Disclaimer und A/N: Siehe erstes Kapitel.


Offenbarungen

Von Thea Potter

Kapitel 11

Hermine wälzte sich seit ungezählten Stunden in ihrem Bett hin und her. Warum, fragte sie sich, hatte sie denn den Trank nicht erst einmal abgefüllt und sicher irgendwo verwahrt, wie sie es geplant hatte? Dann hätte sie ihn zu einem Zeitpunkt verwenden können, in dem ihr Gehirn funktioniert hätte. Das hieß, sie hätte ihn nie verwendet – entweder wegen anhaltender Verwirrung oder wegen der neu erworbenen Fähigkeit, nachzudenken und die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.

Wie dämlich war das nur, dachte sie, wie megadämlich. Was ist nur los mit mir? Oh, die Antwort kam fast schon vor der Frage, so einfach war das. Sie war wütend, bodenlos wütend auf Snape. Er hatte ihr mit seinem Verhalten den Boden unter den Füßen weggezogen, und sie erkannte sich selbst kaum wieder. Und es war nicht nur Wut ... es war noch ein anderes Gefühl dabei, und Hermine wusste sehr genau, dass Wut oft andere Gefühle nur verdeckte. Ganz leise regte sich unter dieser Wut eine Anziehung, eine intensive Empfindung, die sie zu dem Mann in den Kerkern zog – aber diese Empfindung machte sie noch wütender; sie wollte sich nicht damit beschäftigen.

Jetzt hätte sie den Zeitumkehrer gebraucht. Sie wäre ein paar Stunden zurückgegangen, hätte sich in den leeren Raum geschlichen, in dem der Trank versteckt war, und den Kessel herausgeholt, um ihn auszuleeren. Sie hätte den verdammten Trank einfach ins nächstbeste Klo geschüttet.

Aber sie hatte keinen Zeitumkehrer, sie hatte es getan, und sie würde damit leben müssen.

Vielleicht wirkt der Trank ja gar nicht.

Oh, dachte sie und drehte sich zum hundertsten Mal auf die andere Seite, rede dir das nur ein. Aber das wird nichts nützen. Dieser Trank kann mit allen anderen Tränken kombiniert werden, ohne dass irgendwelche unerwünschten Wirkungen auftreten. Das steht in den Büchern, du hast es gelesen. Er wird wirken, genau so, wie du es wolltest. Und es ist zu spät für ein schlechtes Gewissen, das nützt dir nichts mehr.

Ein innerer Singsang begleitete sie die ganze Nacht –

zu spät, zu spät, zu spät ...

– er begleitete sie noch, als sie schließlich völlig übermüdet den Entschluss fasste, vor dem Frühstück die Bibliothek aufzusuchen. Es musste ein Gegenmittel geben, es musste. Irgendein Kraut oder sonst etwas, das sie Snape unauffällig unterjubeln könnte. Vielleicht könnte Dobby ihr dabei helfen ... oder ... ach, irgendjemand. Es musste einfach funktionieren.

Madam Pince sah Hermine etwas konsterniert an, als sie um Einlass in die leere Bibliothek bat. Aber sie enthielt sich eines Kommentars und öffnete mit einer kurzen Bewegung ihres Zauberstabs den Hauptsaal der altehrwürdigen Bibliothek Hogwarts'. Hermine hing mit ihrer Nase bereits in den Büchern, als Madam Pince mit weiteren Zauberstabschwüngen die schweren Gardinen vor den Fenstern verschwinden ließ.

„Mädchen, so warten Sie doch einen Augenblick. Sie verderben sich ja die Augen!"

Wenn's nur das wäre, dachte Hermine sauer. Ich habe mir in der vergangenen Nacht die Aussicht verdorben, je mit Snape auf einen grünen Zweig zu kommen!

Sie saß über den Büchern und versuchte, die Atmosphäre der Bibliothek in sich aufzunehmen. Seit ihren ersten Wochen in Hogwarts war die Bibliothek ihr Refugium gewesen; in gewisser Hinsicht gab es keinen Ort, an dem sie sich wohler fühlte. Aber heute konnte sie die Unruhe nicht abschütteln, die ihr in den Knochen saß; außerdem musste sie unter Zeitdruck arbeiten und konnte sich dadurch noch weniger konzentrieren.

