Ich glaube ich habe alles Wichtige bereits in Kapitel 1 erwähnt.

Also... Have Fun :)


Kapitel 11

„Wissen Sie, Sie sind eine wirklich erstaunliche Köchin," kommentierte Ren als er sie über den Tisch hinweg in seiner Garderobe anstarrte. Sie hatte ihm erzählt, dass sie eine direkte Konfrontation versuchen wolle, um zu sehen ob sie es in einem Rutsch beenden könnten. Ren hatte ihr zugestimmt. Er wollte diese Farce endlich hinter sich bringen. Yashiro hatte nichts über diesen mysteriösen Reino herausfinden können. Ren hatte seit ihrem überraschenden 'Kampf' ein wenig mehr mit ihr interagiert und auch er hatte das Gefühl, das etwas mit Kyoko nicht stimmte. Ihr Wechsel zwischen maskulinem und femininem Verhalten war ebenfalls interessant zu beobachten. Er hatte versucht mit ihr zu flirten, nur um zu sehen wie sie reagieren würde, und sie hat sich augenblicklich in ihrem jungenhaften Panzer verschanzt. Das Mädchen auf das er einen flüchtigen Blick werfen konnte schien sehr zerbrechlich und ängstlich. Sie hatte Angst vor einem Mann namens Reino.

Nenn' ihn einen Trottel, aber Ren hatte seines Vaters Schwäche für 'Maiden in Bedrängnis'.

„Ich versuche nur Dinge zu tun, die ich gut kann," antwortete sie gelassen, beobachtend jeden seiner Bissen. Sie hatte ihm ebenfalls ein paar mal ein Mittagessen zubereitet und schien langsam eine mütterliche Einstellung ihm gegenüber einzunehmen. Yashiro hatte ihr nicht nur offenbart wie wenig er aß, sondern auch wie viel er trank. Der verachtungsvolle Ausdruck in ihrem Gesicht als sie ihn ausgeschimpft hat, dass er nicht auf seinen Körper achtet, sein Arbeitswerkzeug, traf ihn wo all die Überredungsversuche seiner Eltern und das Bitten von Yashiro ungehört blieben.

„Iss das Fleisch. Du brauchst die Proteine."

„Besteht die neue Strategie darin mich fett zu mästen?" fragte er fröhlich. „Meine Fans wären sehr enttäuscht, da bin ich mir sicher, aber ich ich mache Sport sollten Sie wissen." Sie machte plötzlich ein langes Gesicht und sah weg. Es schien als ob sie sich sehr stark auf etwas konzentrierte. Als sie sich wieder zu ihm umdrehte, hatte sie bereits ihr höfliches Lächeln wieder aufgelegt.

„Nein. Es ist nicht meine Absicht Sie fett zu bekommen. Aber wenn Sie wirklich ernsthaft Sportbetreiben mit nur dem bisschen Nahrung, was ich gesehen habe, dann ist es ein Rätsel, dass Sie sich noch nicht selbst umgebracht haben."

„Gute Gene," gab er sanft zurück. Er fragte sich wann Yashiro zurück kommen würde. Der Mann wollte eigentlich nur ein paar Getränke holen, aber er brauchte ganz schön lange.

„Das ändert nicht daran, dass Sie sich um sich selbst kümmern sollten," schimpfte sie. Ren lächelte nur im Gegenzug. „Was haben Sie in ihrer Tasche?" forderte sie plötzlich. Er blinzelte, sein nächster Bissen Mittagessen schwebte unelegant vor seinem offenen Mund.

„Warum?"

„Berufliche Neugierde," antwortete Kyoko. Schon lustig wie sehr er ihrer Antwort vertraute. Er war sich immer noch nicht sicher, ob er an Flüche glaubte, aber er glaubte, dass sie daran glaubte. Er dachte er könne sie bei Laune halten, zog den Stein aus seiner Tasche und legte ihn in die Mitte des Tisches.

„Meine Geheimwaffe," sagte er in betont vorgetäuschter Feierlichkeit. Kyoko lachte, aber es war nur ein raus gehauchter kleiner Versuch und er dachte sie sei schon wieder verängstigt. Sie bewegte ihre Hand in Richtung des Steines, als ob sie ihn anfassen wollen würde, zog sie dann aber schnell wieder zurück.

„Ein Geschenk?"

„Von meinem Vater." Er stoppte, überrascht das er ihr überhaupt schon so viel erzählt hatte. Er vertraute ihr wirklich und das trotz alledem. Das war ein beängstigender Gedanke.

