Titel: Entgegen ihrer Bestimmung Teil: 11/ Epilog Autor: Mara Email: kargmin@yahoo.de Spoiler: 2 Jahre nach Freak Nation Rating: PG-13 Zusammenfassung: Ihre Gene machten sie zur X5. Aber im Gegensatz zu ihren Geschwistern sind bei ihr nur die nachteiligen Gensequenzen der X- Serie ausgeprägt. Ein (fast ) normales Mädchen auf der Flucht vor Manticore. Pairing: andere Kategorie: AU Disclaimer: Die Story und die Figuren gehören mir, der Rest von DA nicht. A/N: Letzter Teil! Mit einem sogar für mich unerwarteten Ende. Gibt es jemand, der die arme FF-Schreiberin über den Verlust eines ihrer liebsten Storys hinweg tröstet? *such*

Epilog

Es war früher Mittag, als ich langsam den Feldweg zum Campingplatz herunterging. Es war ein seltsames Gefühl, an einen Ort zurückzukehren, der einst mein Zuhause gewesen war. Vor zwei Jahren, als der Kampf um Terminal City noch tobte, hätte ich es nie für möglich gehalten. Es hatte uns viel gekostet, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, so dass sich jetzt zumindest die menschenähnlichen von uns relativ ungefährdet ausserhalb von TC bewegen konnten. Viele von uns hatten sich auf diese Weise über den Kontinent verstreut, und versuchten, teilweise noch im Untergrund lebend, den Menschen die Furcht vor uns zu nehmen. Manchmal hatten sie Erfolg. Wenn auch nicht so, wie wir es uns vielfach gewünscht hätten. Unsere Versuche, mit unseren eher überragenden, Fähigkeiten den Menschen zu helfen, hatte dazu geführt, dass viele uns als Superhelden verehrten, wenn nicht gar anbeteten. Für andere hingegen waren wir immer noch schlichtweg eine Brut des Teufels, ein Verbrechen an der Natur.

"Mama, sind wir bald da?" nörgelte eine Stimme neben mir. Aus meinen Gedanken gerissen blickte ich lächelnd auf Raya hinab. Obwohl sie erst knapp zwei Jahre alt war, übertraf sie gleichaltrige Kinder in der Größe und ihrem Wahrnehmungsvermögen. Wenn man es nicht besser wüßte, könnte man sie für drei Jahre älter halten. "Gleich. Da hinten ist schon die Einfahrt." Und tatsächlich tat sich der vertraute Weg vor uns auf. Mit einem seltsamen Gefühl der Spannung betrat ich den Platz. Wieviel sich hier wohl verändert hatte? Zögernd wandte ich mich, meine Tochter aufgeregt neben mir herhüpfend, in Richtung Laden. Vorsichtig stiess ich die Tür auf. In Erwartung des Kommenden verkrampfte sich leicht mein Magen. Aber selbst das hätte mich nicht vorbereiten können. "Heilige Kobrakacke, Arron!" Verdattert rannte ich fast gegen den Türbalken. "Rickie!?" "In voller Größe und Person!" Strahlend ging der alte Campingplatzbesitzer und früherer Manticorearzt auf mich zu. "Mädchen, schön dass du hier vorbeikommst- wo hast du nur so lange gesteckt?" Er drückte mir fast die Luft ab. "Ich ...äh..." "Und dass ist wohl deine Kleine. Sieht ziemlich groß für ihr Alter aus." "Ja, das ist Raya." Die Angesprochene musterte skeptisch den sich zu ihr herunter beugenden Mann. "ich kenne dich nicht!" sagte sie kritisch und krauste die Nase. Selbst als Rickie ihr einen Lutscher hinhielt, zögerte sie. "Nimm ruhig. Rickie ist ein Freund.", beruhigte ich sie. "Die Kleine ist mißtrauisch. Hast du nicht Lust, draussen mit den Kindern zu spielen, damit ich mit deiner Mama reden kann?", fragte er sie auf Augenhöhe. "Mama?" Fragend sah sie mich an. "Ist alles in Ordnung. Du kannst ruhig gehen." Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Die Tür knallte hinter ihr, als sie herausstürmte. Rickie richtete sich langsam auf, den Lutscher immer noch in der Hand. "Sie ist wirklich...aussergewöhnlich." Ich seufzte "Ja. Aber sag mal, wie kommt es, dass du eigentlich wieder hier bist?" "Es wäre doch Verschwendung, ein so schönes Plätzchen irgendeinen Stümper aus dem Dorf zu überlassen!", entrüstet sich Rickie. Unauffällig legte er den Lutscher beiseite. "Da ich Manticore los bin, wäre es verrückt, all die Arbeit hier einen dahergelaufenen Farmersjungen zu überlassen.", fuhr er schelmisch grinsend fort. "Natürlich nicht.", pflichtete ich ihm bei. "Wie lange bist du schon hier?" "Seit ungefähr der selben Zeit, als wir uns verabschiedet haben. Der Platz lag in der Zwischenzeit in den Händen des alten Zarky." "Ich hätte nie gedacht, dass der sich für was anderes interessiert als seine Ruhe." "Oh, viele Menschen werden hier oft unterschätzt.", bemerkte Rickie augenzwinkernd. "Aber sag mal Mädchen, wie ist die Sache mit Reese und Nick ausgegangen?" lenkte er mich ab, bevor ich eine Frage stellen konnte. Ich setzte mich auf den Tresen. Meine Beine baumelten, während ich Rickie antwortete. "Eigentlich... ist die Sache gar nicht ausgegangen. Die Situation ist immer noch etwas unklar. Aber mir gefällt es so.", fügte ich rasch hinzu, als ich sah, wie er eine Bemerkung machen wollte. "Heißt das, du hast Reese immer noch nicht gesagt, wer der Vater ist?" "Nein, aber ich denke er ist selbst drauf gekommen. Von wem soll Raya sonst die blauen Augen und das schwarze Haar haben, wenn nicht von ihm?" "Und wie steht er zu euch?" Ich wand mich. Diese Fragen bereiteten mir nicht gerade Vergnügen. "Er ist ...nett." "Also schleicht er immer noch um euch herum und erdolcht Nick mit Blicken?" "Äh.." Das kam der Wahrheit relativ nahe. "Sie gehen sich vielmehr aus dem Weg. Nick ist übrigens richtig super.", fing ich an zu schwärmen. "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich so liebevoll um ein Kind gekümmert hätte." "Der Junge hat was für dich übrig. Was sich dir schon lange gesagt habe.", fügte Rickie mahnend an. "Die Frage ist nur, willst du auch was von ihn?" Ich zuckte unbehaglich. "Arron, du kannst nicht ewig Status quo beibehalten. Irgend wann musst du dich entscheiden." "Ja, aber doch nicht jetzt.", sagte ich kläglich. "Dein Kind ist schon zwei Jahre alt und du weißt immer noch nicht, wen du als Vater willst?" Natürlich wusste ich das. "Doch, Nick!" "Aha. Und wen willst du für dich?" Kleinlaut flüsterte ich "Reese." "Und wo liegt dein Problem?" Erstaunt sah ich Rickie an "Aber dass geht doch nicht, das zwei Männer..." "Pah, du musst ja nicht mit beiden ins Bett steigen. Was hast du in den letzten Jahren eigentlich gemacht, wenn dein Katzengen wieder austickte?", entrüstet er sich. "Dich in einen dunklen Keller eingesperrt und die Ausgänge verbarrikadiert?" "So ähnlich." Das war tatsächlich die Standartlösung für alle weiblichen X5 geworden. Wir hatten einen eigenen Teil von Terminal City extra zu diesen Zwecken in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt, der gleichzeitig auch große Ähnlichkeiten mit einer Isolierstation hatte. Es war nicht angenehm, dort in den dunklen Kammern mit einer eigenen Luftversorgung zu stecken, damit die Hormone nicht die ganze Stadt lahmlegen. Es war aber angenehmer als die Alternative. "Mädchen, ewig kannst du die Entscheidung nicht mehr hinauszögern. Sonst laufen dir nachher beide weg." "Ich weiß.", versetzt ich kläglich. Auch wenn weder Reese noch Nick etwas gesagt hatten, dass die Situation unerträglich geworden war, hatte ich gemerkt. Das war auch der Grund für meine Ausflug aufs Land. Ich wollte einen freien Kopf schaffen, um eine endgültige Entscheidung zu finden. Aber ginge das wirklich- zwei Männer, so wie Rickie das vorgeschlagen hatte? "Du kannst ja drüber nachdenken, Arron.", sagte er sanft, als er mein Gesicht bemerkte. "In der Zwischenzeit... hast du Lust auf einen Tee?"

