Letztes Kapitel: Bulma begegnet Vegeta. Die Vorzeichen stehen nicht gerade gut, weil einerseits Vegeta sich vorgenommen hat, um Bulma zu kämpfen, und Bulma dagegen fest entschlossen ist, Yamcha treu zu bleiben.





Vegeta musste nicht lange auf seine erste Chance warten.

Es war ein verregneter Sommertag, etwa zwei Wochen nachdem Bulma auf Vegeta getroffen war. Seitdem hatte sie den Saiyajin nicht mehr gesehen. Bulma und Yamcha saßen gemeinsam im feinsten Restaurant von Satan City und aßen zu Abend.

Der Abend hatte schön begonnen. Wie in alten Zeiten, fast so als wären sie wieder nur Freunde, unterhielten sie sich über die alten Zeiten auf der Suche nach den Dragonballs und lachten viel. Bulma hatte Yamcha seinen Ausbruch verziehen. Er hatte sich entschuldigt, und sie hatte Vegeta's Zimmer wieder aufbauen lassen. Es war nicht mehr dasselbe, denn obwohl es jetzt wieder so aussah, wie vorher, war es nicht mehr das Zimmer indem Vegeta gewohnt hatte. Aber sie konnte es nicht ändern.

Das Wissen, dass Vegeta auf der Erde war, dass er vielleicht die ganze Zeit über da gewesen war, hatte ihre Meinung über den Saiyajin verändert. Er war also die ganze Zeit da gewesen. Und hatte die Hochzeit nicht verhindert. Sollte er doch bleiben wo der Pfeffer wächst! Sie versuchte, sich selber vorzulügen, dass er ihr inzwischen egal war.

Zuerst drehte sich die Unterhaltung um die Vergangenheit, um die Kämpfe, die die Gruppe Z zusammen durchgestanden hatte. Dann redeten sie über ihre Beziehung und Bulma wurde von Minute zu Minute frustrierter. Sie hatte selbst keine Ahnung, warum das so war. Jedes Wort von Yamcha schien sie auf die Palme zu bringen. Sie fing an, alles was er machte und sagte zu kritisieren.

Gerade sagte er: „Und dann habe ich mich verzogen! Freezer und Cold waren aber auch so was von stark!! Hahaha!"

Bulma knurrte ihn an: „Gott, Yamcha! Hast du dein kein bisschen Stolz?"

Das war offensichtlich genug, sie hatte ihn zu sehr gereizt. Er knallte mit der flachen Hand auf den Tisch und sagte laut: „Das reicht jetzt!!" Bulma sah ihn überrascht an und er sagte zornig: „Merkst du eigentlich nicht, dass du die ganze Zeit an mir herumkritisierst? Es ist, als wäre ich dir nie gut genug!!"

Es war die Wahrheit. Aber natürlich hätte sie das nie zugegeben. Sie schob die Unterlippe vor und protestierte: „Wenn du dich nicht so aufführen würdest, wäre das nicht nötig!"

„Mach dich nicht lächerlich!" zischte er. „Wir wissen doch beide genau, dass das nicht der Grund ist. Nichts was ich mache ist dir mehr gut genug. Früher war dir mein Stolz egal, aber das ist ja wohl der beste Beweis, dass es dir nicht um mich geht. Du willst mich zu einem Vegeta-Verschnitt machen. Aber das bin ich nun mal nicht!"

„Was für eine gequirlte Scheiße!" giftete Bulma. „Ich will mich nur mit dir in der Öffentlichkeit sehen lassen können. So wie du dich immer anstellst, du bist..."

„... nicht Vegeta.", vervollständigte er den Satz. „Und das werde ich auch nie sein." Bulma wurde still. Denn obwohl sie das natürlich nicht hatte sagen wollen, war es die Wahrheit. Sie versuchte ständig, ihn mit Vegeta auf eine Stufe zu stellen, die zwei zu vergleichen.

Yamcha fing an, laut zu werden: „Ich finde es unverschämt, wie du mich herumkommandierst! Wenn du ihn so gern hast, warum hast du dann mich geheiratet!?"

Solche Töne vertrug sie überhaupt nicht. Sie schrie zurück: „Darum geht es nicht! Du bist so einfältig, dich muss man doch herumkommandieren! Inzwischen frage ich mich aber auch, warum ich dich geheiratet habe!! Wärst du auch nur halb so gut wie Vegeta..."

„Ich bin ZEHNMAL so gut wie Vegeta!" brüllte Yamcha aus vollem Hals und ballte die Hände zu Fäusten. Etwas geschah, ein Licht umgab seinen Körper und dann-

wurde Bulma herumgewirbelt und mit dem Gesicht nach vorne gegen die Wand geschleudert.

