Sers =) Einen schönen Feiertag! Und hier kommt mein erstes Kapitel blabla.I +g+ Es ist somit klar, dass das nächste Kapitel heißt XD. Also ich hab das Kapitel mehrmals durchgelesen und hoffe wirklich, dass ich die vorherigen xxxx alle rausgelöscht habe ÖÖ Wär schon peinlich, wenn ihr plötzlich lest: Sie sprach: xxxxx und dann xxxxxxxx nächste Szene. Viel Spaß!

Mannequin: Heyho =) Ohhhh, ich liebe es über seine Gedanken zu schreiben. Eines der Gründe, warum ich mit CoX etwas länger gebraucht habe weiter zu schreiben ist der, dass ich irgendwie meine eigenen Geschichten nicht mehr lesen konnte/mochte. Ich hab irgendwie keine Verbindung mehr zu meinen Charakteren gesehen und ihre Gedanken und Handlungen waren für mich unlogisch. Besonders von James. Ich frag mich manchmal, ob das der Grund ist, warum andere Authoren ihre Geschichten nicht weiter schreiben...

Ganz ehrlich. Die Szene mit dem 12jährigen James und Mr. Potter hab ich auch sehr schnell schreiben können. Es gibt so Teile in der Geschichte, da brauch ich etwas länger, muss immer wieder löschen und neu schreiben, weil ich damit nicht zufrieden bin oder es irgendwie zu blass klingt. Und es gibt andere Teile, die kann ich total flott runter schreiben und die sitzen, ohne dass sie überarbeitet werden müssen. Einmal schreiben, einmal nach lesen. Paaaaaasst ^^ Und das war eine der Szenen, die passte.

Anna the brain White XD Ich glaube, das mit den weißen Auroren wird demnächst langsam aufgelöst werden. Mal schauen, ob es angemessen ist oder doch blass Öö

Awah ^^ Fragen sind nie unmöglich. Nope. Das dunkle Mal ist noch von Black Heart. Aber gut, dass du es erwähnst. Ich Vollidiot dachte mir natürlich, das weiß schon jeder. Aber ich vergess immer, dass Black Heart 4 Jahre her ist oder man es vielleicht gar nicht gelesen hat. +Kopf an die Wand hau+ Hätt da echt nen Rückblick einbauen sollen, ich Genie Öö. In Black Heart gelang James aus Versehen mit 12 Jahren in Voldemorts Gefangenschaft, wo er ihm in seiner sadistischen Gier ein dunkles Mal in den Rücken brannte. Es unterscheidet sich von dem, seiner Todesser. Er hatte es entwickelt, um die Kontrolle über James zu erlangen, nur war ihnen allen nie klar gewesen, wie er das wirklich zu Stande bringen wollte. Anna konnte James ja zu Beginn stets davor schützen und das dunkle Mal vor dem Erscheinen bekämpfen. Später hatte es dann Lilli übernommen, wenn auch unbewusst. Ich hab mich ehrlich gesagt beim Wiederlesen von Black Heart auch gefragt, warum ich das mit dem dunklen Mal da nie zu Ende gebracht habe... Aber gut, ich hab mit Black Heart glaub ich eh zu früh aufgehört.

Thx fürs liebe Review =) Freu mich immer wie ein Keks XD Grüßle back.


Chapter 11 - The power of Black Heart I

Anna befand sich in einem Gästezimmer. Durch das Fenster sah sie auf ein Getreidefeld hinaus. Es schien weit und breit nichts anderes außer dem Getreidefeld zu geben. Sie hatte die Wahl gehabt, entweder mit den weißen Auroren freiwillig mitgehen, oder zulassen, dass sie weiter suchten und James fanden. Sie hatte sich für ersteres entschieden in dem Glauben, dass was auch immer sie von ihr wollten, es nichts sein würde, was sie nicht ertragen könnte. Sie waren weiße Auroren und keine Todesser.

Sie hörte Schritte und wandte sich zur Tür, die schließlich geöffnet wurde und 4 Leute herein kamen. Eine davon war Dorcas Meadows, die Anna kannte. Unter den anderen 3 Unbekannten fand sich auch der schwarzhaarige Zauberer mit dem schwarzen Ziegenbart und der Brille, sowie zwei für Anna Fremde. Sie kannte nicht jeden Auror, aber nach der Statur und den Gesichtern der Männer zur urteilen, wirkten sie auf sie eher finster.

„Willkommen bei den weißen Auroren, Miss White," sagte der schwarzhaarige Zauberer mit dem schwarzen Ziegenbart. „Man nennt mich Azuros Baydon. Das sind Edgar Bones und George Wilkens. Dorcas Meadows kennst du ja bereits."

Sie hatte sich weder gerührt, noch sonst etwas getan. Azuros Baydon. Sie kannte den Namen irgendwoher, aber woher, das wollte ihr partout in dem Moment nicht einfallen.

„Ich war ein enger Vertrauter von Michael Potter."

Das würde zumindest erklären, wieso er ihr so bekannt vorkam.

„Als ein enger Vertrauter, habe ich sehr viel mitbekommen. Du fragst dich bestimmt, warum du hier bist?" Da sie noch immer kein Ton von sich gab, sondern ihn weiterhin misstrauisch angesehen hatte, fuhr er fort. „Er hat mir von dem dunklen Mal erzählt, dass du trägst."

Sie hatte es nicht gezeigt, aber dieser Satz lief ihr eiskalt den Rücken runter. Hatte sie es die letzte Zeit über verdrängt und das Brennen an ihrem Arm ignorieren können, so ging das jetzt nicht mehr. Es brannte nicht an ihrem Arm. Diesmal brannte ihr Herz.

„Eines seiner Wünsche war es, dass dir geholfen wird." Baydon war auf sie zu geschritten und hatte ein kleines Fläschchen aus seiner Tasche genommen. Noch immer blieb sie wie angewurzelt stehen. Es war nur ein Fläschchen mit einer grünen Flüssigkeit. Nichts wovor man Angst haben musste.

„Als sein Freund, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, seine Wünsche zu respektieren. Da er nicht mehr im Stande ist, noch etwas zu tun, werde ich es für ihn erledigen."

Er hatte ihr nun in die Augen gesehen und zum ersten Mal erkannte sie etwas grausames darin aufblinken. Es war kein schöner Glanz, er war schlecht.

„Wir haben dieses Mittel aus einem Lehrbuch und werden es dir direkt ins Blut spritzen. So wirkt es schneller. Es wird die schwarze Magie aus dir holen."

Und mit einem riesigen Schrecken wurde ihr klar, was das für ein Mittel war. Es war dasselbe, was sie für James entwickelt hatte, nur war ihres ein Trank gewesen, den sie sorgfältig auf ihn zugeschnitten hatte, um die Gefahr seines Todes zu verringern. Das hier war kein Trank, es war ein Mittel, der für jeden gedacht war.

„Es tut mir Leid. Es wird sehr weh tun, aber danach bist du frei und das ist gut."

„Nein," sagte sie sofort entschlossen und wich vor seinem entschlossenen dunklen Blick zurück. Er begriff nicht, was er da im Stande war zu tun. Panisch hatte sie Dorcas Meadows angesehen. „Sie müssen das verhindern. Es wird mich töten!" sagte sie in der Hoffnung, die Aurorin würde sie verstehen, doch Baydon hatte sie nicht weiter zu Wort kommen lassen.

„Sei nicht albern, Mädchen. Es wird dich reinigen. Das ist das Beste für dich. Schwarze Magie gehört ausgelöscht." Er hatte gerade eine Spritze aus seinem Umhang genommen, da ergriff Anna die Gelegenheit und stieß ihn zur Seite, direkt auf Meadows drauf. Die beiden Auroren wollten nach ihr greifen, doch sie konnte sich reflexartig zur Seite bücken und den Griffen entkommen. Sie riss die Tür auf und rannte einige Schritte, bis direkt vor ihr 2 weitere Zauberer auftauchten. Anna drehte sich um und rannte in die andere Richtung, doch auch von da kamen 2 weitere Zauberer. Sie hatten offenbar am Ende des Ganges Wache gehalten. Es war ausweglos. Sie kamen von allen Seiten und bevor sie die Situation einschätzen konnte, schlangen sich zwei Arme von hinten und umklammerten sie hart. Sie wurde ins Zimmer zurückgezogen und fand sich auf dem Boden wieder. Sie schrie, kratzte, ja sogar biss und spuckte verzweifelt um sich. Doch Baydon fuhr mit der Spritze an ihrem rechten Arm hinab, wo sich das dunkle Mal befand und stach mit der Spritze hinein. Sie sah mit aufgerissenen Augen zu, wie er ihr alles injizierte und es wirkte auf der Stelle. Es hatte keine Sekunde gebraucht, um sich in ihrem ganzen Körper zu verteilen. Die Männer hatten sie los gelassen, doch sie blieb auf dem Boden liegen und begann sich zu krümmen. Angst... Sie hatte einfach nur Angst. Das wars. Sie hatte es James angetan und nun kam es auf sie zurück...

„Wir sollten gehen," hörte sie Baydon sagen, dann hörte sie Schritte und die Tür, die ins Schloss fiel. Sie war nun alleine und sie würde das nicht überstehen. Schmerz schoss ihre Venen empor und Anna begann zu weinen. Sie war nicht James oder Sirius und sie war absolut nicht mehr stark. Das letzte Jahr hatte sie zerdrückt und gebrochen. Sie hatte versucht, sich wieder zu finden und die Scherben ihres Lebens zusammen zu kleben. Sie hatten nicht verstanden... Das Mittel würde sie nicht reinigen, es würde sie töten. Es war nicht nur das dunkle Mal, dass aus schwarzer Magie bestand... Sie bestand vollständig aus schwarzer Magie...


