Hallo, ihr Lieben. Ich habe mich bemüht Kapitel 10 so schnell wie möglich zu erstellen. Vielen Dank an TryPepper für die konstruktive Review. Ich habe mir lange überlegt, ob Du mit der Kritik an Percys Verhalten gegenüber Harry Recht hast und ob ich das Kapitel noch einmal überarbeiten soll. Ich habe es jetzt allerdings dabei belassen, aus folgenden Gründen: Percy ist Politiker und auch wenn Harry der Held ist, der Voldemort am Ende besiegt hat, so war er für das Ministerium nur kurzfristig ein Held, in dessen Ruhm man sich sonnen kann. Harry ist zu eigensinnig, er stellt zu viele Fragen und nimmt auch kein Blatt vor den Mund, wenn er die Politik des Ministeriums nicht unterstützen kann. So ist er dem Ministerium nach und nach wieder zu einem Dorn im Auge geworden. Man versucht Harry und seine Freunde durch ihre Tätigkeit als Auroren dem Ministerium besser unterzuordnen, aber das Trio folgt der Poltik nicht ohne zu fragen. Percy, der voll auf der Seite des Ministeriums steht, kann nun mal seinen Bruder nicht verleugnen, aber um seine Loyalität gegenüber dem Ministerium zu zeigen und nicht gegenüber dem Trio, will er sich zumindest in Maßen von Harry distanzieren. Und daher glaube ich, würde Percy unseren Harry siezen. Ganz schön psychologisch, wa? Aber Politiker haben nun mal einen an der Waffel :)
Schreibt mir bitte wieder Eure Kritik und auch Reviews. Hab schon lange nichts mehr von meinen anderen Lesern gehört. Alle im Urlaub? Oder findet ihr meine Geschichte inzwischen zu langweilig, zu wenig Action? Aber ich kann Euch beruhigen. Bald gibt es wieder dramatische Situationen.
Kapitel 10
„Ich komme sofort, Amanda." sagte Hermine und wartete bis das Portrait hinter dem Mädchen zu fiel.
Sie wandte sich Malfoy zu und fixierte ihn mit einem durchdringenden Blick.
„Amanda hat Recht, nicht wahr? Ich habe das Erstaunen in Deinen Augen gesehen."
Draco drehte seinen Kopf und erwiderte ihren Blick aus seinen silbergrauen Augen. Diesmal konnte sie nichts in ihnen erkennen. Hermine überlegte fieberhaft. Sie meinte diesen seltsamen Zauberspruch schon einmal irgendwo gelesen zu haben.
Dass Draco Malfoy einem Schweigefluch unterlag, hatte sie bereits vermutet, aber in dem Buch „Flüche und Gegenflüche" konnte sie keinen passenden entdecken. Die Schweigeflüche, die sie gefunden hatte, waren zu simpel, als dass sie einen so mächtigen Zauberer wie Malfoy tatsächlich zum Schweigen gebracht hätten. Sie war sich sicher, dass Draco Malfoy sie nur zu gerne verhöhnen würde. Sie, das Schlammblut. Wäre er nicht verflucht, hätte er es schon längst getan.
Hermine fing an, die Bücherstapel nochmals zu durchsuchen. Ein Auge hatte sie immer auf ihrem Gefangenen. Aber er schien noch immer erschöpft von seinem Schwächeanfall. Ein solcher Fehler wie eben durfte ihr nicht noch einmal passieren. Wie leichtsinnig hatte sie ihr Leben in Gefahr gebracht, als Malfoy zusammenbrach. Diese Art von Falle hätte gut zu ihm gepasst. Sie spürte, wie ihr Herz ihr immer noch bis zum Hals schlug. Aber was hatte sie dazu veranlasst, alle Vorsicht außen vor zu lassen und ausgerechnet für Malfoy ihre Sicherheit zu riskieren? Hatte Ron vielleicht doch Recht, und ihre Hilfsbereitschaft würde sie alle irgendwann in Schwierigkeiten bringen? Hatte Ron Recht, wenn er sagte, die Welt wäre besser ohne Malfoy dran gewesen? Hätte sie ihn wirklich sterben lassen sollen?
Hermine dreht sich wieder zu ihrem Feind um, den sie seit Kindertagen kannte. Erinnerungen an einen kleinen, dürren Jungen mit weißblonden Haaren, der sich stets nur mit seinen beiden einfältigen Bewachern Crabbe und Goyle gezeigt hatte, viel zu ängstlich um alleine gegen das Trio anzutreten, kamen ihr in den Sinn. Sie erinnerte sich mit Vergnügen daran, als der damals falsche Professor Moody ihn in ein weißes Nagetier verwandelt hatte. Wie wenig hatte doch diese bemitleidenswerte Gestalt aus ihren Erinnerungen mit dem jungen, starken Zauberer vor ihr zu tun.