Trotz ihres Mangels an Konzentration war sie so beschäftigt, dass sie um sich herum nichts hörte und sah. Man kann eben auch mit dem bloßen hektischen Umschlagen von Büchern seine ganze Wahrnehmung blockieren. Und dann stand plötzlich Ron hinter ihr und sprach.

„Ich fasse es nicht."

Hermine hüpfte vor Schreck ein paar Zentimeter von ihrem Stuhl hoch.

„RON! Wie kannst du mich so erschrecken!"

Er grinste schief. „Ich übe das lautlose Gehen. Snape gibt mir Nachhilfe."

Sie sah ihn an, als hätte er den Verstand verloren. Oder als hätte sie den Verstand verloren. Irgendetwas davon.

„Das war ein Scherz, Mine."

Wenn in einem der Sätze Snape vorkommt, ist das nicht lustig, wollte sie antworten. Stattdessen drehte sie sich wieder ihren Büchern zu, und eine unangenehme Panik schoss durch ihre Blutbahnen, als sie registrierte, dass es schon entsetzlich spät war.

„Hmmm...", hörte sie erneut Rons Stimme hinter sich, „was haben wir denn da."

Sie versuchte ihm keine Beachtung zu schenken, bis ihr klar wurde, dass das Buch mit dem besagten Trank direkt neben ihr lag. Und Ron war dabei, darin zu lesen.

„Oha", sagte er. „Emotions-Trank. Aus der Reihe der Offenbarungstränke." Während er weiter vorlas, saß Hermine starr da. „Dieser Trank führt dazu, dass die Betreffenden einen direkteren Zugang zu ihren Gefühlen und Stimmungslagen erhalten. Er wurde bis in die sechziger Jahre häufig im Fachgebiet der magischen Psychologie und Psychiatrie angewendet."

Es entstand eine Pause; Hermine bemerkte, dass Ron sie ansah, drehte sich aber nicht zu ihm um. Nach fast einer halben Minute seufzte er und las weiter.

„Der Trank hatte allerdings den Nachteil, dass viele Patienten von ihren Gefühlen völlig überfordert wurden. Durch das Zusammenwirken der verschiedenen Substanzen wird die rechte Gehirnhälfte stimuliert und zugleich die Fähigkeit der Kontrolle und Unterdrückung von unerwünschten Emotionen weitgehend außer Kraft gesetzt. Die unerwünschten Nebenwirkungen, die sich dabei zeigten, riefen viele Kritiker auf den Plan; die vehemente Kritik von verschiedenen Seiten führte schließlich dazu, dass der Trank weniger verwendet wurde. Seit den siebziger Jahren findet er in der magischen Psychologie und Psychiatrie gar keine Verwendung mehr und –"

„Hör auf, Ron!"

Sie schrie so laut, dass Ron fast das Buch aus der Hand fiel.

„Hey", erwiderte er gezwungen ruhig, „das ist interessant. Ich wusste das gar nicht."

Hätte ich jetzt nicht für möglich gehalten.

„Das Zeug hier ... lässt Snape euch das etwa herstellen?"

Sie schüttelte den Kopf.

Ron starrte sie an und schien nachzudenken. Ein interessanter Anblick, dachte Hermine bissig.

„Rechte Gehirnhälfte ...", murmelte er schließlich. „Sag mal, du wirst doch nicht etwa auf die Schnapsidee kommen und diesen Trank auf eigene Faust herstellen? Oder?"

Ich habe ihn schon hergestellt, du Witzbold. Und Snape hat ihn vor nicht einmal acht Stunden getrunken!

„Ich meine, du möchtest doch nicht deine ... deine rechte Gehirnhälfte fördern? So in der Richtung, dass du noch klüger wirst? Hermine! Du bist klug genug!"

