Hey...da bin ich wieder und wollte mal fragen, wie euch meine Geschichte so gefällt!? Würde mich echt wahnsinnig über den einen oder anderen Kommentar freuen um zu wissen, wie meine Geschichte bei euch ankommt.
und jetzt viel Spaß, bussi bella_isa91
„Hermione? Alles OK mit dir?" Ginny musterte ihre Freundin scharfsinnig, welche lustlos in ihrem Frühstück herumstocherte und dabei etwas nervös wirkte. „Du siehst so aus, als hättest du ein Gespenst gesehen…wobei, das ist hier auch gar nicht so ungewöhnlich." Die Rothaarige kicherte. „Nein, ernsthaft, warum siehst du die ganze Zeit zum Slytherintisch?"
„Was? Tu' ich doch gar nicht. Ich…keine Ahnung. Hab' nicht so gut geschlafen, das ist alles." Hermione fuhr sich durch ihre verstrubbelten Haare und füllte sich Kürbissaft in den Becher. „Wo bleiben Harry und Ron? Ich hab noch ihre Aufsätze. Hab die halbe Nacht dafür gebraucht."
„Ich glaube die schlafen noch. Hermione, du musst aufhören, ihnen die Hausaufgaben zu machen und das auch noch, wenn du genug andere Sachen zu tun hast. Das müssen die Zwei verstehen. Und außerdem werden sie die Prüfungen nie bestehen, wenn du ihnen alles korrigierst!"
„Ich weiß! Aber ich will doch nicht dass sie durchfallen. Und so schlimm ist das auch gar nicht. Aber versprochen, ab heute werde ich nicht mehr alles für sie machen. Zufrieden?"
„Das bin ich erst, wenn du dich daran hältst." Ginny lächelte. „Morgen beginnen die Auswahlspiele. Und wie du weißt, haben Ron und Harry natürlich nichts anderes im Kopf. Du musst mir versprechen, dass du dich nicht weichklopfen lassen wirst. Wir andern Quiddichspieler müssen doch auch selbst schauen, wo wir bleiben."
„Ist ja schon gut Ginny, ich hab's verstanden." Hermione blickte auf, als Professor McGonagal sich näherte und auf sie zukam.
„Guten Morgen Miss Granger. Dürfte ich Sie bitten, gleich nach dem Frühstück mein Büro aufzusuchen? Wir haben etwas zu besprechen. Und sollte Mister Malfoy hier auftauchen, bringen Sie ihn doch bitte mit."
„Natürlich Professor. Ich werde mich beeilen." Hermione sah ihrer Lehrerin hinterher, als diese schnurstracks die große Halle verließ. Was es wohl so wichtiges zu besprechen gab? Sie und Malfoy hatten bereits die Pläne für die Gangaufsicht erhalten und auch über die Halloweenparty sowie die Ausflüge nach Hogsmead wurden sie informiert. Was also war noch so wichtig? Hastig schlang Hermione ihr Essen hinunter um Professor McGonagall nicht lange warten zu lassen.
„Was glaubst du, will sie von euch?" Ginny sah sie fragend an.
„Ich hab keine Ahnung, aber gleich werde ich es erfahren. Ohne Malfoy zum Glück." Sie sah sich nochmal in der großen Halle um. Von ihrem unfreiwilligen Kollegen war weit und breit nichts zu sehen. Aber das war ihr auch ganz recht so. Nach diesem…nun…peinlichen…eigenartigen…angsteinflößenden Zusammentreffen am frühen Morgen, wollte sie es wenn möglich vermeiden, ihm über den Weg zu laufen.
„Bestimmt wird die ganze Arbeit an dir hängen bleiben, weil dein…werter Kollege…sich zu schön ist."
„Nun, dafür habe ich ihn dann nicht an der Backe. Ich muss jetzt los. Wir sehen uns zum Mittagessen?" Hermione packte ihre Bücher und stand auf.
„Natürlich. Wir sehen uns."
Und so verließ Hermione eilends die Halle und machte sich auf den Weg zu Professor McGonagals Büro.
