Dienstag, 11. Dezember 1984, 14.05 Uhr
"Und wir gehen jetzt wirklich meinen Zoo kaufen? Wirklich wirklich?" Lachend nickte Lily und hielt ihrem Sohn die Jacke hin, sodass er in sie hineinschlüpfen konnte. "Wirklich wirklich, ja. Wir warten nur noch auf Remus." "Onkel Remi", verbesserte der Kleine automatisch und seine Mutter lächele sanft. "Onkel Remi, richtig. Und warum warten wir auf Onkel Remi?" "Weil er heute auch Arbeit kriegt?", fragte Harry und die Rothaarige lächelte gequält. "Das wäre schön, ja. Aber wenn das nicht klappt ist Onkel Remi bestimmt ganz, ganz traurig und dann trösten wir ihn, ja?" Ihr Sohn nickte ernst. "Ich drück ihn gaaaaanz fest, dann kann er nämlich gar nicht mehr traurig sein!" Ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. "Ja, da hast du wohl recht. Ziehst du jetzt bitte deine Schuhe an?" "Okay", nickte der Kleine folgsam und hüpfte auf seine Winterschuhe zu. "Welche denn? Die einfachen oder die schweren?" Lily grinste. "Zieh dir die mit den Klettverschlüssen an, die anderen sind noch schlammverschmiert vom Kindergarten." "Aber du kannst sie saubermachen!" "Zaubern meinst du? Das könnte ich wirklich, aber zum einen tut das dem Leder auf die Dauer nicht wirklich gut, selbst putzen ist viel schonender und zum anderen hab ich auch echt keine Lust, dir alle fünf Minuten die Schuhe zuzubinden. Wird Zeit, dass du es selbst lernst!" "Mrmpf", machte Harry und beeilte sich in seine Schuhe zu schlüpfen. Auch Lily zog sich ihre Winterschuhe mit den kleinen Absätzen an und schlüpfte dann in ihren Lieblingsmantel. "Fertig?", fragte sie und Harry nickte und riss die Arme in die Luft. "Fertig!" "Und... du hast nicht zufällig irgendetwas vergessen?" Lilys Gesichtsausdruck war betont unschuldig, aber man sah deutlich, dass sie sich das Lachen verkneifen musste.
"Uhm... nein?" Unsicher blickte Harry seine Mutter an und diese erbarmte sich. "Was haben wir am Sonntagabend gemacht?" "Du hast Daddy und Onkel Siri Kekse gebracht. Und Saft. Und Extradecken. Und Kissen. Und Obst. Und noch mehr Kekse. Und Tee. Und Taschentücher. Und Schoko..." "Ja, Harry, ich weiß, glaub mir, ich weiß das noch, ich war nämlich am Ende kurz davor die beiden mit einem ihrer hundert Kissen zu ersticken!" "Und ich habe Daddy und Onkel Siri Geschichten erzählt. Von Pferdchen! Die hatten nämlich gaaaanz viele Geschwister und die hatten total super mega viel Spaß!" Er warf seiner Mutter einen anklagenden Blick zu, welche sich daraufhin das Lachen verkneifen musste. "Schon gut, Baby, ich habs verstanden! Aber was haben wir gemacht, bevor du ins Bett gegangen bist?" "Du hast mir eine Geschichte vorgelesen, wie immer. Und dann hat Onkel Siri gebrüllt, dass du sofort runterkommen und ihm ein Brötchen schmieren sollst und dann bist du runtergegangen und hast ihn ausgeschimpft. Und dann hast du mir noch eine Extrageschichte vorgelesen und die war ganz, ganz lang und Onkel Siri hat gar nicht mehr geschimpft!" "Ja, so ein Silencio hat schon seine Vorteile", murmelte Lily, schüttelte dann aber den Kopf. "Wir haben davor noch etwas gemacht. Denk mal nach, du musstest dir danach die Hände waschen!" "Oh, ich hab Taschengeld gekriegt! Und dann haben wir gezählt wie viel... MEIN RUCKSACK!" Er schlug sich gegen die Stirn, lief in die Küche und kam dann eine Minute später wieder in den Flur zurück. Mit beiden Händen hatte er den Griff eines großen Rucksacks umklammert und zerrte ihn nun unter Aufwendung all seiner Kräfte hinter sich her.
In diesem Moment klingelte es an der Tür und während Lily nun herübereilte, um Remus zu begrüßen, setzte sich Harry auf den Boden, schob seine Ärmchen durch die Schlaufen des Rucksacks und stand dann auf, pardon, versuchte aufzustehen. Kaum, dass er es in die Hocke geschafft hatte, zog ihn das Gewicht wieder nach hinten und er landete auf dem Rücken, wo er verzweifelt mit Armen und Beinen zappelnd versuchte sich wieder aufzurichten. Ein raues Lachen ertönte und mit einem Mal schob sich ein freundliches Gesicht mit hellbrauen Haaren und Augen in sein Blickfeld. "Na, du Käfer", lachte Remus, umfasste mit einer Hand seine Taille und mit der anderen den Rucksack und stellte ihn wieder auf die Füße. "Meinst du nicht, dass er zu schwer ist? Ich kann ihn für dich tragen, wenn du willst!" Harry schüttelte energisch den Kopf. "Nei-ein! Das mach ich, weil ich bin nämlich schon ganz groß und stark und ich kann das selbst!" "Okay", machte Remus und hob ergeben die Hände. "Aber wenn er dir zu schwer wird sag mir Bescheid, dann übernehme ich!" Der Kleine blickte ihn daraufhin so bitterböse an, als wolle er sagen: "Ich kann das alleine, also widersprich mir nicht, sonst tret ich dich!"
