hallo zusammen! Hier ist es nun, das letzte Kapitel meiner Geschichte!

Ich danke allen, die sie gelesen haben und hoffe, dass sie euch vielleicht ein wenig gefallen hat!?

Falls noch jemand Anregung; lob und natürlich auch Kritik hat - dann immer her damit!

LG, Drea

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Kapitel 11: Finale

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Collin fluchte leise vor sich hin, während er versuchte, das Funkgerät wieder in Gang zu bringen.

Bisher war beinahe alles schief gelaufen, was schief laufen konnte.

Sie hatten den Parkplatz ohne Probleme erreicht, hatten sich nach dem Kompass gerichtet und den nördlichen Weg genommen. Anfangs war es ein relativ normaler Pfad gewesen, der sich aber nach einem knappen Kilometer in Nichts aufgelöst hatte.

Zu dem Zeitpunkt merkten sie, dass mit dem Kompass anscheinend etwas nicht stimmte. Dieser Weg konnte einfach nicht richtig sein.

Also waren sie fluchend zurück gegangen und hatten den anderen Pfad genommen. Das hatte sie bereits enorme Zeit gekostet.

Dann war Clark in den Sumpf geraten und hatte dabei das Funkgerät verloren.

Außer nassen Füßen, war seinem Kolleggen nichts weiter passiert, aber sie hatten einige Minuten gebraucht, um das Funkgerät wieder zu finden – und es war mit Schlamm bedeckt, nass und wie es aussah völlig unbrauchbar.

Sie waren langsam weiter gegangen, während Collin versuchte, dasGerät zu säubern, aber offensichtlich hatte es nichts gebracht und er gab es schließlich Clark zurück, der es wieder an seinem Gürtel befestigte.

Den restlichen Weg redeten sie nicht viel und nur deshalb hörten sie wohl die Geräusche.

Grade noch voller Ärger, setzte sich nun das jahrelange Training der beiden Männer durch und sie versteckten sich blitzschnell hinter den nächsten Bäumen, die Waffen in der Hand und schussbereit.

Aus ihrer Deckung heraus entdeckten sie zwei Männer – Tony Briggs und Nate Cooper, wie Collin feststellte – die sich langsam durch den Wald schlichen. Sie schienen sich völlig darauf zu konzentrieren, den Weg nicht zu verlieren und gingen nur etwa zwanzig Meter an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Erst jetzt sagen die beiden Agenten, dass sie ihrem Ziel schon viel näher waren, als sie gedacht hatten.

Die Lichtung war schon ein wenig zu erkennen und auch der Hochstand war zu sehen, etwas 600 Meter entfernt. So wie es aussah, steuerten die beiden Männer darauf zu.

Mit einem Zeichen an Clark trat Collin hinter dem Baum hervor und richtete seine Waffe auf den Rücken des linken Mannes, während Clark auf den anderen zielte.

„Stehen bleiben und Hände hoch, FBI!" rief er und beobachtete regungslos, wie Cooper und Briggs stehen blieben.

„Ich will die Hände sehen!" sagte er nochmal, als die Männer sich nicht rührten. „Eine falsche Bewegung, und wir schiessen!"

Dann ging alles blitzschnell.

Tony und Nate drehten sich um und zogen dabei ihre Waffen.

Drei Schüsse fielen innerhalb von einigen Sekunden.

Collin schien alles in Zeitlupe abzulaufen. Die beiden Männer vor ihm begangen zu fallen. Aus Coopers Waffe fiel im selben Augenblick ein Schuss und neben ihm schrie Clark auf.

Mit einem kurzen Blick auf seinen Kollegen, ging er zu den beiden Männernm nahm die Waffen weg und sah einen Moment reglos zu, wie sich unter ihnen große Blutlachen bildeten und ihn weit aufgerissene Augen anstarrten. Dann drehte er sich zu Clark um.

Die Kugel hatte seinen Oberarm durchschlagen, aber sie lebten beide.

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Ryan, Calleigh, Aaron und Frank hatten beschlossen dem Pfad zum Hochstand nur ein Stück zu folgen und dann einen direkteren Weg durch den Wald zu nehmen.

Sie machten sich Sorgen um ihre Kollegen. Das Auto hatte auf dem Parkplatz gestanden, aber auch von der kurzen Entfernung aus hatten sie keine Antwort über Funk oder Handy bekommen.

Nach etwa einem halben Kilometer hörten sie Schüsse und gleich darauf, nicht weit von ihnen entfernt, hörte Ryan eine bekannte Stimme rufen: „Was war das?"

„Das ist Dan Cooper!" sagte er leise.

Sie zogen ihre Waffen und gingen lautlos weiter durch den Wald. Die Stimme war nicht weit entfernt gewesen und nach etwa hundert Metern entdeckten sie Dan Cooper und John Hagen, die einige Meter von ihnen weg standen.

