AN: Noch ein Update heute und dann geht es Morgen fröhlich weiter ... Viel Spass!
Disclaimer: CSI NY gehört nicht mir, sondern den Produzenten!
Tom und die Flying Doctors gehören auch anderen ...
Special Guest Starring: Dr. Tom Callaghan von den Fliegenden Ärzten
Zum Kapitel:
Unser Doc kümmert sich um den verletzten David und dann fahren alle ins Krankenhaus!
Das erste was Stephen auffiel, war eine Schusswunde im Bauchbereich. Blut sickerte langsam heraus. Stephen sprang auf David zu und kniete sich neben ihn. Er griff an seine Halsschlagader um zu sehen, ob er noch einen Puls fand. Oh Gott! Er lebt noch! Der Puls war da. Schwach, aber er war da. Stephen schielte kurz zu Mac hinüber, der im vorderen Teil des Zimmers stand, den Geiselnehmer mit Handschellen auf dem Boden kniend gesichert hatte und ihn voller Hass nieder starrte.
„SANITÄTER," brüllte der Arzt in Richtung Tür, während er seinen Pullover auszog.
Er faltete ihn sporadisch zu einem Knäuel zusammen und drückte den schwarzen Stoff auf die Wunde. Dann wanderte sein Blick zu Alex, der ihm gegenüber kniete und regungslos auf seinen Bruder starrte. Stephen drückte den Pullover noch fester auf die Verletzung.
„Alex," versuchte Stephen seine Aufmerksamkeit zu erregen. Doch erst beim zweiten Versuch sah Alex auf. Seine Augen waren glasig. Er schluckte und war blass im Gesicht. Connors konnte jedoch auf den Schock jetzt keine Rücksicht nehmen.
„Alex, drück das auf die Wunde, okay? So fest du kannst! Den Druck beibehalten, nicht nachlassen."
Der Junge tat was sein Vater gesagt hatte. Er presste den Pullover auf den Bauch seines Bruders. Stephen ließ los, stand auf und trat aus dem Zimmer, nur um zu sehen, dass zwei Sanitäter mit einer Trage auf ihn zu gerannt kamen. Na endlich!
Stephen ging wieder in den Raum und die Sanitäter folgten ihm auf dem Fuße. Sie stellten die Trage genau neben David ab. Stephen ging zu dem silbernen Koffer, der jetzt auf dem Boden lag und kramte darin herum. Keine zwei Sekunden später, stülpte er eine durchsichtige Sauerstoffmaske über Davids Nase und Mund. Die Krankenpfleger hoben ihn vorsichtig auf die Trage.
„Ganz vorsichtig, Jungs," ermahnte er die Pfleger unnötigerweise, sah noch ein letztes Mal zu Mac hinüber, der so aus sah, als ob er den Geiselnehmer jeden Moment erschießen würde und lief dann neben der Trage her. Alex folgte ihnen langsam in angemessenen Abstand. Sie liefen den Flur hinunter und waren kurze Zeit später im Krankenwagen und auf dem Weg ins Forest-Hills-Hospital.
Detective Taylor packte seinen Täter grob am Kragen und zog ihn auf die Füße. Dann führte er ihn hinaus auf den Flur und übergab ihn an zwei seiner Beamten, die ihn zum Verhör in das Department bringen sollten. Jetzt endlich konnte Mac seinen Sohn, der immer noch an der Fensterbank stand, in die Arme schließen. Jason zitterte etwas, obwohl es in den Raum warm war.
„Ist alles in Ordnung," fragte Mac leise und sah seinem Jungen in die Augen.
„Ja ... ja mir geht es gut, Dad," antwortete Jason und löste sich aus der Umarmung. Der Cop wich einen Schritt zurück, um seinen Sohn eingehend zu mustern. Er konnte keine Verletzungen feststellen. Zu mindest keine, die man mit dem bloßen Auge erkennen konnte. Er hat Glück gehabt!
„Ich hab doch gesagt, dass es mir gut geht," sagte Jason etwas nachdrücklicher und sah sich in dem Klassenzimmer um. Sein Blick fiel auf die umgeworfenen Stühle, das Pult, die Tafel; auf der einige spanische Vokabeln zu lesen waren; und auf den Blutfleck zwischen der ersten Reihe und dem Pult. Jason schluckte. Es hätte auch genau so gut ihn treffen können. Wieso hatte David das gemacht? Warum? Das war eine wirklich doofe Idee gewesen! Er hatte Held spielen wollen ...
Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter und drehte sich um. Es war sein Dad, der ihn besorgt an sah. Dann führte Mac ihn langsam aus dem Zimmer heraus.
