Ja, da ist es.

Ich habe es fertig und dachte mir ich gönne euch schon etwas eher den lang erwarteten EPOV

Ich hoffe ihr seid nicht zu enttäuscht, es ist noch recht ruhig… bis auf den Schluss.

Also los geht es, lasst uns einen Blick in Edwards Leben – oder besser in seine Existenz - werfen

Kapitel 10 - Back in Forks

EPOV

Regen

Er begleitet uns schon seit Port Edward. Und wenn man Alice glauben kann, so bleibt er uns auch bis zu unserem neuen, alten Zuhause erhalten.

Und wer von uns würde es wagen, meiner in die Zukunft sehenden Schwester nicht zu glauben? Oh, richtig. Emmett. Obwohl er es mittlerweile gelernt haben sollte, wettet er immer wieder gegen Alice. Natürlich verliert er jedes Mal.

Hey Ed, mein Baby braucht was zu trinken, höre ich ihn just in dem Moment in meinen Gedanken rufen.

Wie jetzt, Rosalie hat Durst? Wir waren doch erst gestern alle zur Jagd, das kann doch nicht sein? Doch dann sickert es bei mir durch. Er meinte sein anderes Baby. Also fahre ich hinter ihm auf die Tankstelle.

Hinter seinem Monster von Jeep bildet sich eine sehr außergewöhnliche Schlange. Zumindest denken das alle an der Tankstelle. Ich halte direkt an der Zapfsäule neben Emmett in meinem schwarzen Wagen. Die anderen Zapfsäulen werden auch nach und nach in Beschlag genommen. Neben meinem Aston Martin sind noch zwei weitere Sportwagen dabei, Rosalies feuerrotes BMW Cabrio und der gelbe Porsche von Alice. Daneben sahen mein silberner Volvo, den Esme fährt, und Carlisles Mercedes fast normal aus, auch wenn diese zwei Autos oft genug neugierige Blicke auf sich zogen.

Zwar versuchen wir bei sonst allem so unauffällig wie möglich zu bleiben, bei den Autos waren wir es nicht. Was soll's, wir Vampire lieben die Geschwindigkeit, und wir lieben unsere schnellen Autos.

Wieso dauert das so lange? Kann diese blöde Zapfsäule das Benzin nicht schneller pumpen? Ich will nach Hause!, höre ich die Gedanken von unserer schwarzhaarigen Elfe Alice, die entsprechend hibbelig auf der Stelle wippt. Manno, noch zwei Minuten und 40 Sekunden, und bei Emmett dauert es noch fast fünf Minuten!

Rosalie hingegen steht lässig und gleichzeitig sexy an ihr Cabrio gelehnt und feilt sich desinteressiert ihre perfekten Nägel. So ziemlich jeder Mann in Sichtweite ist von ihrer blonden aber kühlen Schönheit fasziniert. Nach einigen Jahrzehnten mit ihr als Schwester sollte ich mich an die lüsternen Gedanken gewöhnt haben, doch sie nerven mich immer noch.

„Hey Em, könntest du den Spannern mal klar machen, dass sie bei Rose keine Chance haben? Die Gedanken werden langsam zu unanständig.", rufe ich ihm, nur für Vampirohren hörbar, zu.

Emmett grinst mich an, stößt sich von seinem Jeep ab und schlendert locker zu seinem Mädchen hinüber. Das ganze bleibt natürlich nicht unbemerkt, so einige der Umstehenden sehen erschrocken auf den dunkelhaarigen Riesen, der jetzt gerade die Schönheit in seine Arme nimmt und stürmisch küsst. Und dabei an die nächste Nacht denkt.

„OK, Emmett, so genau wollte ich es auch von DIR nicht wissen!"

„Es reicht, Riesenbaby. Du machst so einige hier eifersüchtig und der Typ da drüben kocht bald über.", meldet sich nun Jasper, unser Familienempath zu Wort. Er hat seinen Schatz umarmt und versucht Alice damit wieder zu beruhigen, bevor wir weiterfahren können.

Carlisle und Esme stehen die gesamte Zeit beieinander und beobachten ‚ihre Kinder'. Ihre Gedanken sind einander sehr ähnlich. Sie sind einfach nur glücklich, uns alle so ausgelassen zu sehen.

„Edward, wenn du das bisschen schon nicht aushältst, wie willst du dann deinen neuen Job machen? Ich meine, den Gedanken einer Horde hormongesteuerter Teenager zuzuhören wird wohl nicht viel anders als mich den ganzen Tag in Emmetts Gedanken zu bewundern.", zieht Rose mich auf. „Freust du dich schon auf die Fantasien, welche die weibliche Schülerschaft haben wird? Aber vielleicht hast du ja Glück, und irgendein Kerl steht auf dich!"

Ich ziehe eine Grimasse, antworte aber nicht und steige in mein mittlerweile voll getanktes Auto. Ja, ich bin mir bewusst, dass es nicht einfach wird. Aber ich habe die Nase voll immer nur Zuhause zu sitzen und den Studenten zu spielen. Diesmal wollte ich auch unter die Leute. Wir alle hoffen, dass es die nächsten Jahre besser wird als die vergangenen drei verschwendeten Jahre. Gott sei Dank sind wir dort weg. Zufrieden denke ich an den Abend unserer Entscheidung.

