Chapter 11 – Doch

Es waren acht Jahre vergangen. Wenig hatte sich verändert. Edward sah jetzt aus wie ein acht jähriger Junge, war aber bedeutend reifer und klüger und wir lebten nicht mehr in London.

Als Charles, der Himmel möge wissen woher er das wusste, sagte das er kurz davor war seine Transformation zu beenden sollten Carlisle und Esme uns besuchen kommen. Ich hatte sie ewig nicht gesehen weil die anderen sie öfter besuchten als sie uns. Zweifellos in der Hoffnung mich eines Tages zum mitkommen zu bewegen. Aber umso größer war meine Freude das sie jetzt kommen wollten.

Als Esme aus dem Auto stieg flog ich ihr förmlich entgegen. Sie und Carlisle waren ohne Fabrizio gekommen. Später hörte ich Carlisle zu Emmett und Alice sagen das er beinahe mitgekommen wäre.

„Hätte er's nur gemacht." Fauchte Alice. „Früher oder später werden sie sich eh wiedersehen." Ich hörte ihr an wie wütend mein Verhalten sie machte aber ich war nicht bereit auch nur einen Zentimeter nach zu geben. Er liebte mich nicht und ich konnte seine Lügen nicht ertragen.

Das hatte ich Jasper vor acht Jahren in Volterra schon gesagt. Er hatte gesagt das er das nicht verstehen könne. Er sagte:

„Wenn Alice mich noch so sehr verletzen würde und ich aber den Beweiß hätte das sie mich immer noch liebt würde ich ihr verzeihen. Nein ihr nicht verzeihen in diesem Sinne aber ich würde sie nicht aus meinem Leben ausschließen denn es würde mich zerreißen. Und ich weiß das es dir genau so geht."

„Aber ich habe diesen Beweis nicht." Hatte ich gefaucht.

„Doch Bella den hast du. Er hat Caroline für dich getötet."

„Nein" hatte ich widersprochen „Das hat er für seine Familie getan. Für euch. Nicht für mich." Damals hatte ich Jasper das erste mal wirklich wütend gesehen. Beinahe hätte ich Angst vor ihm bekommen.

„Wenn du das wirklich glaubst Bella dann kann ich dir nicht mehr helfen." Er hatte nicht geknurrt und nicht geschrieen aber seine Wut war so spürbar gewesen das ich wie erstarrt war. Dann war er gegangen und die knallende Tür war das einzige optische Zeichen für seine Wut gewesen.

Zwei Tage nachdem Esme und Carlisle angereist waren begann Edwards Verwandlung. Es war mitten in der Nacht und alle waren für sich und in ihrem Zimmern gewesen als er plötzlich anfing zu schreien. Ich hatte mit Tashina in ihrem Zimmer gesessen und Musik gehört. Sie hatte wieder einmal von Jonathan erzählt. Als wir seinen Schrei hörten fuhren wir zusammen.

„Komm." Flüsterte ich dann und zog sie mit mir durchs Haus. In seinem Zimmer saß bereits Wanda an seinem Bett und hielt seine Hand. Er wälzte sich hin und her und schrie nach seiner Mutter. Seine Mutter hatte eine seltsame Bewandtnis. Wenn er Mama sagte meinte er Lydia und mit Mum meinte er Tashina. Wanda nannte er Oma.

In diesem Fall schrie er alle Bezeichnungen von „Mutter" so durcheinander das beide sich angesprochen fühlen durften. Tashina kniete neben seinem Kopf nieder und legte eine Hand an seine Stirn.

Carlisle kam kurz herein um zu sehen wie es ihm ging und ging dann wieder. Edward schrie weiter.

„Sing für ihn." forderte ich Tashina auf. Sie sah mich mit großen Augen an.

„Mit dir zusammen ja?" fragte sie.

„Dein Lied." Sagte ich und nickte.

Wieder einmal begannen wir für ihn zu singen. Aber zum aller erstenmal zusammen.

