„Warum?", schluchzte Molly, „Warum haben sie es uns nicht gesagt?", diese Worte hatte sie nun schon seit 5 Minuten immer wieder wiederholt. Sirius ganz bleich im Gesicht, ging nervös auf und ab. „Meine Güte Molly, hast du keine anderen Sorgen?", fuhr er sie an. Mrs Weasley hob rückartig den Kopf: „Wie kannst du es wagen!", zischte sie. Sirius erwiderte ihren Blick: „Mein Patensohn liegt da drinnen, mehr tot als lebendig und das einzige worüber du dir Gedanken machst ist, dass sie dir nichts von der Hochzeit erzählt haben. FRAG DICH MAL WIESO!", schnappte Sirius zurück. „Wow! Jetzt ist aber gut.", George stellte sich zwischen die beiden, „Ihr helft niemanden wenn ihr euch gegenseitig zerfleischt!"

„Draco!", eine abgehetzte Maya rannte ihnen entgegen, Josh hechelte ihr hinterher. Als sie vom Krankenhaus erfahren hatten, was passiert ist sind sie sofort los gefahren. „Was ist mit Susan?" „Ich...ich…weiß…nicht…", stammelte Draco. „Hey, Draco.", Josh war mittlerweile wieder zu Puste gekommen und lies nun seinen Blick über die Zauberer schweifen. Die Umhänge faszinierten ihn immer wieder aufs Neue.

„Wie du weißt nicht?!", die schrille Stimme seiner Freundin holte ihn wieder zurück. „Maya, bitte.", er legte ihr beruhigend eine Hand auf ihren Arm. „Sie hat sich mit meinem Vater duelliert.", Dracos Stimme war leise. „Oh mein Gott!", Maya schlug sich die Hände vor den Mund, sie hatte von Susan und Draco in den Weihnachtsferien genug über Lucius Malfoy erfahren. „Sie lassen mich nicht zu ihr…", murmelte Draco, sollte Susan nicht wieder gesund werden, wusste er nicht was er tun sollte, sie hatte sich doch nur wegen ihn in so eine Gefahr gebracht. „Ich regle das…", Josh bedeutete den beiden ihnen zu folgen, „du kriegst ´ne Erlaubnis Susan zu besuchen, dafür sorge ich." Draco lächelte ihn dankbar an und Maya war froh alles in Josh Hände zu geben. Ihre Eltern waren im Urlaub, Zelten auf Sardinien ohne Zivilisation, man konnte sie nicht erreichen. Josh stürmte auf den nächstbesten Heiler zu und verwickelte ihn in eine lautstarke Diskussion, kurz darauf verschwanden die drei in Susans Zimmer.

„Harry!", Ginny krallte sich am Bettengitter fest, als sie ihren Freund sah. „Was, was hat er?" „Ihr Mann hat einen Schädelbasisbruch, Mrs. Potter, außerdem eine halb kollabierte Lunge und schwerwiegende Fluchverletzungen. Aber noch können wir nichts Genaueres sagen. Sein Zustand ist noch nicht stabil und wir können leider nicht sagen wie groß die Schäden des Bruchs sind." Ginny versuchte ruhig und gleichmäßig zu atmen. „Eine Frage hätte ich noch, können sie mir sagen woher er diese Narbe hat?", die Heilerin trat auf Harry zu und entblößte seinen Oberkörper und zeigte auf die Narbe über seiner Brust. „Horkruxe!", wisperte Ginny. Die Heilerin holte tief Luft und ging dann nach draußen in der Tür blieb sie stehen: „Mrs Potter, mein Name ist Creevy, ich bin Colin und Dennis Tante. Ich möchte ihnen und ihren Mann danken." Ginny schluckte, Colins Tante, dann nahm sie sich einen Stuhl und ergriff Harrys Hand. „schatz, hörst du mich?", doch sie erhielt keine Antwort. Harry lag da wie tot, sein Kopf am Bett festgeschnallt, um ruckartige Bewegungen zu verhindern, Schrammen übersäten seinen Körper. „Teddy geht's gut. Hörst du, wir haben ihn gerettet!", Ginny strich ihm vorsichtig übers Gesicht, seine Haut fühlte sich wächsern an und war kalt: „Bitte, wach auf, ich brauch dich!"

