Hallöchen! Hier bin ich wieder. Hoffe, ihr lacht ein bisschen, wenn ihr das lest. Viel Spaß!
Kapitel 11-Intelligenz
Als ich mich wieder auf die Brücke traute, um Jim Kirk endlich nach den Chemikalien zu fragen, nutzte er glatt die Gelegenheit, um mir mitzuteilen, dass die Offiziere der Sternenflotte einem Allgemeinwissenstest unterzogen werden, um ihr Profil zu erweitern und irgendwas anderes zu machen, was Kirk vergessen hatte (Wen wundert´s?). Ich durfte in der ersten Runde mitmachen, logischerweise machen das nicht alle gleichzeitig, und er geht 4 Stunden.
„Aha", sagte ich, ziemlich wenig interessiert.
„Du klingst ja total begeistert", meinte Jim.
„So wie du aussiehst, wird es bei dir auch nicht anders sein", stichelte ich.
„Mal ganz unter uns: Pavel ist wohl der einzige, dem das nichts ausmacht", flüsterte Kirk mir zu. Verstohlen sah ich zu Pavel. Er saß an seiner Konsole und machte irgendwas wichtiges. Weil er ist Brücke, da ist alles wichtig.
„Durchaus realistisch, deine Einschätzung", sagte ich, den Blick immer noch auf Pavel geheftet. Ich frag mich, ob der tanzen oder singen oder ein Instrument spielen oder malen kann. So was künstlerisches halt. Das fehlt ihm noch.
„Pavel, spielst du ein Instrument?", fragte ich ihn, weshalb mich alle auf der Brücke anstarrten, Spock (dem macht das vielleicht auch nichts...könnte man mal drüber nachdenken) musste natürlich etwas dazu sagen:
„Das ist irrelevant für den Dienst, den Mr Chekov und Sie hier verrichten." Ja klar, aber ich geh gleich wieder und Pavel macht doch grade NICHTS! Zumindest nichts, was ihn anstrengen würde. Er sieht voll gechillt aus. Er sitzt an seiner Konsole, unterhält sich unauffällig mit Hika, damit Spock nichts bemerkt. Dann machte er noch, quasi ohne hinzuschauen, seine Arbeit. Grade piepste seine Konsole, er beschimpfte sie auf russisch, und sah drauf. Es passierte was, zumindest hörte das Ding auf zu piepen.
„Warte Pavel, ignoriere die Frage, ich muss dringend noch Medikamentenbestände überprüfen", sagte ich und blickte böse zu Spock. Er zog die Augenbraue hoch. Ich verabschiedete mich von den netten Leuten hier auf der Brücke, nach kurzem Zögern auch von Uhura. Spock sah mich an. Ich salutierte vor Spock, sagte „Commander", und ging. Er zog seine Augenbraue noch höher. Das spürte ich. Ich konnte das voll.
Also zurück Richtung Krankenstation. Pille stand da rum und machte...auch nichts! Er könnte glatt auf der Brücke arbeiten, weil außer in Krisensituationen macht da nie jemand was. Außer Spock vielleicht. Pilles Krisen waren seine Patienten, aber zurzeit was anscheinend auch grad mal niemand krank. Im Maschinenraum hatten sie ne Destille eingerichtet, für den seltenen Fall, dass sie mal nichts zu tun hatte. Was quasi nie passierte, denn dieses toll aussehende Schiff war immer kaputt. Deshalb bediente sich der Captain in den Momenten, in denen er nicht von Spock beobachtet wurde, am Selbstgebrannten. Weil Spock würde ja quatschen. Und Pille...Ich hätte ihm zugetraut, Mau Mau zu spielen, aber anscheinend fand er keinen zum Spielen...muss an der pessimistischen Grundeinstellung liegen. Ich grinste dumm, er fragte: „Was grinst du so bescheuert? Einmal heulst du, dann guckst du so... Frauen. Die sind wie..."
„Verschone mich bitte mit deinen Metaphern. Und darf ich dich dran erinnern, dass Ela auch eine Frau ist?", entgegnete ich.
„Meine Ela ist anders als...du", erwiderte er. Und bei du guckte er mich geekelt an. Na. Danke.
„Bitte, wenn du meinst. Das heißt in Fachkreisen Individualität. Ich muss deine Bestände überprüfen", erklärte ich ihm.
„In Fachkreisen ist allgemein bekannt, dass der Arzt seinen Pharmazeuten Bescheid gibt, sobald ein Medikament rar wird", gab er leicht beleidigt zurück. Also salutierte ich erneut, drehte mich auf den Absätzen herum und ging in meine Station...obwohl ich ja mal beim Maschinenraum vorbeischauen könnte. Nehme ich diesen lebensgefährlichen Ort in Kauf? Oder lieber doch ni...Scheiße. Soeben bin ich gegen die Glastür gelaufen, die die Krankenstation vom Flur trennte. Also kein Alkohol für mich.
Ela und ich trafen uns abends zum Essen. Susan war auch da. Cool. Sternenflottenessen aus...ich will glaube gar nicht wissen, woraus das Schweineschnitzel ist. Bestenfalls aus Soja. Schlimmstenfalls aus... Nicht darüber nachdenken, Kathi. Ist besser für dich, Kleines. Ich schaffte es, mein Tablett bis zum Tisch zu tragen, ohne das irgendetwas schlimmes passierte. Hee, ich hätte mir doch einen Schluck Maschinenraum gönnen sollen. Susan sah ihr Schnitzel an. Ich hätte erwartet, dass es zurückgguckt. Oder von allein zum Tisch rennt. O ja, warum war ich nochmal in der Sterneflotte?
„Kathi? Du siehst aus, als würdest du dein Essen töten wollen", riss mich Ela aus meinen Gedanken.
