Summary: Xover Charmed und Harry Potter: Eine Vision von Phoebe führt die Mächtigen Drei nach England. Doch ist ihr Unschuldiger wirklich so unschuldig wie sie denken?

Disclaimer: Weder Charmed noch Harry Potter gehören mir; ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Es macht einfach nur Spaß:-) Also bitte verklagt mich nicht – es gibt bei einer armen Studentin sowieso nichts zu holen ;-)

Note 1: Hi! Das Schreiben läuft zur Zeit ganz gut muss ich sagen. Zum letzten Kapitel: Ist jemand an einer guten Remus-Geschichte interessiert? Dann empfehle ich: ‚Defence Against the Dark Creature' von Allemande.

Zu euren tollen wunderbaren motivierenden Reviews:

Paradisa: Hm... nein, Sirius ist nicht in der Hütte. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sobald er wusste, dass Remus Professor in/auf Hogwarts ist, er sich fern gehalten hat von der Hütte. Denn: Remus ist nun mal ein Werwolf. Das heißt um den Vollmond herum und ganz besonders in dieser Nacht würde er Sirius riechen können. Deshalb war es auch gut, dass Phoebe in den Tagen vor dem Vollmond keinen Kontakt zu Sirius hatte, denn ansonsten hätte er Sirius' Geruch auch ganz sicher an ihr wahrgenommen. – Wahrscheinlich hast du gedacht, dass er da sein müsste, weil die Endkonfrontation in Buch und Film in der Hütte war. Allerdings stelle ich mir vor, dass es da für Sirius keine Rolle mehr gespielt hat ob Remus ihn findet. Pettigrew war sein einziges Ziel. Und er hatte ihn. Soweit klar? – Das mit Lykanthropen war mir schon bewusst gewesen, nur hatte ich das Wort noch nie im Deutschen gehört und war deshalb zögerlich es einfach so aus dem Englischen zu übernehmen. Aber was ist Hypertrichose? Davon habe ich noch nichts gehört. Erleuchte mich:-)

Liz! Die Widerholung von ‚ICH WILL ABA MEHR:-) also: schnell weiter machen! War wieder ein supitolles Kapitel!' stört mich kein Stück! ;-) Also mach dir da keine Sorgen! – Piper wird dann auch Fortschritte machen, versprochen! In ein paar Kapiteln darf sie Mamahenne für Sirius und Harry spielen und dann wird es sicher wieder lustiger! – Noch mal: Gute Besserung!

Anna, ich hoffe auch dir geht's wieder besser! – Die Unterschiede zwischen Wyatt und Chris machen Spaß! Natürlich ist Wyatt auch vorsichtig. Aber gleichzeitig ist er offener in seinen Gefühlen und lässt sich auch von ihnen leiten. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich diese nette Familiensituation oder besser gesagt ihre Enthüllung gestalten werde. Aber interessant wird es sicher werden!

Hallo Phania! ‚winks' Danke!

Und weiter geht's!


Heart's Desire

Kapitel 11

„Gibt es einen Grund, warum Sirius Black nackt in unserem Bad steht?" (‚Heart's Desire', Kapitel 11 by June22)

Ein Trank, ein Baby und ein Flüchtling

Als Remus am Morgen erwachte, war er im Krankenflügel. Das Morgenlicht schien durch die großen Fenster. Phoebe schlief auf einem Stuhl neben ihm.

Er dachte an die vergangene Nacht zurück und lächelte. Ja, er, der Werwolf, der sein Leben in den vergangenen 30 Jahren mehr als einmal verflucht hatte, lächelte.

Er hatte die Verwandlung zum ersten Mal seit 12 Jahren nicht allein erlebt. Und er war er selbst geblieben.

Okay, sein Körper fühlte sich trotzdem furchtbar an. Aber seine Laune war erfrischend gut!

Phoebe bewegte sich neben ihm und gähnte.