Und so saß ich wieder einmal draußen vor Rickies Wohnwagen und sah zu, wie meine Tochter die anderen Kindern beim Handballspiel fertig machte. "Sie hält sich zurück," bemerkte Rickie nachdenklich. "Ja, wir haben den Kindern beigebracht, ihre Fähigkeiten zu verbergen.", bemerkte ich bitter. "Ich wundere mich nur, wie es möglich ist, dass..." "Dass sie so sehr eine typische X5 ist und du nicht?", fragte Rickie lächelnd. "So ungefähr." Ehrlich gesagt geisterte mir eher das Wort Fehlschlag durch den Kopf. "Braucht sie eigentlich Tryptophan?" frage Rickie nachdenklich. "Nein. Woher weißt du das?" Die Tatsache, dass es sich tatsächlich herausgestellt hatte, dass meine Anfälle eine Form der Epilepsie und nicht eine Folge des Tryptophanmangels war, nagte immer noch an mir. Er ging nicht darauf ein. "Hast du dir schon mal überlegt, ..." er nippte gemütlich an seiner Tasse, "...dass du doch kein derartiger Fehlschlag bist?" "Wie meinst du das?" alarmiert sah ich ihn an. "Du bist die einzige, die kein Tryptophan braucht, richtig?" Ich nickte erstaunt. Das war das einzige, was mich den anderen überlegen machte. "Wäre es nicht möglich, dass du absichtlich so erschaffen wurdest?" "Absichtlich?" Mein Magen flatterte. Fragen über unsere Erschaffung gingen wir immer aus den Weg. Vor allem, da der einzige, der unseren Vater gekannt hatte, derjenige, der alle Fragen beantworten könnte, ein tölpelhafter Hundemann war. "Stell dir einfach mal vor, dass du nicht viel, nun sagen wir mal, befähigter bist als `normale' Menschen, wäre ein Teil deines Bauplans gewesen." "Aber wieso?" Verständnislos sah ich ihn an. "Was nützt einen ein Soldat, der die Einheit behindert und nicht besser, sondern eher schlechter als alle anderen ist? Wer sollte das gewollt haben?" "Frag eher, wer könnte davon gewußt haben.", konterte er. "Manticore wollte mich deswegen töten.", brachte ich aufgeregt hervor. Seine These war mir gar nicht angenehm. "Aber sie haben es nicht getan, oder?", fragend sah er mich an. "Weil ich einen Ziehvater hatte, der mir das Leben rette." "Vielleicht weil er eingeweiht war.", bemerkte Rickie trocken. "Eingeweiht, worin?" Meine Tochter war mittlerweile auf uns aufmerksam geworden, und schaute prüfend zu uns herüber. "Das zwei der weiblichen X5 etwas besonderes waren. Dass die eine vielleicht die perfekte DNA hatte und die andere..." "kompletten Schwachsinn in ihren Genen?", fauchte ich. Wer die mit der perfekten DNA war, wußte ich. Es war ein offenes Geheimnis, dass Max anders konzipiert worden war. Aber was hatte das mit mir zu tun? War ich sowas wie Gen- Abfall? "Beruhige dich, Arron. Sonst erzähle ich nicht weiter.", drohte er spielerisch. Murrend ließ ich mich wieder zurück in den Campingstuhl sinken. "Also, wir hatten angenommen, dass es beabsichtigt war, dass du keine herausragenden Fähigkeiten hast. Ist es dir je komisch vorgekommen, dass deine Tochter alle anderen Kinder überflügelt?" "Ja, aber ich dachte, das hätte sie von Reese.", knurrte ich. Es ist nicht gerade angenehm, wenn einer deiner besten Freunde deine empfindlichste Seite ans Tageslicht zerrt und dran rum reißt. "Oder von dir." Bevor ich was sagen konnte fuhr er schon fort: "Vielleicht sind deine Gene nur inaktiv und nicht fehlerhaft." "Aber wieso?" brachte ich hervor. "Vielleicht wegen