"Morgen Sweetie. Hast du alles gepackt und bist startklar?", fragte Dave am nächsten Morgen, als sie am Frühstückstisch erschien.
"Ja, meinen Trolley hat Nick schon in den Wagen geladen. Er ist echt ein lieber Kerl", kam von Tami, die sich neben ihn setzte.
"Yuo, das ist er", antwortete Dave knapp und biss in sein Brot.
Colby kam mit Nick an den Tisch, begrüßte Tami mit einem Schmatzer und setzte sich neben sie. "Wir haben da leider zwei Planänderungen. Die Erste ist, dass du mit Jon und mir Vorlieb nehmen musst. Unser Sunnyboy hier fliegt zurück."
Dave beugte sich nach vorne und stupste Nick an. "Das hat aber jetzt nicht was mit einer gewissen Tenille zu tun, oder?" Nick's Gesichtsfarbe wechselte sofort zu einem Hummerrot und alle am Tisch grinsten los.
"Naja, jetzt haben wir noch ein paar Tage frei und ich würde gerne noch etwas Zeit mit ihr verbringen, um sie näher kennenzulernen", nuschelte er fast.
"Das freut mich für dich Nick. Und die Zweite Planänderung?"
"Hast du Bock noch ein paar Tage bei Estelle zu verbringen? Wenn nicht, ist es nicht schlimm. Dann fahren wir beide sofort weiter."
Tami schluckte kurz. "Ich würde sehr gerne bei Estelle bleiben, aber ich hoffe, dass Jon nichts dagegen hat, wenn ich einfach so mitkomme."
"Ich habe nichts dagegen", grummelte Jon, der hinter ihr erschienen war. Er hatte sich die Kapuze seines Hoodies tief ins Gesicht gezogen und platzierte sich neben Dave.
"Ok, danke", kam von Tami, die kurz aufstand, um sich vom Buffett noch etwas zu holen.
"Der letzte Whiskey war wohl gestern schlecht. Mein Gott Alter, siehst du Scheiße aus", meinte Dave. Jon machte murrende Geräusche, nahm sich eine Tasse, die auf dem Tisch stand und schüttete sich einen Kaffee ein.
"Mein Schädel fühlt sich an, als wäre eine Dampflok drübergefahren."
"Ja, ja, der Alkohol. Böses Zeug. Vor allen Dingen werden manche Leute da echt redselig", flüsterte Dave und grinste ihn an. Jons Kopf fuhr ruckartig zu ich, was er sofort bereute. "Fuck. Können wir das mit dem Töten dann bitte auf nächste Woche verschieben", stöhnte er und hielt sich eine Hand an die Stirn.
"Hey, nun pass mal auf. Wahrscheinlich hast du gestern zum ersten Mal so ehrlich wie noch nie geredet. Ich weis, dass Tami dich mag und es ist schliesslich nicht meine Sache. Aber verletze sie nicht, ok."
Jon sah ihn nur an und schüttelte langsam den Kopf. Zu mehr war er auch gar nicht im stande.
"Ich schätze mal, dass ich dann bis Estelle durchfahren werde." Colby beschmiss ihn mit einer Serviette.
"Bitte, ich wäre dir sehr dankbar. Ich mache es auch wieder gut."
Dave, Nick und Colby lachten laut los. Nach dem Frühstück verabschiedete Tami sich von Dave und Randy und stieg dann neben Colby auf die Beifahrerseite, während Jon sich auf die Rückbank legte. Noch keine fünf Minuten später war er eingeschlafen.
"Er schläft. Ich denke mal, dass wir von ihm nicht sehr viel mitkriegen werden. Wie fandest du die Hochzeit?", plapperte sie nun drauflos.
"Prima. Claire und Mark sahen einfach toll aus und ich muss dir sagen, dass dein Essen sehr lecker war."
"Danke. Ich hatte echt ein wenig Angst. Es ist ja schon eine Weile her, dass ich gekocht habe."
"Gehst du eigentlich ins Grace zurück, wenn du wieder ganz genesen bist?"
"Aber sicher. Die Verrückten da warten schon regelrecht auf mich. Und ich vermisse das Team unendlich."
"Das ist auch gut, wenn man sich versteht. Ich bin auch froh, dass wir uns alle so gut verstehen. Die Arbeit würde sicher leiden, wenn das anders wäre."
"Glaub ich auch. Vor allendingen könnt ihr froh sein, dass eure Chefetage so locker drauf ist."
Colby nickte zustimmend.
"Sag mal, wie alt ist Estelle eigentlich?"
"Zweiundachtzig"
"Wow, stolzes Alter. Sie sieht überhaupt nicht danach aus."