Maria Potter hatte geschrieben, dass sie sich im Potter Haus mit ihrem Sohn treffen wolle, doch als James dort ankam, war sie noch nicht da gewesen. Seine Freunde hatten darauf bestanden mitzukommen, trotz dessen, dass er keine Gefahr darin sah, seine eigene Mutter zu treffen. Sie mag ein Mitglied der weißen Auroren sein, aber sie war trotz allem seine Mutter. So saßen sie alle im Wohnzimmer vor dem Kamin und warteten darauf, dass sie eintraf und das tat sie mit ein wenig Verspätung auch. Die Flammen im Kamin erschienen und eine gesunde Maria Potter stieg heraus. Sie hatte die Freunde einen nach dem anderen angesehen, doch ihr Blick blieb bei James stehen, zudem sie auf der Stelle hinging und mit einem Mal fest in die Arme schloss. James hatte die Umarmung seiner Mutter erwidert.

„Ich bin so froh, dass es dir gut geht," flüsterte sie leise. Anhand ihres Ausdrucks und ihrer ganzen Körperhaltung konnte Lilli die Mrs. Potter erkennen, die sie kannte und mochte. Sie hatte ihren Sohn wieder losgelassen. „Ich bin fast verrückt geworden vor Sorge, James!"

„Tut mir Leid, Mum," sagte er ehrlich. „Es ist eine lange Geschichte."

„Ich habe alle Zeit der Welt, wenn es um meinen Jungen geht."

Er lächelte, doch nachdem sein Blick Sirius traf, wurde sein Ausdruck sofort wieder ernst.

„Mum, Anna ist verschwunden."

„Anna ist verschwunden? Seit wann?"

„Seit einigen Stunden. Wir glauben, dass sie von den weißen Auroren entführt wurde."

„Den weißen Auroren?" fragte Maria Potter verwirrt. „Wieso sollten die weißen Auroren Anna entführen? Sie wissen dass sie Dumbledore's Urenkelin ist."

„Wir sahen Dorcas Meadows an der Stelle, wo sie verschwand," sagte Lilli, woraufhin sich Mrs. Potter ihr zu wandte.

„Vielleicht war sie zufällig da?"

„Nein, ganz sicher nicht," kam es von ihrer jungen Schülerin auf der Stelle, wenn auch nach wie vor respektvoll und in angemessenem Ton. Schließlich sprach sie hier nicht nur mit James Mutter, sondern auch mit der Frau, die sie zur Aurorin ausbildete.

„Da wo sich Anna befand, kommt man nicht einfach zufällig vorbei und schon gar nicht um diese Uhrzeit."

Maria Potter hatte sie ein wenig prüfend angesehen, dann nickte sie verstehend.

„Ich werde Kontakt zu ihnen aufnehmen."

„Wir kommen mit," sagte James felsenfest. Seine Mutter hatte einen Moment gezögert, dann nickte sie mit einem leichten Lächeln.

„Ich bin einverstanden damit, wenn 4 von euch mitkommen, aber 7 in das Versteck der weißen Auroren zu führen, wäre angesichts der Tatsache, dass wir nur eine Vermutung überprüfen wollen, zu viel des Guten."

Es waren schließlich James, Sirius, Lilli und Remus, die mit zu den weißen Auroren per Flohpulver reisten. Sirius und Lilli bestanden darauf mitzukommen. Angesichts der Tatsache, dass sich Frank und Alice in der Aurorenausbildung befanden, war es besser, wenn sie nicht zwischen die Fronten gerieten und zwischen Remus und Peter zu wählen war für James nicht schwer.


Als sie dort aus dem Kamin stiegen, befanden sie sich mitten in einem angenehm warm eingerichteten Wohnzimmer. Es wirkte weniger wie ein Hauptquartier, mehr wie eine Familienwohnung.

„Maria?" kam es sofort von einer männlichen Stimme. Es war Azuros Baydon, der überrascht in das Zimmer trat. Ihm direkt hinterher Dorcas Meadows, Bones und Wilkens. Die Männer nickten Maria Potter zu, Dorcas Meadows schien wie angewurzelt stehen zu bleiben.

„Was tust du hier? Ah -" Er hatte James gesehen. „Die Wiedervereinigung lief also wie erwartet gut ab," stellte er zufrieden fest und lächelte ihm freundlich zu. Es mag freundlich gemeint sein, aber bei James kam dies ziemlich aufgesetzt an.

„James, das ist Azuros Baydon," stellte seine Mutter den Mann vor. „Er war ein guter Freund deines Vaters." Er nickte ihm lediglich zu.

„Dorcas," fuhr Maria an ihre Freundin gewandt fort, die aufschreckte als sie angesprochen wurde.

„Anna White ist verschwunden. Mir wurde mitgeteilt, dass du da gesehen wurdest, wo sie verschwand. Weißt du etwas darüber?"

Sie zögerte einen Moment, bevor sie den Kopf schüttelte. „Nein."

„Das ist eine Lüge!" schrie Sirius aufgebracht. „Was wollen sie von ihr?!"

Er war auf sie zu gestürmt, doch Meadows hatte weder ihn angesehen, noch ihre Freundin selbst. Ihr Blick war auf Baydon gerichtet, der jedoch ganz langsam unauffällig den Kopf schüttelte.

„Sie ist hier!" sagte Lilli, die sein Kopfschütteln als Einzige bemerkt hatte.

„Sie ist nicht hier!" sagte Baydon auf der Stelle. „Wieso sollte sie hier sein? Wieso sollten wir das Mädchen entführen?"

„Sagen sie sofort, wo sie ist!" Sirius hatte seinen Zauberstab gezogen und gegen Baydon gerichtet. Da im selben Moment auch die beiden Männer im Raum ihre Zauberstäbe gezogen hatten und gegen Sirius richteten, zogen auch James, Remus und Lilli auf der Stelle ihre Zauberstäbe und richteten sie ihrerseits gegen die drei Mitglieder der weißen Auroren.

„Aufhören!" donnerte Maria Potter laut auf und hatte die beiden Männer streng angesehen. Beide ließen sofort ihre Zauberstäbe sinken.

„Das gilt auch für euch," sagte sie mit ernstem Blick an die jüngeren im Raum gerichtet. Auch Lilli, Remus und James ließen ihre Zauberstäbe sinken, nicht aber Sirius.

„Sirius," sagte Mrs. Potter noch mal mit mehr Nachdruck, woraufhin schließlich auch er seinen Zauberstab wieder runter nahm.

„Dorcas." Sie wandte sich wieder an ihre Freundin. Ihr Blick hatte nichts freundliches oder warmes mehr in sich. Sie war ganz die strenge und starke Aurorin, die Lilli in ihrer Ausbildung kennengelernt hatte. „Ist Anna White hier?"

„Ja," sagte diese nach einem Augenblick der Stille schließlich.

„Dorcas!" bellte Baydon sie an.

„Wo?" fragte Maria weiter.

„2. Stock, 2 Tür links."

Sirius war der Erste, der los gerannt war. Ihm direkt hinterher Lilli. Remus hatte einen Moment gezögert, doch James nickte ihm zu, woraufhin auch er ihnen nach rannte. James blieb bei seiner Mutter.

„Warum?" fragte sie etwas ruhiger diesmal.

„Wir wollten ihr helfen," antwortete Baydon für Meadows. Maria Potter hatte sich ihm zugewandt.

„Helfen? Wobei?"

„Sich vom dunklen Mal zu befreien."


Sirius war so außer sich vor Sorge und Verzweiflung, dass er nicht mal merkte, wie schnell er tatsächlich nach oben gelaufen war. Die Tür zu dem Zimmer war verschlossen, also richtete er seinen Zauberstab auf das Schloss: „Bombada!" Und die Tür sprang auf. Er atmete heftig und unkontrolliert. Sein Herz gab ein schmerzvolles Pochen von sich, als er das Mädchen, dass er liebte, ohnmächtig auf dem Boden liegen sah. Ihr Gesicht war leichenblass, sie atmete nur noch sehr flach und leise.

„Anna," sagte er leise und versuchte sie wachzurütteln, doch ihr Körper war eiskalt und sie rührte sich kein bisschen mehr. Es war dieselbe Angst wie letztes Jahr, die ihn durchfuhr. Als er sie aus den Händen der Malfoys befreite, hatte er ebenfalls die Befürchtung, dass sie tot war. Es gab nur einen schrecklichen Unterschied. Damals hatte sie ihr Bewusstsein wieder erlangt. Jetzt wollte sie einfach nicht wieder aufwachen oder auch nur ansatzweise ihre Augen öffnen. Remus und Lilli waren mittlerweile zu ihnen gekommen und zu ihm hinab gesunken. Lilli versuchte einige Heilzauber, aber der Zustand ihrer Freundin hatte sich kein bisschen geändert.

Sirius nahm Anna auf seine Arme und trug sie mit sich zurück ins Wohnzimmer, wo alle anderen standen.

„Anna!" rief James erschrocken, als er sie in Sirius Armen liegen sah. Ihre Hände lagen schlaff an ihrem Körper und einige Haarsträhnchen klebten an ihrem blassen Gesicht. Maria Potter erschrak bei dem Anblick. Sie war auf der Stelle zu den beiden hingegangen und hatte Anna's Zustand überprüft.