Vor drei Monaten:

Ich starrte hinaus in den strömenden Regen. Natürlich Regen. Denn außer Regen oder Schnee gab es hier kaum anderes Wetter. Es war unser fünfter Frühling hier in Port Edward, Kanada. Anfangs war es nur ein Scherz von Emmett, als er damals diesen Ort vorschlug. Doch alle fanden diesen Ort passend, mal abgesehen davon, dass er meinen Namen trägt.

Also zogen wir her. Ja, der ständige Regen und Schnee kam uns zugute, auch die unberührte Natur und vielen Wildarten rund um den Ort.

Aber so wirklich glücklich ist keiner der Familie hier geworden. Carlisle arbeitete als kleiner Arzt in einer noch kleineren Praxis, Esme fand in all den Jahren keine Kundschaft als Innenausstatter. Emmett und Rose ging es mit ihrer KFZ Werkstatt ähnlich. Scheinbar blieben hier alle lieber unter sich als zu den „Neuen" zu gehen. Doch am härtesten traf es Alice und Jasper. Da beide sehr jung bei ihrer Verwandlung waren, gingen sie anfangs zur Highschool, waren aber seit einem halben Jahr, genauso wie ich, offiziell Fernstudenten an einem College. Wir mussten uns ständig mit der hiesigen Jugend herumärgern. Ihre Gesten waren eindeutig und ihre Gedanken kaum zu ertragen. Daher kapselten wir uns immer mehr von ihnen ab.

Wir versuchten uns die Zeit teilweise mit Gesellschaftsspielen zu vertreiben, aber nachdem wir durch eine Runde Twister eine Lawine am nahe gelegenen Mt. Hays verursacht hatten, gaben wir es wieder auf. Monopoly oder Poker hatte mit einem Gedankenleser, einem Empathen und einer Hellseherin ja nicht wirklich Sinn.

In den Jahrzehnten die wir, als Familie getarnt, versteckt unter den Menschen lebten, hatten diese sich verändert. Die ganze Welt ist schnelllebiger und offener geworden. Was uns allerdings nicht wirklich störte. Die Erfindung des Internets war auch für uns ein Segen, und das Fliegen brachte sogar Vampiren Annehmlichkeiten, so konnten auch wir schnell und ohne schwimmen zu müssen von einem Kontinent zum anderen.

Die Menschen waren nicht mehr so prüde, und Sexualität wurde schon seit einigen Jahrzehnten nicht nur in den eigenen vier Wänden gelebt. Die wirklich wilden Flower Power Jahre waren vorbei, und nun gab es ein gutes Gleichgewicht zwischen Sex und Zuneigung, Liebe und Leidenschaft.

Auch die Kleidung war definitiv besser, die kurzen Röcke und tiefen Ausschnitte der Mädchen waren deutlich ansehnlicher als die langen Kleider der Frauen zu meiner Zeit als Mensch. Und zu unserer Freude hatten Korsagen und Korsetts ein Comeback, auch die Erfindung des Push Ups nahmen wir wohlwollend zur Kenntnis. Ein gut gefülltes Dekolleté an einer wunderschönen, geschmackvoll gekleideten Frau war wirklich Gold wert.

Auch wenn wir nicht jeden Trend mitmachten, pickten auch wir Männer die für uns passenden Modeerscheinungen heraus. Tja, und dass Alice und Rose den engen Hosen und Shirts der Männermode nicht abgeneigt waren, zeigten sie ihren Partnern sehr deutlich.

Doch die Jugend hier in Port Edward war nicht ganz so unser Ding. Die 17 bis 25 Jährigen des Ortes waren entweder spießige Snobs, oder ständig besoffene und zugedröhnte Schlampen und notgeile Arschlöcher.

Erstere waren stets neidisch auf unseren offensichtliche Reichtum, auch wenn wir ihn nicht im vollen Ausmaß zur Schau stellten. Sicherlich, unsere Autos ließen wir uns nicht nehmen und auch das Haus war sehr stilvoll. Alice und Rose sorgten dafür, dass wir fast nur Markenkleidung trugen. Doch für all dies gaben wir nur einen Bruchteil unseres Vermögens aus. Ein langes Leben, kombiniert mit einer Hellseherin, war wirklich hilfreich beim Thema Geldanlagen.

Der zweite Teil der hiesigen Jugend war einfach komplett ziellos, wenn man den von allen geteilten Wunsch, einen bzw. eine Cullen ins Bett zu kriegen, mal nicht berücksichtigte.

Und Letzteres war einfach nur widerwärtig. Jeder sah, wie glücklich Alice und Jasper sowie Emmett und Rosalie miteinander waren. Und ich hatte definitiv auch meinen Stolz. Mal abgesehen, dass ich prinzipiell niemals mit einer menschlichen Frau schlief, da ich sie dabei sicherlich töten würde, schreckte mich allein die Vorstellung von den billig herausgeputzten Mädchen ab.

Sicherlich, ich hatte schon so einigen Spaß mit Vampirinnen gehabt. Da ich ihre Gedanken hörte, war ich auch ein recht guter Liebhaber, dadurch dass ich ihre Wünsche hörte und ihnen (fast) jeden davon erfüllte. Leider konnte es mir bisher keine ebenso zurückgeben. Dass ich mich oft selbst in ihren Gedanken sah, war nicht gerade hilfreich mich zu entspannen. Noch schlimmer war es allerdings, wenn ich jemanden anderen in ihren Gedanken sah. Also hatte ich schon vor einiger Zeit mit diesem speziellen Vergnügen aufgehört.