Plötzlich piepte es im ganzen Zimmer und es stürzten Pfleger und Heiler, darunter auch Smith und Creevy, in den Raum. Ginny war aufgesprungen, vor Schreck und Heilerin Creevy nahm sie am Arm und schob sie aus dem Raum: „Sie müssen jetzt leider draußen warten. Wir kümmern uns um ihn!", dann schloss sich die Tür vor Ginny. Sie starrte noch lange auf die weiße Tür.

„Ginny?", Ron trat an seine kleine Schwester, „Was ist mit ihm?" Doch sie schüttelte nur den Kopf, und presste die Lippen aufeinander. Hermine war zu ihnen getreten: „Bitte!" Ginny warf sich in ihre Arme, sie wollte nur gehalten werden, Wärme spüren nach Harrys erkalteter Haut. Hermine hielt sie fest, nach einer Zeit räusperte sie sich und flüsterte in Ginnys Ohr: „Ich weiß ein idiotischer Zeitpunkt, aber stimmt es was du vorhin gesagt hast?" Ginny seufzte, und sagte dann lauter: „Ja, es stimmt Harry und ich haben geheiratet." Die Spannung war gerade greifbar. „Wie? Wo? Was?", Molly sah ihre Tochter auffordernd an. „Mum!", Ginnys Stimme klang flehend. „Wie geht's Harry?", Sirius stand neben ihr. „Er hat…er…bei Merlin…es ist so!", die Rothaarige atmete tief durch, sie wusste dass sie niemanden half, am wenigstens Harry, wenn sie durchdrehte. „Schädelbasisbruch, Fluchschäden und eine halb kollabierte Lunge.", meinte sie dann tonlos. Sirius lehnte sich gegen eine Wand, Ron und Hermine bleich im Gesicht klammerten sich aneinander. Arthur, Molly, George und Mary sagten nichts starrten Ginny nur an. Bill nehm seine Schwester in den Arm und Fleur holte Hermine die kurz davor war zusammen zu brechen eine Tasse Tee. Neville und Hannah ließen sich an der Wand hinunter gleiten.

Dann rauschte plötzlich eine Pflegerin um die Ecke: „Mr. Longbottom, Mr. Longbottom?!" Langsam erhob sich Neville aus seiner Starre: „Ja?" Die Pflegerin keuchte: „Kommen sie bitte sofort mit, ihre Eltern…" „Was ist mit ihnen?", Neville war noch weißer als vorher glich nun dem Fastkopflosen Nick. „Sie erinnern sich wieder, nur Bruchstücke aber sie erinnern sich!" Neville starrte die Pflegerin an, „Komm!", Hannah ergriff seine Hand und rannte der Hexe hinterher.

„Was, warum?" Wie kann das sein?", Ron konnte nicht fassen was er eben gehört hatte. „Die Prophezeiung!", flüsterte Hermine, „Ich brauch das Buch, Ginny." „Was willst du jetzt mit dem blöden Buch?", Ron sah seine Freundin ungläubig an. „Wenn es stimmt was ich glaube, dann passiert heute noch ein Wunder!" „Hä?" Hermine fuhr sich durch die Haare, wie konnten sie das alle übersehen haben? „Wo ist das Buch?", wandte sie sich an Ginny. „Grimmauldplatz." „Gut!", Hermine machte eine Pause, „Ron, du kommst mit mir. Fleur, Bill, George, Charly und Mary geht bitte nach Hogwarts, informiert McGonagall dass wir nachkommen und bewacht die Gräber." Die angesprochenen wussten zwar nicht was sie davon halten sollten, aber befolgten ihren Anweisungen. „Los komm Ron!", Hermine zog ihren Freund mit nach draußen.

„Mr. und Mrs. Weasley?", Heilerin Creevy trat auf sie zu, „Sie dürfen jetzt zu ihrem Sohn!" Molly und Arthur erhoben sich und betraten Percys Zimmer.