„WAS HAST DU DEM MÄDCHEN ANGETAN?" brüllte sie wütend und war auf Baydon zu gestürmt, wie ein Tiger. Er war zurückgewichen.

„Es sollte nur ihre Magie reinigen."

„WAS HAST DU IHR GEGEBEN?!"

„Es war ein harmloses Mittel."

„Es war Recessus," antwortete Dorcas schließlich, die offenbar im Gegensatz zu Baydon ein Gewissen besaß.

„WAS?!" donnerte Maria Potter aufgebracht. „Bist du verrückt? Das Mittel wird sie töten!"

Auf der Stelle hatte sie sich wieder von ihm abgewandt und war zu Sirius gegangen.

„Leg Anna auf die Couch nieder."

Aber er tat es nicht. Sein Blick wanderte misstrauisch zu Baydon.

„Bones, Wilkens, nehmt Baydon in Gewahrsam," sagte Maria, die verstand, warum der Junge zögerte. Die beiden Männer, die mit ihnen im Raum standen hatten keinen Moment gezögert, Baydon aus dem Raum zu führen.

„Sirius," sagte Maria bestimmend. „Leg Anna auf die Couch nieder. Ich kann ihr helfen."

Er tat es, aber nicht ohne den herausgehenden Baydon weiter mit einem Blick anzustarren, der giftiger nicht hätte sein können. Keiner von ihnen hatte Sirius je jemanden so böse anstarren sehen.

Maria Potter hatte daraufhin mit ihrem Zauberstab einen Heilzauber heraufbeschwört. Anders als Lilli sie kannte, schlang sich aus dem Zauberstab ihrer Mentorin ein langer weißer Strahl, der sich wie eine Schlange um den Körper ihrer Freundin wickelte und nicht sofort wieder verschwand, sondern sich hielt. Sie hatte ihren Zauberstab wieder runter genommen, die weißen Strahlen aber schwebten weiterhin um Anna's Körper auf der Couch.

„Es wird einige Zeit brauchen. Ihre Magie muss sich wieder sammeln."

„Kann das bei ihr Zu Hause passieren?" fragte Sirius, der nicht von der Seite seiner Freundin gewichen war. Mrs. Potter schien ihn einen Moment lang besorgt anzusehen.

„Natürlich," sagte sie schließlich. „Aber wenn der Heilzauber abklingt und sich ihr Zustand nicht gebessert hat, solltest du sie ins St. Mungo's bringen. Hast du mich verstanden, Sirius?"

Er nickte besorgt, nahm Anna daraufhin wieder auf seine Arme und ging mit ihr zum Kamin. Es war Remus, der ihm mit dem Flohpulver half.

„Danke, Moony," sagte sein Freund leise.

Nachdem die beiden weg waren, hatte James seine Mutter eine Weile lang angesehen, doch sie schüttelte den Kopf.

„Ich muss hier noch einiges erledigen. Geh vor, James. Ich werde in einigen Tagen nachkommen."

„Tagen?" fragte er unruhig, doch sie lächelte zuversichtlich.

„Keine Sorge. Ich muss das hier nur klären, dann komme ich zu euch."

„Mum, das Potter-Haus -"

„Es gehört nach wie vor uns. Ich habe die Hauselfen zu ihrem eigenen Schutz nach Hogwarts zu Dumbledore geschickt. Ich brauchte die Magie, die ich für die Schutzzauber sonst gebraucht hätte. Bitte geh jetzt. Ich werde nach kommen. Lilli, Remus, sorgt dafür dass Sirius Anna ins St Mungo's bringt, wenn sich ihr Zustand nicht besser."

Mit einem Kopfnicken für seine beiden Freunde war sie schließlich in das andere Zimmer gegangen, Dorcas Meadows hinter ihr her. James hatte es nicht wahr haben wollen, aber offenbar stimmte es doch, was Meadows ihm sagte. Jetzt, wo er es mit eigenen Augen sah, wie viel Macht seine Mutter tatsächlich in dieser Vereinigung hatte, ahnte er, dass sein Vater durchaus sehr viel mit den weißen Auroren zu tun gehabt haben musste.


„Es gibt eine Menge Erklärungen," begann Lilli, nachdem sie zurück in Dumbledore's Zu Hause rein kamen. Sie hatten den anderen erzählt, was vorgefallen war. „Warte ab, bis Maria es erklärt."

James nickte, wenn auch mit grimmigen Gesicht.

„Mir erklärt das etzt so Einiges. Zum Beispiel warum sich die weißen Auroren so gut halten," sagte Frank. „Edgar Bones ist der Bruder von Amelia Bones. Sie gehört dem großen Zaubergamot an. Ich wette ihr Einfluss auf die Zaubereiministerin ist nicht ohne."

„Edgar Bones ist ein Freund meines Vaters," sagte James plötzlich. Sein Ausdruck schien schuldbewusst und traurig zu sein. Zu Unrecht, wie Lilli fand, denn er konnte schließlich nichts dafür, was andere taten. „Genau so wie Azuros Baydon. Bones kannte ich, Baydon kannte ich vom hören her. Hab ihn nie gesehen, aber ich hab meinen Vater von ihm sprechen hören."

„Er hätte Anna fast getötet," sagte Alice fassungslos. „Wieso?"

Darauf hatte keiner eine Antwort und es war Remus, der das Gespräch in eine andere Richtung lenken musste, denn er war der Einzige, der das wusste, was Anna wusste.

„Prongs? Ich sag das jetzt nicht sehr gerne, aber du musst den dritten Trank nehmen."

„Was?" fragte er verwirrt. „Jetzt?"

„Du solltest nicht noch länger warten. Wenn du dir zu lange Zeit lässt, geht die Wirkung der ersten beiden Tränke verloren. Anna würde es dir sagen, wenn sie wach wäre. Wir haben gestern darüber gesprochen. Deswegen weiß ich es. Sie war sich sicher."

James nickte nachdenklich. Er hätte lieber gewartet, bis es seiner besten Freundin besser ging.

„Du weißt nicht zufällig, wie das mit dem dritten Trank abläuft, Moony?"

Der Marauder lächelte sanft, was auch James ein Lächeln entlockte. Wenigstens etwas positives.


Sirius war kein einziges Mal von Anna's Seite gewichen. Stattdessen saß er direkt neben ihr auf dem Bett und hatte mit seiner Hand ihre gehalten. Die weißen Seile waren mittlerweile verschwunden, aber sie war noch immer nicht aufgewacht. Da die Tür offen stand, hatte James einfach am Türrahmen geklopft, bevor er eintrat. Sirius lächelte müde als er herein trat. James hatte ein Stuhl heran gezogen und sich zu ihnen dazu gesetzt.

„Sie wacht nicht auf?" Sirius schüttelte deprimiert den Kopf. „Ihr Körper ist noch immer eiskalt. Prongs..."

„Dann sollten wir sie ins St. Mungo's bringen. Remus hat Dumbledore bereits eine Eule geschickt."

„St. Mungo's... Was, wenn sie ihr mehr schaden, als helfen? Was, wenn es da auch weiße Auroren gibt?"

„Wir suchen Heilerin Stradford auf. Sie ist eine gute Freundin mei-" Er stoppte, als er begriff, dass auch Baydon ein guter Freund seiner Familie war. „- Ich bin mir sicher, ihr kann man vertrauen."

Sirius zögerte, doch ein Blick auf seine Freundin machte ihm klar, dass sie keine andere Wahl hatten. Er hätte ihr nicht helfen können.


Im St. Mungo's hatte sich Heilerin Stradford sofort ihrer angenommen, als sie sie herbrachten. Sie schien im ersten Moment erschrocken zu sein, doch dann kamen weitere Schwestern und nahmen Sirius Anna ab. Obwohl Stradford sie alle nach draußen verwies, blieb Sirius protestierend im Zimmer. Er hatte Glück, dass er mit James und Lilli kam und Stradford eng mit James Familie befreundet war.

Sie hatten die Patientin an eine Infusion angeschlossen und wieder schwebten weiße Strahlen wie Seile um ihren Körper herum.

„Wie geht es ihr?" fragte James, als die Schwestern raus gingen und Stradford sich ebenfalls zum gehen wandte. Sie hatte einen Blick zurück zu dem Körper auf dem Bett geworfen, bevor sie ihn ernst ansah.

„Das darf ich dir nicht sagen. Nur Familienmitgliedern."

„Zur Hölle noch mal!" brüllte Sirius aufgebracht. „Wir sind ihre Familie!"

„Sie können es ihnen gerne mitteilen," sagte eine bekannte warmherzige Stimme von der Tür aus. Albus Dumbledore stand im Raum und hatte ihnen allen zugenickt. „Heilerin Stradford. Ich habe nichts dagegen, wenn Sirius, James und Lilli es ebenfalls erfahren. Wie geht es meiner Urenkelin?"

Stradford schien alles andere als begeistert zu sein, dass Dumbledore genau in diesem Moment aufgetaucht war und die anderen drei im Raum auch noch mithören lies. Sie atmete schwer als sie ihn frustriert ansah.

„Es ist genau so, wie vor 7 Jahren," sagte die Heilerin, woraufhin Lilli und James sich verwirrte Blicke zuwarfen, Sirius blickte lediglich finster drein.

