Disclaimer: Alle Charaktere, Orte, etc. gehören JKR. Der Plot gehört WithDemonWings. Mir gehört nichts.

Danke, MarieCarlie1305, fürs schnelle Korrekturlesen und die Hilfe.


Kapitel 11)

Harry drückte sich so nah an Krummbein, wie nur möglich, sodass er fast schon unter ihm ging.

Es liefen keine Schüler mehr durch die Gänge, die sie hätten aufhalten können, und so hatten sie den Weg zum Krankenflügel schnell bewältigt. Die ältere Katze schaffte es die Türe weit genug aufzudrücken, sodass sie sich beide hindurchzwängen konnten.

Harry schnüffelte erst bevor er den Krankenflügel durchquerte. Geistesabwesend bemerkte er, dass das Bett, welches der Rückwand am nächsten stand, immer noch leicht nach ihm roch, ein Überbleibsel von seinem letzten Aufenthalt Ende des letzten Jahres.

Es überraschte ihn, als er neben „seinem" Bett eine Tür sah; er hatte sie vorher nie bemerkt. Harry tappte zu ihr und war überrascht, dass sie offen war und er Stimmen hören konnte. Madam Pomfreys Stimme erkannte er sofort und sie sprach mit einem Mann, der Harry irgendwie bekannt vorkam, den er aber nicht ganz einordnen konnte.

Ein bekannter Geruch - irgendwie wie Wald, gleichzeitig ein bisschen wie eine Bücherei mit ein bisschen Schokolade - war mit einem anderen vermischt - erdig, wie ein Ozean oder frischer Regen mit ein bisschen Vanille - , den er gar nicht einordnen konnte...

Harry schmiegte sich beim laufen näher an Krummbein, der das Kätzchen leicht amüsiert betrachtete.

Der Kniesel schaffte es sich unbemerkt in den Raum zu stehlen und versteckte sich unter dem Bett, bis die Krankenschwester das Privatzimmer verlassen hatte.

Harry, der in den wenigen Minuten, die er unter dem Bett verbracht hatte, eingenickt war, schreckte hoch, als Pomfrey den Namen ihres Patienten bekanntgab.

Malfoy!

Harry wusste nicht, was er denken sollte, denn er war sich sicher, dass es Remus war, der da mit Lucius Malfoy im gleichen Bett lag. Harry hatte Gerüchte gehört, dass Draco und sein Vater unter dem Einfluss eines Zaubertranks oder Fluchs oder so ähnlich gestanden hatten.

Harry wartete ein paar Minuten nachdem Poppy gegangen war und die Türe hinter sich geschlossen hatte, bevor er unter dem Bett hervorkroch.

Er legte den Kopf zur Seite und beobachtete Lucius, wie dieser lesend auf dem Bett saß und mit seiner freien Hand durch Remus´ Haare strich.

Harry war ziemlich stolz auf sich selbst als er es schaffte ganz alleine und ohne Hilfe auf das Bett zu klettern.

„Na, wer bist du denn?", fragte Lucius als er den kleinen Kniesel entdeckte, der gerade über das Bett purzelte und sich nicht sicher war, was er von dem Blonden halten sollte.

Lucius beobachtete die kleine Katze, die sich ihren Weg über das Bett zu seiner Hand suchte. Er schloss sein Buch und hielt geduldig wartend der Katze seine Hand hin.

Irgendetwas an der Art, wie sich die Katze bewegte, kam ihm seltsam vor. Er war sich nicht sicher was, aber irgendetwas stimmte nicht. Er schüttelte den Kopf und war überrascht, als der Kniesel in seinen Schoß kletterte und an Remus Nase schnupperte.

Lucius´ leises Lachen überraschte Harry und er fiel hin, als er zurückstolperte. Der Blonde fing ihn mit sanften Händen auf.

„Vorsicht, Kleiner!", schalt Lucius ihn sanft, als er Harry vorsichtig wieder auf die Füße stellte und mit seiner Hand durch sein Fell strich.

Lucius war fast so gut wie Severus, aber Harry dachte bei sich, dass er wohl ein bisschen voreingenommen war.

Harry rollte sich ein und lag quasi auf Remus´ Kopf, so nah schmiegte er sich an ihn, aber er wollte Remus und Lucius einfach so nah wie möglich sein. Er schlief bald ein und Lucius liebkoste abwechselnd Remus und Harry.

Xxx

Draco war überrascht als er seinen Vater und Professor Lupin immer noch im gleichen Bett schlafend vorfand. Es schien, als ob er noch warten müsste, bevor er mit seinem Vater wie geplant sprechen konnte.

