"Fährst du mit uns zum Strand?", rief Prue durch die Duschkabine, während sie sich ihre Haare wusch.

"Wer ist uns?"

"Colby, Jon, Joe, Rebecca und Danielle. Und ich glaube John, Nikki und einige andere wollten auch kommen", antwortete Prue.

"Ich habe heute noch eine Trainingseinheit mit Norman. Aber sag mir, wo ihr seid und ich komme nach.."

"Cocoa Beach."

"Ok, ich brauche über eine Stunde bis dorthin. Wird dann sicher Vierzehn Uhr werden.?"

"Ich kann deine Tasche ja schon mitnehmen. Dann brauchst du nicht nochmal herfahren."

"Hey Ladies", rief Jon auf dem Nachbarbalkon

Shelly steckte ihren Kopf aus der Türe. "Was möchte der Herr?"

"Fahrt ihr denn jetzt mit?"

"Prue schon. Ich komme nach."

"Ok. Trifft sich gut. Kannst du dann Randy mitbringen? Ansonsten wartet Stephen auf ihn."

"'Nein, geht klar."

"Gut, hier hast du seine Nummer." Er hielt ihr sein Smartphone vor die Nase.

"Hmm" Shelly sah auf sein Display und tippte die Nummer in ihr Handy ein.

Als sie ihr Telefon wieder in die Hosentasche steckte, erschrak sie, weil Jon sie ruckartig in seine Arme zog.

"Wir sehen uns dann später, Süße. Bist du bereit?" Er drückte ihr einen Kuss auf den Schopf und zwinkerte ihr zu.

"Klar"

Gegen Zwölf verließ Shelly Normans Wohnung, stieg in ihr Auto und holte ihr Handy aus der Tasche. Sie wählte Randys Nummer, schaltete die Freisprechanlage ein und startete den Wagen.

"Orton"

"Hi Randy, ich bins Shelly. Ich bin schon früher fertig geworden und wollte fragen, ob wir schon los sollen? Falls du Zeit hast natürlich."

"Kein Problem. Ich bin noch im Crossfit, aber in einer Viertelstunde wäre ich fertig. Sollen wir uns irgendwo treffen?"

"Quatsch, ich hole dich dort ab."

"Gut, dann bis gleich."

Sie legte auf und fuhr jetzt durch die Innenstadt Orlando`s zum Crossfit Center. Als sie dort ankam, stand Randy schon mit seiner Tasche vor der Türe und unterhielt sich mit einer Frau. Er strahlte, als er sie sah, strich der Brünetten kurz über die Arme und kam dann auf ihr Auto zu.

"Hey, das ging aber schnell."

Ja, war nicht viel los auf der Straße. Schmeiß die Tasche ruhig auf den Rücksitz", antwortete Shelly und strich sich die Haare hinter die Schulter.

Die ersten Minuten der Fahrt verlief schweigend, bis Randy sich irgendwann zu ihr drehte.

"Darf ich dich was fragen.?"

"Klar."

"Was war dein erster Gedanke, als du erfahren hast, dass Paul dein Dad ist."

"Ganz ehrlich. Ich hatte Angst. Ich meine, ich bin kein großer Wrestling Fan, aber jeder kennt Triple H. Ich dachte, Wow, dieser stinkreiche Kerl ist dein Vater. Der ist doch sicher total arrogant."

"Paul? Arrogant? Ich kenne keinen Menschen, der weniger arrogant ist."

"Das weiß ich jetzt auch. Ich habe sofort beim Ersten Treffen schon gemerkt, dass da irgendetwas zwischen uns ist."

"Paul ist klasse. Er weiß genau, wie er seine Angestellten zu handhaben hat. Er ist Chef, aber auch gleichzeitig Freund. Er weiß das sehr gut zu trennen."

"Ich liebe ihn. Manchmal habe ich echt den Drang, ihn einfach Dad zu nennen, aber dann komme ich mir irgendwie dämlich und alt vor und lasse es dann."

"Aber er ist nun mal dein Dad. Aber ich verstehe dich schon. Jahrelang hattest du keinen und dann kommt da so ein Alter Sack."

"Hey, er ist doch gar nicht so alt."

"Siehste. Also kannst du ihn auch Dad nennen."

"Du hast mich überlistet, du Schuft."

