Disclaimer: Es gelten die selben Rechtslagen wie in den vorherigen Kapiteln!

Kapitel 11 – Die Ankunft in Rivendell... aka die rasende Schildkröte?

Es war bereits kurz nach Mitternacht. Elrond fand einfach keinen Schlaf, was durchaus vor kam, wenn einer seiner Söhne an einem Ort war, den er nicht kannte.

Er sass derzeit im Wohnzimmer vor dem lodernden Kamin. Es war kurz vor dem Mittwinter fest und sehr kalt draußen. Der Mond schien fast vor Eis zu glühen.

Auf seinem Schoss lag zwar ein Buch, aber er las es nicht, sondern starrte nur in das Feuer. Bilder erschienen vor seinen Augen. Elugalen's Tod war jenes, das ihn am meisten belastete.

Er sah auch einen Mann der eher wie eine Schlange aussah, der mit einem schwarzen Schwert, auf dem Diamanten zu sehen waren, in der Hand, über seinem noch lebenden Enkel stand.

Das silberne Schwert von Elugalen lag ein Stück von ihm entfernt auf dem Boden und er ver suchte verzweifelt es zu erreichen.

Er sah, wie das schwarze Schwert in den Rücken von Elugalen eindrang. Er sah, wie die hell leuchtenden, grünen Augen an Leben verloren. Er zuckte jedes mal wenn er das sah, zusam men.

Das letzte mal, als er eine derartige Vision gehabt hatte, war diese auch eingetreten. Er sah, wie sein Schwiegersohn mit jenem Mann kämpfte, der seinen Enkel in der Vision tötete. Er sah einen grünen Blitz und dann nichts mehr. Er sah wie seine Tochter darum flehte, ihren Sohn nicht zu töten, sondern sie an seiner Statt, er sah, wie der selbe Mann sie zur Seite drängte und seinen Enkel zu ermorden versuchte. Der schlimmste Teil aber war, das er sah wie seine Tochter alle Hoffnung aufgab, und er sah wie sie immer bleicher wurde, als der Mann jene fatalen letzten beiden Worte flüsterte. Er sah, wie die Trauer in ihr Überhand nahm. Die Trauer konnte ein Wesen über lange Zeit hinweg langsam töten, oder aber umge hend.

Elrond hatte nun Tränen in den Augen. Sein Enkel war dazu bestimmt, zu sterben und es gab nichts, was er dagegen tun konnte.

Die Tinte auf der Seite die offen lag verschmierte, als die Tränen darauf fielen.

Er wusste nicht, wie lange er dort gesessen hatte, als eine ihm nur zu bekannte, sehr panisch klingende Stimme ertönte.

Elugalen war innerlich fast in Panik, aber äußerlich war davon nichts zu bemerken. Er stand hier in seiner vollen Größe, mit seiner blutbedeckten Tunika und mit ruhigem Blick, aber in seinem Innern zerriss es ihm das Herz.

Er hatte die Gruppe von vier Personen knapp eine Meile außerhalb von Rivendell erscheinen lassen, obwohl er eigentlich den Innenhof erreichen wollte. Seine Sorge um Snape's Leben, so sehr er es vermied dies zu zeigen, hatte ihn allerdings irritiert und so hatten sie das Ziel um eine Meile verfehlt.

Sie befanden sich auf einer Lichtung. Er hatte sie also wenigstens nicht mitten in einen See teleportiert.

Es war eindeutig kurz vor Mitternacht und das einzigste Licht das sie hatten war das der Ster ne und das von Elugalen ausgehende.

Poppy betrachtete irritiert die hell leuchtende Form des Elfen, beruhigte sich aber schnell wie der.

Es war eine kalte Nacht, gegen Ende des Herbstes und der Atem der Sterblichen war deutlich vor ihrem Mund sichtbar. Elugalen selbst spürte die Kälte nicht, da er seinen Umhang sehr eng um sich gelegt hatte.