„Ich kann ihren Körper am Leben erhalten. Was ihren Geist betrifft, das muss sie entscheiden." Stradford hatte sich zum gehen abgewandt und war fast hinaus geschritten, als sie bei Dumbledore stehen blieb. Sie hatte ihn nicht angesehen, sondern an ihm vorbei auf den Flur als sie sprach. Es war, als ob sie ihn nicht in die Augen sehen wollte.

„Ich habe einen Eid geschworen als ich Heilerin wurde. Deswegen habe ich es auch heute wieder getan. Ich habe ihnen damals schon gesagt, dass es besser für das Mädchen gewesen wäre, nicht wieder aufzuwachen. Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde."

Damit verließ sie das Zimmer. Dumbledore schien dieser Satz nichts zu bedeuten, denn er schloss die Tür und war mit einem ganz normalen Ausdruck auf die Freunde zugeschritten. Er war bei Sirius am Bett angekommen und hatte seine Urenkelin beobachtet. So zumindest empfand es James, als er den Schulleiter dastehen sah.

„7 ½ Jahre vorher, habe ich Anna zum ersten Mal gesehen... Hier, im St. Mungo's Krankenhaus. Es war der Tag, an dem ihr Bruder starb. Ihre Eltern hatten ihr die schwarze Magie geraubt, um sich selbst zu heilen und brachten sie danach ins St. Mungo's."


St. Mungo's Krankenhaus. 7 ½ Jahre zuvor.

Es war ein besonders anstrengender Tag gewesen. Stradfort glaubte, dass sie noch nie zuvor so viele Fluchverletzungen wie heute behandelt hatte und auch noch nie so viele Verletzten verloren hatte, wie heute. Die Todesser wurden von Tag zu Tag brutaler bei ihren Gewaltexzessen gegenüber anderen. Sie würde gleich Feierabend machen und war auch froh darüber, da ihr langsam aber sicher die Kräfte dahin schwanden. Die Türen zum Empfang gingen ein weiteres Mal auf. Sie blickte rüber in der Erwartung, dass es das letzte Mal für den heutigen Tag sein würde, aber was sie sah, war nicht das, was sie erwartet hatte. Es war ein Zauberer und eine Hexe in schwarzen Kutten, die herein schritten. Die Hexe trug ein 11jähriges Mädchen auf den Armen, dass entweder ohnmächtig oder tot war. Stradford konnte es noch nicht sagen. Die Frau legte das Mädchen auf eines der Betten am Flurrand nieder. Die Schwestern hinter dem Tresen waren erschrocken zurückgewichen, angesichts der finsteren und kalten Ausdrücke auf dem Gesicht der beiden.

„Bringt das in Ordnung," sagte die Hexe kalt. „Wir holen sie wieder ab, sobald sie wieder bei Bewusstsein ist." Sie legte ihre Karte auf den Tresen, bevor sie sich wie der Mann auch umdrehte und ihm wieder nach draußen folgte. Stradford hatte gewartet, bis die Tür hinter ihnen zuging und erst dann wandte sie sich dem 11jährigen Mädchen zu. Sie war leichenblass und ihr ganzer Körper eiskalt. Ihre Atmung war flach und ihr Puls kaum noch existent. Sie forderte die Schwestern auf, das Mädchen in ein Behandlungszimmer zu bringen. Sie wollte gerade nachfolgen und die Karte einstecken als sie den Namen drauf las. Inga White. Ja, der gesamten Zaubererschaft war bekannt, dass die White's zu Voldemort gehörten.

Heilerin Stradfort hatte sehr lange gebraucht, Anna's Zustand zu stabilisieren. Was sie danach tat, war nicht ihre Eltern anzurufen, sondern jemand anderes. Es hatte nicht lange gedauert, da war er auch erschienen. Albus Dumbledore. Die Besuchszeiten waren längst vorbei, aber er bekam dennoch Zutritt in das Krankenhaus.

„Wo ist sie?" fragte er die Heilerin, die ihn schließlich in das Zimmer zu dem 11jährigen Mädchen führte. Ihr Gesicht war nicht mehr ganz so blass, hatte etwas Farbe bekommen, aber ihr Körper war noch sehr kalt und lag weiterhin leblos auf dem Bett. Sie lag im Koma. Dumbledore's Gesicht hatte einen merkwürdigen Ausdruck angenommen. Sie sieht aus wie ihre Großmutter...

„Wird sie es schaffen?"

„Ich weiß es nicht. Es kommt auf die Stärke ihres Geistes an. Hat sie einen Grund zu leben?"

Er hatte ihr nicht geantwortet. „Ihre Eltern haben versucht ihr ihre schwarze Magie zu entziehen. Es hätte sie fast umgebracht und selbst jetzt ist es wahrscheinlich, dass sie vielleicht gar nicht mehr aufwacht. Es war keine schöne Prozedur, das kann ich ihnen gleich sagen. Wenn sie wieder aufwacht, wird sie sich ewig an die Schmerzen erinnern. Und angesichts der Tatsache, dass diejenigen, die ihr das angetan haben, sie danach wieder zu sich nehmen... Vielleicht ist es besser, wenn sie nicht wieder aufwacht."

„Ihr Bruder ist tot..." teilte Dumbledore Stradford mit, die für einen Moment um Fassung rang. Sie schüttelte den Kopf. „Sie haben zuerst ihm die schwarze Magie entnommen, aber da er nicht mal ansatzweise die Menge an schwarze Magie besitzt, wie seine Schweser, haben sie sich auch ihrer bedient. Dass sie zuerst seine Magie entnahmen, könnte ihr das Leben gerettet haben."

Stradford lachte schwach. „Wollen sie das dem Mädchen erzählen? Dass sie nur deswegen noch lebt, weil ihre Eltern ihren Bruder zuerst getötet haben? Ich habe dem Mädchen eine Blutprobe entnommen. Sie ist voll von schwarzer Magie, Direktor. Was immer die White's mit ihrer Tochter auch gemacht haben, sie haben sie nicht auf natürlichem Wege gezeugt. Ich habe noch nie so viel schwarze Magie durch das Blut einer Person fließen sehen, wie bei ihr. Wie lange wird es dauern, bis so etwas noch mal passiert? Was, wenn es sie das nächste Mal tötet?"

Dumbledore nickte der Heilerin zu und war zu dem Mädchen ans Bett geschritten.

„Ich habe keine andere Wahl, Direktor. Mir sind die Hände gebunden. Ich muss ihre Familie benachrichtigen. Es tut mir Leid."

Stradfort schritt aus dem Zimmer hinaus und schloss die Tür hinter sich. Er hatte keinen Moment gezögert, seine Hand auf die Stirn des Mädchens zu legen und seine Augen zu schließen.

Schon sehr bald, Anna, wirst du nach Hogwarts kommen. Du wirst sehen, dass die Welt nicht immer aus Schmerz und Kälte bestehen muss. Ich werde dir eine Welt zeigen, in der du lachen und froh sein darfst. Du musst es nur nach Hogwarts schaffen...


„Ich glaube," erzählte Dumbledore zu Ende. „Dass ihr Geist mich gehört hat. Sie wachte auf, nachdem ich weg ging. Ihre Eltern hatten sie nur wenig später abgeholt und sie kam wie erwartet später nach Hogwarts."

„Wieso haben sie sie nicht schon früher zu sich geholt?" brüllte Sirius wütend. „Wenn sie gewusst haben, was ihre Eltern mit ihr machen. Wieso haben sie sie dort gelassen?!"

„Weil das Zauberergesetz auf der Seite ihrer Eltern stand," erklärte James, statt Dumbledore. Er wusste, dass Sirius in derselben Phase steckte, in der sich James bis vor kurzem befand. Er fühlte sich selbst schuldig, doch unterdrückte dies, indem er andere anfuhr. Dumbledore hatte seiner Urenkelin liebevoll seine Hand auf die Stirn gelegt und sie fürsorglich angesehen. Lilli glaubte, dass er einen Zauber auf sie angewandt hatte, ohne seine Lippen zu bewegen. Es gab diese Zauber und Dumbledore war dieser eindeutig mächtig. Es war Stradford, die plötzlich wieder zur Tür herein gekommen war.

„Direktor, die Zaubereiministerin braucht sie."

Er schien müde zu sein als er von Anna ab lies und sich Stradford zuwandte.

„Natürlich. Ich komme sofort." Er wandte sich an James, Lilli und Sirius mit einem besorgten Gesichtsausdruck, doch es war James, der schließlich antwortete.

„Wir bleiben hier und halten sie auf dem Laufenden, Professor."

Dumbledore nickte kurz. Dann hatte sich abgewandt und war Heilerin Stradford nach draußen gefolgt. Nachdem sich die Tür geschlossen hatte, wandte sich James Sirius zu, der nichts anderes getan hatte, als die Hand seiner Freundin zu halten und sie anzusehen. Ein Blick zu Lilli und sie schüttelte lediglich den Kopf. Es dauerte nicht lange, da hatte Sirius Anna's Hand losgelassen, war rastlos aufgestanden und an die Wand gelaufen, nur um mit voller Wucht seine Faust gegen die Wand zu schlagen.

„Sirius!" mahnte sie, doch er brüllte stattdessen laut auf.

„Padfoot, beruhige dich!" brüllte auch James. Er war vielleicht der Einzige, auf den Sirius hörte. Als er endlich die Augen seines besten Freundes sah, sah er erschrocken die Verzweiflung in ihnen.

„Was -?" hatte er begonnen doch Sirius antwortete ohne, dass er die Frage zu Ende stellen musste.