Er hatte keine Ahnung wie er es schaffte die Hausaufgaben für Zaubertränke und Geschichte der Zauberei fertig zu machen, aber bei Verwandlungen kam er einfach nicht weiter.

Blöde Verwandlungen!

Draco versuchte wirklich sich auf seine Hausaufgaben für Verwandlungen zu konzentrieren.

Er versuchte es wirklich.

Aber Gedanken an Harry und Hermine lenkten ihn immer wieder ab.

Hermine war ein Mysterium. Sie war Harry gegenüber immer loyal gewesen, doch dann, als sie angefangen hatte mit dem nervtötenden Rotschopf auszugehen, war sie zur Superschlampe aus der Hölle mutiert. Nun ja, nicht ganz. Den Titel hielt immer noch seine Mutter, aber Hermine war nah dran ihr diesen streitig zu machen.

Zumindest sich selbst gegenüber konnte Draco zugeben, dass Hermine eine wunderschöne junge Frau geworden war und vor einem Jahr hätte Draco nichts an ihr ändern wollen. Aber nun, da er frei war, realisierte er, dass sie so war, wie er als er unter der Kontrolle seiner Mutter stand, und er hasste es. Kein Wunder, dass Potter nicht mit ihm befreundet hatte sein wollen.

Er seufzte. Potter. Das war nun wirklich beschissen. Nicht Potter, die Person, sondern Dracos Beziehung zu ihm. Draco ließ seinen Kopf auf den Rücken der Couch fallen. Na toll, nun verstand noch nicht mal er selbst sich mehr...

„Rede einfach mit ihnen!", sagte er laut zu sich.

„Ich habe festgestellt, dass das oft sehr hilfreich ist", gab Lucius amüsiert zu, als er sich aufsetzte und gegen das Kopfende des Bettes lehnte, in dem er lag.

„Das ist nicht so leicht, wenn der andere verschwunden ist", erwiderte der junge Blonde und drehte sich auf der Couch, sodass er seinem Vater Angesicht zu Angesicht gegenüber saß.

„Wer ist verschwunden?", fragte Lucius und seine Besorgnis war ihm nicht nur anzuhören, sondern stand ihm auch ins Gesicht geschrieben.

„Du, bis gestern. Aber Potter ist auch verschwunden", antwortete Draco.

„Und niemand weiß wo er ist oder was mit ihm passiert ist?", fragte Lucius, seine Hand in Harrys Fell vergraben, der laut schnurrte.

Draco schüttelte verneinend den Kopf, bevor er den Kniesel im Schoß seines Vaters entdeckte.

„Wie ist er denn hierher gekommen?", fragte er und zeigte auf die Katze.

„Ich schätze, dass er sich reingeschlichen hat, als Poppy kam, um uns zu untersuchen", antwortete Lucius. Er hob den Kniesel, der verschlafen blinzelte, sanft hoch. Als das Kätzchen dann gähnte und ein zufriedenes Kätzchengeräusch von sich gab, schmolzen Lucius und Draco nur so dahin.

„Er hat kein Halsband, aber er scheint jemanden zu haben, der sich gut um ihn kümmert", kommentierte Lucius, „Weißt du, wem er gehört?"

„Das ist Kit, der neue Vertraute von Severus", antwortete Draco und beobachtete seinen Vater mit dem Kniesel. Er konnte sich noch vage an diesen sanftmütigen Mann aus seiner Kindheit erinnern.

Lucius sah seinen Sohn an und zog eine Augenbraue hoch.

„Granger hat den Kleinen angegriffen und du weißt, dass Onkel Severus ein Herz für kleine, pelzige, hilflose Tiere hat", antwortete Draco mit einem Schulterzucken, ohne auf Einzelheiten einzugehen, da er diese selbst auch nicht kannte. „Frag Onkel Severus, er hat mir nicht wirklich viel erzählt."

Das Paar saß einige Minuten schweigend da, Draco kritzelte auf einem Stück Pergament rum, das eigentlich seine Hausaufgaben enthielt, und Lucius spielte mit dem Kätzchen und das Kätzchen unterhielt Lucius.

„Also, was ist passiert?", fragte Draco endlich leicht verlegen, ohne vom Pergament hochzublicken.

Lucius antwortete nicht sofort.

Er lächelte sanft. „Da wirst du schon ein bisschen genauer nachfragen müssen", antwortete er und stupste Draco unter der Decke mit seinem Fuß an.