HPHPHPHPHPHPHPHP
„Wo warst du so lange? Wir dachten schon, du würdest den Unterricht versäumen. Ginny sagte, du hättest unsere Arbeiten?" Ron sah Hermione fragend an, als die drei das Klassenzimmer betraten und sich fluchtartig in die letzte Reihe verzogen. Verteidigung gegen die dunklen Künste, und das ausgerechnet mit Severus Snape. Das konnte ja nichts Gutes bedeuten.
„Ja, keine Sorge, ich hab eure Hausarbeiten." Schnell zog sie ein paar Blätter Pergament hervor und reichte sie Harry und Ron. „Jetzt hofft darauf, dass Professor Slughorn nicht mitbekommt, dass ihr sie nicht allein gemacht habt. Und übrigens, das war das letzte Mal, dass ich das für euch übernommen hab. Ab heute erkläre ich mich bereit, eure Aufsätze durchzulesen, aber das war es dann auch schon."
„Ist schon gut Hermione." Harry ließ sich zwischen Ron und Hermione fallen. Er wusste aus Erfahrung, dass es so besser war. Denn somit hatten die Zwei wenigstens in den Unterrichtsstunden nicht die Gelegenheit miteinander zu streiten. „Und außerdem, Ron? Wolltest du Hermione nicht etwas sagen?"
„Was meinst…oh…ja, richtig…" Ron räusperte sich. „Tut mir Leid Hermione. Ab heute werde ich versuchen, nicht mehr so ungehobelt zu sein. Ich versprechs'!"
„Halb so wild Ron, aber ich hoffe für dich, du hältst dich wirklich daran, denn wir wissen ja beide, was es mit deinen Versprechungen auf sich hat."
„Nein ehrlich! Ich werde mich bemühen. Und ähm…Danke…für die Aufsätze!"
Harry drehte sich zu Hermione. „Aber jetzt sag schon. Wo warst du so lange? Normalerweise stehst du als eine der ersten vor dem Klassenzimmer, oder du frühstückst mit uns gemeinsam. Was hat dich aufgehalten?"
„Professor McGonagal hatte etwas mit mir zu besprechen. Es war wichtig, deswegen habe ich mich mit dem Frühstück beeilt und konnte nicht auf euch warten. Ihr wisst ja, Professor McGonagal hasst es, wenn sie lange warten muss."
„Etwas besprechen?" Ron wurde ganz Ohr. „Worum ging es denn?"
„Das werdet ihr noch früh genug erfahren. Zuerst muss ich darüber mit meinem…nun…werten Kollegen sprechen…der es nicht für nötig hielt, dieser Besprechung beizuwohnen. Und jetzt bleibt mir die lästige Aufgabe übrig, ihn über alles aufzuklären. So etwas ist einfach nur ärgerlich." Hermione merkte nicht einmal, dass sie sich in rage redete, als Ron sie unterbrach:
„Wenn man vom Teufel spricht."
Draco Malfoy betrat das Klassenzimmer und mit einem Male, fühlte Hermione sich unwohl. Als würde seine Anwesenheit ihr einen kalten Schauer über den Rücken jagen, so musste sie unweigerlich erzittern. Sie war nur froh, dass Harry neben ihr nichts weiter mitbekam. Ihr fiel auf, dass Malfoy sich umgezogen hatte, aber die Müdigkeit in seinen Augen konnte er nicht verbergen…sie wollte nicht wissen, was er die letzte Nacht getrieben hatte. Sie konnte keine weiteren Überlegungen anstellen, denn Professor Snape betrat den Raum und augenblicklich kehrte Ruhe ein. Es war ungewohnt ihren ehemaligen Lehrer für Zaubertränke, welcher stets in den dunklen Kerkern unterrichtet hatte, nun in einem mit Tageslicht durchfluteten Klassenzimmer zu sehen. Und auch hatte sich noch kaum einer daran gewöhnt, dass er Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichtete.
