Snape hatte Harrys Okklumentikunterricht gesondert von den anderen eingerichtet. Er ließ bei Harry keinen Zweifel aufkommen, dass er dies nur äußerst widerwillig tat. Sie trafen sich wieder in Snapes Büro. Harry mutmaßte, dass Professor Dumbledore dies angeordnet hatte. Snape sprach mit Harry kein Wort mehr als unbedingt nötig war. Er unterließ es, ihn zu ermahnen, zu üben, schimpfte aber auch nicht, wenn er mitbekam, dass Harry dies auch nicht tat. Alles worauf Harry sich konzentrieren musste, war die Erinnerung daran, wie Sirius gegangen war. Er schaffte es, Snape diese Szene immer wieder sehen zu lassen und nicht mehr. Aber wie er dies anstellte, konnte er beim besten Willen nicht sagen.
„Vielleicht liegt es an deinem Hass auf ihn", bemerkte Ron, als Harry eines Abends im Gemeinschaftssaal mit ihm darüber sprach. Ron und Hermine waren gerade vom DA Unterricht bei Professor deGazeville hoch gekommen. DeGazeville unterrichtete in der Zeit, in der sich Snape mit Harry beschäftigte, die restlichen Mitglieder der DA in Okklumentik.
„Aber es ist auch nicht so, dass es besser geworden ist, oder?", fragte Hermine besorgt.
Harry schüttelte den Kopf. „Nein."
„Vielleicht solltest du mehr daran arbeiten, Harry", begann sie behutsam.
„Was nützt es mir, dass ich den Kopf leer habe, wenn ich einschlafe und später in der Nacht träume ich dann doch wieder", brauste Harry auf.
„Erinnere dich an deGazevilles Übungen. Konzentriere dich auf deine Atmung", sagte Hermine mit immer besorgterem Tonfall.
„Hermine, ich habe schon genug zu tun mit all dem Kram für die Schule", meinte Harry noch lauter.
Hermine sah ihn forschend von der Seite an, sagte jedoch nichts mehr. Schließlich packte sie ihre Sachen zusammen und wünschte Harry eine traumlose Nacht.
In dieser Nacht träumte Harry wieder besonders schlimm. Zuerst schien es, als träume er von seinen Eltern, dann tauchte Sirius auf und wie ein Film liefen all die Erinnerungen, die er an seinen Paten hatte vor seinem geistigen Auge ab. Er erwachte wieder schweißgebadet und zitterte an ganzen Leib. Seine Narbe pochte und sein ganzer Kopf fühlte sich an, als versuche jemand mit einem großen Hammer von innen ein Loch in seine Schädeldecke zu schlagen. Er erhob sich aus seinem Bett und trank einen Schluck Wasser.
Als er sich ermattet wieder zurück in sein Bett fallen ließ, versank er sofort wieder in einen neuen Traum. Er befand sich in einem hohen Raum, der von vielen Kerzen erleuchtet war. Viele Menschen mit dunklen Roben standen um ihn herum. Alle waren sie maskiert, doch konnte man durch ihre Augenschlitze ein begieriges Glitzern erkennen. Sie sahen alle auf einen Mann, der vor Harry auf dem Boden hockte. Grimmiger Zorn durchfuhr Harry als er seinen Zauberstab hob und mit kalter Stimme rief: „Crucio!"
Der Mann vor ihm sackte zusammen und fiel flach auf den Boden. Dabei verschob sich seine Kapuze. Hellblondes Haar kam zum Vorschein. Als Harry den Fluch aufhob, erhob sich auch Lucius Malfoy wieder und senkte schuldvoll sein Haupt.
„Lucius, du hast mich zutiefst enttäuscht", sagte Harry mit einer kalten bösartigen Stimme.
„Das war nicht meine Absicht, mein Lord", sagte Malfoy leise.
„Ich habe dich nicht verstanden, Lucius", antwortete Harry mit falscher väterlicher Stimme.
„Mein Lord, ich habe sie einfach nie erwähnt, weil sie so unwichtig und unwürdig ist. Sie dürfte noch nicht einmal den Namen meiner Väter tragen, mein Meister." Malfoy warf sich wieder flach vor Harry auf den Boden. Aus den Reihen der um sie stehenden hörte er höhnisches Lachen was aber sofort verstummte, als Harry hoch sah.
