andere Gäste behielten die Szene wachsam im Auge. Und dann drehte sich der große tätowierte männliche Alpha, der vor Kara und Barry in der Schlange stand, um und starrte die beiden Alphas auf der Pirsch finster über die beiden Omegas hinter ihm hinweg an.

Die beiden Aufreißer hielten inne, tauschten einen Blick, und lenkten ihre Schritte dann doch aus dem Caféhaus hinaus.

„Die Menschen passen aufeinander auf, Mon-El", erklärte Iris, „Das zeichnet eine funktionierende Gesellschaft aus – Leute, die nicht nur an ihr eigenes Wohlbefinden denken, sondern auch an das von anderen. Alphas beschützen Omegas, Omegas schützen Alphas, und Betas beschützen alle beide, und der Flash und Supergirl beschützen sie alle zusammen. Nicht nur der Music Meister ist gekommen um zu helfen."

Die Jäger waren verschwunden, woraufhin sich der tätowierte Alpha wieder umdrehte und dem Kassier zuwandte.

„Aber ich verstehe dich. Barry war früher so ein fröhlicher Mensch. Seine Optimismus und seine Lebensfreude haben andere angesteckt. Er war gut zu allen, und das trotz einer schrecklichen Tragödie in seiner Kindheit. Aber dann sind die letzten paar Jahre passiert, und nun …" Sie verstummte, als sie daran dachte, was ihr bald bevorstand und damit auch Barry. Ihr Tod würde kommen. Würde dies der letzte Schlag für Barry sein?

„Es sind viele schlimme Dinge passiert, und andere passieren gerade, und wieder andere stehen uns möglicherweise erst noch bevor, wenn es uns nicht gelingt sie abzuwenden. Und ja, das belastet Barry, er ist trauriger geworden und wütender und wohl auch verzweifelter. Das hat ihm die Welt angetan, weil er sie retten wollte. Aber ich bin überzeugt davon, dass er das alles durchstehen wird, dass er stärker aus all dem hervorgehen wird, und dass er sein inneres Glück wiederfinden wird. Dass er nicht alleine sein wird, niemals, egal was passiert", schloss sie, „Diese wunderbaren strahlenden Omegas, sie wirken so verletzlich, aber in Wahrheit sind sie stärker als jeder andere, den wir kennen. Daran musst du dich immer erinnern."

Mon-El sah sie stirnrunzelnd an. „Du klingst ja fast so, als würdest du davon ausgehen, dass du ihn bald doch verlassen würdest, Ir-" Er unterbrach sich, als Kara und Barry mit neuen Kaffe zurückkehrten.

„Sorry, hat etwas länger gedauert als geplant. Wir sind dahinter gekommen, dass das amerikanische Kleingeld auf unseren beiden Erden wohl doch nicht ganz dasselbe ist", erklärte Barry und sah dann misstrauisch zwischen ihnen beiden hin und her.

„Ihr wirkt so ernst. Worüber habt ihr geredet?", wollte Kara wissen.

„Oh, nur darüber, dass Iris und Barry uns zu ihrer Hochzeit einladen werden", meinte Mon-El schnell.

„Wirklich? Oh, ja, klar, wir kommen gerne! Das lassen wir uns nicht entgehen!", meinte Kara erfreut.

„Das hab ich auch gesagt", behauptete Mon-El.

„Na dann, damit ist ja wohl alles klar", meinte Barry erleichtert und stellte den Kaffe auf dem Tisch ab, „Ich habe Kara übrigens gerade von Grodd und den Gorillas von Erde-2 erzählt, irgendwie wollte sie mir aber die Sache mit den telepathischen Gorillas nicht ganz glauben, denke ich…"

„Ich meine ja nur, dass diese ganze Geschichte danach klingt, als hättest du zu viel Planet der Affen gesehen, das ist alles. Ein wenig unrealistisch eben!", verteidigte sich Kara lachend.

„Oh, das sagst du jetzt, aber dabei weißt du noch gar nichts von King Shark…", gab Barry zurück, und Iris zwang sich zu einem Lächeln, als sie die sorgenfreie Interkation der Omegas sah. Wenn er mit Kara zusammen war, dann strahlte Barry wieder, so wie früher immer.

Ich sollte mir ein Beispiel daran nehmen. Habe ich nicht gerade gepredigt, dass die Welt gut ist? In ein paar Monaten könnte ich tot sein, das stimmt, aber vielleicht finden wir einen Weg die Zukunft zu ändern. Ich muss nur daran glauben. Ich muss an Barry glauben. Dann wird schon alles gut werden.

Vor ein paar Jahren, vor der Explosion des Teilchenbeschleunigers, hätte Iris das wohl auch wirklich geglaubt. Doch nicht nur Barry hatte ein paar schwere Jahre hinter sich. Vielleicht war Barry ja nicht der einzige, der aufgehört hatte zu strahlen, und vielleicht war er auch nicht der einzige, der das wieder zurückgewinnen musste.

Ich habe Welten durchquert und meinen Omega mit dem Kuss wahrer Liebe das Leben gerettet. Wenn ich das geschafft habe, dann werde ich es wohl auch schaffen zu überleben. Oder etwa nicht?

Oder etwa nicht?


Fin.


A/N: Okay, das Ganze wurde jetzt doch etwas düsterer als erwartet, aber nun ja, die dritte Staffel von „Flash", also was erwartet man? Zumindest hatten wir etwas Iris-Mon-El-Bromance.

Ich hoffe, ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen.

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