„Guten Morgen Klasse. Die Bücher brauchen Sie heute nicht. Wie ein paar von Ihnen vielleicht wissen, kann man ein Fach wie dieses…Niemals…aus Büchern lernen. Aber offenbar möchte das in manch einen Schädel nicht ganz durchdringen." Severus Snape sah Hermione dabei bewusst an. Sie war es gewohnt, Sticheleien seinerseits auf sich zu nehmen, war aber ganz froh darüber, dass sie die Meiste Zeit von ihm ignoriert wurde. Nicht so bei Harry. Dieser musste sich jede Stunde darauf gefasst machen, Beleidigungen entgegengeschleudert zu bekommen, genauso wie Neville. Sie hörte nur zu deutlich, wie die Slytherins hämisch lachten. Sie versuchten es nicht einmal zu verstecken, denn sie wussten, vor ihrem Hauslehrer konnten sie sich fast alle erlauben.
„Nun…" Snape ging vor seinem Pult auf und ab. Er liebte es, angsteinflößend und autoritär zu wirken. Er wusste genau, wie er Respekt von seinen Schülern bekam. „…Wie Sie vielleicht bereits wissen, wird in diesem Jahr außerordentlich viel, über das Phänomen Gedanken, Erinnerungen, Manipulation von Erinnerungen und Gedanken, sowie gewaltsames Eindringen in die Köpfe anderer und wie man sich davor schützt, über Träume und Liebe gelehrt. Da uns dafür nicht all zu viel Zeit bleibt und ich davon ausgehen kann, dass die meisten von Ihnen…nicht in der Lage sein werden mir auf Anhieb zu folgen…" sein Blick wanderte augenblicklich zu Harry und blieb dort hängen. „…werden wir mit dem Schwierigsten zuerst beginnen. Die Kunst der Legilimentik und Okklumentik."
Die Klasse schwieg und blickte teilweiße gebannt, teilweiße leicht verängstigt zu ihren neuen Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste empor.
„Wer kenn mir sagen, was es damit auf sich hat?" Professor Snape blickte in die Runde, um sich sein erstes Opfer zu suchen, welches sich irgendwo unter den Gryffindors befand. Doch zum Erstaunen aller, erhoben sich sofort Harry, Ron und Hermione's Hände in die Höhe.
„Oh sieh an, das…goldene Trio…glaubt etwas zu wissen? Nun gut…" Wieder blickte er zu Harry. „Longbottom! Aufstehen."
Zitternd erhob sich Neville in der Zweiten Reihe. „Ja…Sir?..."
„Da Sie zuvor ihr Buch aufgeschlagen hatten, nehme ich an, Sie haben bereits recherchiert, worum es sich dabei handelt. Wieso lassen Sie uns nicht alle daran teilhaben?"
„Ich...Sir…also…" Neville stammelte etwas hervor. Natürlich war allen klar, dass er die Antwort nicht wusste und natürlich war Professor Snape auch klar, dass kaum ein Schüler die Antwort darauf wissen konnte. Spaß hatte er dabei trotzdem.
„Herumgestammel zählt nicht Longbottom. 20 Punkte abzug für Gryffindor."
Zitternd setzte sich Neville wieder auf seinen Platz. Er hatte noch nie starke Nerven gehabt und das schon gar nicht in der Gegenwart von Professor Snape. Auch wenn r die Antwort gewusst hätte, er wäre nicht in der Lage gewesen, sie korrekt zu formulieren, da war sich Hermione sicher.
Ihre, Ron und Harrys Hand war immer noch in die Luft gestreckt, als Zeichen, dass sie die richtige Antwort wussten.
„Nun gut Potter. Ich möchte Ihnen einen Versuch gewähren. Vielleicht schlagen Sie sich besser als in Zaubertränke. Wäre doch zu schade, wenn Sie in noch einem Fach so miserabel wären." Snape's Lippen kräuselten sich zu einem boshaften Lächeln. Aber Harry war das egal. Er wusste die Antwort und das wiederum war Snape natürlich bewusst. Nun musste er aufpassen, nichts Falsches zu sagen und Snape die Genugtuung einer falschen Antwort zu liefern.
