9. Ewige Feindschaft – Teil 2
Im letzten Kapitel bekam Lucy von Dumbledore einen neuen Stundenplan mit mehr Freistunden, weniger Unterricht und mehr Nachhilfestunden. Draco und Lucy haben sich auf eine Beziehung geeinigt, die vorerst geheim gehalten werden soll. Hermine, Harry und Ron haben sich dazu entschieden, ihr alles über den Orden des Phönix und Harrys Paten Sirius zu erzählen.
„Ich glaube, du hast da was verloren", sagte eine kühle, ruhige Stimme hinter mir und ich drehte mich ruckartig um. Fragend zog ich eine Augenbraue hoch.
„Was?", fragte ich. „Ich habe nichts verloren."
„Ich weiß", sagte Draco jetzt leiser. „Aber muss uns denn jeder andauernd miteinander reden sehen? Ich dachte, wir wollten noch nicht…"
„Ja, ich weiß", sagte Lucy jetzt auch mit gedämpfter Stimme, weil Prof. Raue-Pritsche nicht weit von ihnen entfernt stand und noch einige Schüler in Gruppen zusammenstanden. „Aber wenn du jetzt mit mir redest geht das okay?"
„Wir tun einfach so, als hättest du etwas fallen gelassen", sagte er. Ich seufzte. „Wenn du meinst." Was würde ich nur dafür geben einfach wann ich wollte und so lange wie ich wollte mit ihm zu reden. Wahrscheinlich hätte ich mich nicht darauf einlassen sollen das Ganze geheim zu halten…
„Hör mal, ich…", begann Draco in genau dem Augenblick in dem ich tief Luft holte und sagte: „Weißt du…"
„Oh, was wolltest du sagen?", fragte Draco.
„Das ist nicht so wichtig. Sag du deins zuerst", sagte ich und hoffte, dass er vielleicht sogar das Gleich hatte sagen wollen wie ich, auch wenn die Chancen dafür nicht allzu gut standen.
„Ich habe nachgedacht", fing Draco an. Okay, das hört sich schon mal viel versprechend an, dachte ich. „So, wie es jetzt ist, verbringen wir so gut wie kaum Zeit miteinander. Ich meine im Unterricht und auf den Fluren haben wir keine Zeit miteinander zu reden und nach dem Unterricht kann ich mich nicht jeden Tag mit dir treffen, weil das die anderen nur misstrauisch machen würde."
„Aber wir könnten einen Weg finden", sagte ich zuversichtlich.
„Aber bis es so weit ist vergeht so unglaublich viel Zeit. Deswegen dachte ich mir, du könntest über die Weihnachtsferien mit zu mir nach Hause kommen und dort bleiben. Keine Sorge, du hast auch dein eigenes Zimmer", sagte er nachdem er mein skeptisches Gesicht gesehen hatte. Hastig fügte er noch hinzu: „Aber nur, wenn du sonst noch nichts vor hast."
„Weihnachten ist doch erst in einem Monat."
„Das macht doch nichts. Wir planen halt schon mal im Voraus."
Eine wohlige Wärme breitete sich in meiner Magengegend aus und ich strahlte ihn an. „Das würde ich sehr gern. Ich muss nur noch einer Bekannten von mir bescheid sagen, dass ich über Weihnachten nicht zu ihr nach Hause komme."
„Miss Prince, Mr. Malfoy, was trödeln sie hier so herum? Beeilen sie sich lieber, damit sie nicht zu spät zu ihrem nächsten Unterricht kommen!"
Hastig drückte mir Draco seine Schreibfeder in die Hand. „Ich würde mich sehr freuen. Dann könnten wir endlich einmal mehr Zeit miteinander verbringen."
Lächelnd sah ich ihm nach, während er eilig zum Schloss hoch lief. Wie sollte ich bloß Mrs. Cooper dazu überreden bei meinem ersten richtigen Freund zu übernachten?