"Ihr Gemecker hält sie fit", antwortete er lachend. Dreimal hielten sie an einer Tankstelle. Zweimal, um sich die Beine zu vertreten und beim anderen Mal hatte Jon beschlossen, sich den Alkohol von gestern nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Leichenblass schmiss er sich sofort wieder auf die Rückbank und schlief sofort wieder ein. Gegen Nachmittag fuhren sie vor Estelles Haus vor und die alte Lady, die mit ihrer Freundin Rachel auf der Veranda saß, winkte ihnen schon von weitem zu.
"Hallo, ihr Drei. Da seid ihr ja wieder. Ach, du meine Güte. Dave hat mir am Telefon ja schon geschildert, dass es dir nicht gut geht, aber das du aussiehst, als hätte man dich durch den Fleischwolf gedreht, hat er nicht erwähnt."
"Danke Granny, du bist wieder sehr aufmunternd", kam leise von ihm und er zog sie in die Arme. Dann begrüßten sie Rachel und gingen gemeinsam ins Haus. Tami bezog wieder das Zimmer im Untergeschoß und stellte sich erst einmal unter die Dusche. In Haremshose und Hoodie bekleidet, betrat sie die Küche und Estelle sah sie an.
"So ist recht. In bequemen Sachen kann man die Seele baumeln lassen. Setz dich schon, dass Essen ist gleich fertig."
"Wo ist Jon?" Sie sah zu Colby, der die Treppe runterkam.
"Den werden wir wohl heute nicht mehr sehen. Das Duschen hat er im Sitzen vollzogen, weil ihm so schlecht ist. Jetzt schläft er wieder", antwortete er grinsend.
Estelle stellte den Kartoffelauflauf auf den Tisch und verteilte ihn auf die Teller. Tami langte kräftig zu. "Der ist super, Estelle."
"Du als Köchin musst es ja wissen. Aber sagt mal, wieviel hat er getrunken? Er sieht ja wirklich grausig aus"
"Viel zu Viel", meinte Colby schmunzelnd.
Die Hintertüre ging auf und ein Mann betrat den Raum. "Guten Abend Zusammen", rief er.
"Hi Doc. Tami, das ist Steve, unser Tierarzt. Doc, das ist Tami." Steve begrüßte Tami mit einem Handschlag. Dann umarmte er Colby.
"Ich war gerade bei Milly. Es sieht alles gut aus. Ich schätze mal, sie schafft es alleine."
"Wer ist Milly?", wollte Tami neugierig wissen.
"Unsere Sau. Sie ist trächtig und wir erwarten heute oder morgen die Ferkel."
"Ach, wie niedlich."
"Nimmst du mich gleich mit runter in die Stadt Steve. Ich würde gerne Leslie in ihrer Bar einen Besuch abstatten. Wenn ich es nicht mache, dann kriege ich Ärger", fragte Colby und Steve nickte.
Heute konnte Estelle Tami nicht davon abbringen, beim Abwasch zu helfen und so standen die beiden Frauen jetzt an der Spüle.
"Wie war es in Las Vegas. Dave hat mir am Telefon erzählt, dass Mark geheiratet hat."
"Es war wunderschön. Claire sah einfach atemberaubend aus. Die beiden passen aber auch perfekt zusammen."
Estelle nickte. "Das stimmt. Ich habe die beiden kennengelernt, als ich Jon in Tampa besucht habe. Die Leute sind alle sehr nett, aber mit diesem Sport kann ich mich so gar nicht anfreunden. Ich bin fast gestorben, als ich Jon durch den Ring fliegen sah." Kurz schüttelte sie sich.
"Mir ist auch immer mulmig, wenn ich Dave dort sehe. Aber schliesslich haben sie jahrelang trainiert und wissen, was sie tun."
"Magst du gleich mit mir in den Stall rüber. Ich möchte es noch ein wenig abdichten, denn ich denke, dass es heute Abend sehr kalt wird. Die Tiere sind es eigentlich gewohnt, aber irgendwie habe ich immer ein schlechtes Gewissen."
"Gerne"
Estelle ging zur Abstellkammer, packte ein paar Decken zusammen hakte sich dann bei Tami unter. Sie mussten die kleine Verandatreppe runter und gingen dann zirka fünfzig Meter bis zum Schweinestall. Als Estelle die Türe öffnete, wurden sie schon mit lautem Grunzen begrüßt. Tami, die keine Berührungsängste hatte, ging sofort zu den Tieren und streichelte sie. Estelle legte sich das Stroh zurecht und platzierte die Decken vor den Türen, damit es nicht so zog. Dann kam sie zu Milly in den Stall und klopfte der Sau leicht auf den Bauch. "Na Milly, schaffen wir es heute?"