„Guten Morgen", sagte er.

„Morgen!" Einen Moment lang grinsten sie sich gegenseitig an, dann lachten sie, was Remus jedoch wieder schmerzhaft an seinen Zustand erinnerte. Er zuckte zusammen.

„Autsch", sagte Phoebe mitfühlend. „Alles in Ordnung?"

„Ja", antwortete Remus. „Ich bin... Danke, Phoebe." Dafür, dass du nicht auf mich gehört hast und trotzdem gekommen bist. Für dein Verständnis und deine Sorge, wie sich nur ein Freund sorgen kann. Danke dafür, dass du da bist.

Sie nickte.

Jemand räusperte sich. „Phoebe?"

„Hmm? – Oh!" Sie stand auf und hüpfte schnell zu ihrer Schwester, die im Eingang zum Krankenflügel stand.

„Wie geht's ihm?"

„Den Umständen entsprechend würde ich sagen. Wo ist Wyatt?"

„Aus irgendwelchen Gründen kann Hellsehen heute nicht stattfinden. Ich hab Harry und seine Freunde getroffen, als sie auf dem Weg zurück zum Gryffindor-Turm waren. Er hat gefragt, ob er babysitten darf. Ich hole Wyatt dann ab, bevor Verteidigung gegen die Dunklen Künste anfängt."

„Mit Harry hast du als Babysitter einen guten Fang gemacht! Er liebt meinen Neffen!"

Piper lächelte, schüttelte aber gleichzeitig den Kopf. „Ja, ich weiß. Aber welcher 13jährige passt schon gern in seiner Freizeit auf Kleinkinder auf... Hat er nichts Besseres zu tun?"

Ah... und hier kam der Grund, warum Piper wirklich zu Phoebe gekommen war. Um sicher zu gehen, dass es okay war Harry ihren Sohn anzuvertrauen. Phoebe kannte den Jungen immerhin besser als sie. Nachdenklich meinte sie: „Harry... hat nie viel Familie gehabt. Ich denke... mit Wyatt zusammen zu sein gibt ihm ein Stück weit das Gefühl, ihm das zu geben, was er selbst immer haben wollte. – Er wird dich nicht enttäuschen, Piper."

Sie sah Phoebe forschend an. Scheinbar fand sie, wonach sie suchte, denn kurz darauf nickte sie. „Gut."

„Möchtest du, dass ich mit zur Großen Halle komme?"

„Genau genommen komme ich gerade von dort. Ich habe schon gegessen."

„Ach so. Okay. Dann werde ich Remus und mir wohl etwas von den Hauselfen kommen lassen."

„Tu das. Ich bin nur hier, um dir zu sagen, dass ich nicht gleich zurückgehe."

„Ähm... aha." Piper verließ jetzt also nicht nur zum Essen freiwillig ihre gemeinsamen Räume. Das war gut. Nicht wahr? „Dann sehe ich dich... nachher?"

„Klar." Piper winkte, drehte sich um und ging.

Phoebe sah ihr eine Weile nach, bevor sie zurück zu Lupin ging.

o

Piper wanderte ziellos umher. Die Führung am Tag zuvor hatte nicht mal annähernd alle Teile des Schlosses abgedeckt. Es gab so viel zu sehen. Nicht dass es unbedingt das war, worauf es ihr wirklich ankam. Das Problem war... Piper hatte sich an diesem Morgen gut gefühlt.

Und sie wollte sich nicht gut fühlen. Sie wollte angemessen um den Verlust ihrer Ehe trauern.

Nachdem sie herausgefunden hatte, dass sie sich schlecht fühlte, weil sie sich gut fühlte, hatte sie an Leo gedacht, an ihre gemeinsame Zeit, schließlich an die Jahre, die ihnen gestohlen worden waren. – Und der Schmerz war in sie zurückgeflossen wie ein alter Freund.

