Kapitel 26
Sie hatten sich in einem Kino verabredet. Sarah hatte sich widerwillig bereit erklärt Savannah zurückzugeben, obwohl sie dachte es wäre nicht sicher für das Mädchen.
Als Sarah nach der Übergabe das Gebäude verlies lief sie geradewegs in die Arme der Polizei. Statt zur Waffe zu greifen, wie es von der gesuchten Öko-Terroristin erwartet wurde ging sie mit bloßen Händen auf die Polizisten los. Die Polizei, obwohl darauf gedrillt nicht auf eine Unbewaffnete zu schießen lies es sich nicht nehmen der gesuchten Terroristin mit ihren Gummiknüppeln schwer zuzusetzen.
John hatte die Polizei durch die Türen gesehen. Er wollte hinter Sarah her aber Cameron hielt ihn fest. „Lass mich sofort los!" Rief er aufgebracht. „Sie ist meine Mom".
„Sie wäre die Erste die Dir sagen würde ihr nicht zu folgen", sagte Cameron und schüttelte ihn. Und wenn Cameron Jemanden schüttelte wurde dieser Jemand aufmerksam.
James Ellison hatte zugesehen, wie Sarah verhaftet wurde. Unauffällig ging er zurück in das Gebäude und wurde von John fast körperlich attackiert.
„ICH TÖTE DICH!" Schrie er außer sich und wollte auf Ellison losgehen.
Wieder mal war Cameron schneller und hielt ihn fest.
„Ich wusste es nicht, sie müssen mir gefolgt sein", versicherte James Ellison schnell.
„Er hat Recht John. Ich glaube auch nicht, dass er so dumm wäre die Polizei hier her zu bringen", sagte Cameron eindringlich. „John! Wir müssen hier weg!" Rief sie ihm zu und begann ihn mit zu zerren.
Wenig später Standen John und Cameron vor dem Schaufenster eines Radio- und Fernseh Fachgeschäftes. Auf den Geräten im Schaufenster war Sarah zu sehen, wie sie festgenommen und wenig später zum Justizgebäude gebracht wurde.
Cameron drehte sich herum und sondierte die Umgebung. Gerade als John gehen wollte klingelte sein Handy. Verwirrt sah er Cameron an und griff in die Tasche.
Er nahm den Anruf entgegen und tippte den Ident-Code. Er sah, dass das am anderen Ende auch getan wurde.
„Johnny?" Erklang eine bekannte Stimme. „Wir haben gesehen was passiert ist. Komm nach Hause", Sagte Charley am anderen Ende.
„Charley, ich kann nicht. Ich muss hier bleiben. Sie haben Mom...".
„Gib mir mal bitte Cameron", unterbrach Charley John.
John stand einen Augenblick wie vom Donner gerührt. Dann streckte er Cameron das Handy entgegen.
Cameron sah eine Sekunde verwirrt auf das Handy bevor sie es entgegen nahm. „Charley Dixon?"
„Bring ihn her, wenn er sich sträubt dann zwing ihn. Lass nicht zu, dass er Dummheiten macht", sagte Charley am anderen Ende.
Cameron sah kurz zu John. „Verstanden", sagte sie.
Bundesgefängnis:
Sarah saß mit gefesselten Händen, mit dem Rücken zur Tür, als sich diese öffnete.
„Ich weiß, dass man ihnen das bereits gesagt hat...", sagte der Mann, der in diesem Moment von einem Wachmann in den Raum gelassen wurde. „...aber da ich die Sorte Tischler bin, die zwei mal misst und ein mal sägt wiederhole ich es: Sie haben das Recht auf einen Anwalt", erklärte er während er Sarah und den Tisch langsam umging. „Wenn Ihnen danach ist und wenn ihnen nicht danach ist kann und wird Alles was sie sagen vor Gericht gegen sie verwendet".
„Ihnen ist nicht danach?", fragte er nach ein paar Sekunden mit den Händen auf der Stuhllehne des Stuhles, der Sarah gegenüber stand. „Akzeptiert und vermerkt. Also, dann kommen wir jetzt zur Sache. Vor zehn Jahren ermordeten sie einen gewissen Miles Dyson, beschäftigter bei Cyberdyne. Ist ein paar Jahre her aber der Mann ist nach wie vor tot. Also, das wäre Das. Vor acht Jahren haben sie und ihr Sohn und eine Freundin aus der Highschool einen Banksafe in die Luft gejagt und sind gestorben. Natürlich leben sie noch aber es kommt diversen Menschen ungelegen. Die Bank wurde dennoch gesprengt. Das wäre also Das". Jetzt setzte sich der FBI Agent hin, bevor er mit seinem Monolog fortfuhr.