„Mrs. Potter?" Ginny sah nach oben: „Ja?" „Sie dürfen zu ihrem Mann. Sein Blutdruck ist gefallen." Erleichtert stand Ginny auf, immer nicht etwas zittrig auf den Beinen folgte sie dem Heiler. „Der Alarm ging deshalb los, weil zu hoher Blutdruck zum Platzen der Gefäße führen kann, was bei einem Schädelbruch…ich will ehrlich sein…lebensbedrohlich wäre!" „Und jetzt?" „Jetzt ist ihr Mann stabil. Wir konnten seine Lunge punktieren, die Fluchschäden waren, Merlin sei Dank, nicht so stark wie erwartet. Es muss ihn ein starkes Schutzschild umgeben haben.", er sah Ginny fragend an, doch die reagierte nicht, Dann zog sich Smith zurück: „Er wird wieder.", versuchte er die junge Frau aufzuheitern, bevor er aus der Tür trat.

Er musste sich jetzt um Miss Bones kümmern, die schwebte durch ihre Fluchschäden in akuter Lebensgefahr.

„Hey, ich bin wieder da!", Ginny setzte sich wieder auf den Stuhl. „Was soll ich dir nur sagen, damit du aufwachst. Vielleicht dass Hermine irgendeine Ahnung hat und denkt dass durch Bellatrix Tod etwas passieren wird, oder ist. Nevilles Eltern erinnern sich wieder.

Und na ja, es wissen jetzt alle aus meiner Familie dass wir verheiratet sind. Mir ist das vorhin rausgerutscht, als mich die Heilerin nicht zu dir gelassen hat. Mum war außer sich, sie hat so reagiert wie wir uns es immer ausgemalt haben. Nur Dad, tja, der hat gar nichts gesagt, wahrscheinlich zu geschockt, wie erwachsen wir doch sind, und was wir heute alles geschafft haben." Ginny zog ihre Beine heran und stütze ihren Kopf auf ihre Knie, sie schaute ihren Mann an. Was wenn er nie wieder aufwachen würde? „Du musst wieder gesund werden, hörst du!", Ginny ergriff seine Hand und ihr war als hätte er ihren Druck erwidert.

„Es muss doch hier irgendwo sein!", Hermine rauschte schon seit einer halben Stunde, wie eine Irre, durch das Hauptquartier. „Mann, Hermine, was willst du überhaupt mit dem Ding?", Ron war genervt, er verstand die Aufregung nicht. Er wäre lieber bei Harry, Percy und Susan im Krankenhaus. „Ron die Prophezeiung, ich hab irgendwie das gefühlt, dass etwas vergessen wurde. Ginny hat sie getötet, so kurz nach der Auferstehung, dass kann doch nicht ohne Folgen bleiben!" Und dann viel es ihr sieden heiß ein: „ Die Longbottoms!" „Bitte sprich nicht in Rätseln, bei Merlins Unterhose!" „Bellatrix letzte Zauber wurden rückgängig gemacht." „Jetzt klickte es auch bei Ron: „Remus, Tonks!" „JA!", Hermine lief in die Küche und stellte diese auf den Kopf: „Ich habs!", sie zog es unter einem Wust von Karten hervor. „Oh man wie kann man so was nur verkommen lassen?", Ron schüttelte missbilligenden seinen Kopf. „Was?", doch Hermine verschluckte den Rest des Satzes. Ihr Freund hatte sich über Ginnys Eintopf gebeugt und angelte sich gerade einen Löffel aus einer Schublade. „RONALD!" Dieser zuckte zusammen: „Aber…" „Nichts aber, Ginny kocht dir gerne einen Neuen. Aber müssen jetzt auf der Stelle nach Hogwarts.» Hermines Stimme war schneidend und duldete keinen Widerspruch. Ron grummelte noch etwas, apparierte dann aber mit Hermine zum Schloss.