Gegen Halb Zwei kamen sie in Cocoa an und parkten den Wagen an der Strandpromenade. Sie brauchten sich gar nicht lange umschauen, denn die Truppe war schon von weitem zu hören.

Shelly ließ sich sofort auf ihre Decke fallen, die Prue schon für sie ausgebreitet hatte und zog ihre Sachen aus. Jon fiel neben sie in den Sand und sah sie schelmisch an.

"Da wird noch jemand ganz rattig", flüsterte er und Shelly lief rot. Mit den Fingern fuhr er über die Träger ihrer Bikinis.

"Lass das Jon."

"Wer ist rattig?" hörte sie Joe neben sich und zuckte auf.

"Dein verrückter Freund hier. Ich glaube, der braucht ne Abkühlung", entgegnete sie.

"Stimmt. Also dann komm." Jon fasste unter ihre Achseln, zog sie spielend leicht hoch und drückte sie Richtung Meer.

"Was soll das Jon?"

"Wir hatten doch etwas vor. Also fangen wir heute damit an."

"Du bist ein Arsch."

"Wie oft willst du mir das noch sagen?"

"So oft, bis du selbst dran glaubst."

"Biest." Er legte seine Hand auf ihren Kopf und drückte sie sanft unter Wasser. Als sie wieder auftauchte, sprang sie von hinten auf seinen Rücken und versuchte ihn ebenfalls unter Wasser zu ziehen, was ihr misslang. Jon griff mit seinem Arm hinter sich zog sie nach vorne.

Seine linke Hand lag auf ihrer Hüfte, während er mit der rechten eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht schob.

"Echt schade", hauchte er.

"Was ist schade?"

"Das du ihn und nicht mich vögeln willst."

"Jonathan Good, hör auf damit", zischte sie und sah Richtung Strand.

"Er kann mich nicht hören, aber er kann mich sehen. Was mag er jetzt nur denken?"

"Jon!"

"Komm schon Furie. It`s Showtime." Er nahm ihre Hand und sie gingen zurück zum Strand.

Shelly nahm den Tequila, den Colby ihr reichte, denn Prue hatte sich angeboten zurückzufahren. Nach dem zweiten fühlte Shelly sich schon leicht beschwipst und ihre Stimmung wurde lockerer. Sie hob seufzend den Kopf, als Jon ihr sanft den Nacken massierte.

"Schau mal an. Jetzt ist sie sanft wie ein Lämmchen", raunte er ihr ins Ohr.

"Hmm"

Er drückte jetzt leicht gegen ihren Nacken, sodass sie gezwungen war, ihn anzusehen. Jon sah sie éinem schelmischen Lächeln an, bevor er sanft seine Lippen auf die ihren legte. Shelly schloss die Augen und gewährte seiner Zunge, die gegen ihre Unterlippe stieß Einlass. Aus den Augenwinkeln sah Jon, dass Randy und Joe gleichzeitig aufgestanden waren und sich mit ihrem Bier in der Hand entfernten und er lachte innerlich auf. Langsam löste er sich von ihr und sah sie an. Dann prusteten sie gleichzeitig los.

"Du hattest recht. Es fühlt sich komisch an. Und meinst du es hat was gebracht?", murmelte Jon und umschlang jetzt ihren Oberkörper. Dabei schielte er in eine andere Richtung.

"Weiß nicht. Warten wir es ab."

Joe und Randy hatten sich von der Gruppe entfernt und saßen im Sand, als Jon auf sie zukam.

"Na ihr Pack." Er ließ sich grinsend neben sie fallen.

"Genug geknutscht?", meinte Randy.

Jon bemerkte sofort, dass seine Freunde angepisst waren und verschränkte jetzt die Arme hinter den Kopf.

"Nicht wirklich, aber ich dachte, wir machen mal ne Pause."

"Du bist ein Arsch", zischte Joe.

"Warum? Wenn du die Gelegenheit nicht nutzt, bist du es selber Schuld. Ich bin auch nur ein Mann", verteidigte sich Jon.

Joe sprang auf und pfefferte seine Dose in den Sand. Randy hatte eine Hand auf seiner Brust und redete leise auf ihn ein.

Jon stand langsam auf, klopfte sich den Sand von den Beinen und verschränkte jetzt seine Arme vor dem Körper. Im nächsten Moment spürte er eine Faust in seinem Gesicht und fiel in den Sand zurück. "Ey Mann, hast du nen Knall", rief er.