You're not alone

Together we stand

I'll be by your side

You know I'll take your Hand…

Die Wirkung ließ nicht auf sich warten. Schon nach der ersten Zeile hörte er auf zu schreien. Als das Lied endete machten wir mit Fabrizios Lieblingslied weiter. Irgendwann hörten wir auf zu singen und vorerst blieb er auch ohne Gesang ruhig liegen.

Nach ca. zwanzig Stunden begann er wieder zu schreien und ließ sich nicht mehr beruhigen. Er schrie jetzt fast 4 Stunden lang. Carlisle war gekommen aber auch er konnte uns nicht Helfen. Nach vier Stunden wurde er ruhig und schlug die Augen wieder auf.

„Mum." Flüsterte er und streckte seine Hand nach Tashina aus. Sie nahm ihn hoch als währe er noch ein Baby und drückte ihr an sich.

„Du hast schön gesungen." Flüsterte er. „Du auch Bella." Sagte er mit großen Augen als hätte er so etwas gar nicht für möglich gehalten. Er war so niedlich.

„Danke Edward." Sagte ich und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Er lächelte sein Kinderlächeln. Früher hatte ich dieses Lächeln gehasst weil ich noch jemanden kannte der so lächelte. Aber dieses andere Lächeln hatte ich so lange nicht mehr gesehen das ich mich irgendwann wieder über Eddys lächeln freuen konnte.

„Carlisle, sein Herz schlägt immer noch." Rief Tasha plötzlich. Ihre stimme war gut vier Oktaven zu hoch.

„Ganz ruhig." Sagte Carlisle uns seine Stimme war die Ruhe in Person. „Ich sehe mir das an."

Er untersucht unseren Liebling lange und gründlich. Schließlich sagte er:

„Also, es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder, er wird noch ein drittes mal durch die Mangel gedreht oder er wird einfach so bleiben wie du Tasha. Schließlich bist du seine Mutter." Er lächelte. „Ein Hinweis auf letzteres wäre wenn wir in nächster Zeit seine Fähigkeit entdecken sollten."

Zwei Tage später fuhren Alice, Rosalie, Tashina und ich nach Hamburg zum Einkaufen und einfach mal Mädels sein. Es war ein geniales Wochenende. Wir waren den ganzen Tag in den Einkaufszentren und am Abend gingen wir in eine Bar.

Die Nacht verbrachten wir auf den Dächern von Hamburg und schauten in die Sterne.

Am nächsten Tag kauften wir noch ein neues Auto für Tashina, einen weißen Cadillac, und fuhren dann nach Hause. Ich fuhr mit Alice im Porsche und Rosalie mit Tasha im neuen Cadillac zurück. Auf einer einsamen Landstraße fuhren wir ein Rennen. Rosalie und ich traten aufs Gas. Ich gewann. Rosalie tunte die Autos zwar aber fahren taten Alice und ich sie. Außerdem hatte sie an dem neuen Auto ja noch nichts machen können.

Da Tashina in einer kleineren Stadt etwa 20km neben der direkten Strecke noch etwas für Eddy kaufen wollte fuhren Alice und ich alleine weiter.

Zu Hause flog Alice in Jaspers Arme und die beiden waren in ihrem Zimmer verschwunden ehe ich auch nur unsere neuen Klamotten ins Haus gebracht hatte.

Als ich Esme und Lydia von unserem Wochenende erzählte betrat auf einmal Fabrizio den Raum.

„Hallo Bella. Wie geht's?"

„Hey Fabs. Ich dachte du währst in Norwegen geblieben." Lächelte ich. Ich mochte ihn und freute mich ihn zu sehen. Deshalb bekam er auch gleich einen Kuss auf die Stirn.

„Ja aber Carlisle und Esme haben gesagt sie würden noch ein paar Wochen bleiben. Außerdem wollte ich dich wieder sehen." Er zwinkerte mir zu. Ja seine kleine Macho Art hatte er immer noch nicht abgelegt aber sie stand ihm gut.

Ich erzählte noch schnell von unserem Wochenende und verschwand dann schnellstmöglich im Wald. Das Fabrizio hier war hatte mich für einen Moment auf die absurde Idee gebracht das er vielleicht auch hier war und als ich merkte das ich wünschte es wäre so musste ich einfach wieder einmal weg laufen.