„Sie ist also unwichtig, Lucius?", hakte Harry mit derselben falschen Stimme nach.
„Ja, mein Lord. Sie ist nicht einmal besonders magisch begabt. Eigentlich eine Schande für die Familie Malfoy!" Malfoy erhob vorsichtig den Kopf.
Harry sah ihn emotionslos an, dann wandte er sich nach rechts, wo eine hochgewachsene unmaskierte Frau neben ihm stand. Belatrix Lestrange.
„Bela, stimmt es, dass Lucius Tochter nicht erwähnenswert magisch begabt ist?"
Belatrix Lestrange verneigte sich tief und antwortete mit einem schiefen Lächeln auf Malfoy: „Ich weiß es nicht mein Lord. Ich habe sie nie kennen gelernt. Lucius scheint sie gut versteckt gehalten zu haben nachdem er allen weisgemacht hatte, sie sei verstorben."
Harry drehte sich wieder zu Malfoy um, der inzwischen auf den Knien hockte. Übermächtige Wut durchflutete ihn.
„Crucio!" Wieder kippte Malfoy zur Seite um und schrie diesmal. Als Harry den Fluch aufhob, atmete er flach und hastig.
„Lucius, lass dir das eine Warnung sein. Ich werde dich gut beobachten. Für diesmal sollst du davon kommen. Und nun hinweg mit dir, ehe ich es mir anders überlege!"
Malfoy zog sich wieder auf die Knie und rutschte rückwärts zurück in die Reihen der anderen Todesser, sich immer wieder vor Harry verbeugend. Dann wandte Harry sich um und sah in einen großen alten Spiegel. Rote kalte Augen starrten ihn aus einem schlangenähnlichen Gesicht an. Harrys Herz begann schnell zu pochen und er schrie laut auf.
„HARRY! HARRY!"
Harry schüttelte verwirrt den Kopf, seine Narbe brannte noch immer. Die Kopfschmerzen schienen noch schlimmer geworden zu sein.
Ron stand über ihn gebeugt und schüttelte ihn kräftig. Harry griff nach seiner Brille und setzte sie sich auf.
„Hab ich nur dich geweckt, oder die anderen auch?", fragte er leise Ron.
Ron schüttelte den Kopf. „Die sind es mittlerweile gewöhnt, dass du einmal pro Woche im Schlaf zu schreien beginnst."
Harrys Herz pochte noch immer sehr schnell.
„Was war es diesmal?", wollte Ron wissen.
Harry dachte kurz nach.
„Zuerst habe ich wieder von Sirius geträumt, dann bin ich davon munter geworden und als ich wieder eingeschlafen bin...", er runzelte die Stirn. Der zweite Teil des Traumes war eindeutig anders als der erste.
„Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich war wieder in Voldemorts Kopf. Ich hab die Todesser gesehen und Lucius Malfoy, der vor mir auf dem Boden lag und von, von ...", Harry stockte der Atem. Lucius Malfoy hatte von seiner Tochter geredet.
„Er hat Voldemort erzählt, dass Wyrren nicht großartig magisch begabt sei. Und sie eine Schande für die Familie der Malfoys wäre."
„Du hast gesehen, wie sich Voldemort mit Malfoy über Wyrren unterhalten hat?", fragte Ron ungläubig.
Harry nickte. „Ich werde morgen früh vor Verwandlung zu Dumbledore gehen. Lucius Malfoy verleugnet seine Tochter vor Voldemort", sagte er mehr zu sich als zu Ron, der ihn immer noch ungläubig ansah.
„Aber warum?", fragte er sich.
„Weshalb wollte Malfoy nicht, dass Wyrren in eine Schule geht?", fragte Ron.
Harry sah ihn mit großen Augen an.
„Sie kann etwas, was Malfoy vor Voldemort verschwiegen hat", stellte Harry fest.
Ron nickte langsam.
„Lass uns noch ein bisschen schlafen und morgen darüber weiter nachdenken ja?", fragte Ron gähnend und ging zurück zu seinem Bett.
Harry grübelte noch ein bisschen, dann schlief er wieder fest und traumlos ein.