„Ich kannte sie doch damals schon. Ich kenne Anna seit dem wir klein sind, unsere Eltern kannten sich. Ich hab sie gesehen und... mir immer nur gedacht: Was für ein komisches Mädchen. Will einfach nicht mit jemanden reden."

„Sirius," sagte Lilli sanft und hatte tröstend ihre Arme um ihn geschlungen. Sie hatte ihn umarmt und anhand dessen, dass auch Sirius zurück drückte, verstand sie, dass er ihren Trost annahm.

James hatte von ihnen weg zu Anna rüber gesehen. Sie hatte sich nicht gerührt, noch ihren Ausdruck verändert. Sein Gesicht verfinsterte sich bei dem Gedanken, wie ihre Kindheit ausgesehen haben musste.

Er hatte sich nie auch nur einen Gedanken darum gemacht, nachdem er Anna in Hogwarts kennen gelernt hatte. Dass etwas bei ihr nicht stimmte, hatte er erst ab ihrem 4. Schuljahr herausgefunden, als sie begann, sein dunkles Mal zu verbergen. Sie hatte ihre Gefühlswelt bis dahin immer stets gut verborgen und James wusste, wenn die Zauber, die Anna auf ihn angewandt hatte, nicht in beide Richtungen gewirkt hätten, dann hätte er das vielleicht niemals herausgefunden, wie es wirklich um sie und ihre Eltern stand.

Ein Klopfen hatte ihn aus seinen Gedanken gerissen. Es war Remus, der herein kam. Er hatte sie alle eine Weile lang verwirrt angesehen, vor allen Dingen, weil Anna nach wie vor nicht aufgewacht war. Als sein Blick bei James stehen blieb, hatte dieser verstanden und ihm zugenickt.

„Ich komme, Moony."

„Komme wohin?" fragte Sirius auf einmal.

„Der dritte Trank, Padfoot," erklärte James. „Ich muss ihn jetzt einnehmen, oder die vorherigen zwei Tränke waren umsonst."

„Moment mal!" protestierte er auf der Stelle. „Anna ist doch gar nicht bei Bewusstsein. Ich dachte, sie ist die Einzige, die weiß, wie man mit den Tränken verfährt?"

„Sie hat mir gestern erzählt, was zu tun ist," sagte Remus ruhig. „Und auch, dass es jetzt sein muss. Wir können nicht noch länger warten."

Dass es Sirius nicht Recht war, konnten sie alle sehen, aber sie verstanden vielleicht nicht, warum er so fühlte. Der Gedanke, dass er mit einem Schlag seinen besten Freund und die Frau, die er liebte, gleichzeitig verlieren könnte, ließ ihn nicht los und hatte sich in ihn als schrecklichen Gefühl eingehämmert.

„Wir sollten warten," sagte er und wagte einen letzten Versuch. James aber hatte seinem besten Freund zuversichtlich die Hand auf die Schulter gelegt.

„Wird schon schief laufen, Padfoot. Bleib du bei An."

Er hatte ihm die Schulter gedrückt und wollte gerade Remus folgen, als Sirius ihn am Arm festhielt.

„Prongs!" Er hatte ihn mit eindringlichem, fast schon tief flehendem Blick angesehen. James nickte lediglich.

„Ich bin der festen Überzeugung," sagte er zuversichtlich. „Dass weder meine noch Anna's Zeit gekommen ist. Es wird alles gut gehen."

Sirius hatte seinen Arm losgelassen, woraufhin James ihm einen letzten freundschaftlichen Klaps auf die Schulter gab und dann seinem Freund nach draußen folgte. Lilli hatte Sirius lediglich einen fragenden und besorgten Blick zugeworfen, bevor er ihr zunickte.

„Geh schon, pass auf ihn auf und ich pass auf Anna auf."

Lilli hatte ihn liebevoll und fest umarmt, bevor sie einen letzten Blick auf ihre schlafende beste Freundin warf und dann ebenfalls zu den Jungs nach draußen ging. Nachdem die Tür ins Schloss fiel, setzte sich Sirius zurück zu Anna aufs Bett und hatte sich eng an sie gedrückt. Sanft strich er ihre Haarsträhnchen aus dem Gesicht und schloss seine Augen.

Ich versuche dir immer zu sagen, was ich fühle... aber ich schaffe es nie... Ich bitte dich, stirb nicht. Nicht jetzt...

Und er ertappte sich dabei, wie er den kalten Körper seiner Freundin in seine Arme zog und sie darin fest hielt. Es war, als ob er glauben würde, wenn er sie nur fest genug hielt, dann würde sie nicht gehen. Sie durfte einfach nicht gehen.


„Ja, das ist der Humor der weißen Magie, wie?" fragte James nicht wirklich amüsiert. Er, Lilli, Remus, Peter, Alice und Frank standen mitten im Zaubereiministerium vor den Aufzügen, mit denen sie herein gekommen waren. Immer wieder gingen Zauberer und Hexen an ihnen vorbei. Diejenigen, die sie kannten, grüßten sie auch. Den dritten Trank musste James nämlich in diesem Gebäude einnehmen.

„Wusste Anna davon?" fragte James mit Seitenblick auf Remus.

„Err..." machte der kurz.

„Zumindest kann Du-weißt-schon-Wer hier nicht einfallen," sagte Lilli, was bewirkte, dass James sie mit hochgezogener Augenbraue ansah. „Was?" sagte sie unschuldig und zuckte zurück. „Wir sind hier im Zaubereiministerium. Weißt du eigentlich, wie viele dich anzischen, wenn du seinen Namen hier nennst?"

„Seit wann das?" fragte James misstrauisch. Er hatte oft genug gehört, wie sein Großvater und seine Eltern Voldemorts Namen sprachen, ohne eine solche Reaktion zu bekommen.

„Zeiten ändern sich," bestätigte Frank Lilli's Verhalten. „Bagnold ist nicht so wie Mr. Potter gewesen... Sie hat durchaus Angst, den Namen auszusprechen."

„Wieso hast du mir eigentlich nie erzählt, dass du im Zaubereiministerium geboren wurdest?" fragte Lilli plötzlich, was bewirkte, dass James dieses Mal zurück zuckte. Hatte sie ihn wirklich verständnislos angesehen?

„Weil das auch eine so tolle Geschichte für zwischen durch ist," kommentierte James sarkastisch.

„Heut ist ein schöner Tag, was hast du die Woche so gemacht? Übrigens, vor 18 Jahren hab ich das Licht der Welt im Zaubereiministerium erblickt, weil meine Eltern ihre Arbeit nicht sein lassen konnten und nicht daran gedacht hatten, dass ihr Sohn vor Ungeduld vorzeitig platzt? Und was wollen wir sonst noch so machen, meine Hübsche?"

Lilli verzog nicht gerade amüsiert den Mundwinkel, aber James lachte.

„Okay," sagte er amüsiert und hatte seine Freundin in seine Arme gezogen. „Ich bin kein guter Geschichtenerzähler. Du hast doch schon in Hogwarts gemerkt, dass von mir Storys immer falsch rüber kamen. Also büdde, wenn du das hören willst, frag meine Mum oder von mir aus auch Anna."

„Anna?" fragte sie ungläubig.

„Sie kann doch dieses Gedächtnislesen-Erinnerungssuch-Dings. Mein Leben ist ein offenes Buch für sie," lachte er kurz. Dann wurde ihm bewusst, wie die Wirklichkeit gleich wieder aussah und dass seine beste Freundin deswegen jetzt nicht protestierte und sich verteidigte, weil sie woanders um ihr Leben kämpfte.

Er drückte seiner Freundin einen Kuss auf die Stirn und zog sie dann mit sich in die Menge hinein. Ihnen hinterher, ihre Freunde.


Der dritte Trank musste an dem Ort eingenommen werden, an dem James geboren wurde und das war leider kein Krankenhaus, sondern das Büro seines Vaters im Zaubereiministerium. Sie hatten mehr oder weniger Glück, dass es Lilli und Frank gegeben wurde, aufgrund dessen, dass neue Auroren fehlten und mehr alte Auroren starben, als Neue nachkamen.

„Ich glaub nicht, dass sich Bagnold lange halten kann," sagte Frank, während sie in dem Büro, die Stelle für den Zauber herrichteten. „Crouch giert bereits darauf, ihren Platz einzunehmen und er hat viel mehr Anhänger, als Bagnold."

„Crouch?" fragte James verwirrt. „Ich glaub, mein Großvater hat ihn unterstützt."

„Yup," antwortete Alice. „Hat er. Crouch gehörte auch zu denjenigen, die sofort Himmel und Hölle in Bewegung setzten, um die Todesser zu finden, die deinen Großvater angegriffen hatten und er ist derjenige, der auch vehement gegen die Gerüchte steht, dass du ein Todesser bist."

James ließ die Kerze in seiner Hand fallen, doch Remus hatte sie reflexartig auffangen können.

„Crouch?" wiederholte James verunsichert. „Das ist merkwürdig, denn er ist derjenige, der mich als Kind ständig niedergemetzelt hatte, wenn ich mich hier aufhielt. - Das Ministerium ist kein Spielplatz für Frettchen wie dich!" äffte er den Auror mit übertrieben strenger Stimme nach. „Und natürlich hat er meinen Großvater darauf gebracht, dass er unbedingt ein Auge auf mich haben muss, weil ich mich sonst eines Tages von den falschen Leuten beeinflussen lassen könnte und Peng! Mein Großvater hörte nicht auf mir zu sagen, dass ich später Auror werden soll."