Remus lachte, streckte dem Schwarzhaarigen die Hand hin und als dieser sie daraufhin nahm, zog er ihn ins Wohnzimmer zu dem Kamin. "Monsieur hasst das Apparieren, also werden seine Untertanen natürlich andere Fortbewegungsmitteln benutzen." "Hä?" Lily gluckste. "Ab in den Kamin, Dicker!" "Wen nennst du hier dick? Wers sagt ist es selber", maulte ihr Sohn sofort, kletterte aber folgsam in den Kamin und wartete darauf, dass sich seine Mutter neben ihn stellte. "Och, ich dachte eigentlich, dass Remus heute mal bei dir bleibt", murmelte diese und betrachtete eingehend ihre Fingernägel. Angesprochener runzelte die Stirn, stellte sich dann aber zu dem Sohn seiner besten Freunde, legte ihm eine Hand auf die Schulter und griff mit der anderen nach dem Flohpulver, das ihm die Rothaarige hinhielt. Ein "Winkelgasse" später waren die beiden verschwunden und tauchten kurz darauf im Tropfenden Kessel wieder auf. Lily folgte nur Sekunden später und strich ihrem Sohn, der ungewöhnlich blass um die Nase herum wirkte über den Kopf. "Alles gut, Baby?" Er nickte schwach, umklammerte aber gleichzeitig ganz fest ihre Hand und schien nicht riskieren zu wollen, ein Wort von sich zu geben. Lily schwieg einen Moment, blinzelte Remus dann aber kurz zu und wandte sich wieder an ihren Sohn. "Vielleicht sollten wir deinen Zoo ein anderes Mal kaufen." "Ja", sagte Remus. "Wir kommen einfach in einer Woche noch einmal wieder und dann..." "Nein, nein", widersprach Harry hastig und seine Augen glänzten voll Vorfreude. "Ich hab jetzt schon soooo lange gewartet, dann müssen wir ihn auch jetzt kaufen! Mummy hat es versprochen, Mummy hat gesagt, wenn ich genug Geld gespart habe, darf ich mir den Zoo kaufen, sie hat es versprochen!"
Lily grinste. "Wie schnell es dir auf einmal wieder gut gehen kann ist immer wieder bemerkenswert. Na schön, Liebling, gehen wir mein Versprechen einhalten." Mit einem freudigen Aufschrei zog Harry an ihrer Hand und versuchte so, sie so schnell wie möglich aus dem Tropfenden Kessel zu ziehen. "Falsche Richtung, Zwerg!", lachte Remus, ergriff seine andere Hand und führte ihn dann in den Hinterhof, wo er seinen Zauberstab zog und mehrere Ziegelsteine an der gegenüberliegenden Wand antippte. Wie immer wenn sich der Durchgang öffnete, machte Harry große Augen und kletterte so schnell wie möglich hindurch, immer noch seine Mutter und Remus hinter sich herziehend und dabei fröhlich vor sich hinplappernd. Dann stoppte er mitten in der Bewegung und sah den Werwolf fragend an. Dieser grinste, sagte aber nichts und zeigte stattdessen unauffällig mit dem Kopf nach links, woraufhin der Schwarzhaarige sie in genau diese Richtung zu einem kleinen Geschäft führte. "Den Weg hast du dir aber gut gemerkt", lobte Lily ihren Sohn und zwinkerte Remus frech zu. Harry nickte stolz, umfasste die Hände der beiden noch etwas fester und zerrte sie dann in den Laden.