Ich saß im leeren Gemeinschaftsraum. Einfach jeder Jahrgang hatte jetzt Unterricht – nur ich nicht. Ich entschied mich zum See herunter zu laufen, dort in Ruhe nachzudenken und einen Brief an Mrs. Cooper zu verfassen. Als ich meine Schreibsachen zusammensuchte griff ich gedankenverloren Dracos Schreibfeder und betrachtete sie ein paar Augenblicke. War es richtig so kurz nachdem man jemanden kennen gelernt hatte bei ihm zu übernachten, wenn man noch nicht einmal bereit war die Beziehung offiziell zu machen? Vielleicht sollte ich es doch lieber ablehnen und ihm sagen, dass Mrs. Cooper für sie und mich eine Reise nach Norditalien zum Skifahren gebucht hatte? Aber andererseits, wie sollte ich Draco davon überzeugen ein begeisterter Wintersportfan zu sein, wenn ich selbst noch nie Ski gefahren war?
Ich drehte mich um, um Dracos Schreibfeder auf meinen Nachtisch zu legen (denn mein Bett im Gryffindorgemeinschaftsraum gehörte immer noch mir), als mein Blick auf Hermines Bett fiel. Stimmt ja! Ich schlug mir mit der Hand leicht gegen die Stirn. Wie konnte ich bloß Hermine vergessen? Vielleicht kann sie mir ja helfen Mrs. Cooper davon zu überzeugen mich bei Draco übernachten zu lassen…
Erleichtert machte ich mich von der Eulerei auf den Weg zum Gemeinschaftsraum, wo Hermine schon auf mich wartete. „Bereit für deine erste Zaubertranknachhilfstunde mit mir?", fragte sie. „Ich denke, ich währe wahrscheinlich viel weniger angespannt, wenn da nicht noch Snape wäre", sagte ich und lief schnell los, um meine Tasche zu holen.
„Ich weiß der Unterricht ist alles andere als entspannt bei ihm und er bewertet fast alle Schüler – mich eingeschlossen – ziemlich unfair was die Noten betrifft, aber die Tatsache, dass er dir Nachhilfeunterricht gibt zeigt doch, dass er eigentlich gar nicht so schlecht ist", sagte Hermine, als wir uns auf den Weg in die Kerker machten.
„Oder Dumbledore ist ein Ass im Überreden", sagte ich und Hermine lachte. „Oder das", stimmte sie zu.
„Miss Granger", sagte Prof. Snape genervt. „Ich bin mir durchaus bewusst, dass sie hier sind, um Miss Prince mental zu unterstützen und so weiter, aber ich dulde nicht, dass sie ihr alles vorsagen. Wenn sie gerne andere belehren, tun sie das in ihrer Freizeit, aber nicht hier. Haben sie das verstanden?"
Hermine nickte stumm und ich warf ihr ein mitfühlendes Lächeln zu.
„Und jetzt zu ihnen, Miss Prince."
Prof. Snape drehte sich mir zu und durchbohrte mich mit einem eisigen Blick, den ich bisher noch nie zu spüren bekommen hatte. „Sie sind hier um den Stoff, den sie über fünf Jahre verpasst haben aufzuholen und nicht um sich einen schönen Nachmittag mit Miss Granger zu machen. Sollte dies noch öfter passieren werde ich mir von Prof. Dumbledore persönlich die Erlaubnis holen diesen Nachhilfeunterricht ausfallen zu lassen." Ich schluckte. Das war das Letzte, was ich jetzt noch gebrauchen konnte.
„Nun, Miss Prince, ich hoffe sie haben wenigstens die zwei Rezepte gründlich studiert, die ich ihnen das letzte Mal gab."
Ich nickte.
„Gut, dann werden sie jetzt beide Tränke herstellen und jeden Schritt kommentieren hinsichtlich der Wichtigkeit dieses Schrittes und was passieren würde, wenn man ihn vergessen oder ihn falsch anwenden würde."
Ich kramte in meiner Tasche nach dem Buch „Zaubertränke und Zauberbräue", was bis zum fünften Jahr verwendet wurde und schlug es auf Seite zwanzig auf. Ich lief zielstrebig auf den Zutatenschrank zu und suchte mir getrocknete Nesseln, gemahlene Schlangenzähne, geschmorte Wellhornschnecken und Stachelschweinpastillen heraus. Nervös begann ich mit dem ersten Arbeitschritt und kommentierte ihn. Als von Prof. Snape keinerlei Einwände kamen, machte ich etwas selbstbewusster weiter, obwohl das kaum etwas zu sagen hatte, da sein Gesicht sowieso die meiste Zeit über eine undurchschaubare Steinmaske war.