Frank grinste. „Crouch wurde von ihm sogar zum Chef der Abteilung für magische Strafverfolgung ernannt. Sollte Bagnold nicht mehr lange machen, könnte es sein, dass Crouch es schafft."

„Das ist es, was die Welt braucht," sagte Lilli kopfschüttelnd. „Einen rücksichtslosen Zaubereiminister."

„Wenn man bedenkt, dass Bagnold zur Zeit kaum etwas gegen Voldemort ausrichten kann, wäre es vielleicht nicht schlecht, jemanden wie Crouch in ihrer Position zu haben."

„Frank, Crouch ist rücksichtslos und herzlos."

„Andere würden das kalt und hart nennen. Wenn man es mit Todessern zu tun hat, ist das vielleicht sogar angebracht."

„Er ist dafür, die unverzeihlichen Flüche zu legalisieren!"

„Nur für Auroren im Kampf gegen Todesser."

James beschloss sich in Lilli's und Frank's Diskussion nicht einzumischen und auch nicht weiter zuzuhören. Er war aus einem bestimmten Grund nicht Auror geworden und ihre Diskussion war eine davon.

„Erzähls du mir, wie's abläuft?" fragte er an Remus gewandt.

„Du wirst nach Einnahme des Trankes wieder einschlafen."

„Danke, dass du nicht ohnmächtig gesagt hast," sagte er und beide grinsten.

„Und dann wirst deine Seele gegen die dunkle Magie kämpfen. Du wirst es nicht alleine machen. Anna hat dir Hilfe besorgt."

„Hilfe? Wer?"

„Diana."

„Wie jetzt?" fragte er leicht verwirrt.

„Ich weiß nicht genau, wie das abläuft, aber laut Anna wird sie dir seelisch beistehen. Ich hab Diana gefragt und sie war sofort bereit dazu."

Das bewirkte dass James gespielt suchend den Raum abklapperte und wie ein Seemann die Hand suchend über den Augen hielt.

„Also entweder ist sie jetzt genau so unsichtbar, wie sie sich immer in Hogwarts verhalten hatte oder sie ist nicht hier."

Dazu verzog Remus das Gesicht.

„Sie sagte, sie wird das tun, nicht dass sie hier auftaucht. Anna sagte, die Phowlyris hätten eine andere Art zwischen den Welten zu wandern – Okay, fertig."

James stellte erstaunt fest, dass die Kerzen um eine Decke aufgestellt waren.

„Du kannst dich hinlegen und den Trank trinken."

„Dass die liebe Anna nicht darauf kommt," kommentierte er amüsiert und nahm die drei Phiolen, die Remus ihm gereicht hatte in die Hand.

„Ehrlich jetzt?" fragte er Augen rollend und hielt die Phiolen hoch. „Pink?"

„Err -"

„Barbie-Süß-Pink?"

„Err -" machte Remus aufs Neue und dachte zwei Sekunden nach. „Lilli's-Haarspange-hübsch-pink?!"

„Netter Versuch," sagte James und zuckte mit dem Mundwinkel. Remus verzog lediglich den Mund nach unten.

„Lilli hat ihn fertig gebraut, Prongs. Trinks mit Liebe."

„Ach, wie witzig!" warf er ihm hinterher, als dieser zur Seite schritt, um seine Position mit dem Zauberstab einzunehmen.

„Viel Glück," sagte Alice und nachdem Frank James zunickte, gingen beide hinaus, um Auroren davon abzuhalten in das Büro zu kommen.

Peter hatte sich im Raum vor die Tür mit seinem Zauberstab hingestellt und James ebenfalls zugenickt, während er selber sich auf die Decke setzte. Lilli hatte sich direkt neben ihm auf ihre Knie begeben und sah aus, als ob sie ihm dabei helfen wolle sich angemessen zu platzieren. Daraufhin nahm er lachend ihre Hände in seine.

„Lils, ich bin kein alter Opa, noch schwer verletzt und ich werde es bestimmt noch selber hinkriegen, die Teile hier auszutrinken."

„Sorry," sagte sie etwas peinlich berührt, doch James lachte wieder auf.

„Erinnert mich ein wenig an Hogwarts. Eigentlich sollte ich auf dich aufpassen, nicht umgekehrt."

„Du kannst mich nicht daran hindern, es dennoch zu tun," sagte sie lächelnd und hatte ihm ohne zu zögern einen langen, leidenschaftlichen Kuss gegeben. James hatte ihn durchaus erwidert und seinen rechten Arm um ihren Rücken geschlungen, um sie näher zu sich zu ziehen. Sie hätten nicht aufgehört, wenn Remus sich nicht auffällig geräuspert hätte. Nachdem sie wieder auseinander gingen und ihn ansahen, winkte dieser lediglich unschuldig zu ihnen rüber.

„Pass auf dich auf," sagte Lilli besorgt, dann stand auch sie auf und begab sich zu Peter in Sicherheit.

James trank die drei Phiolen mit einem Mal leer, während Remus zeitgleich den Zauberspruch aufsagte. Sie schmeckten... so widerlich, dass er es beinahe wieder ausgekotzt hätte. Und anders als bei dem vorigen Trank bemerkte er, wie sich langsam seine Luftröhre zuschnürte. Er keuchte und rang nach Luft. Er sah Lilli und Remus her rennen und sich zu ihm hinab beugen, doch was sie riefen, das hörte er nicht mehr. Er sank langsam mit dem Oberkörper auf die Decke nieder, sah wie die Phiolen aus seiner Hand auf dem Boden weg rollten und wie die erschrockenen Gesichter von Lilli und Remus verschwammen. Dann wurde alles schwarz.


Und mit einem Mal konnte er wieder tief einatmen. James schlug seine Augen auf und atmete so heftig ein wie er nur konnte aus Panik, dass ihm sonst wieder die Luft weg blieb. Er brauchte etwas, um zu bemerken, dass er ganz normal atmen konnte und sich wieder beruhigte.

„Alles okay?" hörte er eine bekannte Stimme. Er drehte sich zur Seite und sah Diana Ayenterro neben ihm knien. Er beugte sich langsam auf und sah sich um. Sie befanden sich noch immer im Büro seines Vaters im Zaubereiministerium, aber seine Freunde waren weg und auch das Büro sah aus, wie er es aus seiner Erinnerung aus seiner Kindheit kannte.

„Ja," sagte James schließlich und stand mit Diana gleichzeitig auf. „Hi," fügte er freundlich hinzu.

„Lang nicht mehr gesehen."

Sie lächelte ebenfalls freundlich. „Ja, das stimmt. Ich habe dir viel zu verdanken."

Er aber schüttelte den Kopf. „Wenn überhaupt, dann solltest du Moony danken. Ich habs für ihn getan, nicht für dich."

„Ja, ich weiß," gestand sie leise, aber es war James, der seine Augen zusammen kniff. Er wusste, dass das böse kam.

„Es... tut mir Leid," sagte er ehrlich Sie lächelte sanft.

„Okay, wie geht's ab jetzt weiter?" fragte er sie, aber Diana sah verwirrt zurück.

„Ich kenne mich damit nicht aus. Tut mir Leid. Anna meinte lediglich, dass ich dir seelisch beistehen sollte. Wenn du also das Gefühl hast, fliehen zu müssen, dann ergreife meine Hand und ich bringe dich weg."

„Fliehen? Vor Voldemort? Wie soll ich ihn besiegen, wenn ich vor ihm fliehe?"

„Ich bin nicht Anna, James."

„Diesen Satz hör ich außergewöhnlich oft in der letzten Zeit," kommentierte er trocken. Diana hatte nichts darauf erwidert. Stattdessen blickte sie sich verwirrt, fast schon verängstigt, umher.

„Was ist?" fragte er verdächtig, doch sie sah ihn unsicher an.

„Ich weiß nicht... Ich kann -" Und Diana verschwand. James zuckte erschrocken zurück und verzog verwirrt die Augenbraue.

„Ayenterro?" fragte er verunsichert.

„Lord Voldemort," ertönte die kalte Stimme hinter ihm. „ziehe ich als Bezeichnung vor." Er hatte sich langsam und vorsichtig umgedreht, bevor er den Mann sah, zu dem die zischende Stimme gehörte. „Deine Flucht findet hier ihr Ende, Potter." James griff nach seinem Zauberstab.

„Verdammt!" Er hatte selbst jetzt noch keinen. Er spürte plötzlich die eisigen und dürren Finger an seinem Hals. Dafür, dass Voldemort so leichenblass und schmächtig war, hatte er eine außergewöhnlich starke Kraft, als er ihm die Kehle zudrückte. Doch sein Gegner brachte es nicht zu Ende, sondern schmiss ihn mit voller Wucht an die Wand. Sein Körper knallte hart wieder auf dem Boden auf und ihm entfuhr ein schmerzhaftes ächzen. Jetzt könnte er ne Flucht gut gebrauchen.

„Ayenterro?!" brüllte James, doch sie tauchte nicht wieder auf. „Diana!" Aber alles was passierte war, dass Voldemort seinen Zauberstab auf ihn richtete. „Crucio!"


James Körper begann unkontrolliert auf der Decke zu zucken, als ob ein Fluch über ihn zog.

„Ist das normal?!" fragte Lilli panisch, doch Remus schüttelte nur den Kopf. Die beiden versuchten James ruhig zu halten, so gut es ging.