Trotzdem hatte sie die Sache rastlos gemacht, hatte sie aus ihrem Zimmer hinausgetrieben.

Ab und zu kam sie an ein paar Schülern vorbei oder an offenen Klassenräumen, wo sie dann stehen blieb und einen Moment den Ausführungen der Professoren lauschte.

Einer der offenen Räume beherbergte jedoch keine Klasse. Der Professor darin war ruhig, jedoch in seinen Bewegungen nicht still. Piper fühlte sich eingefangen von der stetigen Arbeit.

„Miss Halliwell."

Piper schon von seinen Händen auf und sah, dass sein emotionsloser Blick auf sie gerichtet war. „Professor Snape."

Er machte weiter, dachte wohl, dass sie wieder gehen würde, doch Piper stand weiter da, fühlte sich an zu Hause erinnert, ihre eigenen Tränke. Und ausnahmsweise war es kein trauriger Gedanke.

Er sah sie ein weiteres Mal an. Sie trat einen Schritt vor, ohne hereinzukommen. „Kann ich helfen?"

Seine Überraschung zeigte sich nur durch eine leicht gehobene Augenbraue. Sie wusste, er würde ablehnen. So, wie sie ihn hatte arbeiten sehen, war es klar, dass die Herstellung von Tränken wohl in etwa den gleichen Effekt bei ihm hatte, wie bei ihr. Beruhigend, entspannend. Dazu brauchte er sie ganz bestimmt nicht hier.

„Die Zutaten sind dort drüben. Das Rezept ist in dem Buch."

Ihr Gesicht war in ihrer Überraschung weitaus ausdrucksstärker als seines. Ihr Mund formte ein ‚Oh', ihre Augen weiteten sich merklich.

Sie nickte. Mit ein paar Schritten war sie am Tisch und öffnete das Buch an der Stelle, an der das Lesezeichen lag. Sie überflog die Zutaten und holte sie sich aus dem Schrank. Die Menge verriet ihr, welche Größe ihr Kessel haben musste. Als sie zurück an den Tisch kam, lag ein Holzbrettchen an ihrem Platz. Stumm reichte ihr der Professor ein Messer.

Sie ging ans Werk.

oo

„Also wieso du dir den Hosenscheißer hast aufschwatzen lassen..." Ron schüttelte den Kopf.

Harry, der Wyatt auf dem Schoß hatte, grinste. „Wieso, er ist doch süß!"

„Naja, wenigstens hält er uns in unserer freien Stunde Hermione vom Hals!" Nicht, dass sie jetzt plötzlich etwas gegen ihre beste Freundin hatten. Aber bevor sie Piper und Wyatt begegnet waren, hatte Hermione schon ausführlich geplant, wie sie ihre Freistunde am Besten für ihre Hausaufgaben nutzen konnten. Jetzt war sie oben und beschäftigte sich mit Gott-weiß-was.

Wyatt krabbelte von Harry herunter und rüber zu Ron. Der ließ es über sich ergehen, dass der Kleine sich an ihm hochzog und mit seinen kleinen Händchen in seinem Gesicht herumpatschte. Nur, als er dann an seine Haare ging, war es Ron genug. „Harry!"

Sein Freund kicherte. „Ist ja schon gut." Eine Kitzelattacke hielt Wyatt davon ab Rons perfektes Aussehen noch weiter zu verunstalten. Der Junge wand sich auf dem Sofa unter seinen Fingern. Als nächstes jedoch fuhren seine Hände nur noch in eine Wolke aus hellblauem Licht. Dann war Wyatt verschwunden.

„Was-?"

„Wo ist er hin?", wollte auch Ron wissen. Die beiden sprangen auf und sahen sich um. „Wyatt?"

„Was war das?"

„Verdammt! Miss Halliwell wird mich umbringen!"

„Du kennst sie schon recht gut wie ich sehe", sagte eine andere Stimme amüsiert von der Treppe her.