Eine Verkäuferin wuselte sofort auf sie zu, aber Harry machte nur eine herrische Geste und erklärte ihr hochnäsig, dass er genau wisse wonach er suche und keine Hilfe benötige. Lily hob aufgrund der Sprache ihres Sohnes eine Augenbraue und schmunzelte, sagte aber nichts und als der Kleine Sekunden später ihre Hand losließ und mit einem begeisterten Kreischen auf eines der hinteren Regale zulief, schüttelte sie nur den Kopf und folgte ihm lächelnd. "Warum musste ich noch mal mit?", fragte Remus leise und beobachtete mit einem sanften Lächeln, wie Harry ein großes Paket ganz fest an sich drückte und dann auf die Kasse zuflitzte. Lily verdrehte die Augen, wechselte die Richtung und folgte ihm. "Weil du ein bisschen gute Laune gut gebrauchen kannst, alter Muffelbär", antwortete sie schließlich und der Braunhaarige hob eine Augenbraue. "Muffelbär? Okay... Außerdem habe ich keine schlechte Laune!" "Nein, noch nicht", sagte Lily schließlich leise. "Hör zu Remus, du wirst einen Job finden, also sei bitte nicht enttäuscht, wenn es heute nicht klappt!" "Reizend, dass du schon mit meinem Versagen rechnest", muffelte er (Aha, daher also der Name!) und Lily verdrehte erneut die Augen. "Pass auf, eines Tages erschrickst du dich und dann bleiben sie so stehen", sagte Remus trocken und die Rothaarige wiederholte ihre ach so gefährliche Handlung. "Das sagt man beim Schielen und selbst das ist eine Lüge, die sich peinlich berührte Eltern ausgedacht haben, damit ihre Kinder sich benehmen. Was ich sagen wollte: Du glaubst doch schon selbst nicht mehr daran. Ich meine, sieh dich doch an: Früher bist du immer mit Anzug ins Amt gegangen und hast dich herausgeputzt, jetzt trägst du nur noch Alltagsklamotten. Und auch sonst... Du hast schon längst aufgegeben, Rem und ich wage zu behaupten, dass dieser Tag im Monat für dich und uns noch schlimmer als jeder Vollmond ist."
"An Enttäuschungen kann man sich eben nicht gewöhnen, an Schmerzen schon", antwortete Remus bitter, woraufhin Lily kommentarlos eine Tafel Schokolade aus der Jackentasche zog und sie ihm hinhielt. "Erstens: Wieso bei Salazar trägst du Schokolade mit dir herum? Okay, Frage zurückgezogen, wenn man mal bedenkt, wer dein Ehemann ist. Also... zweitens: Danke, du weißt ja, dass ich Schokolade in den Tagen um Vollmond herum fast schon kiloweise esse." "Daran habe ich gerade nicht gedacht, ich war eigentlich nur der Meinung, dass du etwas Süßes gebrauchen könntest, um deine Bitterkeit zu ertränken. Und außerdem isst du auch sonst Schokolade, also tu bloß nicht so, als würdest du dich ach so gesund ernähren, ich hab die Chipstüte und die Schokokekse unter deinem Bett bei meiner letzten Aufräumaktion durchaus bemerkt!" Remus knurrte unwillig, aber seine Mundwinkel hoben sich dann doch an, als er sah wie Harry umständlich seinen Rucksack abnahm, ihn auf die Theke stemmte und dort begann ihn auszuleeren. "Wenn ich deprimiert bin esse ich, so ist das eben. Und ich bin ziemlich oft deprimiert, schließlich bin ich ein arbeitsloser, ungeliebter Werwolf." Lily schnaubte. "Ach, hör mir mit deinem Selbstmitleid auf, das ist ja unerträglich. Du hast eine Familie, die dich mehr als alles andere auf der Welt liebt und alles für dich tun würde und das ist mehr als so manch anderer von sich behaupten kann! Und wenn du endlich anfängst an dich zu glauben, wirst du auch einen Job finden, das weiß ich. Oder willst du etwa behaupten, dass ich lüge?"
Remus öffnete den Mund, schloss ihn dann aber unverrichteter Dinge wieder und schüttelte schmunzelnd den Kopf. "Das war wohl mal überfällig, ich hatte mich schon gefragt, wie lange du bei meiner Selbstzerfleischung noch mitmachst. Tut mir Leid, Lils, ich versuche mich zu ändern, ja?" Die Rothaarige nickte nur, griff nach seiner Hand und drückte sie kurz. "Ich find deinen Sachbearbeiter ja sowieso total unfähig, es sollte doch nun wirklich kein Problem sein, mit deinen hervorragenden Zeugnissen, deiner Intelligenz, deinem Fleiß und nebenbei erwähnt deinem Ruf als Kriegsheld einen passablen Job zu finden, Werwolf hin oder her. Und dann wirst du auch endlich wieder Geld haben, dir eine anständige, warme -ich bin nicht doof, Rem, ich weiß, warum du zu Hause immer mit Decke rumrennst- Wohnung leisten, ausgewogen essen und dir endlich mal wieder ein paar neue Klamotten kaufen können, denn langsam krieg ich das mit dem Flicken nicht mehr so hin und von James' Sachen willst du ja nichts annehmen. Du wirst bald einen Job finden, das weiß ich und es wird auch langsam Zeit, wenn das so weiter geht wirst du noch ernsthaft krank!"