Kyoko schluckte schwer.

„Er... Ihr Vater... liebt er Sie?" Ren lachte.

„So sehr, dass ich weglief um dem zu entkommen," mit noch mehr dieser beängstigenden Ehrlichkeit. „Ich glaube die einzige Person, die er mehr liebt als mich ist meine Mutter. Aber er liebt uns beider wirklich sehr."

„Oh."

Das schien langsam echt schwer zu werden. Kyoko kannte sich nicht so gut aus mit Gegenständen, die negative Energien fangen konnten, aber sie hatte die letzte Woche ein paar Nachforschungen angestellt und wusste, dass sie auf die Menge an positiver Energie angewiesen sind mit der sie aufgeladen wurden. Man munkelte das Profis, die solche Sachen herstellten, entweder massive Menschenfreunde waren oder Menschen die tonnenweise aufluden und Geld liebten. Aber diese reichten dann auch nur entspechend tief. Und obwohl der Stein Ren's eigene negative Energie aufnehmen sollte, schienen ihre Grolle schon fast ein eigenes Leben zu führen. Nichts statisches sollte in der Lage sein sie zu halten. So wie die Dinge schienen hätte das Geschenk eines Vaters mit einem riesigen Herzen die Ladekapazität um sie unter Umständen zu töten. Selbst mit Sho's negativen Gefühlen wurde das echt hart.

„Kyoko-san?" Mit einem Zucken kam sie zurück in die Realität. Die aufrichtige Besorgnis in dem Gesicht ihr gegenüber erschrak sie. Sie hatte genug von Ren's Schauspielerei gesehen und verstand ihn ziemlich gut. Das plötzliche Interesse an ihrem Wohlergehen würde die Sache nur noch komplizierter machen. „Was ist los?"

Seine Hand reichte spontan zu ihr aus, aber er zog sie zurück als sie zusammen zuckte. Da war plötzlich ein kalter Blick in seinen Augen und obwohl sie sich ziemlich sicher war, dass er nicht an sie gerichtet war, ließ er sie trotzdem erschaudern.

„Entschuldigung," sagte sie eilig. „Ich musste nur gerade an meine eigenen Eltern denken. Ich... kannte sie nie wirklich."

Er sah sie skeptisch an, aber nickte in Akzeptanz ihrer Aussage.

„Das tut mir leid. War es schwer?" Sie zuckte mit den Achseln.

„Ich habe überlebt." Gerade so. „Werden Sie mich jetzt bemitleiden?" fragte sie neckisch. Er lächelte. Ein warmes Lächeln, das ihre Augen verbrannte und ein paar ihrer Grolle.

„Nein. Ich denke ich werde Sie bewundern müssen."

Ups.

„Selbst wenn ich hier bin um Sie zu verfluchen und Ihre Karriere zu zerstören?" Er gluckste.

„Naja, dadurch das Sie so direkt und ehrlich über die Sache sind, finde ich es schwer Sie zu hassen. Ganz nebenbei weiß ich ja nun wen ich zur Strecke bringen muss, wenn die Dinge schlecht für mich laufen." Dieses Lächeln war gefährlich. Nicht das gleiche Herz flip- flopping gefährlich wie das Lächeln davor, eher wie großes-Biest-will-kleine-Beute-verschlingen gefährlich.

So warum war es nur genauso attraktiv?

„Ich behalte das im Hinterkopf," antwortete sie kleinlaut, nur noch in ihrem Essen herum stochernd. Plötzlich war sie nicht mehr wirklich hungrig. Es war eine gute Sache, dass sie das Land verlassen würde sobald Sho sie bezahlt hat.

„Kyoko-san." Sein Ton ist wieder weicher geworden und seine Hand lag auf einer ihrer. „Ich werde dich nicht verletzen. Nicht einmal, wenn du mein Leben ruinieren würdest. Das verspreche ich." Seinem schmeichelndem Ton war nur schwer zu widerstehen und sie lächelte ein wenig.

„Entschuldigt das ich spät dran bin," unterbrach Yashiro als er schon fast durch die Tür fiel. „Alle Automaten auf dieser Etage scheinen defekt zu sein." Kyoko zuckte. Das war vermutlich ihre Schuld. Sie ist her gekommen um Krieg zu führen und so werden wohl ein paar ihrer Grolle entwischt sein.

„Das ist schon in Ordnung," antwortete Ren. „Wir haben uns nur unterhalten." Yashiro sah runter auf ihre Hände und ein wirklich unheimliches Lächeln huschtefür einen Moment über sein Gesicht. Ren zog seine Hand zurück.