Draußen standen viele aufgebrachte Eltern mit ihren Kindern. Einige weinten. Andere standen vermutlich noch unter Schock, denn sie standen einfach nur da und starrten ins Leere. Wieder andere wurden von Sanitätern behandelt. Als Vater und Sohn aus dem Gebäude traten, schien die Sonne so hell wie noch nie, in diesem trüben Winter. Der Schnee glänzte und knirschte unter ihren Schuhen. Einige Vögel waren zu hören. Mac sah sich kurz nach dem Krankenwagen um, der vor einer Stunde noch in der Nähe des Gebäudes geparkt hatte – er war Zeit später saßen beide in Mac Taylors Dienstwagen und fuhren Richtung Krankenhaus.
Das Forest-Hills war bereits über die Ankunft eines Verletzten durch Schusswaffe informiert worden. Als der Krankenwagen mit Blaulicht die Einfahrt hinauf raste, hatten sich die gläsernen Schiebetüren der Notaufnahme geöffnet. Der Wagen stoppte vor dem Eingang und die Türen wurden aufgestoßen.
Stephen sprang als Erster heraus, dicht gefolgt von den beiden Sanitätern, die seinen Sohn trugen. Das kleine Sauerstoffgerät lag auf Davids Beinen. Die durchsichtige Maske beschlug auf seinem Gesicht. Er atmete. Der Patient wurde auf eine Rollbahre umgebettet und durch die Türen des Krankenhauses geschoben. Stephen war die ganze Zeit neben seinem Sohn.
Während sie auf den Gang hinunter liefen, kam ihnen ein Assistentsarzt entgegen, der ein Klemmbrett mit einigen gelben Din A 4 Blättern in der linken Hand hielt.
"Stephen! Ich hab`s grade gehört. Was ist passiert? Wie geht es ihm?"
Der junge, braunhaarige Mediziner, sah kurz auf seine Notizen, dann beugte er sich über den Jungen und öffnete vorsichtig die Augenlider und warf wieder einen konzentrierten Blick auf sein Klemmbrett.
"Ed," entgegnete Connors etwas gereizt. "Er hat eine Schusswunde. Es geht ihm nicht gut. Ist der OP vorbereitet? Wir brauchen vielleicht eine Bluttransfusion."
"Ja. Aber Stephen hör mal. Du weißt doch, dass ...!"
Doch Stephen wandte sich wieder an die beiden Sanitäter. "Los weiter! Zum OP!"
Nach dem kurzen Aufenthalt im Krankenhausflur, bewegte sich das Quintett nun schnell und zielstrebig auf einen großen Aufzug zu, der am Ende des Ganges zu finden war. Alex hatte sich inzwischen in den Wartesaal gesetzt und wartete auf seinen Vater. Stephen betätigte hektisch den Aufzugsknopf und sah besorgt auf David herab. Plötzlich öffnete David die Augen und starrte seinen Vater an. Stephen konnte in seinem Blick viel Angst und Schmerz erkennen.
"Alles okay. Wir bekommen das wieder hin. ... David, hörst du mich," fragte der Chefarzt und beugte sich über die Bahre, genau in dem Moment, als der Aufzug kam.
Ein paar Sekunden später schoben sie den Verletzten in den Vorbereitungsraum des Operationssaals. Auf ein Zeichen von Stephen betteten sie ihn um. Die beiden Sanitäter verschwanden wieder. Eine Schwester nahm David die Atemmaske ab und eine andere legte ihm einen Zugang für das Narkosemittel. Ed Cofield, der Assistenzarzt, wandte sich an Stephen, der sich gerade auf den Weg zu den Waschbecken in dem Vorbereitungsraum machen wollte.
"Du weißt, dass du nicht operieren kannst," sagte er in einem ernsten aber freundlichen Ton. "Ich weiß, dass das jetzt schwer für dich sein muss, aber geh ins Wartezimmer und bleib da. Der Neue, wie heißt der noch? Dr. Callaghan - ah da ist er ja."
Tom kam in den Vorbereitungsraum, nahm das Klemmbrett von Cofield entgegen und begutachtete seinen Patienten. Die blonde Schwester in dem OP-Kittel nahm eine Schere und begann Davids Hose und das T-Shirt aufzuschneiden. Die Schuhe, den Pullover und die Socken hatte man ihm bereits im Krankenwagen entfernt. Nachdem sie die zerschnittenen Klamotten in einen durchsichtigen Plastikbeutel gesteckt hatte, den sie Stephen übergeben hatte, legte sie David zwei Elektroden an, die den Herzschlag überwachen sollten.
Der Chefarzt stand da, hatte die blutverschmierten Klamotten seines Jüngsten in der Hand und wusste nicht, was er sagen sollte. Er hat recht ... Eigentlich hat er absolut recht. Ich darf nicht operieren, weil ich ein Angehöriger bin - sein Vater.