Die beiden wandten sich um. Professor Bennett stand da, mit ihrem Schützling auf dem Arm. „Vermisst ihr etwas?"

„Merlin sei Dank!"

„Wie hat er das gemacht?"

Matt kam auf sie zu und gab den Jungen zurück an seinen Babysitter. „Sein Vater ist ein Wächter des Lichts. Er hat es geerbt."

„Wächter des Lichts?", flüsterte Ron fragend zu Harry.

„Eine Schutzengel für Hexen mit spezifischen Kräften wie zum Beispiel Telekinese", erklärte Hermione, die gerade zu ihnen stieß.

„Wollen wir dann?"

„Ähm... Ich muss erst noch Wyatt zurückbringen."

„Versuchs mal bei Professor Snape. Ihr anderen kommt am besten schon mit. Reicht ja, wenn einer von euch zu spät zu meiner Stunde kommt. Na geh schon!"

Auch wenn Harry keine Ahnung hatte, woher Matt wusste, wo Miss Halliwell sich aufhielt versuchte es in den Kerkern. Und wurde fündig. Piper verabschiedete sich gerade. „Danke, Professor."

Er sah, wie der Tränkemeister Piper respektvoll zunickte. Da sah der Blick, den er danach ihm zuwarf schon ganz anders aus. „Mr.Potter."

„Oh, hallo Harry! Zu dir wollte ich als Nächstes! – Hallo mein Schatz", fügte sie noch hinzu, als Wyatt die Ärmchen nach ihr ausstreckte.

„Ähm... okay... ich muss dann zu Verteidigung gegen die Dunklen Künste!"

„In Ordnung! Und dann danke noch mal fürs Aufpassen auf Wyatt."

„Gern! Bye!"

ooo

Liebe Paige,

Wie läuft es zu Hause? Hast du herausgefunden, was es mit unserem Hausgast auf sich hat?

Wir jedenfalls haben uns ganz gut hier eingelebt. Piper geht es... den Umständen entsprechend. Immerhin verlässt sie ihr Zimmer ab und zu. Auch wenn ich keine Ahnung habe, was sie macht, wenn sie allein durch das Schloss geistert. An Wyatt hat so ziemlich jeder einen Narren gefressen. Die Kinder lieben ihn. Besonders Harry Potter passt gerne auf ihn auf. Von Harry hatte ich dir doch erzählt?

Von meinem Schützling gibt es soweit nichts Neues zu berichten. Als ich in SanFran war, war er mal im Schloss. Doch seitdem hat er sich nicht wieder blicken lassen. Es beunruhigt mich ein wenig...

Wie auch immer! Ich hab dich lieb! Pass gut auf dich auf und hol' uns, wenn es Schwierigkeiten gibt!

Deine Phoebe!

oo

Hi Pheebs!

Na das mit dem Briefeschreiben klappt ja schon mal besser als letztes Mal!

Unser Hausgast ist immer noch da. Wie wir uns schon gedacht hatten, ist er nicht wirklich ein Geist. Was er aber ist... Tja, wer weiß? Unser neuer Wächter des Lichts ist in dieser Hinsicht jedenfalls keine große Hilfe. Obwohl es sein kann, dass er weiß, was los ist. Ich habe das Gefühl, die Ältesten haben ihn bei dieser Sache zu Stillschweigen verpflichtet. Und da er nun mal nicht Leo ist, hält er sich auch an die Regeln.

Ansonsten läuft alles rund. Die Dämonen scheinen sich eine Auszeit zu nehmen. Einen Angriff gab es bisher, aber der war kein Problem.

Elise allerdings will wissen, wann du wieder zur Arbeit kommst. Die Kolumnen von dir gehen ihr aus. Wie wäre es, wenn ich mir von ihr ein paar Leserbriefe geben lasse und sie dir schicke?

Piper kannst du ausrichten, dass der Club okay ist.

