So meine Lieben, hier mein neues Chapter, was die ganze Geschichte in eine andere Richtung wenden wird. Zumindest fürs Erste. Ich war selbst überrascht, als ich das geschrieben habe, denn eigentlich sollte es ganz anders aussehen. Ich hatte geplant, Hermine und Draco endlich einander finden zu lassen, aber dann kam mir eine andere und verrücktere Idee. Ich weiß nicht genau, wie sie vielleicht bei euch ankommt - ich bin ja selbst hin und hergerissen. Also lasst es mich am Ende bitte wissen. Und wie jedes Mal ein Danke an die tollen Reviewer. Anna: Ja, die arme Hermine und es wird sie noch härter treffen. (bin ich nicht böse?) Ich hoffe, dass ich dich mit diesem Chap zufrieden stellen kann. sily: Na ja, wie schon gesagt, werden die beiden doch nicht so schnell zusammenkommen. Franzi: Hmmm... soll ich ihn warnen oder nicht? Aber da ich deiner Meinung bin, lasse ich ihn doch lieber auflaufen, nicht? Tonia: Hey, Dankeschön. So etwas höre ich immer wieder gerne.
So und jetzt viel Spaß mit dem neuen Chap.
Alles vorbei?
***
In dieser Nacht lag sie lange neben einem Mann wach, über den sich Herz und Verstand stritten. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie ihn unmöglich noch lieben konnte, nach all dem, was er ihr angetan hatte und was er noch tun würde. Ihr Herz aber sagte ihr, dass es unmöglich so zu Ende gehen konnte. Sie waren doch immer beste Freunde gewesen, hatten sich immer in den Armen gelegen und miteinander gelacht. Sie hatten noch so sehr streiten können, aber am Ende wäre der eine dem anderen in den Tod gefolgt. Das... Das konnte doch nicht einfach so vorbei sein. Oder?
Wenn sie daran dachte, wie sich Malfoy immer über sie lustig gemacht hatte...
Malfoy... Der Mann von damals schien nicht mehr zu existieren. Ob er recht gehabt hatte? Ob ihre Liebe von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen war? Sie hatte das nie wahr haben wollen. Hatte immer geglaubt, ihre Liebe würde für immer halten. Aber sagte man auch nicht, dass beste Freunde unmöglich eine Beziehung haben konnten, die mehr war als Freundschaft? Und sagte man nicht auch, dass es zwischen Liebe und Hass nur einen schmalen Grat gab? Was war es nun? Eine Beziehung, die auf Freundschaft aufgebaut war oder doch mehr der Grat zwischen Liebe und Hass? Aber... hasste sie ihn? Oder hasste er sie?
Sie warf einen verstohlenen Blick auf ihren rothaarigen Gatten. Nein, hassen tat sie ihn nicht, aber sie empfand auch keinerlei Zuwendung mehr ihm gegenüber. Und nach seinem empfinden brauchte sie gar nicht erst fragen. Also war es das? Einfach aus?
Sie setzte sich auf und schaute aus dem Fenster. Sie hatte die Vorhänger aufgelassen. Im Licht des Mondes ließ es sich normalerweise sehr gut schlafen, aber nachdem was heute geschehen war...
Müde strich sie sich durch ihre Haare und erinnerte sich an das Gefühl der leichten, zärtlichen Berührung, die Draco ihr heute geschenkt hatte. Ron hatte sie seit Ewigkeiten nicht mehr so berührt. Eigentlich tat er es gar nicht mehr, wenn es denn nicht sein musste und vor allem nicht in zärtlicher Hinsicht.
Sie lachte hohl und leise auf. War das Ironie? Ihr bester Freund tat ihr mehr weh, als jeder andere zuvor und ihre größter Feind war da, um die Tränen zu trocknen, die ihr Freund angerichtet hatte. Seit dem sie hier war, schien sich die ganze Welt andersrum zu drehen.
Warum gehst du nicht? Seine Stimme hallte in ihrem Kopf und fragend runzelte sie die Stirn. Ja, warum ging sie nicht? Was hatte sie denn schon groß zu verlieren? Sollte er doch... Aber sie konnte es Rose nicht antun. Sie glaubte ihm ohne jeden Zweifel, dass er das tun würde, womit er ihr gedroht hatte und sie wusste, er würde es schaffen. Ihr Leben konnte er zerstören - hatte er zerstört. Aber er konnte es nicht Rose antun. Sie hatte noch so viel vor sich. Rose...
Mit müden Beinen stand sie auf und warf sich ihren Morgenmantel über. Leise öffnete sie die Tür und zuckte erschrocken zusammen, als diese trotz allen Bemühungen quietschte. Sofort warf sie einen Blick über ihre Schulter und seufzte erleichtert. Ron schlief immer noch so fest wie eh und je.