(A/N armer Edward, keine hilft ihm beim Druck ablassen. Tja, wenn er sich mal nicht irrt, was menschliche Frauen betrifft…)

Wir hielten es hier in diesem Kaff nicht länger aus. Zudem wurden die Menschen langsam skeptisch, wie ich aus ihren Gedanken hörte. Sie fragten sich immer öfter, wieso Carlisle und Esme so jung für ihr angebliches Alter aussahen. Auch bei uns anderen wunderten sie sich über die nicht vorhandenen Veränderungen.

Beim nächsten Ort mussten wir uns definitiv eine bessere Geschichte ausdenken.

Also wurde ein Familientreffen einberufen.

Edward, kommst du?, fragte mich Carlisle in seinen Gedanken. Ich tauchte langsam aus meinen eigenen Gedankengängen auf und sofort hörte ich das Gemurmel der anderen Gedanken hier im Raum.

Ja! Wie schön, ich wollte schon immer nach Forks. Ihr habt so sehr von dem Ort geschwärmt!", juchzte Alice scheinbar ohne ersichtlichen Grund.

OK, also das war jetzt zu schnell für mich, Kobold. Was, zum Henker, ist mit Forks?", fragte ein sichtlich verdutzter Emmett.

Scheinbar haben wir unsere Entscheidung schon getroffen und Alice hat es gesehen, du Doofkopp.", seufzte eine merklich von ihren Mann genervte Rose.

Also eins würde mich mal interessieren, Schatz. Woher weißt du, wo wir hinziehen werden? Ich dachte, das geht nur wenn eine Entscheidung getroffen wurde, und wir haben noch nicht Mal angefangen zu reden.", warf jetzt auch Jasper ein. Die vielen freudigen Emotionen im Raum schienen ihn ordentlich aus dem Konzept zu bringen.

Ich denke, dass kann ich euch sagen. Alle hier im Raum haben daran gedacht, dass sie hier weg wollen. Und der Lieblingsort für einen Neuanfang war bei uns allen Forks. Somit würde ich das als Übereinstimmung und Entscheidung deuten.", antwortete ich statt Alice auf seine Frage.

Schmunzelnd betrachtete ich meine Familie. Ja, sogar die sonst nach außen so kühle Rose strahlte, als Emmett sie freudig herumwirbelte.

Wir fahren nach Hause! Rose Liebling, hast du das gehört?" Unser Riesenbaby bekam sich gar nicht mehr ein. Aber auch Esme und Carlisle freuten sich. Obwohl wir nur kurz in Forks gelebt hatten und trotz der Komplikationen, auf die wir dort trafen, hing das Herz von uns allen an diesem kleinen Ort und der Umgebung.

Überrascht sah ich zu Alice, die auf einmal alle Strophen von „Alle meine Entchen" in Gedanken auf mehreren Sprachen hintereinander sang. Hatte sie eine Vision, von der ich nichts wissen sollte?

Endlich sind meine Kinder wieder glücklich. Wir sind wohl wirklich viel zu lange hier in diesem schrecklichen Nest geblieben. Ich hoffe ich mache den Fehler nie wieder., hörte ich Esmes ruhige Gedanken. Ich ging zu ihr rüber und nahm meine Mutter in die Arme.

Mom, es war auch unsere Schuld. Wir hätten einfach früher darüber reden sollen."

Ich nannte meine Vampirmutter sehr selten Mom, aber in Momenten wie diesen war es mir wichtig, dass sie wusste wie wertvoll sie für mich war.

Können wir uns jetzt alle mal beruhigen und unsere Deckgeschichte aufbauen? Wir wollen doch möglichst viele Jahre dort bleiben, also sollte es Hand und Fuß haben.", warf Carlisle ein, im vergeblichen Versuch ernst zu wirken. Doch auch in seinen Gedanken hörte ich den Jubel, und Jasper merkte sein Glück.

Also setzten wir uns an eine neue Geschichte, Esme kümmerte sich um das Haus und alles andere. Denn wir waren jetzt nicht mehr zu fünft wie beim letzten Mal, sondern durch Alice und Jasper zu siebent.

Jetzt ist es endlich so weit. Wir sind auf dem Weg nach Forks, wo wir die nächsten Jahre bleiben wollen. Unsere Geschichte steht, die Papiere sind offiziell, alle Formalitäten erledigt.

Carlisle, der bei seiner Verwandlung 34 Jahre alt war, würde sich als 32 ausgeben. So jung hatten wir ihn bisher selten dargestellt, doch diesmal wollten wir alles versuchen um so lange wie möglich bleiben zu können. Carlisle wird schon sehnsüchtig im Krankenhaus von Forks erwartet, wo er schon morgen seine neue Position als Chefarzt der Chirurgie und ärztlicher Direktor antritt. Somit würde er der neue medizinische Kopf des gesamten Krankenhauses sein. In Anbetracht seines angeblich sehr jungen Alters eine Glanzleistung.

Auch Esme, die eigentlich 35 war, würde mit 30 deutlich jünger sein. Sie würde wieder als Innenausstatter arbeiten, doch diesmal ohne Büro in der Stadt sondern nur als Nebenjob der fleißigen Arztfrau von Zuhause aus.