„Vor Kurzem erst und damit meine ich den vergangenen Montag, waren sie an einem Feuergefecht beteiligt. Es gab fünf Tote und sie haben Savannah Weaver entführt, Tochter von Catherine Weaver einer schottischen Staatsangehörigen. Somit ein Vorfall auf Bundes- und internationaler Ebene. Zwei der Toten waren Polizisten außer Dienst und das bringt einem für gewöhnlich die Nadel ein aber an dieser Stelle schweife ich ab".
Sarah hatte den Sermon ungerührt über sich ergehen lassen. „Agent...Auldridge", las sie zögerlich auf seinem Ausweis, nachdem sie sich leicht vorgebeugt hatte.
„Ja?" Entgegnete er
„Sie sind ein Spaßvogel", sagte Sarah ohne belustigt zu wirken.
„Das pflegt Mom auch zu sagen", erwiderte er ungerührt.
„Ich hab Spaßvögel nie gemocht."
„Ich bezweifle, dass die Sie mögen Mrs. Connor.
Sarah starrte ihn ohne eine Miene zu verziehen an.
„Es gibt zwei Möglichkeiten ihres Sohnes habhaft zu werden. Mit ihrer Hilfe oder tot", sagte Auldridge leichthin. „Welche halten sie für die Bessere?"
„Meinen Sohn?" Fragte Sarah sanft.
„Ihr Sohn, John Connor", führte er aus.
„John ist tot", entgegnete Sarah mit einem leichten Lächeln aber nicht sehr überzeugend.
„Das bezweifle ich". Entgegnete Auldridge ungerührt.
„Er ist in der Bank gestorben", sagte sie mit Nachdruck.
„Ich glaube nicht, dass da Irgendjemand gestorben ist", erwiderte er mit ironischem Unterton.
„Da vertun sie sich".
„Manchmal schon aber heute nicht", sagte er als er aufstand. „Noch nicht". Dann ging er Richtung Tür. Neben ihr blieb er kurz stehen und beugte sich zu ihr hinab. „Denken sie darüber nach".
Als Cameron und John etwa eine Stunde später beim Safehouse ankamen lag der sich windende und Zappelnde John gefesselt über Camerons Schulter.
Kapitel 27
Auf der anderen Seite des Kontinentes stürmte ein Mann in das Büro eines anderen Mannes. Dieser saß an seinem luxuriösen Schreibtisch über einigen Akten.
„Sir?" Sagte der hereinstürmende.
Der Mann am Schreibtisch blickte verwundert auf. „Was gibt es denn so Eiliges?"
Der andere blieb vor dem Schreibtisch stehen. „Sie sind doch mit dem Fall Sarah Connor vertraut?"
Sein Gegenüber lehnte sich zurück, dann nickte er langsam. „Sagen sie nicht, diese Terroristin ist geflohen".
Der Mann schüttelte energisch den Kopf und hielt einen USB Stick hoch. „Vor einer Stunde ist uns dieses Material zugespielt worden mit der Nachricht, dass die notwendigen Beweise mit einem Flugzeug hierher unterwegs sind.
Jetzt beugte sich der farbige Mann mittleren Alters vor. „Und was bedeutet das?" Fragte er ungeduldig wirkend.
Der andere grinste nun ein wenig. „Das bedeutet, dass wir dieser Sarah Connor vielleicht bald einen Orden verleihen müssen.
Die Augenbrauen des Anderen schossen in die Höhe. „Okay", sagte er nach kurzem Zögern. „Zeigen sie es mir".
Wenig später erblickte er zunächst eine 10 Jahre alte Aufnahme einer Überwachungskamera und anschließend Aufnahmen und Diagramme, die die Behauptungen von Sarah Connor unterstützten.
Zum Schluss sah er noch die Videobotschaft einer rothaarigen Frau, die sich als Catherine Weaver, CEO einer Technologiefirma vorstellte und mitteilte, dass die notwendigen Beweise für die ganze Sache mit dem Jet ihrer Firma nach Washington unterwegs seien und das sie notfalls bereit sei noch mehr Beweise vorzulegen.
John war am Toben. Er lag auf der Couch und starrte wütend zu den drei Personen auf, die ihn umstanden. „Hummmummmhhh", kam es dumpf unter dem Klebeband hervor.
„Charley kratzte sich am Kopf, dann sah er Cameron an. „War das nötig?"
Cameron sah ihn verwundert an. „Bring ihn her, wenn er sich sträubt dann zwing ihn. Lass nicht zu, dass er Dummheiten macht".Wiederholte sie mit Charleys Stimme.