Sie schüttelte müde den Kopf. Falsche Fährte, dachte sie und wich zum wiederholten Mal Rons Blick aus, denn ihr Freund sah sie so besorgt an, dass es ihr einen Stich in der Brustgegend versetzte. Ron war ihr Freund, verdammt. Sie hätte ihm und Harry von all dem erzählen sollen. Aber dann wären sie garantiert zu Professor Dumbledore gerannt ... und Snape war in ihren Augen ohnehin ein Monstrum. Sie konnte es ihnen nicht erzählen.

„Hey!"

WAS?"

„Ignorier mich nicht! Sag schon! Willst du ihn brauen?"

Hermine seufzte. „Nein", erwiderte sie schließlich wahrheitsgemäß, auch wenn das Verschweigen schwerer wog und sie doch zu einer Lügnerin machte.

Ron sah sie lange an; er schien etwas sagen zu wollen, ließ es dann aber. Sie kannte es nicht anders. Beide, Ron und Harry, ließen sie meistens ihren Weg gehen, weil sie festgestellt hatten, dass sie Hermine ohnehin nicht von ihren Plänen abbringen konnte, wenn es ihr Ernst war. Und sie konnten inzwischen sicher leicht an ihrem Gesicht ablesen, wann es ihr Ernst war.

„Gut", sagte Ron schließlich. „Gut für dich, gut für uns alle. Es wäre eine Schnapsidee. Und jetzt komm mit. Frühstücken."

Der Nachdruck in seiner Stimme war ungewohnt, und Hermine kam seiner Aufforderung nach wie einem Befehl; sie räumte die Bücher weg und folgte Ron, der mit großen Schritten die Bibliothek verließ. Sie spürte, dass ihre Hände zitterten; sie wäre gern bei den Büchern geblieben, aber die Wahrscheinlichkeit, noch ein Gegenmittel zu finden, ging gegen Null, es war überflüssige Arbeit, sonst nichts. Sie musste sich damit abfinden.

Als sie mit Ron die Große Halle betrat, hörte sie aus drei Meter Entfernung seinen Magen knurren. Er musste wirklich besorgt sein, wenn er jetzt erst zum Frühstücken ging; normalerweise war er immer einer der ersten, der sich morgens an den Tischen einfand.

Sie sah Snape schon von weitem. Da saß er wie üblich am Lehrertisch; Hermine ging langsam an ihren Mitschülern vorbei auf ihren Platz zu, betrachtete Rons Rücken und versuchte, sich auf all die Dinge zu konzentrieren, die normal waren. Und das war viel. Die verzauberte Decke des Raumes zeigte einen leicht bewölkten Himmel, die Schülerinnen und Schüler klauten sich gegenseitig Leckerbissen vom Teller, die Slytherins zogen hässliche Fratzen in Richtung der Gryffindor-Tische.

Alles wie sonst.

Aber Snape war unnatürlich blass, sogar für seine Verhältnisse. Er aß kaum, und sofort kehrten die beiseite gedrängten Gedanken der letzten Nacht zurück. Was war ihm nur passiert? Unbewusst ballte Hermine die Fäuste, sie hasste es, wenn auf eine Frage, die ihr unter den Nägeln brannte, keine Antwort in Sicht war.

Ich könnte ihn einfach fragen ... der Trank setzt seine Selbstkontrolle Schachmatt, vielleicht wird er es mir sagen –

Ein heißes Gefühl der Scham durchflutete Hermine, als sie sich selbst denken hörte. Was für eine absurde, kranke Idee war das? Eine slytherinsche Idee, flüsterte es in ihrem Innern, und sie lächelte unwillkürlich. Oh ja, es war absurd, und es war krank. Aber auch ziemlich aufregend.

Während sie zu essen begann, beobachtete sie Snape aus dem Augenwinkel. Warum, grübelte sie, saß dieser Mann eigentlich schon wieder hier – nach den Ereignissen der letzten Nacht? War es denn unter seiner Würde, einen Tag krank zu sein? Überflüssige Frage, natürlich. Sie hätte gar nicht sagen können, was nicht unter der Würde des Tränkemeisters war.