Alice, Emmett, und ich würden wieder als ihre Adoptivkinder auftreten, Rose und Jasper als Geschwister und Pflegekinder von Carlisle und Esme.

Emmett und Rose haben schon so oft geheiratet, dass sie diesmal gleich von Anfang an ein mit 21 Jahren sehr junges, frisch vermähltes Ehepaar sein wollten. Ihre KFZ Werkstatt wartete schon auf sie. Der Besitzer, ein alter Mann, der seinen Ruhestand genießen wollte und die Werkstatt nun verkaufte, war überglücklich eine Möglichkeit gefunden zu haben, dass sein Lebenswerk erhalten bleibt, da er keine Kinder hatte, die diese übernehmen könnten. Ich bin mir sicher, Rose und Emmett werden alles daran setzten, dass das Geschäft des Alten auch dann erhalten bleibt, wenn wir irgendwann Forks wieder verlassen müssen.

Alice und Jasper hingegen würden wieder die Highschool besuchen. Da beide 18 bei ihrer Verwandlung waren, war es üblich sie als 16 auszugeben und in unteren Klassen einzuschulen, damit sie länger zur Schule gehen könnten. Doch diesmal hat Alice darauf bestanden, in die Abschlussklasse zu gehen. Sie wollte es uns nicht erklären, ließ sich aber nicht umstimmen und selbst ihre Gedanken verschloss sie vor mir. Alles, was sie uns mitteilte war, dass sie eine sehr, sehr gute Freundin und wichtige Person für die gesamte Familie treffen würde.

Und ich? Lange haben wir diesmal überlegt. Erst wollte ich bei Emmett und Rose mit ins Geschäft einsteigen, doch Autos zu reparieren war definitiv nicht mein Ding. Ich hatte in dem vergangenen Jahrhundert einige fast abgeschlossene Medizinstudiengänge und noch mehr Biologiediplome gesammelt. Doch leider kann ich Blut nicht ganz so gut widerstehen wie Carlisle. Sicherlich, kleine Schnitt- oder Schürfwunden machen mir nichts mehr aus. Doch wenn ein Mensch stark blutet, kommt doch noch immer das Monster in mir heraus und ich muss fliehen, um den Ärmsten nicht zu töten und sein Blut zu trinken. Also fiel Arzt unter Carlisles Leitung auch weg.

Nach einigem Hin und Her hatten wir die Lösung. Durch Zufall erfuhren wir, dass einer der Lehrer der Highschool in seinen Ruhestand gehen wollte, aber noch immer kein Nachfolger gefunden war. So wurde ich mit Kusshand angenommen, als ich mich vier Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres als Biologielehrer bewarb.

In einem Gespräch mit dem Direktor erfuhr ich auch, dass schon seit Jahren kein Musikangebot mehr bestand.

Und das ist jetzt meine Tarnung. Der 22 jährige Mr. Cullen würde Biologie und fakultativ Musik an der Forks Highschool unterrichten.

Und ich hoffe wirklich, die Teenager machen mich nicht zu sehr fertig.

###

Wir sind da!

Diese Gedanken prasseln aus allen Autos vor mir auf mich ein, als ich auf den kleinen Waldweg einbiege, der direkt zu unserem Haus führt.

Ja, wir sind angekommen. Unser altes, neues Zuhause. Forks. Tief atme ich die frische Luft ein, inhaliere den schweren Geruch von Wald und Moos. Es ist wirklich wie nach Hause kommen. Alles ist so vertraut, und doch habe ich so ein eigenartiges Gefühl im Bauch. So als ob etwas Besonderes auf mich warten würde.

Da wir alle in dem mörderischen Tempo fahren, welches wir lieben, stehen die Autos nur einen Moment später vor dem Haus.

„Oh. Mein. Gott.", ist alles, was die kleine, zierliche Elfe herausbekommt, die gerade aus ihrem quietschgelben Porsche aussteigt. Jasper steigt ebenfalls aus und haucht ihr einen Kuss auf ihr schwarzes Haar.

„Es ist wirklich wundervoll! Esme, du hast dich selbst übertroffen.", wendet er sich dann an Esme, die gerade aus meinem Volvo steigt. Neben ihr springt Emmett mit Schwung aus seinem Jeep und brüllt durch die Gegend: „Hey, das Haus ist größer, als ich es in Erinnerung habe. Echt Klasse!" Sofort fängt er an wie ein Irrer rund um das Haus und durch den Garten zu flitzen und alle paar Sekunden „Ach, ist das schön hier!" oder „Home, sweet home!" zu brüllen. Sämtliche Vögel und Wildtiere in der näheren Umgebung ergreifen verschreckt die Flucht. Ok, jetzt weiß wenigstens die Tierwelt, dass Vampire angekommen sind.

Nun parkt auch Rosalie auf dem großzügigen Vorplatz und versucht ihren begeistert herumrennenden Mann aufzuhalten. „Emmett stopp! Ich würde unsere Sachen gern heute noch ins Haus bekommen."

Ich stelle meinen Aston Martin neben Carlisles Mercedes und zusammen sehen wir uns unsere Familie an. Alice tänzelt mit einer Kamera in der Hand zum Jeep, um diese darauf abzustellen und auf die Treppe zu richten.

