Vielen Dank für eure Reviews- ausführliche Antworten im Review-Reply-Dingsda. Sollte das bei jemandem nicht funktionieren, bitte Bescheid sagen!
Anonsten, weiter geht´s!
EDIT: Es gibt auf www-lenchensfanfictions-de-vu (die Bindestriche durch Punkte ersetzen, mit Punkten hätte ff-net die wieder netterweise gelöscht) einen Weihnachts-Wettbewerb, der bis jetzt leider nur 4 Teilnehmer hat. Es geht darum, Kurzgeschichten zu schreiben, in denen vier bestimmte Wörter vorkommen. Guckt es euch einfach mal an, Einsendeschluss ist der 15. Dezember, ich fände es toll, wenn noch mehr mitmachen würden!
Kapitel 11
Jack saß neben ihr auf dem Sofa und sah ihr in die Augen. Natalie konnte nicht anders, als zurück zu starren. Warum war ihr nie aufgefallen, was für tolle dunkelgrüne Augen er hatte? Wahnsinn. Sie sahen so geheimnisvoll aus, so tief, dass Natalie am liebsten nichts anderes mehr getan hätte, als ihn anzusehen.
Jack beugte sich zu ihr hinüber. Natalie schloss die Augen. Er piekste sie in die Seite. Verdattert sah sie ihn an. „Lass das!"
Er piekste wieder. „Ich hab gesagt, du sollst das lassen!"
„Das werde ich ganz bestimmt nicht! Alle anderen sind schon unten, du musst aufstehen, Säuferin!"
Bitte? Völlig vor den Kopf gestoßen rieb Natalie sich über die Augen. Im nächsten Moment schubste Jack sie vom Sofa.
„AUFSTEHEN! Los!"
Wieso klang er so wie Eleanor? Natalie tastete nach ihrer Umgebung. Ja, sie lag eindeutig auf dem Boden. Mit ihrer Bettdecke. Über ihr stand Eleanor, ungewohnt ungeschminkt, dafür aber zornesrot.
„Wasn los?" grummelte Natalie.
„FRÜHSTÜCK!" schrie Eleanor aufgebracht.
Natalie hielt sich den Kopf. Autsch, das hatte wehgetan. „Sei leise!" raunzte sie.
Die Hand an die Stirn gepresst, stand sie wackelig auf. Ihr Kopf dröhnte vor Schmerz.
Eleanor drängelte sie Richtung Bad.
„Hey, lass das!" beschwerte Natalie sich. „Ich hab Kopfweh, lass mich in Ruhe."
Eleanor bugsierte sie durch die Tür. „Auf keinen Fall. Wir haben gleich Verwandlung, McGonnagal wird wütend, wenn wir nicht erscheinen."
„Hau ab", sagte Natalie kaum hörbar. „Geht dich doch überhaupt nichts an."
Eleanor schien das auch gerade zu merken. „Oh, Verzeihung!" meckerte sie. „Wie konnte ich es wagen, Miss Feuerwhisky zu helfen!"
Schnaubend stampfte sie davon.
„He, Eleanor, warte mal!" rief Natalie, aber die Hufflepuff war schon verschwunden.
Genervt setzte Natalie sich auf einen Toilettendeckel und stützte den Kopf in die Hände. „Verdammt. Gestern", erinnerte sie sich. „Ich hab wohl zuviel getrunken. Verflucht. Ich bleibe hier. Mir geht's nicht gut, sag ich."
Sie wollte zurück ins Bett taumeln, da fiel ihr noch etwas ein. Wenn sie sich krank meldete, würde Madam Pomfrey kommen und fragen, was los sei. Sie würde merken, dass Natalie einen Kater hatte. Und dann würden Tonks und Charlie für die Erlaubnis des Feuerwhiskys auch noch bestraft werden. Lieber nicht.
Stöhnend machte Natalie kehrt und nahm eine kalte Dusche. Danach war sie etwas wacher, schlüpfte in irgendeine Hose und einen herumliegenden Pullover und machte sich, nachdem sie ihre Schulsachen genommen hatte, ohne einen Blick in den Spiegel zu werfen auf den Weg in die Große Halle.
Sie kam an, als Emma, Malcolm und Jessica gerade heraus kamen. Natalie winkte müde und wollte sich neben Emma gesellen, da gingen Jack und Dennis an ihnen vorbei.
Dennis warf ihr einen verunsicherten Blick zu, während Jack stehen blieb und grüßte.
Verdattert blieb Natalie stehen und starrte ihn an. Sie kam nicht umhin, zu bemerken, dass er tatsächlich dunkelgrüne Augen hatte.
„Ähm, hallo", sagte sie. Verzweifelt versuchte sie, sich an letzte Nacht zu erinnern. Sie hatte doch die ganze Zeit bei Emma und den anderen gesessen, oder? Sie hatte nicht ein Wort mit Jack gewechselt! Warum grüßte er sie jetzt?