„Sir, unter Legilimentik versteht man das gewaltsame Eindringen und Lesen von Gedanken und Erinnerungen eines Menschen. Und mit Hilfe der Okklumentik kann man verhindern, dass jemand die eigenen Gedanken und Erinnerungen sieht." Harry war stolz und zufrieden mit sich. Er hatte es Snape gezeigt, doch merkte er auch, dass Snape's Blick immer spöttischer wurde und Hermione nur leicht den Kopf schüttelte.
„DAS, Mister Potter…ist vollkommen falsch."
„Wie bitte Sir? Ich…" Doch wurde Harry sofort unterbrochen.
„Mal wieder liefern Sie den Beweis dafür, dass Sie unwillig sind auch nur den Hauch einer Sache zu lernen, die ich Ihnen beibringen will." Gespant wechselte die gesamte Klasse Blicke zwischen Harry und Snape. „ Wie ich Ihnen schon einmal erklärt habe, handelt es sich bei Legilimentik nicht um Gedanken lesen, denn so nennen es die Muggel, die nichts darüber wissen. Der Menschliche Verstand ist kein offenes Buch in das man hineinschauen kann und zu einer beliebigen Seite blättern kann. Es handelt sich um das Eindringen in den Geist einer anderen Person. Somit ist es möglich Erinnerungen und Gedanken zu SEHEN. Mann hat es vor sich wie ein Schauspiel. Mann selbst ist Beobachter und bekommt mal kurze, mal lange Sequenzen zu sehen."
Harry brodelte innerlich. Das durfte doch nicht wahr sein. Natürlich war klar gewesen, dass Snape sich niemals würde zufrieden geben. Natürlich hatte er etwas zum Aussetzen.
„Und warum schreibt ihr nicht mit?" Snape's Stimme war immer lauter geworden. Eiligst wurden Tinte, Feder und Pergament hervorgeholt und mitgeschrieben. „Mann kann sich aber dagegen wappnen, indem man seinen Geist verschließt, nichts und niemanden hineinlässt und seine Gedanken und vor allem Gefühle stets unter Kontrolle hat. Gefühlsausbrüche sind dabei nicht sehr Hilfreich. Man muss sein Temperament im Zaum halten. Und diese TÄTIGKEIT nennt man Oklumentik. Es ist lediglich die Bezeichnung für das Verschließen des Geistes und nicht wie Potter sagt, die Hilfe dafür, dass man den Geist verschließen kann. Nochmal 20 Punkte Abzug für Gryffindore."
Ein Mädchen hob eilends die Hand. „Sir, wie verschließt man seinen Geist?"
„Dazu muss man in der Lage sein, seine Gedanken erst einmal zu ordnen, vor dem Schlafen gehen darf man an absolut gar nichts denken, denn wenn wir schlafen, sind wir am verwundbarsten. Hat man da seinen Geist nicht verschlossen, ist es ein leichtes in die Gedanken Einzudringen."
Die Federn kratzten laut über das Papier, als die eifrigen Schüler Wort für Wort niederschrieben, um ja auch nichts zu vergessen. Sie alle wussten, dass Snape wohl möglich einen Aufsatz darüber verlangen würde.
„Leider gibt es immer wieder Menschen, die es einfach nicht auf die Reihe bekommen, ihre Gedanken ruhen zu lassen. Ständig müssen sie grübeln und denken und können ihre Gefühle nicht verstecken. Diese Menschen sind…schwach. So etwas kann das Todesurteil sein, denn Gedanken können auch manipuliert oder gestohlen werden. Am einfachsten ist es seine Erinnerungen in…eine Art Kisten, Akten, wie auch immer zu verstauen. Weggeschlossen. Aber auch das ist nicht…jedermanns Sache."