„Du Idiot, du kannst hier doch nicht so rum schreien!" zischte Hagen grade dem jüngeren Mann zu und Ryan musste grinsen.

Cooper war zwar ausgebildeter Polizist, aber arbeitete seit Jahren nur im Labor am Computer. Und er hatte den Mann immer schon für einen Idioten gehalten. Das schien John Hagen genauso zu sehen.

Aaron gab ihnen Zeichen und sie nutzten die Unaufmerksamkeit der beiden Männer und verteilten sich leise um sie herum.

Als alle ihre Waffen auf die beiden streitenden Polizisten gerichtet hatten, gab Aaron sich zu erkennen. „FBI! Waffen fallen lassen und Hände hoch!"

Hagen und Cooper drehten sich erschrocken um und ihre Augen weiteten sich vor Überraschung, als sie Aaron und wenige Meter entfernt Ryan entdeckten.

Hagens Hand wanderte instinktiv zu seiner zweiten Waffe im Hosenbund.

„Ich werde nicht zögern zu schiessen, John!" Calleighs Stimme hinter ihm liess ihn zu Stein erstarren. Daran, wie die beiden Männer in ihrer Haltung scheinbar zusammensackten, konnten die Ermittler erkennen, dass sie aufgegeben hatten. Calleigh und Frank gingen zu ihnen, nahmen ihnen die Waffen ab und durchsuchten sie. Schließlich legten sie den beiden Handschellen an.

„Wie wäre es, wenn ich die beiden bewache, und ihr findet heraus, woher die Schüsse kamen und wo Horatio und Eric sind?" schlug Frank vor.

Aaron überlegte einen Augenblick und nickte dann.

Sie machten sich zu dritt auf den Weg Richtung Hochstand.

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„Es ist vorbei, Rick!" sagte Horatio in ruhigem Ton.

Er hatte sich als erster wieder gefasst. Die Schüsse konnten nur eines bedeuten: Stetlers Männer schossen sicher nicht aufeinander! Also suchte man nach ihnen – und der Suchtrupp war nicht weit entfernt.

Horatio hörte hinter sich, wie Jake seine Handschellen hervorholte und konnte einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken, als seine Arme nach hinten gezogen und gefesselt wurden.

Die Waffe wurde ihm in die Seite gepresst und Jake wartete auf Anweisungen von Stetler.

„Nichts ist vorbei, Horatio!" antwortete Stetler nach einem Moment. „Ich erschiesse dich hier und jetzt und verschwinde!" Er grinste höhnisch. „Geh zur Seite, Jake! Das hier mache ich selber, das wollte ich schon lange tun!"

„Du kannst mich erschiessen, Rick," sagte Horatio mit scheinbarer Gelassenheit. „Aber das ändert nichts daran, dass sie dich kriegen und du den Rest deines Lebens im Gefängnis landest."

„Bestimmt nicht!" antwortete Stetler selbstsicher. „Ich habe Vorkehrungen getroffen. Mich kann niemand mit den Drogen in Verbindung bringen. Und da diese Waffe hier auf Berkeley registriert ist, wird man auch ihn für den Mörder halten. Du siehst ja, ich habe Handschuhe an. Aber jetzt Ende mit dieser Unterhaltung, ich will schließlich noch hier weg kommen!"

Bei seinen Worten hatte er die ganze Aufmerksamkeit auf Horatio gerichtet. Jake Berkeley hatte er nicht beachtet, er schien ihn nicht zu kümmern. Dieser entfernte sich langsam von den beiden. Das letzte, was er wollte, war als Sündenbock für Stetler herhalten. Und deshalb war es das beste, wenn er sich so schnell wie möglich aus dem Staub machte und mit den Rücklagen aus den Drogengeschäften woanders ein neues Leben anfing.

Während sich Jake nach einigen Metern umdrehte und flüchtete, entsicherte Rick Stetler seine Waffe und ging einige Schritte auf Horatio zu.

Dieser zwang sich, seine Augen nicht abzuwenden und sich seine Angst nicht anmerken zu lassen. Seine Gedanken wanderten zu Marisol und ein wehmütiges Lächeln huschte über sein Gesicht. Er wünschte, er könnte sich von ihr verabschieden.

„Sag auf Wiedersehen, Horatio!" kam es von Stetler und er hörte, wie die Waffe entsichert wurde.

Hoartio schloss die Augen.

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Ein Schuss fiel, und er wartete auf den Schmerz, doch stattdessen hörte er einen kurzen Schrei und als er die Augen wieder öffnete, sah er grade noch wie Rick Stetler in sich zusammensackte. Die Hände hatte er auf den Bauch gepresst. Das Blut quoll langsam unter ihnen hervor.

Hoartio's Gedanken fuhren Achterbahn und er brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass er noch lebte, denn er hatte sich schon mit seinem Tod abgefunden.

Verwundert sah er sich um.