Beim laufen hörte ich auf einmal Gesang. Einen Text von Maya Saban & Cosmo Klein. Das alles ändert nichts daran.

Ich denk nicht gern zurück, denn ich erinner' mich.

Schreib Gedanken über dich auf mein Papier

Wie in Trance sang ich den zweiten Paart des Liedes mit. ( Kursiv Bella Fett Edward wer jetzt nebenbei das Lied anschalten sollte, bitte nicht wundern ich habe zum Originaltext weiter unten ein paar Rollen getauscht!)

Bin von Gefühlen wieder mal erdrückt, denn ich erinner' mich

und es spiegelt dein Gesicht an jeder Tür

Selbst wenn ich auch weiß wir haben uns soviel angetan.

All der Zeit zum trotz wird mir doch wieder klar:

Das alles ändert nichts daran das du mir wirklich fehlst.

Ich begreif nicht warum musst ich dich verlieren?

Das alles ändert nichts daran das du mir so sehr fehlst

Könnt ich dich noch mal spür'n,

dich nur einmal noch berühr'n

Ich denk nicht gern daran,

es ist vergangenheit.

Zu viel sehnsucht macht sich breit, auf meinem Gemüht

Wer trägt die Schuld daran?

Es ist vergangenheit.

Nur ein Funke bleibt von dir, der nie verglüht.

Selbst wenn ich auch weiß wir haben uns soviel angetan.

All der Zeit zum trotz wird mir doch wieder klar:

Das alles ändert nichts daran das du mir wirklich fehlst.

Ich Begreif nicht warum musst' ich dich verlieren?

Das alles ändert nichts daran das du mir so sehr fehlst.

Könnt ich dich noch mal spüren,

dich nur einmal noch berühren...

Das alles ändert nichts daran das du mir wirklich fehlst

Ich begreif nicht warum musst ich dich verlieren?

Das alles ändert nichts daran das du mir so sehr fehlst

Könnt ich dich noch mal spüren,

dich nur einmal noch berühren.

Das alles ändert nichts daran das du mir wirklich fehlst.

Sag mir warum bist du nicht da?

Du fehlst mir, du fehlst mir, du fehlst mir...

Das Lied klang aus. Immer noch wie in Trance wartete ich. Irgendwo hier musste er sein. So nah bei mir wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Aber ich sah ihn nicht. Beinahe hätte ich nach ihm gerufen, aber der laut hätte den Zauber zerstört.

Irgendwann fing mein Gehirn wieder an zu arbeiten und ich realisierte das ich schon eine halbe Ewigkeit hier sein musste. Ich beschloss zurück zu laufen dort konnte ich über das eben geschehene nachdenken. Ich drehte mich noch einmal im Kreis um zu sehen ob er nicht vielleicht doch irgendwo war aber ich sah ihn nicht.

Als ich wieder am Haus ankam war dann doch nichts mit in ruhe nachdenken denn wir mussten schon los zum College. Es kostete uns nichts mal einen Tag zu versäumen aber unsere Devise war es nun mal nicht aufzufallen. Und wir hatten letzte Woche schon einen Tag gefehlt wegen Eddys Transformation. Also stiegen Jasper, Alice, Rosalie und Emmett in Jaspers silbernen Mercedes und Tashina und ich in meinen BMW M3 Cabrio. In schwarz. Das waren zur Zeit einfach unsere zwei unauffälligsten Autos. Da Tashina die ganze Fahrt redete blieb mir keine Möglichkeit mich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Als ich den Parkplatz mit Rosalie in Richtung Südflügel des riesigen College Gebäudes verließ wollte ich grade meinen Gedankengang starten als Tobias Loders neben mir auftauchte. Er war mein lästigster Verehrer und echt eine gewaltige Steigerung zu allem was ich bis jetzt erlebt hatte. Eingeschlossen Mike Newton und Roy Weber.

„Hey Bella." Er versuchte einen Arm um mich zu legen. Ich wich ihm geschickt aus und hakte mich bei Rosalie ein.