Schnell schlüpfte sie durch die Tür und tapste durch den kleinen Wohnbereich zum Zimmer ihrer Tochter. Ganz leise öffnete sie die Tür und dankte Gott, dass diese nicht quietschte.
Vorsichtig trat sie an das Bett ihrer Tochter und schaute auf sie hinab. Sie war wunderschön. Ihr langes, glänzendes Haar hatte sich auf ihren Kopfkissen ausgebreitet und sie schien so unendlich friedlich.
Zittrig sank sie auf die Bettkante und strich ihr eine Strähne aus der Stirn. Nein, sie würde alles tun, damit es zumindest ihr gut ging.
Plötzlich zuckte Rose leicht unter ihrer Hand zusammen und öffnete verschlafen die Augen. "Mama?"
"Schsch... Schlaf weiter.", flüsterte Hermine und strich ihr beruhigend durchs Haar.
"Geht es dir wieder besser?
Sie lächelte. "Ja."
Rose lächelte erleichtert und deutet ihrer Mutter, sich neben sie zu legen. Vorsichtig zog Hermine ihre Füße auf das Bett und kroch unter die Decke.
"Schön.", gähnte Rose.
"Hattest du heute Spaß?", wollte Hermine wissen, als sie sich daran erinnerte, das Scorpius bei ihr gewesen war.
Rose nickte und lächelte dann. "Ich mag ihn, Mama.", flüsterte sie und kuschelte sich an Hermine.
"Er ist wirklich ein netter Junge. ich mag ihn auch." Sie fragte sich, in dem Moment, in dem sie es ausgesprochen hatte, ob sie wirklich den Kleinen gemeint hatte.
"Und seinen Vater?", wollte Rose wissen und sah mit großen Augen zu ihr auf.
Hermine hielt kurz die Luft an und fragte sich, ob Rose ihre Gedanken lesen konnte, bevor sie diesen Gedanken verwarf. Das war Blödsinn. Sie hatte noch nie viel von Wahrsagerei gehalten.
"Ich... mag ihn auch.", flüsterte sie dann und Rose lächelte.
"Gut. Ich auch."
Kurz versteifte sie sich, bevor sie Rose einen Kuss auf den Scheitel drückte und ihr zu murmelte, dass sie jetzt schlafen sollte.
***
Am nächsten Morgen wurde sie sehr unangenehm geweckt. Ein lautes Donnern an der Tür, was einfach nicht vergehen wollte, holte sie aus ihrem tiefen und erholsamen Schlaf.
Rose neben ihr, reckte sich und setzte sich dann stirnrunzelnd auf.
"Rose!"
Sie zuckte erschrocken zusammen und horchte noch einmal. Wieder donnerte es an der Tür.
"Rose, bitte!"
Sie sprang wie von der Tarantel gestochen auf und raste aus dem Zimmer.
War das nicht eben Scorpius gewesen? Sofort sprang sie auf. Hatte er sich ängstlich angehört? Sie erreichte gerade den Wohnbereich, als Rose die Tür aufriss und ein verzweifelter und überaus panischer Junge ihr um den Hals fiel. Waren das Tränen auf seinen Wangen?
"Habe ich dir nicht gesagt, du sollst dich von meiner Tochter fernhalten?", donnerte Ron schon an der anderen Tür und stampfte auf die beiden Kinder zu.
Hermine hätte schwören können, dass ihm Hörner wuchsen und er kurz vor einem Angriff stand, Scorpius war sein rotes Tuch.
Erschrocken wich der Junge zitternd zurück, bis er die Wand in seinem Rücken spürte. "Bitte...", schluchzte er und sah hilfesuchend zu Hermine. "Bitte..."
"Hab ich es dir nicht gesagt?", schrie Ron und packte ihn am Kragen.
"Papa!", schrie Rose auf und zerrte an seinem Ärmel.
Sah Ron nicht, wie aufgelöst und ängstlich der Junge war oder interesseierte es ihn nicht? Vielleicht weidete er sich auch an der Angst? Sie wusste es nicht. Fakt war, das irgendetwas passiert war, dass Scorpius so verängstigt hatte und plötzliche Panik überkam sie. Draco? War etwas mit Draco?
Sie bekam gar nicht mit, wie sie den Jungen aus den Fängen ihres Mannes zog, wusste auch nicht, wie sie es schaffte. Das nächste, was sie registrierte war, dass sie Ron anfauchte, er solle sich verziehen und den Jungen in Ruhe lassen. Dann schaute sie etwas panisch den Blonden an. O Gott, er war das Ebenbild seines Vaters. Die sturmgrauen Augen sahen aufgelöst in die ihre, bevor er wieder aufschluchzte.