"Onkel Remi?", erklang in diesem Moment eine leise, unsichere Stimme und er drehte seinen Kopf und blickte das Abbild seines besten Freundes fragend an. "Was ist denn, Harry?" Dieser biss unglücklich auf seiner Unterlippe herum, blickte den Werwolf aber trotz allem entschlossen an. "Du kannst mein Geld haben. Ich mag nicht, dass du krank wirst, ich hab dich nämlich ganz, ganz doll lieb!" "Oh, Schatz", seufzte Lily und presste eine Hand auf ihr Herz und auch Remus wirkte merklich gerührt. "Du würdest mir dein Zoogeld geben? Aber du hast doch jetzt mindestens ein Jahr auf ihn gespart und dich so gefreut, mit ihm spielen zu können!" "Mit dir kann ich auch spielen", antwortete der Kleine schulterzuckend, warf dem Paket aber gleichzeitig einen sehnsüchtigen Blick zu. "Und außerdem hab ich dich viel viel lieber als alle Zoos der Welt, jawohl!" Er nickte energisch. "Das ist wirklich lieb von dir, Zwerg, aber nicht nötig, ich komme auch so ganz gut klar und deine Mummy hat recht: Ich finde ganz bestimmt bald eine Arbeit und weißt du was? Das erste, was ich dann tun werde, ist dir ein weiteres Tier für deinen Zoo zu kaufen, okay?" Harrys Gesicht, das sich bei dem Wort "Zwerg" merklich verdüstert hatte, hellte sich jetzt wieder auf und er nickte begeistert. "Das heißt, dass ich den Zoo jetzt haben darf?", fragte er hoffnungsvoll und Lily und Remus nickten gleichzeitig. "Du hast so brav gespart und ich bin sehr stolz auf dich, dass du wirklich ein Jahr durchgehalten hast. Du bist tatsächlich schon ein großer Junge!" Sie strich ihm zärtlich durch die Haare. "Weißt du, wenn man immer sofort alles bekommt was man sich wünscht, hat man irgendwann alles, will immer größere Geschenke und kann sich trotzdem nicht richtig freuen. Wenn man allerdings selbst für etwas arbeitet oder lange auf etwas, das man sich wünscht spart, dann ist die Freude umso größer und man weiß diese Dinge erst richtig zu schätzen, meinst du nicht auch?"
Ihr Sohn nickte wichtig mit dem Kopf. "Vorfreude ist die schönste Freude", zitierte er stolz und sie lächelte. "Das habe ich zwar nicht gemeint, aber das stimmt natürlich auch, gut gemacht, Schatz." Der Schwarzhaarige nickte erneut, schien aber nicht ganz bei der Sache zu sein, sondern drehte jetzt den Rucksack um und schüttelte so auch die letzten Münzen heraus. Der halbe Tresen war unter den Knuts und Sickeln nicht mal mehr zu erahnen und es hätte vermutlich mindestens eine halbe Stunde gedauert das Geld zu zählen, aber glücklicherweise gab es ja Zählzauber und so hatte sich die Angelegenheit innerhalb von Sekunden erledigt. "Da fehlt ei..." "Oh Harry, sieh mal, da unten liegt noch ein Knut", plapperte Lily aufgeregt dazwischen und zog dabei so unauffällig wie möglich zwei Münzen aus der Jackentasche, von der sie eine auf den Boden fallen ließ. Harry bückte sie sofort um sie aufzuheben und währenddessen drückte Lily der Verkäuferin schnell eine goldene Münze in die Hand. Als Harry daraufhin den Knut zurück auf den Tresen legte, lächelte die Frau und nickte zustimmend. "Ja, jetzt stimmt es. Viel Spaß mit Ihrem Zoo, junger Mann!" Harry strahlte sie an, schnappte sich das Paket und presste es mit beiden Händen ganz fest an seine Brust.
Während sie den Laden verließen und wieder zum Tropfenden Kessel zurückkehrten, erzählte Harry ganz stolz und aufgeregt, welches seiner Tiere er in welches Gehege verfrachten würde, was für Abenteuer die Verkäufer mit ihren Ständen erleben würden und als er dann auch noch bemerkte, dass in dem Karton mehrere Zoowärter waren, begann er zu überlegen, welches Tier welchen Wärter fressen sollte. Remus dagegen stupste Lily kurz an und zog dann fragend die Augenbraue hoch, woraufhin sie lächelte. "Es ging ums Prinzip. Er hat ein Jahr gespart und als ich am Sonntag gemerkt habe, dass eine Galleone und ein Knut fehlten... Er hat sich so gefreut und so lange darauf hingefiebert, er hat es sich wirklich verdient. Den Großteil hat er selbst bezahlt, du hast ja gesehen, dass der Rucksack bis oben hin gefüllt war. Er hat gelernt, dass man nicht immer alles kriegt und sich selbst bemühen muss, Kompromisse einzugehen hat, dass man dann eben auf Süßes oder zusätzliche Tiere verzichten muss und das ist die eine Galleone nun wirklich wert. Oder meinst du, dass ich ihn noch vier Monate hätte warten lassen sollen?" Remus schüttelte den Kopf und als sie kurz darauf erneut die Mauer, die die Muggelwelt von der Winkelgasse trennte passierten, plapperte Harry immer noch fröhlich vor sich hin, während Remus nach einem Blick auf seine Uhr merklich stiller geworden war.