„Frettchen." sagte Hermine und beobachtete wie Malfoys Kopf nach oben schnellte, um sie besser ansehen zu können. Irritation war in seinen Augen zu sehen. Hermine lächelte in sich hinein. Es war eine späte Rache, Malfoy diesen Spitznamen an den Kopf werfen zu können, ohne dass er etwas erwidern konnte. Wie oft hatte er sie früher geärgert, sie umgestoßen, sodass ihre Bücher herunter fielen. Einmal war dabei sogar eine teure Sonderausgabe von Die Geschichte von Hogwarts dabei auseinander gerissen.
Hermine stieß einen spitzen Schrei aus: Die Geschichte von Hogwarts! Ja natürlich, sie wusste wieder, wo sie den Fluch „Silencio totalis" schon einmal gelesen hatte! Schnell suchte sie das alte Buch, das seit ihrer Schulzeit zu ihren Lieblingsbüchern gehörte, aus dem Stapel heraus und blätterte fieberhaft die Seiten um, bis sie einen entsprechenden Absatz fand. Ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen, als sie anfing laut vorzulesen:
„Silencio totalis; lat. Silencio Ruhe , totalis absolut absoluter ↑Schweigefluch; sehr alter Fluch, der heutzutage kaum mehr benutzt wird, auf Grund der Gefahr nicht mehr aufgehoben werden zu können. Hauptsächlich genutzt zu Zeiten der Gründer von ↑Hogwarts; insbesondere verwendet von ↑Salazar Slytherin, um seine geheime Arbeiten und Pläne im Schloss zu vertuschen. Sämtliche Beteiligten wurden von ihm mit S.t. belegt, um ihr düsteres Geheimnis bis an ihr Lebensende zu bewahren;
Später noch einmal angewendet in den Anfangstagen von ↑Gringotts, um die Bankgeheimnisse besser zu verwahren; wurde kurz darauf allerdings abgeschafft, da man feststellte, dass die Angestellten selber die Bank beraubten und niemand sie auf Grund des Fluches verraten konnte;
Verursacht Ohnmacht beim Opfer sobald es getroffen wurde; wacht das Opfer wieder aus seinem Koma auf, hat es jegliche Möglichkeit auf Kommunikation mit der Umwelt verloren. Der Verfluchte kann nicht mehr reden und schreiben; ihm ist es auch nicht möglich durch Zeichensprache etwas zu erwidern oder Fragen zu beantworten;
Kann nicht durch ↑Gegenflüche aufgehoben werden; wird ↑Veritas-Serum verabreicht, um von dem Verfluchten Antworten zu erzwingen, löst es einen Anfall im Opfer aus, da sich die widersprüchlichen Zauber in ihm vereinen; kann in schlimmen Fällen bis zum Tod führen;
S.t. ist nur von dem Zauberer aufhebbar, der das Opfer verflucht hat; sollte dieser Zauberer vor Aufhebung des Fluches sterben, bleibt das Opfer bis an sein Lebensende verflucht."
Hermine starrte Draco ungläubig an. Er hatte ihren Ausführungen ruhig zugehört und betrachtete sie mit seinen silbernen Augen mit einem unergründlichen Blick.
„Was weißt Du, dass man Dir so etwas angetan hat?" flüsterte Hermine.
Sie strich sich mit der Hand durch ihr Haar und seufzte. Was hatte das alles zu bedeuten? Warum lassen die Todesser Draco Malfoy lebensgefährlich verletzt liegen? Warum verfluchen sie ihn zu ewigem Schweigen und ewiger Einsamkeit? Warum überließen sie ihn dem Tod? Oder war das alles ein Plan? Hatten die Todesser darauf spekuliert, dass sie ihn retten würde? War er hier um Harry auszuspionieren? Hatte sie den Todessern geholfen, ihren mächtigsten Zauberer in das Herz des Widerstands einzuschleusen ohne dass er selbst etwas von den Plänen der Todesser verraten konnte?
Hermines Kopf schmerzte von den vielen Überlegungen, die auf sie einströmten. Sie verdeckte ihre Augen und stöhnte leise.
Sie trat an das Bett heran und zog ihren Zauberstab. „Venis funis!"
Vier magische Seile schossen aus ihrer Stabspitze schlangen sich um seine Gelenke. Mit einem Ruck zurrten sie sich fest und zwangen Malfoy ausgestreckt und ohne Bewegungsmöglichkeit auf dem Bett zu liegen. Hermine beugte sich zu Malfoy herunter. Ihre Augen waren nur wenige Zentimeter von seinem silberblauen Blick entfernt. Sie suchte nach einer Antwort in seinen Augen, aber sie konnte in seinem ruhigen Blick nicht finden, was sie suchte.