Harry spürte, dass Snape ihn mit seinen Blicken durchbohrte, doch er wagte es nicht, aufzusehen. Stattdessen schrieb er alles auf, damit er diesmal Hermione nicht um Hilfe fragen musste. Und außerdem versuchte er innerlich ruhig zu bleiben. Snape suchte doch nur nach einem Grund, ihn nachsitzen zu lassen. Aber das würde Harry auf gar keinem Fall zulassen.
„Der Spruch, der bewirkt, dass man ungefragt in den Geist eines anderen eindringen kann, lautet legilimens. Aber auch wenn man diesen Spruch anwenden will, ist es notwendig seinen eigenen Geist zu verschließen. Nun gut, als Hausaufgabe schreiben Sie mir zwölf Fuß Pergament darüber, wie man Legilimentik und Okklumentig anwendet und den Sinn dahinter. Und des Weiteren möchte ich, dass ein Jeder von Ihnen eine Woche lang darüber Aufzeichnungen führt, wie er versucht, abends seinen Geist zu verschließen und auch ob Sie in dieser Woche Träume haben und wie intensiv diese sind."
Das klang nach einer ordentlichen Portion Arbeit. Sie hatten so schon genug für die anderen Fächer zu tun und jetzt auch noch das. Das Wochenende würde ein Jeder vergessen können. Und bestimmt mussten auch noch Nachtschichten eingelegt werden.
„Das ist doch irgendwie pervers oder?" zischelte Ron zu Harry und Hermione. „ Wir müssen unsere Träume aufschreiben und wie wir unsere Gedanken verschließen. Ist das nicht Privatsache?"
Auch Harry behagte dieser Gedanke ganz und gar nicht. Er erinnerte sich noch all zu gut an die Stunden mit Snape, als dieser gewaltsam in seine Gedanken eindrang und Fetzen seiner Erinnerungen sah. Das war demütigend genug. „Also mich reizt der Gedanke daran auch nicht besonders." Murmelte er.
Hermione seufzte. „Jedenfalls kann er uns so Tips geben, was wir besser machen können, wenn es nicht klappt. Vielleicht hat es ja auch Vorteile. Wir werden ja sehen."
Als es klingelte, verließen die Drei aufatmend den Klassenraum. Zwei Stunden Snape war eindeutig zu viel. Und so waren auch die anderen Gryffindors erleichtert, als endlich das erlösende Klingeln ertönte. Denn nun hatten sie für diesen Tag das Schlimmste hinter sich und konnten sich nun auf einen etwas angenehmeren Tag freuen.
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Langsam neigte sich der letzte Schultag vor dem Wochenende zu Ende und somit kam das Unausweichlicher immer näher. Hermione musste mit Malfoy reden und ihm mitteilen, was Professor McGonagal gesagt hatte. Das jedoch bereitete ihr keine Kopfschmerzen, nein, sie hatte auch vor, die Wogen etwas zu glätten. Sie wollte eine Art Waffenstillstand mit Draco Malfoy…einen vorübergehenden Waffenstillstand, damit sie miteinander arbeiten konnten. Sie waren mehr oder weniger gezwungen, miteinander in einem Turm zu wohnen und sie mussten gemeinsame Sache machen. Da war es doch nur klar ersichtlich, dass Anfeindungen die Sache nur noch komplizierter machen würden. Also beschloss die Hexe, heute mit ihrem Erzfeind und Kollegen zu reden…Sie hoffte, dass dies überhaupt möglich war.
Hermione betrat den gemeinsamen Turm und legte ihre Sachen ab. Sie hatte nicht erwartet, dass Malfoy schon da war. Doch dieser saß bereits vor dem Kamin und hielt ein Buch in der Hand. Jetzt wo sie ihn sah, zweifelte sie daran, dass er mit sich reden lassen würde und ihrem Vorschlag zustimmen würde. Bestimmt würde er sie wieder so bloßstellen wie heute Morgen und darauf hatte sie überhaupt keine Lust. Warum hatte sie sich keinen Plan zu Recht gelegt, was sie tun könnte, wenn dies noch einmal vorfallen sollte? Sie musste ihm doch irgendwie Konter geben können. Nochmal wollte sie nicht so überrumpelt werden. Doch es half alles nichts. Sie musste mit ihm reden und zwar jetzt. Also setzte sie sich mit Abstand neben Malfoy und räusperte sich.