Mit einem nachdenklichen Blick auf ihren Freund kniete sich Lily vor ihren Sohn hin und schaffte es sogar, seine Aufmerksamkeit für einen Moment wieder auf sich zu lenken."Okay, Schatz, Mummy muss noch Lebensmittel einkaufen gehen. Du kannst mitkommen oder du gehst mit Onkel Remi gucken, ob er heute einen Job bekommt." "Aber ich wollte noch Besen gucken", beschwerte er sich und Lily lächelte. "Wir kommen nächste Woche sowieso noch einmal wieder, dann können wir bei "Qualität für Quidditch" vorbeischauen, versprochen. Aber jetzt musst du dich entscheiden, ob du lieber einkaufen oder zum Arbeitsamt möchtest." "Ich bleib bei Onkel Remi, weil dann kann ich ihn trösten, wenn er traurig ist!" "Okay", nickte Lily und wirkte dabei merkwürdig zufrieden, während der Werwolf nicht besonders begeistert aussah. Ob das nun an der Nennung seines von Harry verpassten Kosenamens lag oder an der Aussicht, gleich wieder eine Absage zu bekommen war nicht ganz klar, aber im Endeffekt war es auch egal, denn Harrys warme Hand in seiner und sein vertrauensvoller Blick brachten ihn wie fast immer zum Lächeln und als er den Kleinen daraufhin zum Kamin zog und ihn hineinschob, hielt ihn noch einmal die Stimme seiner besten Freundin auf. "Ach ja, wenn der Typ dir diesmal keine Arbeit besorgt, kann ich ja mal vorbeikommen und ihn so lange in den Schwitzkasten nehmen, bis er dir höchstpersönlich seinen Job überlässt!", bot sie an und Remus lachte leise auf. "Das wird ihn sicherlich überzeugen, vor allem weil er locker einen Kopf größer ist als du", meinte er trocken und Lily schob gespielt beleidigt die Unterlippe vor. "Ich kann sehr überzeugend sein wenn ich will!" Remus grinste nur, schnappte sich eine Hand voll Flohpulver, kletterte zu dem Jungen in den Kamin, hielt ihn fest und verschwand dann mit einem leise gemurmelten Wort in dem grünen Feuer.
"Hui, das ist ja noch mal gut gegangen", lachte er kurze Zeit später und hielt den leicht schwankenden Jungen dabei fest an sich gepresst. "Alles okay?" Der Kleine nickte nur und ließ zu, dass Remus ihm sanft den Ruß von der Kleidung klopfte. "Brauchst du ein Stück Schokolade?", fragte der Werwolf noch einmal nach und hielt die Tafel hoch, die ihm Lily vorhin in die Hand gedrückt hatte. Der Schwarzhaarige schüttelte nur den Kopf und wirkte mit einem Mal so grün um die Nase herum, dass Remus die Schokolade lieber ganz schnell wieder wegsteckte. "Na, dann lass uns mal da rüber gehen", sagte der Braunhaarige und zeigte auf das Ende eines Flurs. "Nicht, dass wir noch zu spät kommen, das wäre vermutlich nicht besonders förderlich." Harry nickte, griff erneut nach seiner Hand und ging dann neben ihm her auf eine Tür zu. "Nächstes Mal musst du deutlich sprechen, weil sonst kann das nämlich ganz doll schief gehen!" Remus grinste breit, erinnerte er sich doch noch zu genau an einen Vorfall Mitte Juni, als Sirius offenbar schon leicht angetrunken versucht hatte nach Godrics Hollow zu flohen und letzendlich in einem... besonderen Etablissement gelandet war, wo ihn die Damen wiederum nicht mehr hatten gehen lassen wollen. Im Endeffekt war es Remus gewesen, der sich Sorgen um seinen Freund gemacht hatte, als er sich nicht wie versprochen noch einmal gemeldet hatte und ein paar Ortungszauber später hatte er ihn komplett bekleidet in einer Badewanne voll Sahne, mit Cocktailkirsche im rechten Nasenloch und selig schnarchend vorgefunden. Bis jetzt hatte er ihm diese Erinnerung noch nicht vorgehalten, dazu war er vermutlich einfach zu anständig, aber vielleicht bewahrte er sie sich ja auch nur für einen besonderen Moment auf.
"Mr. Lupin?", erklang in diesem Moment eine schnarrende Stimme und Remus' Finger verspannte sich um Harrys. "Ich bin hier", sagte er leise, ging auf den Mann zu und hielt ihm die Hand zur Begrüßung hin. Diese geflissentlich ignorierend drehte sich der Mann um, ging auf einen im Zimmer stehenden Schreibtisch zu und ließ sich auf dem dahinterstehenden Sessel nieder. Leise seufzend schloss Remus die Tür und nachdem er vergeblich auf eine Aufforderung Platz zu nehmen gewartet hatte, rückte er sich schließlich selbst einen Stuhl zurecht, setzte sich hin und zog Harry auf seinen Schoß. Sein Gegenüber grunzte mit hochgezogenen Augenbrauen und lehnte sich dann mit verschränkten Armen zurück. "Der alleinerziehende Vater? Ich habe schon bessere Mitleidstouren gesehen." Remus' Zähne gaben ein knirschendes Geräusch von sich, aber er sagte nichts und strich dem Kind auf seinem Schoß stattdessen in beruhigenden Kreisen über den Rücken. "Onkel Remi ist doch nicht mein Daddy", lachte Harry. "Und wir sind hier, weil Onkel Remi nämlich einen Job will und du beeilst dich besser mal, weil ich will nämlich nach Hause und mit meinem Zoo spielen und sowieso... Wenn du ihm keine Arbeit gibst, kommt meine Mummy und haut dich!"