Draco zuckte zurück und zappelte nervös herum. „Was ist mit uns passiert?", platzte es aus ihm heraus. „Was ist mit dir passiert? Wieso bist du mit Professor Lupin zusammen hier aufgetaucht?", fuhr er fort. Die Fragen sprudelten nur so aus ihm heraus, nachdem er nun endlich angefangen hatte sie zu stellen. „Wie soll ich Granger ansprechen und was ist mit Harry und was mit Mutter und...?"

Lucius seufzte und setzte Kit auf das Bett, bevor er durch Remus´ Haar strich. „Beruhig dich, Drache, ich kann nur eine Frage auf einmal beantworten", antwortete er und sah sowohl besorgt als auch amüsiert aus.

„Also, was ist passiert?", fragte Draco erneut und grinste.

„Balg!" Lucius funkelte seinen Sohn an, antwortete aber nicht sofort.

Harry, der aus seiner Massage-induzierten Trance aufgewacht war, stupste neugierig mit seinem Kopf gegen Lucius´ Hand.

„Dass dir Drogen gegeben wurden, war meine Schuld", fing Lucius an. „Ich hatte endlich realisiert wie verrückt Riddle wirklich geworden war und ich wollte damit nichts zu tun haben. Ich wollte dich, uns alle, davor bewahren. Deine Mutter hatte aber andere Pläne. Sie hat es geschafft mich zu überzeugen nur noch ein paar Tage länger zu bleiben und hat dann angefangen uns Zaubertränke zu geben. Sie sprach mit Riddle über uns und er hat uns verflucht. Nach einiger Zeit begann ich gegen die Zaubertränke resistent zu werden und als Riddle seine eigene Macht verlor, verlor er auch die Macht, die er über mich hatte. Dann starb deine Mutter und ich wurde nicht mehr von den Zaubertränken beeinflusst. Ich konnte wieder klar denken, aber ich konnte nichts tun. Er drohte mir damit dir was anzutun und ich sagte mich von ihm los." Hier seufzte Lucius und Draco setzte sich neben seinen Vater.

„Er folterte mich, als ich versuchte zu fliehen und schlussendlich übergab er mich Greyback, der entschloss mich zu beißen. Ich war für drei Vollmonde bei ihm und danach nicht mehr. Remus weiß besser, was mit mir passiert ist, nachdem ich nicht mehr bei Greyback war. Ich glaube wir sind Gefährten", fuhr er fort. Es schien als ob er mit jemandem über alles sprechen musste, abgesehen von Remus, einem geistesgestörten Todesser oder einem psychotischen Werwolf. „Wir haben uns noch nicht endgültig gebunden, aber ich kann ihn fühlen. Ich brauche ihn. Ich will ihn!", platzte es aus ihm heraus, bevor er zu der Person hochblickte, mit der er sprach. Er wurde rot: „Tut mir leid, ich sollte dir das nicht alles auf..."

„Dad, hör auf!", unterbrach ihn Draco so höflich er konnte.

„Wie Bitte?", fragte Lucius und starrte Draco verwundert an.

„Ich sagte du sollst aufhören. Es ist okay. Es stört mich nicht. Ich will mit dir über solche Sachen reden", antwortete Draco mit einem verlegenen Lächeln.

„Das meine ich nicht. Wie hast du mich genannt?", erläuterte Lucius.

„Dad", antwortete Draco verwirrt. „Aber..." Lucius unterbrach ihn, indem er ihn in seine Arme zog und ihn sehr fest und voller Liebe umarmte.

„So hast du mich nicht mehr genannt seit du 3 Jahre alt warst. Obwohl, damals war es noch Daddy", erklärte Lucius mit zittriger Stimmer. Draco klammerte sich an Lucius.

Harry beobachtete die beiden mit einer Mischung aus Verwunderung, Verwirrung, Verärgerung und Traurigkeit. Er schlich sich langsam hinüber zu Remus, der stöhnte und anfing sich zu bewegen.

„Warum sitzt ein Kniesel auf meiner Brust?", fragte er, noch ganz groggy. Mit einer Hand streichelte er das kleine Tier abwesend. „Und warum riecht es wie mein Junges Harry?"

Das Katzenjunge auf Remus´ Brust starrte Severus, der gerade mit Poppy reingekommen war, mit einer Mischung aus Horror und Erleichterung, an.

„Sieh mich nicht so an", tadelte Severus ihn sanft. „Sie hätten es früher oder später sowieso erfahren."

Harry stieß einen mitleiderregenden Laut aus und schmiegte sich näher an Remus. Die anderen drei starrten Severus verwirrt an. Severus genoss es ausnahmsweise mal derjenige zu sein, der etwas wusste.

„Weil er Harry ist."