Samtpfoten und Saphiraugen
Special – Side Joey
Teil:11/?
Joey POV
Er ist wieder da! Er ist wirklich wieder da! Ich kann es kaum fassen. Eben noch war da diese schreckliche Nachricht, die mir fast den Boden unter den Füssen weggerissen hat und jetzt bist du hier.
Du warst es eigentlich die ganze Zeit, aber du hast es nicht sagen können oder wir haben es nicht gemerkt. Wie dumm wir doch alle waren. Wie dumm ICH war. Oh, Seto, mein lieber, lieber Seto, endlich hab ich dich wieder.
Ich hab geglaubt das sei ein Traum, wollte gar nicht wahrhaben, dass das wirklich du bist da auf meinem Schoss. Doch diese blauen Augen würde ich immer wieder erkennen und dieser unverwechselbare Geruch, diesmal nicht von irgendwelchen teuren Parfums überdeckt.
Ungläubig streichle ich dein Gesicht. Es ist so fremd und doch so vertraut. Nie hätte ich mich früher getraut so etwas zu tun, aber nun... aber nun weißt du Bescheid und wie es scheint bist du nicht böse deswegen... ich kann einfach nicht und muss dich immer wieder berühren.
Du bist so dünn geworden. Was musst du nur durchgemacht haben in den letzten Tagen und Wochen. Jede Rippe kann man sehen und du bist blass... so blass warst du nicht mal, als du Grippe hattest.
Dass du schliesslich sogar fast einschläfst als ich dich küsse sagt mehr als genug und ich heb dich einfach hoch, wie wenn du nichts wiegen würdest. Aber du gehörst nun ins Bett und musst dich dringend ausruhen.
Deine schlafende Gestalt beruhigt mich und lässt doch mein Herz viel schneller klopfen.
Wenn du nur ahnen könntest was ich die letzten Tage und Wochen durchgemacht habe. Immer habe ich die Nachrichten verfolgt, ob man irgend etwas von dir gefunden hätte. Mokuba war hier und ich war sogar in deiner Villa.
Selbst wenn du aufgetaucht und mich fertig gemacht hättest, es wäre mir egal gewesen. Aber du bist nicht aufgetaucht und unsere Hoffnung ist immer kleiner geworden.
Dabei warst du doch hier. Die ganze Zeit warst du direkt vor unserer Nase und wir haben es nicht gemerkt.
Aber nun werden mir auch einige Dinge klar, die du getan hast und die ich damals nicht erklären konnte. Aber im Nachhinein ist alles ganz logisch.
Zärtlich blicke ich auf dein Gesicht herab. Du schläfst tief und fest, du musst ja auch wirklich hundemüde sein und ganz erledigt. Kein Wunder, für ein so kleines Ding wie du bis vor kurzem noch warst musst du sicher unglaublich weit gelaufen sein.
Und nur um zu mir zurück zu kommen. Aaaah, mein Herz quillt fast über vor Gefühlen. Am liebsten würde ich dich in den Arm nehmen, aber ich weiss dass du diesen Schlaf brauchst und ich dich noch früh genug wieder aufpäppeln kann – aber du hast es auch bitter nötig.
Vorsichtig lege ich mich neben dich, um dich ja nicht zu wecken und kann es doch nicht lassen dich in meine Arme zu ziehen. Umso überraschter bin ich, als du dich plötzlich im Schlaf umdrehst und ankuschelst. Ja beinahe kommt es mir vor, als würdest du wieder leise für mich schnurren. Mein lieber, süsser Seto – mein Kätzchen.