Am nächsten Morgen ging er sofort nach dem Frühstück hoch zu Dumbledores Büro. Als er vor dem Wasserspeier stand, fiel ihm ein, dass er das Passwort gar nicht wusste. Also drehte er wieder um und lief in Richtung des Lehrerzimmers. Vielleicht konnte er da den Schulleiter oder McGonagall antreffen. Als er anklopfte, öffnete ihm Professor Vector, die Arithmantikhexe. Sie sah ihn von oben herab an und hörte sich mit hochgezogenen Augenbrauen Harrys Suche nach dem Schulleiter oder seiner Stellvertreterin an.
„Da kann ich Ihnen leider nicht weiter helfen, Mr. Potter", sagte sie bedauernd.
„Was will Potter?", fragte eine gehässige Stimme im Hintergrund. Professor Snape kam langsam näher und äugte misstrauisch zur Tür hinaus. Als er Harry erblickte, zog er seine Augenbrauen fast bis zum Haaransatz und sah ihn mit unergründlicher Miene an.
„Ich wollte zum Schulleiter, Sir", antwortete Harry.
„Der ist in London und wird erst heute Abend wieder kommen, Potter. Wenn es also nichts dringendes gibt, wünsche ich Ihnen einen schönen Tag. Wir haben mehr als genug zu tun, als uns um Schülerwehwehchen zu kümmern."
Er blickte Harry noch einmal finster an und schloss dann die Tür zum Lehrerzimmer von innen. Harry starrte, ohnmächtig vor Wut die Tür an, dann trat er gegen einen der beiden Wasserspeier, der laut zu schreien anfing und ging zornig weg.
Die Tür flog wieder auf und Snape schrie ihm hinterher: „10 Punkte Abzug für Gryffindor, Potter, wegen dem Lärm, den Sie hier völlig grundlos veranstalten."
Harry drehte sich nicht nochmals um und ging scheinbar ungerührt zurück zum Gryffindorturm, um seine Schulsachen zu holen. Da fiel ihm ein, dass er ja in der nächsten Doppelstunde Verwandlung hatte und da McGonagall ohnehin sehen würde. Er schüttelte den Kopf über seine Dummheit und die unnütz verschwendeten Punkte.
Nach der Stunde warteten Harry und Hermine, der er von seiner Vision erzählt hatte, bis alle Schüler das Klassenzimmer verlassen hatten. Als er vor das Schreibpult von Professor McGonagall trat, sah sie kurz hoch. Harry bemerkte ein leises Lächeln, das ihre Lippen umspielten.
„Nun, Mr. Potter, wie ich bereits erfahren habe, wollten Sie unbedingt mit mir sprechen."
Harry nickte. „Ja, Professor. Eigentlich wollte ich zu Professor Dumbledore, aber den habe ich nicht erreicht. Außerdem weiß ich ja das aktuelle Passwort nicht. Ich muss unbedingt mit ihm sprechen."
„Worum geht es, Potter?", fragte ihn McGonagall ungeduldig.
Harry sah sich unschlüssig um, unsicher ob er ihr von seinem Traum erzählen sollte.
„Ich habe nicht die ganze Pause Zeit, Harry", sagte Professor McGonagall drängender.
„Ich habe letzte Nacht wieder von Voldemort geträumt. Wie er sich mit Lucius Malfoy unterhalten hat. Über Wyrren. Er hat geleugnet, dass sie eine begabte Hexe ist. Und ..."
„Sie haben geträumt, wie sich Du Weißt Schon Wer mit Lucius Malfoy unterhalten hat?", fuhr McGonagall auf.
Harry nickte und erzählte ihr den ganzen Traum in allen Einzelheiten. Die Stellvertretende Schulleiterin nickte verständnisvoll und meinte schließlich: „Ich werde Professor Dumbledore sofort eine eilige Eule schicken. Er wird sich bei Ihnen melden, sobald er da ist."
Harry wollte noch etwas erwidern, doch die Lehrerin hatte sie schon aus dem Klassenzimmer geschoben, zum Mittagessen geschickt und eilte selbst in Richtung der Eulerei davon.
„Scheint, als würden sie es ernst nehmen", meinte Harry nachdenklich als er zusammen mit Hermine die Große Halle betrat, die schon gut gefüllt war. Sie sahen wie Ron ihnen zwei Plätze freigehalten hatte und nach ihnen Ausschau hielt.