Der Werwolf schien sich nicht ganz sicher zu sein, ob er lachen oder weinen sollte und entschied sich so zu einem leisen Prusten in das schwarze, in alle Richtungen abstehende Haar seines Welpens. "Reizend", knurrte der Mann und strich sich über den Bürstenhaarschnitt. "Wie auch immer. Ich habe mich in den letzten vier Wochen stark für Sie eingesetzt und tatsächlich einen Job gefunden!" Remus' Kopf ruckte hoch und mit einem Mal glänzten seine Augen so hoffnungsvoll, dass es Lily, James und Sirius vermutlich das Herz gebrochen hätte. "Eine Putzstelle im Ministerium", schloss der andere, grinste breit und entblößte dabei eine Reihe schiefer und gelber Zähne. Remus schluckte. Toiletten schrubben an dem Ort, wo seine Freunde Karriere machten und von allen bewundert und geachtet wurden? Ein neuer Tiefpunkt in seinem Leben, aber andererseits war der Braunhaarige sich noch nie für etwas zu schade gewesen. "In Ordnung", sagte er und ein erstes, freudiges Lächeln huschte über sein Gesicht. "Das ist wunderbar, Mr. Ferris. Wann soll ich anfangen?" "Uhm", machte dieser und wirkte ehrlich überrascht, dass der Werwolf noch nicht einmal nach dem Lohn fragte. "Morgen, vermute ich." "Schö..." "Anubis?" Eine hübsche, braunhaarige Frau stürmte in den Raum, hielt kurz inne und blickte irritiert auf Remus und Harry, die sie beide mit großen Augen anstarrten. "Hi. Kennen wir uns? Na, egal. Anubis, hast du eine Ahnung wie ich mit der Muggelwelt verhandle? Ich habe drüben Mr. Stubis sitzen und er möchte unbedingt Koch werden. Soweit ich von seiner Frau weiß, lässt er alles anbrennen, was nicht schnell genug aus seinem Topf flieht, aber gut, jedem das Seine, nicht wahr?" Sie wandte sich erneut Remus zu. "Und Sie sind sicher, dass wir uns nicht kennen? Nein? Okay. Ach ja, Cynthia hat vorhin wieder eine Eule geschickt und gefragt, ob wir nicht vielleicht doch noch ein paar Leute wissen, die für den medizinischen Bereich geeignet sind. Und du bist sicher, dass niemand Interesse hat? Oh Mann, langsam weiß ich echt nicht mehr, was ich ihr sagen soll, die sind im Mungos nämlich gänzlich unterbesetzt! Und Sie sind sicher, dass wir uns nicht kennen?", fragte sie und blickte den Braunhaarigen mit schiefgelegtem Kopf an.
"Ähm", machte Remus deutlich überfordert von der Schnelligkeit ihres Sprechens. "Remus Lupin, hi." "Remus? Remus Lupin?" "Sagte ich gerade, oder?" "Oh, das ist ja toll! Mensch, erkennst du mich denn nicht? Ich bins, Lisa! Hallo? Hallo-oh, aufpassen!" Energisch schnipste sie vor seinem Gesicht herum und kicherte dann aufgekratzt. "Wir waren im selben Jahrgang, erinnerst du dich? Wir sind in der fünften öfter ausgegangen, ich stand damals total auf dich, aber als das zwischen uns ernster zu werden schien, hast du dich mit einem Mal kaum noch bei mir gemeldet." Sie runzelte die Stirn. "Das fand ich echt nicht so lustig." "Oh", murmelte Remus. "Hi Lisa!" "Oh, du hast mich erkannt? Wir waren nämlich in... Oh Moment, das sagte ich schon, richtig?", kicherte sie fröhlich und blickte ihren ehemaligen Klassenkameraden neugierig an. "Du bist Vater geworden wie ich sehe. Steht dir, das Kind meine ich. Na ja, so ist das eben, die Guten sind immer schwul oder nicht mehr zu haben. Aber sagt man nicht eh über Männer, dass sie wie Toiletten sind? Entweder besetzt oder beschissen. Haha!", prustete sie und Harrys Augen wurden wenn möglich noch größer. "Die redet aber viel", wisperte er in Remus' Ohr und dieser nickte mit einem Lächeln. "Und was machst du so? Lass mich raten, du bist Auror geworden. Nein, nein, nichts sagen! Heiler, du bist Heiler! Ich meine, du hattest ja damals immer irgendwas und hast dich meist selbst versorgt, im Nachhinein weiß ich natürlich warum. Sag mal, hast du mich eigentlich deswegen abgesägt, wolltest du nicht, dass ich es erfahre? Na, egal. Also was machst du? Ich suche mir gerade nen Mann, nee Scherz", plapperte sie und hielt dann tatsächlich für zwei Sekunden inne, sodass Remus antworten konnte.