Rose war sofort an seiner Seite und hielt ihn, während sie selbst versuchte ihn zu trösten und einen kühlen Kopf zu bewahren. "Scorpius..."
Ein Schluchzen.
"Scorpius, sieh mich an!", befahl sie und der Junge tat das, was sie von ihm verlangte. "Gut so.", sagte sie und strich ihm durchs Haar. Genau wie bei seinem Vater fiel es in ihre Ausgangsposition zurück.
Hinter ihr donnerte Ron.
"Ron, halt deinen verdammten Mund!", schrie sie und sah wieder den blonden Jungen an. "Und jetzt sag mir, was passiert ist.", verlangte sie wieder sanfter zu wissen. Es brachte nichts, wenn sie ihm auch noch angst machen würde.
"M-Mein V-Vater...", stotterte er und Hermine wurde es eiskalt. Also doch Draco! Zitternd strich sie dem Jungen die Tränen aus dem Gesicht. Einen kühlen Kopf bewahren, Hermine!, mahnte sie sich selbst und atmete einmal tief ein und aus.
"Was ist mit deinem Vater? Hat er endlich eingesehen, wie nutzlos er ist und hat sich-"
"Ron!", schrie sie. Sie konnte nicht hören, wie er sich über Draco lustig machte, wie er über ihn herzog. Das hatte er nicht verdient. Es tat ihr weh.
"Scorp...", flüsterte sie und wandte sich wieder zu ihm. "Ich darf dich doch so nennen, nicht?", fragte sie und er nickte zitternd. "Gut. Scorp, was ist passiert? Was ist mit deinem Vater?"
"Ich... Ich weiß es nicht." Verzweifelt schüttelte er den Kopf. "Ich... Ich habe ihn heute Morgen auf der Couch g-gefunden... Er... Er be-bewegt sich nicht... nicht mehr und..."
Hermine sprang auf, nahm Scorp und Rose an die Hand und rannte los. Nein, dass... das konnte nicht sein! Ihm dürfte nichts passiert sein. Bitte nicht! Sie schickte Stoßgebete zum Himmel. Betete darum, dass dem Menschen, der ihr so wichtig geworden war, nichts passiert war.
Sie stieß die Tür auf und fand ihn sofort dort, wo Scorp es gesagt hatte. Zitternd ließ sie sich neben ihn auf den Boden fallen. Eine Hand hielt sie an seinen Hals, genau dort, wo die Hauptschlagader verlief und atmete erleichtert auf, als sie den Puls spürte.
"Er lebt...", hauchte sie und begann seine Wangen zu tätscheln. "Komm schon, Draco...", schniefte sie. Sie konnte ihre eigene Angst nicht mehr verbergen. Denn auch wenn er atmete, es stimmte etwas nicht mit ihm. Er schien nicht wach zu werden. "Draco, lass mich nicht alleine...", schniefte sie und tätschelte seine Wange, strich ihm durchs Haar. "Komm schon, Draco... was ist mit Scorpius...?"
Der Junge saß zitternd neben ihr, versuchte durch rütteln seinen Vater wieder wach zu kriegen. Nichts.
"Draco... Ich brauche dich. Lass mich nicht alleine. Bitte!", schluchzte sie und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Was sollte sie machen? Sie wusste nicht, ob er starb oder nicht. Sie wusste nicht, ob es ein Zauber, ein Fluch oder ein Trank war. Sie wusste nicht, ob es ihn jemand angetan oder ob er es selbst getan hatte. Sie wusste doch nichts. Nur, dass sie ihn brauchte. Er war ihre Rettungsleine. Eine Rettungsleine, die man ihr endlich zugeworfen hatte, nachdem sie Jahre in einem tiefen, dunklen Schacht verbracht hatte. Bei ihm fühlte sie sich endlich wieder wie sie selbst, sie konnte lachen. Sie fühlte sich in seiner Gegenwart wieder wie eine Frau.
"Draco...", schluchzte sie und hielt sich an ihm fest.
"Deine Mutter kommt!", rief Rose, die gerade wieder in die kleine Wohnung gerannt kam. Erschrocken fuhr sie hoch und schlug Draco so fest sie konnte. "Wach doch auf, verdammt nochmal!" Nach Luft schnappend fuhr er hoch und versuchte seine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Er war dabei, einen Wutanfall zu bekommen, als er mich erkannte und den kleinen Jungen, der lachend auf seinen Schoß krabbelte.
Verwirrt sah er mich an, bevor Pansy im Türrahmen erschien. Ich sprang auf und sah ihr direkt ins Gesicht. "Schlammblut!", zischte sie. "Was machst du hier?" Dann ging ihr Blick weiter zu Draco und ungläubig trat sie einen Schritt vor. "A-Aber das... Das ist unmöglich...", murmelte sie und sah ihn sprachlos an.