"Du gehst echt toll mit ihnen um", meinte Tami.
"Mein Mann und ich hatten schon immer Tiere. Früher gab es hier noch Pferde und einen Stier. Aber nach dem Tod meines Mannes, habe ich sie verkauft, da die Arbeit dann doch zu schwer wurde. Aber von den Schweinen und Hühnern kann ich mich nicht trennen."
"Du bist echt fit für dein Alter. Das muss ich dir echt mal sagen."
"Dankeschön. Sag das mal meinem Enkel. Er hat mir schon angeboten, dass ich zu ihm nach Tampa ziehen soll. Zuerst habe ich auch zugestimmt und wir hatten schon ein Seniorenheim gefunden, wo ich mein eigenes Reich hätte, aber trotzdem immer Hilfe bekomme, wenn ich welche brauche. Aber Alte Bäume verpflanzt man einfach nicht."
"Das stimmt schon. Aber Jon macht sich sicher nur Sorgen um dich."
"Das will ich ja wohl hoffen.", meinte sie lachend. Tami zog sich die Kapuze vom Hoodie über den Kopf. Estele sah, dass sie zitterte. "Am besten gehen wir wieder rein. Nachher liegen wir noch flach."
"Ich glaube, du hast recht", antwortete Tami. Wieder in der Küche angekommen, tranken die beiden noch einen Tee zusammen und verabschiedeten sich dann zur Nachtruhe. Gegen Zwei Uhr wurde Tami wach, weil sie lautes Quieken hörte. Sie schloss wieder die Augen, doch an Schlaf war nicht mehr zu denken. Langsam stieg sie aus dem Bett, zog sich eine Jacke über den Pyjama und ging durch den Hinterausgang Richtung Stall. An der Türe hörte sie Jon mit Milly reden. "Das machst du gut, Dicke. Zwei hast du schon geschafft." Kurz klopfte Tami und betrat dann den Stall.
"Konntest du auch nicht schlafen?"
Er schüttelte den Kopf. "Ich glaube, ich habe genug geschlafen. Ausserdem konnte ich nicht hören, wie die arme Milly sich hier alleine quält. Schau mal. Zwei Ferkel sind schon da."
Tami ging neben Jon in die Hocke und starrte auf die kleinen Ferkel. "Niedlich" Sanft strich sie der Sau über den Kopf. "Toll Milly. Deine Babys sind echt hübsch."
Die Türe ging erneut auf und Colby betrat mit einer Kanne Kaffee und Bechern den Raum. "Oh, du bist auch hier Tami. Ich dachte mir, unser Geburtshelfer braucht Kaffee." Jon griff nach der Kanne und schüttete sich sofort eine Tasse ein. "Dank dir Kumpel. Aber ihr solltet wieder ins Bett. Es ist schweinekalt."
Colby nickte und sah dann zu Tami. "Ich würde gerne noch etwas bleiben."
"Dann leg dich aber in den Schlafsack", kam von Jon. Colby lächelte ihr zu und ging dann ins Haus zurück. Tami krabbelte in den Schlafsack, drehte sich auf den Bauch und beobachtete Milly, die mittlerweile ein drittes Junge zur Welt gebrachte hatte. Jon hockte neben ihr und irgendwann fing er an zu zittern.
"Es ist heute echt kalt" Tami griff nach seine Hand, die eiskalt war.
"Das kannst du laut sagen."
Tami öffnete den Schlafsack und hob ihn an. "Los komm, bevor du noch erfrierst." Jon schluckte schwer. "Es geht schon."
"Nun spiel nicht den Helden. Rein hier. Ich beiße auch nicht."
Langsam rutschte Jon zu ihr rüber und stieg in den Schlafsack, den er dann zuzog. Sein Herz raste, als er ihren warmen Körper an seinem spürte und er ihren Geruch einsog. Stumm lag er neben ihr und er rührte sich keinen Millimeter. Irgendwann lachte Tami auf und er sah sie verwirrt an.
"Warum lachst du?"
Tami drehte sich leicht zu ihm und strich ihm eine Strähne vom Pony hinter sein Ohr. "Gestern Abend warst du eindeutig redseliger." Jon schluckte erneut, doch er sagte keinen Ton und sah sie nur fragend an.
"Jedes einzelne Wort." Tami ging nah an sein Gesicht und ihre Lippen berührten leicht seinen linken Mundwinkel. "Ich dich auch Jonathan Lee Good", hauchte sie nur. Dann stupste sie sanft mit der Zunge gegen seine Lippen.
