Disclaimer: Alle in dieser Story eingesetzten Charaktere gehören voll und ganz JK Rowling.

Ihr habt tatsächlich 21 Monate bis zu diesem Update ausgeharrt... Man ist mir das peinlich...

Ein riesiges Dankeschön an Brirdy, Rejro, Mmmel, Liriel2006, Mireth, PandoraAluka und all die anderen, die diese Story gelesen und auf eine Fortsetzung gehofft haben. Ich kann euch nicht versprechen, dass dieses Kapitel gut ist. Ich habe es innerhalb einer Stunde heruntergeschrieben, aber dafür ist mir jetzt wenigstens etwas eingefallen, womit ich der Sache neuen Schwung geben kann

Bis bald und genießt das Kapitel.

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Danger Games
Teil 11

„Crucio!"

Der Fluch traf die junge Hexe völlig unvorbereitet und riß ihren schlanken Körper hoch in die Luft, ehe sie mit einem übelkeiterregendem Aufprall auf dem harten Boden aufschlug. Dort wand sie sich noch für lange Minuten unter dem grausamen Fluch, während der Dunkle Lord sich genüßlich die leicht geöffneten Lippen leckte, ehe er den Fluch schließlich aufhob.

Wimmernd lag die junge Frau auf dem Boden und wehrte sich nicht mehr, als einer von Voldemorts Gefolgsleuten neben sie trat und mit einer raschen Bewegung seines Zauberstabs ihr Lebenslicht auslöschte.

„Komm mit mir, Lucius. Ich möchte mit dir reden." Der Dunkle Lord gab den anderen das Zeichen zum Rückzug und machte sich dann auf den Weg zu seiner Kutsche, die in der Nähe gewartet hatte. Lucius schloss sich ihm rasch an.

„Gibt es etwas für mich zu tun, mein Lord?"

Voldemort antwortete nicht sofort. Er stieg in die Kutsche und bedeutete seinem Begleiter, ebenfalls einzusteigen. Dann klopfte er energisch an die Decke und langsam setzte das dunkle Gefährt sich in Bewegung.

„Ich habe in der letzten Zeit viel über dich und deine Familie nachgedacht, Lucius."

Dem blonden Zauberer stockte der Atem. Ein plötzliches Gefühl der Panik breitete sich in seinem Magen aus und für einen kurzen Augenblick war er überzeugt, dass er nun doch noch für sein Versagen bei der Beschaffung der Prophezeiung bestraft werden sollte. Mit Mühe zwang er sich dazu, ruhig zu bleiben.

„Tatsächlich, Herr?"

Klang Lucius' Stimme ein wenig unsicher? Voldemort warf ihm einen prüfenden Blick zu, doch die reglose Miene seines Gegenübers verriet nichts über den Aufruhr, der möglicherweise in seinem Inneren herrschte.

„Wundert dich das, Lucius? Du bist einer meiner treuesten Anhänger. Und deswegen habe ich beschlossen, dich zu belohnen." Die trockenen Lippen des dunklen Lords verzogen sich zu einem, wie er meinte, einnehmenden Lächeln und Lucius lief ein eisiger Schauer über den Rücken. Das konnte nicht gut sein... „Was denkst du? Möchtest du mir nicht bald deinen Sohn schicken? Er ist jetzt in einem Alter, in dem er allmählich an seine Zukunft denken sollte."

Zeit gewinnen! Er musste Zeit gewinnen! Kein andere Gedanke hatte in Lucius' Gedanken Platz, während er fieberhaft nach einer Antwort suchte. „Ich fühle mich geehrt, mein Lord! Aber ich dachte..."

„Du dachtest, ich würde dir deinen kleinen Aufenthalt in Azkaban nicht verzeihen, nicht wahr?" Voldemort lehnte sich vor und klopfte dem anderen leicht auf den Schenkel. „Du solltest mich mittlerweile besser kennen, mein Lucius. Ich weiß, wer mein Vertrauen verdient."