Etwas genervt blickte Malfoy auf und ließ dabei sein Buch, welches er gerade gelesen hatte sinken.
„Ich…also…Professor McGonagal hat mich heute in ihr Büro gebeten und…"
„Was interessiert mich, dass du in ihr Büro gebeten wurdest?" Malfoy hob nur eine Augenbraue und blickte sie erwartungsvoll an.
„Es geht um unsere Aufgaben als Schulsprecher. Was glaubst du warum ich mich dazu herablasse mit dir zu reden?" fauchte Hermione und klang dabei wie eine fauchende Katze. Ihr Kater Krummbein hatte das natürlich mitbekommen und sprang sofort auf ihren Schoß. Ganz so, als ob er sein Herrchen vor irgendetwas beschützen wolle.
„Dann sag das doch gleich, anstatt meine wertvolle Zeit hier zu verschwenden." Malfoy verschränkte seine Arme. Es machte ihm spaß, sie auf die Palme zu bringen und ihr Gesicht zu sehen, wenn es sich vor Wut rot verfärbte. Doch diesmal blieb dieser Farbwechsel aus und Hermione atmete tief durch. Ganz so, als würde sie jeden Moment anfangen zu meditieren.
„OK. Hör mir jetzt bitte zu. Ich bin natürlich im Klaren, dass wir beide uns niemals auch nur ansatzweise verstehen werden und das hat nicht nur damit zu tun, dass wir aus verschiedenen Häusern kommen." OK, sie würde nun doch um eine Art Waffenstillstand bitten…ob das eine gute Idee war? Wobei sie hatte doch nichts zu verlieren. Ob noch etwas mehr Spott seinerseits oder nicht, machte da auch keinen Unterschied mehr. „Wir zwei, das sind zwei völlig verschiedene Welten…"
„Du meinst wohl zwei verschiedene Universen!" unterbrach sie Malfoy.
„Wie auch immer du es nennen magst. Jedenfalls sind wir gezwungen zusammen zu arbeiten und das über einen längeren Zeitraum hinweg. Wäre es da nicht leichter unsere Waffen…vorübergehend beiseite zu legen und die weiße Fahne zu schwenken?"
Wieder zog Malfoy nur eine Augenbraue hoch. Sie hatte von Anfang an gewusst, dass es keinen Sinn machte und könnte sich dafür ohrfeigen, es überhaupt versucht zu haben.
„OK, weißt du was? Vergiss es einfach. Wenn es dir spaß macht, dann bitte. Ist mir doch egal. Lass uns weiter wie kleine Kinder streiten und unsere Arbeit dabei vernachlässigen. Die anderen Schüler werden sicher begeistert sein. Wie konnte ich nur auf die Idee kommen, dass ich dir so etwas wie einen Waffenstillstand vorschlage?" Hermione wollte aufstehen, doch so weit kam sie nicht.
„Granger. Du lässt mir doch gar keine Zeit zu antworten. Ich weiß natürlich, dass du dich selbst gerne reden hörst, aber hast du dich schon mal gefragt, ob wir anderen dich auch gerne reden hören? Wohl eher nicht. Es ist schon bemerkenswert, wie schnell du dich wieder in meine Nähe traust!" Malfoy grinste hämisch und legte sein Buch beiseite.
„Ich hab keine Angst vor dir. Du bist doch nichts weiter, als ein armseliger kleiner Wicht, der nichts Besseres zu tun hat, als sich einer Gruppe von Gehirnlosen, kleinen…"
Doch Malfoy unterbrach sie. „Wie war das noch gleich mit dem Waffenstillstand? Ich dachte wirklich du benutzt deinen Kopf zum Denken. Aber anscheinend funktioniert das nicht so ganz, sonst wüsstest du sicher, dass es nicht ganz so klug wäre, so in meiner Gegenwart zu reden."