"Verdammt, ich trinke nie wieder Whiskey", zischte Jon, bevor er ihr Einlass gewährte. Leicht drehte er sich im Schlafsack, sodass er halb über ihr lag und tauchte tief in ihre Mundhöhle. Tamis Hände wanderten über seinen Rücken bis zu seinem Hintern, um ihn eng an sich zu ziehen. Jon entwich ein Stöhnen. Er löste sich von ihr und leckte mit der Zunge ihren Hals entlang. Sanft biss er ihr ins Schlüsselbein, worauf Tami kurz aufzuckte. Sie schlang ihre Arme um ihn. "Heute entkommst du mir nicht Good."
Er küsste ihre Stirn und sah sie dann an. "Das will ich auch gar nicht. Den Fehler mache ich nicht noch mal. Tut mir echt leid, dass ich dich so weggestossen habe." Sie ging mit den Fingern leicht durch seine Haare, griff ihm an den Hinterkopf und legte ihre Lippen wieder auf Hände wanderten unter seinen Pullover und als sie sie seinen nackten muskulösen Oberköper berührte, erhöhte Jon den Druck mit seinen Lippen. "Ich will, dass du mich berührst Jon. Ich warte schon so lange darauf," raunte sie ihm ins Ohr. Er tauchte wieder in ihre Mundhöhle und öffnete ihre Jacke. Langsam schob er ihr Pyjamaoberteil nach oben und wanderte mit seiner Hand ihren Bauch entlang. Als er ihre Brust berührte, stöhnte Jon ihr in den Mund. "Wir sollten doch lieber aufhören, ansonsten kann ich für nichts garantieren."
Tami grinste ihn an. "Du bist aber leicht aus der Fassung zu bringen. Na gut, aber beim nächsten Mal kommst du mir nicht so leicht davon."
"Du bist echt ein verrücktes Huhn." Er schloss wieder ihre Jacke, zog sie dann eng an sich und irgendwann schliefen sie beide ein.
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"Guten Morgen, ihr Schlafmützen", brüllte Colby am nächsten Morgen und die beiden fuhren erschrocken hoch.
"Morgen", gähnte Tami, pellte sich aus dem Schlafsack und schaute auf das Stroh. "Wow, fünf Stück, stolze Leistung Milly."
Jon erschien hinter ihr, umfasste ihre Hüfte und drückte ihr einen Kuss auf den Nacken. Colby betrachtete seine beiden Freunde mit einem Lächeln. Als Jon ihn ansah, zwinkerte er ihm zu.
"Estelle hat schon Frühstück gemacht. Ich fahre sie dann gleich in die Stadt zum Frisör und zum Einkaufen."
"Das kann ich doch machen, Colb."
"Nein, ich habe Leslie versprochen mit ihr gemeinsam Mittag zu essen. Sie glaubt ja, dass ich mich die nächsten Monate nicht mehr blicken lasse", antwortete Colby lachend. Die drei gingen ins Haus, wo Estelle sie schon erwartete.
"Fünf Granny"
"Ja, ich habe es heute morgen schon gesehen. Ich wollte euch zwei nicht aufwecken", kam fröhlich von ihr und Tami lief rot an. Der Gedanke, dass Estelle sie gemeinsam im Schlafsack gesehen hatte, war ihr sehr unangenehm. Estelle spürte ihre Unsicherheit und rieb ihr über den Arm.
"Kein Grund rot zu werden Kindchen. Ich freue mich ja, dass Jon endlich mal etwas anständiges erwischt hat."
"Granny!"
"Ja, was denn?"
Jon setzte sich an den Tisch, griff zu den Pfannkuchen und stopfte sich das Erste Stück grummelnd in den Mund. Tami nahm unter dem Tisch seine freie Hand und drückte sie, während sie ihm ein Lächeln zuwarf. Estelle protestierte lautstark, doch Tami hatte nach dem Essen gesagt, dass sie sich aus dem Staub machen sollte und sie den Abwasch übernehmen würde. So packte die alte Dame ihre Tasche und verliess dann mit Colby am Arm das Haus. Jon stellte die letzten Teller in den Schrank und warf das Handtuch in den Korb, der neben der Türe stand. Tami, die mit dem Rücken zum Küchentisch stand erschrak, als er auf sie zu kam, sie gegen den Tisch drückte und sie stürmisch küsste. Ihr Arme schlangen sich um seinen Hals und so konnte Jon sie Spielend hochheben. Ohne sich von ihr zu lösen, ging er mit ihr zu ihrem Zimmer, drückte die Türe mit der rechten Hand auf, sah sie schelmisch an und schloss mit einem lauten Knall die Türe.