„Miss Granger, können sie mir das hier erklären?", Professor McGonagall stürmte auf die kleine Gruppe zu. „Schauen SIE!", Hermine deutete hinter sich auf die Gräber. Über den marmorneren Steinen wirbelte silberner Rauch. Wie auf Kommando stürmten sie alle los, runter an den See zu den Gräbern.

„Bellatrix Vermächtnis!", stöhnte McGonagall. „Nein, die nicht ganz erfüllte Prophezeiung!", entgegnete Hermine. „Ist doch egal, wir müssen sie ins Mungo's bringen.", funkte Charlie dazwischen, bevor sich die beiden noch zu einer tiefgründigen Diskussion hinreisen lassen konnten. Die beiden Frauen atmeten tief durch und schauten Bill, George, Ron und Charlie dabei zu, wie sie die schwebenden und vom Rauch umschlossenen Körper von Remus und Tonks, herunter holten.

„Und?", McGonagall wandte sich an Fleur, diese hatte sich zu den beiden herunter gebeugt und ihren Puls gefühlt. „Sie leben." Ein erleichtertes Aufatmen war hörbar. „Aber der Puls ist schwach und schnell, wir müssen sofort ins Krankenhaus." Das lies sich die Schulleiterin nicht zweimal sagen, sie beschwört Tragen hervor und brachte sie so außerhalb des Apparierschutzes.

Kurze Zeit später standen sie schon wieder in der Empfangshalle des Krankenhauses. „Nicht schon wieder sie!", stöhnte die Empfangshexe und rief Heiler. „Das sind doch…", Heiler Smith blieb die Luft weg. „Ja, das sind Remus und Nymphadora Lupin, wären sie jetzt so freundlich sich um die zwei zu kümmern?", McGonagall klang genervt, und Smith beeilte sich die beiden in Behandlungsräume zubringen.

„Wo ist Ginny?", Hermine sah sich suchen auf dem Flur um, auf dem sich im Moment nur Draco, Maya, Josh und Sirius befanden. Die anderen bis auf Mr. &Mrs. Weasley waren nach Hause gegangen. „Bei Harry.", Sirius Stimme war immer noch bedrückt. „Ich muss sofort zu ihr!" „Keine Chance, Hermine die lassen niemanden zu ihm außer Ginny. Du musst warten bis sie mal rauskommt. Und das kann…" „Kann Stunden dauern ich kann's mir vorstellen.", sagte Hermine resigniert, „aber ist wichtig, die Prophezeiung wurde ausgeführt und da Bellatrix jetzt tot, kann man ihre letzten Flüche aufheben. Aber nur der der den Auferstanden getötet hat, kann den Gegenfluch zu den ausgesprochenen Flüchen ausüben. Wir brauchen Ginny!" „Und wir haben wirklich keine Möglichkeit?", fragte Ron Sirius. „Nein, ich habs versucht aber die Tür hat mich sofort zurück geschmissen und das nicht gerade sanft.", Harrys Patenonkel rieb sich den Arm auf den er gefallen war.

Josh blickte von einem zum anderen er konnte nicht ganz folgen was eben gesprochen worden wist, aber er hatte seit er mit Maya zusammen war sowieso aufgegeben alles zu verstehen. Maya hatte Draco im Arm, der Tränen in den Augen hatte.

Er konnte das Bild von Susan, seiner Susan, nicht vergessen. Wie sie dalag wie tot, mit der offenen Wunde im Gesicht die sich von der Stirn über ihre ganze linke Gesichtshälfte zog. Eine Wunde von vielen wie Heiler Smith gemeint hatte, Susans Zustand war kritisch. Es war noch nicht sicher ob sie die Nacht überleben würde. Sie durften nur 5 Minuten bei ihr bleiben, dann mussten sie sofort wieder gehen.

„Sie wird wieder gesund, Draco. Ich weiß das.", Maya strich ihm über den Rücken. „Ich wollte doch nicht dass ihr etwas passiert. Ich will sie nicht verlieren!" „Scht!"

Hermine trieb es die Tränen in die Augen als sie Draco so sah, sie hatten in diesem Kampf niemanden verloren, aber diese Ungewissheit das drei ihrer Freunde vielleicht sterben sollten, war einfach grausam.