„Und nun kommen wir zum letzten Schritt", sagte ich. „Der Kessel wird vom Feuer genommen und die Stachelschweinpastillen werden hinzugegeben. Es wäre sehr fatal, wenn man den Kessel noch auf dem Feuer stehen hätte, wenn man die Stachelschweinpastillen hinzugibt, da der Trank dann sehr aggressiv wird, den Kessel schmelzen lässt, ausläuft, in alles womit er in Berührung kommt Löcher brennt und auf der Haut Furunkel entstehen lässt."
Ich hob den Kessel vom Feuer, fügte die Stachelschweinpastillen hinzu und füllte alles in ein kleines Fläschchen, was ich mir dafür schon bereitgestellt hatte. Ich beschriftete es, stellte es wieder auf den Tisch, leerte den Kessel und schlug das Zaubertränkebuch auf der nächsten Seite auf. Der Heiltrank gegen Furunkel war ein Kinderspiel gewesen im Gegensatz zum Vergesslichkeitstrank. Schnell überflog ich es noch einmal.
Geben Sie 2 Tropfen vom Wasser des Letheflusses in Ihren Kessel. Danach kurz für 20 Sekunden erhitzen. Fügen Sie zwei Baldriansprösslinge zu dem Inhalt Ihres Kessels hinzu. Rühen Sie 3-mal im Uhrzeigersinn um. Schwenken Sie Ihren Zauberstab. Lassen Sie alles für 45-60 Minuten brauen. Geben Sie 2 Maß der Standartzutat in den Mörser. Geben Sie 4 Mistelzweigbeeren in den Mörser. Zerstoßen Sie beide Zutaten mithilfe des Pistills zu einem mittelfeinen Puder. Fügen Sie 2 Prisen dieser zerstoßenen und gemixten Zutat in Ihren Kessel. Rühren Sie 5 Mal gegen den Uhrzeigersinn um. Schwenken Sie Ihren Zauberstab, um den Trank zu vollenden.
Ich hoffte, dass nichts schief gehen würde…
Eine Stunde später schloss ich die Tür hinter Hermine und mir und wir machten uns auf den Weg zurück zu unseren jeweiligen Wohnräumen. Der zweite Trank wäre mir beinnahe auch fehlerfrei gelungen, hätte ich nicht vergessen 5 Mal gegen den Uhrzeigersinn umzurühren. Ich war so nervös, weil ich nicht mehr genau wusste, was passieren würde, wenn man den vorletzten Schritt weglassen oder nur teilweise ausführen würde, so dass ich nur 4 Mal gegen den Uhrzeigersinn umrührte und der Trank somit zu einer klebrigen Masse wurde, die nicht nur ekelhaft aussah, sondern auch schwer zu entfernen gewesen war. Da meine nächste Nachhilfestunde für Zaubertränke bereits in drei Tagen war und Hermine nicht dabei sein würde, da sie zu dieser Zeit selbst Unterricht hatte, hatte mir Prof. Snape eine Menge Hausaufgaben aufgegeben. Ich sollte über alle Zutaten, die ich heute verwendet hatte einen Aufsatz schreiben (Vorkommen, Verwendung, Historischer Rückblick, Wirkung, usw.), ich sollte mich über die zwölf Verwendungsarten von Drachenblut informieren und diese auswendig lernen und die Krönung des ganzen war, dass ich am Mittwoch vor meiner Nachhilfestunde in Zauberkunst ein Gegengift gegen die häufigsten Gifte brauen sollte.
‚Ich werde den Raum für sie offen lassen und ich erwarte, dass sie ihn so hinterlassen, wie er aussah, bevor sie den Raum betreten haben', hatte Prof. Snape angeordnet. Ich hätte gern darauf verzichten können.
„Das war ja sehr… interessant. Du schlägst dich echt gut mit Prof. Snape und deine Fortschritte sind sehr erstaunlich. Wahrscheinlich hast du bis zu den Weihnachtsferien schon den Stoff des ersten und zweiten Jahrs hinter dir", sagte Hermine.