Hermione schluckte. Sie wusste einfach nicht, wie gefährlich Malfoy wirklich war. „Ich habe niemanden…davon erzählt, falls du darauf hinaus willst." Sie wollte sich nicht anmerken lassen, dass sie vielleicht doch größere Angst vor ihm hatte, als sie bereit war zuzugeben und so sah sie Malfoy mit festem Blick an. „Ich bin hier um mit dir vernünftig zu reden. Wir sind zwei erwachsene Personen und sollten uns auch so verhalten. Und möglicherweise kannst du ja für die wenigen paar Stunden darüber hinwegsehen, dass ich eine Muggelgeborene bin, so wie ich darüber hinwegsehen kann, dass du mich seit unserem ersten Jahr ununterbrochen beleidigt hast und dass du ein arrogantes Arschloch bist."
„Na dann sag doch endlich, was wir zu tun haben, damit wir es schnell hinter uns haben und ich mich wieder anderen Sachen widmen kann."
Die Hexe war etwas perplex. Sie hatte mit erheblichem Widerstand und bissigen Kommentaren gerechnet…aber bestimmt wollte auch er die Sache einfach nur schnell hinter sich bringen, um dann seine Ruhe zu haben. Aber auch so würden sie zum Ziel kommen. Und das war es ja, was sie wollte. „Nun…Dieses Jahr soll wieder ein Ball für uns Schüler stadtfinden. Da wir jedoch kein Trimagisches Turnier haben um dieses zum Thema machen zu können, sollen wir bestimmen, wann der Ball stadtfindet und welches Thema er beinhaltet…Wir…haben völlig frei Hand. Es könnte beispielsweise wieder ein Weihnachtsball sein oder ein Schulschlussball, ganz wie wir wollen. Und auch alle organisatorischen Sachen müssen wir übernehmen, wenn nötig mit etwas Hilfe der Vertrauensschüler."
„Hört sich ja ganz gut an. Und wenn wir von den Vertrauensschüler Hilfe bekommen ist das ja ein Klacks."
„Wir sollen das erledigen Malfoy! Also mach die Gedanken darüber und lass dir etwas einfallen. Und dann legen wir die wichtigsten Daten gemeinsam fest. Bist du damit einverstanden?"
Draco merkte, dass die Braunhaarige schon wieder auf 180 war und er hatte heute wirklich nicht den Nerv dafür auch noch einen richtigen Streit anzuzetteln. Eigentlich wollte er nichts Sehnlicheres mehr, als sich in Ruhe zu entspannen. Und er hatte auch keine Lust dazu, sich über irgendetwas Gedanken zu machen und sich dann mit Granger erneut hinzusetzen, um alles zu bereden. „Am besten wäre doch ein Winterball, zu Silvester. Da sind doch sowieso alle auf feiern aus und die meisten Schüler sind da auch schon wieder aus den Ferien zurück."
Hermione sah überrascht auf. „Das…ist eine gute…Idee…nun…es ist spät, ich…werde dann schlafen gehen." Hermione stand auf und sammelte ihre Sachen ein. „Ähm…gute…Nacht…" Ohne eine Antwort abzuwarten verschwand sie eiligst in Richtung Schlafsaal. Es war doch besser gelaufen als sie gedacht hatte. Damit hatte sie nun überhaupt nicht gerechnet. Viel wahrscheinlicher war doch gewesen, dass er sie wieder blöd anmachen würde und ihr Schimpfwörter an den Kopf knallen würde. Aber nein, es war ganz anders verlaufen. Holprig, aber besser. Jedoch war sie jetzt ganz froh, dass es so schnell vorüber war und sie nicht mehr Zeit als nötig mit ihm verbringen musste.