Hab euch lieb,

Paige!

Phoebe legte den Brief beiseite. Interessant, was ihren Geist und Nick betraf. Aber immerhin war ansonsten alles okay. Die Idee mit den Leserbriefen war gut. Hier würde sie auf jeden Fall Zeit finden, ihre Kolumne zu schreiben.

„Der ist von meiner Schwester", kommentierte sie für ihren pelzigen Freund und stupste seine kleine schwarze Nase an. „Sie war ziemlich sauer, dass ich ihr und Piper nicht geschrieben habe... jetzt scheint es zu funktionieren. – Mal was anderes... ich hatte mich gefragt... Weißt du, ich werde nicht mehr hier herunterkommen. Die Dementoren wissen inzwischen zu genau, wo sie mich finden. Aber vielleicht... vielleicht kommst du mit ins Schloss, hm?"

Er hob den Kopf von seinem Schoß und schaute sie an. Dann bellte er erfreut und wedelt mit dem Schwanz. Phoebe hatte wieder mal das Gefühl, dass dieser Hund viel mehr verstand, als sie dachte. Fast war es wie mit Remus die Nacht zuvor. Aber das war natürlich quatsch. Dieser Hund war ein Hund. Und Punkt. „Ich habe ja eigentlich keine Ahnung, was Dumbledore von Haustieren hält, aber wenn ich mir dann überlege, was Hagrid da unten alles in seiner Hütte hat und was manche Professoren zu ihren Stunden mitbringen... Wir versuchen es einfach, ja?"

Sirius war begeistert von ihrem Vorschlag. Zwar musste er im Schloss Remus aus dem Weg gehen aber ansonsten hatte es so viele Vorteile. Phoebes Gesellschaft, eine warme Unterkunft, etwas zu essen und vereinfachter Zugriff auf Pettigrew! Ja, das war wirklich eine Chance für ihn!

Am gleichen Abend jedoch noch ging dann alles schief. Mehr oder weniger jedenfalls.

Phoebe hatte ihn zu ihren Räumen gebracht, wo er dann Piper und ihren Sohn kennen lernte. Piper war von Phoebes neuem ‚Haustier' nicht allzu begeistert und forderte, dass sie ihn wenigstens wusch, bevor er bei ihnen frei herumlief. Gut, dagegen hatte Sirius nun wirklich nichts. Er wusste selbst, dass er ein Bad mehr als nötig hatte. Und Phoebes Hände auf seinem Körper zu spüren, während sie das Shampoo in sein Fell einrieb war eine Erfahrung, die er ruhig öfter machen konnte.

Nachdem sie ihn dann noch abgetrocknet hatte, verließ sie jedoch kurz das Bad. Padfoot blieb auf allen vieren und in ein flauschiges Handtuch gehüllt im Bad sitzen. Herrlich, dachte er. Was für ein Unterschied zu Azkaban. Konnte er es riskieren, sich kurz zurückzuverwandeln? Wenn er die Tür abschloss, sobald er wieder ein Mensch war konnte er vielleicht ein paar Momente ungestört im Bad verbringen. Mal in den Spiegel schauen und sehen, wie abgemagert er wirklich war. Endlich wieder eine richtige Toilette benutzen und nicht den nächsten Busch. Seine verlumpten Gefängnissachen notdürftig waschen... Er tat es. Doch sobald er sich verwandelt hatte, fühlte er sich nicht mehr so schön sauber, denn jetzt trug er ja wieder die Gefängniskluft und er hatte plötzlich das Gefühl, da unbedingt rauskommen zu müssen. Also zog er sich aus und wickelte seine untere Hälfte in das Handtuch. Okay, was als Nächstes? Richtig, die Tür.

Er streckte die Hand aus, um den Schlüssel umzudrehen.

Die Tür öffnete sich.

Braune Augen sahen ihn überrascht an.