Lange Sekunden herrschte Schweigen in der kleinen Kutsche, dann nahm Voldemort seine Hand von Lucius' Bein, wobei er flüchtig über dessen Knie strich. Lucius schluckte schwer und hoffte, man würde seinem Gesicht den Ekel nicht ansehen, der wie bittere Galle in seiner Kehle klebte. Schon oft waren sie ihm aufgefallen, diese winzigen, scheinbar harmlos-zufälligen Berührungen, doch er war sich nie sicher, ob er sich das ganze nicht nur einbildete. Warum sollte Voldemort...?

„Hörst du mir zu, Lucius?" Die Stimme des dunklen Lords hatte einen leicht gereizten Unterton und der andere beeilte sich, zu antworten.

„Verzeiht, mein Lord! Aber ich war in Gedanken bereits bei meinem Sohn. Er wird erfreut sein, von Eurem Interesse zu hören."

„Natürlich wird er das." Voldemort ließ sich in die Polster sinken und warf seinem Gegenüber aus halb geschlossenen Augen einen lauernden Blick zu. „Aber ich warte immer noch auf eine Antwort, Lucius. Wirst du heute mit mir zu Abend essen, oder nicht?"

Ach du... Lucius fühlte sich schlagartig seekrank. Doch einen Ausweg gab es nicht. „Ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich über Eure Einladung freue! Ich danke Euch!"

Wieder diese trockene Grimasse und Lucius' betete zu allen ihm bekannten Göttern, dass der Abend schnell vorbei gehen möge.

„Wunderbar. Ich habe gehofft, dass du meiner Einladung Folge leistet und schon alles vorbereiten lassen. Wir haben so viel miteinander zu besprechen, aber in einem privaten Rahmen fällt dies einfach leichter. Meinst du nicht auch?"

Lucius nickte wortlos. Bis zum Abendessen waren es noch einige Stunden. Eine endlose Zeitspanne in der Gesellschaft eines Verrückten der ihn jederzeit töten konnte, einfach nur, weil ihm gerade danach war. Großartig.

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Der schwarzhaarige Junge hob langsam die Hand und ließ sie rasch wieder sinken. Er stand nun schon seit mehreren Minuten vor der Tür zu Snapes Büro und konnte es einfach nicht über sich bringen, anzuklopfen. Warum geschahen all die unangenehmen Dinge eigentlich immer nur ihm?

‚Weil du mal wieder nicht die Klappe halten konntest, du Idiot', teilte seine innere Stimme ihm mitleidlos mit und Harry schloss gequält die Augen, während er unsicher von einem Fuß auf den anderen trat. Er war so in Gedanken versunken, dass er die Schritte nicht hörte, die sich ihm vom anderen Ende des Ganges her genähert hatten.

„Hören Sie auf zu zappeln und kommen Sie rein!"

Harry riss die Augen auf und starrte den Lehrer für Zaubertränke erschrocken an. „Ich...ich wollte..."

Snape verdrehte genervt die Augen und schob Harry einfach über die Schwelle. „Hören Sie auf, meine Zeit zu stehlen, Potter. Falls Sie es nicht bemerkt haben, es bleibt noch viel zu tun bis Sie fit genug sind, um Lucius Malfoy zu täuschen. Also setzen Sie sich schon hin und hören Sie zu."

Vorsichtig ließ der Junge sich auf dem Besucherstuhl nieder und wartete ab, was sein Lehrer ihm wohl zu sagen hatte. Zu seiner nicht geringen Überraschung sprach Snape ihn jedoch nicht auf ihren Streit an, sondern holte eine kleine Schachtel hervor, die er aufklappte und offen über den Tisch schob.

„Das ist der Vielsaft-Trank den ich vorbereitet habe. Denken Sie daran, eine Tasse Vielsaft-Trank jeden Morgen, oder es wird ein ziemlich unsanftes Erwachen geben." Snape stand auf und packte die Flaschen mit dem Vielsaft-Trank in einen kleinen Koffer. Er sah nicht ein einziges Mal von seiner aktuellen Tätigkeit auf und Harry, der auf eine Chance zur Aussprache hoffte, fühlte sich immer unbehaglicher.