"Ich bin sicher nicht wegen des netten Gesprächpartners hier", meinte er trocken, woraufhin es Harry wohl für nötig hielt, sich einzumischen. "Er putzt jetzt", sagte er mit wichtigem Gesicht. "Und dann kann er sich wieder Essen kaufen und heile Klamotten, jawohl!" Lisa blickte den Kleinen nachdenklich an und warf dann Anubis Ferris, der mit einem Mal auffällig ruhig war einen kurzen Seitenblick zu. "Du weißt doch, dass noch händeringend Heiler gesucht werden und soweit ich weiß hat Remus sogar mal ein Praktikum im Mungos gemacht und war mit Lily zusammen für die Erstversorgung der Verletzten bei der finalen Schlacht verantwortlich. Wieso zum Henker hast du ihm nicht die Ausbildung angeboten?" "Er ist ein Werwolf", platzte der Angesprochene wütend heraus. "Ein Werwolf und eine Stelle im Sankt Mungos, ja wo kommen wir denn da hin?" Remus runzelte die Stirn, blieb aber still, während Lisa geradezu explodierte. "Das liegt jawohl nicht bei dir, das zu entscheiden! Na warte, wenn ich das Dad erzähle, der schmeißt dich hochkannt raus und sorgt dafür, dass du nie wieder irgendwo eine Selle findest. Rassisten können wir hier nicht gebrauchen und vor allem niemanden, der gegen meinen Remus arbeitet!" "Hrm", machte dieser. "Das äh... ist ja nett, dass du dich so für mich einsetzt, wirklich... aber ich bezweifle, dass sie mich nehmen würden."
"Papperlapapp", zwitscherte Lisa und schickte immer wieder bitterböse Blicke in Richtung Anubis Ferris ab, woraufhin dieser immer kleiner zu werden schien. "Natürlich würden sie dich nicht einfach als Heiler einstellen..." "Sag ich ja!" "Unterbrich mich gefälligst nicht, sonst beiß ich dich! Nein, tu ich nicht, aber klingt witzig, nicht?" Sie kicherte, wurde dann aber schnell wieder ernst. "Du musst zuerst eine Ausbildung machen, das ist ja klar! Du kriegst natürlich am Anfang noch nicht so viel Gold, aber es müsste zum Leben reichen und die eine oder andere Sache kannst du dir zwischendurch auch leisten, nur mit dem Whirlpool solltest du vielleicht noch ein bisschen warten." Sie kicherte erneut. "Und du bist ein Kriegsheld, die Leute schauen zu dir auf, ich verstehe überhaupt nicht, warum du arbeitslos bist. Wie lange geht denn das schon so?" "Na ja, ich habe ab und zu mal einen Gelegenheitsjob vermittelt gekriegt, aber eigentlich... seit meinem Schulabschluss!" Er hob die Schultern und zuckte dann leicht zurück, als die Augen der jungen Frau fast schon zu glühen begannen. "Seit der finalen Schlacht werden überall Heiler und Auroren gesucht, du weißt genau, wie viele getötet wurden um unsere Chancen zu schmälern! Und Heiler benötigen wir noch viel dringender, denn im Gegensatz zu den Verbrechen werden die Krankheiten, fehlgeleiteten Flüche und anderen Missgeschicke nicht weniger sondern mehr!" Sie schüttelte den Kopf. "Also wirklich Anubis, das ist unter aller Kartoffel!" "Kartoffel?" "Kartoffel! Klingt doch voll lustig, oder?"