Randy hatte sich zwischen sie gestellt und sah nervös zwischen den beiden hin und her. Jon rappelte sich wieder auf und ging sofort auf Joe zu.

"Hört auf", hörten sie Colby hinter sich brüllen. Er, Stephen und Benjamin kamen auf die Drei zugelaufen. "Was sollte das Joe?"

"Er ist so ein Penner. Er wusste genau, was ich für sie empfinde."

Jon trat jetzt ganz nah an ihn heran. "Dann sag es ihr endlich, du Blödmann."

"Ist doch jetzt eh egal. Sie hat eh keine Interesse an mir, sonst hätte sie nicht mit Randy geflirtet oder mit dir rumgemacht. Außerdem möchte ich keinen Stress mit Paul."

"Oh, unser Samoan Boy hat Angst vor Daddy. Dir ist dein Job wichtiger, als dein Glück?"

"Du weißt doch gar nicht was du redest, Mox."

"Was ich weiß, dass ich mein Glück nicht für einen Job aufs Spiel setzen würde. Mal im Ernst. Wie lange machst du diesen Job? Noch Fünfzehn Jahre vielleicht. Und dann? Dann hast du vielleicht die Liebe deines Lebens verpasst. Es ist nur ein Job."

"Es ist mein Traumjob."

"Und sie deine Traumfrau? Oder? Schau mir ins Gesicht und sag mir, dass es nicht so ist. Ganz im Ernst Anoai. Früher hätte ich dir jede deiner Ollen wegnehmen können und du hättest es ohne mit der Wimper zu Zucken hingenommen. Sieh doch, was mit dir los ist. Du hast mir eine gezimmert, nur weil ich sie geküsst habe."

"Jon! Joe ist nicht du. Er ist nicht der Typ, der einer Frau sofort sagt, was Sache ist. Du bist halt Mox." Colby hatte seine Hand auf Jons Schulter gelegt.

"Ich kann das auch nur, wenn ich eine flachlegen will. Da brauch ich keine Gefühle reinstecken und meine Fresse quasselt von alleine. Verdammt noch mal. Ich will nichts von Shelly. Soll ich dir mal was sagen. Ich weiß im Moment genau, wie du dich fühlst, Bro."

"Du?"

"Ja ich. Fuck"" Jon fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und lief am Strand auf und ab. "Ich habe mich in Rebecca verknallt und krieg keinen Ton in ihrer Nähe raus."

"Wow, er gibt es endlich zu. Du meinst auch, wir wären alle bescheuert." Benjamin grinste ihn jetzt an.

"Immer wieder versuche ich mit diesem rothaarigen Teufel ein ernstes Gespräch zu führen und jedesmal kommt nur Müll aus meinem Mund. Sie muss echt denken, dass ich komplett bescheuert bin."

"Also kein Unterschied zu sonst", feixte Randy und biss sich vor Lachen auf die Faust.

Jon wollte etwas erwidern, doch er sah, dass einige Leute auf sie zukamen.

"Was ist denn bei euch los?", rief Nikki.

Shelly sah, dass Jon an der Lippe blutete, ging auf ihn zu und betrachtete sein Gesicht. "Was ist denn mit dir passiert?"

Jon sah zu Boden und kickte mit seinem linken Fuß den Sand weg. "Wir haben rumgealbert. Ich bin gestolpert und gegen den Felsen geknallt. Ist nichts."

"Ich muss fahren Leute. Wir sehen uns", meinte Joe und ging zurück zu seinem Platz, um die Tasche zu packen.

Jon fuhr sich wütend über den Kopf, sah ihm hinterher. Dann drehte er sich zu Rebecca. "Ich muss mit dir reden."

Er griff nach der Hand der perplexen rothaarigen und zog sie von der Gruppe fort.

Nikki und Shelly sahen sich an, grinsten los und beide verstanden sich wortlos.

"Lasst uns zurückgehen", meinte John und legte einen Arm um seine Freundin.

Shelly setzte sich auf ihre Decke und sah einige Minuten gedankenverloren auf das Meer.

"Warum hat er ihn geschlagen Colby?"

"Ich weiß nicht", antwortete er, doch Shelly hörte an seinem Ton, dass es gelogen war.