Jake Berkeley war verschwunden. Aus dem Wald kamen Geräusche, aber sie schienen nicht nah genug. Dann fiel sein Blick auf den Hochstand.

Eric sass mit geschlossenen Augen im Eingang , einen Fuss auf der obersten Stufe der Leiter und sah aus, als ob er jeden Moment vorne über kippen würde. Die Waffe lag in seinem Schoss.

Dann kamen Schritte näher und einen Augenblick später drehte Horatio sich um und sah Ryan und Calleigh und einen, ihm unbekannten, Mann auf sich zukommen.

„Horatio?" rief Calleigh schon von weitem. „Alles in Ordnung? Geht's dir gut?"

Die drei erreichten ihn und warfen einen Blick auf Stetler, der sich nicht mehr regte, die Augen offen und starr.

„Bei mir ist alles okay," antwortete er, während Ryan die Handschellen aufschloss. „Aber Eric ist verletzt." Er zeigte mit der gesunden Hand zum Hochstand. „Vielleicht könnt ihr ihn da runter holen, bevor er runter fällt!"

„Natürlich," sagte Ryan und setzte sich schon in Bewegung. „Hilfst du mir, Aaron?"

„Sicher!"

Die beiden Männer gingen zum Hochstand.

Calleigh wandte den Kopf zum Wald, als sie von dort Geräusche hörte und hielt ihre Waffe bereit.

Als sie Collin und Clark erkannte, atmete sie erleichtert auf.

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Epilog

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Marisol Delko starrte auf die schlafende Figur im Krankenhausbett.

Drei Tage war es her, dass Horatio und Eric gefunden worden waren. Sie war froh, dass es vorbei war.

Die meiste Zeit verbrachte sie hier im Krankenhaus bei ihrem Bruder.

Horatio hatte sie immer nur alle paar Stunden für einige Minuten gesehen. Nachdem er untersucht und seine Schulter behandelt worden war, hatte er darauf bestanden, sofort entlassen zu werden.

Er wollte alles hinter sich bringen, seine Aussage machen und bei den Verhören von John Hagen, Dan Cooper und Jake Berkeley anwesend sein.

„Er wird es schaffen, Marisol!" Horatio's Stimme riss sie aus ihren Gedanken und sie lächelte ihn an, als er den gesunden Arm um sie legte und sie an sich zog.

„Hast du mit dem Arzt gesprochen?"

„Ich bin ihm grade über den Weg gelaufen. Er sagt, das Fieber ist heute Nacht endlich gesunken. Die Antibiotika scheinen zu wirken und wenn es so weiter geht, kann er Morgen vielleicht schon auf die normale Station!" erzählte Horatio, was der Arzt ihm gesagt hatte.

Marisol atmete erleichtert auf.

„Und wie ist das Verhör ausgegangen?" fragte sie weiter und sah ihren Mann an.

„Hagen hat sich gesträubt, aber nachdem Cooper und Berkeley weich geworden sind, hat er sich entschieden, dass es wohl besser ist, mit uns zu reden."

„Ihr habt Berkeley?"

„Ach ja, das weißt du ja noch nicht, tut mir leid," antwortete Horatio. „Er hatte sich wohl verirrt und in einer Hütte zuflucht gesucht. Frank und Collin haben ihn gefunden.

Auf jeden Fall haben sie alle unabhängig voneinander bestätigt, dass Stetler der Kopf des Ganzen und nur die sechs beteiligt waren."

„Und du glaubst ihnen?" fragte Marisol besorgt.

„Ja," bestätigte er überzeugt. „Jeder von ihnen war viel zu sehr damit beschäftigt einen Deal für sich auszuhandeln. Sie haben nicht gelogen. Außerdem haben wir inzwischen auch genug Beweise zusammen. Cooper hat die Codes verraten, die die gefakten Dateien von den Originalen getrennt und geschützt haben."
„Also ist es wirklich vorbei!"

„Genau! Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen! Eric muss noch eine Aussage machen, wenn er soweit ist, aber das ist nur eine Formalität."

Sie nickte und sah wieder ihren Bruder an. Wenn sie an seine Verletzungen dachte, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Es würden Narben zurück bleiben. Sie hoffte, er konnte damit umgehen.

Horatio schien ihre Gedanken zu lesen. „Er schafft das schon," sagte er leise.

„Ja," sagte sie einfach.

„Und nachdem du weißt, dass es ihm besser gehst, wirst du jetzt endlich nach Hause gehen und ein paar Stunden schlafen?" fragte er.

Sie lächelte ihn an. „Unter einer Bedingung!"

Er hob eine Augenbraue und wartete. „Du kommst mit! Du siehst völlig fertig aus!"

Er lachte, nahm ihre Hand und drehte sich um. „Ich sehe niemals fertig aus!" sagte er in bestimmtem Ton.

Als Antwort brach sie in fröhliches Lachen aus.

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Ende