Hermine sah ihn besorgt an.
„Weißt du noch, worüber wir uns gestern Abend unterhalten haben?", fragte sie leise.
Harry kräuselte die Lippen und nickte stumm.
Dumbledore erreichte Harry, als er gerade in Zaubertränke schwitzend vor seinem Kessel stand. Snape hatte ihnen eröffnet, dass die UTZ Kurse angesichts der über Hogwarts hereingebrochenen Grippewelle Husten- und Erkältungstränke brauen sollten, die dann an Madame Pomfrey weitergereicht werden würden. Snape hatte sie alle mit grimmigen Vergnügen betrachtet, als er ihnen erklärte, dass die Tränke nicht vorher auf ihre Wirksamkeit überprüft werden könnten, da Madame Pomfrey sie sehr eilig bräuchte. Wenn also einer von ihnen, und daran ließ er keinen Zweifel aufkommen, sich als unfähig heraus stellen würde, diese einfachen Tränke zu brauen, könnte es durchaus sein, dass damit andere Schüler vergiftet werden würden. Harry konnte sich zwar nicht vorstellen, dass die Tränke tatsächlich ohne Prüfung ihrer Wirksamkeit an Patienten weitergeben wurden, aber bei Snape ja war alles möglich.
Wie sich heraus stellte, war der Fiebersenktrank, den Harry braute, alles andere als einfach. Dean, der den gleichen Trank zugeteilt bekommen hatte, ließ sein Gebräu schon zum zweiten Male mit einem „Evanesco" verschwinden. Snape baute sich vor ihnen auf und wollte scheinbar gerade zu einer Standpauke ansetzen, als sich die Kerkertür öffnete. Snape wirbelte herum, um zu sehen, wer da einfach in seinen Unterricht platzte. Albus Dumbledore stand in der Tür, er trug einen Reiseumhang und sah etwas abgekämpft aus.
„Severus, könnte ich mir mal Harry Potter ausleihen?", fragte er in leicht amüsiertem Tonfall.
Snape sah von ihm zu Harry, wieder zurück und nickte schließlich.
„Packen Sie Ihre Sachen zusammen, Potter", raunzte er Harry an.
„Ich fürchte, dafür haben wir im Moment keine Zeit, Severus. Ich denke, Mr. Weasley kann Mr. Potters Schulsachen genauso gut mitnehmen. Harry, wenn ich Sie bitten dürfte, mir zu folgen." Er wandte sich wieder zurück zur Tür. Harry warf einen erstaunten Blick auf Ron und Hermine und folgte dann Dumbledore hinauf in dessen Büro.
„Tee?", fragte Dumbledore Harry, wartete jedoch nicht auf eine Antwort und brachte mit einem kurzen Schwenk seines Zauberstabes eine Teekanne mit duftendem Tee zum Vorschein. Er schenkte Harry und sich eine Tasse ein und bedeutete Harry, sich an seinen Schreibtisch zu setzen.
Dumbledore hielt seine Teetasse mit beiden Händen fest umschlossen und sah Harry nachdenklich an.
„Professor Dumbledore, darf ich Sie etwas fragen?"
„Das tust du ja gerade schon, Harry", lächelte Dumbledore.
„Warum ist es auf einmal nicht mehr so wichtig, ob Voldemort durch unsere Gespräche die Möglichkeit hat, Sie auszuspionieren?", fragte Harry.
Dumbledores Gesicht verfinsterte sich ein wenig.
„Das ist im Moment egal. Wahrscheinlich weiß er ohnehin, dass du das Geschehen vom gestrigen Abend mitbekommen hast."
„Sie glauben das ist alles wirklich passiert?", fragte Harry.
Dumbledore nickte. „Ja, wir können es natürlich nicht überprüfen, aber im Grunde denke ich schon, dass du eine reale Situation gesehen hast."
Daraufhin forderte er Harry auf, die Vision noch einmal zu wiederholen und nichts auszulassen. Harry erzählte ihm alle Einzelheiten, an die er sich erinnern konnte. Der Schulleiter schwieg, bis Harry geendet hatte.