„Los, Familienfoto vor unserem neuen Heim! Emmett, jetzt komm doch endlich her! Edward, denk nicht mal dran!"

Mist, ich bin zwar der Gedankenleser in der Familie, aber sie war mindestens genauso gut als Hellseherin. Ich habe daran gedacht, ein Foto nur mit den Paaren zu machen, da ich mir viel zu oft wie das fünfte Rad am Wagen vorkam. Aber so stelle ich mich brav zu meinen Geschwistern und Eltern. Es folgt eine Fotosession, die fast 40 Minuten andauert und so einige Speicherkarten füllt, doch irgendwann haben Esme, Alice und Rose genug fotografiert und wir dürfen ins Haus.

„OK, Meisterin aller Innenarchitekten. Dann wollen wir uns dein Werk mal ansehen. Ist die Zimmeraufteilung so wie immer?" fragt Emmett, während wir anderen nur staunend da stehen.

Ja, Esme hat sich wieder selbst übertroffen.

„Wie soll das denn gehen, du Döskopp? Beim letzen Mal in Forks waren Alice und Jasper doch noch nicht bei uns.", beantwortet seine wunderschöne blonde Frau seine Frage.

„Ja, Rose hat Recht. Ich habe etwas um- und angebaut. Zudem soll es ja zu unserem Alibi passen. Doch seht es euch selbst an.". Mit einer einladenden Geste bittet Esme uns in unser neues Heim.

So wie ich es in Erinnerung habe, kommt man gleich hinter dem hellen Eingangsbereich ins Wohnzimmer und auch in die verschiedenen anderen Räume

Im Erdgeschoss ist auf den ersten Blick alles gleich geblieben. Dort befindet sich das Wohnzimmer, die Küche (auch wenn wir sie nie benutzen) mit angrenzendem Esszimmer (oder unser Konferenzzimmer), Esmes und Carlisles Büro und ein Gäste- WC (welches auch nie benutzt wird).

Doch halt, waren Esmes und Carlisles Büros vorher nicht größer? Ja, stimmt. Statt zwei sind jetzt drei Büros hier.

„Da Emmett und Rosalie ja eine Werkstatt aufmachen wollen, dachte ich ihr braucht hier auch ein Büro, damit ihr wenigstens manchmal Zuhause seid."

"Danke Esme, das ist wirklich lieb von dir.", lächelt Rose sie an. Aus ihren und Emmetts Gedanken höre ich, wie überwältigt beide von dieser Geste sind.

Auf der Gartenseite des Hauses ist auf der gesamten Länge des Hauses unsere mit Naturstein geflieste Terrasse. Doch anders als früher ist diese nun zum Teil überdacht. Also wurde auf der ersten Etage des Hauses etwas angebaut. Was, werden wir ja bald sehen.

Die Möbel im Wohnzimmer sind die gleichen wie in Port Edward. Die cremefarbene Couchlandschaft, auf der wir alle ohne Probleme Platz finden und der passende Tisch sind noch unterwegs in den Umzugswagen. Doch der riesige Plasmafernseher mit der Heimkinoanlage, die Musikanlage mit Soundsystem sowie natürlich Emmetts PlayStation und Jaspers Wii stehen schon da. Emmett stürmt gleich in Richtung seiner PlayStation, wird aber von Rosalie aufgehalten. „Hier geblieben Freundchen, zum Spielen ist nachher noch genug Zeit!"

Erstaunt blicke ich zu dem Podest, auf dem in jedem unserer Häuser mein Flügel steht. Dort steht nun stattdessen ein Billardtisch, sehr zu Emmetts und Jaspers Freude. Verdutzt blicke ich zu Esme.

Später, er ist nicht weg, keine Sorge, antwortet sie mir in Gedanken. OK, also noch mehr Überraschungen. Die sie mir nicht verraten will, sie konzentriert sich vollkommen auf meine Brüder, die schon den Billardtisch testen. Diesmal hatte es Rosalie nicht geschafft Emmett aufzuhalten.

„Hey, die Scheiben sollten noch länger halten!", unterbindet Carlisle, ganz der Vater, ihr all zu stürmisches Spiel.

Wir schauen uns noch die Arbeitszimmer und das Esszimmer an, doch die Küche nehmen wir kaum zur Kenntnis, hier halten wir uns sowieso nie auf.

(A/N wenn der wüsste…)

Dann gehen wir die offene Treppe hoch in den zweiten Stock. Hier ist alles umgebaut. Die Treppe bildet die Mitte der Etage und führt weiter ins Dachgeschoß. Auch das ist neu, früher war das Dach nicht ausgebaut

„Wie jetzt, da geht es auch noch weiter?", fragt diesmal ein sichtlich verwirrter Carlisle. „Reichen die…", er zählt kurz durch: „sechs Zimmer hier nicht für alle?"

„Nein, tun sie nicht!" antwortet ihm Alice. „Und außerdem sind es noch mehr Zimmer."

So ganz können Alice und Esme ihre Gedanken nicht geheim halten, und so verraten sie mir ungewollt, dass dort oben mein Reich sein wird. Ich brauche doch immer nur ein Zimmer, wieso diesmal mehr?

Diese Etage ist wunderschön gestaltet. Auf drei Seiten ist ein komplett ums Haus laufender Balkon, den man von den meisten Zimmern aus betreten kann. In Emmetts Gedanken sehe ich schon, wie er plant sich nachts über den Balkon zu schleichen um Alice zu erschrecken. Und in Alice Gedanken gleich danach die Vision davon. Ich blicke zu ihr, und ein diabolisches Lächeln huscht über ihr Gesicht.

