Kapitel 11: After all this time? Always

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Hermine war froh das er da war, zwar verwirrte sie das noch mehr, aber sie versuchte komplett alles auszuschalten, was mit Gefühlen zu tun hatte. Wie sie schnell bemerkte war es nicht ihre Stärke. Sie fühlte sich geborgen und hatte für diesen kurzen Moment keine Angst mehr. Langsam versiegten die Tränen und sie entspannte sich und schloss die Augen, schlief aber nicht richtig. Trotzdem schreckte sie hoch, als Snape sich bewegte. Er hatte seine Augen geschlossen und sie hörte seinen regelmäßigen Atem. Er schlief. Ihr Blick ruhte auf seinem Gesicht. Wie friedlich ein Mensch doch aussehen konnte wenn er schlief. Wäre sie eine Fremde würde sie Snape nicht zutrauen etwas Böses zu tun. Sie setzte sich auf ihr Knie, um ihn genauer betrachten zu können. Ihre Decke verrutschte leicht dabei. Sein Gesicht wirkte eine Faszination auf sie aus und sie wollte es berühre. Der Drang in ihr wuchs, als wäre er etwas Unglaubliches. Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, berührte sie seine Wange und ließ ihre Finger darüber wandern. Sie spürte kleine Narben, die eigentlich nie sichtbar gewesen waren. Seine Haut war rau und doch weich. Als ihre Finger sein Gesicht abtasteten merkte sie viele dieser kleinen Narben, für das Auge nicht sichtbar und doch fühlbar. Er war vom Krieg gezeichnet, mehr als alle anderen. Sanft wanderten ihre Finger über seine Lippen und sie spürte wie er zusammenzuckte. Sie erschreckte und zog schnell ihre Finger zurück. Er hatte nur so getan als ob er schlafen würde! Sie lehnte sich zurück und schaute ihn an, er war wirklich ein grandioser Schauspieler, doch die Reaktionen eines Körpers konnten nicht lügen. Eigentlich sollte ihr die Situation peinlich sein, war sie aber nicht für sie. Vielleicht weil sie ihren Professor vertraute. Sie wusste es nicht genau. ,, Ich weiß das Sie wach sind´´ , meinte sie nüchtern. Er richtete sich neben ihr auf, so das er wieder grade saß. ,, Ich wollte Sie nicht stören´´, erwiderte er ein wenig fragend. ,, Haben Sie nicht´´. ,, Ich werde mich dazu nicht äußern, Granger´´, sagte er bestimmt, so als wollte er etwas erfahren. Elegant stand er auf und richtete seine Robe penibel. Wieso konnte er nicht einfach fragen, was er wissen wollte? ,, Was wollen Sie Sir?´´. Sie schien einen Nerv bei ihn getroffen zu haben, denn er schaute sie mit einem Blick, den sie ihn nie zugetraut hätte. Er war beinahe ängstlich. Kurze Zeit später hatte er sich wieder gefasst und seine Gesichtszüge wurden hart und sein Blick eisig. ,, Das geht Sie nichts an!´´, zischte er und stürmte aus der Station.

