Date: 11. Dezember

Author: Anna

Category: Short Story

Characters/Pairing: Gilderoy Lockhart

Genre: Tragedy

Rating: PG

Disclaimer: nur der vorlaute hauself gehört der mistress und mir

A/N: Natürlich widme ich die Story meiner mistress cissy.. wie auch sonst, wenn der elf drin auftaucht? ;) knuddelt dich durch

Der Pfau

An Weihnachten trug er immer besonders schillernde Roben. Dieses Jahr hatte er sich für eine Perlmuttfarbene entschieden, die genauso schimmerte wie die Misteln, die überall im Anwesen hingen und zusammen mit Stechpalmzweigen, Tannengrün und natürlich leuchtenden Feen eine ganz zauberhaft Stimmung verbreitete.

Gilderoy war zufrieden.Sehr zufrieden. Trotzdem lief er geschäftig durch das Haus, scheuchte Bedienstete vom Ost zum Westflügel und von dort in den Keller, gab Anweisungen und mehr oder weniger hilfreiche Tips. Aber niemand wagte ihm zu widersprechen. Gilderoy Lockhart war ein großzügiger Mann, abgesehen davon, dass er die Berühmtheit der Zauberwelt war (nach Harry Potter natürlich). Einem Mann wie ihm widersprach man nicht.

Auch wenn alle Angestellten gekleidet waren, wie die Elfen, die Gilderoy auf einer Muggel-Postkarte gesehen hatte. Ganz bezaubernd mit ihren kleinen grünen Schnabelschnuhe und alle trugen sie weisse Schürzen. Auch wenn er keine Hauselfen besaß - Nein! gerade weil er keine Hauselfen besaß - würde seine Weihnachtsfeier ein rauschendes Fest. Er brauchte diese kleinen Störenfriede nicht. Sie waren nur in Diesten alter, reicher Familien. Gilderoy Lockhart war ein Self-Made-Mann! Der Nicht-Besitz einer Hauselfe unterstrich seine großartigen Leistungen noch.

Der blond-gelockte Zauberer rückte gerade "Gammeln mit Ghulen" zurecht, als er plötzlich in einen Knall vernahm und direkt in zwei tennisballgroße Augen blickte. Vor Schreck zuckte er so heftig zusammen, das "Gammeln mit Ghulen" nebst "Ferien mit Vetteln" auf dem Perser landete. "Meine Güte! Hast du mich erschreckt!" Er strich seine Frisur wider zurecht. "Was willst du?!", fuhr er die Elfe an. "Anna soll ausrichten, dass Masta und Mistress nicht kommen werden."

Gilderoy seufzte. Es war keine große Überraschung, dass die Malfoys seiner alljährlichen Feier fernblieben. Besonders nicht, seit sie Eltern waren. "Das bedauer ich doch sehr. Besonders das Fehlen Narzissas beraubt meinen Ball einer gewissen Schönheit..." "Ach mach dir nix draus." Die Elfe tätschelte seinen Kopf. Was war das nur für ein Benehmen?! "Was soll das?!" Hastig strich er die Haare zurecht. "Hat man dir keine Manieren beigebracht?" "Nö. Masta versuchts zwar imma.. aber Anna gehört der Mistress. Viel Spaß noch!"

Damit verschwand das unverschämte Wesen. Gilderoy schnaubte. Er würde sich bei den Malfoys beschweren.. Warum schickten sie nicht eine Eule? Wie jeder andere normale Zauberer auch?

"Sir? Wollten sie die Canapé noch probieren?" "Aber selbstverständlich!"

Verdammt - sie waren köstlich! Jetzt konnte er seinem Ärger keine Luft machen. "Wunderbar. Genau wie ich sie mir vorgestellt habe." Er schenkte der Küchenhilfe ein Zahn-Werbe-Lächeln und verschwand mit wehendem Umhang in Richtung Eingangshalle.

Er musste noch so viel organisieren, bis die Gäste kamen. Der Schnee musste noch herbeigezaubert werden und die lebenden Rentiere vor den Schlitten gespannt werden - das Highlight der diesjährigen Feier. Es wurde immer schwerer sich selbst zu überterffen...

Erschöpft und leicht zersaust stand Gilderoy am nächsten Tag gegen zwölf Uhr auf. Er hatte die ganze Zeit getanzt, heitere Gespräche geführt und war in jedem Fall der perfekte Gastgeber auf der perfekten Party gewesen. Und trotzdem fühlte er sich elend. Das lag weder an dem Feuerwhiskey noch daran, dass er gemeinsam mit Rita Kimmkorn ein wenig Knall-Kraut geraucht hatte. Nein. Das war er gewohnt.

Sein Haus war leer. Er war ganz allein in diesem riesigen Anwesen. Auch wenn er das ebenfalls gewohnt sein sollte, beim Anblick des geschmückten Weihnachtsbaum und den Geschenken darunter, eines unpersönlicher als das andere wurde es ihm wieder schmerzlich bewusst. Alle - nungut fast alle - kamen jedes Jahr am 24. Dezember um mit ihm ein rauschendes Fest zu feiern, aber am nächsten Morgen war er allein. Denn seine Freunde und Bekannten verbrachten den Weihnachtstag gemeinsam mit ihren Familien, packten mit ihren Kindern Geschenke aus und genossen den besinnlichen Teil dieses Festes der Liebe. Und nicht einmal ein einziger Bediensteter blieb um mit ihm Gilderoy Lockhart, dem wohl berühmtesten Zauberer der ganzen Welt - nach Harry Potter - diesen ruhigen, liebevollen Teil zu begehen.

Nächstes Jahr - schwor er sich - würde er alles anders machen. Vielleicht sollte er Lehrer werden? Ja, der Gedanke gefiel ihm sehr gut. Und schon ein wenig erleichterter setzte er sich in seinem malvenfarbenen Pyjama, ausnahmsweise ohne Lockenwickler unter den Weihnachtsbaum in der riesigen Eingangshalle und packte nacheinander siebenunddreißig Pfauenfederkiele aus. "Für dein nächstes Buch."