Gleich gegenüber der Treppe ist ein kleines Zimmer mit einem ebenso kleinen Bad, das Gästezimmer. Zur Frontseite sind zwei ebenfalls kleinere Zimmer, beide mit Schreibplatz, Couch, einem Fernseher und einigen Regalen. Das werden Alices und Jaspers Zimmer, da sie ja ihren „Schülerstatus" aufrechterhalten müssen. Da wir uns alle, besonders aber Rosalie und Alice, manchmal mit Menschen anfreunden und diese uns zu Hause besuchen, ist dies in jedem unserer Häuser eine Vorsichtsmaßnahme. So kommen keine Fragen auf, wieso Alice und Jasper zusammen ein Zimmer teilen.

Doch wirklich leben tun sie in ihrem großen Schlafzimmer, welches zur linken Seite liegt. Von diesem gehen ihr eigenes Bad sowie ihr Ankleidezimmer ab. Ja, Zimmer. Für Alice reicht schon lange kein begehbarer Kleiderschrank mehr aus. Und ich denke, auch Rose wird bald ein Zimmer für ihre Sachen brauchen.

Auf der Gartenseite des Hauses liegen die Schlafzimmer von Carlisle und Esme mit ihrem Bad, sowie das von Rosalie und Emmett, ebenfalls mit eigenem Bad und einem überdimensionalen begehbaren Kleiderschrank.

„Ich nehme an, oben geht es dann zu Edwards Zimmer?", fragt nun Jasper.

Das war das Kommando. Alle folgen mir die Treppe hoch.

Oben angekommen bleibe ich erst einmal stehen und halte die Luft an. Wirklich benötigen tue ich sie seit über 90 Jahren schon nicht mehr, aber was ich hier sehe, verschlägt mir den Atem.

Die Treppe führt direkt in ein großes Musikzimmer. Wie der größte Teil des Hauses, sind auch hier alle Wände verglast, der Ausblick wird nur durch vereinzelte Stützen und Wandbereiche unterbrochen. Doch wirklich einzigartig ist, dass selbst das Dach zu mehr als der Hälfte aus Glas ist. Die Sparren sind naturbelassen und bilden einen wunderschönen Kontrast zu dem leider grauen Himmel. In einer sternenklaren Nacht muss es wirklich atemberaubend aussehen. Unter dem Glasdach steht mein geliebter Flügel auf einem Podest, ähnlich dem im Wohnzimmer. Esme hat, wie immer, extra eine spezielle Firma beauftragt, damit mein Heiligtum den Umzug unbeschadet überlebt. Neben dem Flügel steht Jaspers Gitarre an den Gitarrenständer gelehnt. Eine gemütliche Couchecke und verschiedene Kissen bieten meiner gesamten Familie Platz, mir und Jasper beim Spielen zuzuhören. An den Wänden befinden sich Regale für meine CD- Sammlung sowie Platz für meine Musikanlage und den Fernseher.

Mehr brauche ich wirklich nicht, um glücklich zu sein. Doch das ist noch nicht alles. Durch Glastüren kommt man in den Bereich hinter der Treppe. Dort sind mehrere Zimmer. Ein Arbeitszimmer, welches einen eigenen Hauseingang besitzt und über eine Treppe direkt auf die rechte Seite des Hauses führt.

Dann ein Bad und noch ein weiters Zimmer mit Regalen für meine Büchersammlung und einem …

BETT?

Wieso brauche ich ein Bett? Klar, meine Familie braucht welche, nicht zum schlafen doch für so einige andere Aktivitäten, die Paare betreiben. Doch ich? Die Couch reicht vollkommen zum Musik hören oder Lesen. Und um den ganzen noch die Krone auf zusetzten, ist noch eine kleine Küchenzeile an der Rückwand des Musikzimmers eingebaut.

WTF?

„OK, da ihr ja alle so wunderschön eure Gedanken vor mir verbergt, kann mir bitte jemand erklären, wofür ICH eine KÜCHE und ein BETT benötige?"

„Nun, ich dachte wir gestalten dir so eine Art Wohnung. Wenn du dann Kollegen oder Eltern empfangen musst, sieht es nicht so eigenartig aus, wenn du noch mit deinen eigenen Eltern und deinen Geschwistern zusammen lebst."

Gut, mit der Erklärung kann ich leben. Und es ist ja nicht so, dass mir alles hier nicht gefällt. Wären da nicht Alice Gedanken, die gerade einen Psalm des alten Testaments nach dem anderen aufsagt. Was verbirgt sie so angestrengt vor mir?

Emmetts Gedanken zum Bett schweifen natürlich in eine ganz bestimmte Richtung und er wackelt anzüglich mit den Augenbrauen. Eine eigene Etage, mit eigenem Eingang. Keiner kann dich hören. Was will Mann mehr? Daraufhin verdrehe ich, Mal wieder, lediglich die Augen.

Während ich etwas später auf meiner eigenen Dachterrasse stehe, höre ich den Gedanken und leisen Gesprächen meiner Familie zu. Alle sind begeistert von unserem neuen Haus und können es kaum erwarten, morgen die Stadt zu erkunden. Aber erstmal müssen die restlichen Möbel, die gerade in den Umzugswagen ankommen, an Ort uns Stelle gebracht werden.