„In vier Tagen werden Sie als Draco Malfoy nach Malfoy Manor zurückkehren und wir haben bisher einen einzigen Test gemacht, den Sie, wie ich bemerken darf, elegant vermasselt haben. Also werde wir die nächsten Tage zum Üben nutzen."

Es schien fast, als hätte ihre Auseinandersetzung niemals stattgefunden und dieses Verhalten war so völlig atypisch für den Zaubertrankprofessor, dass Harry eine leichte Beklommenheit nicht unterdrücken konnte. Wenigstens eine spöttische Bemerkung oder...

„Hören Sie mir verdammt noch mal zu, wenn ich mit Ihnen spreche, Potter!"

Harry zuckte erschrocken zusammen, als die wütende Stimme seines Professors ihn abrupt aus seinen Überlegungen riss und versuchte verzweifelt herauszufinden, was dieser ihm gesagt hatte. „Ähm..."

Snape holte einmal tief Atem, unterdrückte mit Mühe sein aufbrausendes Temperament und wiederholte seine letzten Anweisungen. „Ich möchte, dass Sie morgen den ganzen Tag als Draco Malfoy verbringen. Es ist Samstag, daher wird Ihre Abwesenheit beim Unterricht nicht auffallen und die wenigen Schüler, die nicht in Hogsmeade sind, werden Ihnen kaum Beachtung schenken. Und ich will in Ihrem Interesse hoffen, dass Sie diesmal keinerlei Streit provozieren."

„Ich wollte mich ent..."

„Sehen Sie sich die Schule mit anderen Augen an und versuchen Sie, sich ganz in Mr. Malfoy hineinzuversetzen. Es wird sicherlich eine mehr als lehrreiche Erfahrung werden."

„Es tut mir wirklich leid, dass..."

„Wir treffen uns morgen früh wieder hier. Bevor Sie die Schule unsicher machen, möchte ich noch einmal die Informationen durchgehen, die ich Ihnen gegeben habe. Möchten Sie noch etwas sagen?"

Harry schüttelte den Kopf, nickte gleich darauf und sagte rasch, ehe ihn der Mut verließ: „Es tut mir leid."

Snape zog überrascht die Augenbrauen hoch und wollte etwas entgegnen, doch Harry war noch nicht fertig.

„Was ich gestern gesagt habe, war absolut unangemessen und ich entschuldige mich dafür. Es steht mir nicht zu, Ihr Verhalten in irgendeiner Weise zu kritisieren und deswegen..."

Snape hob die Hand und unterbrach Harry mitten im Satz. „Lassen Sie es gut sein, Potter. Ich habe Ihre Entschuldigung zur Kenntnis genommen, möchte aber nie wieder an diesen unerfreulichen Vorfall erinnert werden. Sie haben Ihre Grenzen bei Weitem überschritten und wenn nicht so viel auf dem Spiel stünde, hätte ich sie einfach sitzengelassen. Doch leider bleibt uns keine andere Wahl, als zusammen zu arbeiten. Wir werden uns beide zusammenreißen und diesen Auftrag erledigen. Noch Fragen?"

„Warum haben Sie Professor Dumbledore nichts gesagt, Sir?"

Snape blickte betont langsam von dem vor ihm liegenden Aufsatz auf und musterte den vor ihm stehenden Jungen mit eisigem Blick. „Was habe ich gerade gesagt, Potter?"

Harry senkte betreten den Kopf und trat den Rückzug an. „Ich werde dann mal gehen."

„Großartiger Einfall, Potter. Verschwinden Sie und lassen Sie mich in Ruhe meine Arbeit erledigen."

„Natürlich, Sir."

Kaum war die Tür hinter dem jungen Zauberer zugefallen, legte Snape seine Schreibfeder beiseite und stützte den Kopf in beide Hände. Seine Gedanken wanderten zu der Szene, die er im Krankenflügel mit angehört hatte. Hoffentlich würde er es nicht irgendwann bereuen, Potter gegenüber nachsichtig gewesen zu sein.

tbc (wirklich...)