Sieh doch nicht dauernd zu ihm rüber. Schau woanders hin.

Sie sah ein weiteres Mal zum Lehrertisch. Und wieder. Es war, als würden ihre Augen vom Schwarz seiner Kleidung und seiner Haare angezogen. Eine Art schwarzes Loch. Snape selbst starrte ins Leere. Von ihr aus hätte er den Rest seines Lebens ins Leere starren können, aber es war wohl unvermeidlich – irgendwann trafen sich ihre Blicke. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, und im nächsten Moment war er schon aufgesprungen und rauschte durch die Stuhlreihen auf ihren Platz zu.

Hermine schluckte. Snape kam sehr schnell näher, viel schneller, als ihr lieb war, und dann war er auch schon bei ihr.

„Sie kommen jetzt mit!"

Es war nicht viel mehr als ein Flüstern, während er noch auf sie zurauschte. In einer fließenden Bewegung packte er sie am Arm, und die gesamte Schülerschaft schien hinter ihnen herzusehen. Und schon waren sie gemeinsam auf dem Weg nach draußen - es ging so schnell, Snape schien gar nicht angehalten zu haben.

Hermine passte sich seinem Tempo an, und er ließ schließlich ihren Arm los. Sie fanden sich fast keuchend in der Eingangshalle wieder; Snape fuhr herum und starrte sie finster an.

„Ich denke", sagte er langsam, „dass Sie mir wegen der vergangenen Nacht noch eine Erklärung schulden. Kann das sein, Miss Granger?"

Ihr Herz klopfte so laut, dass sie ihn kaum noch verstand.

„Madam Pomfrey geht davon aus, dass ich und Professor McGonagall uns abstimmen und die Sache regeln werden", fuhr Snape ruhig fort. „Ich habe allerdings nicht die Absicht, diese Angelegenheit in die Hände Ihrer allzu gnädigen Hauslehrerin zu legen. Wir werden das unter uns regeln, verstanden."

Er senkte seine Stimme noch ein wenig, und unwillkürlich durchlief Hermine ein Schauer.

„Also. Was haben Sie in meinem Büro gemacht?"

Hermine antwortete nicht gleich; sie war zu sehr damit beschäftigt, Snapes Regungen zu verfolgen. Sie beobachtete ihn, wie man während eines Tierversuchs das Opfer im Käfig beobachtet.

„Ich habe ... ein Geräusch gehört", erwiderte sie abwesend.

„Ein Geräusch? Ach nein. War es so laut, dass sie es in Ihrem Schlafsaal gehört haben?" Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah sie an. Schwarze Augen, undurchdringlich. Sein Gesicht zeigte nicht die geringste Emotion.

Er war so wie immer.

Irgendetwas stimmt nicht, so sollte es nicht sein -

„Nein, ich ...", stotterte sie als Antwort, „ich war in der Nähe Ihres Büros, als –"

Snapes Augen funkelten.

„Ah, Miss Granger war zufällig in der Nähe meines Büros. Um ein Uhr nachts. Ach, es geht doch nichts über Zufälle, nicht wahr."

Er trat einen Schritt auf sie zu und blieb ganz nahe vor ihr stehen; sein Umhang bedeckte in einer fließenden Bewegung Hermines Schuhe und einen Teil ihrer Hose. Sein Geruch hüllte sie in diesem Moment vollständig ein, und wenn das überhaupt möglich war, begann ihr Herz noch heftiger zu klopfen als zuvor - ein wenig unrhythmisch, wie ihr schien.

„Hören Sie gut zu", sagte Snape leise und neigte den Kopf, so dass er ihr direkt ins Ohr flüsterte und seine Haare beinahe auf ihre Schulter fielen, „dies ist ein Ratschlag unter Freunden." Seine Stimme war schwer von Spott. „Versuchen Sie niemals, in der falschen Liga zu spielen. Ich habe etwas, das Ihnen gehört, das macht Sie ärgerlich, gut. Aber bilden Sie sich nicht ein, mich hintergehen zu können. Ich sage nur eins: Falsches Haus. Vergessen Sie es. Sie können Ihre Wut und ihren Hass nicht in die richtigen Bahnen lenken, so, wie Slytherin es können. Diese Gefühle führen nur dazu, dass Sie Fehler machen."