„Wormtail, leg den Silencio-Zauber auf den Raum. Wenn er anfängt zu schreien, darf kein Laut nach draußen fahren."

„Okay, Moony."

„Er hat Schmerzen," sagte sie verängstigt. Sein Körper hörte auf zu zucken und er blieb zwar ruhig liegen, dafür jedoch begann seine Lippe einfach so zu bluten. Nun wurde sie erst Recht panisch.

„Remus! Was passiert da?!"

„Ich weiß es nicht, Lilli. Wir... Wir müssen einfach abwarten." Das kam leichter heraus, als er sich wirklich fühlte. Er war genau so unruhig und verängstigt wie sie gewesen.

„Remus!" ertönte eine weibliche Stimme hinter ihnen.

„Uah!" schrien Lilli, Remus und Peter gleichzeitig erschrocken. Diana Ayenterro stand direkt zwischen ihnen.

Ein Fußstoß von draußen war Franks Zeichen, dass sie gefälligst ruhig sein sollten.

„Wormtail?!"

„Ich habs eigentlich gemacht... Ich mach den Silencio-Zauber noch mal, Moony."

„Diana?" fragte Lilli überrascht. „Was machst du hier?"

„Tut mir Leid. In eurer Welt als Phowlyris zu reisen, hab ich noch nicht ganz drauf," begann sie sanft, wandte sich dann aber sofort Remus zu. „Ich kann keine Verbindung zu James mehr aufbauen."

„Wie jetzt?"

„Es geht nicht. Ich komm nicht mehr an ihn ran. Ich habs versucht und ich hörte ihn nach mir rufen, aber ich kann nicht in seine Welt eindringen."

„Lieber Gott, bitte nicht" stieß Lilli verzweifelt aus und hatte James Hand ergriffen. Eine Platzwunde hatte sich plötzlich an seiner Stirn gebildet und Blut floss an seiner Schläfe hinab.


Noch prügelte Voldemort nur auf ihn ein und hatte ihm ein mal den Cruciatus-Fluch aus den Hals gehetzt. Noch hatte James den Willen das auszuhalten und zu überleben. Er musste lediglich einen Weg von hier weg finden. Lediglich war gut, wenn man bedachte, dass Voldemort ihn keine Sekunde aus den Augen ließ. Er kämpfte sich auf alle viere als ihn ein harter Tritt in die Brust traf und wieder zu Boden warf. Er kämpfte nach Luft während er nichts anderes sah, als die schwarzen Stiefel seines Gegners.

„Gib endlich auf, Potter. Ich kann dieses Spielchen ewig so weiter spielen. Kannst du es auch ewig ertragen?"

Er wanderte mit seinem Blick in das Gesicht seines Feindes und starrte diese blutroten Augen angewidert, aber entschlossen an.

„Worauf sie wetten können!"

„Crucio!"

Und wieder zuckte sein Körper unkontrolliert und verkrampft. Lilli und Remus fixierten James, so dass er sich dabei nicht unnötig weh tun konnte.

„Wir müssen etwas tun," sagte sie entschlossen.

„Ich versteh nicht, warum es nicht funktioniert. Anna sagte, es müsse klappen," sagte Remus unruhig.

„Wo ist Anna überhaupt?" fragte Diana verwirrt.

Lilli und Remus hatten sich frustriert angesehen.

„Nicht bei Bewusstsein," antwortete Remus schließlich.

Es dauerte eine Weile bis James endlich aufhörte zu zucken und wieder ruhig wurde. Jedes Mal, wenn eine neue Verletzung hinzu kam, zuckte beide verängstigt zusammen. Ab und zu kümmerte sich Lilli um die Wunden, andere Male versorgte Remus sie, so dass er nicht zu viel Blut verlor oder die Wunden sich irgendwie infizieren könnten. Währenddessen hatten sie Diana von den Geschehnissen um Anna und den weißen Auroren erzählt.

„Ich könnte versuchen Anna zu helfen," sagte Diana plötzlich, was bewirkte, dass Remus und Lilli überrascht zu ihr rüber sahen. Diana wurde nach wie vor rot, wenn sie zu viel Aufmerksamkeit bekam. „Na ja, ich mein, die Phowlyris besitzen Heilungskräfte, die sich auf den Geist auswirken. Wenn ich sie zurück führe, dann kann sie James helfen."

„Wie sollte Anna James helfen?" fragte Lilli verwirrt.

„Na," antwortete sie leicht verunsichert, dass die beiden das überhaupt anzweifelten. „Aufgrund ihrer Legilimentik Fähigkeiten."

„Nun," begann Remus nachdenklich. „Sie ist gut -"

„Sie ist nicht nur gut, Remus. Als ich damals mit ihr sprach, fand das Gespräch zu 100 Prozent wortlos ab. Sie hat sich selber in meine Erinnerung gearbeitet und sich alles angesehen. Als Phowlyris hab ich es gespürt, dass diese Fähigkeit bei ihr sehr weit fortgeschritten ist. Weiter als bei einem Großteil anderer guter Zauberer und Hexen. Anna ist stärker als ihr glaubt. Ich habe ihre Magie gespürt und sie ist sehr gut."

„Moment, es ist toll, wenn du Anna hilfst," sagte Lilli. „Nein, eigentlich sogar großartig, aber... ich dachte, die Phowlyris halten sich aus dem Krieg hier heraus und helfen keiner Seite?"

„Tun sie auch nicht," bestätigte Diana es ihr ohne weiter darauf einzugehen, was bewirkte, dass ihre Freundin einfach nur lächelte. Vielleicht würde sie es ihr später noch erklären, warum sie es dennoch tat.


Da sie James kaum bewegen konnten und Diana's Phowlyris-Art der Fortbewegung schneller ging, tauchte Lilli mit Diana schließlich im St. Mungo's Krankenhaus in Anna's Zimmer auf. Sirius hatte sofort eine Ablehnende Position gegenüber Diana eingenommen und selbst nachdem Lilli ihn alles erzählte, wurde sein Ausdruck nicht freundlicher. Grimmig und misstrauisch hatte er sie anfixiert.

„Ich bin mir bewusst, dass du mir nicht traust, Sirius," begann Diana leise. Sie wirkte weder angreifend noch verteidigend, lediglich zurückhaltend. „Aber Tatsache ist, dass ich wirklich nur hier bin, um Anna zu helfen, nicht zu schaden."

„Und das von derselben Person, die ihre Freunde nicht einmal, nein gleich zweimal verraten hat."

„Sirius, bitte." Dieses Mal hatte Lilli gesprochen und ihn flehend angesehen. „James könnte sterben."

Das Leben seines Freundes war vielleicht das Einzige, was ihn in diesem Moment wirklich dazu bewegen konnte, eine Hexe, für die er so großen Hass und Verachtung empfand, Hand an seine Freundin anlegen zu lassen.

„Wenn Anna nicht wieder aufwacht oder sich ihr Zustand verschlechtert, dann verspreche ich dir, gibt es garantiert keine Gelegenheit für ein drittes Mal für einen Verrat."

„Es wird auch so kein drittes Mal geben," sagte Diana leise. Damit hatte sie nicht verärgert oder verletzt auf seine Drohung reagiert, sondern freundschaftlich. Ihr war klar, dass sie ihn nur sehr schwer, wenn überhaupt irgendwann einmal, davon überzeugen konnte, dass sie wirklich Wiedergutmachung leisten möchte. Sie wollte es dennoch zumindest versuchen. Sie schritt zu Anna ans Bett und legte ihre Hand auf ihre Stirn. Sie schien etwas zu sprechen, doch obwohl sich ihre Lippen bewegten, war ihr kein Ton entfahren. Sirius hatte Lilli immer wieder besorgte Blicke zugeworfen, doch sie blickte immer wieder zuversichtlich zurück. Sie mussten Vertrauen haben. Die Heilung dauerte gut 10 Minuten, bevor Anna's Augenlider begannen, sich zu bewegen. Ihre Finger rührten sich leicht, bevor sie langsam ihre Augen öffnete. Diana nahm ihre Hand weg und trat einen Schritt zurück, damit ihre beiden Freunde zu ihr gelangen konnten. Sirius hatte seine Freundin als erstes so fest in die Arme geschlossen, dass sie im ersten Moment zu überrumpelt war, um zu reagieren. Nachdem auch Lilli sie sanfter umarmt hatte und sich zu ihr ans Bett setzte blickte Anna verwirrt zu Diana.

„Was ist passiert?" fragte sie schwach.

Sirius schien etwas sagen zu wollen, aber Lilli schnitt ihm das Wort ab.

„Tut mir Leid, Anna. Wir haben keine Zeit. James braucht dich."

„James?" fragte sie noch immer verwirrt und sah sie beide auch genau so verunsichert an.

„Er hat den dritten Trank genommen, aber irgendetwas stimmt da nicht. Was immer in seiner Seele passiert, sein Körper kriegt es ab. Er blutet und krampft, als ob ihn jemand mit dem Cruciatus-Fluch foltert."

„Du sagtest, ich solle ihm seelischen Beistand leisten," hatte Diana sanft gesprochen. „Aber irgendwie bin ich aus seiner Seele geflogen und ich kann nicht mehr rein. Ich denke aber, dass du eine Verbindung zu ihm aufbauen könntest."

„Ich?" fragte sie wieder unsicher. Lilli fragte sich, ob Anna eigentlich verstand, was sie da sagten.