„Gehst du mit mir zum Ball morgen?"

„Nein Tobias." Sagte ich. Ohne lächeln aber gekünstelt freundlich.

„Gehst du mit jemand anders?" fragte er schnell.

„Nein Tobias." Ich kam mir langsam vor wie eine Maschine. Seit Wochen sagte ich nur diese zwei Worte zu ihm. Manche Menschen waren echt beschränkt.

Wir hatten unser Klassenzimmer erreicht und ich verabschiedete mich von Rosalie. Tobias hielt mir die Tür mit einer, äußerst ungeschickten, aber ich bin voreingenommen, Verbeugung auf und ich ging die Geste vollkommen ignorierend zu meinem Platz.

Heute war es wirklich verflucht. Die Lehrer schienen nach dem verpassten Tag letzte Woche wissen zu wollen ob ich mir das hatte leisten können und ich wurde mindestens doppelt so oft wie normalerweise aufgerufen.

Ich überstand die Mittagspause und als ich wieder in den Unterricht kam kniete Tobias mit einer Schachtel Pralinen auf dem Boden vor meinem Platz und fragte, äußerst ungeschickt, aber ich bin voreingenommen, förmlich ob ich mit ihm zum Ball gehen wollte. Ihgit Pralinen die hatte ich schon als Mensch nicht gemocht. Als ich einfach um ihn herum lief und mich setzte hatte ich die Lacher auf meiner Seite. Aber es sollte ihn nicht entmutigen. Der Teufelskerl zog heute echt alle Register. Während des Unterrichts steckte er mir von hinten Rosen ins Haar. Aber dank der so extrem glatten Strucktour meiner Haare rutschten sie immer sofort wieder heraus.

Zu Hause griff ich nach der Gitarre und spielte. Ich spielte verschiedene Lieder und sang. Das entspannte mich. Irgendwann begannen meine Gedanken von alleine zu fließen.

Warum war er hier? Wahrscheinlich wollte Fabrizio ihn nicht allein lassen und er wollte ja schon immer hierher... Wussten die anderen es? Nein sie hätten ihn sofort nach Hause geschickt. Meine Gedanken drehten sich auf diese art und weise im Kreis und blieben so oberflächlich, währe ich tiefer gegangen hätte ich erkannt was ich nicht erkennen wollte. Also ließ ich es. Wie erbärmlich.

Um mich abzulenken ging ich zu Fabrizio dessen Zimmer neben meinem lag.

Als ich mich in seinen Sessel fallen ließ wehte mir ein Duft in die Nase. Es war ein wunderschöner Duft.

Ich unterhielt mich eben mit Fabrizio über Tashina und Jonathan als Emmett und Jasper herein kamen.

„Ah schön das du hier bist Bella. Ich wollte mich grade auf dir suche nach deiner zarten Persönlichkeit machen." Seufzte Emmett und ließ sich auf das Sofa mir gegenüber fallen.

Jasper setzte sich neben ihn.

„Nämlich wollten wir euch beide zu einer Revange auffordern. Ich hab noch eine Rechnung mit Fabrizio offen und Emmett hat irgendetwas gefaselt von es sein mal wieder an der Zeit dir, liebste Bella, zu zeigen wer der stärkste ist." Er seufzte ebenfalls und ließ sich erschöpft von seiner Rede in die Kissen sinken. Ich musste grinsen. Manchmal erinnerten die beiden mich an Fred und George Weasly. Für die, die es noch nicht wissen: Es geht um einen Ringkampf.

Der Kampf mit Emmett hielt mich auch in der Nacht vom Nachdenken ab was mir jetzt gar nicht mehr so ungelegen kam. Danach in der Uni fuhr Tobias so schwere Geschütze auf das ich so damit beschäftigt war ihn auszublenden das die Gedanken ausgesperrt blieben. Es war mir recht.

Am Nachmittag wollte ich mich grade wieder in mein Zimmer verkrümeln als Alice und Rosalie nach mir riefen.

„Was gibt's?" fragte ich.

„Wir wollen Ballkleider kaufen komm endlich." Häää??? Wollten sie mich verarschen?