„Ihr habt jetzt auch Verwandlung?" fragte sie blöd.
Jack nickte und sah sie zweifelnd an. „Alles in Ordnung?"
Natalie wollte gerade automatisch nicken, dann entschloss sie sich, die Wahrheit zu sagen. „Nein."
Jack runzelte die Stirn. „Oh. Ja, und warum nicht?"
Natalie sah sich nach ihren Klassenkameraden um, die auf sie warteten. „Geht schon mal vor", sagte sie. „Ich glaube, ich habe etwas zu besprechen. Obwohl ich nicht einmal weiß, was."
Malcolm zuckte die Schultern und zog mit Jessica davon. Emma überlegte. „Sicher?" fragte sie.
„Klar", antwortete Natalie.
Mit einem letzten unsicheren Blick ging Emma ihren Freunden hinterher. Dennis jedoch blieb hartnäckig stehen und Natalie beschloss, ihn einfach zu ignorieren.
„Ähm, ja", sagte sie. „Ist gestern Abend – also, ich meine... Was haben wir...?"
Sie versuchte krampfhaft, die Bilder aus ihrem Traum zu verscheuchen. Oder war das gar kein Traum gewesen? War es das, was gestern Abend passiert war? Hatten sie und Jack sich vielleicht sogar geküsst? Was wäre im Traum passiert, wenn Eleanor nicht gewesen wäre?
Jack sah einigermaßen verwirrt aus, während Dennis sofort begriffen hatte, was Natalie dachte. „Nein, habt ihr nicht", sagte er angeekelt.
Natalie nickte, keineswegs beruhigt. „Und was dann?"
„Nichts."
„Nichts?"
„Nichts!"
„Was redet ihr?" schaltete Jack sich ein.
„Ich will wissen, was gestern passiert ist!" fauchte Natalie.
Jack blinzelte und fuhr sich durch die dunklen Haare. „Das weißt du nicht?"
„Sonst würde ich doch nicht fragen!" explodierte Natalie. Im nächsten Moment rieb sie sich den Schädel. Lautes Schreien sollte sie in nächster Zeit sein lassen.
„Ganz ruhig", brummte Jack. „Du bist zu uns hergekommen und hast gefragt, ob wir dich mögen. Dann hast du erklärt, dass du uns magst und bist eingeschlafen."
„Ah." Natalie schüttelte den Kopf und hielt gleich wieder inne. Das tat weh. „Da habe ich ja mal wieder schöne Scheiße geredet."
Jack zuckte die Schultern. „Vielleicht", meinte er.
„Hast du", sagte Dennis gleichzeitig.
Die drei setzten sich in Bewegung.
„Hör mal auf mit diesem Rumgezicke", sagte Jack zu Dennis.
Dessen Ohren färbten sich wieder einmal rosa. „Ich zicke nicht!" antwortete er beleidigt.
Natalie musste grinsen, sagte aber nichts.
„Im Ernst, Dennis, du benimmst dich wie ein Kleinkind", fuhr Jack fort.
„Quatsch!" rief Dennis. „Ich kapier nicht, wieso du auf einmal wieder auf ihrer Seite stehst! Sie hat sich für Slytherin entschieden und das war´s dann!"
Natalie schluckte, während Jack seinen Kumpel ungläubig ansah. „Das ist Natalie", sagte er eindringlich.
„Weiß ich!" schnappte Dennis.
„Sie war mal deine Freundin!" sagte Jack.
„Ja, war mal!"
„Du musst ja nicht mit Slytherins befreundet sein, aber Natalie ist doch in Ordnung", beschwichtigte Jack. „Ehrlich, du stellst dich vielleicht an!"
„Warum bist du denn überhaupt auf unsere Seite gekommen!" fragte Dennis schrill. „Da hättest du gleich mit den Slytherins gemeinsame Sache machen können!"
Jack nickte. „Ja, das hätte ich vielleicht machen sollen." Auch seine Stimme klang allmählich wütender. „Aber noch besser wäre es gewesen, wenn ich so vernünftig wie Ginny, Padma und die anderen gewesen wäre: Weder auf Slytherins, noch auf Gryffindors Seite!"
Dennis´ Gesicht nahm einen siegesgewissen Ausdruck an. „Du hast mir nicht auf meine Frage geantwortet!"
„Weil Colin und Michael sich sofort auf deine bescheuerte Seite gestellt haben", knurrte Jack.
„Mitläufer!" tönte Dennis. „Mitläufer!"
„Und du?" fragte Natalie leise. „Warum hast du sofort einen auf Anti-Slytherin gemacht?"
Dennis sah Natalie entgeistert an, als hätte er sie längst vergessen. „Weil sie böse sind, Schwarzmagier."
„Von Natur aus, ja?" fragte Natalie. „Sie kommen nach Slytherin, und von da an ist klar, sie werden böse Schwarzmagier?"