„Ja, das stimmt und danke. Aber das ist auch alles wirklich unglaublich anstrengend. Ich denke nicht mehr so oft an Tante Eileens Tod und ich habe mich beinahe vollständig daran gewöhnt, dass Hexen und Zauberer und magische Dinge real sind, aber Abends fühlt sich mein Kopf immer noch so an, als müsste er wegen den vielen Informationen explodieren", sagte ich.
Hermine blickte mich mitleidig an. „Aber du machst echt unglaubliche Fortschritte und du wirst sehen, nach den Ferien musst du zwar immer noch viel lernen, aber es wird dir alles nicht mehr so schwer wie am Anfang vorkommen."
„Das hoffe ich sehr." Und plötzlich erinnerte ich mich wieder an die Sache, die ich Hermine noch fragen wollte. „Äh, wo wir gerade schon von Ferien sprechen…"
„Ja?", fragte Hermine.
„Ich… ich habe Mrs. Cooper geschrieben, dass ich die erste Woche der Weihnachtsferien bei dir verbringen werde, weil… weil du mich dazu eingeladen hast…"
„Du hast was?" Hermine blieb stehen und starrte mich ungläubig an.
„Nein, keine Sorge", versuchte ich sie schnell zu beruhigen. „Ich werde mich die Ferien über nicht ungefragt bei dir einquartieren."
„Aber –?"
„Ich brauchte das als Notlüge, damit ich Mrs. Cooper nicht erzählen muss, wo ich die Weihnachtsferien wirklich verbringe", unterbrach ich Hermine. „Sie würde es vermutlich nicht verstehen und erlauben…"
„So ungewöhnlich ist es doch nicht die Ferien über in Hogwarts zu bleiben", sagte Hermine, doch dann hielt sie inne. „Warte mal. Entweder du bleibst die ganze Zeit über in Hogwarts oder gar nicht. Eine Woche geht gar nicht."
„Ich weiß", sagte ich und blickte auf den Boden. „Ich… wurde von jemandem eingeladen."
„Von wem?", fragte Hermine neugierig.
„Von… einem Jungen", sagte ich ausweichend. Es war garantiert noch zu früh, um Hermine von mir und Draco zu erzählen.
„Ein Junge? Wer ist es? Mach es doch nicht so spannend!"
Wir hatten den Fuß der Treppe erreicht.
„Man könnte meinen du wärst Lavender", sagte ich und lachte, aber Hermine stimmte nicht ein. Eigentlich sah sie ziemlich ernst aus.
„Ich frage das nicht, um den neusten Klatsch und Tratsch zu erfahren", sagte sie und in ihrer Stimme klang ein wenig Besorgnis. „Du bist noch nicht so lange hier und du kennst auch kaum Jungs, deshalb will ich nicht, dass du dich in etwas verrennst, bei dem dich dieser Junge ausnutzt und lächerlich macht."
„Keine Sorge", ich atmete erleichtert aus. „Draco und ich kennen uns schon länger als eine Woche…"
„Draco?" Hermine sah so aus, als hätte man ihr gerade gesagt, dass die Abschlussprüfungen für die sie schon seit Monaten gelernt hatte ausfallen würden. Mist, dachte ich. So viel zu dem Plan, meine Beziehung vorerst geheim zu halten.
„Was ist mit Draco?", fragte ich und versuchte so zu tun, als wüsste ich nicht, wovon Hermine sprach.
„Du weißt genau wovon ich rede", sagte Hermine. „Du hast ihn gerade eben erwähnt."
„Habe ich nicht", protestierte ich und versuchte unschuldig auszusehen. „Ich meinte Damian und ich…"
„Nein, das meintest du nicht", sagte Hermine und sah mich plötzlich sehr geschockt an. „Wie kannst du bloß… mit ihm… zusammen sein? Vor allem, wo du doch weißt, was er uns angetan hat und wie er über uns redet."
„Wenn du ihn besser kennen würdest, würdest du wissen, dass er –"
„Ein arroganter, eingebildeter, reicher Sohn ist, der alle, die nicht in seinem Haus sind mobbt und fertig macht? Tut mir Leid, aber das weiß ich alles schon über ihn. Du solltest ihn wirklich vergessen und dir jemand anderen als Freund suchen."
„Da muss ich dich enttäuschen", sagte ich leicht wütend. „Ich liebe ihn und du wirst daran garantiert nichts ändern!"