Nach diesem letzten Satz hörte ihr Herz vorübergehend auf zu klopfen und blieb stehen. Was hatte er da gesagt? Fehler? Sein Blick kam ihr in Erinnerung – dieser Blick, den er ihr zugeworfen hatte, nachdem Poppy ihm den Trank gegeben hatte. Hatte er es bemerkt? Wusste er es? Und welchen Fehler hatte sie mit diesem Trank denn nur gemacht, verdammt noch mal?

„Und ich denke auch", hörte sie wieder seine Stimme, „dass es für Ihre Gesundheit nicht förderlich ist. Sie sind ja ganz blass."

Hermine trat einen Schritt zurück. Sie konnte seinen Zynismus nicht länger ertragen. In diesem Moment bemerkte sie ganz deutlich, dass er alles tat, um sie durcheinander zu bringen; er versuchte, sie durch seine Nähe zu irritieren, und sein Flüstern führte wieder einmal dazu, dass sie sich unwillkürlich zu ihm hinbeugte und den Abstand damit noch weiter verringerte. Wahrscheinlich konnte er ihr Herz bis zum Hals klopfen hören und weidete sich daran.

Er sah zufrieden aus. Unendlich zufrieden – und unendlich kontrolliert. Dieser verdammte Trank wirkte nicht. Das kann nicht sein, schrie es in Hermine, aber der lebende Beweis stand vor ihr, denn Snape stand vor ihr und lächelte unheilvoll, und sie hätte um nichts in der Welt sagen können, was dieser Mann im Augenblick empfand.

Wahrscheinlich wusste er es selber nicht.

„Gut", sagte er schließlich. „Für Ihr unerlaubtes Herumstreunen in der Nacht ziehe ich Gryffindor 15 Punkte ab. Sie gehen jetzt auf der Stelle zurück in die Große Halle und beenden Ihr Frühstück, und nach der heutigen Zaubertrank-Stunde werden Sie sich von mir eine Strafarbeit abholen. Falls Sie für heute Abend irgendwelche Verabredungen haben: Vergessen Sie sie."

Hermine nickte und wandte sich ab. Für all die Worte, die sie Snape in diesem Moment an den Kopf werfen wollte, hätte man ein neues Wörterbuch schreiben müssen. Sie fühlte sich merkwürdig leer, als sie zu ihrem Frühstück zurückkehrte, und als sie ihren halbvollen Teller sah, hatte sie das seltsame Gefühl, dass das alles nicht echt sei – der Teller, die Bänke, die Jungs neben ihr -, als sei sie in einen Film mit schlechten Requisiten hineingeraten.

Wenn sie jetzt diesen Teller nähme, überlegte sie, und ihn mitsamt der Essensreste Richtung Lehrertisch werfen würde – vielleicht würden Teller und Nahrungsmittel an einer unsichtbaren Wand abprallen und zu ihr zurückhüpfen, wie in einer Science-Fiction-Serie, an die sie sich schwach erinnerte. Holo-Deck, der Begriff schoss ihr zusammenhanglos durch den Kopf.

Reiß dich zusammen!

Sie spürte, wie ihr Denken an Boden verlor. Ich bekomme einen Nervenzusammenbruch, dachte sie und hätte fast gelacht, wenn ihr nicht im gleichen Moment die Angst die Kehle zugeschnürt hätte. Abrupt ließ sie Gabel und Messer klirrend auf den Teller fallen und stand so schnell auf, dass sie den Stuhl umriss. Das Gepolter war in der ganzen Halle zu hören, und unzählige Köpfe wandten sich ihr zu.

„Entschuldigt ...", murmelte sie in Richtung von Harry und Ron, „ich muss ... mir geht es nicht so gut."

Und wie jemand auf der Flucht rannte Hermine aus der Halle hinaus zur Krankenstation.

t.b.c.