„Ähm...Alice? Ich bin Bella erinnerst du dich? Ich gehe nicht auf Bälle." Immer schön freundlich bleiben.

„Ach echt?" Ihr Gesicht sah aus als würde sie auf meine Masche eingehen aber ihre Stimme war eiskalt. „Dann werden wir das einfach mal ändern." Kaum hatte sie Ausgesprochen packten Emmett und Jasper mich von hinten und schleppten mich in Alice' Porsche Turbo. Wiederspruch war unmöglich und wäre auch zwecklos gewesen. Sie hätten so oder so nicht auf mich gehört. Hinter und fuhren Tashina und Fabrizio im Cadillac.

Alice schleppte mich durchs ganze Kaufhaus in tausend Läden und Rosalie hielt mich in jedem einzelnen ewig fest. Wir kauften jeder ein Kleid, Schuhe und Haarteile. Es machte extrem viel Spaß und ich beschloss das ich immer noch rebellieren konnte wenn wir wieder zu Hause waren.

Hier jetzt unsere ausbeute.

Für Tashina fanden wir ein wunderschönes, weißes Kleid. Es war knielang hatte einen breiten Gürtel und dünne gekreuzte Träger. Dazu bekam sie weiße Higheels. Große silberne Kreolen und eine Haarspange mit einer weißen Rose.

Alice bekam ein langes weinrotes Kleid mit einem schwarzen Schultertuch dazu. Schwarze Stöckelschuhe und eine kleine schwarze Handtasche.

Rosalie: ein kurzes hellblaues, rückenfreies Kleid. Der Rock lag in Falten wie ein Schottenrock und zu ihren hellblauen Pumps trug sie einen passenden Haarreifen.

Für mich hatten wir ein dunkelblaues Kleid mit einer art Korsett ausgesucht. Dazu bekam ich dunkelblaue Pumps und jede Menge goldene Accessoires.

Unsere Einkäufe brachten wir in undurchsichtigen Tüten zu den Wagen wo wir uns mit den Jungs wieder trafen, ihre Tüten waren auffallend kleiner...

In unserem Anwesen, es war eigentlich zu groß um es als etwas anderes zu bezeichnen, schleppten Tashina, Rosalie und Alice mich in Alice' und Jaspers Zimmer und bestanden darauf das ich mich auch für den Ball fertig machte. Irgendwie kam mir das alles nur allzu bekannt vor nur das ich mich dieses mal selbst fertig machte und Alice und Rosalie nicht an mir rumspielten wie an einer Barbie.

Das Endergebnis war durchaus zufriedenstellend. Meine Haare hatte ich offen gelassen so das sie mir bis an die Hüften fielen und einen extravaganten Kontrast zu meiner weißen Haut bildeten.

Ich sah mich um. Die anderen sahen umwerfend aus. Am besten gefiel mir Tashina. Ihre dunkle Haut und die Schwarzen Haare bildeten wunderbare Kontraste zu den weißen Sachen.

Unten in der Halle erwarteten uns Jasper, Emmett und Fabrizio. Alle drei brachen in gebührende Bewunderung aus aber irgendwie wirkten sie nervös.

„So dann geht mal schön Tanzen." Sagte ich. Es war ja zumindest einen Versuch wert.

„Vergiss es." Sagte Emmett und hatte schon meinen Arm gepackt. „Wir brauchen eine Anstandsdame. Keine Wiederrede." Er zog mich ins Auto, wir fuhren mit der Limousine, und Rosalie schlug die Tür zu. Alle saßen schon drin. Wieder fielen mir ihre Nervösen Mienen auf. Was war denn los? Ihr gesamtes Verhalten war so sinn frei. Warum schleppten sie mich auf diesen Ball? Und warum gingen sie überhaupt selbst? Sie waren seit fünf Jahren auf keinem mehr gewesen.