Wir verabschieden die Fahrer in ihren Feierabend und sagen ihnen sie könnten morgen die Lastwagen wieder abholen. Skeptisch sehen sie uns an. So leicht haben sie noch keinen Umzug begleitet, meist mussten sie mit anpacken beim Möbelschleppen.

Nachdem Esme und Carlisle ihnen freundlich, aber ausdrücklich mitteilten, dass sie wirklich nicht mehr benötigt werden und Carlisle ihnen sogar seinen Mercedes borgt und die Hotelzimmer bezahlt, verschwinden die drei Fahrer und wir machen uns mit Vampirgeschwindigkeit ans Ausräumen.

Eine Stunde später ist alles an seinem Platz, die Schränke sind eingeräumt und alle Bilder und andere Dekorationen verteilt.

„Wer kommt mit, den Wald erkunden?", fragt Emmett, und alle stimmen zu.

Durst hat keiner von uns, also beschließen wir uns etwas ruhiger umzusehen. Kurz vor der Grenze nach La Push bemerken wir den unerträglichen Geruch.

„Oh Gott, ist das widerlich! Was stinkt hier so?", fragt Alice, um gleich danach aufzuhören zu atmen.

„Werwolf.", antworten ihr Rose, Emmett und ich gleichzeitig.

Also sind sie noch da. Wir können an dieser Stelle nur den Geruch eines Wolfes identifizieren, doch kann es durchaus sein, dass er nicht allein ist. Er scheint nicht in der Nähe zu sein. Ob es wohl noch dieselben Wölfe sind? Aber dann wären sie jetzt ja uralt...

„Lasst uns erstmal nach Hause gehen, dann überlegen wir weiter.", schlägt Carlisle vor. Die Idee ist gut. Alle sind besorgt, wir wissen nicht, ob es einer der Wölfe von damals ist oder ein neuer, der sich von uns bedroht fühlen könnte.

Zuhause diskutieren wir die Lage.

„Wir müssen ihn oder sie unbedingt wissen lassen, dass wir uns nach wie vor an den Vertag und die Grenzen von damals halten werden. Da es 60 Jahre her ist, müssen wir damit rechnen, dass es ein jüngerer Wolf ist.", sagt Esme als erstes. Ich bin überrascht, unsere sonst so ruhige und im Hintergrund stehende Mutter das erste Wort zu ergreifen. Doch in ihren Gedanken höre ich, dass es die pure Verzweiflung ist, ihre Familie könnte angegriffen werden. Damals wäre es fast schief gegangen und sie hat Angst, ihren Mann oder eines ihrer Kinder zu verlieren.

„Ok, aber wir können ja schlecht nach La Push wandern und uns anmelden, damit würden wir ja den Vertrag brechen.", antwortet ihr Rosalie. Obwohl sie recht ruhig und lässig klingt, suchen ihre Gedanken panisch nach einer Lösung. Auch die anderen werden immer unruhiger, kaum einer konzentriert sich. Das schlimmste ist allerdings Alice in ihrer Verzweiflung zu sehen. Jasper spürt ihre Panik und versucht sie mit einer Woge voller Ruhe zu entspannen, doch es gelingt ihm kaum, da er selbst immer aufgeregter wird.

„Alice? Was ist los, Liebling?", bemerkt jetzt auch Carlisle ihre Angst.

„Ich… ich kann nichts sehen. Sobald ich nach dem Werwolf oder unsere Zukunft sehe, wird alles schwarz!"

Ich bemerke ihre leeren Visionen, und kann ihre Angst sehr gut nachempfinden. Da ich ihre Gedanken sehen kann, ist es jedes Mal, als hätte ich selbst eine Vision, wenn sie in meiner Nähe die Zukunft sieht. Doch nun ist alles ein einziger dunkler Nebel.

„Alice, versuche an etwas anderes als den Wolf zu denken. Siehst du jetzt etwas?", dränge ich sie.

Sofort taucht die Schule in Forks auf.

Ein hübsches Mädchen mit den wundervollsten braunen Augen der Welt läuft auf uns zu, lächelt mich an. Sie beginnt zu rennen, ich fange sie in meinen Armen auf, als sie sich an meinen Hals wirft. Ich beuge mich zu ihrem traumhaft schönen Gesicht hinunter…

Und plötzlich ist die Vision weg. „Was… was war das?"

„Vergiss es, Edward, das war gar nichts, nicht der Rede wert!"

„Alice, er ist ein Vampir. Vampire vergessen nicht, schon vergessen?", antwortet ihr Emmett an meiner Stelle. Verwirrt über seine eigenartige Satzkonstruktion sehen ihn alle an. Das heißt alle, bis auf mich.

Ich bin immer noch geschockt von dem, was ich gerade gesehen habe. Das Mädchen war definitiv ein Mensch. Doch was tat ich da? Küsste ich sie etwa? Einen… Menschen? Warum sollte ich so etwas tun? Es widerspricht meinen eigenen Regeln. Nein, ich würde nie etwas mit einem Menschen anfangen! Doch die Vision… Das Mädchen war wirklich sehr schön. Wer sie wohl ist?

„Erde an Edward, bitte kommen!", fuchtelt mir Emmett vor dem Gesicht herum.