„Gut! Wenn du meinst", sagte Hermine und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Ihr Gesicht wurde zu einer steinernen Maske, als sie mich emotionslos musterte. „Tu was du für richtig hältst, aber lass mich damit ihn Ruhe."
Und damit drehte sie sich um und rannte die Treppe herauf. Ich sah ihr ein wenig perplex nach. Ich hatte geahnt, dass sie nicht unbedingt begeistert von meiner Beziehung mit Draco sein würde, aber das hatte ich wirklich nicht von ihr gedacht. Meine Güte, dachte ich. Sie benimmt sich wie eine richtige Drama Queen. Lavender könnte sich echt noch eine Scheibe von ihr abschneiden.
Ich hatte gedacht am nächsten Morgen hätte sich Hermine wieder beruhigt. Aber als ich mich an den Gryffindortisch setzte, merkte ich, dass ich wohl vergeblich gehofft hatte. Pflege magischer Geschöpfe würde heute wegen des starken Regens ausfallen und deshalb hatte ich jetzt zwei Freistunden bis Wahrsagen begann. Eigentlich hatte ich sie mit Harry, Ron und Hermine verbringen wollen, doch anscheinend hatte Hermine Harry und Ron alles erzählt und diese schienen sich Hermines Meinung anzuschließen. Nachdem ich mich zu ihnen gesetzt hatte, standen alle drei gleichzeitig auf und verließen zusammen die Große Halle.
Niedergeschlagen blickte ich auf meinen Teller, aber dann wurde ich wütend. Wenn sie etwas gegen Draco und mich haben – okay. Dann sollen sie das halt. Was kümmert mich das. Ich werde mein Leben garantiert nicht nach ihren Vorstellungen gestallten.
Mrs. Coopers Antwort kam am Freitag nach Zauberkunst. Erwartungsvoll öffnete ich den Brief.
Liebe Lucy,
es freut mich sehr, dass du so gute Freundschaften schließen konntest und ich habe natürlich nichts dagegen, wenn du bei Hermine die erste Ferienwoche bleibst. Sie scheint ja wirklich so nett zu sein, wie du mir schon geschrieben hattest. Eine Bedingung hätte ich aber an dich: Bitte lass dich nicht vollkommen mit Alkohol vollaufen oder zu einem Duell verleiten lassen. Aber ich denke mal, dass Hermine nicht jemand ist, der so etwas zulassen würde. Trotzdem kann man nicht vorsichtig genug sein.
Ich hoffe in der Schule ist bei dir alles so weit okay? Wie sieht es mit dem neuen Stundenplan und den Nachhilfestunden aus? Ich war ja so schockiert, als du mir von deinem Zusammenbruch geschrieben hattest. Warum hattest du denn nichts davon gesagt, als wir uns an deinem Geburtstag getroffen hatten? Nun ja, ist ja auch nicht weiter so dramatisch – Hauptsache es geht dir gut. Und falls dir die Schule zu viel wird, sag mir einfach bescheid und ich werde alles in Bewegung setzten, um dich Zuhause zu unterrichten. Astronomie und Wahrsagen waren zwar noch nie meine besten Fächer, aber für dich würde ich sie noch einmal lernen. Du bist ein echt tolles Mädchen. Eileen konnte sich glücklich schätzen, dich als Pflegetochter gehabt zu haben. Jede Mutter wäre glücklich mit einer Tochter wie dir, also setzt dich nicht zu stark unter Druck. Du hast alle Zeit der Welt den versäumten Unterrichtsstoff wieder aufzuholen.
Viele Grüße deine
T. Cooper
P.S.: Wo soll ich Anfang der zweiten Ferienwoche abholen?
Lächelnd faltete ich Mrs. Coopers Brief zusammen. Obwohl sie manchmal etwas nervig ist mit ihrem Dauerlächeln, ist sie doch ein supernetter und verständnisvoller Mensch. Ich dachte an Hermine, Ron und Harry. Manche könnten sich das von ihr abgucken.
Ich machte mich auf den Weg zu Verwandlung. Es ist sowieso nur noch weniger als ein Monat bis zu den Ferien und die Zeit bis dahin werde ich schon ohne die drei überleben. Es ist ja nicht so, als wären sie meine einzigen Freunde!
Und damit wünsche ich euch ein frohes neues Jahr! LG, SevMine