War... War das so, wie sie es sich gerade dachte? Hatte Pansy... Draco das angetan? Hatte sie versucht ihn umzubringen?
Dann huschte ihr Blick wieder zu Hermine. Alles was darin stand, war Mordlust.
Sie schluckte.
"Du...", zischte sie und ging auf Hermine zu. Mit einer gekonnten Bewegung packte sie Hermine an den Hals und drückte sie gegen die Wand. "Du bist die Frau?", zischte sie und drückte noch fester zu.
Hermine würgte, versuchte, die Hände an ihrem Hals loszuwerden. Nie hätte sie geglaubt, dass eine Frau so hart zupacken konnte. "Ich hätte nicht gedacht, dass Draco mal so tief sinkt und sich mit einem Schlammblut einlässt...", hauchte sie amüsiert und drückte noch fester zu.
Hermine erstarrte.
"Da sieh mal einer an. Gibst du es zu?"
Sie konnte nicht einmal mit dem Kopf schütteln. Pansy hatte sie in einem Griff, in dem sie praktisch Bewegungsunfähig war und gleichzeitig mit jeder Sekunde ihrem Tod näher kam.
"Ah, also gibst du es zu?!"
Ängstlich schaute sie über die Schulter der Frau vor ihr und begegnete dem stürmischen Dracos. Sie brachte ihn genauso in Probleme. Aber warum... Warum unternahm er nichts?
"Du Schlampe!", zischte sie und schlug Hermines Kopf gegen die Wand. Für einen Moment wurde alles schwarz und eine unendliche Übelkeit machte sich in ihr breit.
"Pansy!", donnerte Draco.
Die Schwarzhaarige fuhr herum. Hustend und keuchend fiel Hermine auf ihre Knie und hielt sich den Hals, der ungeheuer schmerzte.
"Da war nichts!", zischte Draco.
Pansy lachte schrill auf. "Du kannst mich nicht für dumm verkaufen, Draco. Aber bevor ich dich wegen so einer Kreatur verliere", Hermines Kopf schoss hoch und ihr Blick traf den von Draco, "musste ich doch etwas unternehmen. Wie sähe es denn aus, wenn ich meinen Freunden sagen würde, dass du mich wegen eines Schlammbluts verlassen hast?"
Dracos Blick hob sich zu seiner Frau, als diese ihm eine Hand auf die Wange legte. "Du weißt doch, du gehörst nur mir.", hauchte sie und küsste ihn. Hermine konnte dessen nicht stand halten. Etwas an der Art, wie sie ihn küsste, war weit aus intimer. Es war, als hätte sie sie bei einem Liebesspiel zugesehen.
"Pansy, es ist nie etwas zwischen uns gelaufen.", hauchte er zurück. Es war, als würden sie miteinander flirten. "Du weißt doch genau, dass das Schwachsinnig ist."
Sie stellte sich erneut auf die Zehenspitzen und küsste ihn.
Hermines Übelkeit stieg wieder an. Außerdem störte es sie, dass er sich so von ihr küssen ließ. Was war nur los?
Pansys Blick huschte zu ihr und sie lächelte süßlich. "Nun, eigentlich sollte ich ihr danken.", hauchte sie und stieß Draco so heftig gegen die Mauer, dass er auf keuchte. Sie ließ ihm keine Zeit, sich wieder etwas von den kalten Steinen zu entfernen, sondern drängte sich sofort an ihn.
"Immerhin kann ich jetzt wieder etwas Spaß haben."
Und wieder zog sie Draco in einen Kuss und er... Er erwiderte ihn.
Gott, hätte sie etwas gegessen, wäre es ihr in diesem Moment wieder hochgekommen.
Pansy keuchte auf und Hermine stand auf ihren Beinen. Sie schnappte sich Rose und hielt einen Moment an, bevor sie sich auch den Jungen nahm und losstürmte. Das brauchte sie nicht mehr sehen. Sie hatte genug gesehen. Genug um zu wissen, dass ihre Rettungsleine nur eine Fata Morgana gewesen war. Sie hatte nie wirklich existiert.
Vorschau auf das nächste Chapter: "Hermine-", begann er sprachlos, wurde aber von ihr unterbrochen. "Ich kann dich nicht mehr hören, Malfoy, also bitte verschone mich von deiner Stimme! Am besten haust du gleich ab!"
Der junge Mann sah aus, als hätte man ihm gerade mit der Faust in den Magen geschlagen und ganz tief in ihr drin, wusste sie, dass sie ihm unrecht tat.
Und? Lass es mich wissen.