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Was war bloß los mit ihm? Was tat sie mit ihm? Er wollte das alles nicht. Er hatte sich Lily auf ewig versprochen, hatte sich versprochen nie wieder für jemanden zu fühlen und nun kam dieses Mädchen und er wusste nicht was sie mit ihm tat. Er wollte sie in seiner Nähe und wollte ihre Nähe spüren. So wie vor wenigen Augenblicken, als ihre Finger so sanft über sein Gesicht geglitten waren. Es war falsch, so als würde er Lily hintergehen. Snape stürmte in sein Büro und schmiss das erste was in Reichweite war gegen die Wand, wo die Phiole zersprang. Glas regnete von der Wand hinab. Er ging zu seinem Schreibtisch und durchwühlte die Schubladen. Irgendwo musste sie doch sein. Eine halbvolle Flasche Whiskey, bei der er sich nicht Mühe machte sich ein Glas zu holen und die Flasche ansetzte. Bitter spürte er die Flüssigkeit seinen Hals runterrinnen. Viel zu schnell war sie leer und war der nächste Gegenstand der an die Wand flog. Als auch die Flasche an der Wand mit einen Klirren auseinander barste, fiel im etwas ein und er rannte zu einem Regal mit Büchern. Wenn er sich recht erinnerte musste es hier sein. Das Buch das Dumbledore ihn überlassen hatte, welches voller schwarzer Magie steckte, von der viele nicht wussten, dass sie überhaupt existierte. Ein Ritual hatte ihn schon immer interessiert, einer der schwärzten, die es gab. Ironischer Weise brauchte es nicht fiel für die Beschwörung. Endlich fand es das Buch zwischen zwei Büchern, die er von Lord Voldemort bekommen hatte, welch Ironie, und schlug die bereits markierte Seite auf. Tot. Das war der Titel des Rituals. Er stellte die vier Kerzen neben seinen Schreibtisch in einem Kreis auf und in der Mitte ein Foto von ihr. Leise murmelte er die Beschwörungsformel und er bemerkte wie sich ein feiner goldener Faden zwischen den Kerzen bildete. Eine unheimliche Kraft durchfloss seine Adern und schwirrte durch die Luft. Die Flammen der Kerzen um ihn herum wurden größer und wilder. Ein leichter Wirbel heißer Luft umgab ihn. Kaum murmelte er die letzten Worte legte sich die heiße Luft und die Flammen schrumpften. Und dort sah er sie in der Mitte stehen anstatt des Bildes. Es hatte funktioniert. Lily war hier. Ihre schemenhafte Gestalt stand tatsächlich in der Mitte seines Büros. Die Schatten der Kerzen schienen sich mit ihr zu verschmelzen. ,, Lily´´, flüsterte er und wollte zu ihr treten, doch etwas störte ihn. Eine Barriere, die er nicht übertreten konnte. ,, Severus ?´´ , fragte sie entsetzt und drehte sich um , ,, Was? Was tue ich hier?´´. Ihr Blick war verwirrt. Sie schaute sich in den Raum um. ,, Es tut mir so leid. Ich konnte nicht anders´´, er fühlte sich so schwach das er sich an einem Regal halten musste. Da stand sie wenige Meter entfernt vor ihm und trotzdem war sie so unnahbar wie immer. ,, Severus? Bitte sag mir dass du es nicht getan hast! Du weißt was alles dabei passieren kann´´, die Verzweiflung stand ihr in das Gesicht geschrieben als ihr Blick auf das Buch fiel, welches aufgeschlagen auf den Boden lag. Verflucht! Er musste es fallen gelassen haben. ,, Doch ich habe es getan, aber ich werde dich wieder gehen lassen. Ich musste einfach. Du hast dich nicht verändert´´, er konnte seine Gedanken kaum in Worte fassen und hob seine Hand um über ihr noch so junges Gesicht zu fahren, doch auch seine Hand wurde von der Barriere gestoppt ,, Wie sollte ich auch? Ich bin tot. Ich gehöre nicht hierhin und so leid es mir tut, auch nicht an deine Seite. Was quält dich so sehr das du mein Geist beschwörst?´´, fragte sie grade heraus. Er kannte diesen Ton. Sie war sauer. Enttäuscht ließ er seine Hand sinken. Ihm war sein Leid in das Gesicht geschrieben. So viele Jahre wollte er sie wiedersehen, mit ihr reden und er hatte immer der Versuchung widerstanden. ,, Weißt du noch, dass ich dir sagte, ich würde nie aufhören dich zu lieben? Ich werde es nicht Lily, aber dieses Mädchen…´´, ließ er seine Worte im Raum stehen und fuhr sich verzweifelt durch die Haare. ,, Nach all der Zeit, Severus?