Hermione schloss die Tür und machte sich Bettfertig. Vorfreude machte sich in ihr breit. Freude auf den Ball, aber auch auf die Vorbereitung dafür. Das vierte Schuljahr war doch schon etwas länger her und sie hatte sich gewünscht wieder mal auf einen Ball zu gehen. Und ihr hübsches Kleid hatte sie natürlich auch noch. Und natürlich war sie auch gespannt darauf, wer sie dieses Jahr zum Ball einladen würde. Sie wusste, dass es nicht viele sein würden. Vielleicht zwei oder drei. Aber insgeheim hoffte sie sich, dass es vielleicht doch Ron sein würde, der sie fragen würde. Von Anfang an diesmal. Und nicht als letzte Rettung. Sie hatte lang darüber nachgedacht, was Ginny gesagt hatte. Ron würde auf sie stehen…konnte es wirklich sein? Verhielt er sich deshalb wie ein Vollidiot. Und hatte er sich deswegen heute zu einer Entschuldigung gerungen?
Schnell schlüpfte sie unter die warme Bettdecke und löschte das Licht. Morgen war auch noch Zeit zum Grübeln.
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watch?v=rx8VKe2Io2k (Ludovico Einaudi, Monday)
Hermione erwachte langsam aus ihrem Traum. Es war ein sanfter und wunderschöner Traum und sie fand es schade, dass sie plötzlich aufgewacht war. Nun konnte sie sich nicht mehr genau daran erinnern, was sie in ihrem Unterbewusstsein getan hatte. Sie sah noch immer ein Gesicht vor sich. Ein Gesicht welches sie nicht einordnen konnte aber glaubte schon mal gesehen zu haben. Und seine Hände. Sie spürte noch ganz deutlich seine Hände auf ihrer Wange, seine sanften Fingerspitzen. Hermione streckte sich und blickte sich in ihrem Schlafsaal um. Es war noch dunkel, einzig der helle Vollmond der durchs Fenster schien, spendete sanftes, silbernes Licht. Wohlmöglich dass es erst kurz nach Mitternacht war. Die Braunhaarige fuhr sich über die Augen und überlegte was sie nur geweckt haben könnte, als sie plötzlich leise Klaviermusik wahrnahm. Sie klang so sanft, so friedlich, es war wunderschön und doch so melancholisch, dass man den Schmerz der in den Tönen steckte fast wahrnehmen konnte.
Langsam setzte Hermione sich auf und versuchte auszumachen woher diese traumhafte Melodie stammte doch war es fast unmöglich. Sie legte ihr Ohr und eine Hand an die kühle Steinmauer um der wunderschönen Musik besser lauschen zu können. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen. Selten hatte sie so etwas Schönes und gleichzeitig trauriges gehört. Sie fragte sich wer in diesem Moment seine Finger sanft über die Tasten des Klaviers gleiten ließ und warum sie noch nie ein Klavier im Schloss gesehen hatte.
Hermione seufzte leise und legte sich zurück in ihre weichen Kissen. Wäre es nicht verboten nachts im Schloss ohne Genehmigung umherzuwandern, hätte sie sich längst auf die Suche nach der geheimnisvollen Melodie gemacht. Doch ihr Verstand hielt sie zurück. Sie wollte auf keinen Fall ihre Position als Schulsprecherin verlieren. Sie schloss ihre Augen und genoss die leise Musik. Sie hoffte sie würde diese Musik noch öfter nachts zu hören bekommen und wünschte sich herauszufinden, wer so leidenschaftlich und aus voller Trauer dieses wunderschöne Stück spielte. Leise seufzend dachte sie wieder an den Traum den sie hatte, an die zärtliche Umarmung des Unbekannten und an den Tanz den sie vollführten. Sie hatte ein wunderschönes Ballkleid getragen, eines von der Sorte die sie sich niemals im Leben würde leisten können. Sie hatte sich gefühlt als würde sie auf Wolken schweben. Und Musik…sie hatte in ihrem Traum wundervolle herzergreifende Klaviermusik gehört…ihr Unterbewusstsein muss die Melodie welche durchs Schloss hallte aufgenommen und im Traum verarbeitet haben. Hermione schloss ihre Augen und langsam ließ sie die leise Musik wieder in das Land der Träume übergleiten.
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Sooo...ich hoffe ich hab euren Geschmack getroffen! Kommi? :) bussi bella_isa91!
