Wow ... hab eben erst die Reviews entdeckt und ... Leute DANKE! Die Ferien sind leider vorüber und so wird es jetzt wohl wöchentlich (immer Montag oder Dienstag) ein neues Kapitel geben, da wir nicht mehr so viel auf einmal schreiben können. Aber eure Reviews beflügeln uns so gu wie möglich anzustrengen, das ihr nicht allzu lange warten müsst. :)

Noch einmal DANKE DANKE für die tollen Reviews! Hoffe wieder von euch zu lesen. Ihr macht uns das Schreiben dadurch erst recht zur Freude. :)

Kapitel 11

Als Lucius sah, wie sich die Türe von Madam Malkins Laden öffnete und sein Sklave heraustrat, erhob er sich nicht sofort. Das wäre, wie er wusste, viel zu auffällig gewesen. So sah er nur kurz in die schwarzen Augen und nickte leicht in Richtung des Buchladens, ehe er den letzten Schluck des köstlichen Kaffees zu sich nahm und einige Sickel als Bezahlung auf den Tisch legte, die im nächsten Moment auch schon in der Kasse des Eisdielenbesitzers verschwanden. Die zwei als Rückgeld erscheinenden Knut ließ er mit einem fast schon verächtlichen Blick kommentarlos liegen und erhob sich nun ebenfalls, seine Robe sorgfältig glatt streichend.

Da Severus den Wink sehr wohl verstanden hatte, schritt er langsam in Richtung Flourish&Blotts und betrat den Laden. Hier wusste zumindest niemand, was er war und so konnte er sich wie ein normaler Kunde verhalten. Neugierig wanderte er die Regalreihen entlang, dabei das Problem in seiner Hose, so gut es eben ging ignorierend. Da er och immer eine der neuen Hosen trug, sah man nicht so deutlich, was sich darin verbarg.

Draußen rannte genau in dem Moment, als Lucius gehen wollte, ein Mann in einer schwarzen Robe in eine Seitengasse.

Das Malfoyoberhaupt war im ersten Moment derart überrascht, dass er verblüfft stehen blieb und dem Mann hinterher starrte. Täuschte er sich, oder hatte er unter der Kapuze etwas weißes aufschimmern sehen, das verdächtig nach …

Nein, das konnte nicht möglich sein. Oder doch?

Ein plötzlicher Aufschrei aus der Richtung, aus welcher der Mann gekommen war, ließ ihn wie fast jeden anderen Anwesenden auch herumfahren und Lucius' Herz schien für einen Moment auszusetzen, als er unverkennbar den Totenkopf und die sich aus dessen Mund herauswindende Schlange über einem Geschäft prangen sah, an dem er zuvor achtlos vorbei geschlendert war, da es geschlossen zu sein schien.

Schlagartig setze Lucius' Herzschlag wieder ein und ohne auch nur über das nachzudenken, was er da tat, sprach er einen Verwirrungszauber über seinen Standort, so dass die in seiner Nähe befindlichen nicht mit Sicherheit sagen konnten, wohin er gelaufen war und eilte dem geflüchteten Todesser nach.

Denn dass es sich bei dem an ihm vorbei gerannten um einen solchen handelte, daran zweifelte Malfoy nun keine Sekunde mehr. Auch wenn er sich fragte, wieso dieser in eine Seitengasse gelaufen war, die nach wenigen hundert Schritten bereits endete.

Schnell hatte Lucius die Gasse erreicht, hinter sich bereits das Ploppen mehrere Apparationen hörend, von denen er nur annehmen konnte, dass dies die zu Hilfe gerufenen Ministeriumsangestellten sein mussten.

Angespannt und mit gezogenem Zauberstab sah sich Lucius um, schon bald das Ende der kleinen Gasse erreicht habend. Wo steckte der Kerl?

Plötzlich wurde der Siebzehnjährige von hinten gepackt und konnte einen Zauberstab in seinem Rücken spüren. „Dumme Idee, Junge.", zischte ihm der Todesser leise ins Ohr.

Lucius erstarrte regelrecht, doch hielt er seinen eigenen Zauberstab weiterhin fest, auch wenn seine Fingerknöchel weiß wurden, so hart umklammerte er ihn. Mit einem Mund, der sich plötzlich unglaublich trocken anfühlte, flüsterte er sich innerlich zusammenreißend und seinen Mut anhäufend heiser zurück: „Ach … und in eine Sackgasse zu laufen, zeugt wohl von deiner überragenden Intelligenz?!"

Verflucht, was mache ich hier eigentlich? Hab ich jetzt vollkommen den Verstand verloren?', schrie er sich innerlich zu, da er das so eigentlich gar nicht hatte sagen wollen. Aber es ärgerte ihn wahnsinnig, dass er sich derart leicht hatte überrumpeln lassen. Egal, ob das hinter ihm nun ein viel erfahrener Zauberer war oder nicht, der bestimmt schon so manches Duell überstanden hatte … sich derart übertölpeln lassen, das stand einem Malfoy einfach nicht zu.

„Schnauze!", zischte der Todesser. Es war tatsächlich ein Versehen gewesen. Eine Querstraße weiter, wäre er in die Knokturngasse gekommen und dorthin wollte er eigentlich fliehen. Es gab einen Apparierpunkt dort, der nicht überwacht wurde.

Ehe Lucius eine wie auch immer geartete Antwort geben konnte, wurden mehrere Schritte hinter ihnen laut. „Und was jetzt … willst du mich etwa als Geisel nehmen?", spottete er, da das alles überhaupt nicht so verlief, wie er es sich eigentlich gedacht hatte.