„Nun das bestätigt natürlich das, was wir bisher nur vermuten konnten beziehungsweise nur Andeutungen von Wyrrens Mutter entnehmen konnten."
„Das Malfoy seine Tochter vor Voldemort versteckt hat?", wollte Harry wissen.
„Ja. Er hat in den vergangenen zwölf Jahren zu keiner öffentlichen Gelegenheit erwähnt, dass er überhaupt eine Tochter hat. Professor McGonagall und ich wussten natürlich, dass es Wyrren gab. Wir haben hier in Hogwarts eine magische Feder, die alle magisch begabten Kinder aufschreibt, die geboren werden und für die ein Platz in der Schule reserviert wird."
„Nun gut", meinte Dumbledore nachdem er einen tiefen Schluck aus seiner Teetasse getrunken hatte. „Voldemort weiß jetzt, dass es Wyrren gibt. Es konnte natürlich vor den anderen Todessern, von denen einige ihre Kinder hier auf der Schule haben, nicht verborgen bleiben, wenn eine Malfoy nach Gryffindor eingeteilt wird."
„Wäre es einfacher für Malfoy gewesen, wenn sie eine Slytherin geworden wäre?", fragte Harry. Er erinnerte sich an das Gespräch zwischen Wyrren und ihrem Bruder, was er mit Ron und Hermine belauscht hatte.
„Wie man es nimmt. Aber ich glaube, Malfoy hat es nie in Erwägung gezogen, dass sie eine Slytherin sein könnte."
Harry nickte.
„Harry", sagte Dumbledore „ich möchte das du sofort wieder zu mir kommst, solltest du noch einmal eine solche Vision haben. Egal was es ist. Und Harry, ich bitte dich, nimm die Okklumentik ernst."
Harry versprach es ihm, ohne recht zu wissen, wie er das anstellen sollte. Dann fiel ihm noch etwas ein.
„Ähm, Professor Dumbledore", begann er zögernd.
„Ja, Harry?"
„Da ist noch etwas, was ich Ihnen sagen wollte."
Dumbledore sah ihn interessiert an. „Ja?"
„Es geht um Lucius Malfoy. Bisher bin ich immer davon aufgewacht, wenn ich von Voldemort geträumt habe, dass er jemand gefoltert hat. Aber als er das mit Malfoy tat ..." Ihm stockte der Atem.
„Ich wollte nicht, dass er aufhört. Ich hab ganz deutlich Voldemorts Zorn gespürt und es war ...", er schwieg betroffen.
„Eine Genugtuung für dich, Malfoy auf der Erde liegen zu sehen?", fragte Dumbledore forschend.
Harry nickte und sah dann zögernd zu Dumbledore hinauf.
„Nun", erwiderte der Schulleiter „das ist nicht ungewöhnlich. Du hast einen großen Hass auf Lucius Malfoy. Schließlich war er es, der in dieser Nacht im Ministerium die Todesser angeführt hat, Harry. Du weißt, dass du die Gefühle Voldemorts in besonderen Situationen erspüren kannst. Nämlich dann, wenn auch Voldemort sehr starke Gefühle hat. Und letzte Nacht scheint ihr beide das gleiche Gefühl gehabt zu haben."
Dumbledore stand auf und umrundete seinen großen Schreibtisch. Der Schulleiter stand jetzt direkt vor Harry, der dem Zauberer jetzt direkt in die blauen Augen sehen konnte.
„Harry", begann er sanft „ich kann es nur noch einmal wiederholen, nichts ist so wichtig, als dass du lernst, deine Gefühle nach außen zu verschließen."
Dumbledore sah Harry noch eine kleine Weile tief in die Augen, als erforsche er Harrys Inneres, dann ließ er ihn los und schickte ihn hinunter in die Große Halle zum Abendessen.
„Meinst du, wir sollten Wyrren etwas sagen?", fragte er wenig später besorgt Hermine und Ron.
Hermine dachte kurz nach und schüttelte dann den Kopf.
„Nein, ich glaube es ist besser, wenn wir das für uns behalten. Es wird sie nur unnötig aufregen."
„Wen würde es nicht aufregen, vom eigenen Vater als magisch kaum begabt bezeichnet zu werden?", brauste Ron auf.
„Sei still!", zischte Hermine ihm zu.