„Ja!" sagte Dennis wütend. „Sonst hätte der Hut sie da nicht hingesteckt! In Slytherin waren die ganzen Schwarzmagier, in Gryffindor die, die gegen Du-Weißt-Schon-Wen gekämpft haben!"
Natalie blieb stehen, sie war blass. „Ist deine Weltsicht echt so eingeschränkt?" fragte sie.
Dennis starrte sie zornig an.
„Also glaubst du, alle, die in Gryffindor sind, müssen das Gegenteil der Slytherins sein?"
Dennis nickte.
„Und ich? Ich komme gut mit den Slytherins klar. Und wie du wohl ganz gut sehen kannst, bin ich gerade nicht dabei, sie zu bekämpfen. Und sie sind alle keine Todesser."
„Es gibt Ausnahmen", erklärte Dennis. „Ausnahmen wie du."
„Und wie Jessica!" fügte Natalie sarkastisch hinzu. „Und wie Ginny, Padma und Neville, die ihren Tag nicht damit verbringen, Slytherins Flüche auf den Hals zu hexen. Oder Nadine Telkens, die lieber mit deinem Bruder unterwegs war, Jack, obwohl er in Gryffindor ist. Jetzt ist er auf deiner Seite, Dennis, und Nadine ist den ganzen Tag allein. Dumbledore hat gesagt, die Häuser sollen sich befreunden, und du machst das alles sofort zunichte."
„Dumbledore wurde von einem Slytherin ermordet, falls du es vergessen hast!" donnerte Dennis.
Natalie wusste für einen Moment nicht, was sie sagen sollte.
„Jeder Zauberer, der böse geworden ist, war in Slytherin!" fuhr Dennis lautstark fort.
„Stimmt nicht!" sagte Natalie schnell. „Peter Pettigrew -"
„Eine Ausnahme! Eine einzige! Und du siehst doch, was aus Malfoy, Crabbe und Goyle geworden ist, aus all den Slytherins, die abgehauen sind, allesamt Todesserkinder und allesamt zukünftige Todesser!"
Natalie nickte. „Und wenn schon, die, die jetzt noch da sind, sind keine! Emma, Malcolm, Zabini, Morag... Und Nadine, wäre David mit ihr befreundet gewesen, wenn sie ihn am liebsten umgebracht hätte?"
Dennis schwieg.
„Siehst du? Ich behaupte ja nicht, dass alle Slytherins unverstandene Kinder sind, aber sie sind auch nicht alle Schwarzmagier!"
„Würden Sie ihre Gespräche einstellen und endlich in den Klassenraum kommen?" unterbrach McGonnagals strenge Stimme ihren Streit.
Jetzt erst merkte Natalie, dass sie vor dem Klassenzimmer für Verwandlung standen. Mit hochrotem Kopf trat sie ein und setzte sich zu Emma, Malcolm und Jessica.
Zu ihrer großen Überraschung nahm Jack neben ihr Platz. Natalie hörte, wie Dennis scharf Luft einsog, und sah, wie er sich zu Eleanor umdrehte, die alleine gesessen hatte.
Natalie fragte sich, wie man Slytherins so sehr hassen konnte, dass man sich sogar freiwillig neben Eleanor setzte. Hatte Dennis sich nicht noch vor so kurzer Zeit über die Hufflepuff lustig gemacht?
„Ich hoffe, dass Sie mit ihren Gänsen dieses Mal mehr Glück haben", sagte McGonnagal und ließ sie die sich sträubenden Vögel abholen.
Doch Natalie brachte diesmal nicht einmal ein quietschendes Kissen zu Stande. Dafür verlor die Gans mit der Zeit immer mehr Federn. Gedankenverloren rupfte Natalie ihr mit einem Reißzauber eine Feder nach der anderen heraus. Sie dachte über Dennis´ Worte nach und fragte sich langsam, ob sie wirklich recht hatte. Es war alles so kompliziert...
„Diffindo", murmelte sie vor sich hin, bis die Gans sie vorwurfsvoll schnatternd anstarrte. Erst da fiel Natalie auf, dass ihre Gans fast vollkommen nackt war.
Übereilt sagte sie die richtigen Worte für die Verwandlung. Das Ergebnis war ein Kissen oder jegliche Federn. Die schwebten im Raum herum.
Mit hastigen „Accio Federn" Rufen brachte Natalie sie zwar alle zusammen, doch McGonnagal ließ das eilig gestopfte Kissen nicht gelten. Auch die anderen schnitten nicht besser ab.
A/N: Ich bitte um viele Reviews, obwohl das Kapitel kurz war. Letztes Mal waren es gerade drei Reviews... Wo sind die goldenen Zeiten mit bis zu sieben netten Antworten geblieben? Mein Zähler sagt, dass mehr als 100 Leute das Kapitel angeklickt haben. Bitte, liebe Schwarzleser, reviewt!