„Was hast Du zwischen den ganzen jungen Zauberern und Hexen gesucht Malfoy? Was hast Du vorgehabt? Das waren doch noch Kinder!" fragte sie ihn so ruhig es ihre sich überschlagenden Gedanken zuließen.
Plötzlich hielt sein Blick dem ihren nicht mehr stand und er schloss für einen kurzen Augenblick die Lider. Es war das Geständnis auf das sie gewartet hatte. Hermines Hand fuhr an seine Kehle. Ihre Augen funkelten zornig.
„Vielleicht hätte ich Dich doch sterben lassen sollen, Malfoy! Warum hast Du sie nicht ermordet? Sag nicht, dass dein Gewissen plötzlich erwacht ist?"
Hermine lächelte spöttisch: „Oder war es wegen Amanda? Sie hat diese Wirkung auf Menschen, wenn sie ihnen in die Augen blickt. Sie lässt einen innehalten."
Malfoys Pupillen weiteten sich für einen Augenblick, als hätte er soeben seine Erklärung gefunden. Hermine verstärkte den Druck um seinen Hals.
„Ich hoffe Dir ist klar, dass es Amanda war die Dich wirklich gerettet hat. Hättest Du diese Kinder getötet, Malfoy, hätten Ron, Harry und ich Dich so lange verfolgt, bis Du eines qualvolleren Todes gestorben wärst, als Du Dir hättest vorstellen können." Hermines Stimme war nur noch ein bedrohliches Flüstern.
„Aber vielleicht ist das alles gar nicht mehr nötig. Vielleicht wird es Dich von alleine umbringen, wenn Du erkennst, was Du in Deinem Leben getan hast."
Hermine ließ Malfoy los. Sie spürte seinen Blick in ihrem Rücken, als sie zum Portrait ging. Sie drehte sich noch einmal um und blickte auf den jungen Mann, den sie gerade am liebsten getötet hätte, als sie verstanden hatte, was sein Auftrag gewesen war.
„Amanda hat diese seltsame Eigenschaft, dass sie Menschen zum Nachdenken bringt. Sie rührt an ihr Gewissen. Falls Du jemals so etwas besessen haben solltest, wünsche ich Dir viel Vergnügen damit."
Dann stieg sie durch das Portrait und schloss es. Mit einem flatterndem Herzen lehnte sie sich gegen das Bild.
„He! Fräulein! Was tut Ihr da! Heda! Aus dem Weg! Ich kann nichts mehr sehen!" fing der alte Ritter hinter ihrem Rücken an zu protestieren.
„Entschuldigung." sagte Hermine und eilte durch den Gryffindor-Gemeinschaftsraum um in die Große Halle zu gelangen. Sie musste unbedingt mit Ron und Harry reden.
Als sie die Tür zur Großen Halle öffnete, fiel ihr wieder ein, dass Amanda etwas von einer Überraschung gesagt hatten, die Ron und Harry mitgebracht hatten. Hermine lächelte. Eine schöne Überraschung war genau das, was sie nun gebrauchen konnte. Ihre seltsame Auseinandersetzung mit Malfoy, die eigentlich keine gewesen war, da er nichts erwidern konnte, hatte ihr zu schaffen gemacht.
Harry und Ron saßen am Tisch und prosteten fröhlich zwei Personen zu, die ihnen lächelnd gegenüber saßen. Hermine stieß einen Freudenschrei aus.
„Remus! Tonks!"
Der Mann, der Ende 40 sein mochte, und die deutlich jüngere Frau erhoben sich. Remus eilte seiner ehemaligen Schülerin und jahrelangen guten Freundin entgegen. Hermine warf sich in seine Arme und drückte dem Mann einen schmatzenden Kuss auf die Wange. Das war wirklich eine freudige Überraschung.
„Hermine, meine Liebe!" erwiderte Remus Lupin ebenso erfreut und wirbelte die junge Frau in seinen Armen einmal im Kreis herum.
„Remus, lass für mich auch noch was übrig." unterbrach die Hexe mit den lilanen Haaren lachend die stürmische Wiedersehensfreude.
Hermine wandte sich der Freundin aus dem Orden des Phoenix lächelnd zu. Tonks sah gut aus, ein wenig älter zwar, aber sie hatte ein glückliches Strahlen in den Augen. Dann fiel Hermines Blick auf Tonks Hand, die auf ihrem Bauch ruhte.
„Bei Merlin, Tonks! Du bist…" Hermine fehlten die Worte.
„Schwanger." lächelte die Hexe Anfang 30 Hermine glücklich an. „Ich erwarte Remus und mein Kind." setzte sie voller Stolz hinzu.
Fortsetzung folgt