„Es sieht so aus, als ob es mich töten wollte, also sind wir doch quitt, oder?" Ein bisschen zweifelte ich schon. Aber ich würde nicht gegen ein Schnitzel verlieren, soviel stand schon mal fest.
„Ich fasse auch nicht, was die uns hier vorsetzten, mein liebes Schwesterchen. Das ist kein richtiges Essen, nur Sternenflottenrationen", sagte MG. Wo kommt der denn her? Susan lud ihn ein, sich zu uns zu setzten.
„Ich bin mir nicht mal sicher, ob das essbar ist. Sieht aus wie aus dem dritten Weltkrieg", fügte ich hinzu. Dabei stocherte ich lustlos auf meinem Schnitzel rum. Vielleicht kann man dieses andere Zeug essen, was sie als Gemüse ausgeben.
„Scotty, ich hab mich gefragt, nach unserer Unterhaltung über Tachionstrahlen und Tachionimpulsen, wie man dies in Schiffe integrieren kann, sodass man quasi alle Schilde durchdringen kann. Sowas wie ein Schildzerbrecher-to-go", fing Ela mal wieder mit Technik an. Mir fiel nur eins dazu ein.
„Warum überlegen wir nicht, wie man sich davor schützen kann?"
„Häää?", machte MG. Bin ich echt die einzige, die da drauf kommt?
„Mensch, wenn wir wissen, wie man Schilde durchdringt, weiß das garantiert auch wer anders. Dann beschießen die uns und wir sterben. Wie kann man sich also davor schützen?", erläuterte ich meine Gedanken.
„Mmmmmh, keine Ahnung, werd ich mich demnächst mal mit Ela und Pavel hinsetzten und
überlegen", meinte MG. Gut, ich wünsche euch dabei viel Spaß. Ich werde wohl was sinnvolles tun. Schlafen. Oder das Essen auskotzen.
Susan beschloss, sich mir anzuschließen, als ich die Hälfe meines Essen wegschmiss. Gemeinsam gingen wir zu ihr aufs Quartier, dort quatschten wir ein bisschen und überlegten, wie wir wohl an Rum kommen konnten (den brauchten wir für Mousse au Chocolate). Dann scheuchte sie mich raus, mit der Begründung, ich hätte noch für diesen Test zu lernen. Ich und lernen. Soweit kommt's noch. Da arbeite ich ja lieber. Aber wie wir alle wissen, hatte ich nichts zu tun. Langeweile und schlechtes Essen machen nicht allzu erfinderisch, ich lief einfach nur über das ganze Schiff. Bisher hatte ich noch nicht alles gesehen, und bei meinem Orientierungssinn würde ich mich nicht einmal mithilfe des Computers zurückfinden. Aber Gedanken dazu später. Ich schlenderte also über das Schiff. Nicht sonderlich interessant, hier lebten ja ganz viele Leute, also gibt es viele Quartiere, Kantinen, Sporträume und...Labordinger. Für Menschen und andere Lebewesen, die hier arbeiteten. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Schiff so langweilig ist. Unterwegs traf ich auf Cupcake.
„Tag Cupcake, was machst du so?", fragte ich ihn, als er den Gang runtergelaufen kam.
„Meine Runde, so als Sicherheitsoffizier muss ich doch wissen, was da so auf dem Schiff los ist", klärte er mich auf. Wenigstens einer, der was Sinnvolles zu tun hatte.
„Kann ich mitkommen?", erkundigte ich mich. Besser mit Cupcake rumlaufen als ohne irgendwen sonst. Erinnert mich daran, dass ich Jim ausführen müsste. Und Futter kann er bestimmt auch mal wieder gebrauchen.
„Warum?", fragte Cupcake. Gute Frage. Allein im Schiff rumrennen ist doch sonst so allgemein beliebt.
„Ich find den Weg zu meinem Quartier nicht", sagte ich ihm.
„Ganz einfach, da musst du nur den Flur runter, den Lift auf deine Etage einstellen und dann aussteigen. Schaffst du doch, oder, Kathi?" Ich wär mir da nicht so sicher. Trotzdem lächelte ich und sagte höflich:
„Danke", bevor ich natürlich in die falsche Richtung lief.
„Kathi? Andere Richtung."Scheiße. Warum eigentlich immer ich? Ich naives, kleines, braves Mädchen.
Also Richtung Lift. Ich schaffte es irgendwie, bevor mir Alex über die Füße kroch.
„Hey Alex, wie kommst du denn in den Lift? Warum bist du nicht bei Ela?", fragte ich ihn und nahm ihn hoch. Er schnurrte zurück.
„Willst du zu Ela? Ich kann dich vorbeibringen, liegt quasi auf meinem Weg", sagte ich. Ausnahmsweise stimmte das sogar. Elas Quartier war ja quasi neben meinem, weshalb sich verlaufen so gut wie unmöglich ist. Selbst ich hatte das bisher nicht geschafft. Also auf zu Elas Quartier. Alex schlief in meinen Armen. Sah voll süß aus. Ist bei einem Tribble aber auch nicht schwer. Gibt es auch Bad Tribbles? So richtig böse, mit Lederjacke und rot glühenden Augen? Ganz in schwarz? Bei der Vorstellung musterte ich Alex eingehend. Bad Tribbles...na klar, und Spock bekommt nen Comedypreis und Kirk wird Mönch.
Ich ging doch nicht zu Ela, weil ich feststellte, dass es schon halb 11 war. Na ja, morgen Nachmittagsschicht, da war das OK. Ausschlafen bis man will, denn erst Dienst ab um 2. Schön. Also kam Alex mal zu mir mit. Jim sprang Alex förmlich an. Wie kann ein Tribble springen? Wie nur? Die haben nicht mal Beine. Krank.