Die junge Frau schüttelte den Kopf und kehre dann abrupt zu ihrem eigentlichen Thema zurück. "Die Werwölfe haben doch mittlerweile schon eine viel bessere Stellung, wobei es natürlich immer noch Schwachköpfe gibt, die sich für etwas Besseres halten." Sie warf dem Blonden mit den eiskalten, jetzt nicht mehr so selbstbewussten Augen einen bitterbösen Blick zu. "Man kann doch so viele Vorkehrungen treffen. Ich meine, man kann diese Muggelhandschuhe tragen, dann kann selbst bei einer eigenen Verletzung kein Blut in die Wunden der Patienten fließen, falls es das ist, was dir Kopfzerbrechen bereitet!" "Durch Blutübertragung wird man kein Werwolf", antwortete Remus knapp. "Da müsste ich schon ziemlichen Hunger haben und aus demjenigen an Vollmond ein Stück rausbeißen." "Siehst du", strahlte Lisa. "Umso besser! Dann weiß ich aber wirklich nicht, wo dein Problem liegt, du alter Grummelbär!" "Grummelbär", murmelte er und schüttelte dann den Kopf. "Was ist nur los mit euch Frauen? Hör zu, Liz, das ist wirklich lieb von dir und es wäre ein absoluter Traum, aber ich würde mindestens drei Tage im Monat fehlen und das lässt sich doch kein Arbeitgeber gefallen!" "Papperlapapp", winkte sie ab. "Ich werde mich jetzt sofort mit Cynthia in Verbindung setzen, sie ist eine alte Bekannte von mir und ich habe ihr schon oft von dir erzählt, sie wird sicher begeistert sein! Gib mir fünf Minuten, länger dauert das über den Kamin nicht!" Damit rauschte sie mit wehendem Umhang aus dem Zimmer und ließ einen langsam blinzelnden Remus und einen Harry zurück, dessen Mund vor lauter Überraschung weit geöffnet war. "Die redet aber viel", murmelte er erneut perplex und Remus nickte. "Und schnell, ja." Damit stand er auf, nahm Harry auf den Arm und ging auf die Tür zu. "Hey! Ich... ich habe nicht gesagt, dass Sie gehen dürfen!", fauchte der Mann hinter ihm, offenbar jetzt, wo Lisa weg war wieder Oberwasser gewinnen wollend, woraufhin sich der Werwolf erneut umdrehte und ihm einen verachtenden Blick zuwarf. "Ich habe mich von Ihnen jetzt lange genug demütigen lassen, habe jeden noch so unangenehmen Job übernommen, nur um zu überleben und meinen Freunden nicht auf der Tasche liegen zu müssen! Und die ganze Zeit habe ich mir eingeredet, dass es an mir liegt, dass ich es nicht wert bin, eine bessere Arbeit zu bekommen und ich war Ihnen dankbar, dass Sie mir ab und an die Möglichkeit gegeben haben, etwas Geld zu verdienen! Ich war auf Sie angewiesen und Sie haben das schamlos ausgenutzt! Das ist einfach nur erbärmlich, mehr nicht! Aber damit ist jetzt Schluss. Auf Wiedersehen, Mr. Ferris. Oder besser nicht", schnaubte er, trat durch die Tür und schmiss sie dann mit einem lauten Knall hinter sich zu. Was für ein Abgang, aber bei dem Mann auch kein Wunder, oder?
Harry und Remus verbrachten keine zwei Minuten im Flur, bis Lisa aus einer weiteren Tür herausstürmte. Und um ehrlich zu sein war der Werwolf darüber auch ganz froh, denn die vielen deprimiert wirkenden Menschen in teilweise wirklich zerlumpten Kleidern waren nicht das, was er Harry sehen lassen wollte, denn zu diesem Zeitpunkt sollte der Kleine einfach noch ein unbeschwertes Kind sein, er würde schon viel zu schnell erwachsen und mit dem Leben und seinen schlechten Seiten konfrontiert werden und bis dahin sollte er so lange wie möglich seine Unschuld behalten. "Remus, hallo? Also ehrlich, hörst du mir vielleicht mal zu? Ich habe alles geklärt, das mit den Fehltagen geht klar. Wenn du Glück hast, fallen die meisten Tage eh aufs Wochenende und ansonsten arbeitest du halt an den anderen Tagen ein, zwei Stunden länger und dann hast du die verpassten Arbeitstage auch wieder drin, das ist kein Problem. Cynthia war schwer begeistert, sie wird dir noch heute Abend deinen Arbeitsvertrag eulen, vielleicht kannst du sogar noch bei dem Gehalt verhandeln, sie sucht wirklich händeringend neue Mitarbeiter und das kannst du ja ruhig ein wenig für dich ausnutzen. Gut, wie auch immer, du kannst dann Anfang Januar anfangen, sie freut sich schon auf dich. Und dann kannst du ja jetzt mal deine Reserven anbrechen und deinem Sohn ein richtig schönes Weihnachtsgeschenk machen", lächelte sie, winkte dem Schwarzhaarigen zu und verschwand prompt wieder in einem der Zimmer.
"Er ist nicht... uhm... ja...", machte Remus, schüttelte den Kopf, starrte die geschlossene Tür an und ging dann auf den Sohn seiner besten Freunde zu. "Du musst nicht traurig sein", sagte dieser gerade zu einem krank wirkenden Mann mit schütterem Haar und eingefallenen Wangen. "Meine Mummy sagt, am Ende wird alles gut, du darfst nur die Hoffnung nie aufgeben!" Und in diesem Moment wurde Remus bewusst, dass sich sein Leben jetzt endlich zum Positiven wandeln würde, dass er jetzt eine echte Chance hatte sich zu verändern. Mit einem zutiefst glücklichen Lächeln und Tränen in den Augen riss er den überrascht quiekenden Harry an sich und drückte ihn ganz fest an seine Brust. Lily hatte mal wieder recht gehabt, am Ende wurde wirklich alles gut.