"Meine Dame, meine Herren, willkommen in Mittelerde." sagte er zu den drei Magiern und, wobei nur 2 von ihnen ihn verstehen konnten, da Snape bewusstlos war.

Dumbledore sah sich erstaunt um.

"Man spürt fast die Ruhe hier." sagte er sanft.

Elugalen sah ihn nun an. Ruhe war eine der Sachen, die auf Mittelerde wirklich zutrafen aber sie war doch deutlich spürbar, im Gegensatz zur magischen Welt.

Madam Pomfrey lehnte sich gerade über Professor Snape und überprüfte seine Vitalfunktio nen.

"Er hat hohes Fieber." murmelte sie. "Wir müssen uns beeilen."

Elugalen nickte, bevor er etwas vor trat.

Dumbledore bewegte kurz seinen Zauberstab und die Bahre mit Snape schwebte hinter ihnen her.

"Wie weit ist es noch bis Rivendell, ehrenwerter Elf?" fragte Dumbledore nun.

"Knapp eine Meile, wenn nicht sogar weniger." sagte Elugalen.

"Das ist aber noch weit, oder?"

"Nein, wir sind bereits in dem Tal in dem Rivendell liegt. Es ist nur noch ein Weg von knapp 20 Minuten."

Dumbledore nickte nun und beobachtete weiterhin die Umgebung.

Nach gut 10 Minuten erreichten sie jenen Fluss, der durch Rivendell floss und gingen nun den Weg flussaufwärts, wo eine Brücke über den Fluss führte und der Weg dann direkt zum Hauptplatz von Rivendell weiter führte.

Poppy hielt kurz inne, und legte die Hand auf Snape's Stirn. Sie schnappte nach Luft. "Profes sor! Seine Temperatur ist gestiegen."

Elugalen zögerte. Er hielt kurz inne und ging die Möglichkeiten im Kopfe durch.

"Wir müssen uns beeilen." sagte er nun. "Es geht leider nicht schneller." Elugalen lies nun aus dem Nichts ein Taschentuch erscheinen und ging zum Fluss hinüber, in das er dieses legte und es danach aus wrang, bevor er zurück kam und es vorsichtig auf die Stirn von Professor Snape legte. "Das muss leider bis auf weiteres reichen."

Sie liefen nun den Fluss entlang und erblickten bald darauf eine Brücke.

"Nur noch über die Brücke und wir sind da."

Die kleine Gruppe erreichte unter Einhaltung aller Vorsicht nun die Brücke. Da sie nicht den primären Weg nach Rivendell benutzten, war dieser hier kaum genutzt und durchaus gefähr lich, aber trotzdem konnten sie ihm ohne Zwischenfälle folgen.

Sie gingen nun über die Brücke, die über den Fluss führte. Poppy hatte die Augen geschlossen und hielt sich am Arm von Elugalen fest, da ihr das Wasser unter ihr unheimlich war.

Der Innenhof war, wie für diese Uhrzeit zu erwarten, völlig leer. Die aus Holz und Sandstein gebauten Mauern von Rivendell schienen im Mondlicht zu glitzern.

Dumbledore schien sich wie immer zu verhalten, aber ein Blick in sein Gesicht zeigte, das er sich freute, hier zu sein, anders als es bei Poppy der Fall war.

"Folgen sie mir bitte." sagte Elugalen und führte sie die Haupttreppe hinauf zu den Räumen de Heilung.

Er öffnete eine der Türen zu einem der Behandlungszimmer und bat Poppy und Dumbledore dort zu warten.

Sobald sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, fiel seine ruhige Art von ihm ab, und die Pa nik wurde offensichtlich.

Die Zeit schien nie so langsam zu vergehen wie jetzt, als Elugalen wie ein Leopard durch die Flure (1) und zu den Räumen seines Vaters lief. Als er in der Nähe war, rief er so laut wie es ging: „ADA!"

(1) Eigentlich wollte die ursprüngliche Autorin hier „Wie eine Schildkröte" schreiben, aber sie entschied sich dagegen.