Der Wagen hielt vor dem Ballsaal und wir stiegen aus. Fabrizio bot mir seinen zweiten Arm an, am anderen führte er Tashina, und wir betraten den Saal. Früher währe es ein sehr gefährliches Wagnis gewesen mich auf Absatzschuhen durch einen so vollen Raum zu schicken aber mittlerweile war es ein Kinderspiel. Wir gingen alle zusammen in eine der gemütlich eingerichteten Sitzecken und ließen uns nieder. Emmett zog Rosalie sofort mit sich auf die Tanzfläche und Fabrizio und Tashina gingen ebenfalls. Als das erste Lied zum eng tanzen gespielt wurde kamen Tasha und Fabs wieder während Alice und Jasper aufstanden.

So ging der Abend dahin. Ich hatte zweimal mit Fabrizio getanzt und kam jetzt von einem Tanz mit Emmett wieder. Es war nicht immer ein vergnügen einen solchen Bruder zu haben. Er hatte mich so durch die Gegend gewirbelt das die Leute um und herum gut zwei Meter Sicherheitsabstand hielten. Jetzt wurde ein Tango angekündigt und ich blieb stehen um Rosalie tanzen zu sehen. Wenn sie tanzte schien es gegen alle Gesetze der Schwerkraft zu sein.

Als die letzten Töne des Liedes ausklangen sagte der DJ: „Das nächste Lied ist für die ganz große Liebe. Ich bezweifle das ihr es kennt. Aber das ist wahre Liebe."

Die ersten Takte des Liedes durch webten die Luft. Sie kamen mir so vertraut vor...

Und plötzlich stand er vor mir. Wie ein heidnischer Schönheitsgott sah er aus.

„Darf ich um diesen Tanz bitten?" fragte er sanft. Fast klang er unsicher. Jetzt war das Lied ganz deutlich. Es war sein Lied. Sein Lied für mich. Edwards Lied für mich.

Es war auf einmal alles so offensichtlich. Alice war wütend gewesen. Wütend das ich ihn nicht sehen, anhören wollte. Sie hatte ihn und Fabrizio hier her kommen lassen. Der ganze Abend hier war arrangiert gewesen. Und der Duft in Fabrizios Zimmer natürlich, es war sein Duft gewesen. Ich hatte ihn nicht erkannt. Als mir das bewusst wurde verbrannte all mein Stolz, mein widerlicher falscher Stolz. Aber trotz der plötzlichen Selbstverachtung wollte ich grade wütend werden als mir der Gesang im Wald einfiel. Dieser Gedanke reichte.

Ich griff nach seiner Hand und folgte ihm auf die Tanzfläche. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und er legte seine Hände an meine Hüften. Wir begannen langsam uns zu drehen. Alles um mich herum verlor seine Bedeutung, seine Konsistenz. Da war nur noch Edward. Seine Hände an meinen Hüften und meine Hände an seinem Nacken. Und seine Augen. Ich versank in seinen Augen und wollte nie wieder auftauchen. Nie wieder denken müssen. Einfach nur darin verschwinden.

Aber irgendwann war auch dieses Lied zu ende. Am Rande meines Bewusstseins nahm ich war das wir fast alleine auf der Tanzfläche waren. Als der letzte Ton verschwand berührte er mein Gesicht. Nur ganz leicht. Dann zog er mich ohne mich los zulassen durch den Raum und hinaus in die Nacht.

Wir rannten. Ich hatte keine Ahnung wohin aber es war mir egal. Wir kamen auf eine winzigkleine Startbahn auf der ein kleines Privatflugzeug stand. Wir stiegen ein. Noch immer hatten wir kein Wort gesagt. Im Flugzeug zog er mich auf seinen Schoß und drückte seine Lippen auf mein Haar. Ich hörte wie er gierig den Duft aufsog. Auch ich schnupperte an ihm. Er roch so gut. Wie immer. Kein Detail hatte ich vergessen. Ich drückte mein Gesicht an seine Brust. Nur jetzt nicht Nachdenken. Er küsste mein Haar, meine Stirn, meine Augenlieder, mein ganzes Gesicht. Ich streichelte sein Gesicht. Zeichnete es nach. Ich spürte seine Hände überall. Alles wurde Zeitlos.