"Stephen, hör mal," sagte Tom mitfühlend, der inzwischen neben ihm stand. "Ich mach das. Er ist bei mir gut aufgehoben. Das weißt du." Dr. Connors reagiert nicht. "He," versuchte Tom es noch einmal und drehte seinen Kollegen Richtung Aufzugstür. "Geh jetzt nach oben und warte da. In Ordnung? Geh! Alex und der Cop sind auch da."
Jetzt sah Stephen das erste Mal in Toms Augen. Nach ein paar Sekunden ging er, mit dem Plastiksack in der Hand, zu dem Aufzug, drückte eine Taste und war einige Sekunden später auf dem Weg in das Erdgeschoss.
Nachdem sich die Aufzugstüren wieder hinter ihm geschlossen hatten, ging Stephen auf dem direkten Weg in das geräumige Wartezimmer. Als sie ihn kommen sahen, sprangen Mac Taylor, Jason und Alex sofort von ihren Stühlen. Mac sagte etwas zu Alex, was Stephen nicht verstehen konnte.
Dann kam Mac langsam auf ihn zu, legte seine Arme um seinen Freund und sah ihm in die Augen.
"Schatz, ist alles in Ordnung," fragte er leise. "Ist er jetzt da unten und wird operiert?"
Connors nickte nur. Taylors Blick schweifte zu dem Jungen hinüber, der stumm in der Wartezone saß.
Dann sah er wieder Stephen an. "Ich hol dir einen Kaffee."
Dann rief er nach Jason, der sofort aufstand und seinem Vater hinaus auf den Flur folgte, um Stephen Zeit mit Alexander zu geben.
"Danke," flüsterte der Arzt, ging an Mac vorbei und setzte sich zu seinem Sohn. Alex hockte auf dem unbequemen Wartesessel, hatte seine Hände in den Schoß gelegt und starrte auf den Boden. Stephen legte seinen rechten Arm um seine Schultern und zog ihn vorsichtig zu sich heran. Alex ließ es zu. Er legte sogar den Kopf auf die Schulter seines Vaters, um ihm ganz nah sein zu können.
Eigentlich war David immer der sanfte, anhängliche, ruhige Typ von ihnen gewesen. Alex war immer der aggressivere, laute, der `Macho-Kerl´. Genau das Gegenteil! Doch jetzt? Jetzt war alles anders. David schwebte vielleicht in Lebensgefahr. Vielleicht würde er sogar sterben! Vielleicht ...
„Alex," fragte Stephen leise. „Ist alles okay?"
Er bekam keine Antwort, aber er hörte ein leises Schluchzen, das stärker zu werden schien.
„He," sagte Connors, reckte seinen Kopf nach vorn und versuchte ihm in die Augen zu sehen.
Tränen liefen Alex über das Gesicht und er zitterte leicht. Er weint. Mein Sohn weint wegen seinem Bruder. Ist das zu fassen? Wenn ich daran denke, wie oft sich die Beiden die Köpfe eingeschlagen und sich verhasst angeschrieen haben. Wie oft ich sie von einander trennen musste, nur damit sie zehn Minuten später erneut übereinander auf dem Boden gelegen haben ... Ich kann das einfach nicht glauben ...
„Alex, hörst du mich," fragte Stephen leise und zog ihn sanft noch näher zu sich heran.
Sein Sohn nickte langsam, doch er starrte immer noch vor sich auf den Boden der Wartezone.
„Deinem Bruder wird nichts geschehen, okay," versuchte Stephen ihn zu beruhigen. „Dr. Callaghan operiert ihn. Der ist wirklich gut in dem was er tut. In zwei oder drei Stunden ist alles überstanden."
„Dad," begann Alex dann langsam und legte seinen Kopf wieder auf Stephens Schulter.
„Ja? Was ist," fragte der Arzt sanft, während er seine eigenen Tränen unterdrückte.
„Ich hab ihm gesagt, dass er das lassen soll. Ich hab versucht ihn davon abzubringen, ehrlich. Aber es war schon zu spät. Er ist aufgestanden und ..."
Alex schluckte wieder und brach dann ab. Stephen ahnte etwas. Er ahnte wie diese Geiselnahme ihr jähes Ende gefunden hatte.
Tbc ...
AN2: Ihr wisst ja, dass ich es liebe meine Charaktere leiden zu lassen - egal in welcher Art und Weise! Tom kriegt das mit der Not-Operation natürlich hin! Ich würde niemals so weit gehen, dass ich einen wichtigen Charakter sterben lasse! Das geht einfach nicht :) Natürlich weiss Stephen hier, dass er nicht operieren darf, aber er ist so aufgewühlt, dass er es trotzdem versucht! Aber Tom macht das schon *nick* Wir lesen uns! Alles Liebe, eure Vanessa