Seine blauen schauten genauso überrascht zurück. Die Frau, die da vor ihm stand, musste Piper sein. Prima!

„Phoebe", rief die vermeintliche Schwester.

„Was ist?"

„Gibt es einen Grund, warum Sirius Black nackt in unserem Bad steht?"

„WAS?" Phoebe kam auf sie zugestürzt und sah ihn dann auch. „Du – ich... aber du... Du bist ein Animagus?"

„Animagus", fragte Piper.

Sirius antwortete: „Jemand, der sich in ein Tier verwandeln kann. Ja, Phoebe. Bin ich..."

„Was jetzt? Muss ich schreien, versuchen ihn erstarren zu lassen, es klappt nicht, dann sprenge ich ein Stück seiner Schulter weg, er ist unschädlich gemacht und wir holen Dumbledore?"

Sirius musste schlucken. Zufällig mochte er seine Schulter, danke! „Bitte?"

„Was meine Schwester versucht zu sagen ist: Bist du unschuldig? Oder habe ich meine Vision mißinterpretiert?"

„Ich bin unschuldig, ja. Aber wie kannst du das wissen? Was hast du gesehen?"

„Einiges... ähm, vielleicht ziehst du dich erstmal an, wir besorgen dir was zu essen – Scheint nötig zu sein! – und dann erzählst du uns deine Geschichte! Ja?" Und es war nötig, er sollte was essen. Die Art und Weise, in der sein entblößter Oberkörper seine Rippen zur Schau stellte, war unschön. Wenn sie sich jedoch vorstellte, wie dieser Oberkörper aussah, wenn Sirius nicht gerade am Verhungern war... ja, nicht schlecht. Sie wandte sich ab, um zu verstecken, wie sie errötete. Und dann hatte er da auch noch diese interessanten Tätowierungen...

Zehn Minuten später saß Sirius in geborgte Sachen gehüllt und mit einem Teller Hühnersuppe auf dem Sofa. Die Suppe war schön warm. Und der Geschmack von richtigem Essen war unbeschreiblich!

Als er damit fertig war, drückte ihm Phoebe noch einen Apfel in die Hand. Er sah köstlich aus! Allerdings verblieb er nicht lange in seinem Besitz, denn Piper meinte, dass sie lange genug gewartet hatte. „Können wir?"

„Ähm... ja", sagte Sirius, wusste aber auf einmal nicht, wo er anfangen sollte. „Peter. Peter Pettigrew... Habt ihr von ihm gehört?"

Phoebe erinnerte sich an das, was sie in der Bibliothek recherchiert hatte. „Er ging mit dir, Remus und James zur Schule, gehörte zu eurer Gruppe... In der Version der Ereignisse, die der Daily Prophet veröffentlicht hat, war er derjenige, der dich gestellt hat. Und du hast ihn dann mit einem Dutzend Leute getötet."

Ihre Worte hatten offensichtlich einen Effekt auf Sirius, denn seine nächsten Worte äußerte er mehr als nur ein wenig aufgeregt: „Oh ja, das ist es, was alle glauben sollten! Aber ich war nicht der einzige Animagus unter uns Maraudern! Wir haben lange gebraucht, herauszubekommen, wie es funktioniert, wie man einer wird und das alles für Remus, für die Vollmondnächte! Wir wurden Animagi aus Freundschaft! Und Peter hat es gewagt, das in seinem Verrat auszunutzen!"

„Das hatte mich sowieso gewundert", meinte Phoebe und unterbrach damit wirksam seinen Wortschwall.

„Was denn?"

„In der ganzen Zeit hier hat keiner mir gegenüber erwähnt, dass du ein Animagus bist. Sie wissen es nicht. Aber was sollte Remus für einen Grund haben, es nicht Dumbledore zu sagen? Auch wenn er denkt, dass du ihn verraten hast, glaubt er trotzdem noch, dass du diesen Teil eurer Freundschaft niemals entehren würdest. – Das zeugt von großem Vertrauen... was angesichts von dem, was er für die Tatsachen hält dumm ist. Aber Remus ist nicht dumm."