„OK, also scheinbar funktionieren Alice' Visionen noch, nur der Wolf ist für sie nicht greifbar. Interessant. Und was genau hast du gesehen, dass Edward so aus der Bahn wirft?", fragt nun auch Carlisle.

„Kein Kommentar!", ist alles, was Alice uns sagt. Und aus ihren Gedanken entnehme ich, dass es wohl auch so bleiben wird.

„Wir haben jetzt Wichtigeres zu klären. Wie teilen wir den Quileute mit, dass wir es sind und keine Gefahr durch Nomaden für sie besteht?", lenkt sie geschickt vom Thema ab.

„Wir schreiben einen Brief! Und hoffentlich ist irgendjemand im Ältestenrat, der uns noch kennt oder die Legenden weiter gibt."

Da niemandem eine andere Möglichkeit einfällt, schreibt Carlisle den Brief.

###

Das alles ist jetzt zwei Wochen her. Zu unserem Glück waren wir noch gut bekannt im Ältestenrat, und der Wolf, Sam Uley, erklärte sich bereit zu einem Treffen. Er war der einzige Wolf des Stammes, die Wölfe von damals hatten aufgehört sich zu verwandeln, nachdem wir weg waren und lange kein Vampir in der Nähe war. Sie sind danach ganz normal gealtert und gestorben. Nur einer von ihnen war noch am Leben, Quil Attera Senior. Dieser begleitete Sam zu dem Treffen und begrüßte uns deutlich freundlicher als damals.

Wir erneuerten den Vertag, auch die Grenzen wurden bestätigt und neu festgelegt, da sich die Fläche des Reservates verändert hatte. Beide waren erstaunlich freundlich zu uns, auch wenn ich ihr Unwohlsein deutlich in ihren Gedanken hören konnte.

Sie erklärten uns, dass wir in Forks bleiben, doch nach wie vor La Push nicht betreten dürften. Auch erklärten sie uns, dass es demnächst wohl wieder mehr Wölfe geben würde. Sie warnten uns, dass diese sich anfangs nicht so gut im Griff haben würden und baten uns, einer Konfrontation mit ihnen aus dem Weg zu gehen. Anscheinend verwandelten sich immer mehrere Nachkommen der ersten Wölfe, wenn Vampire in der Nähe waren. Jedoch verlangten sie von uns nicht deswegen fortzuziehen oder machten uns Vorwürfe.

Erstaunt über ihre Offenbarung und gleichzeitig dankbar über das entgegengebrachte Vertrauen beendeten wir das Treffen. Carlisle fragte noch kurz, seit wann Sam ein Wolf war und ob es Nomaden, also Menschenblut trinkende Vampire hier gab. Sie verneinten Letzteres, antworteten aber nicht auf die erste Frage. Doch in Sams Gedanken sah ich einen jungen Mann, der scheinbar mit Sam befreundet war. Doch irgendwas war anders an ihm, nicht menschlich, auch wenn er wie ein Mensch aussah. Ich konnte es aber nicht zuordnen. Sein Name ist Damon Dwyer. Ich würde definitiv die Augen offen halten.

Es ist der letzte Abend, bevor die Schule anfangen würde. Ich habe so einige Treffen mit meinen neuen Kollegen hinter mir und kann mir jetzt ein gutes Bild von ihnen machen. Auch mit meinem Vorgänger habe ich gesprochen, er hat mich so einiges über seine Schüler wissen lassen. Alles in allem war es eine normale Mischung, von Strebern bis faulen Nichtsnutzen ist alles dabei.

Doch auf eine Schülerin bin ich besonders gespannt. Ihr Name ist Isabella Swan, sie bevorzugt aber ihren Spitznamen Bella. In Biologie und Literatur scheint sie ein Naturtalent zu sein. Alle Lehrer, bis auf Mr. Varner, lobten sie in den höchsten Tönen als eine fleißige und hilfsbereite Schülerin, von vielen beliebt aber ohne irgendwelche Anzeichen von Strebsamkeit.

Nun, morgen würde ich mir ein eigenes Bild von ihr machen.

Da wir morgen einen aufreibenden Tag mit einem Haufen hormongesteuerter Teenager vor uns haben, beschließen Alice, Jasper und ich jagen zu gehen.

Als wir über die Interstate rennen, um zu den Wäldern des Olympic National Parks zu gelangen, fährt ein roter Truck vorbei. Wie betäubt bleibe ich stehen. Der Geruch, der aus dem Auto kommt, ist einfach köstlich. Von meinen Instinkten geleitet, ändere ich meine Jagdrichtung und laufe dem Truck nach. Wessen Blut auch immer so köstlich riecht, würde bald tot sein. Ich muss das Blut haben, jetzt. Stelle mir schon vor, wie der wunderbare rote Saft meine Kehle hinunter rinnt, wie das Leben diesen Menschen verlässt während sein Lebenselixier mich stärkt. Mit einem Schrei tief aus meiner Brust erwacht das Monster in mir zum Leben...

A/N man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es spannend wird….

Was meint ihr? Was war gut, was nicht so? Her mit euren Meinungen, es war schließlich das erste Kapitel aus Edwards Sicht.

Im nächsten Kapitel gibt es das erste Treffen… Wird er sie aus ihrem Truck reißen und ihr Blut trinken? Lasst euch überraschen ;)