Charley" sah mit offenem Mund auf Cameron, dann senkte er den Blick. Schließlich fing er kopfschüttelnd leise an zu lachen. „Du bist wirklich ein gruseliger Roboter", sagte er dann grinsend. Und sah auf zu Cameron, die ein Lächeln auf den Lippen hatte.
Riley derweil hatte angefangen das Klebeband von Johns Mund zu lösen, war aber schnell von Johns Schmerzäußerungen gestoppt worden.
Cameron sah das Problem und kam hinzu. Sie griff eine Ecke des Klebebandes und riss es ruckartig hinunter.
„AAAAHHHH!" Schrie John, rollte sich herum und fiel von der Couch.
„Tut mir leid John. Ich...", begann Cameron und beugte sich über ihn um ihm zu helfen.
John unterbrach Cameron in dem er die Beine anzog und sie vor die Oberschenkel trat, was sie einen Schritt zurücktaumeln lies. Dann richtete er sich auf so weit er konnte. „DU VERDAMMTE MASCHINE!" Schrie er sie an. „WENN ICH MEINE MOM AUS DEM GEFÄNGNIS GEHOLT HABE WIRD SIE MIR HELFEN DICH ZU ZERSTÖREN! DU DURCHGEKNALLTER HAUFEN SCHROTT!" Schrie er außer sich.
Cameron war erstarrt. Mit aufgerissenen Augen starrte sie auf den am Boden Liegenden. Ihr Unterkiefer begann zu zucken bevor sie herumfuhr und aus dem Haus ging.
John sah ihr verwirrt nach so weit er konnte. Dann sah er zu Riley, die ebenfalls hinter Cameron herstarrte. „Riley, mach mich los!" Rief er ihr zu.
Riley sah zu ihm hinunter, schüttelte missbilligend den Kopf und lies ihn liegen. Dann lief sie hinter Cameron her.
„Du bist ein Dummkopf John", sagte Charley während er begann Johns Fesselung zu lösen. „Selbst ihr gegenüber war das falsch".
John sah ihm ins Gesicht. „Charley, ich...", begann er aber ihm fehlten die Worte um den Satz zu beenden.
Charley sah ihm nicht ins Gesicht, während er sich trotz der verletzten Schulter bemühte Camerons Knoten auf zu bekommen. Dann zögerte er kurz und sah John doch in die Augen. „Du liebst sie und sagst das Gemeinste, was du überhaupt sagen konntest. Ich glaube ich kenne Dich nicht mehr", fügte er kopfschüttelnd hinzu.
John lies den Kopf zurücksinken. Er wusste auch nicht, was in ihn gefahren war. Es war einfach Alles zu viel für ihn.
Riley musste einige Minuten suchen bis sie Cameron fand.
Cameron saß hinter einem Felsen. Sie hatte die Arme um ihre Knie geschlungen und wiegte sich vor und zurück.
Als Riley zu ihr trat sah sie Tränen Camerons Wangen hinunterlaufen.
Riley zögerte nur eine Sekunde, bevor sie sich neben Cameron nieder lies und sie an sich zog. „Schhhhhhhh", sagte sie leise und strich Cameron über den Kopf. „Er hat das nicht so gemeint".
„Fehlfunktion", sagte Cameron weinerlich. „Das ist unerträglich".
Riley schüttelte den Kopf. „Das ist keine Fehlfunktion. Das ist eine Emotion. Diese nennt man Leid. Es tut weh aber wie jede andere Emotion lässt auch diese langsam wieder nach.
„Versprochen?" Fragte Cameron leise.
„Versprochen", sagte Riley und drückte Cameron fester an sich.
Die nächsten Minuten hielt Riley die Maschine, die sie Eigentlich hassen sollte tröstend im Arm.
Als sie einige Zeit später ins Haus zurückkehrte sah Riley einen John Connor, der ihr mit reumütigem Gesicht entgegenblickte aber enttäuscht wirkte, als er sah dass Cameron das Haus nicht mit ihr zusammen betrat.
„Sie macht ihre Runden", sagte Riley und blickte ihn mit gemischten Gefühlen an. Dann ging sie an ihm vorbei in Richtung des Badezimmers. „Du bist manchmal ein richtiger Idiot.", sagte sie im Vorbeigehen.
„Ich weiß", sagte er leise.
Gleichzeitig sprach Sarah im Gefängnis mit Pater Armando Bonilla. Nachdem sie ihm einen Einblick in die Wahrheit gegeben hatte versprach er, ihr einen Gefallen zu tun.