Die Mittagspause war ruhig und Ren fragte nicht weiter nach dem Grund ihres heutigen Erscheinens. Was gut war, da sie versuchte sich darauf zu konzentrieren ihre Grolle zu ihm zu schicken. Der kleine Stein auf dem Tisch sammelte sie alle, aber sie presste weiter. Sie fügte Sho's Hass zu ihrer eigenen Angst. Wenn sie nicht genug hassen konnte, war Angst ein akzeptabler Ersatz. Und sie hatte entsetzliche Angst vor dem was passieren würde, wenn sie nicht bald das Geld zusammen hätte und abhauen würde. Gegen Ende der Mahlzeit fühlte sie sich schwindelig, aber auch ein wenig erfolgreich. Der Stein schien langsamer geworden zu sein, als ob er allmählich voll werden würde. Wenn sie eine Pause für ein paar Tage nehmen würde und dann zurück-

„Wie wäre es, wenn wir Sie nachhause fahren würden?" Kyoko sprang als Ren's Stimme ihre Gedanken unterbrach.

„Was? Oh, nein. Das ist schon in Ordnung. Ich kann laufen. Ich bin mir sicher Sie haben viel zu tun."

„Nicht wirklich. Wir wären zufrieden, wenn wir helfen könnten." Dieses Lächeln war nicht so warm wie es seine vorherigen waren, aber es war ehrlich. Kyoko fühlte wie sie langsam zu Boden sank.

„Sie sollten mir nicht helfen," sagte sie leise. „Ich bin wirklich Ihr Feind." Da war eine ungemütlich Stille und Kyoko stand auf um zu gehen, sammelte noch alle Behälter ein, die sie mitgebracht hatte. In einem Augenblick hatte sie alles zusammen und war bereit zur Flucht.

Was auch der Moment war in dem ihre betrügerischen Beine unter ihr nach gaben.

„Kyoko-chan!"

„Kyoko-san, ganz ruhig," befahl Ren als sie sich reflexartig in seinen Armen versteifte. Wie er sie gefangen hat wusste sie nicht, aber seine Nähe war grauenerregend. „Ich sagte Ihnen bereits, dass ich Sie nicht verletzen werden. Entspannen Sie sich."

„Ich bin in Ordnung," schaffte sie raus zu bekommen. „Ich bin wirklich in Ordnung."

Ren ignorierte das und untersuchte kurz ihr Gesicht. Es schien ihm nicht gefallen zu haben was er sah, denn kurz darauf nahm er sie hoch in seine Arme, Princess- Style. „Wir fahren Sie nach hause."

Sie kämpfte und argumentierte den kompletten Weg die Treppe hinunter. Ein paar Leute sahen sie, aber der Vorteil daran in einem Studio zu sein war der, dass die anderen Arbeiter Respekt vor den Stars und ihren Geheimnissen hatten. Da waren ein paar seltsame Blicke und der ein oder andere flüsterte, aber das meiste würde das Gebäude nicht verlassen. Und was doch das Gebäude verließ würde nur schwer Beachtung finden. Ein Untergrund- Parkhaus half ebenfalls.

„Ich brauche Ihre Hilfe nicht!" grummelte Kyoko als sie mit den Händen gegen seine Brust drückte. „Ich kann auch alleine laufen."

Sie wurde kurzerhand auf den Rücksitz geworfen. Ein kurzer Blick in Ren's Gesicht und sie wunderte sich, ob er sauer auf sie war. War das möglich?

„Wo wohnen Sie?" fragte er als Yashiro sich auf den Beifahrersitz setzte und Kyoko ihren Sicherheitsgurt anlegte. Sie gab ihm einige grobe Richtungsangaben und er brachte sie zu ihrer Wohnung. Das Gebäude war alt und klapprig. Ren runzelte die Stirn als er es sah.

„Es ist nur vorübergehend," erklärte Kyoko als sie ihren Gurt löste. „Ich habe Pläne wohin ich nach all dem hier gehen möchte und ich wollte Geld sparen während ich hier lebe. Das Dach ist dicht," fügte sie hinzu, als ob das ein besonderer Glücksfall wäre. Ren sagte nichts als sie aus dem Auto und in Richtung des Gebäudes flüchtete.


Ich bin noch mitten beim Übersetzen- die nächsten Kapitel dürften noch ein paar Tage dauern.

Danke fürs lesen :D