Plötzlich gab es einen ruck. Das Flugzeug war gelandet ohne das ich gemerkt hatte das es gestartet war. Ohne mich los zu lassen stieg er aus dem Flugzeug und rannte mit mir in den Armen los.

Ich drückte meine Lippen an seine Brust. Während des Fluges hatte ich sein Hemd aufgeknöpft. Seinen Hals, sein Gesicht, seinen Nacken alles berührte ich mit meinen Lippen.

Wir kamen durch einen Vorhang aus Freesien und ich wusste wo wir waren. In der Höhle. Er stellte mich auf den Boden und zog mich an sich.

„Bella" hauchte er

Dann trafen sich unsere Lippen. Es war als würde mein ganzer Körper unter Strom stehen. Gierig presste ich mich an ihn. Ich wollte mehr von ihm. Zum erstenmal hielt er mich nicht zurück. Er musste sich nicht mehr beherrschen. Wir konnten uns lieben wie wir wollten. Seine Hände begannen meinen Körper zu erforschen während seine Zunge auf meinen Lippen um Einlass bettelte. Diesen gewährte ich ihm nur zu gern. Mit einer Hand wühlte ich ihm in den Haaren mit der anderen krallte ich mich an seine Brust. Ich spürte seinen Körper überall.

Diese Nacht war unvergesslich, unvergleichlich, einzigartig.

Im Morgengrauen lagen wir auf dem Vorsprung in der Felswand über dem unsere Höhle lag. Hinter uns hingen die Freesien herunter und wir sahen in Richtung Sonne.

Als ihre ersten strahlen uns erreichten drehte er mich zu sich herum.

„Bella." Hauchte er wieder. „Ich liebe dich. Kannst du das glauben?"

Hätte mein Herz noch geschlagen währe ich jetzt feuerrot geworden. Ich schämte mich so für mein Verhalten. Ich hatte ihm fast zehn Jahre seines Lebens gestohlen weil ich mir etwas eingebildet hatte was für niemanden gut war. Ich hatte unsere Familie zerrissen, viele Geschwister von einander getrennt und sein Herz zerfetzt.

„Es tut mir so leid Edward." Flüsterte ich. „Ich liebe dich. Kannst du mir verzeihen?"

„Ja." Flüsterte er „Ich kann dir alles verzeihen solange du mich nur liebst." Als er das sagte berührten seine Lippen mein Ohr.

Ich drehte mich um und drückte ihm meine Lippen auf den Mund. „Ich liebe dich." Hauchte ich in dem kurzen Moment da meine Lippen frei waren.

Als die Sonne im Zenit stand grinste er plötzlich.

„Jetzt wird es aber höchste Zeit das du mich heiratest." Stellte er fest. „Schließlich solltest du mich doch vor deiner Verwandlung heiraten oder?" Wieder küsste er mich. Ich gab mich ganz dem Kuss hin ehe ich antwortete:

„Natürlich. Wenn du willst sofort." Wieder ein unglaublicher Kuss. Dann sagte er:

„Vielleicht nehmen die anderen es uns übel wenn wir sie nicht einladen...was meinst du?"

„Oh das währe ganz schrecklich von uns. Lass uns schnell zu ihnen fliegen und mit ihnen feiern."

Aber bis zum Abendrot machten wir keine Anstallten zu gehen. Erst als es dunkel war stand er auf hob mich hoch und lief mit mir zurück zu unserem kleinen Flugzeug.

Im Flugzeug als ich wieder an ihn gekuschelt auf seinem Schoß saß sagte er plötzlich:

„Jetzt ist alles Richtig. Jetzt bist du dort wo du hingehörst und mein zweiter teil ist wieder da." Er drückte seine Lippen auf mein Haar.

In meinem Kopf hallten Angelas Worte:

Da gehörst du hin Bella.

Nur zu ihm.

Mir wurde klar wie an den Haaren herbeigezogen meine Theorie über seine nicht vorhandene Liebe gewesen war. Emmett hatte mir tausendmal erklärt wie viel mächtiger der Bann gewesen war unter dem Edward stand. Und tausend mal hatte ich nicht auf ihn gehört.