ihr." Damit wies er auf Raya, die sich langsam immer mehr in unsere Nähe schlich. "Vielleicht war es beabsichtigt, dass bestimmte Fähigkeiten erst in der zweiten Generation zum Vorschein kommen." "Wieso das denn? Konnte man nicht schon in der ersten Generation die entsprechenden Veränderungen erzielen?" "Vielleicht. Aber wenn sie entdeckt würden, wäre das ganze Projekt gefährdet. Ich denke, .." er drehte gerade zu aufreizend gemütlich seine Tasse, während ich von Emotionen zerrissen wurde, "...das du sowas wie die Reserveeinheit warst, falls die zweite X5, mit den aktiven Genen, entdeckt und eliminiert werden würde." "Jetzt versteh ich gar nichts mehr." Er seufzte. "Also nehmen wir mal rein fiktiv an, das Projekt Manticore wurde nur gestartet, mit dem Ziel, einen besonderen Menschen zu erschaffen." "Wofür?" unterbrach ich ihn. "Ist jetzt nicht wichtig, wir nehmen das Ganze ja nur an. Dieser Mensch ist also alles, wofür Manticore je existiert hat- da wäre es also dämlich, keine Sicherung einzubauen oder? Falls nämlich besagtes Subjekt entdeckt und beseitigt würde, hätte man noch den inaktiven Gensatz eines zweiten Subjektes, der sich durch Vererbung aktivieren würde. Natürlich..." , er füllte sich die Tasse auf. "...würde, wenn der Schwerpunkt auf der Vererbung liegt, kein Platz mehr in der entsprechenden Gensequenz sein, um irgendwelche besonderen Fähigkeiten beim Elternteiles herauszubilden. Ausser ein paar eher negative Tendenzen des Erbguts, aber das müsstest du ja aus Erfahrung wissen." Das Blut wich mir aus dem Gesicht. "Du meinst ... deshalb bin ich...so?" Meine Stimme krächzte. "Es wäre eine Möglichkeit. Und es würde auch erklären, wieso es zwei weibliche X5 sind, bei denen man die entsprechenden Erfolge erzielt hat. Bei einem männlichen Objekt wäre es schwer die Vererbung nachzuvollziehen." "Mein Ziehvater wußte davon?" "Dr. Christian Kasrimar war einer der ersten Mitarbeiter des Manticore Projekts." "Und deshalb hat Reese mich auch laufen lassen?" Ich war fassungslos. "Der junge Mann hat dich eher laufenlassen, weil er komplett in dich verliebt war.", versetzte Rickie. "Aber ich würde sagen, jemand in den oberen Etagen von Manticore wußte davon. Und gab den Befehl, nur solche zu verfolgen, die sich klar als X5 outen." Ich griff nach einer Tasse. Meine Hände zitterten. Rickie musste mir helfen, sie gerade zu halten und flößte mir vorsichtig den Tee ein. "Ruhig Kind. War wohl ein Schock für dich, wie?" Ich nickte verkrampft. "Es würde dir auch nicht helfen, wenn ich sagen würde, dass zusätzlich zu den weiblichen Genset ein männlicher geschaffen wurde, der genau kompatibel ist? Und als einziger besonders anfällig für deine Hormone?" Ich sah wieder vor mir, wie Nick zurückwich. Und in Reeses Augen jedesmal, wenn er mich ansah, mehr Gefühle als Intelligenz tobten. "Du meinst..." "... den passenden Partner, genetisch gesehen. Aber eher wahrscheinlich sowas wie ein Versuchsobjekt, da ja nie sicher war, wen die Natur zusammen führt.", versuchte er zu scherzen. "Aber... was wurde beabsichtigt? Was war so wertvoll, dass es in meinen Genen versteckt werden musste?" Rickie stand auf und streckte sich. "Keine Ahnung. Wie gesagt, dass Ganze war nur eine Theorie von mir." "Aber eine ziemlich heftige. Die hat bei mir eingeschlagen wie ne Bombe" murmelte