Benommen versuchte sie, wieder auf die Füße zu kommen. Ihr Kopf tat weh, aber ansonsten schien sie okay zu sein. Erst als sie einen Blick auf Yamcha warf, wurde ihr klar, was passiert war. Er war eingehüllt in eine Art Flammenkranz. In seiner Wut hatte er sein Ki hochgepowert und sie war durch die pure Wucht gegen die Wand geworfen worden. Er sah sie groß an. „Oh Gott... Bulma!" Er hatte sie nicht mal berührt. Ihr war bewusst, dass er das bestimmt nicht mit Absicht gemacht hatte.

Aber sie musste weg von hier. Yamcha war immer noch dabei, seine Aura wieder zu unterdrücken, da war Bulma schon aus der Tür des Restaurants gelaufen und irgendwo in einer Seitenstraße verschwunden.





Es war bereits nach Mitternacht, als Bulma endlich aus dem Taxi stieg. Sie hatte niemand sonst, zu dem sie gehen könnte. Nur ihre Freunde Chichi und Goku. Sie war Yamcha nicht einmal wirklich böse, denn sie wusste, dass es nicht seine Absicht gewesen war. Aber sie brauchte Abstand von ihm, Zeit um ihre Gedanken zu ordnen. Ein oder zwei Nächte im Gästezimmer der Sons würden ihr helfen, sich zu beruhigen.

Zuerst war sie ziellos durch die Straßen von Satan City gelaufen, und der Regen hatte sie vollkommen durchnässt. Das Problem war nicht Yamcha, er war es nie gewesen. Ihr schwirrte immer nur der stolze Saiyajin mit den traurigen Augen im Kopf rum. Dafür, dass er nicht Vegeta war, konnte Yamcha ja wirklich nichts.

Schließlich hatte sie sich dann entschlossen, zu Chichi zu fahren. Das Haus der Sons war ganz schön weit von Satan City weg. Aber sie war die Erbin der Capsule Corporation. Geld spielte die geringste Rolle.

Sie tappte durch den kleinen Garten und jetzt wurden auch noch ihre Füße nass. In dem Moment ging dann die Tür auf und ausgerechnet Vegeta kam raus. Er sah sich noch mal um und sagte düster: „Ach was, Kakarott. Ich stehe so kurz davor, ein Super-Saiyajin zu sein. Und dann ramme ich dich ungespitzt in den Boden." Innen im Haus stand Goku und lachte nur darüber, obwohl er sicher auch wusste, dass die Worte nicht unbedingt nur als Scherz gemeint waren. Er sagte auf Wiedersehen und Vegeta nickte nur, dann schloss sich die Tür.

Das war der Moment, an dem Vegeta die junge Frau im Garten entdeckte. „Bulma.", sagte er und klang überrascht. Von drinnen fiel Licht auf sie beide. Es war ein seltsamer Moment. Er war ihr so vertraut, und trotzdem erschien es ihr, als wären sie in dem Moment unerreichbar voneinander entfernt.

Sie wollte sich gerade etwas überlegen, dass sie sagen konnte, da machte er einen Schritt nach vorne und umfasste vorsichtig ihr Kinn. Die Berührung machte sie fast wahnsinnig, denn zur Abwechslung trug er keine Handschuhe. Sie hatte immer geglaubt, seine Hände wären rau, aber sie fühlten sich weich und sanft an. Natürlich hatte er sie schon vorher ohne Handschuhe angefasst, aber das war ihr nie aufgefallen. Erst durch die einfache Berührung merkte sie, wie sehr sie sich noch nach ihm sehnte.

Bevor sie sich fragen konnte, was er weiter vorhatte, drehte er ihren Kopf zur Seite und fragte: „Wie ist das passiert?"

Bulma begriff gar nicht, wovon er sprach und fragte: „Was meinst du?" Er berührte ihre geschwollene Wange mit der anderen Hand und sie erinnerte sich wieder daran. Sie wusste sofort, dass er die Wahrheit nicht wissen durfte. Also log sie: „Ach das. Ich bin gestolpert und voll gegen die Tür geknallt."

Er lachte dunkel und sagte: „Typisch meine tollpatschige Onna."

Das Blut schoss ihr in den Kopf und sie war sich sicher, dass ihr Kopf in tiefstem Rot leuchtete. Wie kam Vegeta dazu, plötzlich so mit ihr zu sprechen? Sie musste zugeben, dass es ihr nicht wirklich unangenehm war, aber das war doch nicht richtig. Oder? Auf jeden Fall war es eine Überraschung.

Dann plötzlich ließ er sie los, machte einen Schritt weg von ihr und sagte: „Gute Nacht, Onna."

Sie erwiderte kleinlaut wie ein verliebtes Schulmädchen: „Gu.. gute Nacht, Vegeta."





Nächstes Kapitel: Whoops! Vegeta erfährt, wo der blaue Fleck auf Bulma's Gesicht wirklich herrührt. Yamcha ist so gut wie tot. Oder?