´´, fragte sie gequält, denn sie hatte nie mit seiner Liebe zu ihr umgehen können und scheinbar schmerzte sie es immer noch, dass er darunter leiden musste . ,, Immer´´, kam seine Antwort leise. Es war dieselbe Frage die Albus ihn damals gestellt hatte. Die Antwort war gleich geblieben. ,, Du interessierst dich für jemanden und willst es nicht zulassen wegen mir? Ich bitte dich gib mir ein neues Versprechen. Lass mich gehen. In deinem Herzen, sowie auch hier. Beides schadet dir´´, verlangte sie und trat an das andere Ende der Barriere. ,, Lily, dich gehen lassen?´´, seine Verzweiflung war nicht mehr zu überhören. ,, Versprich es mir ´´, bat sie und schaute fordernd in seine Augen. Bei Merlin, diese Augen! ,, Ich kann dir nicht versprechen dich nicht zu lieben !´´, stieß er hervor und wirbelte nervös von ihr weg. Diese nicht vorhandene Nähe! Er konnte es nicht aushalten. Nicht nur die Situation verlangte viel von ihm, auch den Zauber zu halten war eine reine Anstrengung und forderte unendlich viel Kraft. Er spürte wie das dunkle was sein Körper durchzog etwas forderte. Seine Kraft. Seine Lebensenergie. Seine Seele. ,, Verschließe nicht dein Herz, wegen mir. Versprich es und nun lass mich gehen´´, forderte sie lautstark und er gewehrte ihr, er konnte nicht anders, doch es fiel ihm nicht einfach:,, Ich verspreche es dir´´, sprach er und ließ den Zauber fallen, sie verschwand und die Kerzen erloschen. Die einzige Lichtquelle war das Foto von Lily das in der Mitte des Kreises brannte. Er sackte an der Wand entlang zusammen. Er kämpfte gegen die Ohnmacht an, die sich deutlich anbahnte. Er spürte wie die Dunkelheit seinen Körper verlassen hatte, doch sie hatte nicht viel zurückgelassen. Er wollte nicht ihr Bild vergessen, das noch so frisch war. Er wollte nicht schwach werden, denn es fühlte sich so an als ob er nie wieder kämpfen könnte, wenn er es jetzt nicht tun würde. Aufgeben war keine Alternative. Er rappelte sich langsam auf und spürte direkten Schwindel, gefolgt vom Gefühl von Schwäche. Er schleppte seinen Körper das Regal entlang zu seinem Labor, sicher waren dort noch Tränke, die ihm helfen konnte. Hastig ging er die Beschriftungen durch. `` Stärkungstrank´´. Es würde zwar nicht genügen, aber helfen. Mit einem gekonnten Handgriff entfernte er den Korken und schluckte die süße Flüssigkeit hinunter. Tatsächlich vernahm er einen Unterschied, die Schwäche ließ nach und seine Beine fühlten sich nicht mehr so an, als würden sie jeden Moment zusammenbrechen. Er ging in das Wohnzimmer und räumte die Kerzen wieder weg. Falls er doch zusammensinken würde, würde man nach ihm suchen und er wollte nicht dass jemand davon erfuhr. Lily. Wieso verlangte sie so etwas von ihm. Sie wusste, das er fast immer alles getan hatte was sie wollte. Nie hatte er ihr einen Wunsch abschlagen können. Auch diesen nicht. Er würde sich nicht länger vor den Gefühlen verschließen, die neu auf ihn zukamen. Falls es weiterhin so war. Gleich sein Vorhaben umsetzen wollend, wollte er wieder in den Krankenflügel und sich um Granger kümmern. Es war schließlich seine Schuld dass es ihr nicht besser ging. Sein Trank hatte ihr nicht geholfen, sondern die Situation noch verschlechtert, das wusste er genau. Er kannte die Nebenwirkungen bei Tränken, die nicht richtig zubereitet waren. Wenn sie Pech hatte, würde sie die Station tagelang nicht verlassen können und die Vorentscheidung für den Wettbewerb würde schon in wenigen Tagen stattfinden. Als er sich aufmachen wollte, wusste er nicht sicher, ob es richtig war was er im Begriff war zu tun. Seine Unsicherheit vertreiben, griff er nach seinem Umhang und hetzte die Treppen hoch. Kurz vor der großen Tür hielt er an. Er war beinahe gerannt. Sein Herz raste. Leise öffnete er die Doppeltür, um Granger nicht zu wecken. Sie lag auf ihrem Bett und schlief. Er durchschritt den Raum und setzte sich auf den Stuhl neben ihren Bett. Sein Kopf wurde immer schwerer und er legte ihn auf ihrem Bett und gab sich seiner Schwäche hin.