„Ja, Lils, ich verstehe, was ihr da sagt," hatte sie müde gesagt und kurz mit dem Mundwinkel gezuckt. Ihre Freundin lächelte überrascht, zumal sie das eben nicht laut ausgesprochen hatte.

„Okay, bringt mich zu James."

Lilli, Sirius und Diana waren aufgestanden und hatten Anna beobachtet, die sehr langsam die Beine vom Bett nahm. Sirius hatte ihr ihren Umhang gereicht und ihr beim Anziehen geholfen.

„Du wirst mich stützen müssen," sagte sie leise, doch er grinste charmant.

„Ich könnte dich sogar tragen."

„Stützen reicht," sagte sie sanft lächelnd.


Diana reiste mit ihnen zusammen zurück ins Zaubereiministerium in das Büro von Mr. Potter.

„Anna!" Remus hatte sie in die Arme genommen, doch sofort gemerkt, dass wenn er sie nicht weiter fest hielt, sie in seinen Armen zusammen geklappt wäre. Er half ihr daraufhin zu James hinab zu sinken, welcher mittlerweile mehr Wunden und blaue Flecke bekommen hatte, als noch eine halbe Stunde früher, als Lilli weggegangen war.

„Kannst du was tun?" fragte Sirius besorgt an seine Freundin gewandt. Der Blick auf seinen geprügelten Freund war genau so schlimm, wie der Blick auf seine Freundin, die eine halbe Stunde vorher noch im sterben lag. Selbst jetzt war ihre Verfassung alles andere als gesund und munter. Sie wirkte, als ob sie jeden Moment zusammenbrechen könnte.

„Werden wir gleich sehen," sagte sie und richtete ihren Zauberstab auf James. „Legilimens."

Anna tauchte im leeren Büro von Mr. Potter auf. James war nicht hier gewesen, dafür stand die Tür offen. Zumindest konnte sie hier ohne Hilfe gehen, dachte sie, und ging zum Flur hinaus.

„Crucio!" Sie folgte Voldemort's Stimme und rannte den Gang hinab. Sie fand sich in den größeren Büros wieder und blieb schockiert stehen, als sie ihren besten Freund auf dem Boden sah. Er krümmte und ächzte vor Schmerzen, sein Körper war wie sein richtiger Körper auch, überall mit blauen Flecken und Wunden versehen. Sie bemerkte erstaunt, dass er nicht geschrien hatte. Ab und zu war ihm ein ächzen entfahren, aber mehr lies er nicht zu. Er war wie sein Vater, dachte Anna. Sie hatte Mr. Potter im Kampf gegen Todesser gesehen und auch er ließ es nie zu, Schwäche vor ihnen zu zeigen. Sie wollte ihm helfen, doch ihr Zauberstab befand sich nicht mehr in ihren Händen. Sie zögerte einen Moment, denn sie wusste nicht, was sie tun sollte.

„James!" rief sie schließlich, als Voldemort den Fluch wegnahm und er zusammen gekrümmt auf dem Boden blieb. Für einen schrecklichen Moment hatte sie Angst, dass er tot war, aber er hatte tatsächlich seinen Kopf gehoben, um sie anzusehen und, wenn auch schmerzverzerrt, zu lächeln.

„Anna?"

„AVADA KEDAVRA!" schrie Voldemort und der grüne Strahl flog in ihre Richtung. Sie hörte noch wie James nach ihr schrie, dann wurde es schwarz und sie befand sich wieder im Büro, umringt von ihren Freunden. Ihr Herz raste.

„An?" fragte Sirius besorgt. Er war derjenige gewesen, der sie offenbar festgehalten hatte, damit sie nicht nach hinten kippte.

„Es ist Voldemort," sagte sie leise und um Fassung ringend. Sie hatte die Verbindung offenbar rechtzeitig getrennt, bevor sie der Todesfluch treffen konnte. Sie mochte gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn nicht.

„Kann Prongs gewinnen?" fragte Sirius ernst. Sorgenfalten waren auf seiner Stirn erschienen. Sie schüttelte traurig den Kopf, woraufhin sie alle aufschreckten.

„Nicht alleine," sagte Anna leise. Ihr fehlte die Kraft, um lauter zu sprechen „Und ich kann ihm nicht helfen."

„Wer kann dann helfen?" fragte Sirius drängend. „Dumbledore? Er muss eingreifen! Prongs wird sterben, wenn nicht."

„Du und Remus," antwortete sie, woraufhin beide überrascht zuerst einander, dann ihre Freundin ansahen.

„Wie?" fragte Remus, der so wie sie Sirius ebenfalls bereit war alles zu tun, was nötig war. Obwohl sie es wusste, zögerte sie es zu sagen.

„Anna?" drängte Lilli ihre Freundin sanft.

„Mit einem dem Trank ähnlichen Zauber, wie ich mit Sirius und Lilli damals in James Gedanken kam, könnte ich Remus und Sirius in James Seele rein projektieren, sogar mit Zauberstab. James hat keinen, deswegen kann er sich gegen Voldemort auch nicht wehren. Aber -" Sie machte eine Pause, um sich zu beruhigen. „- Ihr dürft ihm gegen Voldemort nicht helfen. Das ist James Kampf. Es ist sein dunkles Mal. Er muss Voldemort besiegen."

„Okay," sagten beide.

„Ihr müsst euch das wirklich bewusst machen. Wenn einer von euch ihm hilft oder gar selber Hand an Voldemort in James Seele anlegt, dann bleibt das dunkle Mal und alle Tränke und Mühe waren umsonst."

„Okay," sagten beide wieder. „Wir haben's kapiert," fügte Sirius ernst hinzu.

„Gut..."

„Mal ne andere Frage," sagte Remus. „Wie soll James Voldemort töten, wenn er keinen Zauberstab hat?"

„Er könnte ihn selbst mit Zauberstab nicht töten, bestenfalls sich selbst verteidigen. Voldemort ist nicht real. Er ist nur etwas in James Seele, was er zerstören muss. Er kann ihn weder mit Gewalt Schaden zufügen, noch mit Magie. James muss verstehen, dass seine Seele kämpft, nicht sein Körper, sondern seine Seele."

Sirius und Remus waren sich nicht sicher, was Anna damit meinte und drückten dieses Unverständnis auch in ihren Blicken aus.

„Ich kann es wirklich nicht anders sagen," sprach sie leise und erschöpft.

„Okay," sagte Remus schließlich, der begriff, wie kraftlos sie wohl tatsächlich sein musste. „Wir werden es James mitteilen."

„Sagt ihm," fuhr sie schließlich nach ein wenig nachdenken fort. „Er ist ein Black Heart. Er braucht kein Zauberstab, um diesen Voldemort zu bekämpfen."

Remus nickte sanft, wenn auch nach wie vor nicht wirklich verstehend. Sirius und er machten sich bereit für den Zauber, den Anna anwenden würde.

Lilli hatte ihre Freundin auf den Beinen gestützt, während Sirius und Remus jeweils zu einer Seite von James platz nahmen und mit ihren Zauberstäben in ihren Händen jeweils die andere Hand auf den jeweiligen Arm des besten Freundes legten. Dann sprach Anna den Zauber aus.

„animorum amicus."

Sirius und Remus fanden sich im leeren Büro von Mr. Potter wieder. Sie sahen einander kurz besorgt an und beschlossen dann den Freund zu suchen. Sie hatten nicht lange suchen müssen und fanden ihn alleine in einem weiteren Menschenleeren Büro an der Wand auf dem Boden lehnen.

„Prongs!" rief Sirius und war mit Remus zu ihm hin gelaufen. Sie ließen sich jeweils zu einer Seite des Freundes auf die Knie und überprüften seine Verfassung. Er sah noch genau so geprügelt und verletzt aus, wie auch sein richtiger Körper aussah, machte jedoch langsam erschöpft seine Augen auf, als er die Stimmen seiner beiden besten Freunde hörte.

„Padfoot?" krächzte er leise. „Moony?"

Sirius fiel ein Stein vom Herzen als sein Freund sprach.

„Anna hat uns geschickt," begann Remus sanft. Er wollte sich die Besorgnis nicht anmerken lassen, aber sein Herz zersprang fast vor Wut auf denjenigen, der seinem besten Freund dies angetan hatte. Sie hatten in Hogwarts schon viel einstecken müssen auf ihren Touren durch die Ländereien oder auch in ihren Prügeleien mit Slytherins. Aber er hatte James noch nie auch nur annähernd in dieser schlechten Verfassung gesehen. Sirius schien dasselbe zu denken, denn er hatte sofort seinen Zauberstab heraus geholt und einen Heilzauber auf eine der blutenden Wunden gezaubert.

„Er kommt zurück," sagte James unter größter Kraftaufwendung.

„Dann sollten wir dich erst mal von hier weg in Sicherheit bringen," sagte Remus und Sirius nickte ihm verstehend zu. Zusammen zogen sie ihren Freund auf die Beine und stützten ihn beim raus gehen, denn alleine hätte er keinen Schritt mehr tun können. Selbst durch ihr Stützen knickte er immer wieder ein, so dass sie ihre Schritte vorsichtshalber verlangsamten. In einem anderen Büro hatten sie ihn schließlich auf einem Sessel niedersinken lassen, um sich auszuruhen. Während Sirius Ausschau nach Voldemort hielt, hatte Remus sich um einige wenige Verletzungen gekümmert. Sie hatten absolut keine Ahnung, wie James in dieser Verfassung bitte sehr einen Kampf gewinnen sollte.