ich. Mit zittrigen Beinen erhob ich mich. Es dauerte, aber nach ein paar Sekunden war ich mir sicher, nicht umzufallen. Raya kam angerannt. "Ich bin müde. Gehen wir nach Hause?" Ich sah Rickie an. "Wir wollten eigentlich noch bleiben." "Geh lieber zurück!" ermunterte er mich. "Du wirst wahrscheinlich schon erwartet." Benommen versuchte ich einen klaren Entschluss zu fassen. Hatte Manticore das tatsächlich uns angetan? Hatte es die Kontrolle über unsere Gefühle übernommen, nur um... ich schluckte. Sacht legte sich meine Hand auf Rayas dunklen Schopf. Nein, sie war es wert. Alles was Manticore verbockt hatte. Zu welchem Zweck auch immer. Rickie kniete sich vor ihr hin. "Du bist etwas ganz besonderes, weißt du das, Raya?" Die Kleine sah ihn ernst an. "Ja!", antwortet sie unbeeindruckt. Rickie richtet sich lachend auf. "Der Name paßt." "Welcher Name?", will ich verständnislos wissen. "Den, welchen du von Christian gekriegt und an ihr weiter gegeben hast." Reese Worte, vor so langer Zeit ausgesprochen, klangen mir wieder in den Ohren: `Den indischen Ausdruck für Sieg!' Ich schüttelte den Kopf. Nein, das hatte bestimmt nichts zu bedeuten. Rickie reichte mir zum Abschied die Hand. "Ich wünsche dir viel Glück, Arron. Kommt mich bald besuchen." Er zwinkerte mir verschwörerisch zu : "Denk dran, Manticore beherrschte nur eure Gene. Nie eure Gefühle." Ich grinste zurück. "Alles klar. Wir sehn uns." Meine Tochter zerrte mich schon vom Platz in Richtung Jeep, den ich ausserhalb geparkt hatte, um die vertraute Strecke zu Fuß zu gehen. "Beeilen wir uns, ich will zurück zu Papa." "Dann wollen wir ihn nicht warten lassen." Kichernd liefen wir los in Richtung Auto. Sie war schneller als ich. Als ich mich keuchend hinter das Steuer verfrachtet hatte, fragte ich sie etwas. Und war freudig überrascht, wieviel mir ihr Kopfschütteln bedeutete. `Hast du etwas dagegen, wenn auch Reese mal zu uns kommt?'

Auf den Platz hinter uns stand noch lange ein alter Mann und sah uns nach. Erst Jahre später erzählte mir Raya, dass er uns noch etwas hinterher geflüstert hätte. Ich vergaß es in den Wirren der Jahre, wo wir Transgenetischen uns einen Platz in der Welt erkämpften. Es gab viele Opfer und eins davon war Nick. Wir verloren ihn bei einem Bombenattentat auf einen unserer Kindergärten. Raya war damals fünf Jahre alt. Nick wollte sie abholen, weil Reese und ich gemeinsam den Tag verbringen wollten. Er kam gerade noch rechtzeitig, um die meisten der Kinder zu retten. Von ihm selber fand man nur seine Leiche. Seitdem hängen Reese, Raya und ich noch enger aneinander. Rickie habe ich nie wiedergesehen. Erst jetzt verstehe ich seine letzten Worte. Und auch vieles andere, was seitdem passiert ist. Warum ich nicht weniger, sondern mehr bin, als die Techniker in Manticore erwartet hatten. Es war nicht viel, was er gesagt hatte, nur:

"Fe' nostol, meine Tochter. Fe' nostol!"
ENDE

A/N: *Grr* ich hasse es, wenn eine meiner Storys zu Ende ist. Auch wenn diese ganz anders verlaufen ist, als ich geplant hatte. Das sollte ein langes Epos über Liebe, Verrat und ganz viel Manticore werden. Und was ist daraus geworden? ;-) Arron hat mir solange zugesetzt, bis ihre Version meine übertroffen hat. Danke an all die lieben Leute, welche mich die ganze Zeit so super unterstützt und aufgebaut haben.