Sirius nickte. Der Geist eines Lächelns umspielte seine Lippen. „Ehrlich gesagt hat mich das auch überrascht. Spätestens nach dem ich versucht habe an der Dicken Dame vorbeizukommen hätte ich gedacht, dass er es verrät. Hat er aber nicht. Guter Lupin!" In seiner Stimme schwang Wärme mit, als er von Remus sprach. Wäre er nicht ein Mann, der erst vor kurzem aus Azkaban ausgebrochen war, wären seine plötzlichen Stimmungsumschwünge wohl beunruhigend.

„Was ist nun mit Pettigrew", fragte Piper, um das Gespräch wieder auf das ursprüngliche Thema zu lenken.

„Er hat James und Lily verraten. Die beiden haben sich mit dem Fidelius-Zauber versteckt. Er war der einzige, der wusste, wo die beiden waren. Er war der, dem sie ihren Aufenthaltsort anvertraut haben, ihr Leben! Und er hat beides an Voldemort verraten." Nun letztendlich war er auf den Beinen, als einmal mehr die Erinnerungen an jene Nacht an die Oberfläche kamen. „Sie waren erst seit ein paar Stunden unter dem Zauber. Ich habe gemerkt, als sie ihn gesprochen haben, denn plötzlich hatte ich keine Ahnung mehr, wo sie waren. Es lief alles nach Plan, dachte ich. Sie waren sicher! Und doch... am Abend dann wusste ich es wieder und mir war klar, dass etwas schief gegangen war. Pettigrew musste geschnappt worden sein! Ich machte mich auf den Weg aber es war zu spät! Das Zeichen Voldemorts hang über ihrem in Trümmern liegenden Haus und Harrys Schreie waren das einzige, was die Stille durchdrang... Kein Zeichen von Peter... nichts... Hagrid war da. Ich bat ihn, mir Harry zu geben, doch Dumbledore hatte ihm gesagt, er solle ihn zu ihm bringen. Ich gab ihm mein Motorrad... verabschiedete mich von... Lily... und... und James. – Ich ging zu Peters Haus. Er war nicht da. Ich suchte ihn. Fand ihn am nächsten Morgen!

Ich sah ihn, wie er durch die Straßen ging mit einem so selbstgefälligen Gesichtsausdruck!" Sirius sah aus, als würde er gleich auf irgendetwas losgehen. Phoebe legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er sah sie an und sah seinen Schmerz in ihren Augen gespiegelt. Er wurde wieder ruhig. „Er sah mich auch. Bevor ich irgendetwas tun konnte, kam er auf mich zu, schrie, dass ich Schuld an James' und Lilys Tod wäre! Und dann jagte er die Straße in die Luft, schnitt sich einen Finger ab und nutzte seine Animagus-Form um zu entkommen!"

Ein paar Minuten waren sie alle ruhig.

„Was ist seine Animagus-Form", fragte Piper schließlich.

„Passend zu seinem Charakter... eine Ratte."

Phoebe schluckte. Piper fluchte. Plötzlich ergab das alles etwas mehr Sinn. Die Puzzlestücke fielen an ihren Platz. Sirius sah sie seltsam an. „Was?"

Piper seufzte. „Du hast versucht in den Gryffindor-Turm zu kommen, um Pettigrew zu kriegen, richtig?"

„Ja."

„Und wenn wir sagen Pettigrew meinen wir hier die Ratte... Krätze?"

Noch ein „Ja." gefolgt einem irritierten Blick. Worauf wollte sie hinaus?

Piper schaute Phoebe fragend an. Diese zuckte mit den Schultern, sah dann zu Sirius und meinte:

„Ich sage das nur ungern. Aber Pettigrew ist verschwunden."

ooo

oo

o

:-)