Irgendwie war er der Überzeugung gewesen, den Todesser zu finden, ihm zur Flucht zu verhelfen und dann selbst bei diesen als Kandidat ins Gespräch zu kommen. So hätte er nur noch warten müssen, bis man zu ihm kam und ihn bat, dieser exklusiven Gesellschaft beizutreten und er – großzügig, wie er nun einmal war - hätte nach einer kurzen Bedenkzeit zugestimmt.

„Welch tolle Idee.", knurrte der Todesser nur und schob den Blonden in die Richtung, aus der die Schritte kamen. „Schau nach, wer da ist.", zischte er, als der Andere um eine Ecke blicken konnte.

Nein, das verläuft ganz und gar nicht wie gedacht …', entschied sich Lucius, vorsichtig um die Ecke blickend und im nächsten Moment auch schon seinen Kopf mit einem Fluch zurückreißend, als er direkt in das Gesicht einer mit steil aufgerichteten Schwanz und gekrümmten Buckel dasitzenden Katze starrte, die auch sofort nach ihm krallte. Erst als Lucius das Brennen im Gesicht spürte, realisierte er, dass das auf einer Mülltonne sitzende Biest ihn tatsächlich auch erwischt hatte.

Ohne darüber nachzudenken, was er tat, richtete er seinen Zauberstab auf das Monster und zischte in einer Mischung aus Wut und Schmerz: „Incendio!"

Laut aufkreischend sprang die plötzlich in Flammen stehende Katze von der Tonne, rannte ein paar Mal im Kreis und flitzte dann direkt auf die zwei in eben diesem Moment erscheinenden Auroren zu, die angespannt und mit gezogenen Zauberstäben die Gasse herunter auf sie zukamen.

Lucius wusste, dass sie ihn gesehen und vor allem auch gehört haben mussten und so handelte er abermals, ohne groß vorher über das Für und Wider nachzudenken, trat seine Kleidung ausklopfend um die Ecke, sich des in seinem Rücken befindlichen Zauberstabs mehr als bewusst und rief den abrupt stehen bleibenden Ministeriumsbeamten zu: „Dieses verdammte Biest …", und in einer Mischung aus Arroganz und seiner üblichen Überheblichkeit, das Flecken auf seine teure Robe kommen könnten, „es hat nicht zufällig einer der zwei Herren ein Taschentuch dabei?"

Die beiden Auroren sahen einander an, ehe sie fast zeitgleich wieder auf den Blonden blickten. „Wer bist du und was hast du hier zu suchen?", verlangte einer zu wissen.

Sich wenn möglich noch gerader aufrichtend blickte Lucius von oben auf die zwei Ministeriumsangestellten herab: „Lucius Malfoy, und meine Angelegenheiten haben Sie nicht zu interessieren."

„Hier... ist ein Todesser hineingelaufen.. Sir.", meinte einer der beiden Auroren nun doch verunsichert, da er nun wusste, dass er es mit dem jungen Familienoberhaupt zu tun hatte.

Wer wusste schon, wer diese zwei Auroren waren? Wohlmöglich nicht einmal reinblütige Zauberer. Sonst hätten sie ihn doch gewiss erkannt. Herablassend erklärte Lucius also, ein imaginäres Fussel von seiner Schulter schnipsend und dabei das Gesicht ob seiner schmerzenden Wange möglichst ausdruckslos haltend: „Nun … dem bin auch ich gefolgt. Doch sah ich ihn mit einem Portschlüssel verschwinden und dann war da nur noch diese vermaledeite Katze."

„Scheiße.", fluchte der andere Auror nur und drehte sich wieder weg, um seinen Kollegen Bescheid zu geben, dass die Spur wohl tot war. Der andere wandte sich wieder an Malfoy. „Kommen Sie, Sie sollten das behandeln lassen. Die Katzen hier können Krankheiten übertragen."

Lucius zögerte nur kurz, nickte dann aber. Zum einen hatte er getan, was er konnte, um dem Todesser zu helfen und zum anderen wollte er sich wirklich nicht irgendwas einfangen. So trat er erst einen, dann einen zweiten Schritt auf die Auroren zu: „Da haben sie wohl recht. Man weiß schließlich nie, mit was man sich bei diesen Mischlingen alles infizieren könnte."

Dass Lucius dabei nicht wirklich die Katze meinte, musste er dem Beamten ja nicht unbedingt auf die Nase binden.

Der Todesser hinter Lucius, der sich noch immer hinter der Biegung versteckte, war positiv überrascht. Und das nicht nur vom Verhalten des Jungen, sondern auch von dessen Identität. Das würde den Dunklen Lord sicherlich interessieren.

Als der Auror Malfoy weggebracht hatte, veränderte der Todesser sein Aussehen und ging langsam aus der Gasse heraus, um in einem unbeobachteten Moment in die Knokturngasse zu schlüpfen.

Einige Schritte entfernt stand Severus in dem Buchladen und sah durch das Schaufenster hinaus. Als er seinen Meister mit einem Auroren sah und auch das Blut auf dessen Wange, musste er sich verdammt zusammen reißen, um nicht sofort nach draußen zu laufen, um ihm zu helfen, wie es der Bund von ihm verlangte. Doch wollte Lucius nicht, dass die Natur ihrer Beziehung bekannt wurde und so hielt Severus sich zurück, auch wenn es nicht leicht war, dem inneren Drang zu widerstehen.

------

TBC